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1. (WO2019063217) METHOD FOR PROVIDING A NAME SERVICE WITHIN AN INDUSTRIAL AUTOMATION SYSTEM AND SWITCH
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Beschreibung

Verfahren zur Bereitstellung eines Namensdienstes inner-halb eines industriellen Automatisierungssystems und Switch

Industrielle Automatisierungssysteme dienen zur Überwachung, Steuerung und Regelung von technischen Prozessen, insbesondere im Bereich Fertigungs-, Prozess- und Gebäudeautomatisie-rung, und ermöglichen einen Betrieb von Steuerungseinrichtungen, Sensoren, Maschinen und industriellen Anlagen, der möglichst selbständig und unabhängig von menschlichen Eingriffen erfolgen soll. Aufgrund einer ständig steigenden Bedeutung von Informationstechnik für Automatisierungssysteme, die zahlreiche vernetzte Steuerungs- bzw. Rechnereinheiten umfassen, gewinnen Verfahren zur zuverlässigen Bereitstellung von über ein Automatisierungssystem verteilten Funktionen für eine Bereitstellung von Überwachungs- , Steuerungs- und Regelungsfunktionen verstärkt an Bedeutung. Eine besondere Prob-lematik resultiert in industriellen Automatisierungssystemen regelmäßig aus einem Meldungsverkehr mit verhältnismäßig vielen, aber relativ kurzen Nachrichten, wodurch obige Probleme verstärkt werden.

In EP 2 940 926 Bl ist ein Verfahren zur Konfiguration eines Kommunikationsgeräts innerhalb eines industriellen Automatisierungssystems beschrieben, bei dem eine Konfigurationseinheit des Kommunikationsgeräts ein Datagramm mit einer Konfigurationsanforderung an einen Konfigurationsserver übermit-telt. Der Konfigurationsserver weist dem Kommunikationsgerät auf die Konfigurationsanforderung zumindest einen ersten to-pologischen Gerätenamensbestandteil zu, der einer räumlichen oder hierarchischen Anordnung des Konfigurationsservers zugeordnet ist. Durch jede weiterleitende Verteilereinheit wird ein weiterer topologischer Gerätenamensbestandteil ergänzt, der einer räumlichen oder hierarchischen Anordnung der jeweiligen weiterleitenden Verteilereinheit zugeordnet ist. Die Konfigurationseinheit des Kommunikationsgeräts erzeugt aus den topologischen Gerätenamensbestandteilen und einem inner-halb seines Teilnetzes eindeutigen Namensbestandteil dessen Gerätenamen .

Aus EP 2 940 972 Bl ist ein Verfahren zur Bereitstellung eines Namensdienstes innerhalb eines industriellen Kommunikati-onssystems bekannt, bei dem IPv6-Präfixe durch Router mittels Nachrichten mit Router-Bekanntgaben in jeweils unterlagerten Teilnetzen verbreitet werden. Dabei umfassen die Router-Bekanntgaben einen topologischen bzw. hierarchischen Namensbestandteil des jeweiligen Routers, der einer räumlichen oder hierarchischen Anordnung des jeweiligen Routers zugeordnet ist. Router-Bekanntgaben mit Namensinformationen aus überlagerten Teilnetzen werden durch unterlagerten Teilnetzen zugeordnete Router entgegen genommen und um einen dem jeweiligen Router zugeordneten topologischen bzw. hierarchischen Na-mensbestandteil ergänzt und innerhalb des jeweiligen unterlagerten Teilnetzes verbreitet. Aus topologischen bzw. hierarchischen Namensbestandteilen und einem innerhalb ihres jeweiligen Teilnetzes eindeutigen Namensbestandteil erzeugen Kommunikationsendgeräte selbständig ihren Gerätenamen.

EP 2 955 904 Bl betrifft ein Verfahren zur Vergabe von Kommunikationsnetzadressen für Netzteilnehmer eines segmentierten Netzes mit mehreren Subnetzen. Die Subnetze sind jeweils über einen Subnetz-Router an ein sie verbindendes Sammelnetz ange-schlössen. Dabei wird von den Subnetz-Routern durch einen

Austausch von über das Sammelnetz verteilten Router-Nachrichten dezentral ein gemeinsamer Adressbereich ermittelt, und innerhalb des Adressbereichs werden Kommunikationsnetzadressen für die Netzteilnehmer festgelegt.

Aus EP 3 062 490 AI ist bekannt, dass zur Datenübermittlung innerhalb eines industriellen Automatisierungssystems, das zumindest ein Teilnetz mit einer Gruppe von Kommunikationsge-raten und einem Teilnetz-Steuerungsgerät umfasst, eine dem Teilnetz-Steuerungsgerät zugeordnete Namens- oder Konfigurationsdienstkomponente für die Gruppe von Kommunikationsgeräten IPv4-Adressen und zugeordnete Gerätenamen erfasst. Für die Gruppe von Kommunikationsgeräten wird aus einem dem Teil-netz zugeordneten IPv6-Präfix und den IPv4-Adressen der Kommunikationsgeräte jeweils eine IPv6-Adresse berechnet. Aus den IPv4-Adressen der Kommunikationsgeräte und den berechneten IPv6-Adressen werden Adressumsetzungsregeln ermittelt, die durch eine dem Teilnetz-Steuerungsgerät zugeordnete Ad-ressumsetzungseinheit für eine Adressumsetzung zwischen IPv4-Adressen und IPv6-Adressen angewendet werden. Die berechneten IPv6-Adressen und die zugeordneten Gerätenamen werden in einem übergeordneten Namensdienst-Server gespeichert.

In EP 3 076 636 Bl ist beschrieben, dass ein Namensdienst-Server eines industriellen Automatisierungssystems zur Bereitstellung eines Namensdienstes Nachrichten mit Router-Bekanntgaben versendet, die Informationen über eine IPv6-Adresse des Namensdienst-Servers umfassen. Kommunikationsend-geräte erzeugen aus mittels Router-Bekanntgaben innerhalb ihres jeweiligen Teilnetzes verbreiteten IPv6-Präfixen selbständig ihre IPv6-Adresse . Außerdem erzeugen Kommunikationsendgeräte aus topologischen bzw. hierarchischen Namensbestandteilen und einem innerhalb ihres jeweiligen Teilnetzes eindeutigen Namensbestandteil selbständig ihren Gerätenamen. Kommunikationsgeräte umfassen jeweils einen Namensdienst-Client für dynamisches DNS (Domain Name System) , mittels dessen anhand der IPv6-Adresse des Namensdienst-Servers eine Speicherung einer IPv6-Adresse und eines zugeordneten Geräte- namens des jeweiligen Kommunikationsgeräts im Namensdienst-Server anfordert wird.

Zur Bereitstellung eines Namensdienstes innerhalb eines in-dustriellen Automatisierungssystems überprüfen entsprechend EP 3 091 714 AI Kommunikationsgeräte des industriellen Automatisierungssystems jeweils mittels einer Namensdienst-Komponente, ob dem jeweiligen Kommunikationsgerät ein Gerätename mit einem topologischen bzw. hierarchischen Namensbestandteil zugeordnet ist, der eine räumliche oder hierarchische Anordnung des jeweiligen Kommunikationsgeräts im wesentlichen vollständig bezeichnet. Bei einem positiven Überprüfungsergebnis behandeln die Kommunikationsgeräte jeweils ihren zugeordneten Gerätenamen als vollständigen Gerätenamen. Bei ei-nem negativen Überprüfungsergebnis erzeugen die Kommunikationsgeräte jeweils aus mittels Nachrichten mit Router-Bekanntgaben verbreiteten topologischen bzw. hierarchischen Namensbestandteilen sowie einem innerhalb ihres jeweiligen Teilnetzes eindeutigen Namensbestandteil selbständig ihren vollständigen Gerätenamen.

In vielen Anwendungsfällen werden Unternehmens- bzw. Bürokommunikationsnetze (IT-Netze) separat von Kommunikationsnetzen industrieller Automatisierungssysteme administriert. Proble-matisch hierbei ist, wenn Automatisierungszellen über Router angebunden werden, die einem Unternehmens- bzw. Bürokommunikationsnetz zugeordnet sind und entsprechend administriert werden, und gleichzeitig eigene DNS-Server (Domain Name System) für die Automatisierungszellen gewünscht sind. Im Kon-text von IPv6 (Internet Protocol Version 6) erschwert dies eine selbständige Konfiguration der DNS-Server der Automatisierungszellen. Insbesondere sollen Automatisierungszellen vielfach als einheitliche Sicherungsschicht-Broadcast-Domänen betrieben werden und IPv6 Router Advertisements mit Informa- tionen über DNS-Server an alle Kommunikations- bzw. Automatisierungsgeräte in einer solchen Broadcast-Domänen verteilt werden. Hierzu ist es jedoch grundsätzlich erforderlich, dass Adresse und Namensraum eines DNS-Servers einer Automatisie-rungszelle für einen überlagerten Router bekannt sind. Prinzipiell lassen sich hieraus resultierende Probleme entweder durch einen manuellen Abgleich zwischen Router-Administration und Automatisierungszellen-Administration oder durch Verwendung jeweils eines zusätzlichen, weitestgehend unnötigen Rou-ters pro Automatisierungszelle lösen.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur effizienten Bereitstellung eines einfach und fehlerarm zu konfigurierenden Namensdienstes innerhalb eines industriellen Automatisierungssystems anzugeben sowie eine geeignete Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen .

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den in Anspruch 1 genannten Merkmalen und durch einen Switch mit den in Anspruch 15 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.

Entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Bereitstellung eines Namensdienstes innerhalb eines industriellen Automatisierungssystems umfasst das industrielle Automatisierungssystem mehrere Zellen mit jeweils mehreren Automatisierungsgeräten und einem Zellen-Switch, der die Automatisie-rungsgeräte innerhalb seiner Zelle zumindest mittelbar miteinander verbindet. Dabei können die Zellen-Switches jeweils die Automatisierungsgeräte innerhalb ihrer Zelle unmittelbar oder über weitere Switches miteinander verbinden. Die Zellen-Switches sind mit einem zugeordneten Router verbunden, der IPv6-Präfixe mittels Router-Bekanntgabe-Nachrichten, insbesondere Router Advertisements entsprechend IETF RFC 4861, in unterlagerte Teilnetze verbreitet. Vorzugsweise sind die Zellen-Switches jeweils vom zugeordneten Router separierte Kom-munikationsgeräte . Die Zellen-Switches bzw. die Automatisierungsgeräte ermitteln anhand der von Router-Bekanntgabe-Nachrichten umfassten IPv6-Präfixe selbständig ihre jeweilige IPv6-Adresse .

Erfindungsgemäß werden durch die Zellen-Switches empfangene Router-Bekanntgabe-Nachrichten des zugeordneten Routers an eine Verteilereinheit, insbesondere ein Router Advertisement Relay, des jeweiligen Zellen-Switches weitergeleitet und durch die Verteilereinheit um eine Angabe über einen der jeweiligen Zelle zugeordneten Namensdienst-Server ergänzt. Vorzugsweise umfassen die Zellen-Switches jeweils den ihrer Zelle zugeordneten Namensdienst-Server. In diesem Fall umfassen die Zellen-Switches vorteilhafterweise jeweils eine Funktionseinheit zur Verarbeitung eines IPv6-Kommunikationsproto-kollstacks, an die der jeweilige Namensdienst-Server gekoppelt ist.

Die Zellen-Switches verbreiten erfindungsgemäß die durch ihre Verteilereinheiten ergänzten Router-Bekanntgabe-Nachrichten an die Automatisierungsgeräte in ihrer jeweiligen Zelle, wobei die Zellen vorzugsweise jeweils als einheitliche Siche-rungsschicht-Broadcast-Domäne betrieben werden. Insbesondere können die Angaben über den der jeweiligen Zelle zugeordneten Namensdienst-Server dabei mittels Recursive DNS Server Option entsprechend IETF RFC 8106 verbreitet werden. Durch die Automatisierungsgeräte von empfangenen Router-Bekanntgabe-Nachrichten umfasste Angaben über den der jeweiligen Zelle zugeordneten Namensdienst-Server werden an eine Namensdienst-Funktionseinheit des jeweiligen Automatisierungsgeräts wei- tergeleitet und durch die Namensdienst-Funktionseinheit für ihre Konfiguration verwendet. Die Namensdienst-Funktionseinheit kann beispielseise DNS-Client sein. Namensauflösungsanfragen der Automatisierungsgeräte werden mittels der jeweili-gen Namensdienst-Funktionseinheit entsprechend ihrer Konfiguration an den zugeordneten Namensdienst-Server übermittelt werden. Da ein Zellen-Switch als ein vom zugeordneten IPv6-Router unabhängiges Gerät ausgeführt werden kann, ergibt sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine stark vereinfachte Administration, wenn Betrieb von Automatisierungsnetz und überlagertem IPv6-Router bzw. Unternehmens- oder Bürokommunikationsnetz in unterschiedliche Verantwortungsbereiche fallen. Darüber hinaus können sich die Zellen-Switches über bestehende Standard-IPv6-Methoden selbständig konsistent zum überlagerten IPv6-Router konfigurieren.

Entsprechend einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens umfassen die durch die Zellen-Switches empfangenen Router-Bekanntgabe-Nachrichten des zu-geordneten Routers eine Angabe über einen der jeweiligen Zelle übergeordneten Namensdienst-Server. Dabei wird die Angabe über den übergeordneten Namensdienst-Server jeweils zur Konfiguration des der jeweiligen Zelle zugeordneten Namensdienst-Servers verwendet. Dementsprechend werden die Namens-auflösungsanfragen der Automatisierungsgeräte in Abhängigkeit von einem jeweils spezifizierten Domänennamen-Suffix entweder durch den Namensdienst-Server der jeweiligen Zelle behandelt oder durch diesen an den übergeordneten Namensdienst-Server zur Namensauflösung weitergeleitet. Damit können Namensauflö-sungsanfragen mit der jeweiligen Zelle nicht zugeordneten Domänennamen-Suffixes an den übergeordneten Namensdienst-Server delegiert werden.

Die durch die Zellen-Switches empfangenen Router-Bekanntgabe-Nachrichten des zugeordneten Routers umfassen vorzugsweise ein diesem Router zugeordnetes Domänennamen-Suffix und werden durch die Verteilereinheiten jeweils um eine Angabe über ei-nen der jeweiligen Zelle zugeordneten Namen ergänzt. In diesem Fall verbreiten die Zellen-Switches die durch ihre Verteilereinheiten ergänzten Domänennamen-Suffixes mittels der Router-Bekanntgabe-Nachrichten für die Automatisierungsgeräte ihrer jeweiligen Zelle. Vorteilhafterweise werden die Domä-nennamen-Suffixes mittels DNS Search List Option entsprechend IETF RFC 8106 verbreitet.

Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung leiten die Automatisierungsgeräte von empfangenen Router-Bekanntgabe-Nachrichten umfasste Domänennamen-Suffixes jeweils an ihre Namensdienst-Funktionseinheit weiter. Die Domänennamen-Suffixes werden durch die Namensdienst-Funktionseinheiten jeweils für ihre Namensdienst-Konfiguration verwendet. Aus dem jeweiligen Domänennamen-Suffix und einem Host-Namen des jeweiligen Automatisierungsgeräts erzeugen die Namensdienst-Funktionseinheiten jeweils einen vollständig qualifizierten Domänennamen für das jeweilige Automatisierungsgerät. Vorzugsweise fordern die Automatisierungsgeräte jeweils mittels ihrer Namensdienst-Funkti-onseinheit eine Speicherung ihrer Kommunikationsnetzadresse sowie ihres vollständig qualifizierten Domänennamens in dem ihrer Zelle zugeordneten Namensdienst-Server an. Darüber hinaus werden die durch die Verteilereinheiten der Zellen-Switches ergänzten Domänennamen-Suffixes vorteilhafterweise jeweils zur Konfiguration des der jeweiligen Zelle zugeordneten Namensdienst-Servers verwendet werden.

Der erfindungsgemäße Switch für eine Zelle eines industriellen Automatisierungssystems umfasst mehrere Kommunikationsan- Schlüssen zur Verbindung mit von der Zelle umfassten Automatisierungsgeräten und zur Verbindung mit einem Router. Außerdem umfasst der Switch mehrere jeweils einem Kommunikations-anschluss zugeordnete Sende- und Empfangseinheiten. Zusätz-lieh weist der Switch ein Koppelelement auf, durch das die

Sende- und Empfangseinheiten schaltbar miteinander verbindbar sind. Das Koppelelement kann beispielsweise ein Backplane-Switch mit zugeordnetem Controller sein. Darüber hinaus umfasst der Switch eine Verteilereinheit für Router-Bekanntgabe-Nachrichten.

Erfindungsgemäß ist der Switch dafür ausgestaltet und eingerichtet, anhand eines von einer empfangenen Router-Bekanntgabe-Nachricht umfassten IPv6-Präfixes seine IPv6-Adresse zu ermitteln und empfangene Router-Bekanntgabe-Nachrichten an die Verteilereinheit weiterzuleiten. Die Verteilereinheit ist dafür ausgestaltet und eingerichtet, empfangene Router-Bekanntgabe-Nachrichten um eine Angabe über einen der Zelle zugeordneten Namensdienst-Server zu ergänzen. Dabei ist der Switch dafür ausgestaltet und eingerichtet, die durch die

Verteilereinheit ergänzten Router-Bekanntgabe-Nachrichten an die Automatisierungsgeräte in der Zelle zu verbreiten und Namensauflösungsanfragen der von der Zelle umfassten Automatisierungsgeräte an den der Zelle zugeordneten Namensdienst-Server zu übermitteln.

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt die

Figur ein mehrere Zellen umfassendes industrielles Automatisierungssystem mit einem Engineering-System, einem Leitsystem und einem übergeordneten DNS- Server .

Das in Figur 1 dargestellte industrielle Automatisierungssystem umfasst ein Engineering-System 102 zur Projektierung von Automatisierungsgeräten, ein Leitsystem 103 zur deren Überwa-chung, einen übergeordneten DNS-Server 104 und mehrere gleichartige Zellen 200 mit jeweils mehreren Automatisierungsgeräten 202. Zusätzlich umfassen die Zellen 200 jeweils einen Zellen-Switch 201, an den die Automatisierungsgeräte 202 der jeweiligen Zelle 200 angeschlossen sind. Grundsätz-lieh können die Zellen 200 jeweils zusätzliche Switches zum

Anschluss von Automatisierungsgeräten umfassen, die über diese zusätzlichen Switches mit dem jeweiligen Zellen-Switch 201 verbunden sind. Die Zellen 200 werden im vorliegenden Ausführungsbeispiel jeweils als einheitliche Sicherungsschicht-Broadcast-Domäne betrieben.

Das Engineering-System 102, das Leitsystem 103 und der übergeordnete DNS-Server 104 sind über einen IPv6-fähigen Router 101 mit mehreren Teilnetzen 100 verbunden, insbesondere mit einem industriellen Kommunikationsnetz, an das die Zellen 200 jeweils über ihren Zellen-Switch 201 angebunden sind. Dabei sind die Zellen-Switches 201 jeweils separate Kommunikationsgeräte und werden vorteilhafterweise vom Router 101 getrennt administriert. Der Router 101 verbreitet durch ihn verwaltete IPv6-Präfixe mittels Router-Bekanntgabe-Nachrichten 110 in unterlagerte Teilnetze 100.

Die Automatisierungsgeräte 202 können beispielsweise speicherprogrammierbare Steuerungen, Eingabe/Ausgabe-Einheiten (I/O-Module) oder Bedien- und Beobachtungsstationen sein.

Speicherprogrammierbare Steuerungen umfassen typischerweise jeweils ein Kommunikationsmodul, eine Zentraleinheit sowie zumindest eine Eingabe/Ausgabe-Einheit. Eingabe/Ausgabe-Einheiten können grundsätzlich auch als dezentrale Periphe- riemodule ausgestaltet sein, die entfernt von einer speicherprogrammierbaren Steuerung angeordnet sind.

Über das Kommunikationsmodul kann eine speicherprogrammierba-re Steuerung beispielsweise mit dem jeweiligen Zellen-Switch 201 oder mit einem Feldbus verbunden werden. Die Eingabe/Ausgabe-Einheit dient einem Austausch von Steuerungs- und Messgrößen zwischen der speicherprogrammierbaren Steuerung und einer durch die speicherprogrammierbare Steuerung gesteuerten Maschine oder Vorrichtung 203. Die Zentraleinheit ist insbesondere für eine Ermittlung geeigneter Steuerungsgrößen aus erfassten Messgrößen vorgesehen. Obige Komponenten der speicherprogrammierbaren Steuerung sind vorzugsweise über ein Rückwandbus-System miteinander verbunden.

Eine Bedien- und Beobachtungsstation 302 dient zur Visualisierung von Prozessdaten bzw. Mess- und Steuerungsgrößen, die durch speicherprogrammierbare Steuerungen, Eingabe/Ausgabe-Einheiten oder Sensoren verarbeitet bzw. erfasst werden. Ins-besondere wird eine Bedien- und Beobachtungsstation zur Anzeige von Werten eines Regelungskreises und zur Veränderung von Regelungsparametern verwendet. Bedien- und Beobachtungsstationen umfassen zumindest eine graphische Benutzerschnittstelle, ein Eingabegerät, eine Prozessoreinheit und ein Kommunikationsmodul.

Die Zellen-Switches 201 umfassen jeweils mehrere Kommunikationsanschlüsse zur Verbindung mit den von der jeweiligen Zelle 200 umfassten Automatisierungsgeräten 202 und zur Verbindung mit dem Router 101. Den Kommunikationsanschlüssen ist jeweils eine durch eine PHY- und MAC-Funktionseinheit realisierte Sende- und Empfangseinheit 210 zugeordnet. Außerdem umfassen die Zellen-Switches 201 jeweils eine Funktionseinheit 213 zur Verarbeitung eines IPv6-Kommunikationsprotokollstacks, die über Treiber auf die Sende- und Empfangseinheiten 210 zugreift. Darüber hinaus weisen die Zellen-Switches 201 jeweils ein Koppelelement 211 auf, durch das die Sende- und Empfangseinheiten 210 schaltbar miteinander verbindbar sind. Das Kop-pelelement 211 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch einen Backplane-Switch mit zugeordnetem Controller realisiert .

Jeder Zellen-Switch 201 ist dafür ausgestaltet und eingerich-tet, insbesondere durch Konfiguration, anhand eines von einer empfangenen Router-Bekanntgabe-Nachricht 110 umfassten IPv6-Präfixes seine IPv6-Adresse zu ermitteln und empfangene Router-Bekanntgabe-Nachrichten an eine Verteilereinheit 212 weiterzuleiten, die mit dem Koppelelement 211 verbunden ist. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Router-Bekanntgabe-Nachrichten Router Advertisements entsprechend IETF RFC 4861, während die Verteilereinheiten 212 der Zellen-Switches 201 Router Advertisement Relays sind.

Router-Bekanntgabe-Nachrichten 110 des Routers 101, die durch die Zellen-Switches 201 empfangen worden sind, werden nach ihrer Weiterleitung an die Verteilereinheit 212 durch die Verteilereinheit 212 um eine Angabe über einen der jeweiligen Zelle 200 zugeordneten Namensdienst-Server 214 ergänzt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die den Zellen 200 zugeordneten Namensdienst-Server 214 jeweils in die Zellen-Switches 201 integriert. Dabei sind die Namensdienst-Server 214 jeweils an die Funktionseinheit 212 zur Verarbeitung des IPv6-Kommunikationsprotokollstacks gekoppelt. Auf diese Weise kann die Angabe über den Namensdienst-Server 214, nämlich die IPv6-Adresse des jeweiligen Zellen-Switches 201, einfach durch die Funktionseinheit 212 zur Verarbeitung des IPv6-Kommunikationsprotokollstacks bereitgestellt werden.

Die Zellen-Switches 201 verbreiten die durch ihre Verteilereinheiten 212 ergänzten Router-Bekanntgabe-Nachrichten 220 an die Automatisierungsgeräte 202 in ihrer jeweiligen Zelle 200, vorzugsweise mittels Recursive DNS Server Option entsprechend IETF RFC 8106. Durch die Automatisierungsgeräte 202 werden von empfangenen ergänzten Router-Bekanntgabe-Nachrichten 220 umfasste Angaben über den der jeweiligen Zelle 200 zugeordneten Namensdienst-Server 214 an eine Namensdienst-Funktionseinheit weitergeleitet. Die Namensdienst-Funktionseinheit ist insbesondere ein DNS-Client des jeweiligen Automatisierungsgeräts 202, der die Angaben über den der jeweiligen Zelle 200 zugeordneten Namensdienst-Server 214 für seine eigene Konfiguration verwendet. Namensauflösungsanfragen der Automatisierungsgeräte 202 werden dementsprechend mittels der jeweiligen Namensdienst-Funktionseinheit entsprechend ihrer Konfiguration an den zugeordneten Namensdienst-Server 214 übermittelt. Darüber hinaus ermitteln im vorliegenden Ausführungsbeispiel auch die Automatisierungsgeräte 202 anhand der von ergänzten Router-Bekanntgabe-Nachrichten 220 umfassten IPv6-Präfixe selbständig ihre jeweilige IPv6-Adresse .

Die durch die Zellen-Switches 201 empfangenen Router-Bekanntgabe-Nachrichten 110 des Routers 101 umfassen zusätzlich ein dem Router 101 zugeordnetes Domänennamen-Suffix. Dementspre-chend werden die Router-Bekanntgabe-Nachrichten 110 durch die Verteilereinheiten 212 jeweils um eine Angabe über einen der jeweiligen Zelle 200 zugeordneten Namen ergänzt, der beispielsweise aus einer Speichereinheit 216 mit Konfigurationsdaten des jeweiligen Zellen-Switches 201 ausgelesen wird. Die Zellen-Switches 201 verbreiten dann die durch ihre Verteilereinheiten 212 ergänzten Domänennamen-Suffixes mittels der Router-Bekanntgabe-Nachrichten 220 für die Automatisierungsgeräte 202 ihrer jeweiligen Zelle 200. Dabei werden die Domänennamen-Suffixes vorzugsweise mittels DNS Search List Option entsprechend IETF RFC 8106 verbreitet. Die durch die Verteilereinheiten 212 der Zellen-Switches 201 ergänzten Domänennamen-Suffixes werden jeweils auch an eine DNS-Konfigurationseinheit 215 des der jeweiligen Zelle 200 zugeordneten Namens-dienst-Servers 214 bereitgestellt und zu dessen Konfiguration verwendet .

Im vorliegenden Ausführungsbeispiel umfassen die durch die Zellen-Switches 201 empfangenen Router-Bekanntgabe-Nachrichten 110 des Routers 101 auch eine Angabe über den übergeordneten DNS-Server 104, die ebenfalls zur Konfiguration des der jeweiligen Zelle 200 zugeordneten Namensdienst-Servers 214 verwendet wird. Dementsprechend werden die Namensauflösungsanfragen der Automatisierungsgeräte 202 in Abhängigkeit von einem jeweils spezifizierten Domänennamen-Suffix entweder durch den Namensdienst-Server 214 der jeweiligen Zelle 200 behandelt oder an den übergeordneten DNS-Server 104 zur Namensauflösung weitergeleitet. Vorzugsweise werden Namensauflösungsanfragen mit der jeweiligen Zelle 200 nicht zugeordneten Domänennamen-Suffixes durch den Namensdienst-Server 214 der jeweiligen Zelle 200 an den übergeordneten DNS-Server 104 delegiert .

Die Automatisierungsgeräte 202 leiten von empfangenen Router-Bekanntgabe-Nachrichten 220 umfasste Domänennamen-Suffixes jeweils an ihre Namensdienst-Funktionseinheit weiter. Die Domänennamen-Suffixes werden dann durch die Namensdienst-Funktionseinheiten jeweils für ihre Namensdienst-Konfiguration verwendet. Auf Grundlage dessen erzeugen die Namensdienst-Funktionseinheiten aus dem jeweiligen Domänennamen-Suffix und einem Host-Namen des jeweiligen Automatisierungsgeräts 202 jeweils einen vollständig qualifizierten Domänennamen für das jeweilige Automatisierungsgerät. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel fordern die Automatisierungsgeräte 202 jeweils mit- tels ihrer Namensdienst-Funktionseinheit eine Speicherung ihrer Kommunikationsnetzadresse sowie ihres vollständig qualifizierten Domänennamens in dem ihrer Zelle 200 zugeordneten Namensdienst-Server 214 an. Im jeweiligen Namensdienst-Server 214 werden die Automatisierungsgeräte 202 innerhalb einer für den Namensdienst-Server 214 konfigurierten DNS-Zone registriert. Dabei ergibt sich die jeweils konfigurierte DNS-Zone beispielsweise aus dem Domänennamen-Suffix, das dem Router 101 zugeordnet ist, sowie aus dem Namen der jeweiligen Zelle 200. Die Automatisierungsgeräte 202 registrieren sich jeweils vorzugsweise mittels DNS UPDATE entsprechend IETF RFC 2136 innerhalb o.g. DNS-Zone.