このアプリケーションの一部のコンテンツは現時点では利用できません。
このような状況が続く場合は、にお問い合わせくださいフィードバック & お問い合わせ
1. (WO2017001299) METHOD FOR OPERATING A DRIVER ASSISTANCE SYSTEM FOR A MOTOR VEHICLE REPRESENTING AN OPTICAL WARNING SIGNAL ON A DISPLAY ELEMENT OF A STEERING HANDLE, DRIVER ASSISTANCE SYSTEM AND MOTOR VEHICLE
注意: このテキストは、OCR 処理によってテキスト化されたものです。法的な用途には PDF 版をご利用ください。

Verfahren zum Betreiben eines Fahrerassistenzsystems für ein Kraftfahrzeug mit Darstellung eines optischen Warnsignals auf einem Anzeigeelement einer

Lenkhandhabe, Fahrerassistenzsystem sowie Kraftfahrzeug

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines

Fahrerassistenzsystems für ein Kraftfahrzeug, bei welchem mittels einer

Erfassungseinrichtung ein Vorhandensein einer Gefahrensituation bestimmt wird und bei dem Vorhandensein der Gefahrensituation ein optisches Warnsignal ausgegeben wird. Zudem betrifft die vorliegende Erfindung ein Fahrerassistenzsystem für ein Kraftfahrzeug. Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung ein Kraftfahrzeug mit einem solchen

Fahrerassistenzsystem.

Fahrerassistenzsysteme sind in zahlreichen Ausführungen aus dem Stand der Technik bekannt. Fahrerassistenzsysteme stellen elektronische Zusatzeinrichtungen in dem Kraftfahrzeug dar, welche dazu dienen, den Fahrer in bestimmten Fahrsituationen zu unterstützen. Hierbei kann beispielsweise mittels einer entsprechenden

Erfassungseinrichtung überprüft werden, ob eine Gefahrensituation, welche das

Kraftfahrzeug selbst oder Objekte in der Umgebung des Kraftfahrzeugs betreffen kann, vorliegt. Falls eine derartige Gefahrensituation erkannt wird, kann mit dem

Fahrerassistenzsystem beispielsweise ein teilautonomer oder autonomer Eingriff in den Antrieb, die Bremse und/oder die Lenkung vorgenommen werden. Es sind auch

Fahrerassistenzsysteme bekannt, bei denen beim Vorhandensein einer Gefahrensituation ein Warnsignal an den Fahrer des Kraftfahrzeugs ausgegeben wird.

In diesem Zusammenhang sind beispielsweise Fahrerassistenzsysteme bekannt, die als Einparkhilfe ausgebildet sind. Hierbei kann die Umgebung des Kraftfahrzeugs

beispielsweise mithilfe von Ultraschallsensoren oder Kameras erfasst werden. Falls eine Kollision mit einem Hindernis droht, kann ein entsprechendes Warnsignal ausgegeben werden. Weiterhin sind aus dem Stand der Technik sogenannte Notbremsassistenten bekannt, die bei einer Gefahr, beispielsweise dem Erreichen eines Stauendes, eine Notbremsung des Kraftfahrzeugs unterstützen oder diese selbsttätig einleiten. Weiterhin sind sogenannte Spurwechselassistenten aus dem Stand der Technik bekannt, welche den Fahrer von einer drohenden Kollision bei einem Spurwechsel warnen. Weiterhin sind Fahrerassistenzsysteme bekannt, bei denen beispielsweise eine Aufmerksamkeit des Fahrers überwacht wird. Hierzu kann beispielsweise die Blickrichtung des Fahrers überwacht werden. In diesem Zusammenhang werden auch optische Warnsysteme

verwendet, mittels welcher versucht wird, den Blick des Fahrers auf verkehrsrelevante Ereignisse zu lenken. Derartige Warnsysteme können beispielsweise Lauflichter umfassen, die sich im Bereich des Armaturenbretts des Kraftfahrzeugs befinden.

Hierzu beschreibt die DE 36 02 463 A1 eine Sicherheitseinrichtung zur automatischen Einschaltung einer Warnblinkanlage bei bestimmten Bremsvorgängen, beispielsweise Notbremsungen. Bei einem längeren ununterbrochenen Bremszyklus kann beispielsweise automatisch die Warnblinkanlage aktiviert werden.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Lösung aufzuzeigen, wie ein

Fahrerassistenzsystem für ein Kraftfahrzeug beim Vorhandensein einer Gefahrensituation sicherer betrieben werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren, durch ein

Fahrerassistenzsystem sowie durch ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen gemäß den jeweiligen unabhängigen Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche, der Beschreibung und der Figuren.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren dient zum Betreiben eines Fahrerassistenzsystems für ein Kraftfahrzeug. Hierbei wird mittels einer Erfassungseinrichtung ein Vorhandensein einer Gefahrensituation bestimmt. Darüber hinaus wird bei dem Vorhandensein der Gefahrensituation ein optisches Warnsignal ausgegeben. Das optische Warnsignal wird mittels eines Anzeigeelements einer Bedieneinrichtung ausgegeben, welche an einer Lenkhandhabe des Kraftfahrzeugs angeordnet ist.

Das Fahrerassistenzsystem dient insbesondere dazu, den Fahrer beim Führen des Kraftfahrzeugs in bestimmten Fahrsituationen zu unterstützen. Hierbei wird mittels einer Erfassungseinrichtung überprüft, ob eine Gefahrensituation vorliegt. Diese

Gefahrensituation kann beispielsweise das Kraftfahrzeug selbst betreffen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn das Kraftfahrzeug oder Teile davon nicht funktionstüchtig beziehungsweise beschädigt sind. Alternativ oder zusätzlich kann die Gefahrensituation auch Objekte beziehungsweise andere Verkehrsteilnehmer in der Umgebung des Kraftfahrzeugs betreffen. Die Gefahrensituation kann vorliegen, wenn eine Kollision des Kraftfahrzeugs mit einem weiteren Verkehrsteilnehmer droht. Falls mit der

Erfassungseinrichtung das Vorhandensein der Gefahrensituation erkannt wird, wird ein optisches Warnsignal ausgegeben. Dieses optische Warnsignal dient dazu, den Fahrer des Kraftfahrzeugs auf das Vorhandensein der Gefahrensituation hinzuweisen.

Vorliegend wird das optische Warnsignal mittels eines Anzeigeelements einer

Bedieneinrichtung ausgegeben. Diese Bedieneinrichtung ist an und/oder in einer

Lenkhandhabe beziehungsweise einem Lenkrad des Kraftfahrzeugs angeordnet. Die Bedieneinrichtung kann beispielsweise entsprechende Bedienelemente aufweisen, mittels welcher der Fahrer eine Bedieneingabe tätigen kann. Zudem weist die Bedieneinrichtung ein Anzeigeelement auf, auf der eine Anzeige bereitgestellt werden kann. Beispielsweise kann die Bedieneinrichtung einen berührungsempfindlichen Bildschirm umfassen. Auf diesem Anzeigeelement wird nun auch das optische Warnsignal ausgegeben.

Insbesondere ist das Anzeigeelement beziehungsweise die Bedieneinrichtung derart an der Lenkhandhabe angeordnet, dass das Anzeigeelement in einem peripheren Sichtfeld des Fahrers liegt, wenn dieser durch die Windschutzscheibe hindurch auf die Fahrbahn blickt. Auf diese Weise kann erreicht werden, dass das optische Warnsignal von dem Fahrer in seinem peripheren Sehfeld wahrgenommen werden kann. Damit kann der Fahrer auf das Vorhandensein einer Gefahrensituation hingewiesen werden ohne dass dieser seinen Blick nicht von der Fahrbahn abwenden muss.

Bevorzugt wird zum Bestimmen des Vorhandenseins der Gefahrensituation ein Abstand zwischen dem Kraftfahrzeug und einem Objekt in der Umgebung des Kraftfahrzeugs mittels eines Umfeldsensors der Erfassungseinrichtung erfasst und das optische

Warnsignal wird ausgegeben, falls der erfasste Abstand einen vorbestimmten

Schwellenwert unterschreitet. Die Erfassungseinrichtung kann beispielsweise einen oder mehrere Umfeldsensoren umfassen, mit denen Objekte in der Umgebung des

Kraftfahrzeugs erfasst werden können. Weiterhin können die Umfeldsensoren dazu ausgelegt sein, einen Abstand zwischen dem Kraftfahrzeug und dem Objekt zu bestimmen. Die Erfassungseinrichtung kann beispielsweise eine Kamera, einen

Radarsensor, einen Lidar-Sensor und/oder einen Ultraschallsensor umfassen. Falls der erfasste Abstand zwischen dem Kraftfahrzeug und dem Objekt einen vorbestimmten Schwellenwert unterschreitet, kann das Warnsignal auf der Lenkhandhabe ausgegeben werden. Dabei kann es auch vorgesehen sein, dass die aktuelle Geschwindigkeit und/oder die aktuelle Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs erfasst wird und beim Bestimmen des Vorhandenseins der Gefahrensituation berücksichtigt wird. Beispielsweise kann somit bestimmt werden, ob eine Kollision zwischen dem Kraftfahrzeug und dem Objekt droht.

Gemäß einer Ausführungsform wird zum Bestimmen des Vorhandenseins der

Gefahrensituation mittels einer Blickrichtungserfassungseinheit der Erfassungseinrichtung eine Blickrichtung eines Fahrers des Kraftfahrzeugs erfasst und überprüft, ob die

Blickrichtung auf das Objekt gerichtet ist. In dem Innenraum des Kraftfahrzeugs kann eine Blickrichtungserfassungseinheit angeordnet sein, die beispielsweise eine Kamera umfasst. Mittels entsprechender Bildverarbeitung kann die aktuelle Blickrichtung des Fahrers bestimmt werden. Das Ausgeben des optischen Warnsignals kann dann in Abhängigkeit davon erfolgen, ob der Fahrer seinen Blick auf das Objekt richtet oder nicht. Wenn der Fahrer seinen Blick nicht auf das Objekt richtet, kann der optische

Warnhinweis beispielsweise zu einem früheren Zeitpunkt ausgegeben werden, als wenn der Fahrer seinen Blick auf das Objekt richtet. Somit kann der Fahrer situationsabhängig durch das optische Warnsignal gewarnt werden.

In einer weiteren Ausgestaltung wird das optische Warnsignal in Abhängigkeit von dem erfassten Abstand zwischen dem Kraftfahrzeug und dem Objekt und/oder in Abhängigkeit von der erfassten Blickrichtung angepasst. Beispielsweise kann die Darstellung des optischen Warnhinweises angepasst werden, wenn sich der Abstand zwischen dem Kraftfahrzeug und dem Objekt verringert. Insbesondere kann das optische Warnsignal zeitlich veränderlich angezeigt werden. Beispielsweise kann eine Darstellung des

Warnsymbols in Abhängigkeit von der Zeit variieren. Hier kann beispielsweise zwischen einer positiven und einer negativen Darstellung des Warnsymbols gewechselt werden. Falls eine Kollision zwischen dem Kraftfahrzeug und dem Objekt droht, kann die

Anzeigefrequenz erhöht werden. Dies gilt in gleicher Weise für den Fall, wenn der Fahrer seinen Blick von dem Objekt, mit dem eine Kollision droht, abwendet.

Weiter ist es vorteilhaft, wenn mittels des Umfeldsensors eine Position des Objekts bestimmt wird und das optische Warnsignal die bestimmte Position des Objekts beschreibt. Mit anderen Worten kann als das optische Warnsignal ein Warnsymbol dargestellt werden, welches in Richtung des Objekts weist. Das optische Warnsignal kann beispielsweise einen Pfeil umfassen, der in Richtung der erfassten Objekts deutet. Dabei kann die Darstellung auch nach Art eines Lauflichts ausgebildet sein, welches sich in Richtung zu dem Objekt hin bewegt. Dies eignet sich insbesondere, wenn erfasst wurde, dass der Fahrer seinen Blick von dem Objekt abwendet. Mit der Darstellung des Warnsymbols kann die Aufmerksamkeit des Fahrers auf das Objekt gerichtet werden.

Vorzugsweise wird mittels des Fahrerassistenzsystems eine Lenkbewegung zum

Ausweichen des Objekts bestimmt und das optische Warnsignal beschreibt einen Lenkrichtung und/oder eine Lenkgeschwindigkeit zum Durchführen der bestimmten Lenkbewegung. Mit der Erfassungseinrichtung beziehungsweise dem zumindest einen Umfeldsensor kann das Objekt, mit dem eine Kollision droht, und weitere Objekte

beziehungsweise Hindernisse in der Umgebung des Kraftfahrzeugs erkannt werden. Somit kann beispielsweise bestimmt werden, ob das Kraftfahrzeug durch eine

Durchführung einer Lenkbewegung dem Objekt ausweichen kann. Hierzu kann beispielsweise in Abhängigkeit von der aktuellen Fahrzeuggeschwindigkeit und/oder der aktuellen Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs eine Lenkbewegung beziehungsweise eine Fahrtrajektorie zum Ausweichen des Objekts bestimmt werden. Als das Warnsymbol können dem Fahrer dann entsprechende Symbole auf der Anzeigeeinheit dargestellt werden, welche die durchzuführende Lenkbewegung und/oder die Lenkgeschwindigkeit, mit der die Lenkhandhabe bedient werden soll, beschreibt. Beispielsweise können auf dem Anzeigeelement entsprechende Pfeile dargestellt werden.

In einer weiteren Ausführungsform wird zum Ausgeben des optischen Warnsignals eine zeitlich veränderliche Anzeige auf der Anzeigeeinheit dargestellt. Hierbei wird

berücksichtigt, dass zeitlich veränderliche Darstellungen in dem peripheren Sichtfeld besonders gut von dem Fahrer wahrgenommen werden können. Es kann auch vorgesehen sein, dass eine Farbe, in der beispielsweise ein Warnsymbol dargestellt wird, verändert wird. Als das optische Warnsignal kann beispielsweise ein Warnsymbol angezeigt werden, dass die Form eines Dreiecks beziehungsweise Warndreiecks aufweist. Ein derartiges Symbol ist dem Fahrer im Zusammenhang mit einer

Gefahrensituation bekannt. Es kann auch vorgesehen sein, dass verschiedene

Gefahrenstufen bezüglich der Gefahrensituation bestimmt werden und die Darstellung des optischen Warnsignals in Abhängigkeit von der bestimmten Warnstufe angepasst.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird zum Bestimmen des Vorhandenseins der Gefahrensituation mittels der Erfassungseinrichtung ein Betriebszustand des

Kraftfahrzeugs erfasst. Insbesondere kann mit der Erfassungseinrichtung erfasst werden, ob das Kraftfahrzeug momentan funktionsfähig ist oder nicht. Wenn eine Beschädigung oder ein Betriebsausfall vorliegt, kann dem Fahrer das optische Warnsignal ausgegeben werden. Eine derartige Gefahrensituation kann beispielsweise vorliegen, wenn sich das Kraftfahrzeug liegengeblieben ist oder sich in einem sogenannten Notlaufprogramm befindet. Weiterhin kann eine derartige Gefahrensituation vorliegen, wenn ein

Treibstoff tank leer ist oder bei einem Elektrofahrzeug die Batterie entladen ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das optische Warnsignal eine

Schaltfläche, wobei infolge einer Betätigung der Schaltfläche ein Warnblinker des Kraftfahrzeugs aktiviert wird. Die Bedieneinrichtung ist insbesondere als

berührungsempfindlicher Bildschirm beziehungsweise Touchscreen ausgebildet. Als der optische Warnhinweis kann beispielsweise ein Warnsymbol mit der Form eines Dreiecks dargestellt werden. Dieses Warnsymbol kann zugleich eine Schaltfläche darstellen, die von dem Fahrer des Kraftfahrzeugs beispielsweise durch die Berührung mit zumindest einem Finger bedient werden kann. Infolge der Bedienung kann dann eine

Warnblinkanlage des Kraftfahrzeugs aktiviert werden. Ein solches Bereitstellen einer Schaltfläche eignet sich beispielsweise in dem Fall, in dem ein Objekt in der Umgebung des Kraftfahrzeugs erkannt wird. Insbesondere kann somit die Warnblinkanlage des Kraftfahrzeugs aktiviert werden, wenn mit dem Kraftfahrzeug ein Stauende erreicht wird. Zudem kann bei einem fehlerhaften Betriebszustand die Warnblinkanlage mittels der Schaltfläche aktiviert werden. In beiden Fällen ist es nicht erforderlich, dass der Fahrer die Hände von der Lenkhandhabe beziehungsweise dem Lenkrad nimmt, um den Warnblinker zu aktivieren. Zudem muss der Fahrer nicht das entsprechende

Bedienelement zum Aktivieren der Warnblinkanlage, welches beispielsweise auf dem Armaturenbrett oder der Mittelkonsole angeordnet ist, suchen. Somit kann ein besonders sicherer Betrieb des Kraftfahrzeugs ermöglicht werden.

Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn zusätzlich zu dem optischen Warnsignal ein akustisches und/oder ein haptisches Warnsignal mittels der Bedieneinrichtung ausgegeben wird. Die Bedieneinrichtung kann beispielsweise eine entsprechende Signalquelle

beziehungsweise einen Lautsprecher umfassen, mit dem zusätzlich ein akustisches Warnsignal ausgegeben werden kann. Weiterhin kann die Bedieneinrichtung einen entsprechenden Aktor umfassen, mit dem beispielsweise als haptisches Warnsignal eine Vibration an dem Lenkrad, insbesondere an dem Lenkradkranz, ausgegeben wird. Somit kann der Fahrer zuverlässig auf das Vorhandensein der Gefahrensituation hingewiesen werden.

Ein erfindungsgemäßes Fahrerassistenzsystem für ein Kraftfahrzeug umfasst eine Erfassungseinrichtung zum Bestimmen eines Vorhandenseins einer Gefahrensituation, wobei das Fahrerassistenzsystem dazu ausgelegt ist, bei dem Vorhandensein der Gefahrensituation ein optisches Warnsignal auszugeben. Dabei weist das

Fahrerassistenzsystem eine Bedieneinrichtung mit einem Anzeigeelement zum Ausgeben des optischen Warnsignals auf, wobei die Bedieneinrichtung an einer Lenkhandhabe des Kraftfahrzeugs angeordnet ist. Die Bedieneinrichtung umfasst insbesondere einen berührungsempfindlichen Bildschirm beziehungsweise einen Touchscreen.

Ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug umfasst ein erfindungsgemäßes Fahrerassistenzsystem. Das Kraftfahrzeug ist insbesondere als Personenkraftwagen ausgebildet.

Die mit Bezug auf das erfindungsgemäße Verfahren vorgestellten bevorzugten

Ausführungsformen und deren Vorteile gelten entsprechend für das erfindungsgemäße Fahrerassistenzsystem sowie das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug.

Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, den Figuren und der Figurenbeschreibung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen, sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen

Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es sind somit auch Ausführungen von der Erfindung als umfasst und offenbart anzusehen, die in den Figuren nicht explizit gezeigt und erläutert sind, jedoch durch separierte Merkmalskombinationen aus den erläuterten Ausführungen hervorgehen und erzeugbar sind. Es sind auch Ausführungen und Merkmalskombinationen als offenbart anzusehen, die somit nicht alle Merkmale eines ursprünglich formulierten unabhängigen Anspruchs aufweisen.

Die Erfindung wird nun anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen sowie unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.

Dabei zeigen:

Fig. 1 ein Kraftfahrzeug gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden

Erfindung, welches ein Fahrerassistenzsystem aufweist;

Fig. 2 eine Lenkhandhabe des Kraftfahrzeugs, welche zwei Bedieneinrichtungen umfasst;

Fig. 3 Warnsymbole, welche auf Anzeigeelementen der Bedieneinrichtungen beim Vorhandensein einer Gefahrensituation dargestellt werden;

Fig. 4 Warnsymbole gemäß einer weiteren Ausführungsform, welche einen

Fahrer auf ein Hindernis hinweisen;

Fig. 5 Warnsymbole gemäß einer weiteren Ausführungsform, welche dem Fahrer eine Richtung einer Lenkbewegung anzeigen; und

Fig. 6 Warnsymbole gemäß einer weiteren Ausführungsform, welche die

Richtung der Lenkbewegung anzeigen.

In den Figuren werden gleiche und funktionsgleiche Elemente mit den gleichen

Bezugszeichen versehen.

Fig. 1 zeigt ein Kraftfahrzeug 1 gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in einer Draufsicht. Das Kraftfahrzeug 1 ist in dem vorliegenden Fall als

Personenkraftwagen ausgebildet. Das Kraftfahrzeug 1 umfasst ein

Fahrerassistenzsystem 2. Das Fahrerassistenzsystem 2 umfasst eine Steuereinrichtung 3, die beispielsweise durch ein elektronisches Steuergerät (ECU - Electronic Control Unit) des Kraftfahrzeugs 1 gebildet sein kann.

Darüber hinaus umfasst das Fahrerassistenzsystem 2 eine Erfassungseinrichtung 4. Mit der Erfassungseinrichtung 4 kann das Vorhandensein einer Gefahrensituation ermittelt werden. Diese Gefahrensituation kann das Kraftfahrzeug 1 selbst oder beispielsweise weitere Verkehrsteilnehmer betreffen. Die Erfassungseinrichtung 4 umfasst zumindest einen Umfeldsensor 5. Der Umfeldsensor 5 ist dazu ausgelegt, ein Objekt 6 in einer Umgebung 7 des Kraftfahrzeugs 1 zu erfassen. Der Umfeldsensor 5 kann beispielsweise ein Radarsensor, ein Lasersensor oder ein Ultraschallsensor sein.

In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Umfeldsensor 5 als Kamera ausgebildet. Mit dem Umfeldsensor 5 kann eine relative Lage zwischen dem Kraftfahrzeug 1 und dem Objekt 6 in der Umgebung 7 des Kraftfahrzeugs 1 bestimmt werden. Weiterhin ist der Umfeldsensor 5 insbesondere dazu ausgelegt, einen Abstand zwischen dem

Kraftfahrzeug 1 und dem Objekt 6 zu bestimmen. Die mit dem Umfeldsensor 5 erfassten Daten, die das Objekt 6 beschreiben, werden an die Steuereinrichtung 3 übertragen. Der Steuereinrichtung 3 können zudem Informationen vorliegen, die die aktuelle

Fahrgeschwindigkeit und/oder die aktuelle Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs 1

beschreiben. Diese Daten können beispielsweise mittels Odometrie bestimmt werden.

Somit kann mittels der Steuereinrichtung 3 bestimmt werden, ob eine Kollision zwischen dem Kraftfahrzeug 1 und dem Objekt 6 droht.

Darüber hinaus umfasst die Erfassungseinrichtung 4 eine Blickrichtungserfassungseinheit 8. Die Blickrichtungserfassungseinheit 8 kann beispielsweise eine Kamera und eine entsprechende Bildverarbeitungseinheit aufweisen. Mit der

Blickrichtungserfassungseinheit 8 kann die aktuelle Blickrichtung eines Fahrers des Kraftfahrzeugs 1 erfasst werden. Auch die mit der Blickrichtungserfassungseinheit 8 erfassten Daten werden an die Steuereinrichtung 3 übertragen. Somit kann die

Steuereinrichtung 3 beispielsweise ermitteln, ob der Fahrer seinen Blick auf das mit dem Umfeldsensor 5 erfasste Objekt 6 richtet oder von diesem abwendet.

Des Weiteren umfasst die Erfassungseinrichtung 4 eine Zustandserfassungseinheit 9. Mit der Zustandserfassungseinheit 9 kann der aktuelle Betriebszustand des Kraftfahrzeugs 1 überprüft werden. Hierzu können beispielsweise die Motorsteuergeräte des

Kraftfahrzeugs 1 ausgelesen werden. Mit der Zustandserfassungseinheit 9 kann beispielsweise ermittelt werden, ob sich das Kraftfahrzeug 1 in einem sogenannten Notlaufprogramm befindet und somit nicht fahrtüchtig ist. Auch die Daten der

Zustandserfassungseinheit 9 werden an die Steuereinrichtung 3 übertragen.

Die Steuereinrichtung 3 kann anhand der Daten des Umfeldsensors 5, der

Blickrichtungserfassungseinheit 8 und/oder der Zustandserfassungseinheit 9 bestimmen, ob eine Gefahrensituation vorliegt oder nicht. Eine derartige Gefahrensituation liegt beispielsweise vor, wenn eine Kollision zwischen dem Kraftfahrzeug 1 und dem Objekt 6 droht. Hierzu kann der aktuelle Abstand zwischen dem Kraftfahrzeug 1 und dem Objekt 6 bestimmt werden. Weiterhin kann berücksichtigt werden, ob der Fahrer seinen Blick auf das Objekt 6 richtet oder nicht. Eine Gefahrensituation liegt auch vor, wenn das

Kraftfahrzeug 1 momentan nicht oder nur eingeschränkt betriebsfähig ist. Falls die Gefahrensituation mittels der Steuereinrichtung 3 erkannt wurde, wird ein entsprechendes Steuersignal an eine Bedieneinrichtung 10 ausgegeben, die an und/oder in einer

Lenkhandhabe 1 1 beziehungsweise einem Lenkrad des Kraftfahrzeugs 1 angeordnet ist.

Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung der Lenkhandhabe 1 1 . Die Lenkhandhabe 1 1 umfasst einen Lenkradkranz 12, einen Pralltopf 13 und Lenkradspeichen 14. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel umfasst die Lenkhandhabe 1 1 zwei

Bedieneinrichtungen 10, die im Bereich der Lenkradspeichen 14 angeordnet sind. Die Bedieneinrichtungen 10 sind in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel als

berührungsempfindliche Bildschirme beziehungsweise Touchscreens ausgebildet. Auf der Anzeigeeinheit 15 der Bedieneinrichtung 10 kann ein optisches Warnsignal

beziehungsweise ein Warnsymbol 16 dargestellt werden.

Fig. 3 zeigt die beiden Bedieneinrichtungen 10 der Lenkhandhabe 1 1 in einem ersten Betriebsmodus. Hierbei wird auf den jeweiligen Anzeigeeinrichtungen 15 ein Warnsymbol 16 dargestellt, das die Form eines Dreiecks beziehungsweise eines Warndreiecks aufweist. Dieses Warnsymbol 16 kann beispielsweise dargestellt werden, wenn die Kollision mit dem Objekt 6 in der Umgebung 7 droht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich das Kraftfahrzeug 1 einem Stauende auf einer Autobahn nähert. Dieses Warnsymbol 16 kann auch angezeigt werden, wenn das Kraftfahrzeug 1

beziehungsweise ein Antriebsmotor des Kraftfahrzeugs 1 momentan nicht funktionsfähig ist. Der Fahrer, der auf die Fahrbahn vor dem Kraftfahrzeug 1 blickt, kann dann das optische Warnsignal in seinem peripheren Sichtfeld wahrnehmen. Dabei kann es auch vorgesehen sein, dass eine Darstellung des Warnsymbols 16 auf der Anzeigeeinheit in Abhängigkeit von der Zeit verändert wird.

Insbesondere ist es vorgesehen, dass zusätzlich zu der Darstellung des Warnsymbols 16 gleichzeitig eine Schaltfläche 17 bereitgestellt wird. Die Schaltfläche 17 kann mit dem Warnsymbol 16 überlagert sein, das auf der Bedieneinrichtung 10 beziehungsweise dem Anzeigeelement 15 dargestellt wird. Der Fahrer kann die Schaltfläche 17 bedienen und damit eine Warnblinkanlage des Kraftfahrzeugs 1 aktivieren. Es kann auch vorgesehen sein, dass die Warnblinkanlage durch das Bedienen der Schaltfläche 17 deaktiviert werden kann. Die Schaltfläche 17 kann dadurch bedient werden, dass der Fahrer die Schaltfläche mit einem Finger berührt. Der Fahrer des Kraftfahrzeugs 1 kann also in einer Gefahrensituation ohne die Hände von der Lenkhandhabe 1 1 zu nehmen, die

Warnblinkanlage des Kraftfahrzeugs 1 ansteuern.

Fig. 4 zeigt die Bedieneinrichtungen 10 in einer weiteren Ausführungsform. Hierbei sind umfassen die jeweiligen Warnsymbole 16 Pfeilelemente. Diese Pfeilelemente weisen in Richtung des Objekts 6, das mit dem Umfeldsensor 5 erfasst wurde. Hierzu kann die Steuereinrichtung 3 anhand der Daten des Umfeldsensors 5 die Position des Objekts 6 bestimmten. Eine derartige Anzeige eignet sich insbesondere, falls anhand der Daten der Blickrichtungserfassungseinheit 8 erkannt wurde, dass der Fahrer des Kraftfahrzeugs 1 seinen Blick von dem Objekt 6 abwendet. Durch die Warnsymbole 16, die in Richtung des Objekts 6 weisen, kann der Fahrer auf das Objekt 6 hingewiesen werden. Dabei können die Pfeilelemente des Warnsymbols 16 nach Art eines Lauflichts dargestellt werden.

Somit kann der Fahrer besonders zuverlässig auf das Vorhandensein des Objekts 6 und dessen Position hingewiesen werden.

Die Steuereinrichtung 3 kann auch dazu ausgelegt sein, anhand der erfassten Position des Objekts 6 sowie der aktuellen Fahrzeuggeschwindigkeit und/oder der aktuellen Fahrtrichtung eine Lenkbewegung zu bestimmen, durch deren Durchführung das

Kraftfahrzeug 1 dem Objekt 6 ausweichen kann. In diesem Fall können als die

Warnsymbole 16 entsprechende pfeilartige Elemente angezeigt werden, welche eine Lenkrichtung und/oder eine Lenkgeschwindigkeit beschreiben. Hierzu zeigt Fig. 5 eine erste Ausführungsform einer Anzeige von Warnsymbolen 16, die als Pfeilelemente ausgebildet sind. Diese weisen den Fahrer darauf hin, dass er die Lenkhandhabe 1 1 beziehungsweise das Lenkrad nach links drehen soll.

Fig. 6 zeigt eine alternative Darstellungsform von Warnsymbolen 16, welches

entsprechende Pfeile umfasst. Eine derartige Anzeige von Warnsymbolen 16 kann beispielsweise auch während dem Einparken des Kraftfahrzeugs 1 genutzt werden. Somit kann dem Fahrer angezeigt werden, in welche Richtung er das Kraftfahrzeug 1 lenken muss, um eine Kollision mit einem parkenden Fahrzeug zu vermeiden.