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1. (WO2018224256) SYSTÈME D'UNITÉS DE FERMETURE DE MACHINES DE MOULAGE PAR INJECTION
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Beschreibung

Spritzgießmaschinen-Schließeinheiten-System

Die Erfindung betrifft ein Spritzgießmaschinen-Schließeinheiten-System umfassend zwei Schließeinheiten, wobei jede der beiden Schließeinheiten als Kniehebel-Schließeinheit ausgebildet ist und wobei eine modulare Bauweise vorgesehen ist, um eine größere Freiheit beim Werkzeugeinsatz zu ermöglichen.

Aus der DE202007012787U1 ist eine Spritzgießmaschine mit modularem Aufbau bekannt, wobei das Maschinenbett zweiteilig ausgebildet ist und genormte Montage- und Kopplungsschnittstellen aufweist, welche die Formschlussseite und die Spritzaggregatseite zu einer einteiligen Spritzgießmaschine verbinden. Damit soll die Herstellung wie auch die Logistik, vor allem in dem Bereich des Maschinenherstellers, auf eine höhere Wirtschaftlichkeitsstufe gebracht werden, ohne dass daraus Nachteile für den Kunden entstehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Spritzgießmaschinen-Schließeinheiten-System anzugeben, mit dem es möglich ist, einem Kunden für einen bestimmten Anwendungsfall entsprechend einem bestimmten Werkzeuggewicht und einer bestimmten Werkzeuggröße nicht ausschließlich die dafür eigentlich vorgesehene Schließeinheit anbieten zu können, sondern auch eine kleinere und damit kostengünstigere Schließeinheit.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch ein Spritzgießmaschinen-Schließeinheiten-System mit den Merkmalen von Anspruch 1 . Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterentwicklungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen.

Ein Kerngedanke der vorliegenden Erfindung geht davon aus, dass von einem Maschinenhersteller üblicherweise Spritzgießmaschinen mit unterschiedlich großen Schließkräften angeboten werden. Die Schließkraft ist hierbei ein Maß, welches vorgibt, wie hoch die maximale Zuhaltekraft der Schließeinheit ist. Je größer ein Spritzgießwerkzeug ist, umso größer müssen die Schließkraft der Schließeinheit sowie die Formaufspannplatten sein, insbesondere die bei den Formaufspannplatten zur Verfügung stehende Werkzeugaufspannfläche. Mit der Größe eines Spritzgießwerkzeugs korrelliert somit auch die Größe einer Schließeinheit, insbesondere in Bezug auf die Größe der Formaufspannplatten und auf die erzeugbare Schließkraft. Wenn ein Spritzgießwerkzeug hinsichtlich seiner Abmessungen und seines Gewichts für eine Schließeinheit mit Formaufspannplatten einer ersten Größe und mit einer ersten Schließkraft F1 nicht mehr geeignet ist, ist der Erwerb einer Schließeinheit mit der nächstgrößeren Schließkraft F2 aus der vom Maschinenhersteller angeboten Reihe an Schließeinheiten erforderlich. Damit gehen erhöhte Kosten einher, insbesondere durch die größeren Formaufspannplatten und die größeren Antriebe zum Verfahren der beweglichen Formaufspannplatte und zum Erzeugen der größeren Schließkraft F2. Es kann jedoch Anwendungsfälle geben, bei welchen ein Kunde ein großes Spritzgießwerkzeug verwenden möchte, allerdings nicht die hohen Schließkräfte F2 der hierfür eigentlich vorgesehenen Schließeinheit benötigt. Dem Kunden würde es genügen, wenn lediglich größere Formaufspannplatten zur Verfügung gestellt werden könnten, welche in der Schließeinheit mit der ersten Schließkraft F1 benutzt werden könnten.

In diesem Zusammenhang spielt auch die sogenannte lichte Holmweite eine Rolle; man spricht auch von der lichten Weite der Säulen. Diese lichte Weite bestimmt die Größe der Werkzeugaufspannfläche und stellt somit eine Obergrenze für die äußeren Abmessungen eines Werkzeugs dar. Es hat sich gezeigt, dass die Abmessungen (lichte Holmweite) der Formaufspannplatten von Kniehebel-Schließeinheiten, insbesondere von Schließeinheiten mit 5-Punkt-Kniehebel maßgeblich die Herstellkosten der Schließeinheit beeinflussen. Aus diesem Grund ist die realisierte lichte Holmweite einer Schließeinheit als ein Kompromiss aus Kosten und Anpassung auf marktübliche Werkzeugabmessungen anzusehen.

Bei hydraulischen Schließeinheiten werden im Standard oft kleine lichte Holmweiten angeboten, die optional durch den Einsatz vergrößerter Formaufspannplatten vergrößert werden können, ohne dass die Schließeinheit im Übrigen größer wird. Dem Kunden können somit größere Formaufspannplatten zur Verfügung gestellt werden, welche in einer Schließeinheit mit einer ersten Schließkraft F1 benutzt werden können und der Kunde braucht nicht eine größere Schließeinheit mit einer zweiten Schließkraft F2 größer als F1 zu erwerben. Anders ausgedrückt bedeutet dies folgendes: Die Standard-Ausführung einer Schließeinheit mit einer Schließkraft F1 kann auch für den Betrieb mit vergrößerten Formaufspannplatten werden, wobei lediglich größere Formaufspannplatten und damit einhergehend eine größere lichte Holmweite zum Einsatz kommen. Dabei können auch diejenigen Formaufspannplatten zum Einsatz kommen, die ohnehin im Programm des Maschinenherstellers vorhanden sind, nämlich diejenigen der nächstgrößeren Schließkraftgröße. Auf diese Weise ergibt sich eine modulare Bauweise der im Programm des Maschinenherstellers befindlichen Schließeinheiten, was dem Kunden eine größere Freiheit beim Werkzeugeinsatz ermöglicht.

Im Unterschied zu hydraulischen Schließeinheiten kann die lichte Holmweite bei Kniehebel-Schließeinheiten nicht ohne weiteres durch den Einsatz vergrößerter Formaufspannplatten vergrößert werden. Eine optionale Vergrößerung der lichten Holmweite bei Kniehebel-Schließeinheiten und damit einhergehend eine Anpassung der geometrischen Abmessungen des Kniehebels an die veränderten Größen der Formaufspannplatten ist problematisch, weil sich dadurch die Regelparameter zum Verfahren der beweglichen Formaufspannplatte verändern würden. Das Vorstehende gilt in besonderem Maße für 5-Punkt-Kniehebel-Schließeinheiten.

Demzufolge wird gemäß der vorliegenden Erfindung ein Spritzgießmaschinen-Schließeinheiten-System angegeben, umfassend zwei Schließeinheiten, wobei jede der beiden Schließeinheiten als Kniehebel-Schließeinheit ausgebildet ist, wobei jede der beiden Schließeinheiten eine feststehende Formaufspannplatte, eine bewegliche Formaufspannplatte, eine Abstützplatte, einen mittels eines Antriebs entlang der Symmetrieachse der Schließeinheit verfahrbaren Kreuzkopf, und mindestens einen mittels des Kreuzkopfes betätigbaren, zwischen Abstützplatte und beweglicher Formaufspannplatte angeordneten und mit diesen Platten gelenkig verbundenen Kniehebelmechanismus aufweist, wobei jede der beiden Schließeinhei-

ten gemäß einer ersten Schließkraft F1 ausgebildet ist, wobei eine der beiden Schließeinheiten mit Formaufspannplatten einer ersten Größe ausgestattet ist und eine Schließeinheit erster Art darstellt, wobei die andere der beiden Schließeinheiten mit Formaufspannplatten einer zweiten Größe ausgestattet ist und eine Schließeinheit zweiter Art darstellt, wobei die Formaufspannplatten der Schließeinheit zweiter Art größer sind als die Formaufspannplatten der Schließeinheit erster Art, insbesondere in Bezug auf die Werkzeugaufspannfläche, wobei die Gelenkhebel des Kniehebelmechanismus der Schließeinheit erster Art und die Gelenkhebel des Kniehebelmechanismus der Schließeinheit zweiter Art zumindest in Bezug auf die Länge zwischen den jeweiligen Gelenkpunkten P1 , P2, P3, P4, P5 bei bezüglich ihrer räumlichen Anordnung in der jeweiligen Schließeinheit einander entsprechenden Gelenkhebeln identisch ausgebildet sind, wobei die Gelenkhebel des Kniehebelmechanismus der Schließeinheit zweiter Art in einem größeren Abstand zur Symmetrieachse an Abstützplatte und beweglicher Formaufspannplatte angelenkt sind als die Gelenkhebel des Kniehebelmechanismus der Schließeinheit erster Art, und wobei der Kreuzkopf der Schließeinheit zweiter Art in Richtung der Gelenkhebel des Kniehebelmechanismus größer ausgebildet ist als der Kreuzkopf der Schließeinheit erster Art, derart, dass die Kniehebelmechanismen der beiden Schließeinheiten die gleiche Kinematik aufweisen.

Bei Verwendung der größeren Formaufspannplatten werden die Gelenkpunkte, an welchen die Gelenkhebel an der Stützplatte und an der beweglichen Formaufspannplatte angelenkt sind, in ihrer Lage zur Symmetrieachse der Schließeinheit vorzugsweise in gleichem Maße nach außen von der Symmetrieachse weg verschoben. Infolgedessen wird der Kreuzkopf in einem Maße vergrößert, derart dass die Kinematik des Kniehebelmechanismus beibehalten wird. Die Größe des Kreuzkopfs wird somit an die veränderte Lage der Gelenkhebel angepasst. Dabei geht es in erster Linie um die Lage der Gelenkpunkte an dem Kreuzkopf, an welchen der Kniehebelmechanismus gelenkig mit dem Kreuzkopf verbunden wird. Die geometrischen Abmessungen des Kniehebels bleiben erhalten, trotz der vergrößerten Formaufspannplatten. Es werden also bei der Schließeinheit erster Art und bei der Schließeinheit zweiter Art die gleichen Gelenkhebel verwendet. Die Gelenkhebel sollten zumindest in Bezug auf die Länge zwischen den jeweiligen Gelenkpunkten P1 , P2, P3, P4, P5 bei bezüglich ihrer räumlichen Anordnung in der jeweiligen Schließeinheit einander entsprechenden Gelenkhebeln identisch ausgebildet sein. Die übrigen Maße sind von eher untergeordneter Bedeutung, also z.B. die Dicke der Gelenkhebel. Im Sinne einer Modulbauweise ist es jedoch vorteilhaft, wenn die Gelenkhebel der Schließeinheit zweiter Art insgesamt identisch sind zu den Gelenkhebeln der Schließeinheit erster Art. Ein- und dieselben Gelenkhebel können somit sowohl in der Schließeinheit erster Art als auch in der Schließeinheit zweiter Art eingebaut werden.

Der Kunde benötigt somit nicht eine Schließeinheit der nächstgrößeren Schließkraft aus dem Programm des Maschinenherstellers, sondern lediglich vergrößerte Formaufspannplatten und einen angepassten Kreuzkopf. Bei der Anpassung des Kreuzkopfes kommt es lediglich darauf an, dass die Kinematik des Kniehebelmechanismus die gleiche bleibt. Die Anpassung liegt also darin, dass die Lage der Gelenkpunkte an dem Kreuzkopf in einem Maße von der Symmetrieachse weg verschoben werden, dass die Kinematik des Kniehebelmechanismus gleich bleibt. Es können diejenigen Formaufspannplatten zum Einsatz kommen, die ohnehin im Programm des Maschinenherstellers vorhanden sind, nämlich diejenigen der nächstgrößeren Schließkraftgröße. Auf diese Weise ergibt sich eine modulare Bauweise der im Programm des Maschinenherstellers befindlichen Schließeinheiten, was dem Kunden eine größere Freiheit beim Werkzeugeinsatz ermöglicht.

Demzufolge können gemäß einem weiteren Gedanken der vorliegenden Erfindung auch ein Spritzgießmaschinen-Schließeinheiten-System vorgesehen werden, das drei Schließeinheiten umfasst, wobei - kurz gesagt - zusätzlich zu zwei ohnehin im Programm befindlichen Schließeinheiten mit voneinander in üblicher Weise beab-standeten Schließkraftgrößen F1 und F2 eine weitere Schließeinheit vorgesehen ist, welche für Spritzgießwerkzeuge geeignet ist, für die normalerweise eine Schließeinheit der Schließkraftgröße F2 vorgesehen wäre, welcher aber mit Komponenten einer Schließeinheit der kleineren Schließkraftgröße F1 ausgestattet ist. Die weitere Schließeinheit bzw. diese„Zwischengröße" an Schließeinheit wird somit aus Komponenten gebildet, welche für zwei ohnehin im Programm befindliche Schließeinheiten mit voneinander in üblicher Weise beabstandeten Schließkraftgrö- ßen F1 und F2 vorhanden oder vorgesehen sind. Insbesondere können die Form-aufspannplatten und die Abstützplatte mit den Maßen der größeren Schließkraftgröße F2 und der Kniehebelmechanismus der kleineren Schließkraftgröße F1 miteinander kombiniert werden. Es wird sozusagen eine modulare Bauweise bereitgestellt, um eine größere Freiheit beim Werkzeugeinsatz zu ermöglichen Im Ergebnis kann dem Kunden somit eine kostengünstigere Schließeinheit angeboten werden als wenn es diese„Zwischengröße" an Schließeinheit nicht gäbe.

Gemäß einer ersten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen werden, dass die Gelenkhebel des Kniehebelmechanismus der Schließeinheit erster Art in einem ersten Abstand zur Symmetrieachse an Abstützplatte und beweglicher Formaufspannplatte angelenkt sind und dass die Gelenkhebel des Kniehebelmechanismus der Schließeinheit zweiter Art in einem zweiten Abstand zur Symmetrieachse an Abstützplatte und beweglicher Formaufspannplatte angelenkt sind, wobei sich eine Abstandsdifferenz A zwischen dem zweiten und dem ersten Abstand ergibt. Der Kreuzkopf der Schließeinheit zweiter Art kann in Richtung der Gelenkhebel des Kniehebelmechanismus in Abhängigkeit von der Abstandsdifferenz A entsprechend größer ausgebildet sein als der Kreuzkopf der Schließeinheit erster Art, vorzugsweise genau um den Betrag der Abstandsdifferenz A. Vorliegend kommt es bei den hier in Rede stehenden Abständen auf die Lage der Gelenkpunkte an, d.h. die Abstandsd ifferenz A ergibt sich aus der Lage der Gelenkpunkte bzw. aus der Veränderung der Lage der Gelenkpunkte bei der Schließeinheit zweiter Art im Vergleich zur Lage der Gelenkpunkte bei der Schließeinheit erster Art.

Ferner kann vorgesehen sein, dass der Kreuzkopf der ersten Schließeinheit und der Kreuzkopf der zweiten Schließeinheit jeweils zwei Befestigungseinrichtungen, insbesondere Gelenkbolzen und/oder Gelenklaschen, aufweisen, welche zur gelenkigen Befestigung eines Gelenkhebels des Kniehebelmechanismus ausgebildet sind, wobei die Befestigungseinrichtungen symmetrisch zur Symmetrieachse liegen. Vorzugsweise können jeweils eine obere und eine untere Befestigungseinrichtung vorgesehen sein, d.h. eine oberhalb der Symmetrieachse liegende Befestigungseinrichtung und eine unterhalb der Symmetrieachse liegende Befestigungseinrichtung, welche in einer vertikalen Ebene liegen. Der Abstand zwischen den Gelenkpunkten der Befestigungseinrichtungen an dem Kreuzkopf der zweiten Schließeinheit sollte um eine bestimmte Länge L größer sein als der Abstand zwischen den Gelenkpunkten der Befestigungseinrichtungen an dem Kreuzkopf der ersten Schließeinheit.

Wenn die oben genannte Abstandsdifferenz A einmal oberhalb und einmal unterhalb der Symmetrieachse vorliegt, wird die Länge L in Abhängigkeit der Summe der beiden Abstandsdifferenzen vorgegeben sein, damit die Kniehebelmechanismen der beiden Schließeinheiten die gleiche Kinematik aufweisen. Vorzugsweise sollte die Länge L dem Zweifachen der Abstandsdifferenz entsprechen. Wenn also wenigstens ein oberer und wenigstens ein unterer Kniehebelmechanismus vorgesehen sind und die Abstandsdifferenz A vorliegt, dann sollte der Abstand H2 zwischen den Gelenkpunkten an dem Kreuzkopf der Schließeinheit zweiter Art um das Zweifache der Abstandsdifferenz A größer sein als der Abstand H1 zwischen den Gelenkpunkten an dem Kreuzkopf der Schließeinheit erster Art, d.h. H2 = H1 + 2A.

Bevorzugt können die Säuen der Schließeinheit erster Art und die Säulen der Schließeinheit zweiter Art den gleichen Durchmesser aufweisen. Damit kann bei der Schließeinheit zweiter Art eine Werkzeugaufspannfläche zur Verfügung gestellt werden, die sogar geringfügig größer ist als die Werkzeugaufspannfläche bei der nächstgrößeren Schließeinheit, bei welcher der Durchmesser der Säulen größer ist als der Durchmesser der Säulen der Schließeinheit erster Art.

Gemäß einem weiteren Gedanken der vorliegenden Erfindung kann der Antrieb zum Verfahren des Kreuzkopfs der Schließeinheit erster Art hinsichtlich seiner Konstruktion und seiner Antriebsleistung identisch sein wie der Antrieb zum Verfahren des Kreuzkopfs der Schließeinheit zweiter Art. Insbesondere können identische Motoren vorgesehen sein. Die Verwendung der Antriebe der kleineren Schließeinheit erster Art anstelle der Antriebe der nächstgrößeren Schließeinheit wirkt sich positiv auf die Kostenseite aus. Anstelle von Motoren können aber auch hydraulische Antriebe verwendet werden.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Spritzgießmaschinen-Schließeinheiten-Systems kann eine weitere Schließeinheit vorgesehen sein, die gemäß einer zweiten Schließkraft F2 ausgebildet ist und eine Schließeinheit dritter Art darstellt, wobei die zweite Schließkraft F2 größer ist als die erste Schließkraft F1 der Schließeinheiten erster und zweiter Art. Insbesondere kann es sich dabei um die im Programm des Maschinenherstellers vorgesehene Schließeinheit mit der nächstgrößeren Schließkraft handeln. Das Programm des Maschinenherstellers würde somit standardmäßig eine Schließeinheit erster Art mit einer ersten Schließkraft F1 und als nächstgrößere Schließeinheit eine Schließeinheit dritter Art mit einer zweiten Schließkraft F2 umfassen. Erfindungsgemäß würde nun eine Schließeinheit zweiter Art mit der ersten Schließkraft F1 im Programm des Maschinenherstellers angeboten werden können. Diese weitere Schließeinheit zweiter Art bildet somit die oben genannte„Zwischengröße" an Schließeinheit.

Je nachdem wie stark der Gedanke der Modulbauweise ausgeprägt sein soll, können die Formaufspannplatten der Schließeinheit zweiter Art und die Formaufspannplatten der Schließeinheit dritter Art die gleiche Höhe und/oder die gleiche Breite und/oder die gleiche Dicke aufweisen. Ferner können die Abstützplatte der Schließeinheit zweiter Art und die Abstützplatte der Schließeinheit dritter Art die gleiche Höhe und/oder die gleiche Breite und/oder die gleiche Dicke aufweisen. Je mehr identische Bauteile von der Schließeinheit dritter Art für die Schließeinheit zweiter Art verwendet werden können, umso günstiger wirkt sich dies auf die Herstellungskosten und somit die vom Kunden zu erbringenden Investitionskosten aus. Im günstigsten Falle werden für die Schließeinheit zweiter Art und die Schließeinheit dritter Art Formaufspannplatten und Abstützplatten mit identischen Abmessungen verwendet. Für die Schließeinheit zweiter Art können somit die ohnehin im Programm des Maschinenherstellers vorgesehenen Platten (Formaufspannplatten, Abstützplatten) der Schließeinheit dritter Art verwendet werden.

Gemäß einer Ausbildung der Erfindung können die Formaufspannplatten der Schließeinheit zweiter Art eine Werkzeugaufspannfläche aufweisen, die der Werkzeugaufspannfläche der Formaufspannplatten der Schließeinheit dritter Art entsprechen zuzüglich eines Flächenanteils an Werkzeugaufspannfläche, die sich aus der Differenz zwischen dem Durchmesser der Säulen der Schließeinheit dritter Art und dem Durchmesser der Säulen der Schließeinheit zweiter Art errechnet. Im Ergebnis kann somit bei der Schließeinheit zweiter Art eine Werkzeugaufspannfläche zur Verfügung gestellt werden, die größer ist als die Werkzeugaufspannfläche bei der Schließeinheit dritter Art, je nachdem wie groß der Unterschied ist zwischen dem Durchmesser der Säulen der Schließeinheit dritter Art und dem Durchmesser der Säulen der Schließeinheit zweiter Art. Dabei kann der Achsabstand der Säulen bei der zweiten Schließeinheit gleich groß sein wie der Achsabstand der Säulen bei der dritten Schließeinheit.

Vorteilhafterweise sind die Formaufspannplatten der Schließeinheit zweiter Art für das gleiche maximale Werkzeuggewicht ausgelegt wie die Formaufspannplatten der Schließeinheit dritter Art.

Weiterhin kann vorgesehen sein, dass an jeder Schließeinheit zwei Paare an Gelenkhebeln vorgesehen sind, wobei die beiden Paare symmetrisch zur Symmetrieachse angeordnet sind, und wobei das eine Paar oberhalb der Symmetrieachse und das andere Paar unterhalb der Symmetrieachse angeordnet ist.

Ferner können auf dem Maschinenbett der jeweiligen Schließeinheit Führungsschienen für die bewegliche Formaufspannplatte vorgesehen sein, wobei der Achsabstand der Führungsschienen bei der Schließeinheit erster Art geringer ist als der Achsabstand bei der Schließeinheit zweiter Art.

Wenn darüber hinaus auch eine Schließeinheit dritter Art vorgesehen ist, kann vorzugsweise der Achsabstand der Führungsschienen bei der Schließeinheit zweiter Art genau so groß sein wie der Achsabstand der Führungsschienen bei einer Schließeinheit dritter Art. Besonders bevorzugt kann zudem die Grundfläche des Maschinenbetts bei der Schließeinheit zweiter Art genau so groß sein wie die Grundfläche des Maschinenbetts bei der Schließeinheit dritter Art. Für die Schließeinheit zweiter Art und die Schließeinheit dritter Art kann somit das gleiche Maschinenbett verwendet werden.

Unter Maschinenbett ist vorliegend ein Maschinenbett zu verstehen, das lediglich für den Aufbau der Schließeinheit vorgesehen ist. Für die Spritzeinheit der Spritzgießmaschine ist ein eigenes Maschinenbett vorgesehen. Soweit bei der Beschreibung der vorliegenden Erfindung von einem Maschinenbett die Rede ist, ist damit das für den Aufbau der Schließeinheit vorgesehene Maschinenbett gemeint. Insofern kann der Begriff „Maschinenbett" vorliegend auch als„Schließeinheit-Maschinenbett" verstanden werden.

Vorzugsweise kann Kniehebelmechanismus als 4-Punkt-Kniehebel oder als 5-Punkt-Kniehebel ausgebildet sein. Besonders bevorzugt ist die Ausführung als 5-Punkt-Kniehebel weil die erreichbare Gesamtübersetzung eine kostengünstige Dimensionierung der Antriebe ermöglicht.

Die Beschreibung der Erfindung soll anhand der PX-Baureihe der Anmelderin vorgenommen werden. In der PX-Baureihe der Anmelderin sind standardmäßig Schließeinheiten mit folgenden Schließkraftgrößen im Angebot:

PX50 mit 500 kN (etwa 50 Tonnen) Schließkraft

PX80 mit 800 kN (etwa 80 Tonnen) Schließkraft

PX120 mit 1200 kN (etwa 120 Tonnen) Schließkraft

PX160 mit 1600 kN (etwa 160 Tonnen) Schließkraft

PX200 mit 2000 kN (etwa 200 Tonnen) Schließkraft

Für die weitere Beschreibung sollen die Schließeinheiten vom Typ PX50 und PX80 verwendet werden. Erfindungsgemäß ist nun noch eine Schließeinheit vom Typ PX51 vorgesehen, die aus Komponenten der Schließeinheiten PX50 und PX80 zusammengesetzt ist. In der Tabelle 1 sind einige wesentlichen technischen Daten zu den jeweiligen Schließkrafttypen PX50, PX51 und PX80 angegeben. Daraus ist ersichtlich, dass die Formaufspannplatten und die Abstützplatte der PX51 die identischen Abmessungen aufweisen wie bei der PX80. Die Schließkraft der PX51 entspricht jedoch der Schließkraft der PX50. Die Gelenkhebel von PX50 und PX51 sind ebenso identisch wie die Motoren zum Verfahren des Kreuzkopfs. Lediglich der Kreuzkopf ist in seiner Größe an die vergrößerten Platten angepasst. Der Abstand zwischen oberem zu unterem Gelenkbolzen ist bei der PX51 größer als bei der PX50. Der genaue Unterschied dieses Abstands ergibt sich aus der Verschiebung der Gelenkpunkte an der Stützplatte und an der beweglichen Formaufspann-platte in ihrer Lage zur Maschinenlängsachse von der PX50 zur PX51 .

Im Sinne der vorliegenden Beschreibung und auch der Ansprüche entspricht die Schließeinheit erster Art der PX50, die Schließeinheit zweiter Art der PX51 und die Schließeinheit dritter Art der PX80. Die Schließeinheit erster Art und die Schließeinheit dritter Art sind diejenigen Schließeinheiten, die vorliegend auch als ohnehin im Programm befindliche (Standard)-Schließeinheiten bezeichnet worden sind. Demgemäß können die PX50 und die PX80 vorliegend auch als zwei ohnehin im Programm befindliche (Standard)-Schließeinheiten mit voneinander in üblicher Weise beabstandeten Schließkraftgrößen F1 und F2 verstanden werden, wobei F1 gleich 500 kN ist und F2 gleich 800 kN ist. Die PX51 bildet somit die weitere Schließeinheit zweiter Art, welche vorliegend auch als„Zwischengröße" an Schließeinheit verstanden werden kann. Der Begriff der„Zwischengröße" ist bereits oben bei der Beschreibung der Erfindung eingeführt worden. Diese„Zwischengröße" wird somit aus Komponenten gebildet, welche für die zwei ohnehin im Programm befindlichen Schließeinheiten PX50 und PX80 mit voneinander in üblicher Weise beabstandeten Schließkraftgrößen F1 (500 kN) und F2 (800 kN) vorhanden oder vorgesehen sind. Mit diesem Konzept wird sozusagen eine modulare Bauweise bereitgestellt, um eine größere Freiheit beim Werkzeugeinsatz zu ermöglichen Im Ergebnis kann dem Kunden somit eine kostengünstigere Schließeinheit angeboten werden als wenn es diese„Zwischengröße" an Schließeinheit nicht gäbe.

Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und unter Bezugnahme auf die Figuren 1 a bis 2b näher beschrieben werden. Es zeigen:

Fig .1 a Teil-Seitenansicht der Schließeinheit PX50

Fig .1 b Teil-Seitenansicht der Schließeinheit PX51

Fig.2a Draufsicht bei der PX50 auf den Kreuzkopf aus Richtung der

beweglichen Formaufspannplatte

Fig.2b Draufsicht bei der PX51 auf den Kreuzkopf aus Richtung der

beweglichen Formaufspannplatte

In der Tabelle 1 sind ausgewählte technische Daten für die PX50 und die PX51 angegeben.

Nachfolgend werden für vergleichbare Bauteile Bezugszeichen mit der Erweiterung „a" für Bauteile der PX50 und Bezugszeichen mit der Erweiterung„b" für Bauteile der PX51 verwendet.

Die Figuren 1 a und 1 b zeigen jeweils ein Maschinenbett 1 a, 1 b, auf welchem die Bestandteile der Schließeinheit montiert sind. Neben einer nicht dargestellten feststehenden Formaufspannplatte ist sind jeweils eine bewegliche Formaufspannplatte 2a, 2b und eine Abstützplatte 3a, 3b vorgesehen. Der besseren Übersicht wegen sind die Säulen in den Figuren 1 a und 1 b nicht dargestellt. Die beweglichen Formaufspannplatten 2a und 2b sind mittels angedeuteter Gleitschuhe 4a, 4b oder dergleichen auf oder an Führungsschienen 12a, 12b verschiebbar auf dem jeweiligen Maschinenbett 1 a, 1 b abgestützt. Jede Schließeinheit umfasst einen Kreuzkopf 5a, 5b, die jeweils mittels eines nicht dargestellten, an sich bekannten Antriebs entlang der Maschinenlängsachse M verfahren werden können. Bei PX50 (Figur 1 a) und bei PX51 (Figur 1 b) sind jeweils ein Kniehebel-Mechanismus angeordnet, wobei ein oberer Kniehebel-Mechanismus 6a, 6b und ein unterer Kniehebel-Mechanismus 7a, 7b vorgesehen sind. Der obere Kniehebelmechanismus 6a der PX50 umfasst einen ersten, an der Abstützplatte angelenkten Gelenkhebel 8a und einen zweiten, an der beweglichen Formaufspannplatte 2a angelenkten Gelenkhebel 9a. An dem ersten Gelenkhebel 8a ist ein weiterer Gelenkhebel 10a angelenkt, welcher an seinem dem Gelenkhebel 8a abgewandten Ende gelenkig mit dem Kreuzkopf 5a verbunden ist. Der untere Kniehebelmechanismus 7a der PX50 ist in gleicher Weise aufgebaut und umfasst die gleichen Gelenkhebel 8a, 9a und 10a.

Die Kniehebel-Mechanismen 6b und 7b der PX51 verfügen in gleicher Weise über Gelenkhebel 8b, 9b und 10b. Die Gelenkhebel 8a, 9a und 10a der PX50 und die Gelenkhebel 8b, 9b und 10b der PX51 sind zumindest in Bezug auf ihre Länge zwischen den Gelenkpunkten identisch, d.h. gleich lang ausgebildet. In Bezug auf die am Kreuzkopf angelenkten Gelenkhebel 10a bzw. 10b bedeutet dies Z1 = Z2. Die übrigen Maße sind von eher untergeordneter Bedeutung, also z.B. die Dicke der

Gelenkhebel. Inn Sinne einer Modulbauweise ist es jedoch vorteilhaft, wenn die Gelenkhebel 8a, 9a und 10a der PX50 insgesamt identisch sind zu den Gelenkhebeln 8b, 9b und 10b der PX51 . Ein- und dieselben Gelenkhebel können somit sowohl in der PX50 als auch in der PX51 eingebaut werden. Der Kreuzkopf 5b der PX51 (entsprechend der Schließeinheit zweiter Art) ist in Richtung der Gelenkhebel der Kniehebelmechanismen 6b und 7b größer ausgebildet als der Kreuzkopf 5a der PX50 (entsprechend der Schließeinheit erster Art). Die Vergrößerung bezieht sich hierbei auf den Abstand H zwischen oberem und unterem Gelenkpunkt. Wie aus den Figuren 1 a und 1 b ersichtlich ist, ist der Abstand H2 beim Kreuzkopf 5b größer als der Abstand H1 beim Kreuzkopf 5a. Die Differenz zwischen H2 und H1 ist durch die Verschiebung der Gelenkmechanismen vorgegeben. Im Vergleich zur Figur 1 a sind in der Figur 1 b die Anlenkpunkte der Gelenkhebel 8b um eine Länge C und die Anlenkpunkte der Gelenkhebel 9b um eine Länge E von der Maschinenlängsachse M weg verschoben worden. Infolgedessen haben sich auch die Anlenkpunkte für die Gelenkhebel 10b an dem Kreuzkopf um eine Länge A verschoben. Das Maß der Verschiebung ist identisch, d.h. E = C = A. Daraus ergibt sich auch die Differenz zwischen H2 und H1 , nämlich in der Weise, dass H2 = H1 + 2A ist. Der Kreuzkopf 5b der PX51 ist in Richtung der Gelenkhebel der Kniehebelmechanismen 6b und 7b also um das doppelte Maß der Verschiebung der Gelenkmechanismen größer ausgebildet als der Kreuzkopf 5a der PX50. Dadurch, dass das Maß der Verschiebung an der Abstützplatte 3b und an der beweglichen Formaufspannplatte 2b gleich groß ist (C = E), bleibt auch der Winkel α unverändert, welcher die Verbindungslinie der beiden äußeren Gelenkpunkte P1 und P2 mit der Maschinenlängsachse M einschließt. Der Einfachheit halber ist der Winkel α in der Figur 1 in Bezug auf eine zur Maschinenlängsachse M liegende parallele Linie dargestellt. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Kniehebelmechanismen der beiden Schließeinheiten die gleiche Kinematik aufweisen.

In den Figuren 2a und 2b sind die Säulen 1 1 a, 1 1 b eingezeichnet und deren Durchmesser mit D1 bei der PX50 und D2 bei der PX51 angegeben. Der Durchmesser der Säulen ist bei PX50 und PX51 identisch, d.h. D1 = D2. Auch aus der Darstellung in den Figuren 2a und 2b ist die Vergrößerung des Kreuzkopfs in Richtung der Gelenkhebel ersichtlich, d.h. H2 = H1 + 2A. Die Breite B1 bwz. B2 des jeweiligen Kreuzkopfes ist nicht relevant, d.h. B1 kann gleich groß sein wie B2 oder unterschiedlich so wie vorliegend dargestellt.

Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass sämtliche Maße im Zusammenhang mit dem oder den Kniehebelmechanismen immer zur Drehachse an den jeweiligen Gelenkpunkten P1 bis P5 gehen. Die Bezugszeichen P1 bis P5 bezeichnen in den Figuren 1 a und 1 b somit die Lage der Drehachse in den jeweiligen Gelenken.

Tabelle 1

Gemeinsamkeiten A = gemeinsam zwischen PX50 und PX51 (Gemeinsamkeiten B) = gemeinsam zwischen PX51 und PX80


Bezugszeichenliste

a, 1 b Maschinenbett

a, 2b Bewegliche Formaufspannplatte

a, 3b Abstützplatte

a, 4b Gleitschuhe

a, 5b Kreuzkopf

a, 6b Oberer Kniehebelmechanismus

a, 7b Unterer Kniehebelmechanismus

a, 8b Gelenkhebel zur Abstützplatte

a, 9b Gelenkhebel zur beweglichen Formaufspannplatte 0a, 10b Gelenkhebel zum Kreuzkopf

1 a, 1 1 b Säulen

2a, 12b Führungsschienen