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1. (WO2005117732) OSTEOSYNTHESIS PLATE
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Osteosyntheseplatte

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Osteosyntheseplatte gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Osteosyntheseplatten zur Implantation, anatomischen Reposition und inneren Schienung von Knochenfragmenten nach Frakturen sind in den verschiedensten Formen und Ausgestaltungen weithin bekannt. Der Erfolg einer Frakturversorgung wird wesentlich von der Stabilität der Implantate bestimmt. Um eine Heilung der Fraktur vor dem Versagen des Implantates sicherzustellen, ist die Stabilität kritisch. Sie soll möglichst hoch sein, ohne dass das Implantat allzu dick und somit zu rigide wird. Eine zu hohe Dicke des Implantates könnte zu einer Störung der Weichteile führen. Ferner fehlt einem Implantat, das auf Grund einer zu hohen Dicke vergleichsweise steif ist, die für die Heilung notwendige Elastizität.

Osteosyntheseplatten weisen gewöhnlich eine Reihe an Bohrlöchern auf, durch die Knochenschrauben für das Fixieren der Implantate am Knochen und damit für die Fixierung der Fraktur hindurchgeführt werden. Vor allem bei Implantaten, die im artikluären Bereich eingesetzt werden, sind häufig mehrere Bohrlöcher vergleichsweise eng benachbart zueinander
angeordnet. Dies führt vor allem bei konvexen Platten zu einer Reduktion der Stabilität in diesem Bereich. Dort ist der tragende Querschnitt auf Grund der Bohrungen geschwächt. Der zwischen den beiden Bohrlöchern noch verbleibende Bereich ist zum einen isoliert und liegt zum anderen auf Grund der konvexen Ausformung vergleichsweise weit von der neutralen Faser der Platte entfernt. Infolgedessen kommt es bei Biegebelastungen an der konvexen Seite zu einer Spannungsüberhöhung, die zum Versagen der Platte gerade in diesem Bereich führen könnte. Kritisch für die Stabilität einer Osteosyntheseplatte insgesamt ist somit ein vergleichsweise kleiner Bereich.

Dieser entscheidet unter Umständen über Erfolg oder Misserfolg einer Frakturversorgung.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Stabilität von
Osteosyntheseplatten zu verbessern. Insbesondere soll die Stabilität von Osteosyntheseplatten dort verbessert werden, wo zumindest zwei
Bohrlöcher vergleichsweise nahe beieinander liegen.

Diese und andere Aufgaben werden erfindungsgemäß durch eine
Osteosyntheseplatte nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen zu finden.

Eine Osteosyntheseplatte gemäß der Erfindung weist zumindest zwei benachbart angeordnete Bohrlöcher auf. Erfindungsgemäß ist zwischen diesen beiden Bohrlöchern zumindest eine Kerbe angeordnet. Wie oben ausgeführt, treten bei benachbart angeordneten Bohrlöchern bei
Biegebelastungen an der konvexen Seite Spannungsüberhöhungen auf. Auf den ersten Blick scheint es daher nicht sehr vorteilhaft zu sein, an einer Stelle der höchsten Belastung noch weiteres Material zu entfernen.
Überraschenderweise ist jedoch das Gegenteil der Fall. Durch die zumindest eine Kerbe wird erreicht, dass Spannungsspitzen abgebaut werden und die maximale Biegebelastung auf einen breiteren Steg verteilt wird. Ferner wird ein Teil der Last auf die Außenseite der Platte geleitet. Der Bereich an der Außenseite der Bohrlöcher ist gewöhnlich wesentlich breiter als der zwischen den Bohrlöchern verbleibende Steg. Infolgedessen kann dieser auch mehr Last aufnehmen. Eine solche Entlastungskerbe bezeichnet ist vor allem im Rahmen einer winkelstabilen Plattenosteosynthese vorteilhaft, da bei der winkelstabilen Verankerung die gesamte Last von der Platte getragen wird.

Im Stand der Technik sind bereits Platten bekannt, die an gewissen Stellen Einschnitte bzw. Einkerbungen aufweisen. So sind zum einen Unterschnitte bekannt. Hierbei wird die Osteosyntheseplatte an der Unterseite mit Kerben versehen, wodurch die Kontaktfläche zwischen Platte und Knochen reduziert wird. Dadurch wird die periostale Blutversorgung weniger gestört, was die Heilung verbessert. Ferner sind seitliche Einschnitte bei
Rekonstruktionsplatten bekannt, wo sie für eine bessere Biegbarkeit der Platte senkrecht zur Längsrichtung sorgen. Ohne diese Einschnitte besteht das Risiko, dass sich die Platte nur über die Materialschwächung durch das Bohrloch verbiegt, wodurch sich die Form des Bohrloches verändert, was bei einer Fixation mittels einer Knochenschraube nachteilig sein kann. Wichtig ist jedoch, dass sämtliche dieser Einkerbungen und Einschnitte gerade nicht im unmittelbaren Bereich bzw. der unmittelbaren Umgebung von
Bohrlöchern angebracht werden. Die Querschnitte im Bereich der Bohrlöcher würden durch oben genannte Einschnitte geschwächt werden. Außerdem lässt sich nur durch einen entsprechend höheren Abstand der Einschnitte von den Bohrlöchern das Verziehen der Bohrlöcher durch das Verbiegen der Platte verhindern. Infolgedessen können die bekannten
Osteosyntheseplatten, ob mit oder ohne bekannte Einschnitte, zur Lösung der Aufgabe nicht beitragen. Keine der bekannten Einschnitte und
Einkerbungen führt zu einer Verteilung oder Ablenkung der Last weg von dem kritischen Bereich zwischen den Bohrlöchern.

Die Bezugszeichenliste und die Zeichnung sind zusammen mit den in den Ansprüchen beschriebenen, beziehungsweise geschützten Gegenständen integrierender Bestandteil der Offenbarung dieser Anmeldung.

Figurenbeschreibung

Die Erfindung kann noch besser verstanden werden, indem auf die beiliegenden beispielhaften Figuren verwiesen wird. Sie werden
zusammenhängend und übergreifend beschrieben. Gleiche Bezugszeichen bedeuten gleiche Bauteile, Indices geben funktionengleiche Bauteile an.

Es zeigen dabei:

Fig. 1 einen Ausschnitt aus einer generischen Platte in Seitenansicht (A), Aufsicht (B) und perspektivischer Ansicht (C); und

Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel einer Osteosyntheseplatte in Seitenansicht (A), Aufsicht (B) und perspektivischer Darstellung (C).

Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einer generischen Platte 1 a in
verschiedenen Ansichten. Bei der generischen Platte handelt es sich um ein Modell für eine Osteosyntheseplatte, um das Grundprinzip der Erfindung zu zeigen. Der in Fig. 1 gezeigt Ausschnitt der generischen Platte 1a weist zwei Bohrlöcher 2, 2' auf. Die beiden Bohrlöcher 2. 2' durchdringen die Platte, so dass eine Schraube eingeführt werden kann. Zwischen den Bohrlöchern 2, 2' ist eine Kerbe 5a angeordnet. Wie sich aus der Zeichnung der Fig. 1 B ergibt, befindet sich diese Kerbe 5a zwischen den beiden Bohrlöchern 2, 2'. Anders ausgedrückt, verbindet die Kerbe 5a die beiden Bohrlöcher 2, 2'; sie verläuft von Bohrloch 2 zu Bohrloch 2'. Die generische Platte 1a ist eine gewölbte Platte. Sie weist eine konvexe Seite 6a und eine konkave Seite 7a auf. Wie insbesondere aus der Fig. 1 C ersichtlich ist, ist die Kerbe 5a auf der konvexen Seite 6a angeordnet. Die konkave Seite 7a bleibt unverändert.

Fig. 2 zeigt eine Osteosyntheseplatte 1 b in verschiedenen Ansichten. Die Osteosyntheseplatte 1 b weist verschiedenartige Bohrlöcher auf. Unter dem Begriff „Bohrloch" wird hierin jede Öffnung oder Bohrung in der
erfindungsgemäßen Platte verstanden, durch die Mittel für die Befestigung der Platte mit und an einem Knochen eingeführt werden können. So sind damit beispielsweise sowohl zylindrische als auch konische Bohrlöcher, ebenso wie Langlöcher und Bohrlöcher mit Gewinde, sowie deren
Kombinationen umfasst. Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, sind die beiden
Bohrlöcher 4, 4' im mittleren Bereich der Osteosyntheseplatte 1 b
vergleichsweise eng benachbart angeordnet. Im Bereich der beiden Bohrlöcher 4, 4' kommt es bei Biegebelastung an der konvexen Seite 6b zu einer Spannungsüberhöhung, wie oben ausgeführt. Gemäss der Erfindung erstreckt sich zwischen diesen Bohrlöchern 4, 4' eine Kerbe 5b. Durch das Anbringen der Kerbe 5b wird die Last, die auf dem Steg 12 im Bereich zwischen den beiden Bohrlöchern 4, 4' ruht, gleichmäßiger verteilt, z. B. auf die seitlichen Stege 10, 10' abgelenkt, wie angedeutet durch die Pfeile 11. Insbesondere aus der Darstellung der Fig. 2B wird deutlich, dass die seitlichen Stege 10, 10' breiter sind als der mittlere Steg 12. Infolgedessen kann der Steg 10, 10' auch mehr Last aufnehmen als der Steg 12. Überdies wird durch das Anbringen der Kerbe 5b das Flächenträgheitsmoment nur geringfügig verringert, wobei sich gleichzeitig der Randfaserabstand überproportional verkürzt. Dies trägt wesentlich zur Erhöhung der Stabilität der Platte bei.

Aus der Fig. 2 ist ersichtlich, dass das proximale Ende 8, im Gegensatz zum distalen Ende 9, löffelartig geformt, das heißt gewölbt, ist. Dadurch ist die Osteosyntheseplatte 1 b sowohl für den linken als auch für den rechten proximalen Humerus einsetzbar. Durch diese gewölbte, löffelartige
Gestaltung treten aber gerade diese Biegebelastungen, wie oben
besprochen, auf. Deshalb ist die Entlastungskerbe vor allem bei derartigen Osteosyntheseplatten äußerst nützlich.

Bei der Kerbe 5 handelt es sich um eine Ausnehmung, die in die
Osteosyntheseplatte eingebracht ist. Anders kann sie auch mit den Begriffen "Einschnitt" oder "Nute" beschrieben werden. Die Kerbe 5 ist insbesondere gerundet, um den Einfluss der Kerbwirkung zu reduzieren.

Die Tiefe der Kerbe 5 hängt von der Krümmung der Osteosyntheseplatte 1 ab. Je stärker diese gekrümmt ist, desto tiefer kann die Kerbe ausgebildet sein. Als eine Hilfe zur Bestimmung der bevorzugten Tiefe der Kerbe 5 kann die Seitenansicht einer Platte dienen. Wenn in Seitenansicht, wie in Fig. 2 A dargestellt, der zwischen den Bohrlöchern 4, 4' vorhandene Steg 12 nicht mehr über den Rand der Bohrlöcher hinaus steht, dann weist die Kerbe 5 die bevorzugte Tiefe auf. Die Krümmung der Platte soll die Kerbe in
Seitenansicht verdecken.

Anders ausgedrückt weist die Kerbe 5 eine Tiefe auf, welche im
Wesentlichen der Tiefe der Kante 15, 15' bzw. 17, 17' des Bohrloches 4, 4' bzw. 2, 2' entspricht, die sich auf dem Bereich 19, 19' bzw. 18, 18' des Bohrloches 4, 4' bzw. 2, 2' befindet, der quer zur Längsachse der Kerbe 5 verläuft und der weiter von der Kerbe entfernt liegt. Die Kerbe ist folglich bevorzugt in etwas so tief wie die gegenüberliegende Kante des Bohrloches tief liegt, was insbesondere aus der Fig. 1A und der Fig. 2A deutlich hervorgeht. Unter der „Tiefe" der Bohrlochkante wird dabei der Abstand zwischen der Kante des Bohrloches und der Ebene, die auf der Oberseite der Osteosyntheseplatte liegt, verstanden. Aus dieser Definition wird auch deutlich, dass die Tiefe von der Krümmung der Platte, dem Abstand der Bohrlöcher, zwischen denen die Kerbe angebracht wird, und der Dicke der Platte abhängt. Die Tiefe kann jedoch variieren. Wichtig ist allerdings, dass die Kerbe nur so tief ist, dass keine neue exponierte Zone beispielsweise an der Außenseite der Bohrlöcher (in Fig. 2 im Bereich des BezugszeichenslO, 10') erzeugt wird.

Wie oben ausgeführt, wird die Kerbe 5 zwischen zwei benachbart
angeordneten Bohrlöchern angebracht. Ein Ausführungsbeispiel sieht vor, dass sich die Kerbe 5 koaxial zu einer Geraden 14 erstreckt, die die beiden Mittelpunkte 13, 13' der Bohrlöcher 2, 2' verbindet, wie dargestellt in Fig. 1 B. Die Längsachse der Kerbe 1 a fällt folglich mit der Geraden 14 zusammen. Bei Plattensonderformen, insbesondere gekrümmten Osteosyntheseplatten, kann die Kerbe 5 aus der Mitte des Steges verschoben sein. So ist vorgesehen, dass die Entlastungskerbe zu dieser Verbindung der
Mittelpunkte parallel verschoben ist, wie beispielsweise in Fig. 2B dargestellt. Hier befindet sich die Kerbe 5b in Richtung zum proximalen Ende 8 der Osteosyntheseplatte 1 b hin verschoben. Die Kerbe 5b bildet die Tangente der beiden Bohrlöcher 4, 4'. Vorteilig ist, wenn sich der proximale Bereich der Kante 16 der Kerbe 5 in etwa auf der Höhe oder darüber befindet, auf der sich der proximale Bereich der Kante 15, 15' des Bohrloches 4, 4' befindet. Dadurch wird die Lastverteilung gewährleistet.

Wie sich insbesondere aus der Fig. 2 ergibt, ist die Kerbe 5 quer zur
Längsachse 3 der Osteosyntheseplatte 1 b angeordnet.

Die Bohrlöcher, zwischen denen die Kerbe angeordnet ist, sind benachbart angeordnet. Unter "benachbart" wird hierin verstanden, dass die Bohrlöcher vergleichsweise nahe beieinander liegen. Das genaue Maß des Abstandes zwischen den benachbarten Bohrlöchern, bei der die vorliegende Erfindung ihre vorteilhaften Wirkungen entfaltet, hängt wiederum von der Krümmung der Osteosyntheseplatte ab. Überdies ist die Größe des Implantates entscheidend. Ferner hängt sie zu einem gewissen Grad auch von der

Gesamtanzahl der auf dem Implantat angeordneten Bohrlöcher ab. In jedem Fall sind zwei Bohrlöcher im Sinne der Erfindung benachbart angeordnet, wenn zwischen diesen nur ein schmaler Steg verbleibt, der zu
Spannungsüberhöhungen an dieser Stelle führt.

Die beiden Bohrlöcher 2, 2' bzw. 4, 4' können noch als benachbart im Sinne der Erfindung angesehen werden, wenn ihr Abstand nicht so groß ist, dass die oben definierte Tiefe der Kerbe 5 die Dicke der Osteosyntheseplatte 1 übertrifft. Dies bedeutet, dass der Abstand der benachbart angeordneten Bohrlöcher 2, 2' bzw. 4, 4' von der Tiefe der Kerbe 5 abhängt, dahingehend, dass die Kerbe nicht tiefer ist als die Osteosyntheseplatte 1 dick ist. Wenn die Tiefe der Kerbe 5 also an die Tiefe der gegenüberliegenden Kante 15, 15' bzw. 17, 17' angepasst wird, so wird bei einer gekrümmten
Osteosyntheseplatte 1 irgendwann ein Punkt erreicht, bei dem sich diese Kante 15, 15' bzw. 17, 17' unterhalb einer durch die Unterseite der Platte aufgespannten Ebene befindet, sprich tiefer liegt als die Unterseite der Platte. Wäre die Kerbe 5 dann immer noch so tief wie die Kante 15, 15', 17, 17', so wäre diese Tiefe größer als die Dicke der Platte und letztere folglich durchbrochen. Hieraus wird auch deutlich, dass der Abstand der Bohrlöcher bei stärker gekrümmten Platten geringer sein wird als bei weniger stark gekrümmten. Hier können die Bohrlöcher, zwischen denen die Kerbe gemäß der Erfindung angebracht wird, weiter auseinander liegen und die Kerbe kann trotzdem ihre erfindungsgemäße Funktion erfüllen.

Bezugszeichenliste

1 - Osteosyntheseplatte
2 - Bohrloch
3 - Längsachse
4 - Bohrloch
5 - Kerbe
6 - konvexe Seite
7 - konkave Seite
8 - proximales Ende
9 - distales Ende
10 - seitlicher Steg
11 - Pfeil
12 - Steg
13 - Mittelpunkt
14 - Gerade
15 - Kante
16 - Kante
17 Kante
18 Bereich
19 Bereich