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1. WO2020193311 - AUTOMATICALLY CONTROLLED DOOR ASSEMBLY AS A LIFT LEVEL DOOR OF A LIFT SYSTEM

Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

[ DE ]

Automatisiert gesteuerte Türanordnung

als Stockwerktür einer Aufzuganlage

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine automatisiert gesteuerte Türanordnung. Eine solche Türanordnung kann auch als autonome, intelligente Türanordnung bezeichnet werden. Insbesondere betrifft die Erfindung eine automatisiert gesteuerte Stockwerktür einer Aufzuganlage sowie eine Aufzuganlage mit einer solchen Stockwerktür.

Aufzuganlagen dienen dazu, Personen und/oder Waren innerhalb eines Gebäudes zwischen verschiedenen Stockwerken zu befördern. Eine Aufzugkabine wird dabei im Regelfall innerhalb eines Aufzugschachts vertikal hin zu den verschiedenen Stockwerken verlagert.

Herkömmlich verfügt die Aufzugkabine über Kabinentüren, bei denen Türflügel von einem Antrieb aktiv geöffnet und geschlossen werden können. Die Kabinentüren einschließlich ihres Antriebs werden mit der Aufzugkabine mitbewegt. Ergänzend ist an jedem der Stockwerke jeweils zumindest eine Stockwerktür vorgesehen, die einen Zugang zu dem Aufzugschacht bzw. zu der an dem Stockwerk haltenden Aufzugkabine nach Bedarf blockieren oder freigeben kann. Herkömmlich sind Stockwerktüren passiv, das heißt sie verfügen über keinen eigenen Antrieb, um einen oder mehrere ihrer Türflügel aktiv öffnen zu können. Stattdessen werden die Türflügel der Stockwerktüren von der an einem Stockwerk haltenden Aufzugkabine mitbewegt, wenn mithilfe ihres Antriebs die Kabinentüren geöffnet bzw. geschlossen werden. Solange die Aufzugkabine nicht an einem Stockwerk stoppt, sind die Türflügel der dortigen Stockwerktür typischerweise gegen ein Öffnen verriegelt.

Es wurde erkannt, dass für zukünftige Anwendungen, wie sie weiter unten detaillierter beschrieben werden, ein Bedarf an insbesondere als Stockwerktüren einer Aufzuganlage einzusetzenden Türanordnungen bestehen kann, bei denen die Türanordnung automatisiert und situationsgerecht Türflügel aktiv öffnen und schließen kann. Ferner kann ein Bedarf an einer Aufzuganlage mit einer solchen Türanordnung bestehen.

Einem solchen Bedarf kann durch den Gegenstand gemäß einem der unabhängigen Ansprüche entsprochen werden. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung definiert.

Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird eine automatisiert gesteuerte

Türanordnung als Stockwerktür einer Aufzuganlage, vorgeschlagen, welche wenigstens einen Türflügel, einen Antrieb, eine Steuerung, eine Sensorik und eine Datenverbindung aufweist. Der Türflügel ist zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen Position zu bewegen. Der Antrieb ist zum Bewegen des Türflügels zwischen der geöffneten und der geschlossenen Position konfiguriert. Die Steuerung ist zum Steuern des Antriebs konfiguriert. Die Sensorik ist zum Detektieren von Personen oder Gegenständen vor dem Türflügel konfiguriert. Die Datenverbindung ist für einen Datenaustausch mit einem externen Computer konfiguriert. Dabei ist die Türanordnung dazu konfiguriert, nachfolgend genannte Verfahrensschritte auszuführen, vorzugsweise, aber nicht zwingend, in der angegebenen Reihenfolge:

- Empfangen und Verarbeiten von Signalen von der Sensorik in der Steuerung;

- Senden von Abfragedaten, welche auf den verarbeiteten Signalen basieren, über die Datenverbindung an den externen Computer;

- Empfangen von durch den externen Computer daraufhin bereitgestellten

Anweisungsdaten; und

- Steuern des Antriebs des Türflügels unter Berücksichtigung der Anweisungsdaten.

Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Aufzuganlage mit einer automatisiert gesteuerten Türanordnung gemäß einer Ausführungsform des ersten Aspekts der Erfindung vorgeschlagen.

Mögliche Merkmale und Vorteile von Ausführungsformen der Erfindung können unter anderem und ohne die Erfindung einzuschränken als auf nachfolgend beschriebenen Ideen und Erkenntnissen beruhend angesehen werden.

Wie einleitend bereits angedeutet, kann es für zukünftige Anwendungen nützlich sein, wenn eine Türanordnung in der Lage ist, automatisiert und situationsgerecht ihre Türflügel aktiv zu öffnen und zu schließen. Insbesondere für Stockwerktüren einer Aufzuganlage kann die Fähigkeit, Türflügel in Abhängigkeit von einem aktuell erkannten Bedarf aktiv öffnen bzw. schließen zu können, neue Anwendungsfelder ermöglichen.

Beispielsweise wurde bisher davon ausgegangen, dass eine Stockwerktür einer

Aufzuganlage ausschließlich dann geöffnet werden sollte, wenn die Aufzugkabine an dem betreffenden Stockwerk hält. Dabei wurde davon ausgegangen, dass bei einer Aufzuganlage, die Personen transportieren soll, aus Sicherheitsgründen an der

Aufzugkabine stets eine Kabinentür vorgesehen werden muss und dass, um einen Zugang von einem Stockwerk zu der Aufzugkabine zu ermöglichen, sowohl die Kabinentür als auch die Stockwerktür geöffnet werden muss. Um eine Anzahl notwendiger Türantriebe zu minimieren, wurde daher bisher im Regelfall ausschließlich die Kabinentür mit einem aktiven Antrieb versehen und die Stockwerktür, vor der die Aufzugkabine aktuell stoppte, wurde mit der Kabinentür gekoppelt und mit dieser zusammen passiv geöffnet.

Ferner wurde davon ausgegangen, dass die Stockwerktür direkt an den Aufzugschacht grenzt und somit für den Fall, dass die Stockwerktür geöffnet wäre und sich dahinter keine Aufzugkabine befindet, ein Risiko bestünde, dass Personen durch die Stockwerktür hindurch treten und in den geöffneten Aufzugschacht stürzen könnten.

Um neue Anwendungsfelder eröffnen zu können, kann es jedoch hilfreich sein, die genannten bisher zugrunde gelegten Annahmen zu überdenken bzw. weiterzuentwickeln.

Als neue Anwendung könnte beispielsweise zukünftig vorgesehen sein, eine

Aufzuganlage nicht nur zum Transport von Personen, sondern auch zum Transport von Robotern oder ähnlichem einsetzen zu können. Es ist sogar denkbar, Aufzuganlagen ausschließlich für den Transport von Robotern vorzusehen, um diesen stufenlose

Bewegungsmöglichkeiten innerhalb eines Gebäudes zu ermöglichen. In diesem Fall können Sicherheitsvorkehrungen, wie sie von der Aufzuganlage einzuhalten sind, deutlich entspannter sein als bei Aufzuganlagen, mit denen Personen transportiert werden sollen. Beispielsweise kann es akzeptabel sein, auf eine Kabinentür zu verzichten.

Stattdessen kann vorgesehen sein, den Zugang zur Aufzugkabine lediglich mit

Stockwerktüren zu beschränken. Für diesen Fall sollten die Stockwerktüren über einen aktiven Antrieb verfügen. Ferner sollten die Stockwerktüren erkennen können, wann sie die Türflügel öffnen sollen und wann die Türflügel geschlossen sein sollen. Insbesondere wäre es vorteilhaft, wenn eine Stockwerktür erkennen könnte, wenn ein Passagier in Form eines Menschen oder eines Roboters vor der Stockwerktür wartet. Im Idealfall sollte die Stockwerktür sogar den Typ von Passagier, d.h. Mensch oder Roboter, oder sogar Merkmale, die Rückschlüsse über dessen Identität zulassen, feststellen können.

Als weitere neue Anwendung könnte zukünftig beispielsweise vorgesehen sein, Aufzuganlagen auch zur Annahme und zum Transport von Waren vorzusehen. Es besteht derzeit ein Trend, immer mehr Waren über das Internet zu kaufen und dann liefern zu lassen. Bei der Lieferung können verschiedene Problematiken auftreten. Beispielsweise kann an der Lieferadresse keine Person anwesend sein, die die Lieferung annehmen könnte. Bei Lieferadressen, die innerhalb eines Hochhauses liegen, kann es ferner notwendig sein, dass ein Lieferant weite Wege innerhalb des Hauses zurücklegen muss. Außerdem kann vorgesehen sein, dass Lieferungen zukünftig nicht mehr von Personen sondern von Robotern oder Drohnen geliefert werden. Die genannten Probleme werden teilweise auch als Herausforderungen der„letzten Meile“ bezeichnet. Mit einer automatisiert gesteuerten Türanordnung könnte beispielsweise ein Lieferant in Form eines Menschen oder eines Roboters, der vor der Türanordnung wartet, erkannt werden und daraufhin automatisiert die Türflügel geöffnet werden. Dabei wäre es vorteilhaft, Merkmale, die Rückschlüsse über eine Eigenschaft, eine Identität oder eine Autorisierung des Lieferanten zulassen, feststellen zu können, um entscheiden zu können, ob durch ein Öffnen der Türanordnung ein Zugang zu einem dahinterhegenden Teil eines Gebäudes gewährt werden soll. Der dahinterliegende Teil des Gebäudes kann dabei gegebenenfalls ein Teil einer Aufzuganlage sein, d.h. bei der Türanordnung handelt es sich um eine Stockwerktür der Aufzuganlage, sodass beispielsweise eine gelieferte Ware von einem Lieferanten direkt in eine speziell hierfür vorgesehene Aufzuganlage abgegeben werden kann. Mithilfe der Aufzuganlage kann dann die Ware in ein gewünschtes Stockwerk innerhalb des Gebäudes geliefert werden.

Um solche oder ähnliche neue Anwendungsfelder ermöglichen zu können, werden Ausführungsformen einer automatisiert gesteuerten Türanordnung, welche als

Stockwerktür einer Aufzuganlage eingesetzt sein kann, gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung vorgeschlagen.

Wie herkömmliche Stockwerktüren soll diese Türanordnung über wenigstens einen Türflügel, möglicherweise auch mehrere Türflügel, verfügen, die zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen Position bewegt werden können. Typischerweise werden die Türflügel hierzu linear verschoben.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Stockwerktüren soll die Türanordnung zusätzlich einen Antrieb aufweisen, mithilfe dessen der Türflügel bzw. die Türflügel aktiv zwischen der geöffneten und der geschlossenen Position verlagert werden können. Ein solcher Antrieb kann beispielsweise über einen Elektromotor verfügen, der über eine Mechanik mit dem Türflügel zusammenwirkt, sodass der Türflügel bei Betreiben des Elektromotors geeignet verlagert wird. Auch andere Antriebe wie beispielsweise hydraulische Antriebe, pneumatische Antriebe oder ähnliches sind denkbar.

Die Türanordnung soll ferner über eine Steuerung verfügen, mithilfe derer der Antrieb gesteuert werden kann. Die Steuerung kann beispielsweise eine Leistungsversorgung zu dem Antrieb steuern.

Ferner soll die Türanordnung über eine eigene Sensorik verfügen. Die Sensorik soll dazu konfiguriert sein, Personen oder Gegenstände wie beispielsweise Roboter, die sich vor dem Türflügel befinden und dort beispielsweise auf Einlass warten, zu detektieren.

Weiter unten werden mögliche Ausgestaltungen einer solchen Sensorik erörtert.

Schließlich soll die Türanordnung noch über eine Datenverbindung verfügen, über welche Daten zwischen der Türanordnung und einem externen Computer ausgetauscht werden können. Der externe Computer braucht nicht Teil der Türanordnung sein. Bei dem externen Computer kann es sich beispielsweise um eine prozessorgesteuerte Steuerung der Aufzuganlage handeln. In diesem Fall kann der externe Computer sich im selben Gebäude befinden, wie die Türanordnung. Der externe Computer kann sich jedoch auch außerhalb des Gebäudes befinden und beispielsweise ein Datenserver oder ein Teil einer Datenwolke („Cloud“) sein.

Die Türanordnung und ihre Komponenten sollen dabei dazu konfiguriert sein, Signale, welche von der Sensorik geliefert werden, an die Steuerung zu übertragen und in der Steuerung zu verarbeiten. Solche Signale können beispielsweise Rückschlüsse über die von der Sensorik vor dem Türflügel detektierten Personen oder Gegenstände oder von diesen ausgeführte Aktionen zulassen. Durch das Verarbeiten dieser Signale können Daten generiert werden, welche hierin als Abfragedaten bezeichnet werden. Diese Abfragedaten können anschließend über die Datenverbindung an den externen Computer gesendet werden. Der externe Computer kann über eine Rechenleistung und/oder einen Zugriff auf weitere Daten, verfügen, die es ihm ermöglichen, aus den erhaltenen

Abfragedaten Rückschlüsse darüber zu ziehen, ob die Türflügel der Türanordnung aktuell geöffnet oder geschlossen werden sollen. Aufgrund dieser Rückschlüsse kann der externe Computer weitere Daten erzeugen, die hierin als Anweisungsdaten bezeichnet werden. Der externe Computer kann daraufhin diese Anweisungsdaten an die Türanordnung zurückschicken. Unter Berücksichtigung dieser empfangenen Anweisungsdaten kann dann von der Steuerung der Türanordnung der Antrieb des Türflügels gesteuert werden.

Eine solche Ausgestaltung der Türanordnung ermöglicht es, die Türanordnung mit einer Art Intelligenz zu versehen, welche die Türanordnung in die Lage versetzt, ihre Türflügel aktiv, automatisiert und bedarfsgerecht, d.h. autonom, zu öffnen und zu schließen. Daher kann die Türanordnung auch als autonome, intelligente Tür (autonomous smart door) bezeichnet werden. Dabei kann die Türanordnung mithilfe ihrer Sensorik nicht nur erkennen, dass sich vor dem Türflügel eine Person oder ein Gegenstand befindet, sondern kann von der Sensorik gelieferte Signale weiterverarbeiten und dann als Abfragedaten an den externen Computer weiterleiten, sodass der externe Computer darauf basierend weitere Analysen der von der Sensorik gelieferten, vorverarbeiteten Signale durchführen kann und letztendlich die Türanordnung durch Übermitteln situationsgerechter

Anweisungsdaten dazu veranlassen kann, ihre Türflügel zu öffnen oder zu schließen.

Anders ausgedrückt kann die Türanordnung über eine optimierte Nutzerschnittstelle (UI -user interface) von Menschen zu Maschinen (human-machine) oder von Maschinen zu Maschinen (machine-machine) verfügen und dabei eine sichere Betriebsweise gewährleisten.

Eine solche Türanordnung wird als Stockwerktür einer speziellen Aufzuganlage eingesetzt, mithilfe derer beispielsweise auch oder sogar ausschließlich Roboter, Drohnen oder von diesen angelieferten Waren transportiert werden sollen. Nachdem die

Türanordnung mithilfe der ihr zur Verfügung stehenden Intelligenz aufgrund ihrer Sensorik und Datenverarbeitungsmöglichkeiten eine Anwesenheit sowie vorzugsweise auch eine Identität oder Autorisierung einer vor ihrem Türflügel wartenden Roboters, Drohne oder Ware detektiert hat, kann sie bedarfsgerecht den Türflügel öffnen und somit einen Zugang beispielsweise zu einer dahinter wartenden Aufzugkabine ermöglichen. Eventuell kann hinter der Türanordnung auch zunächst ein Lagerraum vorgesehen sein, in dem eine Ware vorübergehend gelagert werden kann oder ein Roboter oder eine Drohne warten kann.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Sensorik dazu konfiguriert, mit den Personen oder Gegenständen vor dem Türflügel zu interagieren.

Anders ausgedrückt kann die Sensorik dazu ausgelegt sein, an Personen oder

Gegenstände wie beispielsweise Roboter, die sich vor dem Türflügel der Türanordnung befinden, Informationen auszugeben und/oder von diesen eingegebenen Informationen zu erhalten.

Ausgegebene Informationen können dabei beispielsweise über einen aktuellen Zustand der Türanordnung selbst oder eine durch die Türanordnung verschlossene Aufzuganlage oder einen sich hinter der Türanordnung befindlichen Raum informieren. Beispielsweise kann informiert werden, ob die Türanordnung aktuell verriegelt ist, ob sich hinter der Türanordnung aktuell eine wartende Aufzugkabine befindet oder ob ein sich hinter der Türanordnung befindender Raum frei oder bereits belegt ist.

Eingegebene Informationen können beispielsweise Informationen über den wartenden Passagier bzw. Gegenstand enthalten. Beispielsweise kann die eingegebene Information eine Autorisierung des Passagiers bzw. Gegenstand oder eine Identität desselben angeben. Ferner kann die eingegebene Information angeben, dass der Passagier bzw. Gegenstand Einlass durch die Türanordnung wünscht und/oder mit einer gegebenenfalls dahinterliegenden Aufzuganlage in ein gewünschtes Stockwerk gefahren werden möchte.

Beispielsweise kann die Sensorik gemäß einer Ausführungsform ein

berührungsempfindliches Panel aufweisen. Ein solches Panel kann erkennen, wenn es von einer Person oder einem Roboter berührt wird und daraufhin ein Signal erzeugen. Dabei kann das Panel ähnlich wie ein Taster oder Schalter wirken. Gegebenenfalls kann das Panel erkennen, an welcher Position es berührt wird und daraufhin ein

positionsabhängiges Signal erzeugen.

Insbesondere kann die Sensorik einen berührungsempfindlichen Bildschirm aufweisen. Ein solcher Bildschirm kann einerseits Informationen visuell ausgeben. Andererseits kann der Bildschirm, wenn er an seiner Oberfläche an einer Position berührt wird,

positionsabhängig Informationen empfangen. Als Sensorik in einer automatisiert gesteuerten Stockwerktür kann ein solcher Bildschirm beispielsweise angeben, ob hinter der Stockwerktür aktuell eine Aufzugkabine wartet, ob die Aufzugkabine leer oder bereits voll besetzt ist, wohin die Aufzugkabine als nächstes fährt, etc. Durch Berühren des Bildschirms kann z.B. angegeben werden, dass die Türanordnung geöffnet werden soll, wohin ein Passagier mit der Aufzugkabine zu fahren wünscht und/oder welche Person über eine in die Aufzugkabine eingelagerte gelieferte Ware informiert werden soll.

Ferner kann die Sensorik gemäß einer Ausführungsform eine Kamera aufweisen. Eine Kamera kann ein Bild von einer Umgebung der Türanordnung aufnehmen, insbesondere von einem Bereich vor dem Türflügel. Die Kamera kann daraufhin entsprechende Bildsignale an die Steuerung weiterleiten. Aus den Bildsignalen kann abgeleitet werden, ob sich eine Person oder ein Gegenstand vor dem Türflügel befindet. Ferner kann eventuell durch geeignete Analyse der Bildsignale auf eine Eigenschaft oder sogar eine Identität des Passagiers bzw. Gegenstands rückgeschlossen werden. Eventuell kann aus den Bildsignalen sogar abgeleitet werden, ob z.B. ein Passagier oder Roboter autorisiert sind, ein Gebäude bzw. eine Aufzuganlage durch die Türanordnung hindurch zu betreten.

In einer weiter konkretisierten Ausführungsform kann die Steuerung dazu konfiguriert sein, Signale der Kamera zu verarbeiten, um Gesten einer Person vor dem Türflügel zu erkennen. Anders ausgedrückt können zeitlich nacheinander aufgenommene

Kamerasignale daraufhin analysiert werden, ob darin Bewegungen zu erkennen sind, die als von einer Person ausgeführte Gesten zu interpretieren sind. Durch eine solche Gestenerkennung kann ein Passagier der Türanordnung in intuitiver Weise Anweisungen übermitteln. Beispielsweise kann signalisiert werden, dass ein Öffnen der Tür gewünscht wird, dass ein Rufen einer Aufzugkabine gewünscht wird oder Ähnliches.

Gemäß einer Ausführungsform kann die Sensorik in den Türflügel integriert sein. Die Sensorik kann somit formschön und/oder zweckmäßig in die Türanordnung integriert sein. Insbesondere brauchen für eine Aufnahme der Sensorik keine zusätzlichen

Komponenten wie beispielsweise ein Türrahmen oder Ähnliches vorgesehen werden.

Beispielsweise können das oben beschriebene berührungsempfmdliche Panel bzw. der berührungsempfmdliche Bildschirm direkt in den Türflügel integriert sein. Insbesondere können das Panel bzw. der Bildschirm an einer Position bzw. in einer Höhe angebracht sein, an der sie von einem Passagier einfach händisch betätigt werden können. Auch die oben beschriebene Kamera kann direkt in den Türflügel integriert sein. Beispielsweise kann die Kamera nahe einem oberen Rand des Türflügels aufgenommen sein, um einen guten Überblick über den Bereich vor dem Türflügel erhalten zu können.

Gemäß einer Ausführungsform kann die Türanordnung als Stockwerktür einer

Aufzuganlage ferner einen oder mehrere Lichtemitter aufweisen, die dazu konfiguriert sind, eine Ankunft einer Aufzugskabine an der Türanordnung zu signalisieren. Die Lichtemitter können beispielsweise lichtemittierende Dioden (LEDs) sein. Die

Lichtemitter können vorzugsweise direkt in den Türflügel integriert sein. Mithilfe der Lichtemitter kann beispielsweise in einfacher und für einen Passagier intuitiv wahrnehmbarer Weise die Ankunft der Aufzugkabine an der Türanordnung signalisiert werden.

Dabei können gemäß einer Ausführungsform der oder die Lichtemitter dazu konfiguriert sein, einen aktuellen Besetzungszustand der Aufzugkabine zu signalisieren.

Beispielsweise kann mithilfe von Gewichtssensoren und/oder optischen Sensoren erkannt werden, ob die Aufzugkabine leer, halb besetzt oder voll besetzt ist. Der aktuelle Besetzungszustand kann dann mithilfe der Lichtemitter signalisiert werden, indem diese beispielsweise Licht einer bestimmten Farbe emittieren oder Lichtsignale in einer bestimmten zeitlichen Reihenfolge ausgeben.

Gemäß einer Ausführungsform sind die Sensorik und die Steuerung dazu konfiguriert, drahtlos miteinander zu kommunizieren. Insbesondere wenn die Sensorik in dem

Türflügel aufgenommen ist und sich die Steuerung außerhalb des Türflügels befindet, kann hierdurch eine Übermittlung von Signalen zwischen diesen beiden Komponenten vereinfacht werden. Insbesondere braucht zwischen diesen beiden relativ zueinander zu bewegenden Komponenten keine elektrische Leitung verlegt werden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann ferner die Steuerung dazu konfiguriert sein, drahtlos mit dem externen Computer zu kommunizieren. Hierdurch lässt sich die

Datenverbindung zwischen der Steuerung und dem externen Computer in einfacher Weise etablieren, ohne dass beispielsweise Aufwand für eine Verlegung von elektrischen Leitungen nötig wäre. Je nachdem, ob der externe Computer relativ nahe zu der

Steuerung angeordnet ist, das heißt sich beispielsweise im gleichen Gebäude befindet, oder ob der externe Computer weit entfernt von der Steuerung angeordnet ist, können verschiedene Technologien für die drahtlose Kommunikation eingesetzt werden. Bei geringen Abständen kann z.B. ein lokales Funknetz (z.B. WLAN / Wifi) eingesetzt werden.

Gemäß einer Ausführungsform kann die Türanordnung rahmenlos ausgestaltet sein. Eine solche rahmenlose Türanordnung kann einerseits einfach in ein Gebäude zu integrieren sein. Andererseits genügt die rahmenlose Türanordnung auch hohen ästhetischen

Ansprüchen.

Eine mit einer Ausführungsform der hierin beschriebenen Türanordnung ausgestattete Aufzuganlage kann die der Türanordnung zur Verfügung stehende„Intelligenz“ dazu einsetzen, um neuen Anwendungsfällen gerecht zu werden.

Beispielsweise kann über die Sensorik der Türanordnung erkannt werden, dass eine Person, ein Roboter oder eine Drohne vor dem Türflügel stehen und auf Einlass warten. Diese Information kann über die Datenverbindung an den externen Computer geleitet werden. Dem externen Computer konnten vorher Kriterien ein programmiert worden sein, anhand derer der Computer beurteilen kann, ob die Türanordnung geöffnet werden soll und somit Einlass gewährt wird.

Gegebenenfalls kann der externe Computer über ein Netzwerk auch einen Nutzer, beispielsweise einen Haus- oder Wohnungseigentümer über den Präsenz der Person, des Roboters oder der Drohne informieren, damit dieser anweisen kann, ob die Türanordnung geöffnet werden soll. Beispielsweise kann der externe Computer ein von der Kamera, die Teil der Sensorik ist, aufgenommenes Bild über ein Netzwerk an ein Smartphone weiterleiten, sodass der Nutzer des Smartphones aufgrund der Bildinformation beurteilen kann, ob eine vor dem Türflügel wartende Person zum Eintreten durch die Türanordnung bzw. zum Nutzen der Aufzuganlage autorisiert ist.

Es wird daraufhingewiesen, dass einige der möglichen Merkmale und Vorteile der Erfindung hierin mit Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen der Türanordnung einerseits und der Aufzuganlage andererseits beschrieben sind. Ein Fachmann erkennt, dass die Merkmale in geeigneterWeise kombiniert, übertragen, angepasst oder ausgetauscht werden können, um zu weiteren Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen.

Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung beschrieben, wobei weder die Zeichnung noch die Beschreibung als die Erfindung einschränkend auszulegen sind.

Fig. 1 zeigt eine Türanordnung gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden

Erfindung.

Die Figur ist lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu.

Fig. 1 zeigt eine automatisiert gesteuerte Türanordnung 1 gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. Die Türanordnung 1 ist als Stockwerktür einer Aufzuganlage 3 ausgebildet und bildet einen Zugang zu einem Aufzugschacht 5 der Aufzuganlage 3. Dabei kann die Türanordnung 1 rahmenlos ausgebildet sein.

Die Türanordnung 1 verfügt über zwei Türflügel 7, welche in entgegengesetzte

Richtungen bewegt werden können, um zwischen einer geöffneten und einer

geschlossenen Position verfahren zu werden. Die Türflügel 7 werden dabei von einem Antrieb 9 bewegt. Der Antrieb 9 wird durch eine Steuerung 11 gesteuert.

Die Türanordnung 1 verfügt ferner über eine Sensorik 13, mithilfe derer Personen 23 oder Gegenstände 25 wie zum Beispiel Roboter vor den Türflügeln 7 detektiert und gegebenenfalls mit diesen interagiert werden kann. Im dargestellten Beispiel umfasst die Sensorik 13 ein berührungsempfindliches Panel 15 sowie eine Kamera 17. Sowohl das berührungsempfmdliche Panel 15 wie auch die Kamera 17 sind in einen der Türflügel 7 integriert.

Die Sensorik 13 bzw. deren berührungsempfindliches Panel 15 und deren Kamera 17 können mit der Steuerung 11 Signale austauschen, vorzugsweise über eine drahtlose Verbindung (wie in der Figur durch strichpunktierte Linien dargestellt).

Die Steuerung 11 kann über eine Datenverbindung 19 Daten mit einem externen

Computer 21 austauschen. Auch diese Datenverbindung 19 kann drahtlos ausgebildet sein (wie in der Figur wiederum durch eine strichpunktierte Linie dargestellt), d.h., die Steuerung 11 kann beispielsweise über eine drahtlose Datenschnittstelle in Form eines Funkmoduls verfügen, um mit dem externen Computer 21 kommunizieren zu können.

Die Türanordnung 1 verfügt ferner über eine Mehrzahl von Lichtemittem 27

beispielsweise in Form von LEDs, welche ebenfalls in eines oder beide der Türblätter 7 integriert sind. Im dargestellten Beispiel sind die Lichtemitter 27 entlang einer vertikalen Linie parallel zu den außenhegenden Rändern der Türblätter 7 äquidistant zueinander angeordnet.

Wenn sich die Person 23 oder der Roboter der Türanordnung 1 nähert, kann dies beispielsweise mithilfe der Kamera 17 erkannt werden. Eventuell kann die Person 23 durch eine Geste signalisieren, dass sie ein Öffnen der Türanordnung 1 wünscht. Die Geste kann mit der Kamera 17 aufgenommen und entsprechende Bilddaten durch die Steuerung 11 verarbeitet werden, um die Geste zu erkennen. Alternativ kann die Person 23 das berührungsempfmdliche Panel 15 betätigen, um ihren Wunsch anzugeben. In ähnlicher Weise könnte auch der Roboter beispielsweise ein Lichtsignal aussenden oder eine Bewegung vollziehen, die als Geste von der Sensorik 13 und der Steuerung 11 erkannt werden kann.

Mithilfe der Lichtemitter 27 kann dabei signalisiert werden, in welchem Zustand sich die Türanordnung 1 oder die von der Türanordnung 1 verschlossene Aufzuganlage 3 aktuell befindet. Beispielsweise kann ein Besetzungszustand einer hinter der Türanordnung 1 wartenden Aufzugkabine visualisiert werden.

Nachdem die dabei erzeugten Signale der Sensorik 13 in der Steuerung 11 geeignet vorverarbeitet wurden, kann die Steuerung 11 darauf basierend Abfragedaten über die Datenverbindung 19 an den externen Computer 21 schicken. Der externe Computer 21 kann diese Abfragedaten weiterverarbeiten. Beispielsweise kann der externe Computer 21 durch Vergleich mit Daten in einer von ihm zugänglichen Datenbank ermitteln, ob die Person 23 bzw. der Roboter autorisiert sein sollen, die Türanordnung 1 öffnen zu dürfen. Gegebenenfalls kann der externe Computer 21 beispielsweise über ein Netzwerk Kontakt mit einem weiteren Computer oder einem Systemadministrator aufnehmen, um zu klären, ob der Person 23 bzw. dem Roboter die Türanordnung 1 geöffnet werden darf.

Der externe Computer 21 kann daraufhin entsprechende Anweisungsdaten über die Datenverbindung 19 zurück an die Türanordnung 1, insbesondere an deren Steuerung 11 senden. Abschließend kann dann die Steuerung 11 den Antrieb 9 den Anweisungsdaten entsprechend dazu ansteuem, die Türflügel 7 zu öffnen oder zu schließen.

Die Türanordnung 1 ermöglicht neue Anwendungsfelder wie beispielsweise einen überwachbaren, automatisierten und möglichst stufenlosen Zugang zu Gebäuden beispielsweise für Roboter oder eine Annahme und Einlagerung von angelieferten Waren durch die Türanordnung 1 hindurch.

Abschließend ist daraufhinzuweisen, dass Begriffe wie„aufweisend“,„umfassend“, etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschließen und Begriffe wie„eine“ oder„ein“ keine Vielzahl ausschließen. Ferner sei daraufhingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.