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1. (WO2008049625) SALLE DE TRAITE POUR TRAIRE DES ANIMAUX
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Melkstand zum Melken von Tieren

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Melkstand zum Melken von Tieren. Insbesondere kann der erfindungsgemäße Melkstand zum Melken von Kühen, Schafen, Ziegen, Büffeln, Lamas, Kamelen, Dromedaren, Yaks, Elchen oder Pferden oder dergleichen mehr ausgelegt und vorgesehen sein.

Das Melken geschieht heute in der Regel maschinell. Zum Melken wird ein Zitzenbecher an die Zitze des zu melkenden Tieres angesetzt und die Milch anschließend maschinell entzogen.

Neben Melkständen, bei denen ein konventionelles Ansetzen per Hand erfolgt, sind auch Systeme bekannt geworden, bei denen das Ansetzen der Zitzenbecher automatisch erfolgt. Solche Systeme haben den Vorteil, dass der Landwirt während des Melkvorgangs nicht mehr zugegen sein muss. Andererseits sind die Investitionskosten hoch und es fallen eine Reihe zusätzlicher Kontroll- und Wartungsarbeiten an.

Ein Vorteil konventioneller Melksysteme ist, dass der Landwirt einen direkten und regelmäßigen Kontakt zu den Tieren hat, so dass er Eutererkrankungen oder andere Erkrankungen einzelner Tiere, wie z.B. Hufkrankheiten etc. automatisch beim morgendlichen oder abendlichen Melken zu Gesicht bekommt und so erkennen kann.

Aus der DE 10 2004 059 089 Al ist ein Melkstand bekannt geworden, bei dem die Zitzenbecher manuell angesetzt werden und bei dem eine Verringerung der Arbeitsbelastung angestrebt wird. Dazu werden die Zitzenbecher von unten durch ein Loch in der Standfläche dem Melker zum Ansetzen angereicht. Das Loch bzw. die Öffnung in der Standfläche ist genau unterhalb des Euters des zu melkenden Tieres vorgesehen, um die zu überbrückende Entfernung zu minimieren. Durch den geringen Abstand zwischen angereichten Zitzenbechern und den Zitzen ist an sich ein schnelles Arbeiten möglich. Aber die Arbeitsposition ist für den Melker ungünstig, da er zum Greifen der Zitzenbecher sich gegebenenfalls bücken oder in die Hocke gehen muss und mit ausgestreckten Armen die Zitzenbecher ergreifen und dann aus der Öffnung hoch ziehen muss. Das erfordert einen erheblich Krafteinsatz, der zu einer schnellen Ermüdung und damit einer sinkenden Produktivität des Melkers führen kann.

Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Melkstand zur Verfügung zu stellen, der eine hohe Produktivität ermöglicht, während der Landwirt andererseits einen direkten regelmäßigen Kontakt zu den Tieren haben kann.

Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Melkstand mit den
Merkmalen von Anspruch 1. Bevorzugte Weiterbildungen der
Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Der erfindungsgemäße Melkstand zum Melken von Tieren und insbesondere zum semiautomatischen Melken von Tieren umfasst wenigstens einen Melkplatz, der einen Melkstandboden und eine Standfläche für die zu melkenden Tiere aufweist. Dabei ist in der Standfläche wenigstens eine Öffnung vorgesehen, durch welche wenigstens eine Behandlungseinrichtung oder ein Zitzenbecher von unten durchführbar ist. Die Behandlungseinrichtung oder der Zitzenbecher ist von einer Ruheposition unterhalb der Standfläche in eine Präsentationsposition bewegbar, die wenigstens teilweise oberhalb der Standfläche ist, um einem Melker ein manuelles Ansetzen der Behandlungseinrichtung bzw. des Zitzenbechers bzw. der Zitzenbecher zu erleichtern. Ein
Randabstand der Öffnung von der Melkergrube ist dabei kleiner als der Abstand eines Euters eines typischen Tieres von dem Rand der Melkergrube, wenn das Tier in der Melkposition steht. Dadurch wird dem Melker eine ergonomische Arbeitsposition ermöglicht .

Die Erfindung hat viele Vorteile. Dadurch, dass die Behandlungseinrichtung bzw. der Zitzenbecher von unten an das zu melkende Tier herangeführt wird, ist der Gesamtabstand zwischen einem sich in der Präsentationsstellung befindenden Zitzenbecher und der Zitze relativ gering. Dadurch wird ein effektives handgelenkschonendes und schnelles Ansetzen der Zitzenbecher ermöglicht.

Gleichzeitig wird eine besonders ergonomische Arbeitsweise erreicht, da der am Rand der Melkergrube stehende Melker die Zitzenbecher bei angewinkelten Armen ergreifen kann und mit einer kombinierten Vorwärts- und Aufwärtsbewegung an die Zitzen des zu melkenden Tieres ansetzen kann.

Obwohl der Abstand zwischen dem Zitzenbecher und der Zitze größer ist als der aus dem Stand der Technik, ermöglicht die vorliegende Erfindung ein sehr effektives und besonders schnelles Ansetzen von Zitzenbechern an die Zitzen von Tieren.

Das liegt u.a. daran, dass der Melker nicht so schnell ermüdet. Die kombinierte Vorwärts- und Aufwärtsbewegung der Zitzenbecher erfordert nur eine relativ geringe Kraftanstrengung des Melkers, da er die sich nahe an seinem Körper befindenden Zitzenbecher einfach ergreifen und mit geringer Kraftanstrengung aufheben und zu den Zitzen des zu melkenden Tieres führen kann.

Im Unterschied zu den aus dem Stand der Technik bekannten System, bei dem die Öffnungen für die Zitzenbecher direkt unterhalb des Euters angeordnet sind, wird bei der vorliegenden Er- findung ein geringer und vorzugsweise ein möglichst geringer Abstand der Öffnungen von dem Rand der Melkergrube angestrebt .

Trotz der Vergrößerung des Abstandes zwischen anzusetzendem Zitzenbecher und der Zitze wird ein schnelleres Arbeiten ermöglicht .

Ein bedeutender ergonomischer Vorteil ist, dass der Melker die Beschleunigung der Zitzenbecher mit angewinkelten Armen vornehmen kann. In dieser Position kann er aufgrund der vorliegenden Winkel ohne besondere Anstrengung bedeutende Kräfte aufbringen. Beim Stand der Technik muss sich der Melker gegebenenfalls bücken oder in die Hocke gehen und er muss die Zitzenbecher mit gestreckten Armen aus der ruhenden Position beschleunigen, was früher zur Ermüdung führen kann.

Die Zitzenbecher sind gemäß einer Weiterbildung der Erfindung automatisch zwischen der Präsentations- und Ruheposition bzw. zwischen der Ruhe- und der Präsentationsposition bewegbar.

Unter dem Randabstand der Öffnung von dem Rand der Melkergrube wird hier ein zentraler Abstand der Öffnung von dem Rand der Melkergrube verstanden. Bei einer kreisförmigen Öffnung ist der zentrale Punkt insbesondere gleich dem Mittelpunkt der Öffnung. Bei länglichen Öffnungen ist insbesondere ein möglichst naher Abstand zum Rand der Melkergrube gemeint.

Unter dem Abstand des Euters von dem Rand der Melkergrube wird der Abstand der Mitte des Euters von dem Rand der Melkergrube verstanden. Bei einer Kuh liegt dieser Mittelpunkt zwischen den vier Zitzen. Der Abstand eines Euters eines typischen Tieres von dem Rand der Melkergrube ist somit der Abstand des Euters eines repräsentativen oder eines durchschnittlichen Tieres, für welches der Melkstand vorgesehen ist. Der Abstand eines Euters eines typischen Tieres von dem Rand der Melkergrube entspricht folglich dem Auslegungsabstand, der bei der Kon- struktion und Auslegung des Melkstandes verwendet wird, um die Maße des Melkstandes an die Tiere anzupassen.

Vorzugsweise beträgt der Randabstand von dem Rand der Melkergrube weniger als 75 % des Abstands des Euters eines typischen Tieres von dem Rand der Melkergrube. Vorzugsweise ist der Randabstand kleiner 50 cm, insbesondere kleiner 35 cm und besonders bevorzugt liegt der Öffnungsabstand zwischen etwa 5 cm und 30 cm. Ein geringer Abstand ermöglicht ein Anheben der Zitzenbecher in der Präsentationsstellung ohne ermüdenden Kraftaufwand .

In bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung ist eine Hubeinrichtung vorgesehen, um den bzw. die Zitzenbecher von der Ruheposition in die Präsentationsposition zu bewegen. Vorzugsweise erfolgt die Bewegung automatisch und insbesondere wird die Hubeinrichtung durch eine Steuereinrichtung gesteuert .

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist wenigstens eine weitere Behandlungseinrichtung durch die wenigstens eine Öffnung bringbar bzw. durchführbar. Dabei kann die Behandlungseinrichtung neben oder anstatt eines Zitzenbechers vorgesehen sein. Die Behandlungseinrichtung kann aus einer Gruppe von Behandlungseinrichtungen entnommen sein, welche Zitzenbecher, Zitzenreinigungseinrichtungen, Vormelkbecher, Vorbehandlungseinrichtungen, Nachmelkeinrichtungen, Zitzenpflege-Einrichtungen und Nachbehandlungseinrichtungen umfasst.

Vorzugsweise sind wenigstens zwei Öffnungen vorgesehen und besonders bevorzugt ist wenigstens eine der Anzahl der Öffnungen entsprechende Anzahl von Verschlußelementen vorgesehen, mit denen die Öffnungen in der Standfläche des Melkstands verschließbar sind.

Ein Verschließen der Öffnungen kann beispielsweise über eine gemeinsame Drehbewegung oder über eine lineare Bewegung mit den Verschlußelementen erfolgen. Es kann auch mittels einer kombinierten Bewegung, bei der z.B. eine Drehbewegung in eine lineare Bewegung umgesetzt wird, ein Verschließen erreicht werden .

Vorzugsweise ist wenigstens ein Spüladapter vorgesehen, um wenigstens eine Behandlungseinrichtung in vorgesehenen, regelmäßigen oder in unregelmäßigen Abständen zu spülen und/oder zu reinigen und/oder zu desinfizieren.

In allen Ausgestaltungen kann ein Milchsammeistück vorgesehen sein, um die Mich von zwei oder vier Zitzen gemeinsam aufzunehmen. Auch eine zitzenindividuelle Ableitung der Milch ist möglich und bevorzugt.

Erfindungsgemäß kann eine Vielzahl von Melkplätzen vorgesehen sein. So kann die Erfindung beispielsweise als ein Gruppen-melkstand ausgeführt sein.

Möglich ist z.B. die Ausführung als ein Side-by-Side-Melkplatz oder als ein Fischgrätenmelkstand mit unterschiedlichster Steilheit. Ein erfindungsgemäßer Melkstand kann auch als ein Karussellmelkstand ausgeführt sein. Möglich ist es auch, einen Autotandem-Melkstand mit der Erfindung auszuführen.

Die Erfindung eignet sich insbesondere bei Melkständen, bei denen ein relativ großer Abstand des Euters von dem Rand der Grubenkante vorliegt, wie es z.B. der Fall ist, wenn von hinten durch die Beine der Kuh hindurch gemolken wird.

Weitere Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich aus dem Ausführungsbeispiel, das nun im Folgenden mit Bezug auf die Figuren beschrieben wird.

Darin zeigen:

Fig. 1 eine schetnatische Aufsicht auf einen Melkstand gemäß der vorliegenden Erfindung; und

Fig. 2 eine prinzipielle und stark schematisierte geschnittene Seitenansicht des Melkstands nach
Fig. 1.

In den Figuren 1 und 2 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung stark schematisch dargestellt.

In Figur 1 ist ein Teil eines Melkplatzes eines erfindungsgemäßen Melkstandes 1 in einer Aufsicht abgebildet. In Fig. 2 ist nur ein Längsabschnitt dargestellt.

Nahe dem Rand 4 der Melkergrube 3 sind auf der Standfläche 2 des Melkstandes 1 insgesamt vier Öffnungen 5 vorgesehen, durch die vier Zitzenbecher 9 von unten durchführbar sind, um die Zitzenbecher 9 von der unterhalb der Standfläche 2 vorgesehenen Ruheposition in die teilweise oberhalb der Standfläche 2 vorgesehene Präsentationsposition zu überführen.

Der in Fig. 2 erkennbare Abstand 50 des Euters 7 einer typischen Kuh 6 von dem Rand 4 der Melkergrube ist hier erheblich größer als der Abstand 51 der Mitte der Öffnungen 5 von dem Rand 4 der Melkergrube 3. Der Abstand 50 entspricht hier dem Auslegungsabstand, d.h. dem Abstand für den der Melkstand konstruiert ist.

Der Abstand 50 ist hier im Ausführungsbeispiel so gewählt, dass sich ein Abstand 53 zwischen etwa 5 cm und 15 cm ergibt. Dadurch wird dem Melker eine ergonomische und kraftsparende Arbeitsposition ermöglicht, da er die Zitzenbecher mit angewinkelten Armen greifen kann ohne sich gegebenenfalls zu bük-ken oder in die Hocke zu gehen und da er die Zitzenbecher mit einer kombinierten Vorwärts- und Aufwärtsbewegung an die Zitzen des Tieres 6 ansetzen kann.

Der Winkel der Bewegungsrichtung zur Horizontalen hängt von dem einzelnen Tier und dem Füllgrad des Euters ab und liegt in der Regel zwischen etwa 20° und 45°. Bei tief hängenden Eutern kann der Winkel auch noch kleiner werden.

Insbesondere beim Ansetzen der Zitzen- bzw. Melkbecher von hinten durch die Beine einer Kuh hindurch, erleichtert die Erfindung das Ansetzen der Zitzenbecher an die Zitzen erheblich.

Die Öffnungen 9 können durch entsprechende Verschlußelemente verschlossen werden, um insbesondere eine Verletzungsgefahr für die Tiere, den Melker oder andere Personen zu mininieren. Das erfolgt wenigstens am Ende jeder Melkzeit .

Vorzugsweise werden am Ende eines jeden Melkvorgangs die Zitzenbecher automatisch abgezogen und in eine unterhalb der Standfläche vorgesehene Position verbracht.

Um mögliche Verletzungen der Tiere während eines Platzwechsels auszuschließen, werden die Öffnungen insbesondere am Ende jedes einzelnen Melkvorgangs automatisch verschlossen und erst dann wieder geöffnet, wenn sich das nächste Tier in der in Fig. 2 dargestellten Melkposition 10 befindet.

In allen Ausgestaltungen ist es möglich, dass unterschiedliche Hubeinrichtungen eingesetzt werden, um die Zitzenbecher aus der unterhalb der Standfläche 2 vorgesehenen Ruheposition in die bis knapp oberhalb der Standfläche 2 ragende Präsentationsposition zu überführen.

An Stelle der vier separaten Öffnungen 5 für jeweils einen Zitzenbecher 9 kann auch eine gemeinsame Öffnung für alle Zitzenbecher vorgesehen sein, durch die alle Zitzenbecher gleichzeitig oder nacheinander durchgeführt werden. Es ist auch möglich, zwei separate Öffnungen 5 für jeweils zwei Zitzenbecher vorzusehen.

Bei Tierarten mit nur zwei Zitzen können ebenfalls zwei Öffnungen vorgesehen sein, durch die jeweils ein Zitzenbecher durchgeführt werden kann oder es kann auch eine Öffnung für beide Zitzenbecher vorgesehen sein.

Bezugszeichen:

1 Melkstand
2 Standfläche
3 Melkergrube
4 Rand der Melkergrube

5 Öffnung
6 Kuh
7 Euter
8 Melkplatz
9 Zitzenbecher
10 Melkposition
50 Abstand
51 Abstand
52 Abstand
53 Abstand