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1. WO2020109166 - PROSTHESIS LINER

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Prothesenliner

Die Erfindung betrifft einen Prothesenliner mit einem Grundkörper aus einem elas tischen Linermaterial, der ein offenes proximales Ende, ein dem proximalen Ende entgegen gesetztes geschlossenes distales Ende und eine Längserstreckung auf weist, die sich von dem proximalen Ende zu dem distalen Ende erstreckt, einer bielastischen Textillage, die an oder in dem Linermaterial angeordnet ist, und ei nem Verbindungsbereich, der angeordnet und eingerichtet ist, mit einem Prothe senschaft verbunden zu werden.

Derartige Prothesenliner sind aus dem Stand der Technik seit langem bekannt. Prothesenliner werden als Zwischenlage zwischen einem Restglied des Trägers der Prothese, das auch als Amputationsstumpf bezeichnet wird, und einem Pro thesenschaft verwendet, an dem die eigentliche künstliche Gliedmaße angeordnet ist. Insbesondere bei Beinprothesen aber auch bei Armprothesen ist es sowohl für den Tragekomfort als auch für die gefühlte Sicherheit des Trägers von größter Be deutung, eine feste Verbindung zwischen den Amputationsstumpf und dem sich darüber befindenden Prothesenliner und der weiteren Prothese, insbesondere also dem Prothesenschaft, herbeizuführen, ohne dass es dabei zu Druckstellen, schmerzhaften Wunden oder einem Scheuern eines der Bauteile an der Haut des Trägers kommt.

Prothesenliner werden im Wesentlichen in zwei unterschiedlichen Ausführungsfor men verwendet.

Es gibt Prothesenliner, die über den Amputationsstumpf gezogen werden, so dass ein Volumen zwischen dem Prothesen Schaftes und dem Prothesenliner, der über den Amputationsstumpf gezogen wurde, luftdicht abgeschlossen wird, indem der Prothesenliner mit dem Amputationsstumpf in den Prothesenschaft eingeführt wird. Über eine Pumpe oder durch ein Ausstoßventil kann in diesem vorzugsweise hermetisch abgeschlossenen Volumen ein Unterdrück erzeugt werden, durch den der Prothesenschaft am Amputationsstumpf, der sich in dem Liner befindet, gehal ten wird. Ein passives Ausstoßventil ist dabei bevorzugt derart angeordnet und ausgebildet, dass es beim Gehen mit einer Prothese, die an dem Prothesenschaft angeordnet ist, betätigt wird. Insbesondere in der Schwungphase eines Gangzyk lus entstehen große Kräfte, die auf den Prothesenschaft in distale Richtung wir ken. Diese werden durch den Unterdrück relativ gleichmäßig auf den Prothesenli ner und damit auf den sich darin befindenden Amputationsstumpf übertragen. In diesem Fall ist der Verbindungsbereich des Prothesenliners der Bereich, der das Volumen, in dem der Unterdrück hergestellt wird, begrenzt. Der Verbindungsbe reich erstreckt sich in der Regel von dem distalen Ende des Prothesenliners nach proximal. In einigen Ausführungsformen des Prothesenliners ist an einer Außen seite des Grundkörpers wenigstens eine, gegebenenfalls auch mehrere, Dichtlip pen angeordnet. Durch diese wird das Volumen, in dem der Unterdrück hergestellt wird und damit auch der Verbindungsbereich nach proximal begrenzt.

Eine alternative Ausführungsform des Liners verfügt insbesondere an seinem dis talen Ende über eine Kappe oder Tasse, an der ein Befestigungselement angeord net ist, das beispielsweise in Form eines distal hervorstehenden Doms ausgebil det sein kann. Dieses Befestigungselement wird verwendet, um mit einem korres pondierend ausgebildeten Befestigungselement im Innern des Prothesenschaftes zusammenzuwirken und auf diese Weise eine möglichst sichere Verbindung zwi schen dem Prothesenliner und dem Prothesenschaft herzustellen. Bei dieser Art der Verbindung zwischen Prothesenschaft und Prothesenliner werden auftretende Zugkräfte, die vom Prothesenschaft auf den Prothesenliner übertragen werden müssen, nahezu vollständig durch die Befestigungselemente übertragen. Die auf tretenden Zugkräfte wirken folglich nahezu ausschließlich auf den distalen Bereich des Liners, wodurch einerseits dieser Bereich auch mechanisch stark belastet wird und andererseits es insbesondere in diesem Bereich zu dem für den Träger unbe quemen Melkeffekt am Amputationsstumpf aufgrund der stark wechselnden Belas tung kommt. In diesem Fall ist der Verbindungsbereich auf die distale Tasse oder Kappe begrenzt.

Dieser Effekt wird verstärkt, da das Linermaterial, aus dem der Grundkörper des Prothesenliners hergestellt ist, elastisch ist. Es handelt sich beispielsweise um ein Silikon, ein thermoplastisches Elastomer (TPE) oder ein Polyurethan, das sowohl in Längserstreckung des Grundkörpers als auch in Umfangsrichtung des Grund körpers elastisch ausgebildet ist. Diese Elastizität ist notwendig, um für unter schiedliche Größen und Formen von Amputationsstümpfen passende Standardli ner hersteilen zu können. Zudem ist es notwendig, den Liner beim Anziehen oder Anlegen an den Amputationsstumpf aufzuweiten, um die benötigte Haltekraft ge währleisten zu können.

Aus der EP 2 538 892 B1 ist ein Prothesenliner bekannt, dessen Textillage aus zwei unterschiedlichen Textilen zusammengesetzt ist. Im Bereich eines Gelenkes, beispielsweise eines Knies, das im angelegten Zustand von dem Prothesenliner überdeckt und umschlossen wird, ist ein erstes Textil angeordnet, das aus einem bielastischen Material besteht. Bielastisch bedeutet dabei, dass sowohl in

Längserstreckung als auch in Umfangsrichtung des Grundkörpers das Material elastisch ausgebildet ist. In allen anderen Bereichen ist die Textillage aus einem anderen Textil hergestellt, das monoelastisch ausgebildet ist. Eine Elastizität in Längserstreckung des Grundkörpers ist stark eingeschränkt, in Umfangsrichtung ist die Elastizität jedoch vorhanden.

Nachteilig ist, dass die Herstellung eines derartigen Prothesenliners aufgrund der Mehrzahl zu verwenden Textilelemente, die miteinander vernäht werden müssen, bevor sie mit dem Grundkörper verbunden werden, aufwendig und daher kostenin tensiv ist. Zudem kann es durch die notwendigerweise vorhandenen Nähte, die die einzelnen Textilelemente miteinander verbinden, zu Druckstellen oder reduziertem Tragekomfort kommen.

Aus der US 2005/0149202 A1 ist ein Liner bekannt, der einen strumpfförmigen Grundkörper aus einem Gewebe aufweist. Im Bereich der distalen Kappe ist eine Beschichtung auf die Außenseite dieses Grundkörpers aufgetragen, die eine ge ringere Elastizität als das Gewebe aufweist. In einer anderen gezeigten Ausgestal tung werden statt der Beschichtung mehrere Streifen aus einem Gewebe oder Textil aufgebracht, das gegenüber dem Gewebe des Grundkörpers eine reduzierte Elastizität aufweist. Auch hier kommt es aufgrund der mehreren Textilelemente, die miteinander verbunden werden müssen, zu Nähten, die die bereits genannten Nachteile aufweisen.

Die US 6,231 ,617 B1 beschreibt einen Liner aus einem elastischen Kunststoff, beispielsweise einem Urethan oder aus Silikon. In diesem Material sind mehrere Arme aus einem in Längsrichtung inelastischen Material eingebettet, die beispiels weise aus einem Metall, einem Kunststoff, Baumwolle oder Kohlefasern herge stellt sein können. Ein ähnliches Prinzip ist der US 4,923,474 B1 zu entnehmen. Auch hier werden in einem Grundkörper aus einem elastischen Material, beispiels weis einem Gummi-Material, inelastische Elemente eingebettet, die die Elastizität des Liners in Längsrichtung verringern.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Prothesenliner gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 so zu verbessern, dass die genannten Nachteile ver mieden oder zumindest vermindert werden und der Liner einfach und kostengüns tig herstellbar ist.

Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe durch einen Prothesenliner gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 , der sich dadurch auszeichnet, dass die Textillage in einem Abschnitt, der sich von dem Verbindungsbereich nach proximal erstreckt, wenigstens ein Zugelement aufweist, durch das die Elastizität der Textillage in Textilrichtung des Grundkörpers reduziert ist.

Bevorzugt erstreckt sich der Abschnitt, in dem die Textillage über das wenigstens eine Zugelement verfügt, vorzugsweise von dem distalen Ende ausgehend. Dabei wird der Verbindungsbereich vorzugsweise durch eine distale Kappe mit wenigs tens einem Befestigungselement zum Befestigen des Prothesenliners an einem Prothesenschaft gebildet.

Alternativ oder zusätzlich dazu verfügt der Prothesenliner über wenigstens eine Dichtlippe, durch die der Verbindungsbereich nach proximal begrenzt wird. Die Dichtlippe ist vorzugsweise derart angeordnet und ausgebildet, dass sie im ange legten Zustand des Liners mit einer Innenwand eines Prothesenschaftes in Kon takt kommt, wenn der Amputationsstumpf, über den der Prothesenliner gezogen

wurde, in den Prothesenschaft eingeführt wird. Der Kontakt zwischen der Innen wand des Prothesenschaftes und der Dichtlippe sorgt dann bevorzugt dafür, dass ein sich distal der Dichtlippe erstreckendes Volumen luftdicht abgeschlossen wird, so dass darin der benötigte Unterdrück hergestellt werden kann.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich das wenigstens eine Zugelement in den Verbindungsbereich hinein. Es handelt sich dann um das gleiche Zugelement, das sich in den Verbindungsbereich hinein und von dem Ver bindungsbereich nach proximal erstreckt. Alternativ oder zusätzlich dazu weist die Textillage zusätzlich auch in dem Verbindungsbereich wenigstens ein Zugelement auf, durch das die Elastizität der Textillage in Längsrichtung des Grundkörpers re duziert wird

Vorzugsweise verfügt die Textillage über eine Mehrzahl von Zugelementen, die besonders bevorzugt äquidistant über einen Umfang der Textillage verteilt ange ordnet sind. In einer alternativen Ausgestaltung sind die Zugelemente ausschließ lich in der neutralen Faser des Prothesenliners angeordnet. Herkömmlicherweise werden Prothesenliner so ausgebildet, dass sie ein Gelenk des Trägers des Pro thesenliners, beispielweise ein Kniegelenk umschließen. Wird das Gelenk ge beugt, wird ein Teil des umschließenden Prothesenliners gestreckt und ein ande rer Teil gestaucht. Bei einem Kniegelenk wird bei Beugen des Gelenks (Flexion) der vordere Teil des Prothesenliners (ventral) gestreckt und der hintere Teil (dor sal) gestaucht. Es gibt auch Bereiche, die weder gestreckt noch gestaucht wer den. Diese befinden sich in diesem Beispiel medial und lateral des Gelenkes und werden als„neutrale Faser“ bezeichnet.

Diese Ausgestaltung ist insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, für Prothesenli ner von Vorteil, die in ihrem distalen Bereich Befestigungselemente oder sonstige Verbindungseinrichtungen aufweisen, um den Prothesenliner in diesem Bereich mit einem Prothesen schaft oder einem anderen Prothesenelement zu verbinden. Auftretende Zugkräfte, die beispielsweise in der Schwungphase eines Schrittzyk lus auftreten können, werden durch die Verbindungselemente und Befestigungs elemente in den distalen Bereich des Prothesenliners und der Textillage eingelei- tet. Sie wirken in Längserstreckung des Prothesenliners. Die Elastizität des Liner-materials wird dabei in dem Abschnitt, der sich von distalen Ende der Textillage ausgehend erstreckt durch die Verwendung des wenigstens einen Zugelementes stark eingeschränkt oder vollständig aufgehoben. In dem Bereich, in dem bei spielsweise in der Schwungphase eines Schrittes Zugkräfte in den Prothesenliner und damit in die Textillage eingeleitet werden, ist sie in dieser Richtung inelas tisch, so dass die Zugkräfte über das wenigstens eine Zugelement weitergeleitet und in einem größeren Bereich, nämlich insbesondere einen Teil des Abschnittes, in dem sich das wenigstens eine Zugelement befindet, verteilt. Dadurch kommt es zu einer gleichmäßigeren Verteilung der auftretenden Kräfte und damit zu einer Reduzierung des auf den Amputationsstumpf wirkenden Druckes. Zudem wird auch dieser gleichmäßiger verteilt, wodurch der Tragekomfort erhöht wird.

Vorteilhafterweise verfügen die Zugelemente über Fasern und/oder Fäden aus ei nem inelastischen Material. So kann beispielsweise ein inelastisches Garn ver wendet werden, das in das Textil eingelegt und bereits bei der Herstellung des Textils eingearbeitet wird. Die Fäden erstrecken sich vorteilhafterweise parallel zur Längserstreckung, beginnen also am distalen Ende der Textillage und erstrecken sich in Richtung auf das proximale Ende des Grundkörpers. Vorzugsweise ist die Textillage auf einer Außenseite des Grundkörpers angeordnet. Die Textillage deckt vorteilhafterweise die gesamte Außenseite des Grundkörpers ab, so dass auch das offene proximale Ende des Grundkörpers von einem ebenso offenen proximalen Ende der Textillage umgeben ist. In Richtung auf diese proximale Ende erstrecken sich vorteilhafterweise die Zugelemente, die am distalen Ende der Textillage beginnen. Durch die Verwendung eines inelastischen Materials als Zugelement, kann die Elastizität der Textillage in dieser Richtung nahezu vollstän dig oder sogar vollständig entfernt werden. Die Textillage ist dann in Richtung der Längserstreckung inelastisch. Da die Textillage möglichst vollflächig mit dem Grundkörper aus dem elastischen Linermaterial verbunden ist, kann auch der Grundkörper in diesem Bereich in Richtung seiner Längserstreckung nicht ge dehnt werden, so dass die Elastizität des Grundkörpers entlang seiner Längser streckung in diesem Abschnitt, der sich vom distalen Ende ausgehend erstreckt, stark reduziert oder sogar vollständig entfernt wurde.

ln einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Zugelemente an ihrem jeweiligen pro ximalen Ende an der Textillage befestigt. Auf diese Weise können auf die Zugele mente wirkende Zugkräfte auf die Textillage weitergegeben und übertragen wer den. Das proximale Ende der Zugelemente ist bevorzugt vom proximalen Ende des Grundkörpers beabstandet. Dies bedeutet, dass die Zugelemente sich nicht über die vollständige Längserstreckung der Textillage und damit auch nicht über die vollständige Längserstreckung des Grundkörpers erstrecken. Der Prothesenli ner verfügt folglich über den bereits genannten Abschnitt, der sich von seinem dis talen Ende ausgehend erstreckt, in dem eine Elastizität des Prothesenliners ent lang der Richtung der Längserstreckung stark reduziert oder sogar vollständig ent fernt wurde und einem restlichen Anteil, in dem sich die Zugelemente nicht erstre cken, indem die ursprüngliche Elastizität der bielastischen Textillage und des elas tischen Linermaterials weiterhin gegeben ist. Insbesondere ist in diesem restlichen Anteil des Prothesenliners auch eine Elastizität entlang der Längserstreckung vor handen.

Vorzugsweise verfügen die Zugelemente an ihrem proximalen Ende über eine Schlaufe, die um wenigstens ein Element der Textillage herumgeführt ist. Handelt es sich bei dem Textil beispielsweise um ein Gewebe, wird die Schlaufe vorzugs weise um wenigstens einen Schussfaden und/oder wenigstens einen Kettfaden herumgeführt.

Bevorzugte Zugelement werden aus einem Faden oder Garn gebildet, das vor zugsweise inelastisch ist. Dieser Faden verfügt über zwei Enden und wird zur Bil dung des Zugelementes vorteilhafterweise doppelt gelegt, so dass seine beiden Enden ein Ende des Zugelementes bilden und eine Schlaufe das entgegenge setzte Ende. Das durch die Schlaufe gebildete Ende bildet das proximale Ende des Zugelementes und wird vorteilhafterweise um einen Teil der Textillage herum geführt, so dass eine Zugkraft, die auf das Zugelement wirkt, durch die Schlaufe auf die Textillage übertragen wird. Die beiden Enden des Fadens, die das distale Ende des Zugelementes bilden, werden vorteilhafterweise am distalen Ende des Prothesenliners aus der Textillage herausgeführt. Soll der Prothesenliner an indivi duelle Gegebenheiten eines Amputationsstumpfes angepasst werden, kann bei-

spielsweise durch Ausübung einer Zugkraft auf die distalen Enden der Zugele-mente eine Spannung und damit eine Verformung auf die Textillage und damit auf den daran oder umgebend befestigten Grundkörper ausgeübt werden. Auf diese Weise ist eine Individualisierung des Prothesenliners in zumindest beschränktem Umfang möglich.

Vorzugsweise werden die Zugelemente zumindest abschnittsweise innerhalb der Textillage geführt. Auf diese Weise wird einerseits verhindert, dass die Zugele mente sich zwischen ihrem distalen Ende und ihrem proximalen Ende ausschließ lich auf der Außenseite der Textillage und damit gegebenenfalls auf der Außen lage des Prothesenliners befinden. In diesem Fall bestünde die Gefahr, dass bei spielsweise der Benutzer des Prothesenliners beim Anlegen des Liners in die so gebildeten Schlaufen einhakt und aufgrund der dann wirkenden Kräfte Beschädi gungen hervorruft. Durch das Führen der Zugelemente zumindest abschnittsweise innerhalb der Textillage können auch weitere Verbindungen zwischen dem jeweili gen Zugelement und der Textillage hervorgerufen werden, so dass auf das Zuge lement wirkende Zugkräfte nicht nur an dessen proximalen Ende auf die Textillage übertragen werden können, sondern gegebenenfalls auch an Zwischenpunkten, die sich zwischen dem proximalen Ende und dem distalen Ende der Zugelemente befinden.

Besonders bevorzugt verfügt der Prothesenliner über eine distale Kappe mit we nigstens einem Befestigungselement zum Befestigen des Prothesenliners an ei nem Prothesenschaft, wobei die distalen Enden der Zugelemente mit der distalen Kappe verbunden, bevorzugt verklebt oder angespritzt sind. Bevor die distalen En den der Zugelemente mit der distalen Kappe verbunden werden, wird vorteilhafter weise in der bereits beschriebenen Weise der Zug auf die distalen Enden der Zu gelemente ausgeübt, um eine Anform- und Anpassung des Abschnittes des Pro thesenliners an die individuellen Gegebenheiten des Benutzers des Prothesenli ners vorzunehmen. Nachdem diese Einstellungen vorgenommen wurden, können die distalen Enden der Zugelemente mit der distalen Kappe verbunden, beispiels weise verklebt oder eingegossen werden, so dass sie unlösbar verbunden sind und eine spätere, insbesondere versehentliche oder fehlerhafte Änderung ausge- schlossen bleibt. Zudem wird auf diese Weise eine besonders gute Kraftübertra gung zwischen der distalen Kappe, auf die die Zugkräfte beispielsweise in der Schwungphase eines Schrittes wirken, und den Zugelementen gewährleistet.

Bevorzugt ist die Kappe in Prothesenliner integriert, vorzugsweise in das elasti sche Linermaterial eingegossen oder eingespritzt.

Vorzugsweise ist der Prothesenliner ausgebildet, in einem angelegten Zustand ein Gelenk eines Amputationsstumpfes, insbesondere ein Knie oder einen Ellenbo gen, zu umgeben, wobei der Abschnitt distal des Gelenks endet. Der Abschnitt der Textillage, in dem sich die Zugelemente befinden, ist bevorzugt folglich vollständig distal des jeweiligen Gelenkes angeordnet. Dadurch wird gewährleistet, dass die Elastizität entlang der Längserstreckung des Liners im Bereich des jeweiligen Ge lenks, insbesondere des Knies, vorhanden ist, um die nötige Dehnung, die beim Beugen des jeweiligen Gelenkes notwendigerweise entsteht, aufbringen zu kön nen.

Insbesondere aber nicht ausschließlich für den Fall, dass sich der Abschnitt mit den Zugelementen nicht ausschließlich distal eines Gelenkes des Trägers befin det, ist es von Vorteil, wenn die Zugelemente zumindest in dem Bereich des Ge lenkes medial und/oder lateral des Gelenkes, insbesondere in den neutralen Fa sern befinden. In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Zugelemente distal des Gelenkes und gegebenenfalls auch proximal des Gelenkes äquidistant über den Umfang und im Bereich des Gelenkes medial und/oder lateral des Gelenkes angeordnet sind.

Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe zudem durch ein System aus einem Pro thesenliner nach einer der hier beschriebenen Ausführungsformen und einem Pro thesenschaft, wobei der Prothesenschaft derart ausgebildet ist, dass er mit dem Verbindungsbereich des Prothesenliners verbindbar ist

Mithilfe der beiliegenden Figuren werden nachfolgend einige Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung näher erläutert.

Es zeigen:

Figuren 1 bis 3 - verschiedene Ausführungsbeispiele eines Prothesenliners, je weils in einer Frontal- und einer Seitenansicht,

Figur 4 - die schematische Darstellung eines für einen derartigen Liner verwendbaren Gestrickes und

Figur 5 - ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Prothesenliners in einer

Frontal- und einer Seitenansicht.

Figur 1 zeigt einen Prothesenliner 2 mit einem Grundkörper 4, an dessen distalem Bereich sich eine nicht explizit dargestellte Textillage befindet. Der Prothesenliner 2 verfügt über eine Anschlusskappe 6, an der Befestigungselemente angeordnet werden können, um den Prothesenliner 2 in einem nicht dargestellten Prothesen schaft anzuordnen.

In der bi-elastischen Textillage, die an dem Grundkörper 4 des Liners 2 angeord net ist, sind mehrere Zugelemente 8 angeordnet, die als gestrichelte Linien darge stellt sind. Es handelt sich um Stehfäden, die in das Textil der Textillage einge stickt worden sind. Sie sind vorzugsweise aus einem inelastischen Material herge stellt oder aus einem Material hergestellt, das eine geringere Elastizität als die Textillage aufweist.

Figur 2 zeigt eine andere Ausgestaltung des Prothesenliners 2, bei dem wieder am distalen Bereich eine nicht dargestellte Textillage angeordnet ist. Anstelle der eingestickten Stehfäden aus Figur 1 sind in Figur 2 Zugelemente 8 in die Textil lage eingebracht worden, die eine thermoplastische Beschichtung oder Schmelz fäden aufweisen oder selbst aus einem thermoplastischen Material hergestellt sind. Nachdem die Zugelemente 8 in Form der Stehfäden in das textile Material der Textillage eingebracht wurden, können sie durch erhöhende Temperatur auf geschmolzen oder zumindest soweit aufgeweicht werden, dass sie sich mit der Textillage verbinden. Die Besonderheit besteht insbesondere darin, dass diese

Verbindung nicht auf der Außenseite der Textillage, sondern innerhalb der Textil lage erfolgt, da die Stehfäden zunächst in der Textillage integriert und in diese ein gearbeitet wurden.

Figur 3 zeigt eine weitere Ausgestaltung des Prothesenliners 2, bei dem die Zuge lemente 8 in Form von Stehfäden in das Textil der nicht dargestellten Textillage eingebracht sind.

Figur 4 zeigt schematisch, wie die Zugelemente 8 im Gestrick positioniert sind. Man erkennt das Gestrick 10, das einen Teil der elastischen Textillage bildet, die an oder in dem Linermaterial des Prothesenliners 2 angeordnet ist. Die Schlaufen des Gestrickes 10 werden aus einem Garn aus einem ersten Material oder einem Materialmix gebildet. Das Gestrick 10 verfügt in beiden Richtungen, in Figur 4 also sowohl nach oben und unten als auch nach rechts und links, über eine Elastizität, die es zu einem bielastischen Textil macht. Die Zugelemente 8 in Form der Steh fäden werden vom distalen Ende aus in das Gestrick eingebracht und verlaufen nach distal bis sie eine Umlenkschlaufe 12 bilden und parallel zum bisherigen Weg wieder in Richtung distal umgelenkt werden. Am distalen Ende können die beiden Enden miteinander verbunden, beispielsweise verklebt oder mit der dista len Anschlusskappe 6 verbunden werden.

Figur 5 zeigt in einer Frontal- und einer Seitenansicht den Prothesenliner 2, des sen Grundkörper 4 eine Mehrzahl von Zugelementen 8 aufweist, die sich jedoch nicht bis zu dem distalen Ende des Prothesenliners 2 erstrecken. Der dargestellte Prothesenliner 2 verfügt über eine Dichtlippe 16, die mit einer Innenwand eines Prothesenschaftes n Kontakt kommt, wenn der Prothesenliner 2 im angelegten Zustand in den Prothesenschaft eingeführt wird. Dadurch wird distal der Dichtlippe 16, in den gezeigten Darstellungen also unterhalb der Dichtlippe 16, ein Volumen luftdicht abgeschlossen, in dem ein Unterdrück erzeugbar ist, durch den der Pro thesenschaft an dem Prothesenliner 2 gehalten wird. In diesem Bereich distal der Dichtlippe 16 erstreckt sich der Verbindungsbereich 18.

Bezugszeichenliste:

2 Prothesenliner 4 Grundkörper 6 Anschlusskappe

8 Zugelement 10 Gestrick

12 Umlenkschlaufe 14 Ende

16 Dichtlippe

18 Verbindungsbereich