Certains contenus de cette application ne sont pas disponibles pour le moment.
Si cette situation persiste, veuillez nous contacter àObservations et contact
1. (WO2018145892) LIT PLANTAIRE ORTHOPÉDIQUE ET PROCÉDÉ DE PRODUCTION D’UN LIT PLANTAIRE ORTHOPÉDIQUE
Note: Texte fondé sur des processus automatiques de reconnaissance optique de caractères. Seule la version PDF a une valeur juridique

Orthopädische Fußbettung und Verfahren zur Bereitstellung einer orthopädischen Fußbettung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine orthopädische Fußbettung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1, sowie ein Verfahren zur Bereitstellung einer hinsichtlich einer strukturellen und/oder funktionalen Störung eines Fußes einer Person angepassten orthopädischen Fußbettung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 22.

Ein Problem moderner Zivilisationsgesellschaften ist es, dass die Deformierung der Füße der Menschen zunimmt. Durch die De-formierung der Füße können wiederum Haltungsschäden verursacht werden, welche langfristig zu erheblichen gesundheitlichen Beschwerden führen können. So hat sich herausgestellt, dass mindestens 90 % aller Menschen mit der Geburt einen gesunden Fuß haben, während mindestens 60 % aller Menschen im Erwachsenenalter einen strukturell und/oder funktional erkrankten Fuß haben .

In Naturvölkern hingegen, in denen der regelmäßige Schuhgebrauch die Ausnahme ist, sind Fußdeformationen dagegen sehr viel seltener. Der gesunde Fuß bleibt praktisch erheblich länger erhalten.

Die erhöhte Fußdeformation der Menschen in Zivilisationsgesellschaften ist unter anderem auf das Laufen auf harten Untergründen und das Entkoppeln der Füße von ihrer natürlichen Wahrnehmung der Umgebung zurückzuführen, was insbesondere zu einer Schwächung der Füße führt. Dabei wird grundsätzlich zwi- sehen einer strukturellen Schädigung der Füße und einer funktionalen Schädigung der Füße unterschieden. Strukturelle Schädigungen sind z.B. Klump- und Hackenfuß, schwere Zehendeformitäten wie Hallux valgus und Krallenzehen, also Schäden des Fußes selbst. Der Anteil an strukturell geschädigten Füßen hat aufgrund der oben beschriebenen Problematik in Zivilisationsgesellschaften auch zugenommen. Unter einer funktionalen Störung des Fußes wird dagegen eine Fehlfunktion des Fußes wie z.B. ein ungesundes Abrollverhalten oder eine Fehlstatik verstanden. Eine solche Fehlstatik kann dabei insbesondere zu einer falschen Haltung der Person führen, wodurch weitere muskuläre Probleme oder Probleme von Gelenken oder der Wirbelsäule verursacht werden können. Beispiele hierfür sind Spreizfuß und insbesondere auch der Knick- und Senkfuß. Auch diese Störungen haben in erheblichem Umfang zugenommen.

Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte orthopädische Fußbettung bereitzustellen, mit dem die oben beschriebenen Probleme kostengünstig und möglichst für die breite Bevölkerung gelöst werden können. Ferner soll ein kostengünstiges Verfahren zur Bereitstellung einer orthopädischen Fußbettung für die breite Bevölkerung bereitgestellt werden.

Zur Lösung der Aufgabe wird erfindungsgemäß eine orthopädische Fußbettung mit den Merkmalen von Anspruch 1, sowie ein Verfahren zur Bereitstellung einer orthopädischen Fußbettung mit den Merkmalen von Anspruch 22 vorgeschlagen. Weitere bevorzugte Weiterentwicklungen sind den Unteransprüchen, den Figuren und der zugehörigen Beschreibung zu entnehmen.

Gemäß dem Grundgedanken der Erfindung wird nach Anspruch 1 vorgeschlagen, dass die Fußauflagefläche der Fußbettung durch eine ebene Basisfläche mit einer Vielzahl von nach einer fußorthopädisch optimierten Verteilung angeordneten Noppen gebildet ist.

Handelsübliche Schuhe werden in der Regel mit einer Fußbettung mit einer Fußauflagefläche versehen, wobei die Fußauflagefläche bewusst an die Fußform angepasst ist. Insbesondere wird die Fußauflagefläche im Bereich des Fußgewölbes z.B. durch eine sogenannte Pelotte erhöht, so dass dieses unterstützt wird und zwar unabhängig davon, ob der Fuß eine strukturelle und/oder funktionale Störung aufweist. Dies hat zur Folge, dass die Beanspruchung des Fußes gesenkt wird, wodurch der Fuß wiederum auf die Dauer in seiner Kraft und Form geschwächt wird .

Die Erfindung geht demgegenüber einen gänzlich anderen Weg. Erfindungsgemäß wird nämlich vorgeschlagen, dass die Fußauflagefläche der Fußbettung durch eine ebene Basisfläche gebildet ist, der Fuß steht damit auf einer bewusst eben ausgebildeten Fußauflagefläche und wird dadurch bewusst gestresst und beansprucht, so dass der Fuß durch die regelmäßige Beanspruchung gestärkt wird, wodurch wiederum in der Folge, die Wahrscheinlichkeit von strukturellen und/oder funktionalen Störungen des Fußes reduziert wird. Die erfindungsgemäße Lösung nimmt sich dabei ein Vorbild an den Naturvölkern, welche barfuß laufen und damit auf keiner bewusst an die Fußsohle angepassten Fußauflagefläche laufen. Die vorgeschlagene orthopädische Fußbettung ermöglicht praktisch eine Kombination von in modernen Zivilisationsgesellschaften verwendeten Schuhen mit einer dem Barfußlaufen angenäherten Belastung der Füße durch die ebene Basisfläche in dem Schuh. Die vorgeschlagene Fußbettung wird auch als Standardfußbettung bezeichnet . Als ebene Basisfläche wird auch eine Basisfläche mit leichten Unebenheiten, wie z.B.

Erhöhungen verstanden, welche durch eine längere Verwendung, durch einen unebenen Untergrund oder durch Herstellungsun-genauigkeiten begründet sein können.

Weiter wird vorgeschlagen, dass die Basisfläche eine Vielzahl von Noppen aufweist, welche in einer fußorthopädisch optimierten Verteilung angeordnet sind. Eine solche Verteilung kann z.B. eine Verteilung entsprechend der anatomischen, in die Fußauflagefläche projizierten Verteilung der knöchernen Bestandteile und/oder die in die Fußauflagefläche projizierten Verteilung der die Lymphe und/oder die Nerven und/oder die Gefäße umfassenden Leitungsbahnen eines an der Fußauflagefläche anliegenden menschlichen Fußes sein. Dadurch bilden die Noppen bewusst entsprechend der knöchernen Bestandteile und/oder der Leitungsbahnen des Fußes angeordnete Stimulanzpunkte für die Fußsohle. Den knöchernen Bestandteilen sind Leitungsbahnen zugeordnet, welche bei allen Menschen mit leichten Variationen ähnlich sind und als eine evolutiv bedingte allgemeingültige Grundordnung verstanden werden können. Der Verlauf der Leitungsbahnen ist damit in der Grundordnung ein Abbild der knöchernen Bestandteile des Fußes. Durch die vorgeschlagene Anordnung der Noppen entsprechend der knöchernen Bestandteile und/oder der Leitungsbahnen wird das Biotensegrity System des Menschen bewusst stimuliert. Dabei wird die vorgeschlagene Verteilung der Noppen in Bezug zu den knöchernen Bestandteilen und/oder den Leitungsbahnen eines an der Fußauflagefläche in einer Normalstellung bzw. vorbestimmten Ausrichtung und Position zur Auflage gelangenden Fußes definiert, so dass die Noppen auf der Fußauflagefläche vorbestimmten Zonen der Fußsohle bzw. der knöchernen Bestandteile und/oder den Leitungsbahnen eines auf der Fußauflagefläche anliegenden Fußes zugeordnet sind .

Das Biotensegrity System ist ein wichtiges wissenschaftlich anerkanntes Grundprinzip des menschlichen Körpers und beschreibt ein unterliegendes Spannungssystem bzw. ein selbstregulierendes stabilisierendes System in dem menschlichen Körper. Der Begriff Biotensegrity oder auch allgemein Tensegrity ist ein zusammengesetztes Kunstwort aus den englischen Wörtern "tension" (Spannung) und „integrity" (Ganzheit, Zusammenhalt) . Nach dem Prinzip des Tensegrity-Konzeptes entsprechen die Bänder und Faszien in der Medizin festen Zugbändern, während die Knochen den festen Schubstücken des Modells entsprechen. Hinzu kommen die dynamischen Stabilisatoren des Systems, die Muskeln, die die Vorspannung des Systems vermitteln. Die durch die Muskeln erzeugte Vorspannung bestimmt die Reaktion des Tensegrity Systems auf hinzutretende Belastungen. Die Stabilität des gesamten Systems hängt unter biologischen Belastungsund Alltagsbedingungen von den dynamischen Stabilisatoren ab. Je höher die Vorspannung in dem Verbund ist, desto stabiler ist das System. Eine zu geringe Vorspannung führt zum Einknicken des Systems und zu Haltungsproblemen, eine zu hohe Vorspannung bedeutet wiederum die Einschränkung der Beweglichkeit und andere ungewünschte medizinische Folgezustände wie Tennisellenbogen und andere Sehnenansatzerkrankungen der Orthopädie oder Fußfehlstellungen wie z.B. dem Hohlfuß. Im noch wachsenden Skelett führt diese fehlerhafte Organisation der Kräfte zu Skoliosen, Haltungsstörungen, Fußfehlstellungen und anderen im späteren Leben sich ungünstig entwickelnden anatomischen Zuständen. Da die MuskelSpannung des Menschen im Schlaf heruntergeregelt ist, kann ein Mensch im Gegensatz zu bestimmten Tieren im Schlaf nicht stehen. Ist die Struktur, z.B. die Schiebestücke, die Geometrie und die Biomechanik krank, führt dies dazu, dass die Zugstücke durch den durch die Muskeln gebildeten dynamischen Spannungsgeber nicht mehr so vorgespannt werden können, dass sie ein in sich stabiles System bilden.

Liegt eine Strukturkrankheit, wie zum Beispiel die Cerebralparese, vor, kann diese häufig nur mit mechanistischen Maßnahmen oder mit Hilfe einer Operation behoben werden. In diesem Fall ist die balancierende und symmetriegebende Vorspannung des Systems durch eine zentral neurologische Schädigung nicht gegeben, wodurch Fehlstellungen der Gelenke resultieren können. Sind die dynamischen Zugbänder (Sehnen und Faszien) zu weich, wie z.B. bei einer Bindegewebserkrankung, kann der gesunde dynamische Spannungsgeber Muskel das Biotensegritysystem ebenfalls nicht zu einem stabilen System vorspannen. In diesen beiden Fällen der Strukturkrankheit ist die vorgeschlagene orthopädische Fußbettung eine Kompensations- und Trainingshilfe für die vorhandene und ausbaubare Restfunktion des Biotenseg-rity Systems. Eine auf diesem Verständnis basierende komplexe Therapie beinhaltet also immer auch den Ausgleich der Spannung in den dynamischen Anteilen des Systems, also den Muskeln im menschlichen System. Der Mensch selbst kann das i.d.R. durch Verbesserung der Sensorik erreichen, indem über einen Abgleich mit zentral gespeicherten Sollwerten die richtige Muskelspannung erzeugt wird, wobei die Verbesserung der Sensorik weiter durch muskuläres Aufbautraining und gezieltes Entspannen und Dehnen verkürzter Strukturen und Kräftigung von zu weichen Strukturen unterstützt werden kann. Bei allen Aspekten dieser wissenschaftlichen Grundlagen hilft die vorgeschlagene Fußbettung .

Die Verteilung der Noppen entspricht der anatomischen Verteilung der knöchernen Bestandteile bzw. der Leitungsbahnen des menschlichen Fußes und damit auch der Verteilung der sensorischen Felder in der Fußfläche bzw. Fußsohle. Dabei folgen sie insbesondere der Verteilung der knöchernen Bestandteile in der Ferse, dem Fußwurzel- und Fußwurzelübergangsbereich zum Mittelfuß und insbesondere im Mittelfuß- ehenbereich . Damit wer- den die Stimulanzpunkte in der Fußsohle beim physiologischen Abrollmuster des Gehens in einer bestimmten Art und Reihenfolge stimuliert. Die Abfolge der Stimulation führt zu einer Wahrnehmung im Gehirn des Menschen, die in einer bestimmten Art und Weise kodiert ist und zu einer reflektorischen Anpassung von Haltung und Gangbild führt .

Ferner umfasst das Biotensegrity System des Menschen mehrere Kammern, in denen jeweils skaliert einzelne Zellen bis zu ganzen Organen angeordnet sind. Jede Kammer ist dabei unabhängig von ihrer Größe Druckveränderungen durch die Bewegung, Muskelkraft und das Körpergewicht ausgesetzt. Die zyklisch ablaufende Bewegung des Menschen beim Laufen bedeutet eine zeitkodierte Druckveränderung im Fuß, also zuerst eine Druckerhöhung in der Ferse, dann eine Druckerhöhung im Fußwurzelbereich, anschließend eine Druckerhöhung über den Mittelfußbereich bis zu den Zehen, bis der Fuß den Boden verlässt, um den nächsten Schritt vorzubereiten. Diese Druckwelle, die zyklisch durch den Fuß verläuft, ist die Hauptpumpe für alle Flüssigkeiten des Fußes, sowohl venös als auch lymphatisch. Im Gegensatz zu dem Blut des Menschen, welches arteriell vom Herzen zum Fuß gepumpt wird, wird die lymphatische und venöse Flüssigkeit nicht durch das Herz bewegt, diese Funktion übernimmt in gewisser Weise der Fuß. Der Fuß könnte demnach auch als das Herz bzw. als eine Pumpe für das Niedrigdrucksystem der Venen und der Lymphgefäße verstanden werden. Diese Pumpe wird durch die vorgeschlagene Verteilung der Noppen aktiviert bzw. stimuliert, das Biotensegrity System wird dadurch praktisch gestärkt. Diese Funktion kann auch als „Heart of Feet-function" bezeichnet werden.

Weiter wird vorgeschlagen, dass die Noppen in einer Zone der Fußauflagefläche, an welcher ein Fuß mit einem vorderen Fuß- ballen zur Auflage gelangt, in fünf Reihen entsprechend der Ausrichtung der die fünf Zehen bildenden knöchernen Bestandteile und/oder entlang der diesen zugeordneten Leitungsbahnen angeordnet sind. Die Noppen verlaufen damit in fünf Reihen entlang der die Zehen und den Mittelfußknochen bildenden Knochenstrukturen des Fußes, ausgehend von dem Mittelfuß bis zu den Zehenspitzen bzw. dem letzten Knochenglied der Zehen und stimulieren damit gezielt die an den knöchernen Bestandteilen bzw. den Leitungsbahnen der Zehen angeordneten Stimulanzpunkte. Dabei wird angenommen, dass der Fuß in der vorgesehenen Normalausrichtung auf der Fußbettung zur Auflage gelangt, wel che sich zwangsläufig beim Anziehen des Schuhs ergibt, wenn die Fußbettung in dem Schuh angeordnet ist. Dies gilt grundsätzlich für die gesamte Anmeldung, wenn die Fußbettung in Be zug zu einem aufliegenden Fuß beschrieben wird.

Weiter sind die Noppen bevorzugt in einer Zone der Fußauflage fläche, an welcher ein Fuß mit einer Ferse zur Auflage gelangt, kreisförmig angeordnet. Durch die in einem gedachten Kreis angeordneten Noppen wird der Fuß im Bereich der Ferse gleichmäßig stimuliert, wobei die Anordnung der Noppen im Fer senbereich weiter bevorzugt durch einen Kreis von Noppen mit weiteren innerhalb des Kreises angeordneten, gleichmäßig verteilten Noppen gebildet ist. Das ergibt einen spezifischen Stimulationseffekt, der in einem spezifischen Bewegungsvektor resultiert .

Weiter wird vorgeschlagen, dass die Noppen in einer Zone der Fußauflagefläche, an welcher ein Fuß mit einem Mittenbereich zur Auflage gelangt, in wenigstens zwei zu einer Innenseite der Fußauflagefläche divergenten Linien angeordnet sind. Die Innenseite der Fußauflagefläche ist dabei die Seite der Fußauflagefläche, welche der Innenseite eines darauf stehenden Fußes zugeordnet ist, wobei die Innenseite des Fußes wiederum die Seite des Fußes ist, welche in einer normalen Standhaltung des Menschen an den jeweils anderen Fuß des Menschen angrenzt. Grundsätzlich werden die Abstände der Stimulanzpunkte in

Längsrichtung der Fußsohle ausgehend von der Außenseite des Fußes zu der Innenseite größer, was durch die erfindungsgemäße Lösung durch die in divergenten Linien angeordneten Noppen auf der Fußauflagefläche berücksichtigt wird.

Weiter wird vorgeschlagen, dass die Abstände zwischen den Noppen in Längsrichtung der Fußauflagefläche ausgehend von einer Zone der Fußauflagefläche, an welcher ein Fuß mit einem Mittenbereich zur Auflage gelangt, zu der Vorder- und/oder Hinterseite der Fußauflagefläche abnehmen. Die Noppendichte auf der Fußauflagefläche nimmt damit ausgehend von dem Mittenbereich zu der Vorder- und Hinterseite der Fußauflagefläche zu, wodurch besonders die Stimulanzzonen der Fußsohle in dem Bereich der an der Vorder- und Hinterseite der Fußauflagefläche zur Auflage gelangenden Zonen der Fußsohle stimuliert werden, welche für das Biotensegrity System und den oben beschriebenen Effekt von besonderer Bedeutung sind.

Weiter wird vorgeschlagen, dass die Noppen eine identische Höhe aufweisen. Die Noppen können bevorzugt zumindest im Neuzustand eine identische Höhe aufweisen, damit sich ihre Oberseiten wieder zu einer ebenen Basisfläche ergänzen, bzw. damit diese die ebene Basisfläche um einen identischen Wert erhöhen. Die gesamte Fußsohle wird damit als Sensorfläche verwendet, um durch gezielte sensorische Impulse der gesamten Fußsohle das biologische Wahrnehmen von Symmetrie, Haltung, MuskelSpannung , Gewichtsverteilung und Positionierung im Raum so zu modifizieren, dass der die Fußbettung nutzende Mensch eine haltungs-und gangbildverbessernde Wirkung erfährt. Sofern eine Stimula- tion des Fußes jedoch nur in einem ausgewiesenen Bereich sinnvoll bzw. von Vorteil ist, wäre es aber auch denkbar, die Moppen nur in definierten Abschnitten der Basisfläche vorzusehen oder in bestimmten Bereichen zu betonen, an denen der Fuß mit dem zu stimulierenden Bereich zur Auflage gelangt.

Dabei können die Noppen bevorzugt eine Höhe von 2 bis 3 mm in Bezug zu der Fußauflagefläche und einen Durchmesser von 3 bis 5 mm aufweisen, was sich als ausreichend zur Bewirkung des sensorischen Stimulationseffektes herausgestellt hat. In speziellen Fällen sind aber auch Abweichungen von diesem Standard sinnvoll .

Ferner wird vorgeschlagen, dass der Durchmesser der Noppen schuhgrößenabhängig sein kann. Dabei haben die Noppen bei kleineren Schuhgrößen, also für Kinder, bevorzugt kleinere Durchmesser und Höhen als bei größeren Schuhen für Erwachsene.

Weiter wird vorgeschlagen, dass die Fußauflagefläche wenigstens eine Funktionszone aufweisen kann, welche gegenüber der Basisfläche erhöht oder vertieft ist und/oder eine höhere oder geringere Härte als die Fußbettung in dem verbleibenden Abschnitt aufweist. Durch die Funktionszone kann die Fußbettung individuell an eine strukturelle und/oder funktionale Störung des Fußes angepasst werden, wobei die Funktionszone nur durch eine lokale Erhöhung oder Vertiefung gebildet sein kann, während die Basisfläche im Übrigen unverändert als ebene Fläche ausgebildet ist.

Dabei kann die Fußbettung im Bereich der Funktionszone auch eine höhere Härte aufweisen und/oder durch eine Gruppe von Noppen mit einer in Bezug zu den übrigen Noppen unterschiedlichen Härte bevorzugt mit einer höheren Härte gebildet sein.

Durch die vorgeschlagenen Weiterentwicklungen kann der durch die Noppen bzw. die Fußbettung zu erzielende Stimulationseffekt weiter gezielt lokal in durch die Lage der Funktionszonen definierten Bereichen der daran zur Auflage gelangenden Fußsohle verstärkt werden.

Dabei kann die Funktionszone im Bedarfsfall zur Erfüllung ihres Zweckes gegenüber der Basisfläche um 3 bis 5 mm, vorzugsweise um 4 mm erhöht oder vertieft sein. Die Funktionszonen können dabei harmonisch mit entsprechenden Radien in die Basisfläche übergehen und kontinuierlich ansteigen bzw. sich vertiefen .

Insbesondere kann die Funktionszone durch eine gegenüber der Basisfläche erhöhte Knickfußkorrekturfläche gebildet sein, welche in einer Zone der Fußauflagefläche angeordnet ist, an welcher der Fuß mit der Innenseite des vorderen Fußballens und der Innenseite des Fußgewölbes zur Auflage gelangt. Die Knickfußkorrekturfläche steht von der Basisfläche nach oben vor und unterstützt den Fuß an der Innenseite, so dass der Tendenz der Person, mit den Knien zueinander einzuknicken, entgegengewirkt wird .

Ferner kann die Funktionszone auch durch eine gegenüber der Basisfläche erhöhte Statikkorrekturfläche gebildet sein, welche in einer Zone der Fußauflagefläche angeordnet ist, an welcher der Fuß mit einer Ferse zur Auflage gelangt, so dass der Fuß der Person an der Ferse leicht angehoben ist und die Fußstatik korrigiert wird. Dadurch ist es möglich, einen statischen Beinlängenausgleich zu bewirken.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass die Funktionszone durch eine gegenüber der Ba- sisflache erhöhte Hohlfußkorrekturfläche gebildet ist, welche in einer Zone der Fußauflagefläche angeordnet ist, an welcher der Fuß mit dem vorderen Fußteil über die gesamte Breite zur Auflage gelangt. Dabei kann die Hohlfußkorrekturfläche bevorzugt mit der Statikkorrekturfläche kombiniert werden, um der Tendenz des Hohlfußes entgegenzuwirken, da der Fuß dadurch sowohl in dem vorderen als auch im Bereich der Ferse leicht angehoben wird.

Weiter kann die Funktionszone auch durch eine gegenüber der Basisfläche vertiefte Fersenspornkorrekturfläche gebildet sein, welche in einer Zone der Fußauflagefläche angeordnet ist, an welcher der Fuß mit einem Mittenabschnitt seiner Ferse und/oder einem Mittenabschnitt des Fußgewölbes zur Auflage gelangt, wodurch der Fuß bewusst im Bereich eines Fersensporns entlastet wird.

Weiter kann die Funktionszone bevorzugt durch einen gegenüber der Basisfläche erhöhten Abschnitt mit einer gegenüber der Basisfläche geringeren Härte ausgebildet sein, welcher in einer Zone der Fußauflagefläche angeordnet ist, an welcher ein Fuß mit einem zwischen einer Ferse und einem Fußballen angeordneten Mittenbereich an einer Innenseite zur Auflage gelangt. Durch die vorgeschlagene Funktionszone der orthopädischen Fußbettung kann das in der Erfindung als „Heart of Feet-function" bezeichnete Pumpsystem der lymphatischen und venösen Flüssigkeiten in dem menschlichen Körper angeregt und intensiviert werden. Durch die Erhöhung der Funktionszone und deren geringere Härte in dem beschriebenen Abschnitt der Fußauflagefläche werden die Stimulanzpunkte in diesem Bereich gezielt angeregt, wobei die Form der beschriebenen Funktionszone im Gegensatz zu den im Stand der Technik bekannten Pelotten nicht bewusst an die Form des Fußgewölbes angepasst ist, sondern stattdessen nur erhöht ist, da die Aufgabe dieser Funktionszone nicht die Unterstützung der Fußsohle sondern stattdessen nur ein intensivierter Druckaufbau in diesem Bereich ist. Dazu reicht es z.B. aus, wenn die Funktionszone in diesem Abschnitt im Gegensatz zu der Pelotte um eine konstante Höhe erhöht ist.

Falls vorhanden kann auch ein anatomischer Beinlängenunterschied durch eine Anpassung der Materialdicke der orthopädischen Fußbettung auf der verkürzten Seite erfolgen. Dabei wird die Materialdicke insbesondere durch eine Anpassung der Dicke der unterhalb der Stimulationszone befindlichen Basisschicht angepasst bzw. erhöht.

Dabei sind die Funktionszonen und die Basisfläche jeweils durch einheitliche, vordefinierte, personenunabhängige Flächen gebildet, und die verschiedenen orthopädischen Fußbettungen sind sortimentartig mit verschiedenen Fußauflageflächen durch eine Kombination der Basisfläche mit verschiedenen Funktionszonen gebildet. Die Basisfläche und die Funktionszonen werden für die verschiedenen Schuhgrößen zunächst personenunabhängig ausgelegt und zu der Fußauflagefläche einer orthopädischen Fußbettung für einen speziellen Fußtyp kombiniert. Dabei können durch eine unterschiedliche Kombination der Basisfläche und der Funktionszonen oder auch nur durch die Verwendung der Basisfläche alleine verschiedene orthopädische Fußbettungen mit verschiedenen Fußauflageflächen zu einem Sortiment in großen Stückzahlen hergestellt werden, welche dann für verschiedene Personen mit verschiedenen Strukturproblemen und/oder Funktionsstörungen der Füße anwendbar sind. Da die Fußbettun-gen nicht personenspezifisch hergestellt werden, sondern in einem Sortiment in sehr großen Stückzahlen, können durch die vorgeschlagene orthopädische Fußbettung und das Verfahren zur Herstellung der Fußbettung die Herstellungskosten und die Ver- triebskosten erheblich reduziert werden. Insgesamt können die orthopädischen Fußbettungen dadurch für eine große Anzahl von Personen kostengünstig hergestellt werden, wodurch mit geringem Aufwand ein erheblicher Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit von einer Vielzahl von Personen sehr breiter Bevölkerungsschichten in allen Altersgruppen erzielt werden kann.

Dabei kann die Fußbettung alternativ durch einen Grundkörper gebildet werden, an dem die Basisfläche und/oder die Funktionszonen angeformt oder heraus gearbeitet werden. Der Grundkörper kann z.B. ein Schaumstoffblock sein, in welchem sowohl die Basisfläche als auch die Funktionszone (n) z.B. eingefräst werden. Alternativ wäre auch eine Herstellung in einem SD-Druckverfahren, einem Spritzverfahren oder einem Sinterverfahren denkbar. Ferner kann die Fußbettung auch aus unterschiedlichen Schichten, aus verschiedenen Werkstoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften insbesondere mit unterschiedlichen Festigkeiten hergestellt sein, welche wiederum in den Schichtdicken und den Festigkeiten über die Fußauflagefläche variieren können, um den in der Anmeldung beschriebenen, gewünschten Effekt zu erreichen.

Sofern die Fußbettung aus einem Grundkörper hergestellt wird, können die Funktionszonen entweder, wenn diese vertieft sind, nach der Herstellung der Basisfläche in die Basisfläche eingearbeitet oder, wenn diese erhöht sind, bereits bei der Herstellung der Basisfläche berücksichtigt werden.

Weiter wird zur Lösung der Aufgabe ein Verfahren zur Bereitstellung eines hinsichtlich einer strukturellen und/oder funktionalen Störung eines Fußes einer Person angepassten Fußbettung vorgeschlagen, bei dem eine Mehrzahl von verschiedenen Fußbettungen mit einer definierten Größe vorgesehen sind, wel- che jeweils verschiedene, modulartig zusammengesetzte Fußauflageflächen aufweisen, wobei die modulartigen Fußauflageflächen der verschiedenen Fußbettungen durch eine der folgenden vordefinierten personenunabhängigen Flächen gebildet sind, eine ebene Basisfläche oder eine Kombination aus einer ebenen Basisfläche und einer personenunabhängigen, an eine strukturelle und/oder funktionale Störung des Fußes angepasste Funktionszone, wobei die Person auf das Vorliegen einer strukturellen und/oder funktionalen Störung des Fußes untersucht wird, und bei Vorliegen keiner strukturellen und/oder funktionalen Störung des Fußes eine Fußbettung mit einer personenbezogenen Größe und einer durch eine ebene Basisfläche ausgebildeten Fußauflagefläche gewählt wird, und bei Vorliegen einer strukturellen und/oder funktionalen Störung eine Fußbettung mit einer personenbezogenen Größe und einer durch eine Kombination einer ebenen Basisfläche mit wenigstens einer Funktionszone gebildeten Fußauflagefläche gewählt wird.

Die Fußbettungen werden in großen Stückzahlen vorgefertigt und vor Ort, z.B. in einem Schuhgeschäft, einer Physiotherapieoder Osteopathie-Praxis , einer Podologie-Praxis , einer Arztpraxis, einem Sportgeschäft, einem Trekkinggeschäft , einem Fitnesscenter oder auch in einem Taichi-Schulungscenter etc. bereit gehalten. Die Person wird dann z.B. von einer entsprechend fachlich qualifizierten Fachkraft optisch auf das Vorliegen von strukturellen und/oder funktionalen Störungen des Fußes begutachtet, wobei alternativ oder zusätzlich auch geeignete Sensorvorrichtungen wie z.B. drucksensitive Sensorplatten zu Hilfe genommen werden können, auf welche sich die Person stellt. Wird dabei keine strukturelle und/oder funktionale Störung des Fußes festgestellt, so wird eine Fußbettung mit einer einfachen, ebenen Basisfläche gewählt, welche auch als Standardfußbettung bezeichnet werden kann. Wird dagegen eine strukturelle und/oder funktionale Störung festgestellt, so wird eine durch die individuelle (n) Funktionszone (n) speziell für die strukturelle und/oder funktionale Störung vorgesehene Fußbettung in einer entsprechenden Schuhgröße gewählt.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand bevorzugter Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren erläutert. Dabei zeigt

Fig. 1 eine erfindungsgemäße orthopädische Fußbettung mit einer ebenen Basisfläche in Schrägansicht; und

Fig. 2 die Fußbettung der Figur 1 in Seitenansicht; und

Fig. 3 bis 6 verschiedene Fußbettungen mit verschiedenen

Funktionszonen; und

Fig. 7 eine orthopädische Fußbettung mit den darauf vorgesehenen Noppen; und

Fig . 8 ein menschlicher Fuß mit seinen knöchernen Bestandteilen und Leitungsbahnen in Sicht von unten; und

Fig . 9 ein Verfahrensablaufdiagramm eines Verfahrens zur Bereitstellung einer orthopädischen Fußbettung; und

Fig. 10 bis 14 verschiedene Fußbettungen mit einer erfindungsgemäßen Verteilung der Moppen und darauf angeordneten Funktionszonen; und

Fig. 15 eine erfindungsgemäße orthopädische Fußbettung mit einer „Heart of Feet- function" in Sicht von oben und in zwei verschiedenen Schnittdarstellungen.

In der Figur 1 ist eine orthopädische Fußbettung 1 in Form einer Einlage 6 zu erkennen, welche in der Figur 2 in Seitenansicht mit einem darauf stehenden Fuß 16 zu erkennen ist. Die Einlage 6 weist eine durch eine durchgängige, ebene Basisfläche 4 gebildete Fußauflagefläche 3 mit darauf angeordneten Noppen 5 auf. Die Fußauflagefläche 3 ist durchgängig und eben ausgebildet und für Personen mit strukturell und/oder funktional gesunden Füßen vorgesehen. Ferner weist die Einlage 6 an der Unterseite eine ebene Grundfläche 7 auf. Die Einlage 6 ist damit für Schuhe mit einer ebenen inneren Auflagefläche vorgesehen. Die Noppen 5 weisen eine identische Höhe von 3 bis 5 mm, vorzugsweise von 4 mm und einen identischen Durchmesser von 3 bis 5 mm an der Fußauflagefläche 3 bzw. der Basisfläche 4 auf und bilden in der Summe mit ihren Stirnseiten wieder eine ebene Fläche zur Auflage des angedeuteten Fußes 16.

In der Figur 7 ist die orthopädische Fußbettung 1 neben dem in der Figur 8 dargestellten Fuß 16 mit seinen knöchernen Bestandteilen 100 und Leitungsbahnen 200 in der Projektion von unten zu erkennen. Sofern bei der Beschreibung der Erfindung im Allgemeinen auf einen auf der Fußauflagefläche 3 aufstehenden, in den Figuren 2 und 8 zu erkennenden Fuß 16 Bezug genommen wird, wird angenommen, dass der Fuß 16 entsprechend der normalen Stellung bzw. der vorbestimmten Stellung auf der Fußauflagefläche 3 aufsteht .

Die Ziffern 1 bis 56 stellen jeweils einzeln einen Noppen 5 auf der orthopädischen Fußbettung 1 dar, so dass die Vertei- lung der Ziffern 1 bis 56 der Verteilung der Noppen 5 auf der Fußauflagefläche 3 entspricht. Die Verteilung der Noppen 5 entspricht in ihrer Grundanordnung der Anordnung der wesentlichen knöchernen Bestandteile 100 des Knochenaufbaus des Fußes 16 und der daran verlaufenden Leitungsbahnen 200 in der Projektion in die Fußauflagefläche 3 der orthopädischen Fußbettung 1, wie anhand eines Vergleiches der Figuren 7 und 8 einfach zu erkennen ist.

Der in der Figur 8 in Sicht von unten zu erkennende Fuß 16 ura-fasst in seinem Grundaufbau die knöchernen Bestandteile 100 mit der Ferse 102, dem Mittenbereich 103, dem Fußballen 104 und schließlich den Zehen 101. Für den Fall, dass die Person mit einem gesunden Abrollverhalten geht, setzt sie zuerst mit der Ferse 102 auf, und rollt dann weiter über den Mittenbereich 103, den Fußballen 104 und schließlich über die Zehen 101 ab. Die Ferse 102 bildet dabei eine in etwa kreisförmige Aufstandsfläche, von der sich der Mittenbereich 103 in Gehrichtung nach vorne erstreckt . Ausgehend von dem Mittenbereich 103 erstrecken sich die knöchernen Bestandteile 100 weiter in Form von Ketten von einzelnen Knochengliedern, welche zusammen den Fußballen 104 und mit den letzten Knochengliedern der Ketten die einzelnen Zehen 101 bilden. Die Leitungsbahnen 200 sind entlang der knöchernen Bestandteile 100 angeordnet und entsprechen damit in ihrer Verteilung und in ihrem Verlauf der Verteilung und dem Verlauf der knöchernen Bestandteile 100. Die Leitungsbahnen 200 weisen die Lymphe und/oder die Nerven und/oder die Gefäße des Fußes 16 auf. Die knöchernen Bestandteile 100 verlaufen dabei in ihrem Grundaufbau ausgehend von dem Mittenbereich 103 in fünf, in Linien angeordneten Knochengliederketten, deren einzelne Knochenglieder über Gelenke miteinander verbunden sind.

In der Figur 7 ist die orthopädische Fußbettung 1 mit den Noppen 5 und den verschiedenen Zonen zu erkennen, an denen der Fuß mit den jeweiligen knöchernen Bestandteilen 100 zur Auflage gelangt, wobei die verschiedenen Zonen der knöchernen Bestandteile 100, mit denen der Fuß 16 auf der Fußauflagefläche 3 zur Auflage gelangt, mit den Bezugszeichen 101 bis 104 gekennzeichnet sind. Die orthopädische Fußbettung 1 kann damit auch als eine anatomische und neurologische Fußbettung 1 angesehen werden, da sie aufgrund der vorgeschlagenen Verteilung der Noppen 5 speziell an die Anatomie und Neurologie des Fußes 16 angepasst ist. Die orthopädische Fußbettung 1 bildet damit eine Art „Bio- Interface" , über welches die Stimulanzpunkte in der Fußsohle während des Gehens stimuliert werden, wobei die vorgeschlagene Verteilung der Noppen 5 von besonderer Bedeutung ist, da dadurch die Gehbewegung zu einer zusätzlichen Stimulation der Stimulanzpunkte und der damit einhergehenden Verbesserung des Biotensegrity Systems genutzt wird. Die orthopädische Fußbettung 1 bildet quasi eine speziell an die Stimulanzpunkte der Fußsohle angepasste Schnittstelle in der Auflagefläche der Fußsohle.

In der hinteren Zone der Fußauflagefläche 3, an welcher der Fuß 16 mit der Ferse 102 zur Auflage gelangt, sind die Noppen 5 kreisförmig in einem gedachten Ring angeordnet, was anhand der Ziffern 41 bis 52 zu erkennen ist. In der Mitte des gedachten Ringes sind vier weitere Noppen 5 mit den Ziffern 53 bis 56 in einer möglichst gleichmäßigen Verteilung, mit identischen Abständen in Längsrichtung und quer zu der Längsrichtung der Fußauflagefläche 3 in einem Quadrat angeordnet. Der Fuß 16 wird dadurch zu Beginn der Abrollbewegung in den Stimulanzzonen der Ferse 102 gleichmäßig stimuliert, wodurch der eingangs beschriebene Pumpvorgang ausgelöst wird. Dabei werden durch die in den Stimulanzzonen ausgelösten Reizsignale in dem Gehirn des Menschen entsprechende Signale zur Druckveränderung in den zugehörigen Kammern der Zellen oder der Organe des Menschen erzeugt, wodurch das segmental organisierte Nervensystem und die Organe gezielt belebt bzw. vitalisiert werden.

Während der weiteren Abrollbewegung rollt die Person mit dem Fuß 16 mit einem Mittenbereich 103 auf der Fußauflagefläche 3 ab und rollt dabei über eine Zone der Fußauflagefläche 3, in welcher die Noppen 5 in zwei quer zu der Längsrichtung der Fußauflagefläche 3 verlaufenden, in Richtung der Innenseite 105 der Fußauflagefläche 3 divergenten, gedachten Linien entsprechend der Ziffern 40 bis 36 und 35 bis 31 angeordnet sind. Durch die divergente Ausrichtung der Linien sind die Abstände der Noppen 5 in Längsrichtung der Fußauflagefläche 3, an der Innenseite 105 der Fußauflagefläche 3 größer als an der Außenseite 106 der Fußauflagefläche 3. Diese Anordnung der Noppen 5 ist insofern von Vorteil, da auch die Abstände der Stimulanzpunkte an der Außenseite 106 des Fußes 16 kleiner als an der Innenseite 105 sind. Aufgrund der divergenten Ausrichtung nehmen die Abstände der Noppen 5 in Längsrichtung der Fußauflage-fläche ausgehend von der Außenseite 106 zu der Innenseite 105 hin, also quer zu der Längsrichtung zu. Ferner wird dadurch das Fußgewölbe des Fußes 16 berücksichtigt.

Während der weiteren Abrollbewegung gelangt der Fuß mit dem Fußballen 104 und mit den Zehen 101 zur Auflage in einer Zone auf der Fußauflagefläche 3, in welcher die Noppen 5 in fünf gedachten Linien entsprechend der knöchernen Bestandteile 100 der Zehen 101, in Längsrichtung der Fußauflagefläche 3 angeordnet sind. Die Noppen 5 sind dabei in gedachten Linien entsprechend der Ziffern 1,6,11,16,21,26, der Ziffern

2,7,12,17,22,27, der Ziffern 3,8,13,18,23,28, der Ziffern 4,9,14,19,24,29 und schließlich entsprechend der Ziffern 5,10,15,20,25,30 angeordnet. Die Verteilung der Noppen 5 entspricht damit dem Abbild der die Zehen 101 bildenden knöchernen Bestandteile 100 und der daran entlang angeordneten Leitungsbahnen 200, so dass durch die Noppen 5 in dieser Zone gezielt die an den knöchernen Bestandteilen 100 bzw. den Leitungsbahnen 200 angeordneten Stimulanzpunkte der Zehen 101 während der Abrollbewegung stimuliert werden.

Die in der Figur 1 dargestellte Einlage 6 weist eine durchgängig ebene Fußauflagefläche 3 auf und kann auch als Standardfußbettung SFB angesehen werden. Der Fuß 16 der Person steht bei der Sicht von der inneren, medialen Seite insbesondere mit der Ferse 102 und dem vorderen Fußballen 104 auf, so dass beim gesunden Fuß zwischen dem Fußgewölbe und der Fußauflagefläche 3 ein Spalt entsteht, und der Fuß 16 im Bereich des Fußgewölbes bewusst nicht unterstützt wird. Der Fuß 16 wird dadurch bei einer Belastung, also beim Stehen oder Laufen, bewusst „gestresst" und dadurch gestärkt. Ferner wird der Fuß 16 durch die Noppen 5 sensomotorisch stimuliert, wodurch sich die Muskelansteuerung verändert und der Fuß 16 durch das eingangs näher erläuterte Tensegrity System dynamisch gestärkt wird. Zusätzlich wird das Venen- und Lymphsystem der Person angeregt.

In den Figuren 3 bis 6 sind verschiedene Varianten der orthopädischen Fußbettung 1 zu erkennen, welche neben der ebenen Basisfläche 4 zusätzlich verschiedene erhöhte bzw. verstärkte oder vertiefte bzw. geschwächte Funktionszonen 8 aufweisen. Die Funktionszonen 8 sind hier durch Flächen gebildet, welche den Fuß 16 durch ihre Geometrie und Anordnung an bestimmten Sensorflächen bewusst stimulieren. Dazu können die Funktionszonen 8 entweder gegenüber der Basisfläche 4 unterschiedlich erhöht bzw. verstärkt oder gegenüber dieser abgeschwächt bzw. vertieft sein. Die Basisfläche 4 mit der Standard-Noppenver- teilung bildet für strukturell und funktional gesunde Füße die ideale Auflagefläche zum langfristigen Erhalt der Gesundheit der Füße, während die bedarfsgerecht modifizierte Stimulationseinheiten in den Funktionszonen 8 die Basisfläche 4 zur Berücksichtigung von individuellen Störungen der Struktur und/oder der Funktion der Füße zu einer auf den individuellen Fußtyp angepassten Fußauflagefläche 3 ergänzen bzw. adaptieren. Zur Vereinfachung des Verständnisses ist die Fußauflage-fläche 3 der orthopädischen Fußbettung 1 in den Figuren 3 bis 6 in verschiedene Punkte bzw. Abschnitte mit Moppen 5 entsprechend der Ziffern 1 bis 56 unterteilt. Die Funktionszonen 8 sind hier durch gruppenweise verstärkt stimulierende Noppen 5 gebildet, welche durch ihre Stirnflächen in der Summe einen verstärkten Auflage-Stimulationseffekt für bestimmte Zonen des Fußes 16 haben. Der verstärkte Stimulationseffekt wird erzeugt durch zonale Verhärtung oder Verdickung der in der Figur 15 zu erkennenden EVA-Basisschicht 110 oder auch alternativ durch eine Erhöhung bestimmter Noppen 5 und der dadurch verwirklichten Stimulationspunkte. Alternativ können die Noppen 5 in den Funktionszonen 8 auch eine höhere Festigkeit als die Noppen 5 im Bereich der verbleibenden Fußauflagefläche 3 haben.

In der Figur 3 ist die Funktionszone 8 durch eine Knickfußkorrekturfläche 9 gebildet, welche derart an der Fußauflagefläche 3 angeordnet ist, dass der Fuß 16 mit der Innenseite des vorderen Fußballens 104 in den Punkten 11,16,22 und 21 in einem Bereich 9b und mit der Innenseite des Fußgewölbes in den Punkten 26,27,31,32,36 und 37 im Bereich 9a der Fußauflagefläche 3 daran zur Auflage gelangt bzw. in diesem Bereich verstärkt stimuliert wird. Durch die verstärkte Stimulation kann eine Gegensteuerung durch das Zentralnervensystem stimuliert und das Einknicken des Fußes 16 zur Innenseite in Richtung des anderen Fußes verhindert werden. Bei dem Fall des Knickfußes handelt es sich um eine funktionale Störung des Fußes 16, bei der die Person nicht gerade mit dem Fuß 16 aufsetzt sondern stattdessen zur Innenseite hin einknickt, was in der Folge auch zu X-Beinen, Hüft- und Wirbelsäulenhaltungsstörungen führen kann .

In der Figur 4 ist eine orthopädische Fußbettung 1 zu erkennen, bei der neben der Knickfußkorrekturfläche 9 eine zusätzliche Funktionszone 8 in Form einer Statikkorrekturfläche 10 vorgesehen ist. Die Statikkorrekturfläche 10 ist durch eine Erhöhung der Noppen 5 und des dadurch bewirkten Stimulationseffektes in der Fußauflagefläche 3 im Bereich der Punkte 41 bis 56 gebildet, welche den Bereich bilden, an der die Person mit der Ferse 102 zur Auflage gelangt. Dadurch werden die Stimulanzpunkte bzw. Druckrezeptoren im Fersenbereich intensiver stimuliert, so dass die Statik durch eine neurologische Regulation im Sinne einer Korrektur angepasst wird. Dies beruht auf der sensomotorischen Auswirkung der intensivierten Stimulation nach dem Gesetz des Vektoradditionsmodells.

In der Figur 5 ist eine weitere orthopädische Fußbettung 1 mit einer ebenen Basisfläche 4 und zwei Funktionszonen 8 zu erkennen. Eine der Funktionszonen 8 im Bereich der Ferse 102 ist wieder als Statikkorrekturfläche 10 und eine weitere Funktionszone 8 ist im Bereich des vorderen Fußballens 104 über die gesamte Breite der Punkte 11 bis 21 in Form einer Hohlfußkorrekturfläche 11 vorgesehen. Sowohl die Statikkorrekturfläche 10 als auch die Hohlfußkorrekturfläche 11 sind jeweils um 3 bis 5 mm gegenüber der Basisfläche 4 erhöhte Funktionszonen 8, welche den Fuß 16 der Person in der Ferse 102 und im vorderen Fußbereich leicht stimulieren und durch Stimulationsnoppen gebildet sind.

In der Figur 6 ist eine weitere alternative Ausführungsform der orthopädischen Fußbettung 1 zu erkennen, bei der in der Basisfläche 4 eine Funktionszone 8 in Form einer Fersensporn-korrekturfläche 12 vorgesehen ist, welche durch eine Vertiefung um 3 bis 5 mm in dem Mittenbereich der Ferse 102 und des hinteren sich daran anschließenden Mittenabschnittes 103 im Bereich der Punkte 32,33,37,38,42,43,44 und 53 bis 56 gebildet ist. Die Fersenspornkorrekturfläche 12 ist gegenüber der Basisfläche 4 noppenfrei oder auch vertieft, so dass der Fuß 16 in diesem Bereich bewusst nicht stimuliert und/oder entlastet wird .

Die orthopädische Fußbettung 1 kann sowohl als Einlage 6 als auch als ein Teil eines Unterschuhs ausgebildet sein, wichtig ist nur, dass die Fußauflagefläche 3 entsprechend geformt ist, bzw. dass die Fußbettung 1 in dem Schuh die entsprechende Fußauflagefläche 3 bildet. Dabei kann die Fußbettung 1 zusätzlich einen Lederüberzug oder Textilüberzug aufweisen, wodurch das Tragen des Schuhs 2 angenehmer gestaltet werden kann. Ferner sollte die Fußbettung 1 dauerelastisch, atmungsaktiv, flüssig-keitsabsorbierend und durchleitend ausgebildet sein. Die Elastizität der Fußbettung 1 sollte so beschaffen sein, dass sie dem Fuß 16 einen ausreichenden Widerstand entgegensetzt, wobei die Elastizität ein geringes Eindringen des Fußes 16 in die Fußauflagefläche 3 ermöglichen sollte, ohne dass die Grundverteilung der Auflagefläche dem Prinzip nach verloren geht. Insbesondere sollte die Elastizität so gewählt werden, dass der Fuß 16 nicht so weit einsinkt, dass er ganzflächig aufliegt, da ansonsten die gewünschte Beanspruchung des Fußes 16 nicht erreicht wird. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Fuß 16 strukturell und funktional gesund ist und die Fußauflagefläche 3 allein durch eine ebene Basisfläche 4 gebildet ist, wie dies in den Figuren 1 und 2 dargestellt ist. In diesem Fall soll der Fuß 16 bewusst in einer Brückenform aufliegen und im Bereich des Fußgewölbes nicht unterstützt werden. Dabe kann die Elastizität auch gezielt auf den Typ der den Schuh 2 tragenden Person abgestimmt sein. So wäre es zum Beispiel denkbar, speziell für Diabetiker eine besonders weiche Fußbet tung 1 und für Sportler eine besonders harte Fußbettung 1 zu verwenden. Ein möglicher Werkstoff wäre z.B. Ethylenvinylace-tat EVA.

Sofern die orthopädische Fußbettung 1 als Einlage 6 ausgebildet ist, kann diese in sich elastisch und die Funktionszonen darin mit einer höheren Festigkeit bzw. Härte ausgebildet sein. Die Einlage 6 kann dabei eine derartige Elastizität auf weisen, dass sie zusammengefaltet, zurückgebogen oder zusammengerollt in die Tasche gesteckt werden kann, ohne dabei beschädigt zu werden. Nach dem Herausnehmen der Einlage 6 aus der Tasche entfaltet sich diese aufgrund ihrer Elastizität selbsttätig oder mit leichter Hilfe zurück in die ursprüngliche Form und kann so in den Schuh 2 eingelegt werden. Der Fuß 16 erfährt allein aufgrund der höheren Härte der Fußbettung 1 im Bereich der Funktionszonen 8 eine stärkere Unterstützung und Stimulation als in den übrigen Bereichen der Basisfläche 4. Ferner können die Funktionszonen 8 neben ihrer höheren Här te selbstverständlich auch eine größere Höhe bzw. Dicke und gegebenenfalls zusätzliche Noppen 5 zur Stimulation der Fußsohle aufweisen.

In der Figur 9 ist ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Bereitstellung einer orthopädischen Fußbettung 1 dargestellt .

Zunächst einmal wird ein Sortiment aus verschiedenen orthopädischen Fußbettungen 1 mit einer verschiedenen Formgebung der Fußauflageflächen 3 für verschiedene Fußtypen in verschiedenen Schuhgrößen, Leistenbreiten und eventuell auch mit verschiedenen Härten in einer Verkaufsstätte oder auch einer Beratungsstätte vorgehalten, in welchen die Personen ihre individuell auf ihre Füße 16 passende orthopädische Fußbettung 1 unter fachlicher Anleitung von entsprechend geschulten Fachberatern auswählen und testen können. Dabei können der linke und der rechte Fuß 16 auch unterschiedlich ausgebildet sein, so dass für den linken und den rechten Fuß 16 bewusst unterschiedliche orthopädische Fußbettungen 1 gewählt werden können.

Zunächst wird der Kunde K im Rahmen einer Eingangsuntersuchung E durch den Fachberater ggf. unter Zuhilfenahme entsprechender Sensoreinrichtungen wie z.B. drucksensitive Standflächen oder Laufbänder visuell und messtechnisch begutachtet. Dabei können weitere Hilfsmittel wie z.B. eine Fuß- und Schuhgrößenvermessung, eine Messeinrichtung zur Vermessung der Haltung und insbesondere der Statik im Rahmen einer Diagnose D verwendet werden. Der Fachberater stellt dann einen bestimmten Fußtyp mit oder ohne strukturelle und/oder funktionale Störungen und/oder mit oder ohne einer gestörten Statik fest.

Strukturell gesund ist in dem Ablaufdiagramm mit SG, strukturell krank mit ΞΚ, funktional gesund mit FG und funktional krank mit FK gekennzeichnet.

Wird festgestellt, dass die Füße sowohl strukturell als auch funktional gesund sind SG, FG, so wird zunächst festgestellt, dass eine Standardfußbettung SFB mit einer orthopädischen Fußbettung 1 mit einer ebenen Basisfläche 4 entsprechend den Figuren 1 und 2 mit einer Verteilung der Noppen 5 gemäß der Figur 10 zu wählen ist. Dabei kann unter anderem festgestellt werden, dass die Person eine leicht vorgeneigte Haltung hat, welche auch als anteriore Statik AS bezeichnet wird. Die leicht vorgeneigte Statik, oder auch neutrale Statik, entspricht der gesunden Haltung und erfordert in der Regel keine Korrektur, also auch keine Funktionszone 8. Anschließend wird in einem zweiten Schritt überprüft, ob eine mediale Absenkung des Fußgewölbes MGA vorliegt. Liegt keine mediale Absenkung vor, wird die Standardfußbettung SFB des Typs la gewählt, wel che eine durch eine ebene Basisfläche 4 gebildete Fußauflagefläche 3 entsprechend der Figur 1 mit einer Verteilung der Noppen 5 nach Figur 10 aufweist. Liegt dagegen eine solche me diale Absenkung vor, so wird eine Standardfußbettung SFB des Typs lb gewählt, bei der die ebene Basisfläche 4 durch eine Funktionszone 8 in Form einer leichten Erhöhung um ca . 2 mm oder in Form eines Abschnittes mit einer höheren Härte im Bereich 9a der darauf reduzierten Knickfußkorrekturfläche 9 ergänzt wird. Die leichte mediale Fußgewölbeabsenkung wird als funktionale Störung des Fußes 16 angesehen, wobei der Tendenz einer fortschreitenden Verstärkung der Störung durch die Erhö hung bzw. Versteifung im Bereich 9a und der dadurch bewirkten Verstärkung der Stimulation entgegengewirkt werden kann.

Sofern einer der Füße 16 strukturell gesund SG und funktional krank FK ist, wird die Art der funktionalen Störung zunächst in einem weiteren Schritt DFK bestimmt und eine entsprechend individualisierte orthopädische Fußbettung 1 mit einer indivi duell für die Störung vorgesehenen Funktionszone 8 gewählt. Eine solche funktionale Störung kann z.B. ein Knickfuß sein, wobei die Funktionszone 8 in diesem Fall die in der Figur 3 dargestellte Knickfußkorrekturfläche 9 ist. Anschließend wird in einem weiteren Schritt geprüft, ob zusätzlich eine posteri ore Statik PS, d.h. eine nach hinten geneigte Haltung der Per son vorliegt. Liegt keine posteriore Statik PS vor, so wird eine orthopädische Fußbettung 1 ohne eine Statikkorrekturflä- che 10 gewählt, während bei einem Vorliegen einer posterioren Statik PS eine Statikkorrekturfläche 10 ergänzt wird. In einem zweiten Schritt wird geprüft, ob eine mediale Absenkung des Fußgewölbes MAG vorliegt oder nicht. Liegt eine solche nicht vor, und weist der Fuß 16 gleichzeitig eine posteriore Statik PS auf, so wird eine orthopädische Fußbettung 1 des Typs 2a gewählt, welche eine Fußauflagefläche 3 aufweist, die allein durch die Basisfläche 4 und die Statikkorrekturfläche 10 gebildet ist. Wird dagegen eine mediale Absenkung des Fußgewölbes MAG festgestellt, und weist der Fuß 16 gleichzeitig eine posteriore Statik PS auf, so wird die Fußauflagefläche 3 neben der Statikkorrekturfläche 10 zusätzlich durch eine Versteifung bzw. Verstärkung der Fußauflagefläche 3 in dem Bereich 9a zu einem Typ 2b erweitert.

Die in den Figuren 5 und 6 gezeigten orthopädischen Fußbettungen 1 mit den individuellen Fußauflageflächen 3 stellen weitere Beispiele des Sortimentes der orthopädischen Fußbettungen 1 dar, welche durch das Begutachten bzw. Feststellen weiterer Störungen ausgewählt werden können. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Sortiment der orthopädischen Fußbettungen 1 durch Fußbettungen 1 mit weiteren Formen der Fußauflagefläche 3 ergänzt wird, bzw. dass weitere individuelle Funktionszonen 8 entwickelt werden, welche mit der Basisfläche 4 und den beschriebenen Funktionszonen kombiniert werden können.

Sofern nach der Diagnose sowohl ein strukturell kranker SK Fuß 16 als auch ein funktional kranker FK Fuß 16 festgestellt wird, wird eine Empfehlung einer ärztlichen Untersuchung EÄU ausgesprochen und gegebenenfalls bis zu dem Vorliegen des Ergebnisses der ärztlichen Untersuchung das Tragen einer Standardfußbettung SFB empfohlen. Zusätzlich kann ein nachfolgender Kontrolltermin KT vereinbart werden.

Der Vorteil der vorgeschlagenen Lösung ist darin zu sehen, dass mit einfachen Mitteln und mit einer z.B. in Fachseminaren zu vermittelnden Grundkenntnis des Fachpersonals die Gesundheit der Füße und die Haltung von einer sehr großen Anzahl von Menschen verbessert bzw. die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Erkrankungen und Haltungsschäden durch vorbeugende Maßnahmen verringert werden kann. Dabei nutzt die Erfindung den Vorteil, dass die orthopädischen Fußbettungen 1 nicht speziell nach dem individuellen Fuß 16 sondern nach Art eines Sortimen-tes, personenunabhängig für verschiedene Erkrankungen der Füße vorgehalten werden. Die bisher angewandte personenspezifische Herstellung der Einlagen erforderte zunächst das Herstellen eines individuellen Fußabdruckes, nach dem dann die Einlage hergestellt wurde. Die Person konnte die Einlage damit nicht unmittelbar mitnehmen, sondern musste diese in einer darauf spezialisierten Orthopädiewerkstatt herstellen lassen. Damit konnte die Einlage erst nach einer Wartezeit von mehreren Tagen oder Wochen abgeholt und getragen werden. Insgesamt war die Bereitstellung der Einlagen damit mit einem entsprechenden Zeitaufwand und Herstellungsauf and verbunden, wodurch die Akzeptanz, Einlagen zu tragen, grundsätzlich herabgesetzt wurde. Einlagen wurden dann erst getragen, wenn bereits schwerwiegendere ärztlich festgestellte Störungen der Funktion und der Struktur der Füße vorhanden waren.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Bereitstellung werden die orthopädischen Fußbettungen 1 in großen Stückzahlen mit verschiedenen Fußauflageflächen 3 hergestellt, welche zwar nicht personenspezifisch dafür aber typenspezifisch sind, also durch die ebene Basisfläche 4 oder durch die Kombination der Basisfläche 4 mit verschiedenen an die Struktur- und Funktionsstörungen speziell angepasste Funktionszonen 8 an den Typ des Fußes 16 angepasst sind, und damit ein wesentlich gesünderes Laufen ermöglichen. Da die Fußbettungen 1 vor Ort getestet und nach dem Auswählen gleich mitgenommen werden können, wird der Aufwand, eine solche Fußbettung 1 zu erlangen, erheblich verringert, wodurch eine wesentlich größere Anzahl von Personen davon überzeugt werden kann, derartige Fußbettungen 1 zumindest probeweise zu tragen. Damit kann die Volksgesundheit im Mittel durch die erhöhte Akzeptanz von orthopädischen Fußbettungen 1 wesentlich verbessert werden, welche durch die spezielle Verteilung der Noppen 5 als ein neuartiges Biointerface beschrieben werden können. Durch die Verteilung der Noppen 5 wird praktisch ein Biointerface verwirklicht, welches dazu genutzt wird, die Stimulanzpunkte der Fußsohle beim Gehen zu stimulieren und dadurch das Biotensegrity System zu stärken. Damit wird die normale Gehbewegung des Menschen selbst zu einer Anregung des Biotensegrity System und zu einer damit verbundenen Haltungs- und Gangbildverbesserung genutzt.

In der Figur 10 ist die erfindungsgemäße orthopädische Fußbettung 1 mit den darauf vorgesehenen Noppen 5 in einer erfindungsgemäßen Verteilung gemäß der Figur 7 zu erkennen, nur dass die Noppen 5 hier statt durch die Ziffern 1 bis 56 durch Kreise entsprechend ihrer Geometrie dargestellt sind.

Die Fußauflagefläche 3 mit den darauf vorgesehenen Noppen 5 kann in gleicher Weise in verschiedene Bereiche unterteilt werden, in denen die Person mit der Ferse 102, mit dem Mittenbereich 103, mit dem Fußballen 104 und schließlich mit den Zehen 101 des Fußes 16 zur Auflage gelangt.

In der Figur 11 ist die orthopädische Fußbettung 1 mit einer zusätzlichen Funktionszone 8 in Form eines Abschnittes 107 des Mittenbereiches 103 an der Innenseite 105 mit einem höheren Niveau aber einer geringeren Härte gebildet. Der Abschnitt 107 mit der geringeren Härte kann dabei durch eine erhöhte Ausbildung der Basisfläche 4 verwirklicht sein, so dass die darauf angeordneten Noppen 5 die Stimulanzpunkte in dem darauf zur Auflage gelangenden Abschnitt der Fußsohle während des Gehens früher und etwas fester stimulieren. Durch die vorgeschlagene Funktionszone 8, gebildet durch den höheren Abschnitt 107, kann das eingangs beschriebene Pumpsystem der Fußsohle für die lymphatischen und venösen Flüssigkeiten besonders gestärkt werden, so dass die in der Figur 11 gezeigte Fußbettung 1 bevorzugt für Personen mit einer lymphatischen und/oder venösen Insuffizienz von Vorteil ist. Durch die vorgeschlagene, in der Figur 11 gezeigte Variante der orthopädischen Fußbettung 1 kann die sogenannte „Heart of Feet-function" der Fußsohle angeregt und intensiviert werden. Grundsätzlich kann jede Variante der orthopädischen Fußbettung 1 durch das Vorsehen der Funktionszone 8 in dem Abschnitt 107 mit der sogenannten „Heart of Feet-function" zur Optimierung des lymphatischen und venösen Flüssigkeitstransportes versehen werden.

In der Figur 12 ist eine weitere orthopädische Fußbettung 1 mit einer Statikkorrekturfläche 10 zu erkennen, welche in dem Ausführungsbeispiel der Figur 13 durch eine Funktionszone 8 in Form einer Knickfußkorrekturfläche 9 erweitert ist. Sowohl die Statikkorrekturfläche 10 als auch die Knickfußkorrekturfläche 9 sind durch Abschnitte der Fußbettung 1 mit einer höheren Härte ausgebildet, welche entweder durch einen Abschnitt der Basisfläche 4 mit einer höheren Härte oder durch in diesen Abschnitten angeordnete Noppen 5 mit einer höheren Härte oder durch eine Kombination einer Basisfläche 4 mit einer in diesen Abschnitten höheren Härte mit Noppen 5 mit einer höheren Härte gebildet sein können.

Sowohl die lokale Anordnung von Noppen 5 mit einer höheren Härte als auch die lokale Ausbildung der Basisfläche 4 mit einer höheren Härte und/oder einem höheren Niveau führen dazu, dass der gewünschte lokale Stimulationseffekt der Fußsohle intensiviert wird. Dadurch kann sowohl das Gangbild als auch die Haltung des Menschen positiv beeinflusst und korrigiert werden, da die Wahrnehmung in der Fußsohle nach dem sogenannten Vektoradditionsmodell zu einer Haltungsveränderung führt.

In der Figur 14 ist die orthopädische Fußbettung 1 mit einer Funktionszone 8 gebildet durch die Knickfußkorrekturfläche 9 zu erkennen, welche speziell für einen Fuß 16 mit einer neutralen Statik und einem instabilen medialen Fußgewölbe vorgesehen ist.

Ferner ist in der Figur 15 nochmals die orthopädische Fußbettung 1 mit einer dem Ausführungsbeispiel der Figur 11 entsprechenden Verteilung der Noppen 5 zur Intensivierung der oben beschriebenen „Heart of Feet-function" zu erkennen. In den unteren Darstellungen ist der Aufbau der Fußbettung links in einer Schnittdarstellung durch die Basisfläche 4 und rechts in einer Schnittdarstellung durch die zu der Funktionsfläche 8 erhöhten Basisfläche 4 zu erkennen.

Die orthopädische Fußbettung 1 weist in der Basisfläche 4 eine EVA-Basisschicht 110 und eine EVA-Deckschicht 111 auf, welche durch eine Stimulationsschicht 113 voneinander getrennt sind. Die EVA-Basisschicht 110 ist zur Unterseite hin durch eine Trägerschicht 114 abgedeckt, und die EVA-Deckschicht 111 ist zur Oberseite hin durch eine Funktionsgewebeschicht 112 mit flüssigkeitsdurchleitenden und atmungsaktiven Eigenschaften abgedeckt, welche gleichzeitig die Fußauflagefläche 3 bildet. Die EVA-Basisschicht 110, die EVA-Deckschicht 111, die Stimu- lationsschicht 113, die Funktionsgewebeschicht 112 und auch die Trägerschicht 114 weisen jeweils eine konstante Dicke auf, so dass die orthopädische Fußbettung 1 im Bereich der Basisfläche 4 abgesehen von den darauf angeordneten, nicht zu erkennenden Moppen 5 eine konstante Dicke aufweist .

In der rechten Darstellung weist die EVA-Basisschicht 110 zur Verwirklichung der Funktionszone 8 eine größere Dicke auf, während die Dicke der verbleibenden Schichten konstant ist. Die Erhöhung der Fußauflagefläche 3 im Bereich der Funktions-zone 8 ist damit allein durch eine Vergrößerung der Dicke der EVA-Basisschicht 110 verwirklicht. Die Verdickung der EVA-Basisschicht 110 ist in der rechten Darstellung durch die Zone II der EVA-Basisschicht 110 im Bereich der Funktionszone 8 oberhalb der Zone I zu erkennen.

Die Funktionsgewebeschicht 112 ist bevorzugt durch ein atmungsaktives und flüssigkeitsdurchlässiges Textilmaterial gebildet, während die Trägerschicht 114 durch ein abriebfestes Kunststoffmaterial z.B. in Carbon-Optik verwirklicht ist.

Sowohl die EVA-Deckschicht 111 als auch die EVA-Basisschicht 110 sind aus einem EVA Material hergestellt und bilden praktisch das Volumenmaterial der Fußbettung 1. Die Stimulationsschicht 113 ist aus einem Hart-Kunststoff hergestellt und definiert die Härte der Fußbettung 1.

Nachfolgend wird die durch die erfindungsgemäße orthopädische Fußbettung 1 induzierte „Heart of Feet-function" nochmals näher beschrieben.

Die Fußsohle ist eine Blut- und Lymphpumpe und unterstützt den Rücktransport des von dem Herzen zugeführten Blutes. Dieser Rücktransport wird durch die Muskelvenenpumpe im Fuß, gebildet durch die Gefäße, das Fasziensystem, die Knochen und die Muskeln zusammen mit der Schwerkraft bewirkt .

Aufgrund des besonderen anatomischen Aufbaus mit den durch Faszien ummantelten Geweben kommt es durch natürliche Bewegungen und die durch die erfindungsgemäße Fußbettung 1 induzierten bzw. stimulierten Druckveränderungen im Fuß zu flüssig-keitsverschiebenden Effekten durch die ständige Veränderung von geweblichen Druckgradienten. Komprimiert und elongiert ist der Druck auf den in den faszienumhüllten Kammern steckenden Gewebsanteilen groß, durch die sich abwechselnden Spitzen und Tiefen des Druckaufbaus wird ein Pumpmechanismus bewirkt, welcher abgeschwächt auch noch bei erkrankten Venen und Lymphgefäßen vorhanden ist.

Die Theorie der Pumpbewegung in der Fußsohle des Menschen kann wie folgt erklärt werden: Grundlage der Pumpbewegung ist ein Scherengitter mit durch Verformung erzeugten Druckgradienten: Beim Dehnen nimmt der Druck durch die Bewegung der bindegewebigen Faszienzüge in den eingeschlossenen Kammern zu, es kommt zu einer druckvollen Bewegung der Flüssigkeit kanalisiert in Richtung vom Fuß zum Körperzentrum. Geht die Bewegung des Scherengitters zurück, so sinkt der Druckgradient wieder, was zu einem Sammeln von Flüssigkeit in die Kammern zwischen den Scherengitterelementen führt. Diese Bewegungen wechseln sich zyklisch ab, wodurch der Körper Lymphe und venöse Flüssigkeit aus den feinsten Gewebsspalten extravasal und kleinstvasal zurück zum Herzen transportiert.

Die Faszienzügel um jede Zelle herum sind also unter anderem auch „das andere Herz" des Menschen, das für die zentripetale Pumpbewegung steht und daher verantwortlich ist, wie das Herz für einen Großteil der zentrifugalen Pumpbewegung steht .

Das Material der „Heart of Feet"-Zone der erfindungsgemäßen orthopädischen Fußbettung 1 in dem Abschnitt 107 der Figur 15 sollte wie folgt beschaffen sein:

Es kann z.B. eine 5-15 mm hohe weiche Materialschicht vorgesehen sein, welche zwischen der EVA-Basisschicht 110 und der Stimulationsschicht 113, alternativ ggfs. auch zwischen der Stimulationsschicht 113 und der EVA-Deckschicht 111 im in der Skizze markierten Bereich angeordnet ist. Die zusätzliche Materialschicht ist hier durch den Bereich II dargestellt. Das Material ist weich genug, den Fuß nicht zu stützen, aber stabil genug, das Bindegewebe des Fußes von der Haut über das subcutane Fettgewebe bis in die Gefäßregion und die Muskelloge des Fußlängsgewölbes, in der ein Teil der venösen und lymphatischen Gefässe lagert, zusammenzudrücken. Genutzt werden als Werkstoffe für diese Funktionszone Silikone, EVA Materialien oder andere ähnlich funktionierende weiche und dauerelastische Werkstoffe, mit einer weichen Rückstellkraft und einer raschen Rückkehr in die alte Form nach der jeweiligen Verformung mit jedem Schritt.

Durch die Druckerhöhung kommt es bei jedem Auftreten zum Auswurf von mindestens 20 bis 40 Kubikcentimeter Blut und Lymphe aus dem Fuß in Richtung Herz zurück. Durch die Erhöhung des Druckes im Vergleich zu den orthopädischen Fußbettungen 1 ohne „Heart of Feet "-Funktion wird der venöse und lymphatische Rückstrom zum Herzen erheblich unterstützt, um die insuffi-zient, also pumpschwach gewordenen venösen und lymphatischen Gefäße des Fußes in ihrer natürlichen Funktion zu unterstützen .