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1. (WO2019042610) LIGHT-PERMEABLE MULTI-LAYER COMPOSITE FILM
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Beschreibung

Lichtdurchlässige Mehrschichtverbundfolie

Die Erfindung betrifft eine lichtdurchlässige Mehrschichtverbundfolie aus Kunststoff als Oberflächenbeschichtung eines Gegenstands, wobei die Verbundfolie mindestens eine äußere und ggf. mit einer Lackierung versehene mindestens partiell lichtdurchlässige bzw. transparente Deckschicht und mindestens eine rückseitig der Deckschicht angeordnete Schicht aufweist.

Folien in Form von mehrschichtige Verbundfolien zur Beschichtung bzw. als Oberflächen von jedweden Gegenständen sind im Stand der Technik umfassend bekannt, so auch bei der Oberflächengestaltung von Möbeln und bei Innenverkleidungsteilen von Fahrzeugen, insbesondere von Kraftfahrzeugen. Bei letzteren werden flexible, genarbte, gemusterte oder fein strukturiert Kunststoffhäute als Oberflächen für die Innenverkleidung eingesetzt, hier oft als relativ weiche unterschäumte Folien mit angenehmer Haptik etwa für die Verkleidung von Armaturenbrettern oder die Innenschalen von Türen etc. In

entsprechender Anpassung von Festigkeit und Design werden solche Folien natürlich auch für andere hochwertig beschichtete Waren genutzt.

Folien für die Innenverkleidung von Kraftfahrzeugen, für Möbel, Taschen etc., landläufig auch als Kunstleder bezeichnet, besitzen oft einen mehrschichtigen Aufbau, sind oft unterschäumt und zeigen auf ihrer Oberseite dreidimensional strukturierte Oberflächen in verschiedensten Formen und Ausführungen. Der mehrschichtige Aufbau besteht in aller Regel aus einer oberen Deck- oder Dekorschicht, die mit der geprägten oder eingeformten Oberfläche versehen ist, und aus einer oder mehreren Unterschichten. Die Deckschicht ist in der Regel mit einer Lackschicht versehen und kann auch eingefärbt werden. Durch entsprechendes Einstellen der Schichten, auch durch angepasste Weichheit oder durch die bereits genannten geschäumten Schichten entsteht eine ansprechende Haptik, d.h. eine angenehm„weiche" Griffigkeit der Kunststofffolie sowie auch ein bestimmter Glanz

Im Stand der Technik sind zur Herstellung solcher Kunststoffhäute verschiedene Verfahren bekannt, zum Beispiel Walz- und/oder Prägeverfahren zur Herstellung von„endlosen" Folienbahnen aus thermoplastischem Kunststoff, oder Verfahren zur Herstellung von werkzeugfallenden einzelnen Formhäuten, also von Kunststoff-Formteilen.

Der nicht nur im Bereich der Fahrzeugausrüstungen immer mehr zunehmende Bedarf an Komforteinrichtungen führt dazu, dass der Wunsch nach immer stärkerer

Individualisierung von Gegenständen besteht und auch die Einbindung von Funktionen in Gebrauchsgegenstände bzw. deren Oberflächen heute in den Fokus der Kunden rückt.

Bleibt man bei den Fahrzeugen, so werden neuerdings Bezugsmaterialien bzw. flexible Flächenmaterialien als Funktions-, Sensor- oder Signalelemente in die Steuerungen von Kraftfahrzeugen mit einbezogen.

In Bezug auf die Integration von Beleuchtungen oder Signalleuchten in

Oberflächenschichten wurde auch bereits vorgeschlagen, elektrolumineszente Elemente oder Schichten in oder auf Bauteile bzw. Verkleidungsteilen für den Innenraum von Kraftfahrzeugen anzubringen.

So offenbart die CA 2 454 911 AI einen Fahrzeughimmel als Formteil, welcher mit streifenförmigen elektrolumineszenten Elementen versehen ist. Der Fahrzeughimmel besteht dabei aus einem geformten Träger, der mit einer Beschichtungsfolie zu einem Bauteil verpresst wird. Dabei werden zunächst elektrolumineszente Elemente in dem Träger positioniert, mit ihren Anschlusskabeln durch den Träger geführt und dann mit der aufgelegten Beschichtungsfolie überdeckt, fixiert und verpresst. Nachteilig ist allerdings hier die relativ komplizierte Konstruktion und Herstellung. Zudem können auch bei dieser Ausführung die elektrolumineszenten Elemente hinter die Dekoroberfläche /

Beschichtungsfolie als Wölbungen sichtbar werden.

Die DE 10 2005 038 680 AI offenbart ein Bauteil eines Kraftfahrzeuges mit einer dreidimensionalen Oberfläche, die eine elektroluminiszierende Schicht aufweist und zur Fixierung der Bauteilform mit thermoplastischem Kunststoff hinterspritzt ist. Damit werden im Wesentlichen kleinere nicht-flexible Leuchtkörper, wie z. B. beleuchtete

Tastschalter oder Leuchtmittel hergestellt. Die Herstellung größerer Teile gestaltet sich mit dieser Ausbildung eher schwierig.

Die DE 10 2008 045 015 AI offenbart ein Verfahren zur Herstellung einer

werkzeugfallenden Formhaut mit einem eingebetteten flächigen elektrolumineszentem Element, wobei eine äußere Funktions- oder Trägerschicht des elektrolumineszenten Elements aus Kunststoffmaterial hergestellt wird, welches im Wesentlichen identisch ist mit dem pulverförmigen Kunststoffmaterial der Formhaut und auf die noch nicht vollständig ausgehärtete und abgekühlte Formhaut aufgebracht wird. Auch hier gestaltet sich die Herstellung größerer Teile schwierig, abgesehen davon, dass eine

Endlosherstellung von Rollenware zur Beschichtung in z.B. einem kostengünstigen Walzoder Kalandrierverfahren nicht möglich ist.

Es wurde auch schon darüber nachgedacht, flexible Flächengebilde einzusetzen um Lichteffekte auf Flächen zu erzielen. Insbesondere sind hier textile Flächengebilde im

Stand der Technik erwähnt. So offenbart die DE 10 2014 005 663 AI ein Leuchtmittel mit einem textilen Flächengebilde zur Erzeugung von Lichteffekten, wobei das textile

Flächengebilde an einem Haft- oder Haltemittel so befestigt ist, dass die

Lichtaustrittsfläche vom textilen Flächengebilde abgedeckt ist und gleichzeitig im textilen Flächengebilde Spannungen eingebracht werden, um Alterungserscheinungen, z.B. einem Durchhängen der textilen Flächengebilde vorzubeugen. Gegenstand des Dokuments sind jedoch eher Leuchtmittel, also Lampen als solche und nicht etwa Beschichtungen für Gegenstandsoberflächen, die eine Leuchtfunktion beinhalten.

Ein Lichtlenksystem flächiger Art, bei dem ein textiles Flächengebilde als solches besondere optische Effekte erzeugt, offenbart die EP 2 862 968 AI . Hier werden für ein Sonnenrollo besondere Schussfäden und Kettfäden vorgeschlagen, die aufgrund ihrer geometrischen Ausbildungen im Fadenquerschnitt, insbesondere durch einen nicht-zirkularen Fadenquerschnitt mit einheitlicher Orientierung der Seitenpartien und aufgrund ihrer teilweise vorhandenen Transparenz besondere Transmissions, Brechungs- und Reflexionseigenschaften und Lichtleiteigenschaften für einfallendes Licht aufweisen. Ein solches textile Flächengebilde lässt sich jedoch nur schlecht als formstabile Beschichtung für Oberflächen beliebig geformter Gegenstände nutzen, ohne die Lichtleiteigenschaften durch die Umformung zu schmälern.

Für die Erfindung bestand also die Aufgabe, eine Folie für die Oberflächenbeschichtung von Gegenständen bereitzustellen, welche eine Funktionalisierung in Form einer

Beleuchtung oder der Abgabe von Lichtsignalen beinhaltet, bei der es möglich ist, in einem Oberflächenmaterial eine dekorative Effektbeleuchtung oder Lichtmusterdarstellung einzubinden und die dazu einen hohen Wirkungsgrad im Verhältnis von Lichteinleitung oder -zufuhr zur Lichtausbeute bzw. Leuchtstärke besitzt.

Gelöst wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Hauptanspruchs. Weitere vorteilhafte Ausbildungen sind in den Unteransprüchen offenbart.

Dabei ist rückseitig der Deckschicht mindestens eine flächige textile Schicht angeordnet, vorzugsweise eine textile Schicht, die Fäden aus Polyethylenterephthalat (PET) und /oder aus Polyvinylidenfluorid (PVDF) aufweist, wobei die textile Schicht Licht

transmittierende, Licht brechende und Licht reflektierende Eigenschaften oder eine Kombination daraus besitzt, also optisch wirksam ist bzw. optische Eigenschaften aufweist. Die Transmissions-, Brechungs- und Reflexionseigenschaften sind dabei so ausgebildet sind, dass eine Beleuchtung der textilen Schicht, insbesondere eine rückseitige Beleuchtung der textilen Schicht, zu einem Lichtdurchtritt, vorzugsweise zu einem vergleichmäßigten Lichtdurchtritt durch die Deckschicht führt. Hierbei ist der Begriff „vergleichmäßigt" so zu verstehen, dass in Bezug auf einen bestimmten

Oberflächenbereich ein gleich starkes Leuchten der Deckschicht bzw. ein gleichmäßiger Lichtaustritt aus der Deckschicht entstehen.

Natürlich können die optischen Eigenschaften der textilen Schicht auch so eingestellt werden, dass über bestimmte Flächenbereiche eine unterschiedlich starke Beleuchtung bzw. ein unterschiedlich starker Lichtaustritt aus der Deckschicht entsteht. So können beispielsweise eine Wellenstruktur oder andere dekorative Ausbildungen der Beleuchtung eingestellt werden.

Eine Beleuchtung der textilen Schicht kann dabei entweder durch zum Beispiel

Leuchtdioden von der Rückseite oder auch durch Glasfasern von der Seite oder von der Rückenseite erfolgen, jedenfalls so, dass Licht in die textile Schicht eintritt und dort entsprechend den Eigenschaften dieser Schicht diffus oder gerichtet weitergeleitet wird, so dass in Zusammenwirken mit der Deckschicht letztere leuchtet bzw. Licht durchläset und von außen durchscheinend, transparent oder selbstleuchtend erscheint. Damit kann das gesamte Bauteil, auf dem sich die Mehrschichtverbundfolie als Oberflächenbeschichtung befindet, als Leuchtkörper oder Signalkörper genutzt und nach Belieben ein oder ausgeschaltet werden.

Der der technischen Lösung zu Grunde liegende Gedanke besteht also darin, dass nicht nur eine lichtdurchlässige Schicht, hier die Deckschicht, rückseitig durchleuchtet wird, sondern dass eine weitere optisch wirksame textile Schicht hinter die zu durchleuchtende Schicht gelegt wird, die durch ihre besonderen optischen Eigenschaften dazu führt, dass letztlich eine bestimmte und angenehme Lichtverteilung und eine Durchleuchtung der äußeren Deckschicht erreicht wird.

Die Erfindung ist hierbei im Wesentlichen auf flexible Mehrschichtverbundfolien aus Kunststoff gerichtet, die üblicherweise in ihrem Verbund auch eine Schaumschicht beinhalten bzw. hinterschäumt sind, um einen angenehmen„Griff zu erzeugen. Solche lichtdurchlässigen, flexiblen Folien sind als Oberflächenbeschichtung eines Gegenstands natürlich schon deshalb gut geeignet, weil sie sich durch ihre Flexibilität an alle möglichen Oberflächenausbildungen und dreidimensionalen Gestaltungen eines Gegenstands anpassen können, wenn sie beispielsweise auf Oberflächen von Gegenständen aufgeklebt

werden. Natürlich können aber auch mehr oder weniger hart oder unflexibel ausgebildete Folien, die etwa bereits selbst eine Art Formkörper ausbilden, die erfindungsgemäße Struktur mit einer hinterlegten optisch wirksamen Textilschicht aufweisen.

Vorzugsweise bestehen die Fäden der textilen Schicht aus einem im Wesentlichen glasklar oder durchscheinend eingestellten Polyethylenterephthalat (PET), was sich je nach Verarbeitungsbedingungen als teilkristallines (PET-C) oder amorphe

Polyethylenterephthalat (PET-A) herstellen lässt, oder aber aus Polyvinylidenfluorid (PVDF).

Wenn man bei der Verwendung von PET-Fäden eine Trübung durch zu hohen

Kristallinisationsgrad vermeidet, entsteht bei sehr guten optischen Eigenschaften je nach Dicke und Ausbildung eine sehr flexible textile Schicht, die sich leicht mit weiteren Kunststoffschichten kombinieren, laminieren und weiterverarbeiten lässt.

Vorteile gibt es aber auch bei der Verwendung von PVDF. Da dieses Material nach entsprechender Polarisierung starke piezoelektrische Effekte zeigt, jedenfalls im Vergleich zu anderen Polymeren, können bei Anlegen einer Spannung an die textile Schicht deren optischen Eigenschaften sogar verändert werden.

Eine vorteilhafte Weiterbildung besteht darin, dass die Transmissions-, Brechungs- und Reflexionseigenschaften der textilen Schicht durch deren Fadenanordnung,

Fadengeometrie, Fadendichte und Fadenstruktur beeinflusst oder bestimmt ist, vorzugsweise durch eine mindestens teilweise von einem runden Querschnitt

abweichenden Fadenquerschnitt. So lassen sich beispielsweise durch besondere geometrische Ausbildungen des Fadenquerschnitts, etwa durch im Fadenquerschnitt sechseckig ausgebildete Fäden, stark diffus leuchtende Oberflächen gestalten.

Eine weitere vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass in der textilen Schicht Material-bzw. Fadenverdichtungen, Fadenverflechtungen oder Fadenentfiechtungen eingebracht sind, die die Transmissions-, Brechungs- und Reflexionseigenschaften beeinflussen oder ändern. So können in der Leuchtfläche vorgesehene Fadenverdichtungen oder„Knäuel" eine anderen Lichtdurchtritt durch die Deckschicht erzeugen als Bereiche mit wenig textilen Fäden in der optisch wirksamen Schicht, so dass sich beliebig zu gestaltende Musterungen ergeben.

Eine weitere vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass die textile Schicht mindestens teilweise aus einem Gewirke oder auch aus einem Gewebe von Kett- und Schussfäden besteht. Vorzugsweise weist die textile Schicht im Falle eines vorgesehenen Gewebes mindestens eine solche Gewebelage auf. Durch eine solche Ausbildung als Gewirke oder Gewebe lässt sich beispielsweise eine Vergleichmäßigung des Lichtdurchtritts

unterstützen, ins besondere, wenn die Fäden, ggf. die Schuss- oder Kettfäden

unterschiedliche Querschnittsformen aufweisen.

Ähnliche Vorteile lassen sich durch eine weitere Ausbildung erreichen, die darin besteht, dass das Gewirke bzw. die Gewebelage aus texturierten Fäden bzw. texturierten Kett-und/oder Schussfäden besteht. Durch die Texturierung werden ursprünglich glatte Filamentgarne mit einer Art Kräuselstruktur versehen, wonach das Gewebe dann eine „Textur" erhält. Auch das fördert einen eher diffusen Lichtdurchtritt und damit eine opak wirkendes Leuchten der Deckschicht.

Eine weitere vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass die partiell lichtdurchlässige bzw. transparente Deckschicht mit einer Textur oder einem Relief ausgebildet ist, wobei die Deckschicht in einer Vielzahl von Teilbereichen oder Oberflächenpunkten bis auf eine Restschichtdicke verringert ist. Im Fachbereich wird eine solche

Oberflächenbeschaffenheit oder -ausbildung als„Semi-Perforation" bezeichnet und ebenfalls vorzugsweise durch eine Prägung ausgeführt.

Dabei wird die Deckschicht mit entsprechend ausgebildeten Prägewerkzeugen oder Nadelrädern zum Beispiel mit etwa kreis-oder rautenförmigen Nadelspitzen so bearbeitet, dass eine Art Lochmuster mit jedoch nicht durch die Gesamtdicke der Deckschicht reichenden Löchern entsteht, von außen bzw. im Schnitt in etwa vergleichbar mit

Sacklöchern. Semi-Perforation oder dekorative Perforation beschreibt also die Anmutung einer Perforation, aber ohne wirkliche Durchlochung der Oberfläche oder des

Oberflächenmaterials .

Verstärken kann man diese Anmutung durch Farbgebung/Farbpigmentierung der Folie bzw. eine Farbdrucktechnik, bei der das Folienbasismaterial einen helleren oder durchscheinenderen Farbton hat als der Oberflächen-Druck, welcher sich nicht in die Vertiefungen legt. Die in den Löchern verringerte Schichtdicke der Deckschicht führt in jedem Fall dazu, dass der Durchtritt von Licht aus der dahinterliegenden textilen Schicht durch diese„verdünnten Restschichten" wesentlich stärker ausgebildet ist als in den nicht verdünnten Bereichen. Das Lochmuster - von nicht durchgehenden„Löchern" - erscheint dem Betrachter somit als durchscheinendes Lichtmuster. So können u. a. auch Buchstaben, Piktogramme oder Bilder dargestellt werden, beispielsweise auch Warnhinweise oder Handlungsaufforderungen.

In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung lassen sich in der Deckschicht die

Transmissions-, Brechungs- und Reflexionseigenschaften dadurch verändern oder beeinflussen, dass dort Unstetigkeiten bzw. Unregelmäßigkeiten im Material oder in ihrer Struktur eingebracht sind. Auch hier kann beispielsweise durch Bestrahlung mit einem Laser einer geeigneten Frequenz das Material der Deckschicht bereichsweise oder stellenweise beeinflusst werden. So kann z.B. durch Energiezufuhr der Kristallisationsgrad bzw. die Vernetzung oder Polymerisierung im Deckschichtmaterial an bestimmten Stellen oder Flächen beeinflusst oder geändert wird, beispielsweise durch Bestrahlung mit einem Laser einer geeigneten Frequenz. Durch eine stärkere Vernetzung der Ketten ergibt sich ein anderes Verhalten bei der Lichtleitung / Transmisssion von Licht.

Eine weitere vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass die Deckschicht perforiert ist, vorzugsweise in Form von linien- oder flächenförmigen Perforationsmustern versehen ist. Damit lassen sich auf sehr einfache Weise dekorative Muster erstellen, indem

beispielsweise eine linienförmige Perforation so ausgeführt wird, dass sich Buchstaben, Piktogramme oder Bilder ergeben. Ein Beispiel für ein solches dekoratives Muster wäre eine Mehrschichtverbundfolie für einen Fahrzeughimmel, bei der die Muster von

Sternbildern in die Deckschicht durch Perforation eingebracht sind.

Eine weitere vorteilhafte und einfach herzustellende Ausbildung besteht darin, dass die Deckschicht im Wesentlichen aus einem thermoplastischen Polyolefm (TPO) besteht. Solche Deckschichten lassen sich beispielsweise sehr einfach durch Hinterspritzen einer mit einer Narbung versehenen TPO-Folie herstellen.

Eine weitere vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass die Deckschicht einen Deckstrich aus Polyvinylchlorid (PVC) und einen rückseitig des Deckstrichs angeordneten

Schaumstrich aufweist. Damit kann man unterschiedliche Ausbildungen der„Haptik" bzw. fühlbaren Griffigkeit auf sehr einfache Weise erreichen.

Die Aufzählung dieser Materialien ist natürlich nicht abschließend zu verstehen. Genauso gut wie TPO oder PVC können andere Materialien, wie etwa Polyurethan (PUR) oder verschiedene Mischformen als Deckschichten verwendet werden. Auch ist die Anzahl der

Schichten nicht festgelegt, die zusammen mit der optisch wirksamen textilen Schicht zu einem Laminat bzw. zu einer der Schichtverbund Folie zusammengestellt werden.

Wesentlich bei allen diesen Konstruktionen ist es, dass der zu Grunde liegende allgemeine Lösungsgedanken erhalten bleibt, dass nämlich immer mindestens eine optisch wirksame textile Schicht vorhanden ist, deren optische Eigenschaften das Durchscheinen bzw. die

Transparent des gesamten Schichtpaketes verbessern.

Besonders vorteilhaft lassen sich solche Mehrschichtverbundfolien als

Innenverkleidungsteile für Fahrzeuge verwenden, wobei das Innenverkleidungsteil einen Träger aufweist, auf dessen Außenseite die erfindungsgemäße lichtdurchlässige

Mehrschichtverbundfolie vorgesehen ist. So lässt sich beispielsweise ein Armaturenbrett sehr einfach mit einer solchen Mehrschichtverbundfolie versehen. In diesem Fall ist zwischen Träger und Mehrschichtverbundfolie eine Lichtquelle angeordnet ist,

vorzugsweise eine oder mehrere flächig oder bandförmig ausgebildete LED-Leuchten. Diese Leuchten können entweder mit einem rückseitigen Abstand zur optisch wirksamen textilen Schicht angeordnet sein, also etwa auf einem rückseitig der textilen Schicht angeordneten Gitter mit entsprechenden Höhe, oder aber auch direkt auf der Rückseite der textilen Schicht befestigt sein. Natürlich können auch hier Lichtleiter verwendet werden, die entweder direkt seitlich oder rückwärtig in die textile Schicht einstrahlen oder ebenfalls mit einem Abstand von der Rückseite der textilen Schicht angeordnet sein können.

Genauso vorteilhaft lassen sich jedwede Möbel mit einer auf ihrer Außenseite

angeordneten lichtdurchlässigen Mehrschichtverbundfolie gestalten, wobei auch hier zwischen Träger und Mehrschichtverbundfolie beabstandet oder direkt an die textile Schicht anschließend beispielsweise eine der oben genannten Lichtquellen angeordnet ist.

Anhand eines Ausführungsbeispiels soll die Erfindung näher erläutert werden. Es zeigen

Fig 1 einen Schnitt aus einem Kfz-Innenverkleidungsteil , welches mit einer erfindungsgemäßen Mehrschichtverbundfolie mit einer TPO Deckschicht versehen ist,

Fig 2 in Form einer Draufsicht und Vergrößerung die Deckschicht 4,

Fig 3 eine Anordnung eines erfindungsgemäßen Innenverkleidungsteils in einem Fahrzeug,

Fig 4 einen Schnitt aus einem anderen Innenverkleidungsteil für ein

Fahrzeug, welches mit einer erfindungsgemäßen Mehrschichtverbundfolie versehen ist, die als Deckschicht einen Deckstrich und einen rückseitig des Deckstrichs angeordnetem

Schaumstrich aus PVC aufweist.

Die Fig. 1 zeigt einen Schnitt aus einem Innenverkleidungsteil 1 für eine Mittelkonsole für ein Kraftfahrzeug, wobei das Innenverkleidungsteil mit einer erfindungsgemäßen

Mehrschichtverbundfolie 3 versehen ist.

Das Innenverkleidungsteil weist dabei einen Träger 2 auf, auf dessen Außenseite eine Mehrschichtverbundfolie 3 angeordnet ist, deren Deckschicht 4 im Wesentlichen aus einem thermoplastischen Polyolefm (TPO) besteht. Die Verbundfolie ist auf ihrer

Außenseite mit einer transparenten Lackierung 5 versehen, wobei die Deckschicht 4 ihrerseits ebenfalls transparent, nämlich partiell lichtdurchlässig ist. Partiell

lichtdurchlässig heißt in diesem Zusammenhang, dass die Deckschicht 4 sich nicht wie nahezu vollständig lichtdurchlässiges Glas verhält, sondern einen bestimmten Prozentteil des auf ihrer Rückseite auftreffenden Lichts durchläset und einen anderen Prozentteil reflektiert oder absorbiert.

Rückseitig der Deckschicht ist eine textile Schicht 6 angeordnet, nämlich eine optische wirksame textile Schicht, die im Wesentlichen Fäden aus Polyethylenterephthalat (PET) aufweist und damit eine Kombination optischer Eigenschaften aufweist, nämlich Licht transmittierende, Licht brechende und Licht reflektierende Eigenschaften, hier aber im Wesentlichen Licht transmittiert, also durchlässt. Diese Transmissions-, Brechungs- und Reflexionseigenschaften sind so ausgebildet, dass eine rückseitige Beleuchtung der textilen Schicht 6 zu einem Lichtdurchtritt auch durch die partiell lichtdurchlässig Deckschicht 4 führt.

Zwischen Träger 2 und Mehrschichtverbundfolie 3 ist eine Lichtquelle 7 aus mehreren flächig auf Leiterbändern angeordneten LED-Leuchten 8 vorgesehen, die in gleichmäßigen Abständen über einen bestimmten Flächenbereich auf dem Träger 2 und direkt angrenzend an die textile Schicht 6 angeordnet sind.

Die textile Schicht 6 ist hier als nicht näher dargestelltes Gewirke aus texturierten PET-Fäden ausgebildet. Die Texturierung fördert, wie oben bereits dargestellt, einen eher diffusen Lichtdurchtritt und damit eine opak wirkendes Leuchten der Deckschicht 4.

Dadurch ergibt sich eine breite und gleichmäßige Verteilung des Lichtes innerhalb der textilen Schicht und damit auch in Bezug auf die Durchstrahlung der Deckschicht 4 mit dem Licht der LED-Leuchten 8. Obwohl hier diskrete LED-Leuchtkörper vorhanden sind,

erhält man so eine gleichmäßige erscheinende Durchleuchtung der Deckschicht ohne „helle Flecken".

Fig. 2 zeigt in Form einer Draufsicht und Vergrößerung die Deckschicht 4, die partiell lichtdurchlässig und dazu mit einer Textur ihrer Oberfläche ausgebildet ist. Die Textur einer Oberfläche ist dabei zu unterscheiden von der oben bereits beschriebenen „Texturierung" von Fäden. Die Textur der Oberfläche entsteht dadurch, dass die Deckschicht in einer Vielzahl von Teilbereichen oder Oberflächenpunkten bis auf eine Restschichtdicke verringert ist, also, wie oben bereits ausgeführt, mit einer„Semi-Perforation" versehen, die durch eine Prägung hergestellt wurde.

Die Deckschicht ist hier mit einer Vielzahl von unterschiedlich großen rautenförmigen Einstanzungen oder Vertiefungen 9, 10 von jeweils 1 bis 2 mm2 Grundfläche versehen, wodurch ein Muster mit nicht durch die Gesamtdicke der Deckschicht reichenden Art Sacklöchern entsteht. Die Rautenform stellt hier natürlich nur eine der möglichen

Ausführungen von Einstanzungen dar, ebenso gut können kreisförmige, längliche oder ovale Einstanzungen oder ein Gemisch daraus eingebracht werden.

Die in den Löchern verringerte Schichtdicke der Deckschicht führt dann dazu, dass der Durchtritt von Licht aus der dahinterliegenden optischen Folie durch diese„verdünnten Restschichten" stärker ausgebildet ist als in den nicht verdünnten Bereichen, wobei die Deckschicht aber im Gesamteindruck immer noch opak erscheint. Das Lochmuster erscheint dem Betrachter somit als gleichmäßig schimmerndes, durchscheinendes Lichtmuster.

Fig.3 zeigt beispielhaft die Anordnung des mit einer erfindungsgemäßen transluzenten Verbundfolie 3 auf TPO-Basis versehenen Innenverkleidungsteils 1 in einem Fahrzeug. Durch die leuchtende Außenoberfläche der Mittelkonsole des Cockpits können nicht nur effektvolle Beleuchtungen realisiert werden, sondern dem Fahrer auch Signale vermittelt werden, die eine Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr ermöglichen.

Fig.4 zeigt einen Schnitt aus einem weiteren Innenverkleidungsteil 11 für ein Fahrzeug, welches mit einer erfindungsgemäßen Mehrschichtverbundfolie 13 versehen ist, deren Deckschicht 14 einen Deckstrich 15, d.h. eine Decklage aus PVC und einen rückseitig des Deckstrichs angeordnetem PVC-Schaumstrich 16 aufweist..

Das Innenverkleidungsteil weist dabei einen Träger 12 auf, auf dessen Außenseite die Mehrschichtverbundfolie 13 angeordnet ist, Die Verbundfolie ist auf ihrer Außenseite mit einer transparenten Lackierung 17 versehen. Rückseitig der Deckschichten 14, d.h.

rückseitig des Schaumstrichs 16 ist eine textile Schicht 18 angeordnet, wie sie bereits bei dem obigen Ausführungsbeispiel einer TPO-Deckschicht unter Fig. 1 beschrieben ist. Die textile Schicht ist ebenso ausgebildet und optisch wirksam, wie in dem obigen

Ausführungsbeispiel mit einer TPO-Deckschicht. Die Transmissions-, Brechungs- und Reflexionseigenschaften sind so ausgebildet, dass eine rückseitige Beleuchtung der textilen Schicht 18 zu einem Lichtdurchtritt auch durch die partiell lichtdurchlässigen

Deckschichten 14 führt, d.h. durch den Deckstrich 15 und den Schaumstrich 16.

Zwischen Träger 12 und Mehrschichtverbundfolie 13 ist eine Lichtquelle 19 aus mehreren flächig auf Leiterbändern angeordneten LED-Leuchten 20 vorgesehen, die in

gleichmäßigen Abständen über einen bestimmten Flächenbereich auf dem Träger 12 und direkt angrenzend an textile Schicht 18 angeordnet sind.

Bezugszeichenliste

(Teil der Beschreibung)

1 Innenverkleidungsteil

2 Träger

3 Mehrschichtverbundfo lie

4 Deckschicht

5 Lackierung

6 Textile, optisch wirksame Schicht

7 Lichtquelle

8 LED-Leuchte

9 Rautenförmige Vertiefung (Sackloch)

10 Rautenförmige Vertiefung (Sackloch)

1 1 Innenverkleidungsteil

12 Träger

13 Mehrschichtverbundfo lie

14 Deckschicht

15 Deckstrich

16 Schaumstrich

17 Lackierung

18 Textile, optische wirksam Schicht

19 Lichtquelle

20 LED-Leuchte