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1. WO2020108897 - METHOD AND DEVICE FOR INSPECTING A METAL CAST PRODUCT

Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

[ DE ]

Verfahren und Vorrichtung zur Inspektion von einem metallischen Gießprodukt

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Inspektion von einem metallischen Gießprodukt im Hinblick auf besondere Eigenschaften oder Fehler des Gießproduktes.

Derartige Verfahren und Vorrichtungen sind im Stand der Technik grundsätzlich bekannt. So offenbart die europäische Patentschrift EP 2 939 017 B1 ein Stranggießverfahren und eine Stranggießvorrichtung zur Produktion von metallischen Produkten, wobei das Gießprodukt im Rahmen seiner Produktion mit Hilfe von Ultraschall auf Oberflächenfehler hin untersucht wird. Vor der Ultraschallprüfung wird die Oberfläche des Gießproduktes gereinigt.

Ähnlich offenbart die europäische Patentschrift EP 2 825 870 B1 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Inspektion von metallischen Produkten, wobei die Inspektion mit Hilfe von thermographischen Abbildungen von zumindest Teilen der Oberfläche des Gießproduktes erfolgt. Vor einer Aufnahme der thermographischen Abbildungen erfolgt eine Oberflächenbehandlung des Gießproduktes insbesondere durch Entzundern der Oberfläche mittels Wasser und/oder Pressluft oder durch ein Abbürsten der Oberfläche. Die thermographische Abbildung wird an dann an einem Gießprodukt in heißem Zustand, d. h. beispielsweise bei einer Temperatur des Gießproduktes von über 700°C, durchgeführt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein bekanntes Verfahren sowie eine bekannte Vorrichtung zur Inspektion von einem metallischen Gießprodukt dahingehend weiterzubilden, dass eine messtechnische Erfassung von Eigenschaften oder Fehlern bei dem Gießprodukt im Rahmen einer Inspektion einfacher durchgeführt werden kann.

Diese Aufgabe wird durch das in Patentanspruch 1 beanspruchte Verfahren gelöst. Dies ist dadurch gekennzeichnet, dass das Entzundern mit Hilfe von Laserlicht erfolgt. Im Unterschied zu Wasser als Entzunderungsmittel bietet die Verwendung von Laserlicht den Vorteil, dass der Zunder entfernt wird, ohne dass das Gießprodukt zu stark abkühlt. Außerdem bietet das Laserlicht den Vorteil, dass nach dem Entzundern eine blanke und trockene Oberfläche des Gießproduktes zurückbleibt, welche für die nachfolgend geplante Messung nicht noch in irgendeiner Weise aufbereitet, insbesondere nicht erst wieder getrocknet werden müsste. Auch kommt es anders als bei der Verwendung von Wasser bei der Verwendung von Laserlicht nicht zu einer erneuten Zunderbildung aufgrund von zurückbleibendem Wasser. Auch kommt es bei der Verwendung von Laserlicht, anders als bei der Verwendung von Wasser, nicht zu einer Gefügeänderung an dessen Oberfläche.

Die oben genannte Aufgabe der Erfindung wird weiterhin durch eine Vorrichtung nach Anspruch 10 zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens gelöst. Die Vorteile dieser Vorrichtung entsprechen den oben mit Bezug auf das beanspruchte Verfahren genannten Vorteilen.

Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Der Beschreibung ist eine Figur beigefügt. Die Erfindung wird nachfolgend anhand dieser Figur in Form Ausführungsbeispielen detailliert beschrieben.

Die Figur zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung 100 zur Inspektion von einem metallischen Gießprodukt 200. Es wird angenommen, dass das Gießprodukt in der Figur von links nach rechts, d. h. in Pfeilrichtung bewegt wird. Die Bewegung ist jedoch nur optional. Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch an einem nicht bewegten Gießobjekt durchgeführt werden, wenn ein Entzundern und eine messtechnische Erfassung von Eigenschaften oder von Fehlern an demselben Ort auf der Oberfläche des Gießproduktes erfolgen können.

Die Vorrichtung 100 umfasst eine Entzunderungseinrichtung 1 10 zum Entfernen von Zunder 1 15 von der Oberfläche des Gießproduktes 200 mit Hilfe von Laserlicht 1 18. Mit Hilfe des Laserlichtes wird der Zunder 1 15 erfolgreich aufgebrochen bzw. von der Oberfläche abgesprengt oder verdampft. Sofern der Zunder nicht verdampft, wird er vorzugsweise nach seiner Aufbrechung bzw. seiner Absprengung als loser Zünder von der Oberfläche des Gießproduktes entfernt bevor anschließend eine messtechnische Erfassung von Eigenschaften oder Fehlern bei dem Gießprodukt mit Hilfe einer

Messeinrichtung 120 erfolgt. Die Messeinrichtung 120 ist ausgebildet, als Eigenschaften des Gießproduktes insbesondere dessen Planheit, dessen Temperatur, dessen Gefüge, insbesondere dessen Kornorientierung, dessen chemische Zusammensetzung und/oder dessen elektrischen- oder Wärmeleitwert zu erfassen. Alternativ oder zusätzlich kann die Messeinrichtung 120 ausgebildet sein, als Fehler des Gießproduktes insbesondere eventuelle Oberflächendefekte wie Risse und/oder eventuelle innere Defekte wie Lunker bei dem Gießprodukt zu erkennen.

Vorteilhafterweise ist die Messeinrichtung 120 ausgebildet, die besagte messtechnische Erfassung in Echtzeit durchzuführen, wenn das Gießprodukt an der Messeinrichtung 120 und der Entzunderungseinrichtung 110 vorbei bewegt wird.

Das Entzundern und die nachfolgende messtechnische Erfassung von Eigenschaften und/oder Fehlern erfolgen beispielsweise während das Gießprodukt 200 eine Stranggießanlage durchläuft oder unmittelbar nachdem das Gießprodukt aus der Stranggießanlage ausläuft. Alternativ kann das Entzundern und die nachfolgende messtechnische Erfassung von Eigenschaften und/oder Fehlern bei dem Gießprodukt erfolgen, bevor das Gießprodukt 200 in ein Walzgerüst, insbesondere in ein Warmwalzgerüst, einläuft oder wenn das Gießprodukt zwischen zwei Walzgerüsten bewegt wird.

Vorzugsweise wird das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt an einem heißen Gießprodukt, d. h. bei einem Gießprodukt, dessen Oberfläche eine Temperatur von über 300°C, vorzugsweise über 500°C oder weiter vorzugsweise eine Temperatur von über 750°C hat.

Weiter vorzugsweise wird ein Fehler in dem Gießprodukt nach seiner messtechnischen Erfassung unverzüglich behoben, bevor das Gießprodukt einem weiteren nachfolgenden Behandlungsschritt unterzogen wird.

Bezugszeichenliste

100 Vorrichtung

110 Entzunderungseinrichtung

115 Zunder

118 Laserlicht

120 Messeinrichtung

200 Gießprodukt