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1. WO2001074672 - CONTENANTS DONT LA SURFACE INTERIEURE PRESENTE DES PARTIES MOUILLABLES ET DES PARTIES IMPERMEABLES STRUCTUREES

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[ DE ]

BEHALTER MIT STRUKTURIERTEN FLUSSIGKEITSABWEISENDEN UND FLUSSIGKEITSBENETZENDEN TEILBEREICHEN DER INNEREN OBERFLÄCHE

Die vorliegende Erfindung betrifft Behalter mit Innenflachen, die flussigkeitsabweisende Teilbereiche einer mittleren bis geringen Oberflachenenergie und flussigkeitsbenetzende Teilbereiche aufweisen

Gegenstande mit flussigkeitsabweisende d h schwer benetzbaren Oberflachen weisen eine Reihe von interessanten und wirtschaftlich wichtigen Merkmalen auf So sind sie leicht zu reinigen und bieten Ruckstanden und Flüssigkeiten wenig Halt

Der Einsatz von hydrophoben Materialien wie perfluorierten Polymeren zur Herstellung von hydrophoben Oberflachen ist bekannt, eine Weiterentwicklung dieser Oberflachen besteht darin, die Oberflachen im μm bis nm-Bereich zu strukturieren Hierdurch lassen sich Fortschreitwinkel von bis zu 150-160° realisieren Es wird eine deutlich stärkere Tropfenbildung beobachtet und im Unterschied zu glatten Oberflachen können Tropfen auf wenig geneigten Oberflachen leicht abrollen

US-PS 55 99 489 offenbart ein Verfahren, bei dem eine Oberflache durch Beschüß mit Partikeln einer entsprechenden Große und anschließender Perfluorierung besonders wasserabweisend ausgestattet werden kann

Ein anderes Verfahren beschreiben H Saito et al in Surface Coating International 4, 1997, S 168 ff Hier werden Partikel aus Fluorpolymeren auf Metalloberflachen aufgebracht, wobei eine stark erniedrigte Benetzbarkeit der so erzeugten Oberflachen gegenüber Wasser und eine erheblich reduzierte Vereisungsneigung festgestellt wurde

In US-PS 33 54 022 und WO 96/04123 sind weitere Verfahren zur Erniedrigung der

Benetzbarkeit von Gegenstanden durch topologische Veränderungen der Oberflachen beschrieben Hier werden kunstliche Erhebungen bzw Vertiefungen mit einer Hohe von ca 5 bis 1000 μm und einem Abstand von ca 5 bis 500 μm auf hydrophobe oder nach der Strukturierung hydrophobierte Werkstoffe aufgebracht Oberflachen dieser Art fuhren zu einer schnellen Tropfenbildung, wobei die abrollenden Tropfen Schmutzteilchen aufnehmen und somit die Oberflache reinigen Angaben über ein Aspektverhaltnis der Erhebungen sind nicht vorhanden

Die oben vorgestellten Verfahren ermöglichen die Herstellung von vollständig und lückenlos flussigkeits- und/oder schmutzabweisenden Oberflachen Dies ist aber häufig nicht erwünscht, sondern es besteht der Wunsch, Oberflachen, die flussigkeitsabweisende und flussigkeitsbenetzende Bereiche aufweisen, herzustellen Oberflachen mit solch einer "intelligenten" Struktur werden z B in WO 94/27719 beschrieben Hier wird ein Verfahren zur Herstellung von hydrophoben Oberflachen mit hydrophilen und funktionalisierten Bereichen offenbart, wobei diese Bereiche strahlenchemisch hydrophiliert und anschließend naßchemisch funktionalisiert werden Oberflachen dieser Art besitzen bis zu 10 000 funktionalisierte Bereiche pro cm2 und werden in der biologischen Analytik, speziell in der DNA- Sequenzierung, eingesetzt Die auf den funktionalisierten Bereichen adharierten Flussigkeitsmengen sind mit 50 pl bis 2 μl sehr klein und können daher nur noch von einem Automaten aufgetragen werden

Die chemische Hydrophilierung mit anschließender Funktionalisierung reicht für ein ortsdefiniertes Aufteilen von Flüssigkeiten oft nicht aus, erwünscht waren Oberflachen mit einem sehr großen Unterschied im Adhasionsverhalten bzw im Kontaktwinkel von flussigkeitsabweisenden und flussigkeitsbenetzenden Bereichen

Dies gilt insbesondere dann, wenn aufgebrachte Losungen eingeengt werden sollen, und das dabei entstehende Konzentrat bzw die geloste Substanz sich weiterhin an einem definierten Ort befinden soll
Oberflachen mit strukturierten und nichtstrukturierten Teilbereichen sind bekannt und z B in DE 199 14 007 und DE 198 03 787 beschrieben

Aus einem anderen technischen Gebiet, der biologisch/pharmazeutischen Industrie ist das Problem der Verpackung von biologischen oder pharmazeutischen Produkten - meist in

Losung - und der vollständigen, unverdünnten Entnahme dieser Losungen aus den Verpackungen bekannt Typische Verpackungen sind Ampullen aus Kunststoff mit oder ohne Verschluß
Hochwertige biologische oder pharmazeutische Produkte werden häufig in sehr kleinen Mengen verpackt Dies liegt zum einen an der hohen Wirksamkeit dieser Präparate und zum anderen am sehr hohen Preis dieser Substanzen Volumina von weniger als 100 μl sind hierbei keine Ausnahme Wenn diese Produkte in wäßriger Losung ausgeliefert werden, benetzen die Oberflachen der Behalter mit dieser Losung und eine ruckstandsfreie/vollstandige Entnahme des Produktes ist nicht bzw nur sehr schwer möglich Die stellt häufig einen hohen wirtschaftlichen Schaden dar

Der vorliegenden Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, Behalter zu entwickeln, die die Ansammlung von Flüssigkeiten an einer Stelle des Behalters und damit eine vollständige Entnahme dieser Flüssigkeiten ermöglichen

Es wurde gefunden, daß Flüssigkeiten in Behaltern mit Innenflachen mit Teilbereichen aus strukturierten Oberflachen durch Erhebungen einer bestimmen Hohe und Abstand sowie einer Oberflachenenergie des unstrukturierten Materials von weniger als 35 mN/m und flussigkeitsbenetzenden Teilbereichen sich schnell und vollständig in den flussigkeitsbenetzenden Teilbereichen sammeln

Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher Behalter mit flussigkeitsabweisenden und flussigkeitsbenetzenden Teilbereichen der inneren Oberflache, wobei
a) die flussigkeitsabweisenden Teilbereiche durch Erhebungen mit einer mittleren Hohe von

50 m bis 10 μm und einem mittleren Abstand von 50 nm bis 10 μm strukturiert sind und eine Oberflachenenergie des unstrukturierten Materials von weniger als 35 mN/m aufweisen und b) die flussigkeitsbenetzende Teilbereiche keine Erhebungen aufweisen

Die flussigkeitsbenetzenden Teilbereiche der Behalter ohne Erhebungen sind flache Flachen ohne die Erhebungen der flussigkeitsabweisenden, strukturierten Teilbereiche Sie können durchaus kleine Strukturen aufweisen, die jedoch nicht die Abmessungen der Erhebungen, wie in den Schutzanspruchen definiert, aufweisen Sollten die Teilbereiche ohne Erhebungen kleine Strukturierungen besitzen, so erreichen diese höchstens 10 % der Hohe der Erhebungen der strukturierten Oberflache Die Teilbereiche ohne Erhebungen oder "flachen Teilbereiche" können jedoch, wie noch gezeigt werden wird, auf gröberen Uberstrukturen liegen

Zur Herstellung der erfindungsgemaßen Behalter können die Oberflachen der Behalter für die flussigkeitsabweisenden Teilbereiche mit einer Oberflachenenergie von weniger als 35 mN/m mechanisch oder lithographisch mit Erhebungen versehen werden und anschließend Teilbereiche der so erhaltenen strukturierten Oberflache flussigkeitsbenetzend beschichtet werden

Die Erhebungen können, wie bereits ausgeführt, eine mittlere Hohe von 50 nm bis 10 μm und einen mittleren Abstand von 50 nm bis 10 μm zueinander aufweisen Es sind jedoch auch andere Hohen und Abstände möglich, so kann jeweils unabhängig von einander die mittlere Hohe und der mittlere Abstand der Erhebungen 50 nm bis 10 μm oder 50 nm bis 4 μm betragen Darüber hinaus können die Erhebungen gleichzeitig eine mittlere Hohe von 50 nm bis 4 μm und einen mittleren Abstand von 50 nm bis 4 μm aufweisen

Die strukturierten Oberflachen der Behalter weisen - bis auf die flussigkeitsbenetzenden Teilbereiche - besonders hohe Randwinkel auf Dies verhindert weitgehend die Benetzung der Oberflache und führt zu einer raschen Tropfenbildung Die Tropfen können bei entsprechender Neigung der Oberflache auf den Erhebungen abrollen und auf den flussigkeitsbenetzenden Teilbereichen adharieren Der ruckstandsfreie Ruckzug der Tropfenfront beim Einengen eines Tropfens auf der flussigkeitsabweisenden Oberflache ist dem Verhalten eines abrollenden Tropfens auf der flussigkeitsabweisenden Oberflache vergleichbar Hier verbleiben die Ruckstande auf den flussigkeitsbenetzenden Teilbereichen

Oberflachen für die vorliegende Erfindung sind auf den flussigkeitsabweisenden Bereichen hydrophob, wenn das unstrukturierte Material eine Oberflachenenergie weniger als 35 mN/m, bevorzugt 10-20 mN/m, aufweist und zusatzlich oleophob, wenn das unstrukturierte Material eine Oberflachenenergie von weniger als 20 mN/m aufweist Diese Eigenschaft erweitert die Anwendungsbereiche der Behalter auch auf Gebiete, wo sie mit ölhaltigen Flüssigkeiten oder anderen organischen Flüssigkeiten oder Losungen mit niedriger Grenzflächenspannung in Kontakt kommen (z B hpophileVerbindungen)

Bakterien und andere Mikroorganismen benotigen zur Adhäsion an eine Oberflache oder zur Vermehrung an einer Oberflache Wasser, welches an den hydrophoben Oberflachen der vorliegenden Erfindung nicht zur Verfügung steht Die strukturierte Oberflachen der erfindungsgemaßen Behalter verhindern das Anwachsen von Bakterien und anderen Mikroorganismen an den flussigkeitsabweisenden Bereichen, sie sind somit auch bakteriophob und/oder antimikrobiell Die erfindungsgemaß strukturierten Behalter ermöglichen jedoch unter entsprechenden Rahmenbedingungen, wie Luftfeuchtigkeit und Temperatur ein ortsdefiniertes Wachstum von Bakterien und anderen Mikroorganismen an den benetzbaren Teilbereichen Da der zugrundeliegende Effekt nicht auf antimikrobiellen Wirkstoffen beruht, sondern auf einem physikalischen Effekt, ist eine Beeinträchtigung des Wachstums von Bakterien und anderen Mikroorganismen auf den flussigkeitsbenetzenden Teilbereichen durch die flussigkeitsabweisenden Bereiche z B durch Ausbluten und/oder Diffusion von Wirkstoffen ausgeschlossen

Die Charakterisierung von Oberflachen bezuglich ihrer Benetzbarkeit kann über die Messung der Oberflachenenergie erfolgen Diese Große ist z B über die Messung der Randwinkel am glatten Material von verschiedenen Flüssigkeiten zuganglich (D K Owens, R C Wendt, J Appl Polym Sei 13, 1741 (1969)) und wird in mN/m (Milli-Newton pro Meter) angegeben Nach Owens et al bestimmt, weisen glatte Polytetrafluorethylen-Oberflachen eine Oberflachenenergie von 19 1 mN/m auf, wobei der Randwinkel (Fortschreitwinkel) mit Wasser 120 ° betragt Allgemein besitzen hydrophobe Materialien mit Wasser Kontakt- oder Randwinkel (Fortschreitwinkel) von über 90° Polypropylen weist bei einer Oberflachenenergie von 29-30 mN/m (in Abhängigkeit von der molekularen Struktur) beispielsweise gegenüber Wasser Fortschreitwinkel von etwa 105° auf

Die Bestimmung des Randwinkels bzw der Oberflachenenergie erfolgt zweckmäßig an glatten

Oberflachen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewahrleisten Die Materialeigenschaften "Hydrophobie", "Flussigkeitsabweisend" oder "Flussigkeitsbenetzend" werden auch durch die chemische Zusammensetzung der obersten Molekulschichten der Oberflache mitbestimmt Ein höherer Randwinkel bzw niedrigere Oberflachenenergie eines Materials kann daher auch durch Beschichtungsverfahren erreicht werden

Erfindungsgemaße Behalter weisen an den flussigkeitsabweisenden Bereichen höhere Randwinkel als die entsprechenden glatten Materialien bzw die flussigkeitsbenetzenden Bereichen auf Der makroskopisch beobachtete Randwinkel ist somit eine Oberflacheneigenschaft, welche die Materialeigenschaften plus die Oberflachenstruktur widerspiegelt
Die flussigkeitsbenetzenden Bereiche der erfindungsgemaßen Behalter weisen niedrigere Randwinkel als die flussigkeitsabweisenden Bereiche auf Dies kann durch unterschiedliche Oberflachenstrukturen, einer unterschiedlichen Grenzflachenchemie oder einer Kombination von beidem auf den jeweiligen Bereichen erreicht werden

- die flussigkeitsbenetzenden Teilbereiche weisen die gleiche Oberflachenchemie, jedoch unterschiedliche Erhebungen als die übrige Oberflache auf Die Oberflachenchemie unterscheidet sich nicht über der gesamten Oberflache Im Idealfall besitzen die flussigkeitsbenetzenden Teilbereiche keine Erhebungen

- die flussigkeitsbenetzenden und flussigkeitsabweisenden Bereiche weisen unterschiedliche Erhebungen und Oberflachenchemie auf Dies bedeutet daß die flussigkeitsbenetzenden

Teilbereiche eine höhere Oberflachenenergie als die übrige Oberflache, jeweils bestimmt am unstrukturierten Material, besitzen

Zur Herstellung dieser Oberflachen bzw der Teilbereiche können die verschiedensten Verfahren eingesetzt werden Im folgenden sollen zwei Varianten vorgestellt werden

Variante A)

Die unstrukturierten Oberflachen eines vorgfertigten Behalters weisen zunächst eine Oberflachenenergie von weniger als 35 mN/m auf und werden mechanisch oder lithographisch mit Erhebungen der Hohe und Abstände der genannten Bereiche versehen Annschließend können Teilbereiche des Behalters flussigkeitsbenetzend beschichtet werden Hierzu kann z B die strukturierte Oberflache mit einer Maske abgedeckt werden, die die zu behandelnden Bereiche freilaßt Die ungeschützten Bereiche können dann mit physikalischen Methoden aktiviert werden Hier können Plasma-, Hochfrequenz- oder Mikrowellenbehandlung, elektromagnetische Strahlung wie z B Laser oder UV-Strahlung im Bereich 180 - 400 nm, Elektronenstrahlen oder Beflammung zum Einsatz kommen Durch diese Methoden werden auf der Materialoberflache thermisch oder photochemisch Radikalstellen erzeugt, die in Luft oder Sauerstoffatmosphare schnell Hydroxy-, Hydroperoxid- oder sonstige polare und damit flussigkeitsbenetzende fünktionelle Gruppen bilden

Dieser physikalischen Methode kann sich im zweiten Schritt noch eine chemische Modifizierung anschließen, welche die flussigkeitsbenetzenden Eigenschaften weiter verbessert Die fünktionellen Gruppen werden dabei mit stabilen Endgruppen wie beispielsweise radikalisch polymerisierbaren Monomeren weiter umgesetzt Ein Beispiel für solche eine chemische Modifizierung ist die radikalische Pfropfpolymerisation von Vinylmonomeren wie z.B Acrylamid oder Acrylsaure, die durch den thermisch initiierten, radikalischen Zerfall der Hydroperoxidgruppen oberhalb von 70°C ausreichend rasch erfolgt

In der Praxis hat sich die flussigkeitsbenetzende Beschichtung der Teilbereiche durch elektromagnetische Strahlung bewahrt

Variante B)

In einer weiteren Variante zur Herstellung von erfindungsgemaßen Behaltern kann eine unstrukturierte Oberflache eines Behalters mechanisch oder lithographisch mit Erhebungen versehen werden Diese Oberflache wird dann mit einem Material einer Oberflachenenergie von weniger als 35 mN/m beschichtet und die Beschichtung von Teilbereichen der so erhaltenen strukturierten Oberflache mechanisch oder lithographisch wieder entfernt Zweckmäßig wird ein unstrukturiertes Material mit einer Oberflachenenergie von mehr als 35 mN/m, bevorzugt 35-75 mN/m eingesetzt Nach Entfernen der Beschichtung besitzen die flussigkeitsbenetzenden Teilbereiche weitestgehend die Eigenschaften des ursprunglichen Materials Da insbesondere die chemischen Eigenschaften der obersten Monolagen des Materials für den Randwinkel entscheidend sind, kann gegebenenfalls eine Oberflachenmodifikation mit Verbindungen, die hydrophobe Gruppen enthalten, ausreichen Verfahren dieser Art beinhalten die kovalente Anbindung von Monomeren oder Oligomeren an die Oberflache durch eine chemische Reaktion, so z B Behandlungen mit Fluoralkylsilanen wie Dynasilan F 8262 (Sivento Chemie Rheinfelden GmbH, Rheinfelden) oder mit Ormoceren Ormocere wie z B Definite Matrix (Degussa-Huls AG) können auch als Lack verwendet werden, um die Erhebungen in den geforderten Dimensionen auf eine Oberflache aufzubringen Diese Lacke werden auf eine glatte Oberflache aufgebracht und strahlenchemisch polymerisiert, wobei sich entsprechende Erhebungen ausbilden

Weiterhin sind Verfahren, bei denen zunächst Radikalstellen auf der Oberflache erzeugt werden, die bei An- oder Abwesenheit von Sauerstoff mit radikalisch polymerisierbaren Monomeren abreagieren, zu nennen Die Aktivierung der Oberflachen kann mittels Plasma, UV- oder -Strahlung, sowie speziellen Photoinitiatoren erfolgen Nach der Aktivierung der Oberflache, d h Erzeugung von freien Radikalen können die Monomeren aufpolymerisiert werden Ein solches Verfahren generiert eine mechanisch besonders widerstandsfähige Beschichtung

Die Beschichtung von Teilbereichen der Innenseiten eines Behalters durch Plasmapolymerisation von Fluoralkenen oder Vinylverbindungen hat sich besonders bewahrt Die Vinylverbindungen können auch ganz oder teilweise fluoriert sein

Die flussigkeitsabweisende Beschichung einer strukturierten oder unstrukturierten Oberflache mit einem Material einer Oberflachenenergie von weniger als 35 mN/m kann durch Fluoralkylsilane oder z B durch Plasmapolymerisation von Fluoralkenen oder ganz oder teilweise fluorierten Vinylverbindungen erfolgen Weiterhin ist der Einsatz einer HF-Hohlkathoden-Plasmaquelle mit Argon als Tragergas und C F8 als Monomer bei einem Druck von ca 0 2 mbar denkbar Hiermit werden sogar Oberflachenenergien von unter 20 mN/m erreicht

Außerdem können sowohl die strukturierten als auch die unstrukturierten Teilbereiche eines Behalters mit einer dünnen Schicht eines hydrophoben Polymeren überzogen werden Dies kann in Form eines Lackes oder durch Polymerisation von entsprechenden Monomeren auf der Oberflache des Gegenstandes erfolgen Als polymerer Lack können Losungen oder Dispersionen von Polymeren wie z B Polyvinylidenfluorid (PVDF) oder Reaktivlacke zum Einsatz kommen

Für eine flussigkeitsabweisende Beschichtung durch Polymerisation auf den strukturierten Oberflachen eines Behalters kommen als Monomere insbesondere Fluoralkylsilane wie Dynasilan F 8262 (Sivento Chemie Rheinfelden GmbH, Rheinfelden) in Frage

Die Entfernung von hydrophoben oder flussigkeitsabweisenden Beschichtungen oder der Erhebungen von Teilbereichen der strukturierten Teilbereichen kann wiederum mechanisch, thermisch, photoablativ oder lithographisch erfolgen Mechanisch ist dies durch Mikrozerspanung z B durch Bohren oder Fräsen möglich Die Werkzeuge können z B durch eine CNC-Aparatur sehr genau positioniert werden Eine lithographische oder thermische Methode ist z B die Bestrahlung mit einem Laser in einem Wellenlangenbereich, in dem das Beschichtungsmaterial Energie absorbiert Dies ist beispielsweise für Polymethylmethacrylat (PMMA) bei 193 nm der Fall, weshalb ein ArF*-Eximerlaser für die Ablation der Beschichtung hier besonders geeignet ist

Eine besonders niedrige Oberflachenenergie ist insbesondere dann notwendig, wenn nicht nur hydrophobes, sondern auch oleophobes Verhalten gefordert ist Dies ist insbesondere bei öligen Flüssigkeiten der Fall Diese führen nämlich bei nicht-oleophoben Oberflachen zu einer Benetzung, was die genannten Eigenschaften nachhaltig negativ beeinflußt Für solche Anwendungen sollte die Oberflachenenergie des nicht strukturierten Materials unterhalb von 20 m/Nm, vorzugsweise bei 5 bis 20 mN/m liegen

Wie bereits erwähnt, weisen glatte Polytetrafluorethylen-Oberflachen eine Oberflachenenergie von 19 1 mN/m auf Mit Hexadecan als Flüssigkeit mit niedriger Oberflachenspannung betragt der Randwinkel (Fortschreitwinkel) 49° Oberflachen, die mit Fluroalkylsilanen wie z B Dynasilan F 8262 (Fa Sivento Chemie, Rheinfelden) modifiziert wurden, weisen Oberflachenenergieen von unter 10 mN/m auf Hier werden mit Hexadecan Fortschreitwinkel von bis zu 80° gemessen Bei einer Oberflachenenergie von 29-30 mN/m wird der Randwinkel von Polypropylen gegenüber Hexadecan auf unter 10° geschätzt (experimentell nur schwer zu ermitteln)

Die Oberflacheneigenschaften der flussigkeitsabweisenden Bereiche der erfindungsgemaßen Behalter sind von der Hohe, der Form und dem Abstand der Erhebungen abhangig

Das Verhältnis von Hohe zu Breite der Erhebungen, das Aspektverhaltnis, ist ebenfalls von Bedeutung Die Erhebungen weisen bevorzugt ein Aspektverhaltnis von 0 5 bis 20, bevorzugt von 1 bis 10 und besonders bevorzugt von 1 bis 3 0 auf

Um die niedrigen Randwinkel der flussigkeitsabweisenden Bereiche zu erreichen, sind neben den strukturellen auch die chemischen Eigenschaften des Materials von Bedeutung Hier ist insbesondere die chemische Zusammensetzung der obersten Monolage des Materials entscheidend Die flussigkeitsabweisenden Bereiche der erfindungsgemaßen Behalter werden daher zweckmäßig aus Materialien hergestellt, die bereits vor der Strukturierung ihrer Oberflache hydrophobes Verhalten aufweisen Diese Materialien beeinhalten insbesondere Poly(tetrafluorethylen), Poly(trifluoethylen), Poly(vinylidenfluorid), Poly(chlortrifluorethylen), Poly(hexafluorpropylen), Poly(perfluorpropylenoxid), Poly(2,2,3,3-tetrafluoroxetan), Poly(2,2-bis(trifluormethyl)-4,5-difluor-l,3-dioxol), Poly(fluoralkylacrylat), Poly(fluoralkylmethacrylat), Poly(vinylperfluoralkylether) oder andere Polymere aus Perfluoralkoxyverbindungen, Poly(ethylen), Poly(propylen), Poly(isobuten), Poly(isopren), Poly(4-methyl-l-penten), Poly(vinylalkanoate) und Poly(vinylmethylether) als Homo- oder Copolymere Diese Materialien sind auch als Mischungsbestandteil eines Polymerblends einsetzbar Zweckmäßig besteht der Behalter vollständig aus diesen Materialien

Weiterhin sind Mischungen von Polymeren mit Additiven denkbar, die sich beim Formungsprozeß so ausrichten, daß an der Oberflache hydrophobe Gruppen vorherrschen Als Additiv kommen fluorierte Wachse, z B die Hostaflone der Hoechst AG in Frage
Die Strukturierung eines Teilbereichs kann auch nach der hydrophoben Beschichtung eines Werkstoffs durchgeführt werden Ebenso kann die chemische Modifikation der Oberfläche durch eine flussigkeitsabweisende Beschichtung nach der Formgebung durchgeführt werden

Die Formgebung oder Strukturierung eines Teilbereichs kann durch Pragen/Walzen oder gleichzeitig beim makroskopischen Formen des Behalters wie z B Gießen, Spritzgießen oder andere formgebende Verfahren erfolgen Hierzu sind entsprechende Negativformen der erwünschten Struktur erforderlich Die Herstellung von erfindungsgemaßen Behaltern mit einem Fassungsvermögen von 0, 1 bis 1 ml kann sehr einfach durch Spritzguß erfolgen

Negativformen lassen sich industriell z B mittels der Liga-Technik (R Wechsung in Mikroelektronik, 9, (1995) S 34 ff) herstellen Hier werden zunächst eine oder mehrere Masken durch Elektronenstrahllithographie nach den Dimensionen der gewünschten Erhebungen hergestellt Diese Masken dienen zur Belichtung einer Photoresistschicht durch Rontgentiefenlithographie, wodurch eine Positivform erhalten wird Die letzte Masken-belichtung kann auch dem Einbringen der flachen, spater flussigkeitsbenetzenden Teilbereiche dienen Die Zwischenräume im Photoresist werden anschließend durch galvanische Abscheidung eines Metalls aufgefüllt Die so erhaltene Metallstruktur stellt eine Negativform für die gewünschte Struktur dar

Die Belichtung einer Photoresistschicht kann auch durch Laserholographie erfolgen Belichtet man dabei den Photoresist orthogonal mit Welleninterferenzmustern, so errzeugt man eine sogenannte Mottenaugenstruktur, wodurch eine Positivform erhalten wird Eine weitere Maskenbelichtung kann wiederum dem Einbringen der flachen, spater flussigkeitsbenetzenden Teilbereiche dienen Die Zwischenräume im Photoresist werden anschließend durch galvanische Abscheidung eines Metalls aufgefüllt Die so erhaltene Metallstruktur stellt eine Negativform für die gewünschte Struktur dar

Sind in die so erhaltene metallene Negativform noch keine flachen, spater flussigkeitsbenetzenden Teilbereiche eingebracht worden, laßt sich die Negativform mechanisch nachbearbeiten Hier kann durch Mikrozerspanung die Struktur an gewünschten Stellen mechanisch abgetragen werden In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die Erhebungen auf einer etwas gröberen Uberstruktur angeordnet

Die Erhebungen weisen die oben ausgeführten Dimensionen auf und können auf einer Uberstruktur mit einer mittleren Hohe von 10 nm bis 1 mm und einem mittleren Abstand von 10 nm bis 1 mm aufgebracht werden

Die Erhebungen und die Uberstruktur können gleichzeitig oder nacheinander mechanisch eingeprägt, durch lithographische Verfahren oder durch formgebende Verarbeitung, hier insbesondere durch entsprechende Negativformen mittels Spritzguß aufgebracht werden

Die Erhebungen und die Uberstruktur können eine periodische Anordnung besitzen Es sind jedoch auch stochastische Verteilungen der Dimensionen der Uberstruktur und der Erhebungen, gleichzeitig oder unabhängig voneinander, zulassig Bei stochastischen Strukturen wird die Rauhigkeit meist über Rauheitsparameter definiert Als Kenngroßen für die Oberflachen seien der arithmetische Mittenrauhwert Ra, die gemittelte Rauhtiefe Rz und die maximale Rauhtiefe Rmax angegeben Strukturierte Teilbereiche der erfindungsgemaßen Behalter können Werte für Ra von 0,2 bis 40 μm, Rz 0,1 bis 40 μm und Rmax 0,1 bis 40 μm aufweisen

Die Formgebung bzw die Strukturierung der Behalter-Innenflachen erfolgt bei Oberflachen mit Uberstruktur wie bei Oberflachen mit nur einer Mikro Struktur, zweckmäßig in einem Arbeitsgang Eine nachtragliche Hydrophobierung bzw chemische Modifikation einer bereits erzeugten "doppelt" strukturierten Oberflache ist selbstverständlich ebenso möglich

Erfindungsgemaße Behalter sind ab einer Strukturierung kleiner 400 nm transparent und eignen sich daher für alle Anwendungen, bei denen es auf eine hohe Transmission oder gute optische Eigenschaften ankommt Hier ist besonders die Herstellung oder Beschichtung von Behaltern z B in der optischen Analytik zu nennen

Erfindungsgemaße Behalter eignen sich daher hervorragend zur Aufbewahrung von biologischen oder pharmazeutischen Erzeugnissen, bei denen Flüssigkeiten auf kleine Bereiche aufgeteilt werden müssen, sich die Flüssigkeit auf den flussigkeitsbenetzenden Bereiche durch leichtes Erschüttern oder durch leichte Neigung des Behalters sammelt

Mögliche Verwendungszwecke der Behalter Hochwertige Peptide und andere biologische Substanzen werden üblicherweise in sogenannten „Eppendorf'-Hutchen aufbewahrt Diese Aufbewahrungsbehalter sind üblicherweise aus Polyethylen hergestellt und besitzen ein Fassungsvermögen von einigen 100 μL bis einigen mL Durch ein Verschlußsystem können diese Behalter abgedichtet und gegebenenfalls tiefgefroren werden Aufgrund der Lagerbedingungen lagert sich die flussige Substanz in der Regel statistisch verteilt an den Oberflachen an Für eine vollständige Probenentnahme ist aber die Ansammlung der Substanz an einem Punkt wünschenswert Hier kann die beschriebene Erfindung Abhilfe schaffen Durch eine Mikrostrukturierung, in der vorgenannten Form der inneren Flachen, ist es möglich, daß sich die gesamte Substanz an einem Punkt sammelt und zur vollständigen Entnahme bereitsteht

Die Verwendung der vorgenannten Erfindung ist aber auch im Umweltschutz bei der Verwendung toxischer Substanzen denkbar Des weiteren sind Ampullen und Aufbewahrungsbehalter für Medikamente mit einer parentaralen Darreichungsform denkbar

Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung naher erläutern, ohne ihren Schutzumfang zu begrenzen

Beispiel 1:
Medikamente die intravenös oder subcutan verabreicht werden, werden in Ampullen oder kleinen Container aufbewahrt Die gebrauchsfertige Losung übersteigt hier selten lmL An den Oberflachen dieser Behaltnisse lagern sich durch Erschütterungen immer wieder kleine Tropfen an Bei der Entnahme der Flüssigkeit mit einer Nadel bleiben diese Tropfen häufig an den Wanden zurück und reduzieren so die verfügbare Losung um bis zu 10% Hierdurch entsteht bei Medikamenten eine relative hohe Dosierungenauigkeit und bei sehr wertvollen Losungen mitunter ein hoher wirtschaftlicher Schaden

Diese Verluste lassen sich vermeiden, indem Aufbewahrungsbehalter innen mit einer mikrostrukturierten hydrophoben Oberflache ausgestattet werden Mit Hilfe der Ligatechnik werden zwei Halbschalen aus Polyethylen abgeformt Die der Flüssigkeit zugewandten Oberflachen weisen Erhebungen mit einer mittleren Hohe von 1-5 μm und einem Abstand von 1-3 μm auf Die beiden Halbschalen sind so geformt, dass der Boden der resultierenden Ampulle keine Erhebungen aufweist, d h als unstrukturierter Teilbereich ausgeführt ist Vor dem zusammenschweißen beider Halbzeuge werden die Flachen mit Dynasylan® F8262 hydrophobiert Hierfür werden die Behalter für 5 Minuten in eine gebrauchsfertige Losung Dynasylan® F8262 getaucht Anschließend werden die Behalter so aufgestellt, dass die überschüssige Losung ablaufen kann In den so hergestellten Behaltern perlt die Flüssigkeit immer von den Randern ab und zieht sich an dem Ort mit der niedrigsten potentiellen Energie, d h an dem unstrukturierten Teilbereich am Boden der Ampulle zusammen

Beispiel 2:
Die der Flüssigkeit zugewandten Oberflachen, handelsübliche Ampullen oder Aufbewahrungsbehalter, werden mit einer Ormocerlosung (z B Definite Matrix ®) benetzt Diese Losung wird mit einem Photoinitiatorsystem versetzt der durch Bestrahlung mit Licht der Wellenlange 308nm die Vernetzung initiiert Als Initiatorsystem eignet sich 2,2' Dimethoxy-2-phenyl-acetophenon in einer Konzentration von 0,5-1% Um eine ausreichende vernetzte Schicht zu erhalten, reicht eine Bestrahlungszeit von 30s Die Beschichtungen mit den Ormocerlack erfolgt in einer Rollerapparatur, so dass der Boden der Ampullen oder Behalter unbeschichtet bleibt und daher nach dem Ausharten des Lackes keine Erhebungen aufweist Die beschichteten Teilbereiche der Behalter weisen Erhebungen mit einer mittleren Hohe von 1-5 μm und einen mittleren Abstand von 1-3 μm auf Die nicht benotigte Ormocerlosung wird anschließend heraus gespult Im nächsten Schritt müssen nun die Oberflachen hydrophobiert werden Hierfür werden die Behalter für 5 Minuten in eine gebrauchsfertige Losung Dynasylan® F8262 getaucht Anschließend werden die Behalter so aufgestellt, dass die überschüssige Losung ablaufen kann In den so hergestellten Behaltern perlt die Flüssigkeit immer von den Randern ab und zieht sich an dem Ort mit der niedrigsten potentiellen Energie, d h am unstrukturierten Teilbereich am Boden des Behalters zusammen

Beispiel 3:

Die Beschichtung mit einem Ormocerlack erfolgt wie in Beispiel 2, nur wird der Lack im gesamten Behalter aufgebracht, d h die Erhebungen befinden sich auf der gesamten inneren Oberflache Die Hydrophobierung mit Dynasylan® F8262 erfolgt dagegen in einer Rollerapparatur, so dass der Boden des Gefäßes nicht hydrophobiert wird

In den so hergestellten Behaltern perlt die Flüssigkeit immer von den Randern ab und zieht sich an dem Ort mit der niedrigsten potentiellen Energie, d h an den unstrukturierten Teilbereich am Boden der Ampulle bzw am Boden des Behalters zusammen