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1. (WO2019043077) REVOLVING ARRANGEMENT FOR AN OPERATOR'S COMPARTMENT, IN PARTICULAR FOR VEHICLES, AND VEHICLE
Document
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Ansprüche

0001   0002   0003   0004   0005   0006   0007   0008   0009   0010   0011   0012   0013   0014   0015   0016   0017   0018   0019   0020   0021  

Zeichnungen

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[0001]
Drehanordnung für einen Führerstand, insbesondere für Fahrzeuge, sowie Fahrzeug
[0002]
Die Erfindung betrifft eine Drehanordnung für einen Führerstand, insbesondere für Fahrzeuge, mit zumindest einer Sitzfläche sowie ein Fahrzeug mit einer solchen Drehanordnung.
[0003]
Aus der DE 10 2008 007 164 A1 ist eine Ein- und Ausstiegshilfe für ein Kraftfahrzeug, insbesondere für einen Omnibus, bekannt. Diese Ein- und Ausstiegshilfe umfasst einen Fahrzeugsitz, der an einem Hubschlitten auf- und abbewegbar ist. Dieser Hubschlitten ist an einem Tragelement eines Grundteils vorgesehen, wobei das Grundteil seitlich an einer Karosserie befestigt ist. Diese Ein- und Ausstiegshilfe ermöglicht, dass eine Einstiegstreppe innerhalb des Busses und der damit verbundene Höhenunterschied auch von Rollstuhlfahrern in einfacher Weise überwunden werden kann.
[0004]
Aus der US 2003/0141736 A1 geht ein Fahrzeug mit einem schwenkbaren Fahrer- und Beifahrersitz hervor, welche auf einer drehbaren Scheibe im Fahrzeugboden des Fahrzeugs angeordnet sind. Bei einer Drehung der Drehscheibe können der Fahrer- und Beifahrersitz gleichzeitig im oder entgegen des Uhrzeigersinns um jeweils eine Drehachse der Scheibe gedreht werden. Dadurch sind die Sitze aus einer Fahrtrichtungsposition in eine Ruheposition oder in eine Zugänglichkeitsposition zum Ein- und Aussteigen aus dem Fahrzeug drehbar. Zusätzlich sind der Fahrer- und Beifahrersitz bei dieser Drehanordnung jeweils einzeln drehbar auf der Scheibe angeordnet, sodass jeder Sitz einzeln und unabhängig von der Drehung der Scheiben drehbar vorgesehen ist. Durch den großen Drehkreis der Drehscheibe ist ein großer Bauraum im Fahrzeug erforderlich.
[0005]
Aus der US 8,382,181 B2 ist eine Sitzanordnung für einen Notarzt in einem Krankenwagen bekannt. Die Sitzanordnung umfasst ein Rohr, welches in einer oberen und unteren Fahrschiene längsverschieblich geführt ist. An dem Rohr ist ein Sitz für den Notarzt vorgesehen, sodass dieser über die Fahrschiene während der Fahrt ins Krankenhaus sich gesichert in verschiedenen Positionen zu dem Patienten positionieren kann.
[0006]
Aus der DE 10 2016 104 568 A1 ist ein Fahrzeug mit einer Mittelsitzposition bekannt. Zum einfachen Ein- und Ausstieg ist gemäß einer ersten Ausführungsform der Sitz entlang einer Kreisbahn von einem seitlichen Einstieg in eine Mittelsitzposition verfahrbar. Alternativ kann auch nur eine Sitzfläche entlang einer Kreisbahn von einer seitlichen Einstiegsposition in die Mittelsitzposition verfahrbar sein. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Drehanordnung für einen Führerstand, insbesondere für Fahrzeuge, sowie ein Fahrzeug mit zumindest einer schwenkbaren Sitzfläche zu schaffen, wodurch beim Schwenken der Sitzfläche ein geringer Bauraum im Führerstand beansprucht wird.
[0007]
Diese Aufgabe wird durch eine Drehanordnung für einen Führerstand, insbesondere für Fahrzeuge, gelöst, welche eine untere Anschlussstelle, insbesondere für einen Fahrzeugboden oder für eine Bodenbaugruppe einer Fahrzeugstruktur, und eine obere Anschlussstelle, insbesondere am Dach oder Himmel des Führerstandes, aufweist, wobei die obere und untere Anschlussstelle in einer gemeinsamen Achse liegen und eine Tragstruktur sich zwischen der oberen und unteren Anschlussstelle erstreckt, welche zumindest eine Sitzfläche aufweist, wobei die Tragstruktur einen Tragrahmen aufweist, der zumindest zwei Säulen umfasst, die sich zwischen der oberen und unteren Anschlussstelle erstrecken und dass die zumindest eine Sitzfläche und/oder zumindest eine Rückenlehne an den zumindest zwei Säulen angeordnet ist. Diese Drehanordnung weist den Vorteil auf, dass die Sitzfläche aus einer Fahrtrichtungsposition in eine seitliche oder rückwärtige Zugänglichkeitsposition schwenkbar ist und einen geringen Bauraum erfordert. Die Sitzfläche kann um die gemeinsame Achse zwischen der oberen und unteren Anschlussstelle drehbar sein. Gleichzeitig können die Anforderungen an die Crash-Sicherheit beim Einsatz der Drehanordnung in Fahrzeugen erfüllt werden. Zudem weist die Tragstruktur mit dem Tragrahmen den Vorteil auf, dass eine sichere Anbringung eines Drei-Punkt- oder Vier-Punkt-Gurtsystems an einer der beiden oder beiden Säulen ermöglicht ist.
[0008]
Bevorzugt sind die Sitzfläche und/oder die Rückenlehne zwischen den zumindest zwei Säulen angeordnet. Dadurch kann eine Art Sicherheitsrahmen für den Fahrer geschaffen werden. Vorteilhafterweise ist die Sitzfläche und/oder die Rückenlehne in der Höhe verstellbar, sodass eine individuelle Anpassung an die jeweiligen Benutzer erfolgen kann.
[0009]
An jeder oder in jeder Säule des Tragrahmens ist bevorzugt eine Führung zur Aufnahme der Sitzfläche und/oder der Rückenlehne vorgesehen. Dadurch kann sowohl die Höhenverstellung der Sitzfläche und/oder der Rückenlehne erfolgen. Gleichzeitig kann eine Queraussteifung des Rahmens über die Sitzfläche und/oder die Rückenlehne gegeben sein. Bevorzugt können an oder in der Säule Führungsschienen vorgesehen sein. Alternativ kann die Säule ein Profil aufweisen, in welchem die Führung aufgrund der Profilierung integriert sein kann. An der Sitzfläche und/oder der Rückenlehne sind Führungselemente vorgesehen, die an der Säule, insbesondere an Führungsschienen, an der Säule angreifen.
[0010]
Des Weiteren weist bevorzugt der Tragrahmen zwei Säulen auf, die zumindest im Sitzbereich, welcher sich vorzugsweise entlang einer Sitzhöheneinstellung und der Rückenlehne erstreckt, parallel verlaufen und die Sitzfläche zwischen den parallelen Abschnitten der Säulen positioniert ist. Dadurch wird in einfacher Weise die Höhenverstellung der Sitzfläche ermöglicht. Bevorzugt erstrecken sich die Säulen parallel in einem Bereich zur Einstellung der Sitzhöhe bis zu einem Schulterbereich oder Kopfbereich des Benutzers. Jeweils daran anschließend können die Säulen aufeinander zugerichtet geformt sein, um in die obere und untere Anschlussstelle der Drehanordnung für den Führerstand überzugehen.
[0011]
Bevorzugt ist die Tragstruktur durch einen geschlossenen Tragrahmen gebildet, bei dem die Säulen in der die untere und obere Anschlussstelle, vorzugsweise jeweils in ein gemeinsames Drehlager, übergehen. Alternativ kann vorgesehen sein, dass die beiden Säulen in einer unteren Anschlussstelle in ein gemeinsames Drehlager übergehen und an der oberen Anschlussstelle an einem Schwenkarm oder einem Querträger angreifen. Durch den oberen Schwenkarm ist es ermöglicht, dass der Tragrahmen an der oberen Anschlussstelle versetzt zur gemeinsamen Achse angeordnet ist, wohingegen der Tragrahmen an der gegenüberliegenden Anschlussstelle durch das Drehlager in der gemeinsamen Achse vorgesehen ist. Dadurch kann die Tragstruktur in einer gekippten Ausrichtung angeordnet werden. Durch diese gekippte Anordnung der Tragstruktur kann neben der Verringerung des Schwenkkreisdurchmessers, der Sitz in einer für verschieden große Fahrer komfortablen Sitzposition vorgesehen werden. Insbesondere kann dadurch eine Neigung des Tragrahmens zumindest im Sitzbereich erzielt werden. Dies ermöglicht zum einen eine bequeme Sitzposition und zum anderen eine Drehung der Sitzfläche um eine gemeinsame Achse bei einem geringen Bedarf an Bauraum.
[0012]
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Tragstruktur mit dem geschlossenen Tragrahmen sieht vor, dass die zumindest zwei Säulen ausgehend von einer unteren Anschlussstelle bis zu einem Kopfbereich eines Benutzers der Sitzfläche – von einer Seite gesehen - gegenüber der gemeinsamen Achse geneigt ist, und vorzugsweise seitlich zu einer Rückenlehne verläuft, und anschließend in entgegengesetzter Richtung geneigt ist und in die obere Anschlussstelle übergeht. Auch dadurch kann eine gekippte oder geneigte Ausrichtung eines Tragrahmens im Bereich der sitzenden Person erzielt werden. Bei einer Drehbewegung der Drehanordnung kann die sitzende Person um die gemeinsame Achse zwischen der oberen und unteren Anschlussstelle gedreht werden.
[0013]
Des Weiteren ist bevorzugt der obere Schwenkarm dreieckförmig ausgebildet. Dadurch kann eine geschlossene Kraftlinie geschaffen werden, um von dem Tragrahmen die Kraft in das Drehlager einzuleiten.
[0014]
Bevorzugt ist die Tragstruktur durch Profile aus einem Leichtbaumaterial hergestellt. Bevorzugt sind Extrusionsprofile vorgesehen, die beispielsweise aus Magnesium oder Magnesiumlegierungen hergestellt sind. Alternativ kann auch Verbundmaterial eingesetzt werden, welches eine hohe Kraftaufnahme ermöglicht, damit die Sicherheit im Fahrzeug gegeben ist.
[0015]
Vorteilhafterweise ist zwischen der unteren Anschlussstelle und der Sitzfläche eine Dämpfungseinrichtung vorgesehen, welche vorzugsweise auch in der Sitzhöhe einstellbar ist. Dadurch können die während der Fahrt auftretenden Schwingungen absorbiert werden.
[0016]
Gemäß einer ersten Ausführungsform ist die Dämpfungseinrichtung über ein erstes Gelenk mit dem Drehlager an der unteren Anschlussstelle und über ein zweites Gelenk mit der Sitzfläche verbunden. Dies stellt einen einfachen konstruktiven Aufbau dar. Dabei kann gleichzeitig auch vorgesehen sein, dass das zweite Gelenk zwischen der Dämpfungseinrichtung und der Sitzfläche als ein in mehrere Raumrichtungen nachgiebiges Gelenk ausgebildet ist, sodass die Sitzfläche durch eine Taumelbewegung ein entspanntes Sitzen auch bei einer längeren Fahrt ermöglicht.
[0017]
Alternativ kann zwischen dem Drehlager an der unteren Anschlussstelle und einem Gehäuse der Dämpfungseinrichtung ein Schwenkhebel, insbesondere ein Paar von Schwenkhebeln, vorgesehen sein und der Kolben der Dämpfungseinrichtung mittels eines Gelenkes an der Sitzfläche angreifen. Durch diesen Schwenkhebel kann eine geführte Verschiebebewegung der Sitzfläche in radialer Richtung zur gemeinsamen Achse ermöglicht werden, um welche die Tragstruktur drehbar ist.
[0018]
[0019]
Bevorzugt umfasst die Sitzfläche ein Sitzskelett und ein Sitzkissen, wobei das Sitzkissen längsverschieblich an dem Sitzskelett angeordnet ist. Vorteilhafterweise kann auch die Neigung des Sitzkissens gegenüber dem Sitzskelett eingestellt werden. Dadurch kann die Sitzposition in eine Hocksitzposition oder in eine Lenkradposition oder Cockpitposition in einfacher Weise veränderbar sein. Vorteilhafterweise ist zwischen dem Sitzkissen und dem Sitzskelett eine Rastschiene vorgesehen.
[0020]
[0021]
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Rückenlehne fest mit der Sitzfläche verbunden. In einem solchen Fall kann es genügen, dass die Sitzfläche an dem Tragrahmen geführt und in der Höhe einstellbar ist. Alternativ ist bei einer festen Verbindung zwischen der Rückenlehne und der Sitzfläche die Rückenlehne am Tragrahmen geführt, und die Sitzfläche kann sich auf einer Dämpfungseinrichtung abstützen. Auch können sowohl die Rückenlehne als auch die Sitzfläche gemeinsam an den Säulen geführt sein.
[0022]
Alternativ können die Rückenlehne und die Sitzfläche getrennt voneinander – also entkoppelt – und jeweils am Tragrahmen geführt sein. Dadurch kann eine erhöhte individuelle Anpassung an die Körperformen des jeweiligen Fahrers erzielt werden. Sofern diese Drehanordnung als Hocksitz angeordnet werden soll, um ein häufiges Ein- und Aussteigen, insbesondere ein schnelles Ein- und Aussteigen, zu ermöglichen, ist die Positionierung der Sitzfläche maßgeblich. Sofern ein Komfortsitz eingestellt werden soll, bei dem der Fahrer über längere Zeitdauer in dem Sitz sitzt, ist es erforderlich, die Rückenlehne exakt anzupassen, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Beides ist durch die getrennte Anordnung möglich.
[0023]
Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Rückenlehne ein bionisches Skelett mit seitlichen Flügeln umfasst und vorzugsweise die seitlichen Flügel an dem Tragrahmen geführt sind. Dieses bionische Skelett weist zumindest einen in vertikaler Richtung verlaufenden Steg auf, an dem seitlich die Flügel vorgesehen sind. Zumindest sind Flügel im Brustwirbelbereich vorgesehen, die sich einander gegenüberliegend von dem Steg aus nach außen erstrecken. Bevorzugt sind an einem oberen Ende des zumindest einen in vertikaler Richtung verlaufenden Steges seitliche, nach außen sich erstreckende Flügel vorgesehen, die im Schulterbereich vorgesehen sind. Zusätzlich können an einem unteren Ende des sich in vertikaler Richtung erstreckenden Steges weitere seitlich sich erstreckende Flügel vorgesehen sein. Diese sind im Lendenwirbelbereich angeordnet. Bevorzugt sind die äußeren Enden der Flügel im Brustwirbelbereich mit den jeweils gegenüberliegenden Säulen verbunden. Insbesondere ist eine Führung vorgesehen, durch welche die Flügel und somit das bionische Skelett längs der Säulen verfahrbar und in der Höhe einstellbar ist. Sofern die Rückenlehne mit der Sitzfläche verbunden ist, kann ebenfalls diese Führung zur Erhöhung der Steifigkeit des Tragrahmens zusätzlich vorgesehen sein. Dadurch ist eine einfache, aber auch sichere Anordnung der Rückenlehne zum Tragrahmen gegeben. Alternativ können am bionischen Skelett der Rückenlehne zusätzliche Führungselemente angreifen, die mit der jeweiligen Säule verbunden sind, um die Rückenlehne in der Höhe einstellbar aufzunehmen.
[0024]
Bevorzugt trägt das bionische Skelett eine Bespannung. Die Bespannung ist insbesondere an den jeweils äußeren Enden der Flügel des bionischen Skelettes angeordnet, wodurch eine Aufspannung der Bespannung für die Rückenlehne erfolgt. Die Bespannung kann als Netzbespannung ausgebildet sein. Auch kann ein textiles Material, ein Gewebe oder dergleichen vorgesehen sein. Auch weitere Materialien können für die Bespannung eingesetzt werden. Dadurch ist eine komfortable und auch gut belüftete Rückenabstützung gegeben. Vorteilhafterweise kann an dem bionischen Skelett eine Thoraxstütze vorgesehen sein, wodurch der Fahrer eine verbesserte Sitzposition einstellen kann.
[0025]
Bevorzugt ist an der Sitzfläche eine Armlehne befestigt. Alternativ kann die Armlehne auch an der Rückenlehne oder dem Tragrahmen vorgesehen sein. Die Armlehne kann eine Steuerungseinrichtung, insbesondere einen Joystick, umfassen, durch welche das Fahrzeug steuerbar ist.
[0026]
Des Weiteren weist bevorzugt die Drehanordnung an einer Rückseite des Tragrahmens eine Schutzverkleidung auf. Diese Schutzverkleidung kann sich zumindest über den Sitzbereich erstrecken, insbesondere in der Höhe vom Schulter- oder Kopfbereich bis zur Sitzfläche oder einem Fußbereich, und in der Breite zumindest zwischen den Säulen. Auch kann sich die Schutzverkleidung zwischen der oberen und unteren Anschlussstelle erstrecken und ermöglicht eine Abschirmung des Benutzers nach hinten. Eine Rückseite der Schutzverkleidung kann zur Aufnahme einer Informationstafel, eines Displays, TVs oder weiteren Kommunikationsmitteln dienen.
[0027]
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird des Weiteren durch ein Fahrzeug mit einer Fahrzeugtragstruktur und mit einem auf der Fahrzeugtragstruktur angeordneten Führerstand, der durch Karosserieaufbauten zumindest teilweise umgeben ist, wobei der Führerstand seitlich oder rückwärtig zu einer Fahrtrichtungsposition zumindest eine Tür für die Zugänglichkeit zum Führerstand aufweist, gelöst, welches in dem Führerstand eine Drehanordnung nach einer der vorstehenden Ausführungsformen umfasst, wodurch die Sitzfläche aus einer Fahrtrichtungsposition in eine seitliche oder rückwärtige Zugänglichkeitsposition schwenkbar ist. Durch diese Drehanordnung kann die Sitzfläche in dem Führerstand gedreht werden, wobei ein geringer Bauraum erforderlich ist.
[0028]
Der Benutzer kann die Drehbewegung um die in dem Führerstand feststehende Drehachse einfach beispielsweise mit einem Fuß einleiten, um von der Fahrtrichtungsposition in die Zugänglichkeitsposition zum Ein- und Aussteigen in und aus dem Fahrzeug zu gelangen. Dadurch kann im Vorderbau der Fahrzeugstruktur ein vergrößerter Bauraum für Sicherheitskomponenten zur Verfügung gestellt werden. Eine solche Drehanordnung kann insbesondere in Fahrzeugen zum Transport von Personen oder Gütern vorgesehen sein. Diese Fahrzeuge können beispielsweise Kleinbusse, Shuttlebusse oder Transporter darstellen. Bei diesen Fahrzeugen kann es oftmals erforderlich sein, dass der Fahrer wiederholt ein- und aussteigen muss, um beispielsweise Personen beim Einsteigen in das Fahrzeug zu unterstützen oder um einen Transportraum im Fond des Fahrzeugs mit Transportgütern zu be- oder entladen. In Hinblick auf ein zukünftiges autonomes oder teilautonomes Fahren solcher Fahrzeuge wird die Servicefunktion des Fahrers weiter in den Vordergrund rücken. Somit wird es zunehmend erforderlich werden, dass der Fahrer oder Verantwortliche für das Fahrzeug komfortabel und ergonomisch zwischen der Fahrtrichtungsposition, der Zugänglichkeitsposition und einer zum Innenraum der Führerstand gerichteten Serviceposition wechseln kann. Eine solche Serviceposition kann bei einem autonomen Fahren des Fahrzeugs auch eine Komfort- beziehungsweise Kommunikationsstellung bilden, in welcher der Sitz während der Fahrt entgegengesetzt zur Fahrtrichtung ausgerichtet ist. In dieser Position ist es dem Fahrer ermöglicht, mit den Fahrgästen zu kommunizieren oder eine Ruheposition einzunehmen. Im Fall des autonomen Fahrens wird durch diese Drehanordnung zudem ermöglicht, dass der Fahrer, beispielsweise in einer Notsituationen, sehr schnell aus der Serviceposition in die Fahrtrichtungsposition schwenken kann, um die Steuerung des Fahrzeugs zu übernehmen. Der Wechsel kann durch die Drehanordnung in kompakter Ausgestaltung erreicht werden, da die Anschlussstellen den zentralen Drehpunkt bilden. Die Tragstruktur erstreckt sich zwischen dem Fahrzeugboden beziehungsweise der Bodenbaugruppe der Fahrzeugtragstruktur und dem Dach der Führerstand, wodurch zudem eine Versteifung der Fahrzeugtragstruktur erreicht werden kann. Dies erhöht die Crashsicherheit.
[0029]
Eine bevorzugte Weiterbildung des Fahrzeugs sieht vor, dass die obere und untere Anschlussstelle in einer Fahrzeuglängsmittelachse oder nahe der Fahrzeuglängsmittelachse der Fahrzeugstruktur angeordnet sind. Dadurch kann der Sitz in einer Mittelposition oder nahe einer Mittelposition, insbesondere weit im vorderen Bereich des Fahrzeugs, positioniert werden, sodass der Fahrer eine optimale Position zum Steuern des Fahrzeugs einnimmt. Zudem ist es durch die Mittelsitzposition ermöglicht, die länderspezifische Modellvielfalt zu verringern, da die Herstellung spezieller Rechts- beziehungsweise Linkslenker nicht mehr erforderlich ist. Länderspezifische Vorgaben können es erforderlich machen, dass die obere und untere Anschlussstelle für die Drehanordnung geringfügig versetzt zur Fahrzeuglängsmittelachse angeordnet werden muss. Dennoch kann eine Mittelsitzposition aufrecht erhalten bleiben.
[0030]
Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung des Fahrzeugs sieht vor, dass die Drehanordnung einen Schwenkbereich aufweist, innerhalb dessen der Sitz aus der Fahrtrichtungsposition um wenigstens 60°, vorzugsweise um wenigstens 120°, verschwenkbar ist. Durch das Vorsehen eines solchen Schwenkbereiches kann ein schnelles und komfortables und somit zeit- und kostensparendes Ein- und Aussteigen, insbesondere bei gewerblichen Fahrern, ermöglicht sein.
[0031]
Insbesondere können die obere und untere Anschlussstelle ortsfest in dem Führerstand vorgesehen sein. Die obere und untere Anschlussstelle können als ein oberes und unteres Drehlager der Drehanordnung ausgebildet sein, um welche die Tragstruktur schwenkbar gelagert ist. Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen derselben werden im Folgenden anhand der in den Zeichnungen dargestellten Beispiele näher beschrieben und erläutert. Die der Beschreibung und den Zeichnungen zu entnehmenden Merkmale können einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination erfindungsgemäß angewandt werden. Es zeigen:
[0032]
Figur 1 eine perspektivische Ansicht auf ein Fahrzeug mit einer Drehanordnung in einer Fahrtrichtungsposition,
[0033]
Figur 2 eine schematische Vorderansicht der Drehanordnung gemäß Figur 1,
[0034]
Figur 3 eine schematische Seitenansicht der Drehanordnung gemäß Figur 1,
[0035]
Figur 4 eine schematische Draufsicht der Ausführungsform der Drehanordnung gemäß Figur 1,
[0036]
Figur 5 eine schematisch perspektivische Ansicht auf das Fahrzeug mit der Drehanordnung gemäß Figur 1 in einer Zugänglichkeitsposition,
[0037]
Figur 6 eine schematische Ansicht auf das Fahrzeug mit der Drehanordnung gemäß Figur 1 in einer Serviceposition,
[0038]
Figur 7 eine schematische Seitenansicht der Drehanordnung gemäß Figur 1 mit einer Verstellvorrichtung,
[0039]
Figur 8 eine weitere schematische Seitenansicht der Drehanordnung gemäß Figur 7,
[0040]
Figur 9 eine Ansicht von vorne von einer alternativen Ausführungsform der Drehanordnung zu Figur 2,
[0041]
Figur 10 eine schematische Seitenansicht der Drehanordnung gemäß Figur 9,
[0042]
Figur 11 eine schematische Ansicht von hinten auf die Drehanordnung gemäß Figur 9,
[0043]
Figur 12 eine perspektivische Ansicht auf die Drehanordnung gemäß Figur 9,
[0044]
Figur 13 eine perspektivische Ansicht von hinten auf eine alternative Ausführungsform der Drehanordnung zu Figur 9,
[0045]
Figur 14 eine schematische Seitenansicht der Drehanordnung gemäß Figur 13,
[0046]
Figur 15 eine perspektivische Ansicht von hinten auf die Tragstruktur gemäß Figur 13,
[0047]
Figur 16 eine schematische Seitenansicht auf eine alternative Ausführungsform der Drehanordnung gemäß Figur 9,
[0048]
Figur 17 eine schematische Ansicht von hinten auf die Drehanordnung gemäß Figur 16,
[0049]
Figur 18 eine perspektivische Ansicht auf eine alternative Drehanordnung mit einer Schutzverkleidung zu Figur 16,
[0050]
Figur 19 eine schematische Seitenansicht der Drehanordnung gemäß Figur 18, und
[0051]
Figur 20 eine schematische Ansicht auf eine Sitzfläche der Drehanordnung gemäß Figur 9.
[0052]
In Figur 1 ist eine schematische Ansicht eines Fahrzeugs 11 dargestellt. Dieses Fahrzeug 11 kann als Kleinbus bzw. Shuttlebus ausgebildet sein und umfasst einen Führerstand 22 zum Personentransport. Ebenso kann das Fahrzeug 11 als Transportfahrzeug zum Befördern von Gütern ausgebildet sein und beispielsweise eine offene oder durch die Karosserieaufbauten geschlossene Ladefläche aufweisen. Das Fahrzeug 11 umfasst eine Fahrzeugtragstruktur 16, welche den Führerstand 22 trägt. Die Fahrzeugtragstruktur 16 kann durch die Karosserieaufbauten zumindest teilweise verkleidet sein. Das Fahrzeug 11 ist bevorzugt als Elektrofahrzeug ausgebildet. Der mit der Ziffer 32 bezeichnete Pfeil definiert die Fahrtrichtung des Fahrzeugs 11.
[0053]
Das Fahrzeug 11 weist im Fond des Führerstands 22 mehrere Sitze für die Fahrgäste auf, welche hintereinander und/oder nebeneinander in dem Führerstand 22 angeordnet sein können. Über zumindest eine Tür 13 haben die Fahrgäste und der Fahrer Zugang zum Führerstand 22.
[0054]
Im vorderen Bereich des Fahrzeugs 11 ist ein Sitz 12 vorgesehen. Auf dem Sitz 12 kann der Fahrer eine in Figur 1 dargestellte Fahrtrichtungsposition 14 zum Steuern des Fahrzeugs 11 einnehmen. Es kann vorgesehen sein, dass dieser Sitz 12 als Hock-Sitz ausgebildet, sodass der Fahrer das Fahrzeug 11 in einer Hockstellung sitzend steuert. Dieser Sitz 12 ist an einer Tragstruktur 54 angeordnet. Die Tragstruktur 54 erstreckt sich zwischen einer oberen Anschlussstelle 17 am Dach 51 des Führerstands22 und einer unteren Anschlussstelle 18 am Fahrzeugboden oder einer Bodenbaugruppe der Fahrzeugtragstruktur 16. Die obere und untere Anschlussstelle 17, 18 sind in einer gemeinsamen Achse 19 angeordnet. Die obere und untere Anschlussstelle 17, 18, die Zentralsäule 54 und zumindest die Sitzfläche 57, insbesondere der Sitz 12, bilden eine Drehanordnung 35. Ausführungsbeispiele dieser Drehanordnung 35 werden nachfolgend beschrieben.
[0055]
Diese Abbildung in Figur 1 verdeutlicht auch die Ausgestaltung der Fahrzeugtragstruktur 16, welche eine bootsförmige Kontur aufweisen kann. Um diese bootsförmige Kontur zu bilden, sind zwei Längsträger 21 frontseitig zu einer Bugspitze 23 zusammengeführt. Hierzu bilden die Längsträger 21 ausgehend von der Bugspitze 23 jeweils eine seitlich nach außen weisende Krümmung 24 und weisen heckseitig parallel zueinander verlaufende Abschnitte auf. Diese sind durch zumindest einen Querträger zueinander beabstandet. Auf der Fahrzeugtragstruktur 16 ist der Führerstand 22 angeordnet.
[0056]
Die Drehanordnung 35 mit dem Sitz 12 ist bevorzugt in einer Fahrzeuglängsmittelachse 55 in dem Führerstand 22 angeordnet. Dadurch kann der Sitz 12 als Hock-Mittelsitz dienen. Ebenso kann der Sitz 12 als Komfortsitz für längere Fahrten eingestellt werden. Ebenso kann vorgesehen sein, dass die Drehanordnung 35 versetzt zur Fahrzeuglängsmittelachse 55 angeordnet ist. Die Drehanordnung 35 kann aufgrund eines geringen Schwenkbereichs im vorderen Bereich des Führerstands 22 im Bereich der Krümmung 21 der beiden Längsträger 21 angeordnet sein. Durch diese weit nach vorne gerückte Anordnung des Sitzes 12 kann im Fond des Fahrzeugs 11 ein größeres Transportvolumen gebildet werden. Dadurch können mehr Fahrgäste in dem Führerstand 22 untergebracht werden oder eine größere Menge Transportgüter transportiert werden.
[0057]
Durch die Drehanordnung 35 ist der Sitz 12 aus einer Fahrtrichtungsposition 14 in eine Zugänglichkeitsposition 36 schwenkbar. In dieser Zugänglichkeitsposition 36 ist ein komfortables und ergonomisches Ein- und Aussteigen aus dem Fahrzeug 11 ermöglicht. Um den Sitz 12 aus der Fahrtrichtungsposition 14 in die Zugänglichkeitsposition 36 zu schwenken, weist die Drehanordnung 35 einen Schwenkbereich auf, innerhalb dessen der Sitz 12 um wenigstens 60° seitlich nach außen verschwenkbar ist. Der Schwenkbereich kann auch wenigstens 120° betragen, sodass eine ergonomische Zugänglichkeit zum Sitz 12 für den Fahrer erreicht ist. Ebenso kann vorgesehen sein, dass der Sitz 12 um 270° oder auch 360° schwenkbar ist. Dadurch kann von dem Fahrer neben der Fahrtrichtungsposition 14 sowie der Zugänglichkeitsposition 36 eine zusätzliche Serviceposition 47 oder eine Sitzposition zum Dashboard 26 eingenommen werden. In dieser Serviceposition 47 kann der Fahrer beispielsweise weitere Aufgaben an einem den Sitz 12 umgebenden Dashboard 26 tätigen oder weitere Servicedienstleistungen für die Fahrgäste anbieten.
[0058]
Die Figuren 2 bis 4 zeigen eine erste Ausführungsform der Drehanordnung. Bei dieser Ausführungsform umfasst die Tragstruktur 54 einen Tragrahmen 41, der durch zwei Säulen 61, 62 gebildet ist. An der oberen Anschlussstelle 17 sind die beiden Säulen 61, 62 jeweils durch einen Schwenkarm 44 mit der Anschlussstelle 17 verbunden. Vorzugsweise ist der Schwenkarm 44 V-förmig ausgebildet. Durch den Schwenkarm 44 kann eine Neigung der Tragstruktur 54 bezüglich deren Längsachse 48 zur gemeinsamen Achse 19 eingestellt werden.
[0059]
Die Tragstruktur 54 weist an der unteren Anschlussstelle 18 ein Drehlager 66 auf. Dabei können die unteren Enden der Säulen 61, 62 an einem Drehteller befestigt sein, der wiederum über das Drehlager 66 ortsfest zur unteren Anschlussstelle 18 gelagert ist.
[0060]
Bei dieser Ausführungsform ist des Weiteren im Bereich der Unterschenkel ein Schutzgehäuse vorgesehen.
[0061]
Der Sitz 12 ist zwischen der linken und rechten Säule 61, 62 des Tragrahmens 41 angeordnet. Der Sitz 12 kann bezüglich der gemeinsamen Achse 19 zurückversetzt zur gemeinsamen Achse 19 an der Tragstruktur 54 angebracht sein. Dadurch kann sich der Schwenkkreisdurchmesser der Drehanordnung 35 verringern.
[0062]
Gemäß Figur 5 ist es ermöglicht, den Sitz 12 durch die Drehanordnung 35 in die Zugänglichkeitsposition 36 zu schwenken. In dieser Zugänglichkeitsposition 36 kann sich der Fahrer komfortabel und ergonomisch auf den Sitz 12 setzen und aufstehen, um aus dem Fahrzeug 11 ein- oder auszusteigen.
[0063]
Das Dashboard 26 kann die Drehanordnung 35 zumindest teilweise umgeben. Dieses Dashboard 26 kann neben den Instrumenten eines herkömmlichen Armaturenbretts weitere Funktionseinheiten aufnehmen. Solche Funktionseinheiten können beispielsweise einer erweiterten Servicefunktion des Fahrers dienen. Die Drehanordnung 35 ermöglicht es dem Fahrer, den Sitz 12 aus der Fahrtrichtungsposition 14 gemäß Figur 1, in eine solche Serviceposition 47 gemäß Figur 6 zu schwenken. In dieser Serviceposition 47 ist es dem Fahrer ermöglicht, diverse Dienstleistungen für die Fahrgäste anzubieten, beispielsweise Fahrkarten verkaufen, mit den Fahrgästen zu kommunizieren oder ähnliches.
[0064]
In den Figuren 7 und 8 ist die Drehanordnung 35 gemäß der Figuren 15 bis 20 mit einer Verstellvorrichtung 58 für die Sitzfläche 57 bzw. den Sitz 12 dargestellt. Dabei zeigt die Figur 6 den Sitz 12 in einer tiefen Sitzposition 66 für einen kleingewachsenen Fahrer und Figur 5 den Sitz 12 in einer erhöhten Sitzposition 67 für einen großgewachsenen Fahrer. Durch eine solche Verstellvorrichtung 58 lassen sich unterschiedliche Sitzpositionen in Abhängigkeit von der Größe des Fahrers einstellen. Die Verstellvorrichtung 58 kann als eine parallelogrammartige Verstellvorrichtung 58 ausgebildet sein, sodass paarweise einander zugeordnete Streben sowohl in einem Schulterbereich als auch in einem Lendenbereich der Rückenlehne 56 angreifen. Dadurch wird die Rückenlehne 56 beim Einstellen aus einer Position nahe der Tragstruktur 54 für eine große Person in eine Sitzposition für eine kleine Person nicht nur in Fahrtrichtung 32 nach vorne bewegt, sondern gleichzeitig auch in Richtung auf die Sitzfläche 57 nach unten zubewegt. Die Verstellvorrichtung 58 kann auch als eine entlang der Tragstruktur 54 verfahrbare Hülse mit einer Arretierung vorgesehen sein, welche gemäß dem Doppelpfeil 64 in der Höhe veränderbar ist.
[0065]
Die Figuren 7 und 8 verdeutlichen durch die gestrichelt dargestellte Längsachse 48 der Tragstruktur 54 zudem die gekippte Anordnung der Tragstruktur 54 gegenüber der gemeinsamen Achse 19. Diese alternative Ausgestaltung der Drehanordnung 35 kann auch in eine gekröpfte Form abgewandelt werden.
[0066]
In Figur 9 ist eine Ansicht von vorne auf eine weitere Ausführungsform der Drehanordnung 35 dargestellt. Die Figur 10 zeigt eine Seitenansicht, die Figur 11 eine Ansicht von hinten auf die Figur 12 eine perspektivische Ansicht der Drehanordnung 35 gemäß Figur 9.
[0067]
Diese Drehanordnung 35 umfasst eine Tragstruktur 54, welche als geschlossener Tragrahmen 41 ausgebildet ist. Der Tragrahmen 41 weist bevorzugt aus Profilen ausgebildete Säulen 61, 62 auf. Diese können gebogen sein. Insbesondere sind Leichtbauprofile vorgesehen. Diese seitlich sich entlang des Fahrzeugsitzes 12 erstreckenden Säulen 61, 62 gehen in ein gemeinsames Drehlager 66 an der unteren Anschlussstelle 18 über. Die Säulen 61, 62 gehen an der oberen Anschlussstelle 19 in einen Querträger 102 über, an welchem ein oberes Drehlager 67 der oberen Anschlussstelle 19 vorgesehen ist. Alternativ können die Säulen 61, 62 auch in ein gemeinsames Drehlager 67 an der oberen Anschlussstelle 17 übergehen. Dieses Drehlager 66, 67 ist ortsfest am Führerstand vorgesehen.
[0068]
Die Säulen 61, 62 bilden einen geschlossenen Tragrahmen 41. Dieser Tragrahmen 41 kann von vorne gesehen eine ovalförmige Kontur aufweisen. Ausgehend von der unteren Anschlussstelle 18 weiten sich die Säulen 61, 62 auf und gehen in einen Sitzbereich 101 über. In diesem verlaufen die Säulen 61, 62 parallel. Der Sitzbereich 101 erstreckt sich zumindest von der Sitzfläche 57 bis zum oberen Ende der Rückenlehne 56 oder bis zur Kopfstütze 80. Die Säulen 61, 62 laufen im mittleren Bereich des Tragrahmens 41 parallel. Dadurch kann die Sitzfläche 67 jeweils seitlich an den Säulen 61, 62 aufgenommen sein. Insbesondere ist die Sitzfläche 57 höhenverstellbar entlang den Säulen 61, 62. Die parallelen Abschnitte der Säulen 61, 62 sind bevorzugt seitlich zur Sitzfläche 57 angeordnet. Bevorzugt sind die Säulen 61, 62 mit der Sitzfläche 57 im hinteren seitlichen Bereich der Sitzfläche 57, vorzugsweise durch Führungselemente 106, verbunden.
[0069]
Im oberen Bereich des Tragrahmens 41 verlaufen die Säulen 61, 62 ausgehend von den parallelen Abschnitten der Säulen 61, 62 aufeinander zugeneigt. Bevorzugt können die oberen Enden der Säulen 61, 62 in ein oberes Drehlager 67 übergehen oder an dem Querträger 102 befestigt sein.
[0070]
Der Tragrahmen 41 ist ausgehend von dem unteren Drehlager 66 gegenüber der gemeinsamen Achse 19 in einer Seitenansicht auf die Tragstruktur 54 geneigt. Die Neigung des unteren Abschnitts der Säulen 61, 62 und der parallelen Abschnitte der Säulen 61, 62 erstreckt sich bevorzugt bis zur Höhe der Kopfstütze 80. Diese Neigung erstreckt sich bevorzugt vom unteren Ende eines Fußbereiches 105 oder einer unteren Anschlussstelle 18 bis zum oberen Ende des Sitzbereiches 101. Das obere Ende des Sitzbereiches 101 kann der obere Abschluss der Rückenlehne 56 sein oder die Kopfstütze 59 mit umfassen. Daran anschließend folgt bevorzugt eine Krümmung 94, wodurch die oberen Abschnitte der Säulen 61, 62 entgegengesetzt zum unteren Teil der Säulen 61, 62 geneigt sind, um in die obere Anschlussstelle 18 überzugehen.
[0071]
Bei dieser Ausführungsform ist zwischen der Sitzfläche 57 und dem Drehlager 66 eine Dämpfungseinrichtung 68 vorgesehen. Diese Dämpfungseinrichtung 68 ist bevorzugt in der Höhe zum Drehlager 66 verstellbar. Zwischen dem Drehlager 66 und der Dämpfungseinrichtung 68 ist ein erstes Gelenk 69 vorgesehen. Gegenüberliegend ist ein zweites Gelenk 71 vorgesehen, welches die Dämpfungseinrichtung 68 mit der Sitzfläche 57, insbesondere einem Sitzskelett 63 der Sitzfläche 57, verbindet. Das zweite Gelenk 71 kann als ein sogenanntes Dondola-Gelenk ausgebildet sein. Bevorzugt ist das zweite Gelenk 71 in alle Raumrichtungen auslenkbar. Dadurch kann die Sitzfläche 57 taumelnd zur Dämpfungseinrichtung 68 gelagert sein.
[0072]
Des Weiteren ist bevorzugt die Sitzfläche 57 längsverschieblich und/oder in der Neigung einstellbar zum Sitzskelett 63 angeordnet. Diese Längsverschieblichkeit ist durch den Pfeil 73 in Figur 11 dargestellt und wird durch eine Führung ermöglicht. Diese kann als eine stufenlose oder eine mit Rastpunkten versehene Führung ausgebildet sein.
[0073]
Die Sitzfläche 57 ist gemäß der Ausführungsform in den Figuren 9 bis 12auch seitlich über eine Führung 74 an den Säulen 61, 62 des Tragrahmens 41 geführt. Die Führung 74 kann als eine separate Führungsschiene 110 an den Säulen 61, 62 vorgesehen sein. Alternativ können die Säulen 61, 62 eine Profilierung aufweisen, in welcher die Führungsschiene integriert ist. Bevorzugt sind am Sitzskelett 63 der Sitzfläche 57 Führungselemente 105 vorgesehen, die in die Führungsschiene 110 der Führung 74 an den Säulen 61, 62 eingreifen.
[0074]
Der Sitz 12 umfasst bevorzugt die Rückenlehne 56. Diese kann gemäß einer ersten Ausführungsform mit der Sitzfläche 57 gekoppelt sein. Bei einer Höhenverstellung der Sitzfläche 57 wird automatisch die Rückenlehne 56 verstellt. Sofern die Rückenlehne 56 mit der Sitzfläche gekoppelt ist, insbesondere über einen Anschlussabschnitt 60, kann die Rückenlehne 56 ohne Führung zu den Säulen 61, 62 vorgesehen sein. Dies ermöglicht einen großen Verstellbereich für die Rückenlehne 56.
[0075]
Bevorzugt ist die Rückenlehne 56 entkoppelt von der Sitzfläche 57. In diesem Fall ist die Rückenlehne 56 ebenfalls mit einer Führung 57 an den Säulen 61, 62 geführt. Die Rückenlehne 56 kann unabhängig von der Sitzfläche 57 einstellbar sein. Dadurch kann eine individuelle Anpassung an unterschiedlich große Personen erfolgen.
[0076]
Die Rückenlehne 56 umfasst ein bionisches Skelett 76. Dieses bionische Skelett 76 nimmt eine Bespannung 79 als Sitzbezug auf. Diese Bespannung kann eine Netzbespannung, beispielsweise aus Kunststoff oder einem textilen Material, sein. Die Bespannung kann auch aus einem Gewebe bestehen. Dieses bionische Skelett 76 umfasst einen in vertikaler Richtung verlaufenden Steg 78. Alternativ können auch mehrere in vertikaler Richtung verlaufende Stege vorgesehen sein. An diesem Steg 78 sind seitlich abstehende Flügel 77, 83, 85 vorgesehen, die in der Anzahl, der Form und/oder der Position anwendungsspezifisch vorgesehen sein können. Der Steg 78 weist einen gekrümmten, insbesondere S-förmigen, Verlauf auf. Dieser Verlauf kann an den Verlauf der Wirbelsäule angepasst werden. Alternativ kann der Steg 78 auch einen geradlinigen Verlauf aufweisen. In einem oberen Bereich des Steges 78 sind seitliche Flügel 83 vorgesehen, welche eine Schulterstütze bilden. Im mittleren Bereich des Steges 78 sind mittlere Flügel 77 vorgesehen, die sich seitlich erstrecken. Diese Flügel 77 bilden eine Brustwirbelstütze. Bevorzugt erstrecken sich diese Flügel 77 seitlich nach außen in einem größeren Umfang als die oberen Flügel 83. Bevorzugt sind im unteren Bereich des Steges 78, insbesondere Lendenwirbelbereich, weitere Flügel 85 vorgesehen. Diese können zusätzlich eine Lendenwirbelstütze bilden. Insbesondere dienen diese jedoch zur Aufnahme der Netzbespannung 79, sodass dieses sich vom Schulterbereich über den mittleren Bereich bis zum Lendenwirbelbereich erstrecken kann.
[0077]
Das bionische Skelett 76 kann einteilig ausgebildet sein. Alternativ kann der Steg auch mehrere Montagepositionen zum Anbringen der Flügel 83, 77, 85 aufweisen. Die Flügel 83, 77, 85 sind bevorzugt spiegelbildlich zum Steg 78 angeordnet und ausgebildet. Die Flügel 83, 77, 85 sind bevorzugt strebenförmig oder flach rechteckförmig ausgebildet. Diese verjüngen sich bevorzugt zum freien Ende hin. Am jeweiligen freien Ende der Flügel 63, 77, 85 kann eine Halterung zur Aufnahme für die Netzbespannung 79 vorgesehen sein.
[0078]
Die Flügel 83, 77, 85 weisen in Abhängigkeit zu deren Position entlang des Steges 78 verschiedene seitliche Erstreckungen sowie verschiedene Krümmungen auf. Die Flügel 83, 77, 85 sind bevorzugt an der Rückenkontur eines Nutzers angepasst. Beispielsweise sind die mittleren Flügel 77 mit einer größten seitlichen Erstreckung und zumindest im Endbereich mit einer Krümmung vorgesehen. Dadurch kann auch eine Brustwirbelabstützung erzielt werden. Die oberen Flügel 83 können in der seitlichen Erstreckung kürzer als die mittleren Flügel 77 ausgebildet sein. Sofern die unteren Flügel 85 vorgesehen sind, können diese der seitlichen Erstreckung der oberen Flügel 83 entsprechen oder geringfügig größer ausgebildet sein. Jedenfalls sind diese kürzer als die mittleren Flügel 77 ausgebildet.
[0079]
An der Rückenlehne 56 kann eine Thoraxstütze 92 vorgesehen sein. An dem Steg 78 ist eine Führung 91 vorgesehen, durch welche die Thorax­stütze 92 an dem Steg 78 befestigbar ist. Beispielsweise kann die Führung 91 einen länglichen Schlitz im Steg 78 aufweisen, durch welchen ein an einer Befestigungsplatte 95 vorgesehenes Halteelement 89 hindurchführbar und mit einem Handdrehknopf 96 befestigbar ist. Auch kann die Führung 91 den Steg 78 umgreifen und eine lösbare Klemmverbindung oder Rastverbindung umfassen, die an dem Steg 78 angreift. Alternativ kann auch eine Rastschiene mit mehreren Rastpositionen oder Klemmleiste zwischen den Stützflächen 93 und dem Steg 78 vorgesehen sein. Bevorzugt ist die Thoraxstütze 92 in der Höhe einstellbar. Die Thoraxstütze 92 umfasst zwei vorzugsweise symmetrisch zum Steg 78 ausgebildete Stützflächen 93. Diese Stützflächen 93 sind bevorzugt unabhängig voneinander auslenkbar.
[0080]
Die Thoraxstütze 92 ist bevorzugt zwischen dem Steg 78 und der Netzbespannung 79 positioniert. Dies geht insbesondere aus Figur 2 hervor. Dadurch kann die Thoraxstütze 92 wahlweise an der Rückenlehne 56 eingesetzt werden. Die Stützflächen 93 der Thoraxstütze 92 greifen an einer Rückseite der Netzbespannung 79 an oder sind mit einem Abstand dazu positioniert, sodass bei Einnahme einer Sitzposition durch den Nutzer die Netzbespannung 79 an den Stützflächen 93 anliegt und unterstützend für den Nutzer wirken.
[0081]
Bei der Ausführungsform gemäß den Figuren 9 bis 12 sind des Weiteren an der Sitzfläche 57, an der Rückenlehne 56 oder an dem Tragrahmen 41 Armlehnen 81 angeordnet. Diese Armlehnen 81 können zumindest in der Höhe einstellbar sein. Vorteilhafterweise sind die Armlehnen 81 mit einem Gelenk versehen, sodass diese auch nach oben oder nach unten abgeklappt werden können, wodurch auch eine seitliche Zugänglichkeit zur Sitzfläche 57 gegeben ist.
[0082]
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Sitzes 12 ist an der Armlehne 81, insbesondere am vorderen Ende der Armlehne 81, eine Steuerungseinrichtung 82 vorgesehen. Diese Steuerungseinrichtung 82 ist beispielsweise als ein Joystick ausgebildet. Durch eine solche Steuerungseinrichtung 82 kann das Fahrzeug, insbesondere Elektrofahrzeug, gesteuert werden, das heißt, es kann beschleunigt und abgebremst werden. Darüber hinaus kann auch eine Kurvenfahrt gesteuert werden. Insbesondere bei einer zunehmenden Autonomisierung von Fahrzeugen ist dies von Vorteil, da der Fahrer einen unmittelbaren Zugriff auf das Fahrzeug hat und im Notfall eingreifen kann. Dies ist auch dann der Fall, sollte der Fahrer eine Sitzposition gemäß Figur 5 oder 6 während einer autonomen Fahrt eingenommen haben.
[0083]
In den Figuren 13 und 15 ist eine alternative Ausführungsform der Drehanordnung 35 zu den Figuren 9 bis 12 dargestellt. Bei dieser Drehanordnung 35 ist vorgesehen, dass die Sitzfläche 57 fest mit der Rückenlehne 56 über den Anschlussabschnitt 60 gekoppelt ist. Die Rückenlehne 56 ist über eine Führung 74 an den Säulen 61, 62 auf und ab bewegbar geführt. Die Sitzfläche 57 ist gegenüber den Säulen 61, 62 entkoppelt. Für diese Anordnung ist eine alternative Ausführungsform der Dämpfungseinrichtung 68 vorgesehen. Die Dämpfungseinrichtung 68 umfasst an einem unteren Drehlager 66 zwei parallel zueinander ausgerichtete Schwenkhebel 84, die an einem gegenüberliegenden Ende an einem Zylinder der Dämpfungseinrichtung 68 angreifen. Durch den Zylinder der Dämpfungseinrichtung 68 ist die Sitzfläche 57 in der Höhe gemäß Pfeil 107 verstellbar. Durch die Schwenkhebel 84 ist die Sitzfläche 57 in Pfeilrichtung 109 verstellbar. Zwischen der Dämpfungseinrichtung 68 beziehungsweise dem ausfahrbaren Kolben der Dämpfungseinrichtung 68 und dem Sitzskelett 63 ist bevorzugt ein Gelenk 71 vorgesehen. Durch dieses Gelenk 71 kann die Sitzfläche 57 wiederum gedämpft und/oder taumelnd aufgenommen werden.
[0084]
In Figur 15 ist beispielhaft die Führung 74 vorgesehen. An der Rückenlehne 56 sind Führungselemente 106 vorgesehen, die seitlich an einer Führungsschiene 110 angreifen. Die Führungsschiene 110 kann an der Säule 61, 62 aufgesetzt, darin integriert oder eingesetzt sein. Die Führungselemente 106 können separate Bauelemente sein, welche an der Sitzfläche 57 und/oder der Rückenlehne 56 angreifen. Auch kann ein Führungselement 106 am Sitzskelett 63 oder dem bionischen Skelett 76 integriert sein.
[0085]
In Figur 16 ist eine schematische Seitenansicht einer alternativen Ausführungsform der Drehanordnung 35 mit einer Schutzverkleidung 108 dargestellt. Die Figur 17 zeigt eine Ansicht von hinten auf die Drehanordnung 35 mit der daran angeordneten Schutzverkleidung 108, wobei in dieser Ansicht nur die Umrandung der Schutzverkleidung 108 dargestellt ist. Diese Schutzverkleidung 108 kann transparent ausgebildet sein. Bevorzugt weist diese eine blickdichte Ausgestaltung auf. Die Schutzverkleidung 108 kann lösbar am Tragrahmen 41 befestigt sein, sodass diese bedarfsweise an- und abgebaut werden kann. Diese Schutzverkleidung 108 kann als Kunststoffspritzgussteil ausgebildet sein. Die Schutzverkleidung 108 erstreckt sich in der Höhe zumindest entlang des Sitzbereiches 101, insbesondere vom Kopfbereich 104 bis in den Fußbereich 105.
[0086]
Im Hinblick auf die Breite beziehungsweise die seitliche Erstreckung überdeckt die Schutzverkleidung 108 die Säulen 61, 62 von hinten und zumindest teilweise seitlich von außen. Bevorzugt kann die Schutzverkleidung 108 im Kopfbereich 104 weiter in Fahrtrichtungsposition hervorstehen, sodass ein Benutzer im Kopfbereich 104 gegenüber seitlichen oder rückwärtigen Störungen besser abgeschirmt ist.
[0087]
In Figur 18 ist eine perspektivische Ansicht einer Drehanordnung 35 mit einer alternativen Ausführungsform einer Schutzverkleidung 108 perspektivisch dargestellt. Die Figur 19 zeigt eine schematische Seitenansicht der alternativen Schutzverkleidung 108. Bei dieser Schutzverkleidung 108 ist vorgesehen, dass sich diese zwischen einer oberen und unteren Anschlussstelle 17, 18 erstreckt. Diese Schutzverkleidung 108 ist beispielsweise kreisbogenförmig ausgebildet. Bei dieser Schutzverkleidung 108 erstreckt sich in Fahrtrichtungsposition im Fußbereich 105 weiter nach vorne als im Kopfbereich 104. An einer Rückseite der Schutzverkleidung 108 kann ein Bildschirm 111, eine interaktive Folie oder ein sonstiges Kommunikationselement oder Display vorgesehen sein. Weitere Kommunikationsmittel können ergänzend oder alternativ an der Rückseite der Schutzverkleidung 108 vorgesehen sein. Auch diese Schutzverkleidung 108 kann anwendungsspezifisch an der Drehanordnung 35, insbesondere an den Säulen 61, 62, befestigbar sein. Dadurch schwenkt die Schutzverkleidung 108 bei einer Drehbewegung der Drehanordnung 35 mit.
[0088]
In Figur 20 ist eine Ansicht auf eine beispielhafte Ausführungsform der Sitzfläche 57 dargestellt. Die Sitzfläche 57 umfasst ein Sitzkissen 75, welches gemäß Pfeil 112 relativ zu einem feststehenden Mitteldom 87 verschiebbar ist. Der Mitteldom 87 ist am Sitzskelett 63 befestigt. Dieser Mitteldom 87 ist gegenüber einer Sitzauflagefläche des Sitzkissens 75 nach oben gewölbt. Bevorzugt ist dieser scooterartig oder als Reitsitzwölbung ausgebildet. Der Mitteldom 87 erstreckt sich beim Sitzen auf der Sitzfläche zwischen den Innenschenkeln. Das Sitzkissen 75 kann entlang der äußeren Seitenfläche eine Beckenabstützung 86 aufweisen, welche zu einem hinteren Bereich der Sitzfläche 57 eine ansteigende Seitenwulst zur Stützung des Hüftgelenkes aufweist.
[0089]
Diese Sitzfläche 57 ermöglicht die Einstellung einer Hocksitzposition 89, welche gestrichelt dargestellt ist. Dabei ist eine Vorderkante des Sitzkissens 75 gegenüber dem Mitteldom 87 zurückversetzt. Zur Einnahme einer Komfortsitzposition 88, bei welcher das Sitzkissen 75 mit durchgezogenen Linien dargestellt ist, ist die Vorderkante des Sitzkissens 75 gemäß Pfeil 112 zum Mitteldom 87 nach vorne verfahren.
[0090]
Die Sitzkissenverstellung 75 kann beispielsweise 80 bis 100 mm umfassen, um so von einer Reitsitz-/Hocksitzposition 89 in eine Komfortsitzposition 88 übergeführt zu werden.
[0091]
Die Hocksitzposition 89 wird insbesondere eingenommen, sofern ein häufiges Ein- und Aussteigen des Nutzers erforderlich ist.

Ansprüche

[ Anspruch0001]
Drehanordnung für einen Führerstand (22), insbesondere eines Fahrzeugs, mit einer unteren Anschlussstelle (18) und mit einer oberen Anschlussstelle (17), wobei die obere und die untere Anschlussstelle (17, 18) in einer gemeinsamen Achse (19) liegen, mit einer Tragstruktur (54), die sich zwischen der oberen und unteren Anschlussstelle (17, 18) erstreckt und mit zumindest einer Sitzfläche (57), die an der Tragstruktur (54) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, - dass die Tragstruktur (54) einen Tragrahmen (41) aufweist, der zumindest zwei Säulen (61, 62) umfasst, die sich zwischen der oberen und unteren Anschlussstelle (17, 18) erstrecken, und die zumindest eine Sitzfläche (57) und/oder zumindest eine Rückenlehne (56) an den zumindest zwei Säulen (61, 62) angeordnet ist.
[ Anspruch0002]
Drehanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Sitzfläche (57) und/oder die zumindest eine Rückenlehne (56) zwischen zwei Säulen (61, 62) angeordnet ist.
[ Anspruch0003]
Drehanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an oder in jeder Säule (61, 62) eine Führung (74) zur Aufnahme der Sitzfläche (57) und/oder der Rückenlehne (56) vorgesehen ist und die Sitzfläche (57) und/oder die Rückenlehne (56) zumindest in der Höhe verstellbar ist.
[ Anspruch0004]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragrahmen (41) zwei Säulen (61, 62) aufweist, die zumindest in einem Sitzbereich (101) parallel verlaufen und die Sitzfläche (57) und/oder die Rückenlehne (56) zwischen den parallelen Abschnitten der Säulen (61, 62) positioniert ist.
[ Anspruch0005]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur (54) durch einen geschlossenen Tragrahmen (41) gebildet ist, bei dem die Säulen (61, 62) in einer unteren Anschlussstelle (18), insbesondere in ein Drehlager (66), und in einer oberen Anschlussstelle (17), insbesondere in ein Drehlager (67), übergehen oder an der oberen Anschlussstelle (17) an einem Schwenkarm (44) oder an einem Querträger (102) angreifen, welcher in das obere Drehlager (67) übergeht.
[ Anspruch0006]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Säulen (61, 62), ausgehend von der unteren Anschlussstelle (18) bis zu einem Kopfbereich (104) eines Benutzers der Sitzfläche (57) gegenüber der gemeinsamen Achse (19) geneigt ist, vorzugsweise seitlich entlang der Rückenlehne (56) verläuft, und anschließend oberhalb des Kopfbereiches (104) in entgegengesetzter Richtung geneigt ist und in die obere Anschlussstelle (17) übergeht.
[ Anspruch0007]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragrahmen (41) aus Profilen gebildet ist, welche aus einem Leichtbaumaterial bestehen.
[ Anspruch0008]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem unteren Drehlager (66) und der Sitzfläche (57) eine Dämpfungseinrichtung (68) vorgesehen ist.
[ Anspruch0009]
Drehanordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinrichtung (68) über ein erstes Gelenk (69) mit dem Drehlager (66) und über ein zweites Gelenk (71) mit der Sitzfläche (57) verbunden ist oder dass zwischen dem Drehlager (66) und einem Gehäuse der Dämpfungseinrichtung (68) zumindest ein Schwenkhebel (84) vorgesehen ist und ein Kolben der Dämpfungseinrichtung (68) an einem zweiten Gelenk (71) an der Sitzfläche (57) angreift.
[ Anspruch0010]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzfläche (57) ein Sitzskelett (63) und ein Sitzkissen (75) aufweist, welches längsverschieblich an dem Sitzskelett (75) und/oder in der Neigung zum Sitzskelett (63) verstellbar angeordnet ist, insbesondere dass das Sitzkissen (75) über eine Rastschiene am Sitzskelett (63) längsverschieblich verbunden ist.
[ Anspruch0011]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die an dem Tragrahmen (41) angeordnete Rückenlehne (56) fest mit der Sitzfläche (57) verbunden ist und die Rückenlehne (56) oder die Sitzfläche (56) oder beide an den Säulen (61, 62) des Tragrahmens (41) geführt sind.
[ Anspruch0012]
Drehanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückenlehne (56) und die Sitzfläche (57) getrennt voneinander an dem Tragrahmen (41) geführt sind.
[ Anspruch0013]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückenlehne (56) ein bionisches Skelett (76) mit seitlichen Flügeln (77, 83, 85) umfasst, die vorzugsweise an dem Tragrahmen (41) geführt sind oder dass an einem Steg (78) des bionischen Skeletts (76) Führungselemente (106) vorgesehen sind, die an der Säule (61, 62) angreifen.
[ Anspruch0014]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückenlehne (56) eine Bespannung (79) und/oder eine Thoraxstütze (92) trägt.
[ Anspruch0015]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Sitzfläche (57), der Rückenlehne (56) oder des Tragrahmens (41) zumindest eine Armlehne (81) angeordnet ist, welche vorzugsweise eine Steuerungseinrichtung (82), insbesondere einen Joystick, aufnimmt.
[ Anspruch0016]
Drehanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Rückseite des Tragrahmens (41) eine Schutzverkleidung (108), insbesondere lösbar, vorgesehen ist, welche sich in der Höhe zumindest vom Kopfbereich (104) bis zur Sitzfläche (57) oder einen Fußbereich (105) und in der Breite zumindest im Sitzbereich (101) erstreckt, insbesondere sich zwischen den Säulen (61, 62) erstreckt.
[ Anspruch0017]
Fahrzeug mit einer Fahrzeugtragstruktur (16), mit einem auf der Fahrzeugtragstruktur (16) angeordneten Führerstand (22), welcher durch Karosserieaufbauten zumindest teilweise umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Führerstand (22) eine Drehanordnung (35) nach einem der Ansprüche 1 bis 16) vorgesehen ist und die zumindest eine Sitzfläche (57) am Tragrahmen (41) der Tragstruktur (54) aus einer Fahrtrichtungsposition (14) in eine seitliche oder rückwärtig dazu vorgesehene Zugänglichkeitsposition (36) des Führerstandes (22) schwenkbar ist.
[ Anspruch0018]
Fahrzeug nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die obere und untere Anschlussstelle (17, 18) in einer Fahrzeuglängsmittelachse (55) oder nahe der Fahrzeuglängsmittelachse (55) der Fahrzeugstruktur (16) angeordnet sind.
[ Anspruch0019]
Fahrzeug nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehanordnung (35) einen Schwenkbereich aufweist, innerhalb dessen der Sitz (12) aus der Fahrtrichtungsposition (14) um wenigstens 60°, vorzugsweise um wenigstens 120°, verschwenkbar ist.
[ Anspruch0020]
Fahrzeug nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die obere und untere Anschlussstelle (17, 18) ortsfest in dem Führerstand (22) vorgesehen sind oder die obere und untere Anschlussstelle (17, 18) ein oberes und unteres Drehlager (66, 67) für die Drehanordnung (35) aufweisen, um welche die Tragstruktur (54) schwenkbar gelagert ist.
[ Anspruch0021]
Fahrzeug nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragrahmen (41) zumindest in einem Sitzbereich (101) geneigt und schwenkbar zur gemeinsamen Achse (19) angeordnet ist.

Zeichnungen

[ Fig. 1]

[ Fig. 2, 3, 4]

[ Fig. 5, 6]

[ Fig. 7, 8]

[ Fig. 9]

[ Fig. 10]

[ Fig. 11]

[ Fig. 12]

[ Fig. 13]

[ Fig. 14]

[ Fig. 15]

[ Fig. 16]

[ Fig. 17]

[ Fig. 18]

[ Fig. 19]

[ Fig. 20]