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1. WO2001078731 - SOLUTIONS DE PERFUSION DE CIPROFLOXACINE A CAPACITE DE STOCKAGE AMELIOREE

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[ DE ]

Infusionslösungen des Ciprofloxacins
mit verbesserter Lagerfähigkeit

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft Infusionslösungen der l-Cyclopropyl-6-fluor-l,4-dihydro-4-oxo-7-(l-piperazinyl)-chinolin-3-carbonsäure enthaltend 0,015 bis 0,5 g des genannten Wirkstoffs auf 100 ml wässrige Lösung und eine zur Lösung des Wirkstoffs und zur Stabilisierung der Lösung ausreichende Menge einer oder mehrerer physiologisch verträglicher Säure(n). Des weiteren bezieht sich die Erfindung auf das Nerfahren zur Herstellung und auf die Verwendung von solchen Infusionslösungen.

Insbesondere beschreibt die Erfindung sowohl gebrauchsfertige Infusionslösungen wie auch sonstige Darreichungsformen, die vor der Applikation in solche
Infusionslösungen geführt werden, wobei der Wirkstoff l-Cyclopropyl-6-fluor-1 ,4-dihydro-4-oxo-7-( 1 -piperazinyl)-chinolin-3-carbonsäure als Ciprofloxacin bekannt ist.

Die EP-A-0049 355 schützt u.a. Arzneimittel mit einem Gehalt an 7-Amino-l-cyclopropyl-4-oxo-l,4-dihydronaphtyridin-3 -carbonsäure. Die EP-A-0 078 362 stellt l-Cyclopropyl-6-fluor-l,4-dihydro-4-oxo-7-piperazino-chinolin-3-carbonsäuren unter Schutz. Die aus den beiden EP'en bekannten Wirkstoffe haben hohe antibakterielle Wirkungen und eignen sich daher als Arzneimittel zur Bekämpfung von bakteriellen Infektionen bei Menschen und Tieren.

Die bekannten Nerbindungen sind jedoch nicht oder nur sehr wenig geeignet zum Herstellen von Infusions- und/oder Injektionslösungen, weil z.B. der pH- Wert und/oder die Löslichkeit und/oder die Haltbarkeit, insbesondere bezüglich Ausscheidungen, der gebrauchsfertigen Infusions- und/oder Injektionslösungen nicht den an solche Lösungen zu stellenden pharmazeutischen Anforderungen entsprechen.

Die DE 33 33 719 AI offenbart Lösungen der milchsauren Salze von Piperazinyl-chinolon- und/oder -azachinoloncarbonsäuren, die außer den genannten milchsauren Salzen und gegebenenfalls üblichen Hilfsstoffen zusätzlich mindestens eine nicht zu Fällungen führende Säure enthalten. Zu den nicht zu Fällungen führenden Säuren gehören gemäß DE 33 33 719 AI Milchsäure, Methansulfonsäure, Propionsäure oder Bernsteinsäure, wobei allerdings
Milchsäure bei weitem bevorzugt ist. Der Milchsäuregehalt der Infusionslösungen gemäß der DE 33 33 719 AI kann 0,1 bis 90% tragen. Der Milchsäuregehalt der zu applizierenden Lösung kann 0,1 bis 10% betragen. Allerdings hat sich in der Praxis herausgestellt, daß Lösungen, die neben Ciprofloxacinlactat eine
Konzentration an freier Milchsäure von 0,1 bis 90% aufweisen, physiologisch nur mäßig verträglich sind. So treten Verhärtungen, Schwellungen und Rötungen der Injektionsstelle auf, Plasma-, Harnstoff- und Kreatinwerte sind erhöht und es resultieren tubuläre Nierenveränderungen.

Die gemäß der DE 33 33 719 AI (entspricht EP-A 0 138 018) auftretenden Probleme versucht die EP-A-0 219 784 dadurch zu umgehen, daß
Infusionslösungen des Ciprofloxacins bereitgestellt werden, welche 0,015 bis 0,5 g des Wirkstoffs auf 100 ml wässrige Lösung und je nach
Wirkstoffkonzentration 0,9 bis 5,0 Mol, bezogen auf 1 Mol Wirkstoff, einer oder mehrerer physiologisch verträglicher Säuren aufweisen. Die Infusionslösungen gemäß der EP-A 0 219 784 enthalten neben dem Wirkstoff, Wasser und weiteren üblichen Formulierungshilfsmitteln eine zur Lösung des Wirkstoffs und
Stabilisierung der Lösung ausreichenden Menge einer oder mehrerer Säuren aus der Gruppe bestehend aus Salzsäure, Methansulfonsäure, Propionsäure,
Bernsteinsäure, Glutarsäure, Zitronensäure, Fumarsäure, Maleinsäure, Weinsäure, Glutaminsäure, Gluconsäure, Glucuronsäure, Galacturonsäure, Ascorbinsäure, Phosphorsäure, Adipinsäure, Hydroxyessigsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Essigsäure, Äpfelsäure, L-Asparaginsäure und Milchsäure. Auf die in der EP A 0 219 784 offenbarte Art und Weise gelingt es zwar Infusionslösungen mit geringerer Toxizität bereitzustellen, da bei Einhaltung einer
Ciprofloxacinkonzentration von weniger als 0,5% g/V die zur Stabilisierung notwendige Säurenmenge unter den Wert von 0,1% gesenkt werden kann, welche in der DE 33 33 719 AI als Mindestmenge angegeben ist, allerdings sind die Infusionslösungen gemäß der EP A 0219784 hinsichtlich ihrer Lagerstabilität ebenso immer noch verbesserungsbedürftig wie auch im Hinblick auf die Reduktion der Menge an eingesetzten Säurehilfsstoffen.

Daneben ist auch bei vergleichbarer Stabilität von Infusionslösungen die
Erniedrigung der zur Stabilisierung einzusetzenden Säurenmenge von
grundsätzlichem Interesse.

Die EP-A-0 287 926 betrifft parenteral verabreichbare Lösungen von
Chinoloncarbonsäuren, u.a. Ciprofloxacin, wobei zur Verbesserung der
Lagerstabilität vorgeschlagen wird, besonders reine Hauptwirkstoffkomponenten einzusetzen. Insbesondere betrifft die EP-A-0 287 926 solche parenteral verabreichbaren Lösungen, in denen nicht mehr als 1 bis 10 ppm bezogen auf die Hauptwirkstoffkomponente (Ciprofloxacin) der Lösung an Nebenkomponenten („Verunreinigungen" des Wirkstoffs) enthalten sind. Durch die Verringerung der von Anfang an in der Infusionslösung durch den Hauptwirkstoff eingeschleppten Nebenkomponenten gelingt es gemäß der EP-A-0287 926 die Ausscheidungen aus den Infusionslösungen (Trübungen während der Lagerung) zu reduzieren. Allerdings ist die Verringerung der Nebenkomponenten ein relativ aufwendiger Arbeitsvorgang.

Selbst wenn sehr reine Wirkstoffe zur Herstellung der Infusionslösungen des Ciprofloxacins eingesetzt werden, finden sich trotz Filtration der Lösungen nach ihrer Herstellung - im allgemeinen durch Filter mit 0,2 μm Porenweite - nach der Sterilisation und bei der Lagerung eine gewisse Anzahl der Partikel.

Gemäß EP-A-0 287 926 können diese Partikel aus der Lösung, insbesondere durch Ausfällung des Wirkstoffs oder von Polykondensationsprodukten entstehen.

Des weiteren offenbart die Druckschrift DE 197 03 023 A, daß die Anzahl der nachweisbaren Partikel durch die Verwendung von Glasflaschen verringern, die auf der inneren Oberfläche eine Siliconbeschichtung aufweisen. Hierdurch kann die Lagerfahigkeit von hochreinen Infusionslösungen weiter verbessert werden. Es kann daher angenommen werden, daß die Bildung von Ausfällungen auf die Anzahl der Partikel zurückzuführen ist, die immanent vorhanden sind. Je mehr Partikel vorhanden sind, desto mehr Partikel werden neu gebildet. Hierdurch kommt es mit der Zeit zu einer Beschleunigung der Bildung von Partikeln.

Sowohl das in EP-A-0 287 926 beschriebene Verfahren zur Herstellung von hochreinen Infusionslösungen als auch die Verwendung von speziellen
Glasflaschen sind mit einem hohen Aufwand verbunden. Hierbei ist zu bedenken, daß nur eine Kombination beider Varianten zu einem sinnvollen Ergebnis führt.

Es wäre mithin auch von Vorteil, Infusionslösungen bereitzustellen, bei denen auch weniger reine Hauptwirkstoffe erfolgreich eingesetzt werden können. Die Reinheit der Wirkstoffe soll dabei immer noch im medizinisch akzeptablen Bereich liegen, allerdings soll eine möglichst große Menge in diesem akzeptablen Bereich an Nebenstoffen tolerabel sein, ohne zu Infusionlösungen zu fuhren, die nicht lagerstabil sind. Unter Lagerstabilität wird dabei das Ausbleiben von Ausscheidungen oder Ausfällungen bei entsprechend langen Lagerzeiten verstanden.

Gelöst werden die vorgenannten Aufgaben sowie weitere Aufgaben, die nicht explizit genannt sind, sich jedoch aus der einleitenden Diskussion des Standes der Technik ohne weiteres ableiten lassen oder automatisch ergeben durch
Infusionslösungen mit dem Merkmal des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1, dadurch, daß sich Infusionslösungen der l-Cyclopropyl-6-fluor-l,4-dihydro-4-oxo-7-(l-piperazinyl)-chinolin-3-carbonsäure (Ciprofloxacin), enthaltend 0,015 bis 0,5 g des Wirkstoffs auf 100 ml wässrige Lösung und eine zur Lösung des Wirkstoffs und zur Stabilisierung der Lösung ausreichende Menge einer oder mehrerer physiologisch verträglicher Säure(n), dadurch auszeichnen, daß die Säure(n) eine oder mehrere Mono- oder Diester der Orthophosphorsäure ist bzw. sind, gelingt es lagerstabilere Infusionslösungen bereitzustellen, die zugleich weniger zu Ausscheidungen neigen.

In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den Mono- oder Diestern der Orthophosphorsäure um Verbindungen, in welchen die
Alkoholkomponente Glycerin oder ein anderer höherwertiger physiologisch verträglicher Zucker wie Glucose, Saccharose, Fruktose oder ein höherwertiger physiologisch verträglicher Zuckeralkohol wie Sorbit, Mannit oder Xylit ist.

Insbesondere bevorzugt handelt es sich bei der zur Stabilisierung der
Infusionslösungen des Ciprofloxacins einzusetzenden Säure um Glycerinester der Orthophosphorsäure. Besonders bevorzugt sind
Monoglycerinorthophosphorsäureester. Von aller größtem Interesse sind
Infusionslösungen, in welchen die Säure(n) Glycerin- 1 -phosphat, Glycerin-2-phosphat oder eine Mischung der Glycerinphosphorsäuremonoester ist bzw. sind. Darüber hinaus sind auch Diphosphate besonders geeignete Säuren. Hierzu gehören insbesondere Glucosediphosphat und Fructose-l,6-diphosphat. Die genannten Säuren sind etwa so stark wie Phosphorsäure. Allerdings übertreffen Zusätze an Glycerin- 1 -phosphat, Glycerin-2-phosphat, Glucosediphosphat und/oder Fructose-l,6-diphosphat die Phosphorsäure hinsichtlich der
Verbesserung der Lagerstabilität deutlich.

Weiter gelingt es durch den Einsatz der erfindungsgemäßen Mono- oder Diester der Orthophosphorsäure in Infusionslösungen des Ciprofloxacins den
Gesamtgehalt der Menge an Säure(n) deutlich zu reduzieren. So kennzeichnen sich erfindungsgemäße Infusionslösungen in einer zweckmäßigen Variante dadurch, daß der Gesamtgehalt der Menge an Säure(n) unterhalb 1,04 Mol bezogen auf 1 Mol Wirkstoff ist. Durch den Einsatz von Glycerin- 1 -phosphat, Glycerin-2 -phosphat, Glucosediphosphat und/oder Fructose-l,6-diphosphat oder eine Mischung der genannten Phosphorsäureester läßt sich der Gesamtgehalt der Menge an Säure noch weiter reduzieren. So kennzeichnet sich eine weitere bevorzugte erfindungsgemäße Ausfuhrungsform dadurch, daß die Infusionslösung einen Gesamtgehalt an Säure von kleiner als 0,96 Mol pro 1 Mol Wirkstoff aufweisen.

Die pro Mol Wirkstoff zur Auflösung minimal notwendige Menge Säure hängt selbstverständlich auch von der Wirkstoffkonzentration und der (den)
verwendeten Säure(n) ab und ist somit nicht konstant. Weiterhin ist zu beachten, daß die Angaben in den Säuremengen sich nur auf die Mengen beziehen, die nach allgemein bekannten chemischen Grundregeln nicht durch Zugabe von Basen in das oder die entsprechende(n) Salz(e) umgesetzt werden. Eine Dissoziation der Säuren wurde bei den Mengenangaben außer Betracht gelassen, so daß sie sich auf die dissozierte und undissozierte Säuremenge beziehen.

Die erfindungsgemäßen Infusionslösungen können auch weitere
Formulierungsmittel wie Komplexierungsmittel, Antioxidantien,
Isotonisierungsmittel und/oder Mittel zur Einstellung des pH- Wertes enthalten. Die Osmolalität der Infusionslösungen beträgt 0,20 bis 0,70 Osm/kg, bevorzugt 0,26 bis 0,39 Osm/kg und wird durch Isotonierungsmittel wie NaCl, Mannit, Glucose, Saccharose und Glycerin oder Gemische solcher Substanzen eingestellt. Gegebenenfalls können dazu auch Substanzen eingesetzt werden, die in gängigen, im Handel erhältlichen Infusionsträgerlösungen enthalten sind.

Zu den üblichen Infusionsträgerlösungen gehören Infusionslösungen mit
Elektrolytzuführ ohne Kohlehydrate wie Kochsalzlösung, Ringer-Lactatlösung u.a. und solche mit Kohlehydraten sowie Lösungen zur Zufuhr von Aminosäuren, jeweils mit und ohne Kohlehydratanteil. Beispiele für solche
Infusionsträgerlösungen sind in Rote Liste 1998, Verzeichnis von
Fertigarzneimitteln der Mitglieder des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V., Editio Cantor, Aulendorf/Württ. aufgeführt.

Bevorzugt sind Infusionslösungen, die außer Wasser, Wirkstoff und sonstigen Formulierungshilfsmitteln eine derartige Menge Kochsalz oder andere zur Isotonisierung übliche Hilfsstoffe enthalten, daß eine mit der Gewebeflüssigkeit des menschlichen oder tierischen Körpers isotone oder geringfügig hypo- oder hypertone Lösung vorliegt.

Die Infusionslösungen gemäß der Erfindung weisen einen pH-Wert von 3,0 bis 5,2 auf. pH- Werte von 3,6 bis 4,7 bzw. 3,9 bis 4,5 sind bevorzugt. Ganz besonders bevorzugt sind pH- Werte im Bereich von 4,1 bis 4,3.

Die erfindungsgemäßen Infusionslösungen können in zur Infusion geeigneten Dosierungseinheiten mit entnehmbaren Inhalten von 40 bis 600 ml, vorzugsweise 50 bis 120 ml vorliegen.

Die vorliegende Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur Herstellung von Infusionslösungen gemäß dem unabhängigen Anspruch betreffend die
Infusionslösungen, welches sich dadurch auszeichnet, daß man eine geeignete Menge des Wirkstoffs, gegebenenfalls in Form eines Salzes wie Alkali- oder Erdalkalisalzes oder Additionsalzes, eines Hydrates oder eines Hydrates des Salzes oder in Form von Mischungen dieser Salze bzw. Hydrate, mit einer Menge eines physiologisch verträglichen Monoesters oder Diesters der
Orthophosphorsäure oder eines Gemisches mehrerer physiologisch verträglicher Monoester - oder Diesterderivate der Orthophosphorsäure versetzt, die
vorzugsweise kleiner als 1,04 Mol pro Mol Wirkstoff ist, gegebenenfalls
Formulierungshilfsmittel hinzufügt und mit Wasser oder einer üblichen
Infüsionsträgerlösung derart auffüllt, daß sich eine Konzentrationsbereich von 0,015 bis 0,5 g für den Wirkstoff einstellt, wobei beim Einsatz eines Alkali- oder Erdalkalisalzes des Wirkstoffs in den zur Auflösung erforderlichen Säuremengen zusätzlich noch die Mengen enthalten sind, die zur Neutralisation des
Wirkstoffanions notwendig sind und beim Einsatz eines Additionssalzes ein Teil der erforderlichen Säuremengen bereits im einzusetzenden Wirkstoff enthalten ist.

Bei der Herstellung ist weiter zu beachten, daß die Lösungen den bereits aufgeführten Eigenschaften hinsichtlich pH, Säuremengen und Osmolalitäten entsprechen. Für den Fall der Verwendung des Wirkstoffs in Salzform kann zweckmäßig eine Säure eingesetzt werden, deren Anion dem Anion des
Wirkstoffsalzes bzw. des -salz-hydrates entspricht.

Der pH-Wert der erfindungsgemäßen Infusionslösungen läßt sich mit
(physiologisch) verträglichen Säuren und/oder Basen auf die oben genannten Werte, d.h. 3,0 bis 5,2 , insbesondere 3,6 bis 4,7 einstellen. Zur Beschleunigung des Herstellverfahrens, insbesondere des Auflösens von festen Komponenten können die Lösungen oder nur ein Teil davon geringfügig erwärmt werden, vorzugsweise auf Temperaturen zwischen 20°C und 80°C.

Besonders wirtschaftlich können die erfindungsgemäßen Lösungen hergestellt über konzentrierte Lösungen werden. Dazu wird die für einen Ansatz
erforderlichen Mengen an Wirkstoff mit der für den kompletten Ansatz erforderlichen Hauptmenge an Säure (z.B. 95% bezogen auf Molbasis) in wenig Wasser - gegebenenfalls unter Erwärmung - gelöst. Dieses Konzentrat wird dann anschließend verdünnt. Nach Verdünnung werden die eventuellen sonstigen Hilfsstoffe - wie z.B. Kochsalz zur Isotonisierung - zugegeben, und ebenso die gegebenenfalls noch fehlende Säuremenge.

Nach dem Herstellen der Lösung wird diese im allgemeinen gefiltert, um einen Großteil der Partikel abzutrennen. Geeignete Filtriermethoden sind an sich bekannt, so daß auf den Stand der Technik verwiesen werden kann. Die Partikelanzahl wird hierbei auf das medizinisch Notwendige und wirtschaftlich Sinnvolle begrenzt. Diese Daten und geeignete Methoden sind aus Fachbüchern bekannt.

Nach dem Filtrieren der Lösung kann diese in geeignete Behälter gefüllt werden. Ohne daß hierdurch eine Beschränkung erfolgen soll, werden hierfür im allgemeinen Glasflaschen oder Beutel aus Kunststoffolien eingesetzt, die für den medizinischen Einsatz geeignet sind. Besonders bevorzugt sind PVC-freie Beutel auf Basis von Polyolefinen. Zur Verbesserung der Lagerfähigkeit können diese Beutel gegebenenfalls mit einer weiteren Umverpackung versehen werden.

Die erfindungsgemäßen Lösungen zeigen eine hohe Lagerstabilität, die nicht durch die Anzahl von Partikeln begrenzt wird. Auf den Aufwand, wie dieser in den Dokumenten EP 0 287 926 und DE-A-197 30 23 beschrieben ist, um die Lösungen haltbar zu machen, kann verzichtet werden.

Beispiele

Die nachfolgenden Beispiele und Vergleichsbeispiele dienen zur näheren
Erläuterung der Erfindung, ohne daß hierdurch eine Beschränkung erfolgen soll. Zur Herstellung der Lösungen wurde Wasser für Infusionslösungen eingesetzt.

Beispiel 1

3 mmol (1 g) Ciprofloxacin wurden in 250 ml Wasser suspendiert. Zu dieser Suspension wurden 196,7 ml einer Glycerol-l(2)-dihydrogenphosphatlösung gegeben, die durch Mischen von 5,7 ml Salzsäure (c= 1 mol/1; Merck AG) mit 2,9 mmol (0,88 g) eines Gemisches der Dinatriumsalze von Glycerol-l(2)-dihydrogenphosphat (erhalten von Lohmann) mit 191 ml Wasser erhalten wurde.

Die Menge der insgesamt beigefügten Glycerophosphorsäure betrug 2,9 mmol. Die Zugabe erfolgte über einen Zeitraum vom 2 Stunden, wobei der pH- Wert nicht unter 3,0 abfiel. Es wurde eine klare Lösung erhalten, die einen pH- Wert von 4,6 aufwies. Diese Lösung wurde anschließend mit 50 ml einer NaCl-Lösung versetzt, die 4,0 g NaCl enthielt, und nachfolgend mit Wasser auf 500 ml mit Wasser verdünnt.

Die so erhaltene Lösung wurde filtriert, in eine Glasflasche für medizinische Zwecke gefüllt und anschließend bei 121 °C sterilisiert. Die so erhaltene sterile Lösung wurde über 6 Monaten bei Raumtemperatur gelagert und regelmäßig visuell überprüft. Nach diesem Zeitraum wurden visuell keine Veränderungen festgestellt.

Die subvisuellen Partikel, bestimmt über die übliche Methode des
Lichtblockverfahrens, waren niedrig und blieben ebenfalls unverändert. Sie entsprachen den speziellen Anforderungen der Arzneibücher für solche Lösungen.

Beispiel 2

Das Beispiel 1 wurde im wesentlichen wiederholt. Allerdings wurde die erhaltene Lösung nicht in eine Glasflasche sondern in einen Beutel auf Polyolefinbasis gefüllt, der ebenfalls für medizinische Zwecke geeignet ist. Nach einer Lagerung über einen Zeitraum von 6 Monaten wurden visuell keine Veränderungen festgestellt.

Die subvisuellen Partikel, bestimmt über die übliche Methode des
Lichtblockverfahrens, waren niedrig und blieben ebenfalls unverändert. Sie entsprachen den speziellen Anforderungen der Arzneibücher für solche Lösungen.

Vergleichsbeispiel 1

3 mmol (1 g) Ciprofloxacin wurden in 250 ml Wasser suspendiert. Zu dieser Suspension wurde langsam eine Lösung von 2,9 mmol (0,22 g)
Hydroxyessigsäure in 200 ml Wasser hinzugefügt. Die Suspension löste sich nicht vollständig auf. Eine Überprüfung der Lagerfähigkeit war somit obsolet.

Vergleichsbeispiel 2

3 mmol (l g) Ciprofloxacin wurden in 250 ml Wasser suspendiert. Zu dieser Suspension wurde langsam eine Lösung von 2,9 mmol (0,26 g) Milchsäure in 200 ml Wasser hinzugefügt. Die Suspension löste sich nicht vollständig auf. Eine Überprüfung der Lagerfähigkeit war somit obsolet.

Vergleichsbeispiel 3

3 mmol (l g) Ciprofloxacin wurden in 250 ml Wasser suspendiert. Zu dieser Suspension wurde langsam eine Lösung von 3 mmol Phosphorsäure in 200 ml Wasser hinzugefügt. Die Zugabe erfolgte über einen Zeitraum vom 2 Stunden, wobei der pH- Wert nicht unter 3,0 abfiel. Es wurde eine klare Lösung erhalten. Diese Lösung wurde anschließend mit 50 ml einer NaCl-Lösung versetzt, die 4,41 g NaCl enthielt, und nachfolgend mit Wasser auf 500 ml verdünnt.

Die so erhaltene Lösung wurde gleich dem Beispiel 1 filtriert, in eine Glasflasche für medizinische Zwecke gefüllt und anschließend bei 121 °C sterilisiert. Die so erhaltene sterile Lösung wurde über 2 Monaten bei Raumtemperatur gelagert und regelmäßig visuell überprüft. Nach zwei Monaten trat eine visuell feststellbare Kristallbildung auf. Der Versuch wurde daraufhin abgebrochen.

Die Versuche und Vergleichsversuche zeigen deutlich, daß Lösungen mit einem unterstöchiometri sehen Säure/Ciprofloxacin- Verhältnis nur unter Verwendung von Estern der Phosphorsäure erhältlich sind. Die erfindungsgemäßen Lösungen können über einen großen Zeitraum gelagert werden, ohne daß Probleme hinsichtlich der Stabilität auftreten. Im Gegensatz hierzu bilden Infusionslösungen des Standes der Technik Ausfällungen. Dies zeigt insbesondere der
Vergleichsversuch 3 recht deutlich. Zur Lösung dieses Problems wurden bisher hochreine Ciprofloxacinlösungen verwendet, wie dies in den Dokumenten EP 0 287 926 und DE-A-197 30 23 beschrieben ist. Bei Verwendung von Estern der Phosphorsäure kann auf derartige Vorkehrungen verzichtet werden.

Zwar sind aus medizinischer Sicht grundsätzlich Lösungen zu bevorzugen, die einen möglichst geringen Partikelgehalt aufweisen. Aus wirtschaftlichen Gründen muß sich jedoch die Aufreinigung in Grenzen halten. Hierbei sollte berücksichtigt werden, daß möglicherweise bei Applikation der Infusionslösung über Schläuche usw. ebenfalls Partikel in die Lösung gelangen können. Daher besteht kein Grund den Partikelgehalt unter eine bestimmte, auch von wirtschaftlichen Überlegungen getragene Anzahl zu verringern.

Es bleibt daher festzuhalten, daß die Partikel, die u.U. für eine begrenzte
Haltbarkeit der unter Verwendung von Milchsäure oder Phosphorsäure erhaltenen Ciprofloxacin-Lösungen verantwortlich sein könnten, bei der Verwendung von Estern der Orthophosphorsäure nicht zu einer Bildung von Niederschlag führen.

Bei einer Messung der Partikelzahl gemäß der Lichtblockmethode wurde auch nur eine vernachlässigbar geringe Veränderung der Partikelzahl festgestellt. Die Meßwerte nach einer Lagerzeit von sechs Monaten sind sogar geringfügig besser als nach einer Lagerzeit von einem Monat. Dies gilt insbesondere für Partikel bis zu einer Größe von kleiner 10 μm. Größere Partikel lassen sich praktisch kaum nachweisen. Abscheidungen, wie diese für Milchsäurelösungen in EP 0 287 926 als Polykondensationsprodukte beschrieben sind, werden offensichtlich nicht gebildet.

Festzuhalten bleibt, daß die erfindungsgemäßen Lösungen trotz eines Gehaltes von mehr als 70 an Partikeln größer 2 μm pro ml Lösung stabil bleiben. Diese Partikel führen also nicht zur Bildung von Niederschlag.

Anstrengungen, wie diese in EP 0 287 926 oder DE-A-197 30 23 beschrieben sind, um stabile Lösungen zu erhalten, sind dementsprechend nicht notwendig. Dieses unerwartete Ergebnis ermöglicht eine preisgünstige Herstellungsmethode von langfristig haltbaren Ciprofloxacin-Lösungen.