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1. WO2020156905 - INTERRUPTEUR ÉLECTRONIQUE FIABLE

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Beschreibung

Sicherer elektronischer Schalter

Die Erfindung betrifft einen elektronischen Schalter zum Trennen eines Stromflusses zwischen einem ersten und einem zweiten Anschluss mit einem Halbleiterschalter. Die Erfindung betrifft weiter ein elektrisches Netz mit mindestens einem derartigen elektronischen Schalter und einer Energiequelle. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben ei nes derartigen elektronischen Schalters oder eines derartigen elektrischen Netzes.

Unter einem elektronischen Schalter, auch als elektronisches Schaltgerät oder als halbleiterbasiertes Schaltgerät bezeich net, versteht man eine Komponente, die mindestens einen Halb leiterschalter aufweist und einen Strom schalten, insbesonde re abschalten, kann. Beispiele für einen Halbleiterschalter sind Transistoren wie IGBTs, MOSFETS, IGCTs usw.

Halbleiterbasierte Schaltgeräte werden in der Praxis mit in Reihe geschalteten konventionellen Sicherungen ausgeführt, um bei Versagen des Halbleiterschalters noch auf eine sichere Rückfallebene zurückgreifen zu können. Die Sicherung wird so ausgelegt und dimensioniert, dass sie erst bei einem Kurz schlussstrom durch den Halbleiterschalter und einem Abschalt versagen des Halbleiterschalters auslöst. Aufgabe der Siche rung ist es, die angeschlossene Last oder das angeschlossene Teilnetz mit seinen Leitungen etc. zu schützen.

Unter einer Reihenschaltung wird das serielle Anordnen von Bauelementen verstanden, wobei sich die Spannungen an den einzelnen Bauelementen addieren. Somit weist eine Sternschal tung mehrere (mindestens drei) Reihenschaltungen auf.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen elektroni schen Schalter zu verbessern.

Diese Aufgabe wird durch einen elektronischen Schalter zum Trennen eines Stromflusses zwischen einem ersten und einem zweiten Anschluss, aufweisend einen dritten Anschluss, einen Halbleiterschalter, eine Sicherung und einen Kurzschließer gelöst, wobei zwischen dem ersten Anschluss und dem zweiten Anschluss eine Reihenschaltung von der Sicherung und dem Halbleiterschalter angeordnet ist und zwischen dem ersten An schluss und dem dritten Anschluss eine Reihenschaltung von der Sicherung und dem Kurzschließer angeordnet ist, wobei die Sicherung eine Auslöseschwelle mit einem Stromgrenzwert auf weist, wobei der Stromgrenzwert einen Wert zwischen einem dauerhaft zulässigen Strom des Halbleiterschalters und einem maximal zulässigen Strom des Halbleiterschalters aufweist. Weiter wird diese Aufgabe durch ein elektrisches Netz mit mindestens einem derartigen elektronischen Schalter und einer Energiequelle gelöst, wobei die Energiequelle mit dem ersten Anschluss und dem dritten Anschluss des elektronischen Schal ters verbunden ist. Diese Aufgabe wird ferner durch ein Ver fahren zum Betreiben eines derartigen elektronischen Schal ters oder eines derartigen elektrischen Netzes gelöst, wobei bei Überlastung des Halbleiterschalters der Kurzschließer zu mindest zeitweise geschlossen wird.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich durch die Reihenschaltung von Sicherung und Kurzschließer ein Kurz schlussstrom erzeugen lässt, der zum Ansprechen der Sicherung führt und damit den Halbleiterschalter und eine am elektroni schen Schalter angeschlossene Last oder mehrere dort ange schlossene Lasten vor Überlastung schützt. Dabei wird eine Energiequelle, zum Beispiel ein energiespeisender DC-Bus, an dem ersten und dritten Anschluss des elektronischen Schalters angeschlossen und die Lasten bzw. ein Teilnetz mit verschie denen Lasten wird mit dem zweiten und dritten Anschluss ver bunden. Das Ansprechen einer Sicherung wird auch als Auslösen der Sicherung bezeichnet.

Falls dem Halbleiterschalter eine Überlastung droht, wird der Halbleiterschalter schnellstmöglich stromlos gemacht. Dies wird dadurch erreicht, dass der Kurzschließer in den leiten den Zustand gebracht wird und einen Kurzschlussstrom über die Sicherung aus der angeschlossenen Energiequelle treibt. Als Folge löst die Sicherung aus und der Halbleiterschalter wird stromlos. Damit wird auch die Übertragung von elektrischer Energie an die an den elektronischen Schalter angeschlossenen Lasten unterbrochen und diese Lasten vor Überlastung ge schützt. An den elektronischen Schalter können anstelle von mehreren Lasten auch nur eine Last, ein Verbraucher oder ein Teilnetz angeschlossen sein.

Die Gefahr bei einer Überlastung des Halbleiterschalters liegt unter anderem darin, dass er nicht mehr öffnen kann o-der beim Öffnen Schaden nimmt. Durch Auslösen der Sicherung wird diese Gefahr, d.h. sowohl ein Schaltversagen als auch eine Beschädigung im Abschaltvorgang, vermieden, da der Strom durch die Sicherung abgeschaltet wird. Nach Rücksetzen oder Austausch der Sicherung ist der elektronische Schalter wieder einsatzfähig. Darüber hinaus sichert die Sicherung die daran angeschlossenen Lasten und Leitungen ebenfalls vor Überlas tung .

Eine Überlastung oder eine drohende Überlastung kann mit Hil fe eines Kriteriums erkannt werden. Beispielsweise kann die Überlastung anhand eines Stromwertes durch den Halbleiter schalter oder durch Auswertung des Stromwertes ermittelt wer den. Dabei ist es beispielsweise auch möglich, die Überlas tung oder eine drohende Überlastung anhand einer Temperatur, insbesondere der Sperrschichttemperatur, des Halbleiters des Halbleiterschalters zu erkennen. Für die Bestimmung der Tem peratur, insbesondere anhand eines Temperaturmodells, kann auch der Stromwert herangezogen werden.

Der Halbleiterschalter wird durch das beschriebene Verfahren zuverlässig vor einer Zerstörung oder Beschädigung geschützt, sodass nach Austausch oder Rücksetzen der Sicherung und gege- benenfalls nach Beseitigung des überstromverursachenden Feh lers ein Weiterbetrieb ohne Austausch des teuren Halbleiter schalters möglich ist.

Eine Beschädigung oder Zerstörung des Halbleiterschalters kann somit vielfach vermieden werden, womit wesentliche Kos teneinsparungen realisiert werden. Außerdem existiert noch eine zweite Auslösemöglichkeit für die Sicherung, sodass eine Redundanz zu dem Halbleiterschalter besteht, die ein sicheres Abschalten sicherstellt.

Ein weiterer Vorteil des elektronischen Schalters liegt in der Funktion, dass der elektronische Schalter auch im Falle einer Fehlfunktion beim Halbleiterschalter ein sicheres Öff nen des elektronischen Schalters realisieren kann. Dann kann durch Schließen des Kurzschließers und das folgende Auslösen, d.h. Öffnen, der Sicherung, der Verbraucher, die Last oder ein angeschlossenes Teilnetz, das am zweiten Anschluss des elektronischen Schalters angeschlossen ist, von der Energie quelle, die mit dem ersten Anschluss verbunden ist, getrennt werden .

Falls der Schalter im Kurzschließer eine Spannung mit unter schiedlicher Polarität sperren und einen Strom mit unter schiedlicher Polarität führen kann, was durch die Verwendung zweier Halbleiter die antiseriell oder antiparallel verschal tet sind, auf einfache Weise realisiert werden kann, so kann der Schalter sowohl für Wechselspannungsanwendungen als Wech selspannungsschalter oder auch für Gleichspannungsanwendungen mit beiden Polaritäten als Gleichspannungsschalter verwendet werden .

Der elektronische Schalter ist somit für die Verwendung als Wechselstromschalter als auch als Gleichstromschalter für un terschiedliche Polaritäten nutzbar sofern der Kurzschließer eine Spannung mit unterschiedlicher Polarität sperren und ei nen Strom mit unterschiedlicher Polarität führen kann.

Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Si cherung eine Auslöseschwelle mit einem Stromwert aufweist, der zwischen einem dauerhaft zulässigen Stromwert für den Halbleiterschalter und einem maximal zulässigen Wert für den Halbleiterschalter liegt. Durch einen derartigen Auslösewert kann die Sicherung mehrere Sicherungsfunktionen sicher und unabhängig voneinander durchführen. Zum einen wird allein durch die Sicherung ein unzulässig hoher Strom bereits ver mieden, da ein solcher Strom zum Auslösen der Sicherung füh ren würde. Darüber hinaus kann der Halbleiterschalter mit dieser Anordnung gleichzeitig kurzzeitig überlastet werden, da die Auslöseschwelle hinreichend hoch, d.h. oberhalb des dauerhaft zulässigen Stromwertes des Halbleiters, angesetzt ist. Die Belastung des Halbleiters kann dabei mittels einer Steuer-/Regel- oder Schutzvorrichtung überwacht werden. Bei Ansprechen der Überwachung kann der Halbleiterschalter geöff net werden. Erst bei Überlastung, bei dem der Halbleiter schalter durch das Öffnen Schaden nehmen könnte, kommt der Kurzschließer zum Einsatz. Dieser treibt durch die Sicherung einen derart hohen Strom, der oberhalb des maximal zulässigen Stromwertes des Halbleiterschalters liegt, und damit die Si cherung zum Auslösen bringt.

Der besondere Vorteil dieser Auslöseschwelle liegt somit im synergetischen Zusammenwirken der Schutzfunktion der Siche rung vor Überstrom und der Regelung, die den Kurzschließer steuert und somit über die Sicherung schützend eingreifen kann .

Dabei sollte die Energiequelle des elektrischen Netzes, ins besondere hinsichtlich ihrer Kurzschlussleistung, derart leistungsfähig sein, einen Strom größer als den maximal zu lässigen Strom des Halbleiterschalters erzeugen zu können.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist zwi schen dem zweiten Anschluss und dem dritten Anschluss ein weiterer Kurzschließer angeordnet. Falls die Last rückspeise fähig ist oder einen Energiespeicher aufweist, kann es auch zu einem Strom von der Last oder mehreren Lasten in Richtung elektronischen Schalter kommen. Durch den leitenden Kurz schließer entsteht dann ein Strom von der Last bzw. den Las ten über den Halbleiterschalter durch den Kurzschließer. Der weitere Kurzschließer dient dazu, einen Stromfluss von der Lastseite kommt, durch den Halbleiterschalter auszuschließen. Dabei wird der weitere Kurzschließer zumindest zeitweise ge schlossen, wenn der Kurzschließer geschlossen wird oder ge schlossen ist. Das Schließen des weiteren Kurzschließers kann somit zeitgleich erfolgen oder mit einem zeitlichen Versatz zum Schließen des Kurzschließers, um einen Stromfluss von der Energiequelle durch den Halbleiterschalter und den weiteren Kurzschließer sicher ausschließen zu können.

Somit hat es sich zum Schutz des Halbleiterschalters als vor teilhaft erwiesen, den weiteren Kurzschließer zu schließen, sofern die angeschlossene Last einen derartigen Kurzschluss zulässt, um einen Stromfluss durch den Halbleiterschalter zu vermeiden oder gar ganz auszuschließen.

Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Kurzschließer als Thyristor ausgebildet. Thyristoren sind kostengünstig am Markt verfügbar und verfügen gleichzei tig über eine sehr hohe kurzzeitige Überlastfähigkeit . Diese ist wichtig, um kurzzeitig einen hohen Kurzschlussstrom füh ren zu können, ohne den Kurzschließer, in diesem Fall den Thyristor, zu beschädigen. Der Nachteil eines Thyristors, dass er einen Strom nicht abschalten kann, fällt nicht ins Gewicht, da das Abschalten durch die Sicherung erfolgt und somit der Strom durch den Thyristor schon nach kurzer Zeit zum Erliegen kommt.

Wird der Kurzschließer durch anti-parallel geschaltete Thy ristorpärchen als Schalter gebildet, so kann ein solcher Schalter als Wechselspannungsschalter und/oder als Gleich spannungsschalter mit beiden Polaritäten eingesetzt werden.

Neben Thyristoren können auch andere schaltbare Halblei terelemente verwendet werden, sofern diese den hohen Kurz schlussstrom tragen können und dabei die Spannung über sich selbst ausreichend klein halten.

Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen dem Halbleiterschalter und dem zweiten Anschluss eine weitere Sicherung derart angeordnet, dass zwischen dem zweiten Anschluss und dem dritten Anschluss eine Reihenschal tung von dem weiteren Kurzschließer und der weiteren Siche rung angeordnet ist. Mit einer derartigen Ausgestaltung las sen sich zwei Teilnetze miteinander verbinden. Bei einer Überlastung des Schalters können der Kurzschließer und der weitere Kurzschließer gleichzeitig geschlossen werden, so dass die Sicherung und die weitere Sicherung auslösen und der Energieaustausch zwischen den beiden Teilnetzen unterbrochen wird. Der Halbleiterschalter unterliegt mit dem gleichzeiti gen Schließen des Kurzschließers und des weiteren Kurzschlie ßers keinem Kurzschlussstrom und wird somit nicht weiter be lastet, sondern schnell in einen spannungs- und stromlosen Zustand überführt.

Darüber hinaus ist der elektronische Schalter in dieser Aus führung symmetrisch aufgebaut, so dass er vielseitig für alle Anwendungen, insbesondere für beliebige Kombinationen von Teilnetzen und elektrischen Verbrauchern geeignet ist und keine spezielle Anpassung benötigt. Zudem ist durch die bei den Sicherungen eine Redundanz vorhanden, die den elektroni schen Schalter besonders sicher macht.

Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird der weitere Kurzschließer geschlossen, wenn der Kurz schließer geschlossen ist und ein Strom durch den Halbleiter schalter einen vorgebbaren Grenzwert überschreitet oder wenn der Betrag des Stroms durch den Halbleiterschalter den vor gebbaren Grenzwert überschreitet. Da das Schließen des weite ren Kurzschließers durchaus eine Belastung für die ange schlossenen Lasten darstellen könnte, hat es sich als günstig erwiesen, diesen nur zu schließen, wenn sich wirklich eine Belastung für den Halbleiterschalter durch ein Rückspeisen der Last ergeben würde. Dabei wird die Auslösung in vorteil hafterweise von einem Strom durch den Halbleiterschalter ab hängig gemacht. Überschreitet dieser gemessene Stromwert oder der Betrag des gemessenen Stromwertes oder der Effektivwert des gemessenes Stromwertes einen vorgebbaren Grenzwert, so wird der weitere Kurzschließer geschlossen sofern auch schon der Kurzschließer geschlossen ist.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher beschreiben und er läutert. Es zeigen

FIG 1 und FIG 2 Ausführungsbeispiele eines elektronischen

Schalters ,

FIG 3 Ausführungsbeispiel eines Kurzschließers FIG 4 ein elektrisches Netz und

FIG 5 und FIG 6 Zeitverläufe von Größen des Halbleiter

schalters

Die FIG 1 zeigt einen elektronischen Schalter 1. Der elektro nische Schalter 1 weist einen ersten Anschluss 11, einen zweiten Anschluss 12 und einen dritten Anschluss 13 auf. Zwi schen dem ersten Anschluss 11 und dem zweiten Anschluss 12 ist eine Reihenschaltung einer Sicherung 3 und eines Halb leiterschalters 2 angeordnet. Der Halbleiterschalter 2 weist zwei Halbleiter auf, die jeweils einen Strom unterschiedli cher Polarität abschalten können. Somit ist der elektronische Schalter 1 in der Lage, einen Strom iHL durch den Halbleilei terschalter 2 unabhängig von seiner Polarität zu schalten, insbesondere abzuschalten. Zwischen dem ersten Anschluss 11 und dem dritten Anschluss 13 ist eine Reihenschaltung der Si cherung 3 und eines Kurzschließers 4 angeordnet. Dabei bilden die Komponenten Sicherung 3, Halbleiterschalter 2 und Kurz schließer 4 eine Sternschaltung. Bei dieser Sternschaltung sind diese drei Komponenten in einem Sternpunkt miteinander verbunden und darüber hinaus jeweils mit einem Anschluss des elektronischen Schalters 1 verbunden. Der erste Anschluss 11 und der dritte Anschluss 13 sind für die Verbindung mit einer hier nicht dargestellten Energiequelle 7 oder mit einem ener giespeisenden DC-Bus vorgesehen. Der zweite Anschluss 12, bzw. die Spannung zwischen zweiten Anschluss 12 und drittem Anschluss 13 ist für die Verbindung mit einer Last oder einem Verbraucher vorgesehen. Ebenso ist möglich, diese Anschlüsse mit einem Teilnetz zu verbinden, das eine Vielzahl von Lasten bzw. elektrische Verbraucher aufweist.

Die FIG 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines elekt ronischen Schalters 1. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die Beschreibung zur FIG 1 sowie auf die dort eingeführ ten Bezugszeichen verwiesen. Dieser elektronische Schalter 1 weist einen weiteren Kurzschließer 41 auf, der zwischen dem zweiten Anschluss 12 und dem dritten Anschluss 13 des elekt ronischen Schalters 1 angeordnet ist. Damit ist der weitere Kurzschließer 41 parallel zu einer Reihenschaltung aus Halb leiterschalter 2 und Kurzschließer 4 angeordnet. Zur einfa chen Verbindung mit einer Quelle, insbesondere mit einer hier nicht dargestellten Energiequelle 7, und einer Last besitzt der elektronische Schalter 1 die quellenseitigen Anschlüsse, d.h. den ersten Anschluss 11 und den dritten Anschluss 13 und die lastseitigen Anschlüsse, d.h. den zweiten Anschluss 12 und einen weiteren Anschluss 14. Da der weitere Anschluss 14 fest mit dem Potential des dritten Anschlusses 13 gekoppelt ist, kann dieser weitere Anschluss 14 auch als dritter An schluss 13 bezeichnet werden. Ebenso kann ein weiterer An schluss 14 zur Verbindung mit einem Verbraucher oder einer Last auch außerhalb des elektronischen Schalters vorhanden sein. Es ist lediglich eine leitende Verbindung zum dritten Anschluss 13 vorzusehen.

Darüber hinaus weist dieser elektronische Schalter zwischen dem Halbleiterschalter 2 und dem zweiten Anschluss 12 optio nal eine weitere Sicherung 31 auf. Mit dieser Sicherung kön nen sowohl der erste Anschluss 11 sowie der zweite Anschluss 12 sicher elektrisch vom Halbleiterschalter 2 getrennt wer- den, indem bei Überlastung des Halbleiterschalters der Kurz schließer 4 sowie der weitere Kurzschließer 41 gleichzeitig geschlossen werden.

Der Kurzschließer 4 und der weitere Kurzschließer 41 sind in diesem Ausführungsbeispiel jeweils als ein Thyristor darge stellt. Wenn davon ausgegangen werden kann, dass das Potenti al des ersten bzw. zweiten Anschlusses 11,12 immer größer o-der gleich dem Potential des dritten Anschlusses 13, so ist ein einzelner Thyristor hinreichend. Kann hingegen der dritte Anschluss auch ein höheres Potential als der erste Anschluss 11 bzw. der zweite Anschluss 12 annehmen, so verwendet man vorteilhafterweise jeweils zwei Thyristoren die antiparallel zueinander angeordnet sind. Eine solche Anordnung zeigt die FIG 3. Ein elektronischer Schalter 1 mit einem Kurzschließer 4 und/oder einem weiteren Kurzschließer 41 gemäß FIG 3 ermög licht den Einsatz in DC Netzen, bei denen die Polarität der Gleichspannung sich ändern kann, und den Einsatz in Wechsel spannungsnetzen .

Die FIG 4 zeigt ein elektrisches Netz 10 mit einer Energie quelle 7 und einem elektronischen Schalter 1. Der elektroni sche Schalter 1 weist dabei die zuvor beschriebenen Anschlüs se 11, 12, 13 auf. Der weitere Anschluss 14 ist dabei außer halb des elektronischen Schalters 1 angeordnet und mit dem dritten Anschluss 13 des elektronischen Schalters 1 verbun den. Der zweite Anschluss 12 und der weitere Anschluss 14 bilden die lastseitigen Anschlüsse zur Verbindung mit einem oder mehreren Verbrauchern bzw. Lasten oder einem Teilnetz.

Die FIG 5 zeigt den Zeitverlauf der Temperatur T des Halb leiterschalters 2. Bei dieser Temperatur kann es sich bei spielsweise um die Sperrschichttemperatur des Halbleiters handeln, die mittels eines Rechenmodells aus Messgrößen wie beispielsweise einem Temperaturwert und/oder eines Stromes bestimmt wird. Mit Hilfe der Temperatur, insbesondere der Sperrschichttemperatur, kann ein Kriterium gebildet werden, mit dem man eine Überlastung bzw. eine drohende Überlastung des Halbleiterschalters 2 erkennen kann.

In diesem Beispiel schwankt die Temperatur T, beispielsweise abhängig vom Betriebszustand und/oder der Belastung des Halb leiterschalters 2. Erreicht die Temperatur T einen vorgebba-ren Grenzwert TMax/ wie zum Zeitpunkt t0ff,i, dann schließt der Kurzschließer 4, um einen Kurzschlussstrom durch die Siche rung 3 zu erzeugen und die Sicherung 3 zum Auslösen zu brin gen. Beim Auslösen geht die Sicherung 3 in den trennenden Zu stand über. Nach dem Auslösen der Sicherung 3 fällt die Tem peratur T aufgrund der nicht mehr vorliegenden Belastung durch den Stromfluss ab.

Die FIG 6 zeigt den Zeitverlauf des Betrages des Stroms iHL durch den Halbleiterschalter 2. Durch das Auslösen des Kurz schließers 4 kann auch ein rückspeisender Strom der Last durch den Halbleiterschalter 2 und Kurzschließer 4 fließen. Aufgrund des Kurzschlusses steigt der Betrag dieses Stroms 1HL schnell an. Bei Erreichen des Grenzwert IG, zum Zeitpunkt t0ff,2 r schließt der weitere Kurzschließer 41 und der rück speisende Strom fließt nicht mehr durch den Halbleiterschal ter 2 sondern durch den weiteren Kurzschließer 41.

Zusammenfassend betrifft die Erfindung einen elektronischen Schalter, aufweisend einen ersten, einen zweiten und einen dritten Anschluss, einen Halbleiterschalter, eine Sicherung, einen Kurzschließer, wobei zwischen dem ersten Anschluss und dem zweiten Anschluss eine Reihenschaltung von der Sicherung und dem Halbleiterschalter angeordnet ist und zwischen dem ersten Anschluss und dem dritten Anschluss eine Reihenschal tung von der Sicherung und dem Kurzschließer angeordnet ist. Mit anderen Worten betrifft die Erfindung betrifft einen elektronischen Schalter zum Trennen eines Stromflusses zwi schen einem ersten und einem zweiten Anschluss, aufweisend einen dritten Anschluss, einen Halbleiterschalter, eine Si cherung, einen Kurzschließer, wobei zwischen dem ersten An schluss und dem zweiten Anschluss eine Reihenschaltung von der Sicherung und dem Halbleiterschalter angeordnet ist und zwischen dem ersten Anschluss und dem dritten Anschluss eine Reihenschaltung von der Sicherung und dem Kurzschließer ange ordnet ist, wobei die Sicherung eine Auslöseschwelle mit ei-nem Stromgrenzwert aufweist, wobei der Stromgrenzwert einen Wert zwischen einem dauerhaft zulässigen Strom des Halb leiterschalters und einem maximal zulässigen Strom des Halb leiterschalters aufweist. Die Erfindung betrifft weiter ein elektrisches Netz mit mindestens einem derartigen elektroni-sehen Schalter und einer Energiequelle, wobei die Energie quelle mit dem ersten Anschluss und dem dritten Anschluss des elektronischen Schalters verbunden ist. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben eines derartigen elekt ronischen Schalters oder eines derartigen elektrischen Net-zes, wobei bei Überlastung des Halbleiterschalters der Kurz schließer zumindest zeitweise geschlossen wird.