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1. (WO1986003943) PROCEDE POUR LA PREPARATION DE NOUVEAUX AROMES DE CAFE
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Verfahren zur Herstellung von neuen Kaffee- Aromastoffen

Es ist bekannt, durch Rösten natürlicher Pflanzenteile (z.B. bis auf Temperaturen von 180-240°C) Kaffee-Ersatzstoffe (Kaffeesurrogate) und Kaf ee-Zusatzstoffe (Kaffee-gewürze) herzustellen (Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie. Verlag Chemie, Weinheim. 4. Auflage, Band 13,
(1977), Seiten 429 - 440). Mit heissem Wasser liefern diese Surrogate kaffeeähnliche Getränke. Die Kaffee-Zusatzstoffe werden gleichfalls durch Rösten von Pflanzenteilen sowie von zuckerhaltigen Rohstoffen erhalten. Als Rohstoffe geeignet sind Wurzeln, Früchte und Samen. Beispiele sind Gerste, Roggen, Zichorie, Zuckerrüben. Feigen. Johannisbrot. Erd-nusskerne, Sojabohnen, Mandeln und geschälte Eicheln. Die Kaffee-Ersatzmischungen kommen gemahlen in den Verkehr.
Keine der bisher bekanntgewordenen diesbezüglichen Mischungen hat jedoch organoleptisch zu befriedigen vermocht. Insbesondere mangelt den Mischungen geruchlich und geschmacklich der echte Kaffeecharakter, und die Aromastärke lässt ebenfalls oft zu wünschen übrig. Diesbezüglich bringen auch die neueren - weiter unten beschriebenen - einschlägigen Verfahren keinerlei Verbesserung.

Es wurden nun diesbezügliche Produkte gefunden, denen diese Nachteile nicht anhaften. Als Rohstoffquelle für diese neuen Stoffe dient Sojamehl, und zwar (möglichst weitgehend) entfettetes Sojamehl, aus dem die neuen Kaffeearomastoffe nach einem neuartigen Verfahren erhältlich sind.

Die Erfindung betrifft demgemäss ein Verfahren zur Herstellung von neuen Kaffee-Aromastoffen, das dadurch gekenn-zeichnet ist, dass man Sojamehl enzymatisch proteolysiert, das Proteolysat erhitzt und das erhaltene wasserlösliche Material aus dem Reaktionsgemisch isoliert. Die Erfindung betrifft weiterhin Geschmackstoff ompositionen, die durch einen Gehalt an diesen neuen Kaffee-Aromastoffen gekenn-zeichnet sind, als auch Nahrungs- und Genussmittel, die derartige Kaffee-Aromastoffe bzw. Geschmackstoffkompositionen enthalten, als auch die Verwendung der neuen Geschmackstoffkompositionen bzw. Kaffee-Aromastoff zur Aro atisierung von Nahrungs- und Genussmitteln bzw. als Kaffee-Ersatzstoffe.

Die Herstellung von Sojamehl und seine Entfettung, beispielsweise mit Hexan, ist z.B. in J. Schorrmüller . Kohlen-hydratreiche Lebensmittel, Springer-Verlag Berlin (1967), 395 seq. oder in Food Technology. October 1982, 122.123 beschrieben.

Als Sojamehl wird vorzugsweise das Produkt möglichst feingemahlener [dies erlaubt den Enzymen den guten Zugang zu den Sojaproteinen], [weitgehend] entfetteter Sojabohnen, z.B. die Qualität Sojafluff W 200 der Firma Central Soja, Indiana, Illinois verwendet. Dieses Material ist "nicht getoastet". Aber auch "getoastetes" Material kann eingesetzt werden, z.B. Material der ESO-Chemie (Hamburg) oder der Stern-Chemie (Hamburg) .

Die enzymatische Proteolyse kann mit üblichen proteoly-tisch aktiven Enzymen (Proteasen) durchgeführt werden. Als Proteasen geeignet sind: Proteasen pflanzlichen Ursprungs (z.B. Ficin, Bromelain. Papain), tierischen Ursprungs (z.B. Trypsin [für getoastetes Mehl: Der im ungetoasteten Sojamehl vorhandene Trypsin-inhibitor ist in diesem Fall nicht mehr aktiv], Chymotrypsin) oder mikrobiellen Ursprungs (z.B.
Rhozym. z.B. Typ P-53 oder P-41 von Genencor Inc., Corning. N.Y.) oder Neutrase (von Novo Industri. Bagsvaerd, Dänemark), welche Enzyme wässrige Suspensionen von Sojaprodukten in relativ kurzer Zeit proteolysieren, d.h. die Sojaproteine relativ rasch zu Peptiden und Aminosäuren abzubauen vermögen. Besonders geeignet sind Proteasen mikrobiellen Ur-sprungs, denn damit wird im vorliegenden Fall ein besonders gutes Kaffee-Arom erzielt.

Eine Zusammenstellung der üblichen, piroteolytisch aktiven Fermente (Enzyme) findet sich beispielsweise in Tony Godfrey and Jon Reichelt, Industrial Enzymology, The Application of Enzymes in Industry, The Nature Press and Mc
Millan Publ. Ltd. (1983) 466 seq. und in Gerald Reed,
Enzymes in Food Processing, Academic Press NY and London, (1966). 148 seq.

Eine geeignete Enzymkonzentration kann durch ein sensorisches Experiment, also durch Verköstigung, leicht ermittelt werden und beträgt zweckmässigerweise ca. 0,1-1 Gew.% Enzym, bezogen auf die Menge des Sojamehls. Die Inkubations-dauer soll aus ökonomischen Gründen nicht zu lang sein. Sie soll in der Regel - unter den im folgenden gegebenen Bedingungen ermittelt, - ca. 1 - 24 Stunden nicht überschreiten.

Die Ermittlung selbst erfolgt nach üblichen Methoden der Bestimmung von löslichen Proteinen, siehe z.B. Methodε in

Food Analysis. 2nd ed., Maynard A. Joslyn, Academic Press

-b. (1970), 630 seq., d.h. beispielsweise durch Messen der opti- sehen Dichte: Es werden zu diesem Zweck aus dem Reaktionsgemisch in regelmässigen Zeitabständen Proben entnommen,
diese mit 15%iger Trichloressigsäure versetzt. Unlösliches abzentrifugiert und die optische Dichte der Lösung bei 280 0 nm gemessen. Die Reaktion kann für den vorliegenden Zweck
als abgeschlossen gelten, wenn keine signifikante Zunahme der optischen Dichte mehr festgestellt werden kann. Zweck- mässigerweise wird zu diesem Zeitpunkt dann auch abgebrochen.

5 Die Substratkonzentration [d.h. Konzentration des
trockenen Ausgangsmaterials] kann recht hoch sein: Sie liegt z.B. bei ca. 20 bis ca. 50 Gew.%. Der pH-Wert des Mediums
liegt zweckmässigerweise zwischen 5-7, vorzugsweise um ca.
6.5 bis ca. 7; doch kann auch in schwach saurem, also z.B. 0 bei pH 5, oder schwach alkalischem Milieu, z.B. bei pH 7,5 gearbeitet werden.

Die geeignete Inkubationstemperatur liegt im Bereiche von ca. 30 bis 60°C, insbesondere 50 bis 60°C. Die Proteo-5 lyse ist bei Verwendung von handelsüblichen Proteasen im
allgemeinen nach wenigen. z.B. 5 bis 24 Stunden abgeschlossen.

Die geeignete Substratkonzentration liegt, wie oben
0 gesagt, im allgemeinen bei ca. 20 bis ca. 50 Gew.%. Sie
beträgt beispielsweise bei Sojafluff W-200 und Sojamehlen
ähnlicher Spezifikationen zweckmässigerweise ca. 20 bis ca.
30 % (W/V) . Die obere Grenze ergibt sich aus praktischen Erwägungen: Es soll während der Enzymolyse nicht zu Klumpen-5 bildungen kommen.

Erf indungsgemäεs wird nun das vorbehandelte Sojamehl, also das wäsεrige Proteolysat, erhitzt.

Das vorbehandelte Sojamehl stellt ein gelblich bis bräunliches Konzentrat dar. Es kann direkt in Form dieses Konzentrats, z.B. eines ca. 20-30%igen Konzentrats, als Reaktionsprodukt der enzymatischen Proteolyse zum (weiteren) Erhitzen eingesetzt werden. Es muss demnach nach der Proteolyse nicht abgetrennt werden, was eine äusserst rationelle Produktion erlaubt.

Das gewünschte Aroma bildet sich im vorliegenden Fall. wenn das enzymatisch vorbehandelte Sojamehl auf die bei der bekannten nicht-enzymatischen Bräunungsreaktion, der klassischen Maillard-Reaktion [d.h. Reaktion von Aminosäuren mit Zuckern, bzw. Bruchstücken von Peptiden bzw. Proteinen mit Zuckern, siehe z.B. Food Res. 25 1 ',- (1960). 491-594, un»d auch Römpps Chemie-Lexikon, Band 4, Seiten 2464/2465, 8. Auflage Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart (1985)] üblichen Temperaturen, also beispielsweise auf Temperaturen von 140° bis 200°C. im besonderen auf etwa 140°C bis 180°C. speziell auf ca. 170°C erhitzt wird. Der Druck beträgt dabei zweck-mässigerweise ca. 10-30, insbesondere' ca . 15-20 Bar.

Die Erhitzungszeit ist normalerweise umgekehrt proportional zur Temperatur; sie beträgt zweckmässigerweise etwa 1/2 bis 5 Stunden.

Die erfindungsgemäss erhältlichen Produkte werden nach

Beendigung der Reaktion zweckmässigerweise von den in Wasser unlöslichen restlichen Partikeln, insbesondere den (Reak-tions)Produkten (der Maillard-R^ktion) abgetrennt: Es hat sich nämlich gezeigt, dass die unlöslichen Partikel insbesondere auf die Güte des Aromas einen negativen Einfluss haben. Deren Abtrennung geschieht zweckmässigerweise durch

Filtration oder Zentrifugieren.

Isoliert, filtriert bzw. abgetrennt wird z.B. unter Zuhilfenahme von Druckfiltern (batch - oder kontinuierlicher Betrieb), Filternutschen, Dekantern, Mikro- oder Ultrafiltern, z.B. der Firma Westfalia oder Alfa-Laval, oder mittels Zentrifugen, z.B. Becherzentrifugen oder Korbzentrifugen. Der Filterkuchen wird hierauf zweckmässigerweise nochmals in Wasser aufgeschlämmt, um zusätzliches wasserlös-liches Material zu gewinnen. Die vereinigten Filtrate bzw. Zentrifugate werden alsdann konzentriert, z.B. mittels Plattenverdampfern oder Umlaufverdampfern, zweckmässigerweise auf eine Konzentration von ca. 50-75° Brix, oder pulverisiert. Das Pulverisat wird hierbei zweckmässigerweise durch Sprühtrocknen, Vakuumtrocknen, Gefriertrocknen (Lyophilisie-ren) oder Walzentrocknen gewonnen.

Die erfindungsgemäss erhältlichen Produkte, also die Produkte einer definierten enzymatischen Hydrolyse (einer Proteolyse) und einer Bräunungsreaktion stellen nun überraschenderweise hochkonzentrierte Kaffee-Aromastoffe dar, die sich auf an sich bekannte Art verdünnen bzw. in essbaren Materialien verteilen lassen. Sie können nach an sich bekannten Methoden in die üblichen Gebrauchsformen, wie Lösungen, Pasten oder Pulver übergeführt werden. Als Trägermaterialien kommen z.B. in Frage: Gummi arabicum oder - vorzugsweise - Maltodextrine. Die Formulierung solcher Aromen, sowie die Aromatisierung von Nahrungsmitteln kann im übrigen auf an sich bekannte Art und Weise (vgl. J. Merory; Food flavorings. Composition. manufacture and use; Avi Publ. Co., Westport 1968) vorgenommen werden.

Die nachstehende Tabelle enthält Angaben über geeignete Konzentrationsbereiche für verschiedene Anwendungsformen der erfindungsgemäss erhältlichen Aromen in Geschmackstoffkompositionen:

Anwendungsform allgemein bevorzugt
[Prozentgehalt der erfindungsgemäss hergestellten Aromen (in Gewichts%). in der
gewünschten Geschmackstoff omposition

Lösungen 1 - 100 % 10 - 60 %

Pasten 1 - 100 % 10 - 90 %

Sprühgetrocknete
Pulver 100 % 15 - 85

lyophilisierte
vakuumgetrocknete Pulver 100 % 8 - 18 %

Die erfindungsgemässen Geschmackstoffkompositionen können beispielsweise bei der Herstellung bzw. Aromatisierung der verschiedensten Produkte aus dem Bereich der Nahrungs-mittel, der Convenience-Erzeugnisse (Convenience Foods), der instantisierten Lebensmittel (Instant-Produkte) , Genussmittel und der Aromen verwendet werden.

Beispiele sind: Kaffee, Kaffeextrakt. Pulverkaffee, Kaffeesurrogat (Ersatzkaffee), Kaffeeliköre, Dauerbackwaren wie Kuchen. Kekse, Waffelfüllungen. Dessertpulver, Speiseeis, Schokolade, Füllungen gefüllter Schokolade. Pralinenfüllungen. Schokoladenpulver. Kuvertüre, Fettglasur, Marzipan. Milchmischprodukte. Milcher-^ugnisse, Kakaopulver. Kak-aopulverhaltige Zubereitungen, Kaffee-, Nuss-, Nougat-, Caramelaromen, etc.

Beispiele von zweckmäsεigen Konzentrationsbereichen (in Gewichtsprozenten) der erf indungsgemäεεen Aromen für
verschiedene Verwendungen:

allgemein bevorzugt

Instant-Kaffee 0,1 - 1.5 % 0,3 - 1 %
(z.B. ein Instant-Kaffeegemisch: erfin-dungsgemässes
A oma/konventio-neller Instant-Kaffee
=1:1)
Schokolade 0.1 - 1.5 % 0.3 - 1 %
Waffelfüllung 0.5 - 1.0 % 1 %
Fertigdessert 0.5 - 1.0 % 1
Yoghurt 0.1 - 1,0 % 0,6 - 0,8 %

Speiseeis 0,5 - 1,0 % 1 %

Daraus ist ersichtlich, dass die zweckmässige Konzentration der erf indungεgemäsεen Produkte etwa der Konzentration von herkömmlichem, löεlichen Kaffeepulver entspricht.

Die erfindungsgemäss erhältlichen Produkte können als vollwertiger Kaffee-Ersatz dienen oder aber - vorzugsweise -zum Verbessern. Verändern bzw. Verstärken des Aromas von Kaffeerzeugnissen und Kaffeearomen dienen. Auf diese Weise kann auf einfache Art Sorten-Variation erzielt werden, indem handelsübliche Produkte mit beliebigen Mengen - im Falle von Instant-Kaffee vorzugsweise bis zu ca. 50% (G/G) - der erf indungsgemäss erhältlichen P""dukte gemischt werden.

Die Menge der erf indungsgemässen Aromastoffe im aromati-sierten Produkt kann generell ungefähr 0,05 bis ungefähr

10%, vorzugsweise ungefähr 0,1 bis 4% betragen.

Waε den Geschmackεcharakter betrifft, gilt folgendes:

Je höher die Temperatur und je länger die Dauer der Maillard-Reaktion, umso mehr tritt die typische, stark aromatische Röstnote des echten Kaffees in den Vordergrund.
Falls hingegen mildere Noten erwünscht werden, drängen sich tiefere Temperaturen und kürzere Reaktionszeiten auf.

Beispiel

Enzymolyse

349,5 1 Wasser werden in einen sauberen Autoklaven gegeben und auf 50-55°C erhitzt. Man gibt unter gutem Rühren 0,5 kg Rhozym P-53 [oder auch 0.5 kg Neutrase] zu. hierauf 150 kg Sojamehl (Sojafluff W-200 der Firma Central Soja, Fort Wayne, Indiana). Um Klumpenbildung zu verhindern, erstreckt man die Zugabe des Sojamehls auf 30 Minuten. Man hält hierauf das Reaktionsgemiεch 16 Stunden unter gutem Rühren bei 50°C.

Die Enzymolyse kann analog unter Verwendung von Proteasen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs durchgeführt werden. Hierbei sind die von den einzelnen Herεtellern gelieferten Temperatur- und pH-Angaben zu beachten, bzw. es sind die entsprechenden Daten der Fachliteratur zu beachten.

Bräununqsreaktion

Der Autoklav wird zunächst ^nect einer Stunde mittels Dampf von 6 Bar auf 90 - 95°C aufgeheizt. Hierauf wird mittels Dampf von 20 Bar innert ca. 1 1/2 Stunden auf 168 - 170°C erhitzt. Man hält diese Temperatur - für ein Produkt mit starker Röstnote z.B. 3 Stunden - und prüft den Fortgang der Bräunungsreaktion durch Probenahme und sensorische Prü-fung zu jeder vollen Stunde. Der Innendruck steigt während der Bräunungsreaktion auf ca. 25 Bar. Zwecks Konstanthalten des Druckes kann das Druckventil auf einen Wert von ca.
10-15 Bar eingestellt werden. Nach Beendigung der Bräunungsreaktion wird rasch auf 50°C abgekühlt und das Reaktions-ge isch unter Zuhilfenahme des Restdruckes aus dem Autoklaven ausgetragen.

Aufarbeitung

Die 470 kg rohe Biobase wird partienweise in einer Fer-rum-Korbzentrifuge [Ferrum AG. Rupperswil], bei 800 g abgetrennt [Es kann aber auch via Druckfilter. Dekanter oder Separator isoliert werden].

Nach Zentrifugieren von 4 Partien (ca. 100 1 Rohmaterial), wird d.er Zentrifugenkuchen mit 20 Liter Wasser gewaschen und aufbewahrt. Auf diese Weise werden 360 Liter Fil-trat und 100 kg feuchter Filterkuchen erhalten. Der Filterkuchen wird in 200 1 Wasser unter kräftigem Rühren suspen-diert. Es wird wiederum zentrifugiert, die Ausbeute beträgt nun 200 1 Filtrat und 95 kg Filterkuchen (49% trockene Materie) . Die kombinierten Filtrate (560 Liter) weisen eine Konzentration von 75.6 kg Trockenmaterial (13.5° Brix; Bestimmung mittels Aerometer oder Refraktometer) auf. Man konzen-triert kontinuierlich bei 25 Millibar und 45 - 48°C unter

Zuhilfenahme eines APV-Plattenverdampfers [Ott AG, CH - 3076 Worb]. Man erhält 115.7 kg eines viskosen Sirups, der 63% Trockenmaterie enthält; Ausbeute 77,1 % (bezogen auf das eingesetzte Sojamehl). Der erhaltene Sirup (65% Brix) kann a) direkt zu Aromatisierungszwecken eingesetzt werden, oder

b) zur Herstellung von Lösungen und Pasten dienen, ode

c) zu Pulvern getrocknet werden.

Aromatiεierunq

Durch Zugabe eines lyophylisierten Pulvers (LP) in einer Konzentration von 0,3% - 0,5% zu Milch mit 3% Zuckergehalt wird ein wohlschmeckender Milchkaffee gewonnen.

Vergleichsversuche

Dieses wasserlösliche, lyophylisierte Pulver wurde im folgenden mit den Produkten von zwei neueren einschlägigen Verfahren sensorisch verglichen.

A. Gemäss Verfahren der GB-A 2.046, 076A (British Soy Product Ltd.) werden die Sojabohnen vorgängig des Röstens zunächst mit Dampf behandelt. Es folgt Trocknung, Aufbrechen der Hüllen und Rösten. Mahlen. Die Nacharbeitung des Beispiels 1 liefert ein Material, das nun mit dem Material LP sensorisch verglichen wurde.

Als Rohmaterial wurde verwendet:

Sojabohnen B

Produkt: BIONA Sojabohnen aus biologischem Anbau
Vertrieb: MORGA AG, CH- °642 Ebnat-Kappel Sojabohnen D

Produkt: Dr. Dünner ' s Sojabohnen
Vertrieb: Die Reformhäuser Zürichs

Sojabohnen G

Produkt: Kleine grüne Sojabohnen (zum Selbstkeimen) Vertrieb: MORGA AG. CH-9642 Ebnat-Kappel

Die Verköstigung wurde in beiden Fällen zu 0,1 % und 0,2% in 3% Zuckerwasεer bei Raumtemperatur vorgenommen.

Zwar können so auch in den wässrigen Proben der bekannten Arom stofffe Kaffee-, Cara el- und Schokoladenoten festgestellt werden, aber daneben auch - den Geschmack eindeutig beeinträchtigende - Nebennoten, nämlich brenzlig,, nach abgestandenem Kaffee (ex Sojabohnen D und G) , phenolig, leicht teerartig, nach Tabak [Aschenbechergeschmack] (ex Sojabohnen B).

Es sind wohl diese letzteren Noten, die die Erfinder veranlasεten, zu empfehlen, nur 2-5% deε Caramel-, Kaffeeoder Schokoladearomas von aromatisierten Lebensmitteln durch die beschriebenen Aromastoffe zu ersetzen.

Diese geringe Konzentration ist denn auch, da unwirt-schaftlich, der grösste Nachteil des bekannten Verfahrens.

Die Nebennoten entstehen wohl dadurch, dass die Dampfbehandlung zwar ebenfalls eine gewisse thermische Zerstörung der Proteine zur Folge hat, es werden wohl auch in diesem Fall Percursoren für die Maillard-Reaktion gebildet: Dieses Quellen und Keimen der Bohnen unter Einfluss von bloss Feuchtigkeit und Hitzeeinwirkung kann jedoch eine kontrollierte enzy atische Hydrolyse von - gemahlenen und entölten - Bohnen, also von entfettetem Sojamehl nie ersetzen.

B. Gemäss Verfahren der US-PS 4,187,324 (Shirbroun) werden die grünen Sojabohnen eingeweicht, zwecks Entfernung des Oels zerkleinert, vorgetrocknet, gemahlen, geröstet und pulverisiert.

Als Ausgangsmaterialien für die Nacharbeitung wurden die folgenden drei Sorten Sojabohnen verwendet:

Sojabohnen B
Sojabohnen D
Sojabohnen G

und schliesslich

Sojaschrot SAIS

Produkt: Sojaschrot SAIS
Vertrieb: SAIS AG, CH - 6048 Horw
Wasseranteil: 10%

Das Produkt des nachgearbeiteten "Example" gebrauter Kaffee - 0,2% in 3% Zuckerwasser - wurde wie folgt verköstigt.

Die jeweils erhaltenen gemahlenen Röstprodukte wurden eingewogen, mit 3%-igem Zuckerwasser versetzt, bei Raumtemperatur 30 Minuten stehengelassen und das Gemisch vor der Verköstigung durch einen Faltenfilter filtriert und so von den noch vorhandenen Feststoffen separiert.

Bezeichnung Beschreibung des Aromas
der Proben

Geschmack: Weisεkohl (schweflig)
Gemüsebouillon, cerealienmalzig,
Schokolade
Geruch: Weisskohl, Gemüsebouillon

B Geschmack: schwach, leicht cerea- lienartig, Karton, Papier
Geruch: schwach, leichte Röstnote

Geschmack: schwach, cerealienartig,
malzig, leicht nach Caramel, leichte
Röstnote
Geruch: schwach russig

Geschmack: schwach, cerealienartig-,
malzig,' Nachgeschmack nach Papier
und Karton
Geruch: cerealienartig. nach Haferflocken

Referenzprobe:

lyophylisiertes Pulver LP 0,2% in 3% Zuckerwasser bei
Raumtemperatur (eine besonders gut geeignete Methodik zur genauen Unterscheidung von Geschmacksnoten) :

Aroma: malzig. nach Milchkaffee, nach Biokaffee.
"Gesundheitskaffee", Lakritze im Nachgeεchmack

Auch im. ahmen der vorliegenden Arbeiten wurde natürlich zunächst versucht, ohne den Proteolyseschritt zum Ziel zu gelangen: Dabei wurde immer wieder festgestell , dass so
hergestellte Aromenkompositionen bei weitem nicht die
5 gesuchten typischen Kaffee-aromanoten aufweisen.

Die enzymatische Behandlung von Sojamehl andererseits ist jedoch bisher insbesondere im Falle der Gewinnung von
HVP (hydrolysed vegetable protein )-Produkten bekanntgewor--j_0 den. Diese bekannten Produkte finden vor allem für das Würzen von Suppen und Saucen Verwendung, aber auch ein neuartiger Soy bean sake, die Proteinanreicherung von Soft drinks und spezielle Diäten im Spitalsektor können hier genannt
werden;
15
siehe auch J. Schormüller, Lehrbuch der Lebensmittelchemie. Springer-Verlag, Berlin, (1961), Seiten 280-283,

Tony Godfrey, Jon Reichelt, Industrial Enzymology, The 20 Application of Enzymes in Industry, The Nature Press and the Mc Millan Publ. Ltd.. (1983),

Gerald Reed. Enzymes in Food Processing, Academic Press. NY and London, (1966). Seite 369
25
und Iida and Saka oto, Develop. Ind. Microbiology, Vol, 4, (1963). Seiten 159 - 165.

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