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1. EP0721541 - PROCEDE ET DISPOSITIF DE REPRESENTATION DE L'ETAT DE FONCTIONNEMENT D'UNE TURBINE PENDANT UN PROCESSUS DE DEMARRAGE

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[ DE ]
Beschreibung


[0001]  Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Darstellung des Betriebszustandes einer Turbine während eines Anfahrvorgangs gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Sie bezieht sich weiter auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 4.

[0002]  Der Anfahrvorgang einer Turbine, z.B. einer Dampfturbine, vom Stillstand bis zur Leerlauf- oder Betriebsdrehzahl setzt sich üblicherweise zusammen aus unterschiedlichen Drehzahlanstiegs- und Wartezeiten. Dabei hängt der zeitliche Drehzahlanstieg bis zum Erreichen der Betriebsdrehzahl insbesondere ab von turbinenspezifischen Kenngrößen und vom thermischen Zustand der Turbine.

[0003]  Bei einer aus der Druckschrift "Elektrotechnik, Bd. 49, Nr. 20, 30.09.1971, Seiten 903 bis 913" bekannten Startautomatik für Turbogeneratoren wird der Anfahrvorgang eingestellt, indem z.B. vom Turbinenhersteller vorgegebene Drehzahlanstiegs- und Wartezeiten anhand einer aus einer Anzahl von Referenzverläufen ausgewählten Anfahrkennlinie vom Bedienpersonal chronologisch überwacht werden. Dabei besteht allerdings die Gefahr, daß z.B. die vorgegebenen Wartezeiten verkürzt oder verlängert werden und damit die Turbine einer unnötigen Belastung ausgesetzt bzw. der Anfahrvorgang unnötig verlängert wird.

[0004]  Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, mit dem eine geeignete Darstellung des Betriebszustandes der Turbine während des Anfahrvorgangs möglich ist. Dies soll bei einer geeigneten Vorrichtung mit einfachen Mitteln erreicht werden.

[0005]  Bezüglich des Verfahrens der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.

[0006]  Der Referenzverlauf stellt dabei die funktionelle Abhängigkeit der zeitlichen Änderung der Turbinendrehzahl von den turbinenspezifischen Kenngrößen und den aus Meßwerten abgeleiteten betriebsrelevanten Parametern dar.

[0007]  Jede Anfahrkennlinie ist zweckmäßigerweise durch einen Wert für die Stillstandszeit der Turbine und durch einen Wert für die Turbinentemperatur gekennzeichnet. Daher werden vorteilhafterweise als betriebsrelevante Parameter die Turbinentemperatur und die Stillstandszeit der Turbine erfaßt. Dabei wird die Stillstandszeit aus der Turbinendrehzahl abgeleitet, indem die seit einem Stillstand oder seit einem annähernden Stillstand der Turbine vergangene Zeit erfaßt wird.

[0008]  Als ein weiteres Kriterium zur Bestimmung einer Anfahrkennlinie als Referenzverlauf werden prozeß- oder anlagenbedingte Parameter manuell oder mittels einer Logik vorgegeben. Dadurch wird eine Überschreitung kritischer Werte eines von der Turbine angetriebenen Aggregates, z.B. eines Luftverdichters, sicher vermieden.

[0009]  Um jeden Anfahrvorgang der Turbine jederzeit nachvollziehen zu können, wird zweckmäßigerweise der abgebildete zeitliche Verlauf der Turbinendrehzahl gleichzeitig gespeichert. Dabei liegt der Speichervorgang zwischen einem Startsignal und einem Stopsignal, das bei Erreichen einer Leerlauf- oder Betriebsdrehzahl der Turbine abgegeben wird.

[0010]  Bezüglich der Vorrichtung der eingangs genannten Art wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelost durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 4.

[0011]  Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert. Sie zeigt schematisch eine Vorrichtung zur Darstellung des Anfahrvorgangs einer Turbine.

[0012]  Die Figur zeigt die Turbine 2 auf einer Welle 4, über die ein Aggregat 6, z.B. ein Generator oder ein Luftverdichter, angetrieben wird. Dazu wird der Turbine 2 über ein Ventil 8 ein Arbeitsmedium AM zugeführt, das in der Turbine ganz oder teilweise entspannt wird und dabei die Turbine 2 antreibt. Das Arbeitsmedium AM strömt über eine Abströmleitung 10 aus der Turbine 2 ab. Die Turbine 2 ist eine Dampf- oder Gasturbine.

[0013]  Zur Erfassung von betriebsrelevanten Parametern der Turbine 2 sind ein erster Sensor 12 zur Messung der Turbinendrehzahl n und ein zweiter Sensor 14 zur Messung der Turbinentemperatur T vorgesehen. Von den Sensoren 12 und 14 geht jeweils eine Signalleitung 16 bzw. 18 aus, über die der Turbinendrehzahl n und der Turbinentemperatur T entsprechende Signale einer gestrichelt dargestellten Einrichtung 20 zur Meßwertaufbereitung und -verarbeitung zugeführt werden. Die Temperatur T wird zweckmäßigerweise am Turbinengehäuse gemessen.

[0014]  Die Einrichtung 20 umfaßt einen an die Signalleitung 16 angeschlossenen Umformer 22 und einen an die Signalleitung 18 angeschlossenen Umformer 24. In dem Umformer 22 wird durch eine Grenzwertüberwachung der Turbinendrehzahl n ein für den Drehzustand der Turbine 2 charakteristisches Signal k s gebildet. Dieses gibt an, ob sich die Turbine 2 im Stillstand oder annähernd im Stillstand befindet. Das Signal k s wird an ein dem Umformer 22 nachgeschaltetes Zeitmodul 26 weitergeleitet. Bei Eintreffen des Signals k s wird das Zeitmodul 26 gestartet. Dieses bildet aus dem Signal k s einen Zeitfaktor k z, der eine erste Recheneinheit 28 über denjenigen Zeitraum informiert, der seit dem Eintreffen des Stillstands-Signals k s vergangen ist.

[0015]  Da ein Turbinenstillstand bei einer geringen Drehzahl n von wenigen Umdrehungen pro Zeiteinheit meßtechnisch nur ungenau bestimmt werden kann, erfolgt zusätzlich eine Abfrage der Stellung eines Schnellschlußventils des Stellglieds 8 in Form eines Rückmeldungssignals s. Ist das Stellglied 8 geschlossen, so erfolgt eine entsprechende Rückmeldung s an die Recheneinheit 28. Wird gleichzeitig vom Umformer 22 eine Grenzwertunterschreitung der Turbinendrehzahl n erkannt und ein Signal k s erzeugt, so wird mittels des Zeitfaktors k z der Beginn des Stillstands-Zeitraums, zu dem die Turbinendrehzahl n gleich Null ist, festgesetzt.

[0016]  In dem Umformer 24 wird aus einer Messung der Temperatur T der Turbine 2, z.B. mittels einer Kennlinie, ein Temperaturfaktor k T gebildet, der den thermischen Zustand der Turbine 2 beschreibt. Der Temperaturfaktor k T wird an die Recheneinheit 28 weitergeleitet. So liegt der dem möglichen Bereich der Turbinentemperatur T entsprechende Bereich des Temperaturfaktors k T z.B. zwischen k T = 0,1 und k T = 1.

[0017]  Um weitere prozeßabhängige Parameter oder Prozeßkriterien, z.B. kritische Werte oder relevante Grenzwerte des von der Turbine 2 angetriebenen Aggregates 6 zu berücksichtigen, wird der Recheneinheit 28 über ein Bedienelement 30 ein einstellbarer Prozeßfaktor k p zugeführt, der aus den Prozeßkriterien abgeleitet ist.

[0018]  Die Recheneinheit 28 ermittelt aus den Faktoren k T, k z und k p sowie aus in einem Speicher 32 abgelegten turbinenspezifischen Kenngrößen einen Referenzverlauf RV für einen Anfahrvorgang der Turbine 2. Dazu enthält der Speicher 32 eine Anzahl von Anfahrkennlinien A n , von denen eine jede Anfahrkennlinie A n mit einer Kennung für eine Stillstandszeit t n und eine Turbinentemperatur T n versehen ist. Einige typische Anfahrkennlinien A n mit ihrem zeitabhängigen Soll- oder Referenzdrehzahlverlauf sind in einem Diagramm 33 veranschaulicht. Jeder Anfahrkennlinie A n sind turbinenspezifische Kenngrößen, wie z.b. Drehzahlanstiegsgradienten m, Wartezeiten w und ein kritischer Drehzahlbereich b, der besonders schnell durchfahren werden muß, zugeordnet.

[0019]  Sind die in der Recheneinheit 28 ermittelten Faktoren k z und k T keiner von zwei benachbarten Anfahrkennlinien A n-1 und A n direkt zuzuordnen, so wird zweckmäßigerweise die Anfahrkennlinie A n mit den längeren Wartezeiten w und/oder flacheren Drehzahlanstiegsgradienten m als Referenzverlauf RV bestimmt. Ebenso wird mittels des Prozeßfaktors k p der Fall berücksichtigt, daß das von der Turbine 2 angetriebene Aggregat 6 gegenüber der Turbine 2 längere Wartezeiten w oder flachere Drehzahlanstiegsgradienten m erfordert. Auch in diesem Fall wird eine im Vergleich zu einer allein die Turbine 2 berücksichtigenden Anfahrkennlinie A n-1 die nächst flachere Anfahrkennlinie A n bestimmt. Dadurch werden unnötige Belastungen der Turbine 2 und/oder des Aggregats 6 vermieden.

[0020]  Der mittels der Faktoren k T, k z und k p bestimmte Referenzverlauf RV wird über eine Signalleitung 34 an eine Anzeigeeinrichtung 36 weitergeleitet und dort in einem Koordinatenfeld 38 dargestellt. Dabei bildet die Abszisse die mit t bezeichnete Zeitachse und die Ordinate die mit n bezeichnete Drehzahlachse.

[0021]  Wird die Turbine 2 aus dem Stillstand angefahren, so wird mittels des Signals k s und der Drehzahl n in einem Umformer 39 ein Startsignal k a erzeugt. Dieses wird an eine zweite Recheneinheit 40 weitergeleitet. Anstelle der Abfrage des Signals k s kann auch ein Signal aus einem (nicht dargestellten) Turbinenregler zur Bildung des Startsignals k a herangezogen werden. Mittels des Startsignals k a wird in der Recheneinheit 40 der Startzeitpunkt t = 0 des zeitlichen Verlaufs der Turbinendrehzahl n während des Anfahrvorgangs der Turbine 2 bestimmt. Ab diesem Startzeitpunkt t = 0 wird der zeitliche Verlauf der Turbinendrehzahl n in der Recheneinheit 40 während des Anfahrvorgangs der Turbine 2 abgespeichert. Gleichzeitig wird der momentane Istwert der Drehzahl n von der Recheneinheit 40 über eine Signalleitung 42 an die Anzeigeeinrichtung 36 weitergeleitet. Dort wird der aktuelle zeitliche Verlauf AV bis zum momentanen Istwert I dargestellt. Um dem Bedienpersonal einen schnellen Überblick zu ermöglichen, werden der momentane Istwert I und der zum gleichen Zeitpunkt t anstehende Sollwert S des Referenzverlaufs RV in einem Balkendiagramm 44 dargestellt. Wird durch eine Grenzwertabfrage der Drehzahl n in dem Umformer 38 das Erreichen einer Leerlauf- oder Betriebsdrehzahl der Turbine 2 bemerkt, so wird von dem Umformer 38 ein Stopsignal k b an die Recheneinheit 40 weitergeleitet; der Speichervorgang wird dann beendet.

[0022]  Über die Anzeigeeinrichtung 36 ist der Speicherinhalt der Recheneinheiten 28 und 40 in Kurvenform RV, AV abrufbar. Somit kann jederzeit ein beliebiger Anfahrvorgang der Turbine 2 durch Darstellen des Refernzverlaufs RV und des aktuellen zeitlichen Verlaufs AV abgerufen werden, so daß sowohl während eines aktuellen Anfahrvorgangs als auch bei einer späteren Kontrolle ein direkter Vergleich zwischen dem tatsächlichen Drehzahlverlauf AV und dem Referenzverlauf RV während des Anfahrvorgangs der Turbine 2 möglich ist.