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1. EP0116568 - APPAREIL POUR LA PERFUSION REGLEE DE LIQUIDES.

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[ DE ]
Beschreibung


[0001]  Die Erfindung betrifft ein Gerät zur geregelten Infusion von Flüssigkeiten gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002]  Durch die Zeitschrift « Pharmaceutical Journal », Okt. 1978, ist ein unter dem Namen « on demand analgesia computer eingeführtes Verfahren bekannt geworden, bei dem dem Patienten ein Analgetikum stetig infundiert wird und bei dem der Patient die Möglichkeit hat, selbst durch Betätigung eines Bedienungsknopfes zusätzliche Analgetikumdosen zu infundieren. Gesteuert wird das Verfahren über einen entsprechend programmierten Computer, wobei der Patient in regelmäßigen Zeitabständen über ein laufendes Tonband befragt wird und seine Antwort durch Drücken eines Knopfes an den Rechner weitergeben kann, der daraus den Bedarf an Analgetikum ermittelt. Für eine vorgegebene Zeit wird dabei die infundierte Dosis mit einer für diese Zeit vorgegebenen Maximaldosis verglichen und die Infusion gegebenenfalls automatisch gestoppt. Bei diesem bekannten Verfahren ist nachteilig, daß der Bedarf wesentlich durch die verbale Befragung des Patienten ermittelt wird. Damit wird das Verfahren natürlicherweise recht ungenau, und es sind keine reproduzierbaren Ergebnisse zu erwarten. Ein entscheidender Nachteil ist dabei, daß über einen längeren Zeitraum die Gefahr einer Überdosierung besteht, die nur durch periodisches Nachregeln per Hand vermeidbar ist.

[0003]  Durch die EP-A 0 002 776 ist eine Vorrichtung zur vorprogrammierbaren Infusion von Flüssigkeiten für die Diabetes-Therapie bekannt. Diese bekannte Vorrichtung weist eine Steuervorrichtung auf, die als Programmgeber für eine Mikrodosiereinheit dient. Bei einem vorgegebenen Programm ist der Patient gezwungen, die Einnahmen von Mahlzeiten und dgl. nach dem vorprogrammierten Steuerprogramm einzuhalten. Der Steuervorrichtung für die Mikrodosiereinheit sind Speichermittel für ein vorgebbares Steuerprogramm zugeordnet, wobei das Steuerprogramm an der Steuervorrichtung vom Patienten direkt abrufbar ist. Dabei wird lediglich durch Anwahl einer Anzahl der in den Körper abzugebenden Insulineinheiten bzw. der vom Patienten mit einer Mahlzeit aufgenommenen Broteinheiten und eines Startzeitpunktes der programmäßige Ablauf der Infusion gestartet. Zusätzlich können vom Patienten bestimmte Basisraten der Infusion angewählt werden. Mit dieser bekannten Vorrichtung können Diabetes-Patienten bei Mahlzeiten notwendige Insulinverabreichungen nach kurzen Programmen abrufen. Das Steuerprogramm der Infusionsrate entspricht im wesentlichen einer Dreiecksform, beispielsweise rechtwinklig, wobei die Infusionsrate von einem Basiswert schnell auf den Höchstwert und anschließend vom Höchstwert mit vorgegebener funktionaler Abhängigkeit wieder auf den Basiswert abnimmt. Der Abnahmegrad ist dabei vorzugsweise linear mit vorgegebener Steigung. Er kann aber auch exponential nach Art einer e-Funktion sein.

[0004]  Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, das Gerät gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 so auszubilden, daß die Infusionsrate über einen längeren Zeitraum automatisch gesteuert und geregelt werden kann, die Gefahr einer Überdosierung vermieden und genauere und reproduzierbare Ergebnisse erzielbar sind ; außerdem soll eine manuelle Eingriffsmöglichkeit geschaffen werden zur definierten Änderung der Infusionsrate.

[0005]  Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebene Ausbildung gelöst.

[0006]  Durch die vorliegende Erfindung läuft der Infusionsvorgang praktisch automatisch ab. Es werden genaue, reproduzierbare Infusionsergebnisse erzielt. Die Gefahr einer Überdosierung ist sicher vermieden, da über eine vorbestimmbare Zeit eine zwangsläufig per Programm einsetzende Verringerung der Dosis auf einen vorgebbaren geringeren oder minimalen Dosiswert vorgesehen ist. Das erfindungsgemäße Gerät ist so konzipiert, daß auch eine manuelle Einflußnahme auf den Infusionsvorgang möglich ist, dergestalt, daß je nach Bedarf in genau definierter, vorbestimmter Weise zusätzliche Infusionsimpulse ausgelöst werden können. Durch die Erfindung kann jedes gewünschte Infusionsprofil realisiert werden. Da Eingriffsmöglichkeiten auch in das laufende Programm vorgesehen sind, ist es möglich, auch das vorgesehene Infusionsprofil laufend an die gegebenen Bedingungen anzupassen.

[0007]  Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

[0008]  Die Erfindung soll nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert werden.

[0009]  Es zeigt

Fig. 1 schematisch eine Ansicht des erfindungsgemäßen Gerätes,

Fig. 2 ein Blockschaltbild des Gerätes nach Fig. 1.

Fig. 3, 4 und 5 grafische Darstellungen zur Erläuterung der Wirkungsweise des Gerätes in verschiedenen Betriebsarten,

Fig. 6 ein Blockschaltbild einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gerätes.



[0010]  Gleiche Teile sind in den Figuren der Zeichnung mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

[0011]  Die Fig. 1 zeigt ein Infusionsgerät 2, das im wesentlichen aus einer Infusionspumpe 4 mit Tropfen- oder Durchflußmengenzähleinrichtung 6 und einem Programm- und Steuersignalgeber 8 besteht, über den die Infusionspumpe über eine elektrische Steuerleitung 10 nach einem austauschbaren -oder veränderbaren Programm angetrieben wird. Die Infusionspumpe ist an einen Flüssigkeitsvorratsbehälter 12 angeschlossen und fördert die Flüssigkeit in eine Infusionsleitung 14.

[0012]  Auf der Frontplatte des Gerätes sind verschiedene Drucktasten 16 zum Voreinstellen verschiedener Parameter für das gewünschte Infusionsprofil angeordnet sowie verschiedene Zähleranzeigen 18 zur Kontrolle des Betriebs des Gerätes. Ein Programmschalter 20 dient zur Umschaltung zwischen einem vollautomatischen Betrieb und einem Betrieb nach Bedarf, bei dem beispielsweise die Möglichkeit besteht, über eine Drucktaste 21 die Infusionsrate für eine vorgebbare Zeit zu ändern, d. h. also zusätzliche lnfusionsimpuise auszulösen.

[0013]  Die Fig. 2 zeigt das Infusionsgerät 2 im Blockschaltbild in seinen wesentlichen Bestandteilen. Die Infusionspumpe 4 besteht aus der eigentlichen Pumpe 22, einer Steuer- und Überwachungseinrichtung 24 sowie einem Tropfen- oder Durchflußmengenzähler 26.

[0014]  Der Programm- und Steuersignalgeber 8 besteht aus verschiedenen Funktionseinheiten 28, 30, 32, 34, 36 und 38, die in vorbestimmbarer Weise zusammenarbeiten, um ein bestimmtes Infusionsprofil 40 zu erhalten (Fig. 3 bis 5).

[0015]  Die Funktionseinheit 28 liefert den ersten Teil des Infusionsprofiles, das sogenannte Plateau 42 mit maximaler Infusionsrate (vgl. Fig. 3 bis 5). Hierzu ist ein auf die gewünschte Flüssigkeitsmenge voreinstellbarer Speicher 44 vorgesehen, dessen Inhalt mit der laufenden in einem Zähler 46 festgehaltenen infundierten Menge in einem Soll-/Istwertvergleicher 48 verglichen wird. Die jeweils gewünschte maximale Infusionsrate (Tropfen oder Milliliter pro Zeiteinheit) wird in einen Speicher 76 eingegeben, dessen Inhalt über einen normalerweise geschlossenen Schalter 102 in einen Speicher 50 geladen wird, der zur Abspeicherung des jeweils aktuellen Strömungsgeschwindigkeitswertes für die Infusionspumpe 22 dient und dessen Ausgangssignal über die Steuer-und Überwachungseinrichtung 24 die Pumpe 22 entsprechend steuert. Sobald der Istwert den Sollwert erreicht hat, gibt der Vergleicher 48 ein Steuersignal an die Funktionseinheit 30 ab.

[0016]  Die Funktionseinheit 30 bestimmt zusammen mit den Funktionseinheiten 32 und 34 das Infusionsprofil in den sich an das Plateau 42 anschließenden Infusionsintervallen I, II, III, IV (vgl. Fig. 3 bis 5). Das Steuersignal des Vergleichers 48 aktiviert die Funktionseinheit 30. Der Inhalt eines beispielsweise die jeweiligen Flüssigkeitsmengenwerte aufeinanderfolgender Intervallstufen 1 1-I n, ..., IV1-IV (vgl. Fig. 3 bis 4) enthaltenden Speichers 52 wird mit der laufenden lstmenge, die von einem Zähler 54 ermittelt wird, in einem Vergleicher 56 verglichen. Sobald der Istwert den Sollwert erreicht, wird ein Steuersignal an einen Subtrahierer 58 der Funktionseinheit 32 gegeben, welcher vom Inhalt des Speichers 52 einen bestimmten Wert abzieht, der in einem Speicher 60 für Mengenreduzierung abgespeichert ist. Der verringerte Mengenwert wird in einen Zwischenspeicher 62 gegeben und von dort in den Speicher 52 eingeschrieben. Er stellt den Sollwert für die nächste Stufe des Intervalles, beispielsweise der Stufe 1 2 des Intervalles I (vgl. Fig. 3) dar. Es erfolgt wieder der beschriebene Soll-/Istwertvergleich mit nachfolgender Verringerung des Mengenvorgabewertes für den Speicher 52, bis eine vorbestimmte Stufenzahl erreicht ist. Diese wird in der Funktionseinheit 34 ermittelt, die einen Zähler 64 aufweist, der die Zahl der Subtraktionsvorgänge zählt und dessen Zählerstand laufend mit der in einem Speicher 66 abgespeicherten, dem jeweiligen Intervall entsprechenden vorbestimmten Soll--Stufenzahl in einem Vergleicher 68 verglichen wird. Wird die vorbestimmte Stufenzahl, beispielsweise n erreicht, steuert der Vergleicher 68 Speicher 70, 72 und die Speicher 60 und 66 an.

[0017]  Der Speicher 70, der Teil der Funktionseinheit 36 ist, enthält die Mengenvorgabewerte für die einzelnen Intervalle, beispielsweise 1-IV, die aufeinanderfolgend nach Durchlaufen jedes Intervalles in den Speicher 52 gegeben werden. Der Speicher 60 wird auf einen dem jeweils nächsten Intervall zugeordneten Verringerungswert gesetzt. Der Speicher 72 enthält Werte (ggf. unterschiedliche), um die die im Speicher 76 abgespeicherten jeweils höchsten Infusionsraten von Intervall zu Intervall erniedrigt werden sollen. Hierzu ist ein Subtrahierer 74 vorgesehen, dessen Ausgangsgröße, die der Differenz der Inhalte der Speicher 76 und 72 entspricht, wieder in den Speicher 76 gegeben wird und in einem Vergleicher 78 mit einem minimalen Basis-Strömungsgeschwindigkeitswert verglichen wird, der in einem Basiswertspeicher 80 abgespeichert ist.

[0018]  Ist der im Subtrahierer 74 erhaltene Infusionsratenwert bzw. Strömungsgeschwindigkeitswert größer als der Basiswert, wird der Infusionsratenwert aus dem Speicher 76 in den Speicher 50 als der aktuelle Wert geladen, und zwar über den geschlossenen Schalter 102. Ist er gleich oder kleiner als der Basiswert, wird letzterer in den Speicher 50 geladen, und zwar über einen normalerweise offenen, zwischen den Speichern 80 und 50 angeordneten Schalter 103, der durch eine Steuereinrichtung 101 umgeschaltet, d. h. geschlossen wird, welche gleichzeitig auch den normalerweise geschlossenen Schalter 102 umschaltet, d. h. öffnet. Die Steuereinrichtung 101 wird vom Vergleicherausgangssignal über eine Leitung 106 betätigt. Der jeweils im Speicher 50 stehende Wert bestimmt die jeweilige Infusionsrate der Infusionspumpe bzw. die jeweilige Strömungsgeschwindigkeit der von der Infusionspumpe infundierten Flüssigkeit, wie oben schon erla- ütert worden ist.

[0019]  Nach Erreichen des konstanten Basis-Geschwindigkeitswertes und nach Ablauf einer vorbestimmbaren Zeit T, auf die ein Ablauf-Zeitgeber 104 einstellbar ist (vgl. auch Fig. 3 und 5), wird das Infusionsgerät 2 automatisch abgeschaltet.

[0020]  Da die maximale Infusionsrate bzw. Strömungsgeschwindigkeit, die Flüssigkeitsmengenvorgabe für das Plateau und die einzelnen Intervalle und Intervallstufen sowie die Stufenzahl pro Intervall praktisch beliebig vorgebbar sind, kann auch jedes gewünschte Infusionsprofil realisiert werden, vgl. hierzu Fig. 3, in der beispielsweise die einzelnen Intervalle unterschiedlich lang und die Intervallstufen von Intervall zu Intervall in der Höhe abnehmen.

[0021]  Das Infusionsgerät 2 sieht neben der automatischen Betriebsweise, die vorgehend beschrieben worden ist, noch eine sogenannte Infusion nach Bedarf vor, bei der die Möglichkeit besteht, unter bestimmten Voraussetzungen und in bestimmten Grenzen die Infusionsrate zu beeinflussen. Hierzu sind zusätzlich im wesentlichen die Funktionseinheit 38 und weitere Bauteile der Schaltungsanordnung 36 vorgesehen. Mit Hilfe des Programmschalters 20 wird zunächst von der Automatikbetriebsart auf die Bedarfsbetriebsart umgeschaltet, d. h. der Schalter 20 wird geschlossen. Der Bedarfsbetrieb ist aber erst möglich nach dem Setzen, d. h. Freigeben einer Sperreinrichtung 90, die normalerweise gesperrt ist. Dies erfolgt durch ein Ausgangssignal des Vergleichers 48, also nach Durchlaufen des Plateaus 42, vgl. Fig. 4 und 5. Das Ausgangssignal des Vergleichers 48 wird, da der Schalter 20 geschlossen ist, außerdem der Steuereinrichtung 101 zugeführt, die zur Steuerung des normalerweise geschlossenen Schalters 102, der zwischen den Speichern 76 und 50 angeordnet ist, und des zwischen den Speichern 80 und 50 angeordneten, im Bedarfsbetrieb normalerweise offenen Schalters 103 vorgesehen ist. Durch das Ausgangssignal des Vergleichers 48 wird über die Steuereinrichtung 101 eine Umschaltung des Schalters 102 in den geöffneten Zustand und des Schalters 103 in den geschlossenen Zustand bewirkt, wodurch von maximaler Infusionsrate (Plateau) auf die Basisinfusionsrate umgeschaltet wird. Über den Druckschalter 21 kann nach Freigabe der Sperreinrichtung 90 ein Speicher 82 angesteuert werden, in dem veränderbare, abrufbare Werte gespeichert sind, die vorgegebenen Flüssigkeitsmengen für die einzelnen Intervalle entsprechen, die bei Bedarf per Knopfdruck in einer vorgegebenen Zeit zusätzlich infundiert werden können, wobei die Infusionsrate gleich der aktuellen, dem jeweiligen Infusionsintervall oder der jeweiligen Infusionsintervallstufe zugeordneten Rate ist, die laufend über das oben beschriebene Automatikprogramm ermittelt wird oder gesondert per Programm bestimmt wird, vgl. hierzu die Säulen 83 in den Fig. 4 und 5.

[0022]  Sobald ein (realer) Druckschalter-Bedarfsimpuls die Sperreinrichtung passiert, wird gleichzeitig mit dem Ansteuern des Speichers 82 die Steuereinrichtung 101 angesteuert, die eine erneute Umsteuerung der Schalter 102 und 103 bewirkt ; d. h. Schalter 102 schließt und Schalter 103 öffnet.

[0023]  Mit dem Setzen des Speichers 82 läuft ein Zeitglied oder ein Zähler 84 ab, dessen Zeitkonstante oder Zählerstand dem jeweiligen aktuellen Inhalt des Speichers 82 zugeordnet ist. Nach Ablauf des Zeitgliedes oder nach Erreichen des Zählerstandes Null des Zählers wird wiederum die Steuereinrichtung 101 betätigt, die den zwischen Speicher 80 und Speicher 50 angeordneten Schalter 103 und gleichzeitig den Schalter 102 erneut umschaltet, d. h. der Schalter 103 wird geschlossen und Schalter 102 geöffnet, so daß über den Speicher 80 wieder der Basiswert für die Strömungsgeschwindigkeit in den Speicher 50 geladen und die Pumpe 22 entsprechend über die Steuer- und Überwachungseinrichtung 24 gesteuert wird. Gleichzeitig wird ein weiterer Speicher 86 gesetzt, in den veränderbare Werte abrufbar gespeichert sind, die einer Flüssigkeitsmenge für eine nachfolgende sogenannte refraktäre Pause 87 entsprechen, in der mit der Basisinfusionsrate infundiert wird. Mit Ansteuerung des Speichers 86 wird ein auf die refraktäre Pausenzeit einstellbares Zeitglied oder einstellbarer Zähler 88 angesteuert, das bzw. der abläuft und nach Ablauf bzw. Erreichen des Zählerstandes Null ein Schaltsignal abgibt, das der Sperreinrichtung 90 zugeführt wird.

[0024]  Nach Ansteuerung des Speichers 82 und der Steuereinrichtung 101 wird die Sperreinrichtung 90 wieder in den Sperrzustand geschaltet, damit während der erhöhten Infusion nicht ein weiterer Infusionsvorgang mit erhöhter Infusionsrate gestartet werden kann. Erst nach Ablauf der refraktären Pause 87, d. h. nach Ablauf des Zählers 88, wird die Sperreinrichtung durch das Ausgangssignal dieses Zählers wieder in den Durchlaßbetrieb geschaltet.

[0025]  Ein wirksames Bedarfssignal des Druckschalters 21 steuert gleichzeitig den Speicher 76 an und bewirkt die Übertragung des jeweiligen maximalen Strömungsgeschwindigkeitswertes in den Speicher 50 zur entsprechenden Steuerung der Infusionspumpe 22.

[0026]  Jeder Tastendruck des Schalters 21 wird in einem Zähler 92 und jedes wirksame, den Speicher 82 ansteuernde Bedarfssignal in einem Zähler 94 gezählt. Die Differenz beider Zählerstände wird laufend in einem Vergleicher 96 ermittelt. Das der Differenz entsprechende Ausgangssignal ist ein Maß für ein bestimmtes Defizit. Wenn dieses Defizit einen bestimmten Betrag übersteigt, wird ein Alarmsignal ausgelöst, welches dazu verwendet wird, die refraktären Pausenwerte im Speicher 86 und Zähler 88 manuell oder automatisch zu korrigieren, d. h. zu verkleinern, um so die Sperreinrichtung 90 wieder schneller in den Durchlaßzustand zu schalten und um damit die praktisch realisierbare Häufigkeit der Bedarfsinfusionsimpulse zu erhöhen.

[0027]  Nach Ablauf des Bedarfsbetriebs wird der im Speicher 80 abgespeicherte Basis-Strömungsgeschwindigkeitswert über den Vergleicher 78 in den Speicher 76 für den jeweils höchsten Strömungsgeschwindigkeitswert abgespeichert, so daß der Speicher 50 auch bei Freigabe der Sperreinrichtung 90 im Bedarfsfalle nur den Basis-Strömungsgeschwindigkeitswert erhält und die Infusionspumpe 22 dementsprechend auch nur mit der Basisinfusionsrate arbeitet.

[0028]  Die Fig. 6 zeigt eine Anordnung, bei der eine Infusionsmaschine 100 über ein vorgegebenes Programm von einem Prozessor 102 gesteuert wird, der sämtliche Steuersignale erzeugt, die zur Steuerung der Infusionsmaschine nach einem vorgegebenen Infusionsprofil notwendig sind. Das Infusionsprofil und das notwendige Programm sind in einem Speicher 104 abgespeichert, wobei über eine Eingabeeinheit 106 eine Änderung des Programmes und des Infusionsprofiles möglich ist. Ein Interface 108 stellt die Verbindung zwischen Infusionsmaschine und Prozessor sowie zu einer Ausgabeeinheit 110 her, mit der sämtliche angegebenen Daten, die laufenden Werte während des Infusionsvorganges und das Infusionsprofil wiedergebbar sind.

[0029]  Sämtliche eingesetzten Speicher sind vorzugsweise Schreib-/Lesespeicher. Die Infusion der Flüssigkeit und die Messung der infundierten Menge erfolgt in Tropfen pro Zeiteinheit, beispielsweise Tropfen/min. oder in Milliliter pro Zeiteinheit, beispielsweise ml/h.

[0030]  Es soll nochmals Bezug genommen werden auf die Fig. 3, 4 und 5. Die Fig. 3 zeigt ein vollständiges Infusionsprofil für einen vollautomatischen Infusionsbetrieb ohne Eingriffsmöglichkeit über den Bedarfsschalter 21. Es besteht im Prinzip aus dem bereits erwähnten Plateau 42 mit maximaler Infusionsgeschwindigkeit über eine vorbestimmte Zeit t,. An dieses Plateau schließen sich je nach Aufgabe mehrere Infusionsintervalle I bis IV mit vorbestimmten Zeiten t 2 bis t s an, in denen die infundierte Flüssigkeitsmenge stufenweise verringert wird, was beispielsweise durch stufenweise Verringerung der Infusionsrate bzw. Strömungsgeschwindigkeit für gleiche Stufenzeiten pro Intervall erreicht wird. An das letzte Intervall IV schließt sich eine Phase konstanter, minimaler Infusionsgeschwindigkeit (Basiswert) an. Nach Ablauf einer vorbestimmten Gesamtzeit T wird die Infusion beendet.

[0031]  Die Fig. 4 zeigt einen Teil eines Infusionsprofils, das im Bedarfsbetrieb, also mit sogenannter Patientenrückkopplung, d. h. durch manuellen Eingriff, d. h. durch Betätigung des Schalters 21 (Fig. 2) erhalten werden kann. Nach Durchfahren des üblicherweise vorgesehenen Plateaus 42 wird die Infusionsgeschwindigkeit auf .den Basiswert abgesenkt. Es besteht dann die Möglichkeit, nach Bedarf in den einzelnen Intervallen über eine vorbestimmte Zeit mit der für das betreffende Intervall vorgesehenen höchsten Infusionsgeschwindigkeit eine vorgegebene Menge an Flüssigkeit (Säule 83) zusätzlich zu infundieren. Nach jeder solcher zusätzlichen kurzzeitigen Bedarfsinfusion (Infusionsimpuls) ist eine sogenannte refraktäre Pause 87 vorgesehen, in der die Infusionsgeschwindigkeit auf den Basiswert (oder auch Null) abgesenkt wird und in der keine weitere Bedarfsinfusion, d. h. kein weiterer Infusionsimpuls möglich ist. Erst nach Ablauf dieser refraktären Pause 87 ist wieder eine Bedarfsinfusion möglich. Im zweiten Intervall sind maximale Infusionsgeschwindigkeit bzw. Tropf- oder Strömungsgeschwindigkeit pro Bedar fsinfusion und Gesamtmenge verkleinert. Gemäß Fig. 4 erfolgt nach dem Intervall II eine Absenkung auf die Basisinfusionsgeschwindigkeit, so daß hier ein zusätzlicher Infusionsimpuls mit höherer Infusionsrate nich mehr möglich ist.

[0032]  Die Fig. 5 zeigt ein Infusionsprofil, das im Prinzip dem nach Fig. 4 ähnlich ist ; nur ist hier nicht nur eine Verringerung der Infusionsgeschwindigkeit und der Gesamtinfusionsmenge von Intervall zu Intervall vorgesehen, sondern in jedem Intervall wird diese Größe bereits im Prinzip wie beim Automatikprogramm nach Fig. 3 stufenweise verringert, so daß praktisch hinsichtlich der maximalen Infusionsgeschwindigkeit auch noch für jedes Intervall eine mehrfache Abstufung vorgesehen ist. Diese Abstufung kann sich, wie dargestellt, von Intervall zu Intervall ändern, um beispielsweise eine e-Funktion nachzubilden.

[0033]  Das oben beschriebene Infusionsgerät kann wie folgt eingesetzt werden :

a) Intraoperativ : Kombinationsnarkose mit kontrollierter Schmerzmittel-Infusion mit Verringerung ;

b) postoperative Schmerzbehandlung : Mit kontrollierter Patienten-Eigensteuerung und Verringerung ;

c) Schmerzbehandlung in der Geburtshilfe : Im Prinzip wie unter b), und

d) Intensivmedizin : Kontrollierte Infusion von z. B. Strophanthin beim Herzinfarkt mit automatischer Verringerung über 24 Stunden.



[0034]  Einige Beispiele zu den Einsatzgebieten sollen nachfolgend angegeben werden.

Beispiel 1



[0035]  Intraoperativ : 0,2 % Tramadol-Lösung, Minimalgeschwindigkeit (Minimaldosis) als konstante Geschwindigkeit von 12 Tropfen/min., keine refraktäre Pause, Maximalgeschwindigkeit (Maximaldosis) 99 Tropfen/min., Verringerung in dem I. Intervall (I. Verringerungsphase) 20 Tropfen/min., in der II. Verringerungsphase 9 Tropfen/min., Beginn der Verringerung nach 15 Minuten und Dauer der einzelnen Stufen in dem I. und II. Intervall bzw. in der I. und II. Verringerungsphase 5 Minuten.

[0036]  Das bedeutet, daß die Dauer der Verringerungsphasen I. und II. zusammen 30 Minuten beträgt und daß danach mit Beginn der 45. Minute die Infusionsgeschwindigkeit konstant bis Operationsende 12 Tropfen/min. beträgt.

Beispiel 2



[0037]  Postoperative Schmerzbehandlung : 0,2 % Tramadol, Minimalgeschwindigkeit 6 Tropfen/min., refraktäre Pause 5 Minuten, Maximalgeschwindigkeit 99 Tropfen/min. über 2 Minuten (Infusionsimpulsdauer), Verringerung um 20 Tropfen/min., beginnend nach 60 Minuten, Dauer jeder einzelnen Verringerungsphase (= Intervall) ebenfalls 60 Minuten. Dabei wird die konstante Minimalgeschwindigkeit von 6 Tropfen/min. am Ende der 5. Stunde erreicht, entsprechend 36 mg Tramadol pro Stunde.

Beispiel 3



[0038]  Schmerzbehandlung in der Geburtshilfe : Im Prinzip ähnlich wie Beispiel 2.

Beispiel 4



[0039]  Intensivmedizin : Ein Patient mit frischem Herzinfarkt benötigt in kürzest möglicher Zeit die sogenannte Sättigungsdosis (z. B. von Strophanthin) und daran anschließend die Konstanthaltung als sogenannte Erhaltungsdosis. Ein derartiges Programm könnte etwa so aussehen : 1 mg Strophanthin in 500 ml, Minimalgeschwindigkeit 19 Tropfen/min., keine refraktäre Pause, Maximalgeschwindigkeit (Maximaldosis) 99 Tropfen/min., Maximaldosis über eine Laufzeit von 7 Tagen ; eine Verringerung von 5 Tropfen/min., beginnend nach 8 Stunden (480 Minuten), Dauer der einzelnen Verringerungsphase (= Intervall) 60 Minuten. Dann wird nach insgesamt 24 Stunden die konstante Minimalgeschwindigkeit als Erhaltungsdosis erreicht.