Processing

Please wait...

Settings

Settings

Goto Application

1. WO2020109487 - APPLICATOR SYRINGE CONTAINING A STERILE SOLUTION HAVING A MEDICAL ACTIVE SUBSTANCE, AND METHOD FOR PREPARATION OF SAME

Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

[ DE ]

Eine sterile Lösung mit einem medizinischen Wirkstoff enthaltende Applikations spritze und Verfahren für deren Bereitstellung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine eine sterile Lösung mit einem medizini schen Wirkstoff enthaltende Applikationsspritze, insbesondere für das Einbringen der Lösung über einen Harnwegs- und/oder Blasenkatheter in die Blase eines Pa tienten. Sie betrifft ferner ein Verfahren zum Bereitstellen einer solchen eine ste rile Lösung mit einem medizinischen Wirkstoff enthaltenden Applikationsspritze.

Es ist bekannt, einen oder mehrere medizinische(n) Wirkstoff(e) enthaltende Lö sungen in Applikationsspritzen abgefüllt für medizinische Behandlungen an Ärzte oder auch an Patienten für die Selbstmedikation abzugeben.

So werden bspw. Parasympatholytika, wie etwa Oxybutynin-Hydrochlorid, für die Behandlung von überaktiver Blase eingesetzt. Insbesondere werden solche Parasympatholytika, wie etwa Oxybutynin-Hydrochlorid, zum Relaxieren der Blase bei Patienten eingesetzt, die ihre Blase nicht mehr auf natürlichem Wege entleeren können, auf die Entleerung der Blase über einen in die Harnröhre einge führten Katheter angewiesen sind. Zu solchen Patienten zählen zum Beispiel und insbesondere Patienten mit Querschnittslähmung.

Parasympatholytika, wie eben Oxybutynin-Hydrochlorid-haltige Medikamente, werden dabei insbesondere oral verabreicht. Das Problem bei dieser Darrei chungsform besteht in einer durch die verzögerte Aufnahme über den Magen-Darmtrakt verzögerten Wirkung und weiterhin in den bei dieser Darreichungsform zu beobachtenden Nebenwirkungen. Zu diesen Nebenwirkungen gehören Mund trockenheit, Verstopfung, Sehstörungen, Müdigkeit und Schwindel. In besonders schweren Fällen kann es auch zu einem durch das Parasympatholytikum, wie z.B. Oxybutynin-Hydrochlorid, verursachten Delirium kommen.

Insoweit sind auch bereits weitere Darreichungsmöglichkeiten entwickelt wor den, die keine orale Gabe, sondern eine transdermale Verabreichung des Wirk stoffs vorsehen, zum Beispiel mit transdermalen Pflastern oder Gelen. Diese Art der Verabreichung des Wirkstoffs kann zwar Nebenwirkungen reduzieren, führt jedoch weiterhin zu einer verzögerten Wirkung des Medikaments.

Es gab weiterhin auch bereits Versuche und praktische Umsetzungen, bei denen ein Parasympatholytikum, z.B. Oxybutynin-Hydrochlorid, enthaltendes Medika ment in Form einer Lösung unmittelbar in die Blase instilliert wird, insbesondere nach einem Entleeren der Blase über einen Katheter durch den für die Blasenent leerung bereits gesetzten Katheter. Diese Darreichungsform hat den großen Vor teil, dass nicht nur die Nebenwirkungen deutlich verringert sind, sondern vor al lem die Wirkung des Medikaments sehr zeitnah, weitgehend unmittelbar, erfolgt, da es direkt im Bereich der Blase verabreicht wird und kein Transport über den Blutkreislauf erforderlich ist.

Bei den bisherigen Anwendungen dieser Art, bei denen eine ein Parasympatholy tikum enthaltende, z.B. eine Oxybutynin-Hydrochlorid-haltige, Lösung in einer Applikationsspritze dargereicht wird, die der Anwender selbstständig nach der Entleerung der Blase über den gesetzten Blasenkatheter verabreichen kann, wur den einfache Applikationsspritzen verwendet, die aus Polyethylen (PE) oder Po lypropylen (PP) hergestellt waren und einen Kolben am Spritzenstempel aus ei nem einfachen Kautschukmaterial aufwiesen. Weiterhin waren diese Applikati onsspritzen mit einem eine Auslassöffnung umgebenden Luer-Lock-Anschluss

verwendet worden, auf den ein passender Adapterkonus zum Verbinden mit dem jeweils vom Patienten für die Entleerung seiner Blase eingesetzten Katheter auf geschraubt war.

In aufwändigen Versuchen hat der Erfinder festgestellt, dass diese vorbekannten Lösungen verschiedene Nachteile mit sich bringen. Insbesondere musste der Er finder feststellen, dass in den bisher verwendeten Applikationsspritzen sich ins besondere dann, wenn diese für eine abschließende Sterilisierung einer Dampf druck-Behandlung unterzogen und dabei auf die dort üblichen Temperaturen von typischerweise mindestens 120 °C (zum Beispiel 1 21 °C) erhitzt werden, sich die Konzentration des Wirkstoffs, z.B. von Oxybutynin-Hydrochlorid, in der in der Applikationsspritze enthaltenen Lösung verändert, dass diese Konzentration ab nimmt. Diese Abnahme der Wirkstoffkonzentration konnte der Erfinder in weite ren und aufwändigen Versuchen darauf zurückführen, dass das bisher einge setzte Material der Applikationsspritzen, einerseits des Spritzenkörpers selbst, nämlich das PP und das PE, andererseits des Stopfens, bzw. Kolbens, nämlich der gewöhnliche Kautschuk, im Zuge der Dampfdruck- Sterilisierung in der Lö sung enthaltenen Wirkstoff, z.B. Oxybutynin-Hydrochlorid, absorbiert und auch nach der Dampfdruck-Behandlung dort gebunden hält.

Diesem Problem zu begegnen und eine eine sterile Lösung mit einem medizini schen Wirkstoff, insbesondere eine Parasympatholytika-haltige, insbesondere Oxybutynin-Hydrochlorid-haltige, Lösung enthaltende Applikationsspritze bereit zustellen, die in einem Dampfdruck-Verfahren sterilisierbar ist, ohne dabei die Konzentration des medizinischen Wirkstoffs in der Lösung zu verändern, hat sich der Erfinder zur Aufgabe gemacht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine eine sterile Lösung mit einem medizinischen Wirkstoff enthaltende Applikationsspritze, insbesondere für das Einbringen des Medikaments über einen Harnwegs- und/oder Blasenkatheter in die Blase eines Patienten, und mit einer Applikationsspritze mit einem zylinder förmigen, einseitig durch einen einstückig mit dem Mantel ausgebildeten eine Auslassöffnung aufweisenden Spritzendeckel verschlossenen Mantel aus einem

Cycloolefin-Copolymer (COC) und einem Kolben aus einem, insbesondere haloge nierten, Isobuten-Isopren-Kautschuk (auch als Butylkautschuk bezeichnet), bei der die den medizinischen Wirkstoff enthaltenden Lösung in einem von dem zy linderförmigen Mantel mit Spritzendeckel und dem Kolben begrenzten Hohlraum angeordnet ist.

In aufwändigen Versuchen hat der Erfinder nämlich herausgefunden, dass die nun von ihm für die Applikationsspritze, genauer deren Mantel mit Spritzendeckel sowie für den Kolben vorgesehenen Materialien COC und, insbesondere haloge nierter, Isobuten-Isopren-Kautschuk auch bei solchen Verhältnissen und insbe sondere Temperaturen, wie sie für eine abschließende Dampfdruck-Sterilisierun geingesetzt werden, den medizinsichen Wirkstoff, z.B. ein Parasympatholytikum wie Oxybutynin-Hydrochlorid, nicht absorbieren, dass jedenfalls nach dem

Dampfdruck-stilisieren die Wirkstoffkonzentration in der in der so behandelten Applikationsspritze enthaltenen den medizinischen Wirkstoff enthaltenden Lö sung nicht verändert ist.

Dadurch kann nun erstmals ein aufgrund der abschließenden Dampfdruck-Sterili sierung den geforderten Vorgaben an die Sterilität entsprechendes fertiges Pro dukt angeboten werden, welches die sterile Lösung mit dem medizinischen Wirk stoff in der eingefüllten Konzentration enthält und somit mit der gewünschten Wirkung vom Behandler oder einem betroffenen Patienten in einer Selbstbehand lung eingesetzt werden kann.

Die sterile Lösung kann insbesondere als medizinischen Wirkstoff ein Parasympa tholytikum, insbesondere Oxybutynin-Hydrochlorid, enthalten.

In einer besonderen und vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Ap plikationsspritze ist die Auslassöffnung in einem einstückig mit dem Mantel und dem Spritzendeckel ausgebildeten Stufenkonus mit wenigstens zwei, vorzug weise wenigstens drei, zylinderförmigen Abschnitt mit unterschiedlichen, zu ei ner Spitze des Stufenkonus hin kleiner werdenden Durchmessern ausgebildet. Diese Ausgestaltung erlaubt z.B. ein Koppeln der Applikationsspritze mit unter schiedlich gestalteten, unterschiedliche Anschlusskonusse aufweisenden

Kathetern, z.B. solchen für die Blasenentleerung. Die einstückige Ausbildung des Stufenkonus mit dem Mantel und dem Spritzendeckel ergibt des Weiteren eine deutliche Verbesserung gegenüber den vorbekannten Bauformen mit über eine Luer-Lock-Verbindung an der Applikationsspritze festgelegten Adapterkonussen. Denn diese, auch dies hat der Erfinder in Versuchen festgestellt, halten bei einer abschließenden Dampfdruck-Sterilisierung der befüllten und mit dem Adapterko nus verbundenen Applikationsspritze nicht ausreichend dicht, sodass hier eben falls eine Veränderung der den medizinischen Wirkstoff enthaltenden Lösung, die in der Applikationsspritze angeordnet ist, die Folge sein kann. Um mit dem in der vorteilhaften Weiterbildung erfindungsgemäß einstückig mit dem Mantel und dem Spritzendeckel ausgebildeten Stufenkonus möglichst flexibel eine große Zahl von Kathetern, z.B. Kathetern für die Blasenentleerung, konnektieren zu können, kann der Stufenkonus eine große Vielzahl von zylinderförmigen Abschnitten mit unter schiedlichen, zu der Spitze des Stufenkonus hin kleiner werdenden Durchmes sern aufweisen, zum Beispiel 10 bis 15 solche zylinderförmigen Abschnitte, ins besondere beispielsweise 12.

Das Material des Kolbens kann insbesondere autoklavierbarer Brombutylkaut schuk sein.

Insbesondere kann gemäß der vorliegenden Erfindung der in der sterilen Lösung enthaltene medizinische Wirkstoff ein Parasympatholytikum, insbesondere Oxybutynin-Hydrochlorid, sein. Insbesondere kann dieser Wirkstoff für die An wendung zum Relaxieren der Blase eines Patienten ausgewählt und in der sterilen Lösung entsprechend dosiert sein.

Für eine mit der sterilen Lösung, mit der die Applikationsspritze befüllt ist, durch zuführende Medikation für eine Relaxation einer überaktiven Blase haben sich ins besondere ein Parasympatholytikum, insbesondere Oxybutynin-Hydrochlorid, ent haltende sterile Lösungen mit einem Anteil des genannten Wirkstoffs von 0,01 bis 1 ,0 Gew.-%, vorzugsweise von 0,05 bis 0,5 Gew.-%, insbesondere von 0,08 bis 0, 12 Gew.-%, mit Vorteil von 0, 1 Gew.-% als geeignet erwiesen.

Mit Vorteil kann die sterile Lösung, die in dem Hohlraum der Applikationsspritze angeordnet ist, eine Oxybutynin-Hydrochlorid-haltige NaCI-Lösung sein. Hierbei kann es sich insbesondere um eine Oxybutynin-Hydrochlorid-haltige, isotonische NaCI-Lösung handeln.

Eine für eine einmalige Medikation geeignete Menge, ein geeignetes Volumen, der sterilen, einen medizinischen Wirkstoff enthaltenden Lösung kann insbeson dere von 1 bis 50 ml, vorzuweisen von 5 bis 20 ml, insbesondere von 8 bis 12 ml, kann mit besonderem Vorteil 10 ml, betragen. Dies gilt insbesondere auch für wie vorstehend bezeichnete, ein Parasympatholytikum, insbesondere Oxybuty-nin-Hydrochlorid, in einem wie vorstehend angegebenem Anteil enthaltende ste rile Lösungen.

Mit Vorteil ist die mit der sterilen, den medizinischen Wirkstoff enthaltenden Lö sung befüllte Applikationsspritze in einem Auslieferungszustand an ihrer Auslass öffnung durch ein Verschlusselement, insbesondere einen Verschlussstopfen o-der eine Verschlusskappe, verschlossen, wobei dieses Verschlusselement aus ei nem, insbesondere halogenierten, Isobuten-Isopren-Kautschuk besteht. Es kann insbesondere aus einem autoklavierbaren Brombutylkautschuk gebildet sein. Das Verschlusselement verhindert ein verfrühtes Austreten der den medizinischen Wirkstoff enthaltenden, sterilen Lösung aus dem Hohlraum der Applikations spritze und gewährleistet, dass der Bereich um die Auslassöffnung, der von dem Verschlussstopfen oder der Verschlusskappe überdeckt ist, vor mikrobieller Kon tamination geschützt wird, und so nach einem Sterilisierungsvorgang bis zu ei nem Verpacken der Applikationsspritze in z.B. einer Blisterverpackung, steril bleibt. Die bezeichnete Materialwahl für den Verschlussstopfen bzw. die Ver schlusskappe führt wiederum erneut dazu, dass auch das Verschlusselement in einem abschließenden Dampfdruck- Sterilisationsprozess keinen Wirkstoff, z.B. kein Parasympatholytikum, wie z.B. Oxybutynin-Hydrochlorid, aus der Lösung absorbiert und damit die Wirkstoffkonzentration in der sterilen Lösung nicht ver ändert wird.

Die erfindungsgemäße mit der den medizinischen Wirkstoff enthaltenden Lösung befüllte Applikationsspritze wird insbesondere im Prozess endsterilisiert und an schließend, z.B. in einer Blisterverpackung, verpackt, sodass, wenn der Nutzer die Applikationsspritze unmittelbar vor der Anwendung der Verpackung ent nimmt, der Spritzeninhalt dann steril und keimfrei ist und damit verhindert wird, dass z.B. bei einer Behandlung der Blase Keime in den Harnleiter- und Blasentrakt eingeschleppt werden.

Mit der Erfindung wird weiterhin auch ein Verfahren zum Bereitstellen einer eine sterile Lösung mit einem medizinischen Wirkstoff enthaltenden Applikations spritze, insbesondere für das Einbringen der sterilen Lösung über einen Harn wegs- und/oder Blasenkatheter in die Blase eines Patienten, angegeben, welche Applikationsspritze wie vorstehend beschrieben gebildet ist. Das Verfahren um fasst dabei folgende Schritte:

Es wird eine sterile, einen zylinderförmigen, einseitig durch einen einstückig mit dem Material ausgebildeten, eine Auslassöffnung aufweisenden Spritzendeckel verschlossenen Mantel aus einem Cycloolefin-Copolymer (COC) und einen Kolben aus einem, insbesondere halogenierten, Isobuten-Isopren-Kautschuk aufweisende Applikationsspritze bereitgestellt. Es wird weiterhin eine den medizinischen Wirk stoff, z.B. ein Parasympatholytikum, wie Oxybutynin-Hydrochlorid, enthaltende Lösung bereitgestellt. Diese den medizinischen Wirkstoff enthaltende Lösung kann insbesondere entsprechend den vorstehenden, bei der Beschreibung der Ap plikationsspritze gemachten Angaben gebildet sein, also mit einer, insbesondere isotonischen, NaCI-Lösung und/oder in den vorstehend angegebenen Konzentrati onen eines Parasympatholytikums, wie Oxybutynin-Hydrochlorid, als Wirkstoff. Ein von dem zylinderförmigen Mantel mit Spritzendeckel und von dem Kolben be grenzter Hohlraum der Applikationsspritze wird mit der wirkstoffhaltigen Lösung befüllt. Dies kann insbesondere ein Befüllen des Hohlraums mit einem wie vorste hend bei der Beschreibung der Applikationsspritze angegebenen Volumen der Lö sung sein. Die Auslassöffnung der Applikationsspritze wird mit einem Verschlus selement aus einem, insbesondere halogenierten, Isobuten-Isopren-Kautschuk, z.B. einem autoklavierbaren Brombutylkautschuk, verschlossen. Die so gebildete Einheit, also die mit der wirkstoffhaltigen Lösung befüllte und an ihrer Auslass öffnung verschlossene Applikationsspritze, wird abschließend in einem Autoklav Dampfdruck-sterilisiert.

Im Anschluss an das Dampfdruck-Sterilisieren kann die mit der dann sterilisierten wirkstoffhaltigen Lösung befüllte, mit dem Verschlusselement verschlossene Ap plikationsspritze verpackt werden für eine Auslieferung, Lagerung und den Trans port bis zum Patienten und gegebenenfalls einer Aufbewahrung dort.

Insbesondere kann eine wie vorstehend beschriebene Applikationsspritze mit ei ner in einem einstückig mit dem Mantel und dem Spritzendeckel ausgebildeten Stufenkonus mit wenigstens zwei, vorzuweisen wenigstens drei, zylinderförmi gen Abschnitten mit unterschiedlichen, zu einer Spitze des Stufenkonus hin klei ner werdenden Durchmessern ausgebildeten Auslassöffnung bereitgestellt wer den. Der Stufenkonus kann dabei wiederum insbesondere in einer solchen Weise gestaltet sein, wie vorstehend anhand der Beschreibung der Applikationsspritze dargelegt und erläutert.

Das Dampfdruck-Sterilisieren in dem Autoklav kann für wenigstens 10 Minuten, insbesondere wenigstens 1 5 Minuten, insbesondere für 20 Minuten durchgeführt werden und erfolgt vorzugsweise bei wenigstens 1 15°C, insbesondere wenigs tens 120°C, insbesondere bei genau 121 °C.

Zum Beleg der erfindungswesentlichen Wirkung wurden Vergleichsexperimente zur Autoklavierung von beispielsweise mit einer Oxybutinin-Hydrochlorid-Lösung befüllten Spritzen aus Polypropylen mit einem Polyisopren-Kolbenstopfen und ei ner entsprechend befüllten Spritze aus Cylcloolefin-Copolymer (COC) mit einem Brombutyl-Kolbenstopfen durchgeführt. Die unterschiedlichen Kolbenstopfen wurden entsprechend ihrer jeweils passenden Form bzw. ihres für die entspre chenden Spritzenkörper Durchmessers gewählt. Entsprechende Spritzen wurden mit einer 0, 1 % Oxybutinin-Hydrochlorid-Lösung befüllt und 30 Minuten bei 121 °C in einem Durchreichautoklav dampfsterilisiert. Die Ergebnisse werden in Tabellen 1 und 2 dargestellt.

Hierbei wurde im Anschluss an das Autoklavieren nicht nur der Oxybutinin-Ge-halt der Lösungen untersucht und mit dem Sollgehalt (0, 1 %) verglichen, sondern es wurde auch ermittelt, in welchem Umfang Verunreinigungen der Oxybutinin-Lösung durch das Autoklavieren der Lösung in der Spritze erzeugt werden.

Tabelle 1 : Ergebnisse zur Autok/avierung einer mit einer 0, 1 % Oxybutinin-Hydro-chlorid-Lösung befüllten Polypropylen-Spritze mit einem Polyisopren-Kolbenstop fen


Tabelle 2: Ergebnisse zur Autoklavierung einer mit einer 0, 1 % Oxybutinin-Hydro-chlorid-Lösung befüllten COC-Spritze mit einem Brombutylkautschuk-Kolbenstop fen


In den Tabellen 1 und 2 sind mit„Spezifikation" Vorgaben angeführt, die für das fertige Produkt gelten sollen.

Es ist ersichtlich, dass die Polypropylen-Spritze keine Eignung dazu aufweist, im befüllten Zustand autoklaviert zu werden, da ein signifikanter Anteil des Wirk stoffs, insbesondere des Oxybutinins, während des Autoklavierens durch die Spritze absorbiert und/oder abgebaut wird. Die Untersuchung zeigte, dass ledig lich ca. 90% des ursprünglichen Wirkstoff-Konzentration, insbesondere Oxybu-tinin-Konzentration, nach dem Autoklavieren erhalten wird und somit der vorge gebene Mindestanteil von 95% deutlich unterschritten wird. Besonders auffällig ist zudem, dass mit ca. 0,7% eine hohe Konzentration an Verunreinigung in der in dieser Spritze autoklavierten Lösung gefunden werden konnte, welche die Vor gabe von maximal 0,2% deutlich überschreitet. Die untersuchte Polypropylen-Spritze eignet sich demnach keinesfalls dazu, mit befüllter Wirkstofflösung auto klaviert zu werden.

Hingegen bestätigen die Experimente die Eignung von COC-Spritzen zum Auto klavieren mit befülltem Wirkstoff, insbesondere Oxybutinin. Mit ca. 99% der ur sprünglichen Wirkstoff-Konzentration, insofern nahezu keiner Absorption und/o der keinem Abbau des Wirkstoffs durch die Spritze, und nur ca. 0,07% Verunrei nigungen werden die Vorgaben deutlich erreicht.

Aufgrund der unterschiedlichen Kolbenmaterialien wurden diese darüber hinaus separat ohne das restliche Spritzenmaterial getestet, um einen Einfluss des Kol benmaterials qualitativ zu beurteilen. Hierzu wurden jeweils Kolbenstopfen beider Materialien in einer 0, 1 % Oxybutinin-Hydrochlorid-Lösung gelegt und diese dann 30 Minuten bei 1 21 °C im Durchreichautoklav, folglich bei selbigen Bedingungen wie die gesamten Spritzen, dampfsterilisiert. Es ist zu beachten, dass die Ergeb nisse der Studien zu den Kolbenmaterialien lediglich qualitative Informationen über den Einfluss des Kolbenmaterials bereitstellen, quantitative Informationen je doch nicht erhalten werden können, da die Kontaktfläche zwischen Wirkstoff-Lö sung und Kolbenmaterial bei einem in der Wirkstoff-Lösung eingelegtem Kolben stopfen um ein vielfaches gegenüber jener zwischen Wirkstoff-Lösung und Kol benstopfen eingesetzt in einer Spritze erhöht ist. Die Ergebnisse werden in Ta belle 3 gezeigt.

Tabelle 3: Vergleich der Ergebnisse der einzelnen Spritzen sowie den Stopfen-Materialien


Zwar ist ersichtlich, dass auch der Brombutyl-Kolbenstopfen gegenüber dem Po lyisopren-Kolbenstopfen verbesserte Eigenschaften aufweist, aber diese fällt ge ringer aus im Vergleich zu der Verbesserung zwischen den beiden getesteten Spitzen. Betrachtet man die Polypropylen-Spritze mit dem Polyisopren-Kolben stopfen, so stellt man fest, dass der erhaltene Wirkstoffanteil in dem mit der voll ständigen Spritze durchgeführten Experiment geringer ist als jener, der in dem mit separatem Kolbenstopfen durchgeführten Experiment erhalten wird. Insbe sondere ergibt sich ein signifikanter Unterschied bei der Konzentration der Verun reinigungen. Absorption und/oder Abbau des Wirkstoffs sind daher im Wesentli chen auf das Spritzenmaterial der Polypropylen-Spritze zurückzuführen.

Für die COC-Spritze ergibt sich ein umgekehrtes Bild, hier zeigte der separate Kolbenstopfen gar ein schlechteres Verhalten als die vollständige Spritze, sodass sich nochmals deutlicher eine Eignung von COC als Spritzenmaterial für mit Wirk stoff befüllte und im Anschluss autoklavierte Spritzen ergibt. Insbesondere muss der Einfluss der Kolbenmaterialien aufgrund des geringen Kontaktflächenanteils innerhalb der Spritze als gering eingeschätzt werden.

Besonders zeigt sich dies auch an dem gemessenen Gehalt an Verunreinigungen. Hier zeigt leidglich die Polypropylen-Spritze einen erhöhten Wert, folglich eine schädliche Interaktion zwischen Wirkstoff und Spritzenoberfläche, z.B. durch ei nen Abbau des Wirkstoffs.

Aus den Ergebnissen gehen daher die Vorteile von COC als Spritzenmaterial, ins besondere unabhängig von dem Kolbenmaterial, für mit Wirkstoff befüllte und im Anschluss autoklavierte Spritzen hervor.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgen den Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der beiliegenden Figuren. Dabei zeigen:

Fig. 1 eine dreidimensionale Ansicht einer Applikationsspritze gemäß der Er findung (ohne den Spritzenstempel mit Kolben);

Fig. 2 eine Schnittdarstellung der in Fig. 1 gezeigten Applikationsspritze,

(wiederum ohne den Spritzenstempel mit Kolben); und

Fig. 3 eine vergrößerte Ansicht des in der Fig. 2 mit III bezeichneten Be

reichs.

In den Figuren ist in Prinzipdarstellungen ein mögliches Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Applikationsspritze gezeigt. Dabei sind die Figuren nicht maßstabsgerecht und enthalten auch nicht alle für die Gestaltung der Applikati onsspritze erforderlichen Elemente dargestellt. Insbesondere ist in den Figuren ein Spritzenstempel mit dem daran angeordneten Kolben nicht gezeigt, wie er zu der Applikationsspritze gehört. Ein solcher Spritzenstempel ist aber in seiner Formge bung dem Fachmann hinreichend bekannt, sodass auf die bekannten Gestaltun gen verwiesen werden kann. Das Besondere an der erfindungsgemäßen Applika tionsspritze ist dabei auch nicht die Formgebung, sondern vielmehr das Material des Kolbens.

Eine Applikationsspritze (dargestellt, wie erwähnt ohne den Spritzenstempel mit Kolben) ist in den Figuren allgemein mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet. Diese Applikationsspritze 1 beinhaltet einen Mantel 2, mit dem ein Spritzendeckel 3 einstückig ausgebildet ist. Weiterhin einstückig an dem Spritzendeckel 3 ange formt ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel ein Stufenkonus 4, der sich aus einer Vielzahl von aufeinander gesetzten zylinderförmigen Abschnitten 8 mit aus gehend von dem Spritzendeckel 3 bis hin zu einer Spitze des Stufenkonus 4 je weils kleiner werdenden Durchmessern zusammensetzt. In dem gezeigten Aus führungsbeispiel sind dies insgesamt zwölf solche Abschnitte 8, die über einen Hals in den Spritzendeckel 3 einstückig übergehen.

Dieser einstückig an dem Spritzendeckel 3 angeformte und somit mit dem Mantel 2 verbundene Stufenkonus 4 erlaubt ein Konnektieren der Applikationsspritze 1 mit konischen Anschlussöffnungen von Kathetern, z.B. solchen für das Entleeren von Blasen, mit ganz unterschiedlicher Form.

Das Besondere an der erfindungsgemäßen Applikationsspritze 1 ist nun, dass diese einerseits mit dem Mantel 2, dem Spritzendeckel 3 und dem Stufenkonus 4 einstückig und aus einem besonderen Material, nämlich einem Cycloolefin-Copo-lymer (COC) gefertigt, z.B. spritzgegossen, ist und einen (in den Figuren nicht ge zeigten, in üblicher Weise in den Mantel 2 von einem hinteren Ende 7 her einge führte) Kolben aus einem besonderen Kautschuk, nämlich einem, insbesondere halogenierten, Isobuten-Isopren-Kautschuk, z.B. einem autoklavierbaren Brom butylkautschuk, aufweist. Weiterhin besonders ist, dass diese Applikationsspritze 1 in einem in dem Mantel 2 ausgebildeten und durch den Mantel 2, den Spritzen deckel 3 und den nicht näher dargestellten Kolben begrenzten Hohlraum 6 eine sterile, einen medizinischen Wirkstoff enthaltende Lösung, insbesondere eine ein Parasympatholytikum, wie insbesondere Oxybutynin-Hydrochlorid, enthaltende Lösung, insbesondere einer Oxybutynin-Hydrochlorid-haltigen NaCI-Lösung, ins besondere einer Oxybutynin-Hydrochlorid-haltigen, isotonischen NaCI-Lösung ge füllt ist. Im Zuge der Bereitung ist die erfindungsgemäße Applikationsspritze 1 , deren Auslassöffnung 5 insbesondere zuvor durch eine auf den Stufenkonus 4 aufgesetzte, aus einem, insbesondere halogenierten, Isobuten-Isopren-

Kautschuk, vorzugsweise aus autoklavierbarem Brombutylkautschuk, bestehende Kappe, verschlossen worden ist, insbesondere in einem abschließenden Schritt sterilisiert worden, insbesondere in einer Dampfdruck-Sterilisierung in einem Au toklav, zum Beispiel für 20 Minuten bei 121 °C. Die besondere Materialwahl für das Material des Mantels 2 mit einstückig angeformtem Spritzendeckel 3 und Stufenkonus 4 und auch für das Material des Kolbens (sowie des optional ver wendbaren Verschlusses in Form einer Verschlusskappe) ermöglicht, dass bei diesem abschließenden Sterilisierungs-Vorgang keine Veränderung des in dem Hohlraum 6 enthaltenen Wirkstoffs, insbesondere hinsichtlich seiner Konzentra tion in der sterilen Lösung erfolgt. Die gewählten Materialien nehmen auch bei den während der Dampfdruck- Sterilisierung eingestellten Temperaturen diesen Wirkstoff, z.B. ein Parasympatholytikum, bspw. Oxybutynin-Hydrochlorid, aus der Lösung nicht auf und absorbieren ihn nicht, sodass keine, bei bekannten Ap plikationsspritzen aus dem Stand der Technik zu beobachtende Veränderung der Wirkstoffkonzentration des Wirkstoffs in der Lösung eintritt.

Die Konzentration einer ein Parasymphatholytikum, wie z.B. Oxybutynin-Hydro chlorid, enthaltenden sterilen Lösung in dem Hohlraum 6 kann insbesondere zwi schen 0,01 Gewichtsprozent und 1 ,0 Gew.-% betragen. In dem hier beschriebe nen Ausführungsbeispiel beträgt sie vorzugsweise 0, 1 Gew.-%. Das Volumen des in dem Hohlraum 6 aufgenommenen sterilen Lösung kann insbesondere zwi schen 1 ml und 50 ml betragen, liegt in dem gezeigten Ausflugsbeispiel vorzugs weise bei 10 ml.

Der Vorteil, dass der Stufenkonus 4 einstückig mit dem Spritzendeckel 3 ausge bildet ist, besteht darin, dass an dieser Stelle eine bei bekannten Applikations spritzen aus dem Stand der Technik zu beobachtende Leckage nicht auftreten kann, sodass auch hier in dem abschließenden Dampfdruck-Sterilisationsschritt keine Beeinflussung der in dem Hohlraum 6 befindlichen Lösung, insbesondere des darin gelösten medizinischen Wirkstoffs, z.B. in Form eines Parasympatholy tikums, wie etwa Oxybutynin-Hydrochlorid, stattfinden kann.

Aus der vorstehenden Beschreibung des Ausführungsbeispiels ist noch einmal klar geworden, welche besonderen Vorteile die erfindungsgemäße Ausgestaltung mit sich bringt, indem diese insbesondere eine abschließende Sterilisierung der den medizinischen Wirkstoff enthaltenden Lösung befüllten Applikationsspritze 1 in einem Dampfdruck-Sterilisierungsschritt in einem Autoklav ermöglicht, ohne dass dies zu einer Beeinträchtigung der in der Applikationsspritze 1 eingefüllten Lösung und des darin gelösten Wirkstoffs führen würde.

Bezugszeichenliste

1 Applikationsspritze

2 Mantel

3 Spritzendeckel

4 Stufenkonus

5 Auslassöffnung

6 Hohlraum

7 hinteres Ende

8 zylinderförmiger Abschnitt