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1. WO2020193162 - CABLE FOR ELECTRICAL DATA TRANSMISSION AND PRODUCTION METHOD FOR A CABLE

Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

[ DE ]

Kabel zur elektrischen Datenübertragung und Herstellungsverfahren für ein Kabel

Die Erfindung betrifft ein Kabel zur elektrischen Datenübertragung sowie ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Kabels.

Zur Datenübertragung, wie beispielsweise in Computernetzwerken oder Automobilen, vorgesehene Kabel enthalten in der Regel mindestens ein das zu übertragende Signal führendes Leitungsaderpaar, dessen Leitungsadern jeweils isoliert und miteinander verseilt / verdrillt sind. Um die Adern vor mechanischen Einwirkungen und das Signal vor Störungen durch äußere elektromagnetische Felder zu schützen, können die Adern beispielsweise von einer weiteren darauf aufextrudierten Isolierhülle und/oder einer Schirmung umhüllt sein.

Aus dem Stand der Technik sind Datenübertragungskabel bekannt. Beispielsweise offenbart das Dokument US 5 142 100 A ein Kabel mit einem Paar Primärleiter, wobei die Primärleiter mit entsprechenden Isolierschichten eines stranggepressten, allgemein nicht porösen Dielektrikums überzogen sind. Ein Schirmleiter umgibt das verseilte Paar Primärleiter und die jeweiligen Schichten des isolierenden Dielektrikums, wobei der Schirmleiter für das Kabel ein auf dem Markt erhältliches, von einem Polyesterfilm getragenes Aluminiumband ist.

Das Dokument JP 2010-287337 A beschreibt ein verseiltes Kabel mit einem Paar Kernleitungen und einer Schirmschicht, wobei die Kernleitung eine als Signalleiter dienende innere Leitung und einen Isolator mit einer vorbestimmten Dielektrizitätskonstante aufweist, um die innere Leitung zu umhüllen. Die Schirmschicht wird gebildet durch spiralförmiges Aufbandieren eines Metallharzbandes auf die Kernleitung, wobei die Bandierungsschlagrichtung des Metallharzbandes der Schlagrichtung der Kernleitung entgegengesetzt ist.

Aus dem Dokument DE 103 15 609 Al ist ein Datenübertragungskabel bekannt, das aus zwei miteinander verseilten Adern besteht, von denen jede einen von einer Isolierung umgebenen Leiter aufweist, und wobei die beiden Adern von einem gemein-samen elektrischen Schirm umgeben sind. Um eine gewünschte Biegewechselfestigkeit und Tordierbarkeit eines Kabels mit erhöhter Sicherheit zu erreichen, sieht dieses Dokument vor, dass alle Verseilelemente (alle Adern, Stränge, Schirme und alle Kup- ferdrähte) in der gleichen Richtung verseilt sind - dies gilt auch für die Einzeldrähte der Leiter, wenn diese als Litzenleiter ausgeführt sind.

Das Dokument DE 10 2012 204 554 Al beschreibt ein Koaxialkabel mit einem zentra-len als Litzenleiter ausgebildeten Innen- und Signalleiter, der konzentrisch von einem Dielektrikum und anschließend von einem Außenleiter umgeben ist, der durch eine durch ein Abschirmgeflecht gebildete, von einem Kabelmantel umgebene Abschirmung ausgebildet ist. Der Litzenleiter weist eine Vielzahl von einzelnen miteinander verseilten Litzendrähten auf. Die Schlaglänge des Litzenleiters variiert ungleichmäßig.

Das Dokument US 2014/0124236 Al offenbart ein Kabel zur Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung, das ein paar verseilter Leitungen aufweist, die mittels einer Isolierschicht isoliert sind.

Aus dem Dokument DE 195 31 065 Al ist ein Nachrichtenkabel mit mindestens einem elektrischen Übertragungselement bekannt, das ein von einem formstabilen Röhrchen umgebenes elektrisches Aderpaar aufweist. Dieses Röhrchen ist kreiszylinderförmig ausgestaltet und dient dazu, das elektrische Übertragungselement mit einer in Längsrichtung möglichst definierten Querschnitts-Geometrieform zu bilden und diese beibehalten zu können. Der Innendurchmesser des Röhrchens ist in etwa gleich der maximalen Gesamtquerschnittsbreite des Aderpaars, sodass das Röhrchen auf dem Aderpaar mit einer helixförmigen Linienberührung entlang dessen Stellen maximaler Querschnittsbreite aufsitzt.

Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Kabel zur elektrischen Datenübertragung bereitzustellen, welches einfach und kostengünstig herstellbar ist und sich dennoch zur Übertragung vergleichsweise hochfrequenter Signale eignet.

Diese Aufgabe wird durch ein Kabel mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein Kabel mit den Merkmalen des Anspruchs 12 und ein Verfahren zur Herstellung eines Kabels mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.

Das Kabel ist zur elektrischen Datenübertragung vorgesehen und weist mindestens eine Datenleitung mit jeweils einem Paar isolierter, miteinander in einer Ader-Verseilschlagrichtung mit einer Ader-Verseilschlaglänge verseilter Leitungsadern, die jeweils einen Leitungskern enthalten, auf. Darüber hinaus enthält das Kabel eine auf die Datenleitung in einer Bandierungsschlagrichtung aufbandierte Folie, wobei die Ban- dierungsschlagrichtung der Ader-Verseilschlagrichtung entgegengesetzt ist, sowie eine an einer der Datenleitung entgegengesetzten Außenseite der Folie angeordnete Schirmung. Im Querschnitt der Datenleitung betrachtet ist radial einwärts von der Folie ein mit einem Gas gefüllter Freiraum ausgebildet. Bei dem Gas kann es sich beispielsweise um das in der Umgebung des Kabels vorhandene Gas, insbesondere Luft, handeln. Die Schirmung ist beispielsweise dazu ausgebildet, die Folie insbesondere gegenüber radial einwärts auf das Gesamtgebilde aus Schirmung und Folie wirkenden Kräften abzustützen. Das Kabel kann in einer Variante genau eine Datenleitung mit genau einem Paar Leitungsadern aufweisen.

In diesem Kontext kommt dem Begriff Schlaglänge seine auf dem technischen Gebiet elektrischer Kabel übliche Bedeutung der parallel zur Längsachse des Kabels gemessenen Ganghöhe einer Ader bei einer vollständigen Windung um die Längsachse zu. Darüber hinaus beziehen sich die Ausdrücke (radial) innen/außen sowie Innenseite und Außenseite hier stets auf die Kabellängsachse, sofern nichts Anderslautendes angegeben ist. Alle hier genannten Schlagrichtungen beziehen sich ferner auf dieselbe Erstreckungsrichtung entlang des Kabels. Mit anderen Worten, die Begriffe Ader-Verseilschlagrichtung, Bandierungsschlagrichtung und Litzenschlagrichtung beziehen sich auf die Schlagrichtungen bei Betrachtung des Kabels aus derselben Perspektive entlang der Kabellängsachse.

Bei der Herstellung eines derartigen Kabels ist es nicht erforderlich, einen das Aderpaar umhüllenden Mantel, beispielsweise in Form eines Röhrchens, als Abstandshal ter vorzusehen. Vielmehr können weitere Mantellagen direkt außenseitig auf die Schirmung extrudiert werden, denn die Schirmung stabilisiert die Folie, sodass der gasgefüllte Freiraum beim Aufextrudieren der weiteren Mantellagen bestehen bleibt. Dadurch kann auf synergetische Art und Weise nicht nur die Herstellung des Kabels wesentlich erleichtert, sondern auch seine Dicke verringert werden, sodass das Kabel insbesondere bei automobilen Einsatzszenarien weniger Bauraum benötigt. Darüber hinaus lässt sich dieses Kabel leichter konfektionieren, denn insbesondere der Schritt des Entfernens des Röhrchens entfällt. Schließlich kann das Kabel auch für die Übertragung vergleichsweise hochfrequenter Signale und/oder für die Datenübertragung in Automobilen verwendet werden, da durch den gasgefüllten Freiraum eine hinrei chend geringe elektromagnetische Kopplung zwischen den Leitungskern und der Schirmung erreicht wird.

Beispielsweise weist jeder Leitungskern eine Litze auf, die in einer Litzenschlagrich tung verseilt ist. Die Litze ist insbesondere mehrädrig (mehraderig) und/oder kon- zentrisch ausgebildet. Beispielsweise kann die Litze mindestens zwei-, drei-, vier-, fünf-, sechs-, sieben-, acht-, neun- oder zehnädrig und/oder höchstens zwölf-, dreizehn-, vierzehn- oder fünfzehnädrig ausgestaltet sein. Insbesondere ist die Litze siebenädrig ausgebildet. Die Litzenschlagrichtung gleicht beispielsweise der Ader-Verseilschlagrichtung. Wenn der Leitungskern mit einer Litze ausgebildet ist, kann die Litze eine Litzenschlaglänge aufweisen, die 10,5- bis 18-mal so groß ist wie ein Durchmesser der Litze.

Insbesondere weist jede der Leitungsadern eine den Leitungskern ummantelnde Isolierhülle auf. Diese Isolierhülle kann ein- oder mehrlagig ausgebildet sein. Eine hierbei verwendbare mehrlagige Isolierhülle umfasst mindestens zwei Lagen, von denen insbesondere die bezüglich der Leitungsader radial äußere Lage, die Außenlage, aus einem massiven Kunststoffmaterial und die radial innen an die Außenlage angrenzende Lage, die Zwischenlage, aus einem geschäumten Kunststoffmaterial hergestellt ist. Radial einwärts von der Zwischenlage kann eine Innenlage ausgebildet sein, die beispielsweise ebenfalls aus einem massiven Kunststoffmaterial hergestellt ist. Das massive Kunststoffmaterial der Außenlage kann das gleiche Material sein wie das massive Kunststoff material der Innenlage. Das geschäumte Kunststoffmaterial wird in Abhängigkeit von den Dielektrizitätseigenschaften der Außenlage und der etwaigen Innenlage gewählt. Insbesondere wird der Schäumungsgrad des geschäumten Kunststoffmaterials basierend auf einer gewünschten relativen Dielektrizitätskonstante (Dielektrizitätszahl, Permittivitätszahl), sr, des geschäumten

Kunststoffmaterials bestimmt. Insbesondere kann der Schäumungsgrad des geschäumten Kunststoffs derart gewählt sein, dass die relative Dielektrizitätskonstante, sr, der Zwischenlage im Bereich zwischen 1,4 und 2 liegt. Beispielsweise beträgt die relative Dielektrizitätskonstante, sr, einen Wert zwischen 1,5 bis 1,69, wie 1,5, 1,6 oder 1,69.

In einer Variante beträgt die Ader-Verseilschlaglänge mindestens einer der Leitungsadern, insbesondere jeder der Leitungsadern, ein Mehrfaches des Durchmessers der entsprechenden Leitungsader. Die Ader-Verseilschlaglänge kann mindestens das Zehnfache und/oder höchstens das 22-fache des Durchmessers der entsprechenden Leitungsader betragen. Beispielsweise ist die Ader-Verseilschlaglänge zwischen 14-und 18-mal so groß wie der Durchmesser der jeweiligen Leitungsader. Hierbei wird insbesondere eine Verseilung ohne Rückdrehung verwendet. Ein Kabel mit diesen Parametern zeichnet sich durch eine erhöhte Stabilität der Verseilung aus, die insbesondere vergleichsweise hohen mechanischen Belastungen, wie sie in Automobilen auftreten, stand hält.

Beispielsweise steht die Folie in direktem Kontakt mit der Datenleitung, insbesondere mit jeder der Leitungsadern. Dabei kann die Folie auch nur mit einem Minderteil/Bruchteil ihrer Innenumfangsfläche mit den Leitungsadern in Kontakt stehen.

Die Bandierungsschlaglänge der Folie, d. h. die Ganghöhe der Folie bei einer vollständigen Windung um die Datenleitung, weicht betraglich insbesondere um höchstens 5%, höchstens 10% oder höchstens 15% von der Ader-Verseilschlaglänge ab. Beispielsweise entspricht die Bandierungsschlaglänge im Wesentlichen der Ader-Verseilschlaglänge. Unter einer Entsprechung im Wesentlichen wird hier eine Entsprechung abgesehen von üblichen Fertigungstoleranzen verstanden. Ferner weist die Folie beispielsweise eine Breite auf, die 0,2- bis 0,8-mal, insbesondere 0,4- bis 0,65-mal, die Bandierungsschlaglänge beträgt. Bei Folien/Datenleitungen mit diesen Parametern wird sichergestellt, dass die gegenläufig auf die Datenleitung (d.h., den Verseilverbund) aufgebrachte Folie jede der Leitungsadern nur im Bereich der Leitungsader, der der Kontaktstelle zwischen den Leitungsadern entgegengesetzt angeordnet ist, kontaktiert. Insofern stützen die verseilten Leitungsadern die Folie an ihrer Innenseite ab.

Die Folie ist zum Beispiel mit einer Metallschicht kaschiert, insbesondere aluminiumkaschiert, wobei sie eine mit der Metallschicht verbundene Trägerschicht aufweist.

Die Trägerschicht kann aus einem Polymer, beispielsweise Polypropylen (PP) oder Polyethylen-Terephthalat (PET), hergestellt sein. Jede beliebige dieser Schichten kann eine Schichtdicke zwischen 5 und 15 pm, z.B. 5, 7, 10 oder 15 pm aufweisen. Optional ist zwischen der Trägerschicht und der Metallschicht eine Verbindungsschicht angeordnet. Die Verbindungssicht kann eine Funktionslage aus Kleber sein und/oder höchstens 1/3 der Dicke der Metallschicht aufweisen. Beispielsweise ist die Metallschicht auf der Außenseite der Folie, also auf einer der Datenleitung entgegengesetzten Seite der Folie, angeordnet.

In einer Variante ist die Schirmung als Geflechtschirm, der beispielsweise aus Draht hergestellt ist, ausgebildet. Der Geflechtschirm kann die Folie besonders wirkungsvoll gegen mechanische Einwirkungen stabilisieren und schirmt die Datenleitung gleichzeitig gut ab. Er kann aus einer Vielzahl von Drähten gebildet werden, von denen sich ein erster Teil (zum Beispiel die Hälfte) in der Ader-Verseilschlagrichtung und ein zweiter Teil (zum Beispiel die restlichen Drähte) in der Bandierungsschlagrichtung um die Folie windet. Zum Beispiel steht die Schirmung/der Geflechtschirm insbesondere an ihrer/seiner Innenumfangsfläche mit der Folie in Kontakt. Als effektiv hat sich ein Bedeckungsgrad (in der Fachliteratur auch als„optische Dichte" bezeichnet), mit dem die Schirmung die Folie bedeckt, zwischen 85% und 95%, insbesondere 90%, herausgestellt, Bei diesem Bedeckungsgrad wird die Folie angemessen stabilisiert und das Kabel ist gleichzeitig hinreichend flexibel, d.h., kleine Biegeradien können beschädigungsfrei realisiert werden.

Die Schirmung/der Geflechtschirm kann aus Kupfer, Aluminium oder deren Legierungen hergestellt sein. Diese Materialien können zusätzlich mit einem Überzug aus Zinn oder Silber versehen sein. Zum Beispiel ist die Schirmung aus verzinntem Kupfer hergestellt. Diese Ausgestaltung hat sich in Versuchen als besonders robust gegen-über Alterungseinflüssen erwiesen. Überraschenderweise hat sich dabei gezeigt, dass der Zinnüberzug die Gleitfähigkeit des Geflechtes auf der Metallschicht der bandier-ten Folie steigert, insbesondere wenn das Metall dieser Metallschicht Aluminium ist. Das Zinn wirkt dabei dem Blockieren von Aluminium bei Relativbewegungen entgegen. Ein Kabel mit diesem Zinnüberzug zeichnet sich somit durch eine längere Lebensdauer aus. Es kann insbesondere eine größere Anzahl an Biegezyklen ableisten als ein Kabel mit einer Schirmung in Form eines blanken Drahtgeflechts.

Darüber hinaus kann das Kabel einen Isoliermantel umfassen, der entlang der Außenumfangsfläche der Folie und der Schirmung angeordnet ist und die Schirmung, die Folie sowie die Datenleitung/en gegenüber der äußeren Umgebung isoliert. Der Isoliermantel kann vergleichsweise einfach durch Extrudieren außenseitig auf die Folie und die Schirmung aufgebracht werden.

Ein weiteres hier vorgeschlagenes Kabel zur elektrischen Datenübertragung weist mindestens eine Datenleitung mit jeweils einem Paar isolierter, miteinander in einer Ader-Verseilschlagrichtung mit einer Ader-Verseilschlaglänge verseilter Leitungsadern, die jeweils einen Leitungskern aufweisen, und eine auf die Datenleitung in einer Bandierungsschlagrichtung aufbandierte Folie, auf. Die Bandierungsschlagrich-tung ist der Ader-Verseilschlagrichtung entgegengesetzt. Die Folie weist eine Breite auf, die das 0,4-fache bis 0,65-fache ihrer Bandierungsschlaglänge beträgt. Im Querschnitt der Datenleitung betrachtet ist radial einwärts von der Folie ein gasgefüllter Freiraum ausgebildet. Bei diesem Kabel ist die Folie durch ihre Geometrie und Anordnung an der Datenleitung ausreichend stabil.

Bei einem Verfahren zur Herstellung eines der vorstehend im Detail beschriebenen Kabel wird zunächst mindestens ein Paar isolierter Leitungsadern bereitgestellt, die jeweils einen Leitungskern aufweisen. Die Leitungsadern werden alsdann in einer Ader-Verseilschlagrichtung mit einer Ader-Verseilschlaglänge zu einer Datenleitung verseilt. Auf die Datenleitung wird eine Folie in einer Bandierungsschlagrichtung aufbandiert, wobei die Bandierungsschlagrichtung der Ader-Verseilschlagrichtung entgegengesetzt ist, sodass im Querschnitt der Datenleitung betrachtet radial ein wärts bezüglich der Folie ein gasgefüllter Freiraum ausgebildet wird. Schließlich kann eine Schirmung an einer der Datenleitung entgegengesetzten Außenseite der Folie angebracht werden.

Der Schritt des Bereitstellens der Leitungsadern kann das Bereitstellen einer in einer Litzenschlagrichtung verseilten Litze umfassen. Diese Litze wird zum Beispiel zu nächst mit einer Schlaglänge von 14- bis 25-mal dem Durchmesser der Litze bereit gestellt. Bei dieser Schlaglänge läuft die Litze bei der Extrusion der jeweiligen Leitungsader relativ störungsfrei ab, sodass das Frequenzverhalten der Datenleitung potenziell störende ruckartige Einwirkungen auf die Litze vermieden werden. Beim Verseilen der Leitungsadern zu der Datenleitung verkürzt sich die Schiaglänge der Litze, wenn die Litzenschlagrichtung der Ader-Verseilschlagrichtung entspricht, auf etwa 10,5- bis 18-mal den Durchmesser der Litze. Auf diese Weise können nicht nur die oben genannten Störungen im Frequenzverhalten vermieden werden, sondern auch die Frequenzlage der Störungen aus dem Nutzfrequenzbereich des Kabels heraus verschoben werden.

Darüber hinaus kann das Herstellungsverfahren umfassen, eine oben beschriebene Isolierhülle durch Mehrschichtextrusion herzustellen. Insbesondere kann diese Isolierhülle durch Dreischichtextrusion der oben beschriebenen Außenlage, Zwischenlage und Innenlage als sogenannte Solid-Foam-Solid-Extrusion erfolgen. Bezüglich des Schäumungsgrades und der Dielektrizitätszahl sowie weiterer konstruktiver Details des herzustellenden Kabels gilt oben Gesagtes.

Eine bevorzugte Ausführungsform eines Kabels zur elektrischen Datenübertragung wird nun genauer unter Bezugnahme auf die beigefügten schematischen Zeichnungen erläutert, wobei

Figur 1 die Ausführungsform des Kabels in einer schematischen teilweisen

Querschnittsansicht zeigt;

Figuren 2 und 3 das Kabel aus Figur 1 in weiteren Querschnittsansichten zeigt;

Figur 4 ein Diagramm der frequenzabhängigen Dämpfung des Kabels aus Figur

1 zeigt;

Figur 5 ein Diagramm der frequenzabhängigen Impedanz des Kabels aus Figur 1 zeigt; und

Figur 6 ein Diagramm der frequenzabhängigen Rückflussdämpfung des Kabels aus Figur 1 zeigt.

Die Figuren 1 bis 3 zeigen ein Kabel 1 zur elektrischen Datenübertragung. Das Kabel 1 umfasst eine Datenleitung 10 mit einer ersten isolierten Leitungsader 12, die einen ersten Leitungskern 16 aufweist, und einer zweiten isolierten Leitungsader 14, die einen zweiten Leitungskern 18 aufweist. Der Durchmesser der Leitungsadern 12, 14 beträgt in diesem Beispiel je 1,08mm und in einer Modifikation je 1,18mm. Die Leitungsadern 12, 14 sind miteinander in einer Ader-Verseilschlagrichtung AS verseilt, d.h., sie winden sich in Längsrichtung des Kabels 1 im Wesentlichen entlang einer gemeinsamen Kontaktkurve oder, bei geradem Kabel, Kontaktlinie.

Sowohl der erste Leitungskern 16 der ersten Leitungsader 12 als auch der zweite Leitungskern 18 der zweiten Leitungsader 14 umfasst eine mehradrige Litze mit hier sieben Litzenadern, von denen pro Leitungsader 12, 14 beispielhaft jeweils nur eine mit einem Bezugszeichen 17, 19 versehen ist. Der Durchmesser jedes Leitungskerns 16, 18 beträgt hier beispielhaft 0,465 mm. Die Litzen der Leitungskerne 16, 18 sind jeweils in derselben Litzenschlagrichtung verseilt. Diese Litzenschlagrichtung entspricht der Ader-Verseilschlagrichtung AS. Im Querschnitt der Datenleitung aus Fig. 1 sind die Litzenadern jedes der Litzenkerne 16, 18 hexagonal angeordnet, sodass zumindest eine der Litzenadern alle anderen Litzenadern kontaktiert.

Jede der Litzen weist hier dieselbe Litzenschlaglänge auf. Diese kann mindestens das 10,5-fache und/oder höchstens 18-fache des Litzendurchmessers betragen, d.h. des Maximaldurchmessers des jeweiligen Leitungskerns 16, 18 bei Betrachtung im Querschnitt. Außerdem ist die erste Leitungsader 12 im Querschnitt betrachtet vollständig von einer ersten Isolierhülle 26 und die zweite Leitungsader 14 bei Betrachtung im gleichen Querschnitt vollständig von einer zweiten Isolierhülle 28 umgeben. Diese Isolierhüllen 26, 28 sind dreischichtig mit einer Außenlage Al, A2, einer Zwischenlage ZI, Z2 und einer Innenlage II, 12 ausgebildet und kontaktieren einander unmittelbar über Außenoberflächen der Außenlagen Al, A2. Die Isolierhüllen 26, 28 sind jeweils mittels Solid-Foam-Solid-Dreischichtextrusion an den zugehörigen Leitungskernen 16, 18 angeformt. Die Innenlagen II, 12 sowie die Außenlagen Al, A2 sind hier beispielhaft jeweils aus einem Kunststoff, insbesondere einem massiven Kunst- Stoff, hergestellt. Die Zwischenlagen ZI, Z2 können hingegen aus einem geschäum ten Kunststoff gebildet sein, dessen Schäumungsgrad basierend auf der erforderlichen Dielektrizitätszahl bestimmt ist. Im Fall des hier gezeigten Kabels Siegt die Dielektrizitätszahl im Bereich zwischen 1,4 und 2, insbesondere zwischen 1,55 und 1,69. Sie kann beispielsweise 1,93 betragen. Der Schäumungsgrad liegt insbesondere im Bereich zwischen 20% und 30%. Bei diesem Schäumungsgrad handelt es sich um den resultierenden Schäumungsgrad, gebildet aus dem Schaum in der jeweiligen Zwischenlage ZI, Z2 und den massiven Anteilen aus der jeweiligen Innen- und Au ßenlage II, 12, Al, A2.

Die Ader-Verseilschlaglänge sowohl der ersten Leitungsader 12 als auch der zweiten Leitungsader 14 ist in etwa 14- bis 18-mal so groß wie der Durchmesser jeder der Leitungsadern 12, 14 im Querschnitt durch das Kabel, im vorliegenden Fall weisen die Leitungsadern 12, 14 somit im Wesentlichen den gleichen Durchmesser auf.

Beide Leitungsadern 12, 14 sind zusammen von einer optional metallkaschierten Folie 20 umwickelt, d.h., die Folie 20 ist außen auf das Paar miteinander verseilter Leitungsadern 12, 14 aufbandiert. Die Folie weist hier eine Trägerschicht aus einem Kunststoff, insbesondere einem Polymer wie Polypropylen oder Polyethylentereph-thalat, eine Metallschicht sowie eine die Trägerschicht mit der Metallschicht verbindenden Verbindungsschicht (beispielsweise Kleberschicht) auf. In dieser Variante besteht die Metallschicht aus Aluminium. Die Metallschicht ist radial außen auf der der Schirmung 22 zugewandten Seite der Folie 20 angeordnet.

Die Folie 20 ist derart angeordnet, dass sie die Datenleitung 10 in einer der Ader-Verseilschlagrichtung AS entgegengesetzten Bandierungsschlagrichtung BS mit einer Bandierungsschlaglänge umwickelt, die in etwa der Ader-Verseilschlaglänge entspricht. Dabei kontaktiert die Folie 20 im Querschnitt aus Fig. 1 betrachtet die Außenlage Al der ersten Leitungsader 12 auf einer der Kontaktkurve / -linie zwischen den Leitungsadern 12, 14 entgegengesetzten Seite der Leitungsader 12 in einem ersten Bereich Bl der Folie 20. Ferner kontaktiert die Folie 20 im Querschnitt aus Fig. 1 betrachtet die Außenlage A2 der zweiten Leitungsader 14 auf einer der Kontaktkurve / -linie zwischen den Leitungsadern 12, 14 entgegengesetzten Seite der Leitungsader 14 in einem zweiten Bereich B2 der Folie 20. Die Bereiche Bl und B2 haben in etwa die gleiche Länge in Umfangsrichtung. Die Folie 20 ist 0,4- bis 0,65-mal so breit wie ein Bandierungsschlag der Folie lang ist. Die Folie 20 weist im Querschnitt aus Fig. 1 betrachtet eine im Wesentlichen kreisrunde Form auf.

Auf der den Leitungsadern 12, 14 entgegengesetzten Seite der Folie 20 (also an der Außenseite) kontaktiert eine als Drahtgeflecht ausgebildete Schirmung 22 die Folie 20 abschnittsweise. Das Drahtgeflecht besteht aus einer Vielzahl (beispielsweise mindestens 10) einzelner Drähte und ist so ausgebildet, dass es die Folie 20 zwi-sehen den Bereichen Bl und B2, in denen es die Leitungsadern 12, 14 kontaktiert, zumindest abschnittsweise stützt.

Dadurch kann ein Isoliermantel 40 auf einfache Weise beispielsweise durch Extrusion außen auf das Gesamtgebilde aus Datenleitung 10, Folie 20 und Schirmung 22 auf-gebracht werden. Insbesondere stützt die Schirmung 22 die Folie 20 derart, dass die Folie 20 im Querschnitt aus Fig. 1 betrachtet bei der Extrusion im Wesentlichen seine kreisrunde Form behält. Ein im Querschnitt der Datenleitung 10 betrachtet radial einwärts von der Folie 20 ausgebildeter, gasgefüllter Freiraum 24 bleibt bei dieser Extrusion bestehen, sodass eine relativ geringe elektromagnetische Kopplung zwi-sehen den Leitungskernen 16, 18 und der Schirmung 22 erreicht wird. Der gasgefüllte Freiraum 24 grenzt zwischen den Bereichen Bl, B2 an die Innenumfangsfläche der Folie 20 an und erstreckt sich radial einwärts im Wesentlichen bis zur Kontaktkurve /-linie zwischen den Leitungsadern.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass hier etwa eine erste Hälfte der einzelnen Drähte in der Ader-Verseilschlagrichtung AS und der Rest in der entgegengesetzten Richtung, der Bandierungsschiagrichtung BS, auf die Folie 20 aufgewickelt ist.

Die nach radial einwärts auf die Folie 20 projizierte Oberfläche der die Folie 20 bedeckenden Schirmung 22 entspricht etwa 90 % der Außenumfangsfläche der Folie 20. Somit liegt der Bedeckungsgrad im bevorzugten Bereich von 85% bis 95%.

In einer hier nicht angezeigten Modifikation umfasst das Kabel mehrere, beispielsweise 2, 3 oder 4 Datenleitungen, die jeweils wie die oben beschriebene Datenleitung 10 ausgestaltet sein können, d. h. beliebige der Merkmale der Datenleitung 10 aufweisen können.

Die Fign. 4 bis 6 verdeutlichen, dass das hier beschriebene Kabel 1 nicht nur für die Übertragung niederfrequenter, sondern auch vergleichsweise hochfrequenter Signale geeignet ist. Wie in Fig. 4 gezeigt, beträgt die frequenzabhängige Dämpfung bei einem Kabel von 100 m Länge bei 1 GHz lediglich 80dB, bei 1,4 GHz weniger als 100 dB und selbst bei 2 GHz weniger als 130 dB. Selbst bei Signalfrequenzen im Gigahertz-Bereich zeichnet sich das Kabel 1 durch adäquate Impedanz und passende Rückflussdämpfung aus (vgl. Fign. 5 und 6).