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1. WO2019042491 - DEVICE FOR DETACHING AT LEAST ONE BURR FROM AN OPENING OF AT LEAST ONE TRANSVERSE BOREHOLE OF A WORKPIECE, DRILLING STATION HAVING THE DEVICE AND METHOD FOR DETACHING THE AT LEAST ONE BURR USING THE DRILLING STATION

Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

[ DE ]
Vorrichtung zum Lösen mindestens eines Grats von einer Mündung mindestens eines Quer-Bohrlochs eines Werkstücks, Bohrstation mit der Vorrichtung und

Verfahren zum Lösen des mindestens einen Grats mit der Bohrstation

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Lösen mindestens eines Grats von einer Mündung mindestens eines Quer-Bohrlochs eines Werkstücks. Die Vorrichtung weist einen langgestreckten Schaft auf, der in ein Längs-Bohrloch des Werkstücks einführbar und darin positionierbar ist. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Bohrstation mit der Vorrichtung, mit dem Werkstück und mit mindestens einem Bohrer zum Bohren des mindestens einen Quer-Bohrlochs und ein Verfahren zum Lösen des mindestens einen Grats von der Mündung des mindestens einen Quer-Bohrlochs mit der Bohrstation.

Bei dem Einbringen von Bohrlöchern in Werkstücke werden oftmals Grate gebildet, die an einem Ende der Bohrlöcher angeordnet sind. Zur Qualitätssteigerung der Werkstücke müssen die Grate entfernt werden. Dies erfolgt oftmals in einem separaten Arbeitsschritt nach dem Einbringen der Bohrlöcher durch ein Entgratwerkzeug.

Beispielsweise beschreibt die Druckschrift DE 103 21 670 A1 , die wohl den nächstliegenden Stand der Technik bildet, ein Werkzeug, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Entgraten von Bohrungen, die seitlich in eine zylindrische Ausnehmung münden. Das Werkzeug weist einen Schaft mit einem Schneidabschnitt zum Entraten der Bohrungen auf. Hierfür ist das Werkzeug in die Ausnehmung einführbar und in dieser drehbar.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine funktional verbessere Vorrichtung zum Entgraten mindestens eines in ein Längs-Bohrloch mündenden Quer-Bohrlochs eines Werkstücks bereitzustellen. Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 , durch eine Bohrstation mit den Merkmalen des Anspruchs 5 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst.

Bevorzugte oder vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen der nachfolgenden Beschreibung und/oder den beigefügten Figuren.

Es wird eine Vorrichtung vorgeschlagen, die dazu ausgebildet ist, mindestens einen Grat von einer Mündung mindestens eines Quer-Bohrlochs eines Werkstücks zu lösen. Vorzugsweise mündet das mindestens eine Quer-Bohrloch in ein Längs-Bohrloch des Werkstücks. Insbesondere entsteht der mindestens eine Grat und/oder Span bei einer Bohrung des mindestens einen Quer-Bohrlochs im Bereich der Mündung in das Längs-Bohrloch. Der mindestens eine Grat und/oder Span ist durch die Vorrichtung lösbar und optional ergänzend aus dem Längs-Bohrloch entfernbar, insbesondere abtransportierbar. Bei dem Werkstück handelt es sich zum Beispiel um ein Fahrzeugbauteil, insbesondere um ein Schaltventilgehäuse, um eine Nockenwelle oder um eine Kurbelwelle.

Die Vorrichtung weist einen langgestreckten Schaft auf. Der Schaft ist in das Längs-Bohrloch des Werkstücks einführbar und darin positionierbar. Vorzugsweise umfasst der Schaft einen Schneidabschnitt. Insbesondere ist der Schneidabschnitt endseitig an dem Schaft angeordnet. Besonders vorteilhaft ist jedoch, wenn sich der Schneidabschnitt von einem freien Ende des Schafts entlang des Schafts erstreckt. Insbesondere erstreckt sich der Schneidabschnitt zu mindestens 30 Prozent, vorzugsweise zu mindestens 50 Prozent, insbesondere zu mindestens 70 Prozent und/oder zu maximal 95 Prozent von dem freien Ende aus entlang einer Gesamtlänge des Schafts.

Optional weist der Schneidabschnitt mindestens eine Schneide zum Lösen des mindestens einen Grats von der Mündung auf. Besonders bevorzugt ist, dass die Vorrichtung zwei Schneiden umfasst, die insbesondere auf zwei gegenüberliegenden Seiten des Schneidabschnittes angeordnet sind. Durch die beiden Schneiden kann das Werkstück bei einer Rotation des Werkstücks um den Schaft an der Mündung des mindestens einen Quer-Bohrlochs in zwei gegenläufigen Rotationsrichtungen entgratet werden.

Optional umfasst die Vorrichtung einen Griff, der auf einer gegenüberliegenden Seite des Schneidabschnittes an dem Schaft angeordnet ist. Vorzugsweise kann ein Werker die Vorrichtung über den Griff handhaben, insbesondere den Schaft in die Längs-Bohrung einführen, darin positionieren und den Schaft wieder aus der Längs-Bohrung entfernen.

Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung mindestens eine Hohlkehle auf. Die Hohlkehle ist zur Vermeidung einer Kollision des Schafts mit mindestens einem Bohrer angeordnet und/oder ausgebildet, mit dem das mindestens eine Quer-Bohrloch in das Werkstück einbringbar ist und/oder gebohrt wird/werden kann. Insbesondere verhindert die Hohlkehle an dem Schaft die Kollision mit dem mindestens einen Bohrer, da der Schaft bei dem Einbringen und/oder Bohren des Quer-Bohrlochs in dem Längs-Bohrloch angeordnet ist. Vorzugsweise erstreckt sich die Hohlkehle entlang einer Längserstreckung des Schafts, insbesondere durch den Schneidabschnitt hindurch. Beispielsweise weist die Hohlkehle eine Länge auf, die zumindest 30 Prozent, vorzugsweise zumindest 40 Prozent und insbesondere zumindest 50 Prozent der Längserstreckung des Schafts beträgt. Beispielsweise stellt die Hohlkehle die Schneiden breit zueinander, sodass diese insbesondere entlang ihrer Längserstreckung beabstandet zueinander verlaufen. Im Speziellen erstreckt sich die Hohlkehle entlang des Schneidabschnitts zwischen den beiden Schneiden.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Vorrichtung mindestens eine Aussparung auf. Insbesondere ist die mindestens eine Aussparung dazu ausgebildet, die Kollision des Schafts mit dem mindestens einen Bohrer, mit dem das mindestens eine Quer-Bohrloch gebohrt wird, zu verhindern. Im Speziellen dient die mindestens eine Aussparung als zur Hohlkehle zusätzliche Kollisionssicherung.

Beispielsweise ist die mindestens eine Aussparung als mindestens ein Sackloch oder als mindestens ein Durchgangsloch in dem Schaft ausgebildet. Vorzugsweise ist die mindestens eine Aussparung überlappend zu der Hohlkehle und/oder in der Hohlkehle, insbesondere im Bereich des Schneidabschnitts, angeordnet. Besonders bevorzugt weist die Vorrichtung zwei Aussparungen auf, die beabstandet zueinander an dem Schaft und/oder an dem Schneidabschnitt angeordnet sind. Die Aussparungen verhindern eine Kollision mit einer Bohrerspitze des mindestens einen Bohrers, mit dem das mindestens eine Quer-Bohrloch in das Werkstück einbringbar ist/eingebracht wird. Möglich im Rahmen der Erfindung ist, dass die Aussparungen unterschiedliche Durchmesser aufweisen. Dadurch können Quer-Bohrlöcher mit unterschiedlichen Durchmessern in das Werkstück gebohrt werden, ohne mit dem Schaft zu kollidieren.

In einer bevorzugten konstruktiven Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Vorrichtung eine Kühleinrichtung. Vorzugsweise weist die Kühleinrichtung einen Kühlkanal zur Hindurchleitung eines Kühlmittels durch den Schaft der Vorrichtung auf. Vorzugsweise ist die Kühleinrichtung, insbesondere bei und/oder während des Entgratens, zur Kühlung der Vorrichtung ausgebildet. Die Kühlung ist insbesondere deshalb notwendig, da das Werkstück unmittelbar nach der Bohrung des mindestens einen Quer-Bohrlochs um den Schaft der Vorrichtung rotiert. Bei und/oder während der Rotation löst der Schneidabschnitt mit der mindestens einen Schneide den mindestens einen Grat, der an der Mündung des Quer-Bohrlochs in das Längs-Bohrloch angeordnet und/oder gebildet ist. Die Kühlung soll ein Heißlaufen und/oder Überhitzen bei und/oder während der Rotation des Werkstücks und/oder bei oder während des Entgratens verhindern. Vorzugsweise können durch die Kühlung, insbesondere mit Hochdruck, zusätzliche lose Grate von dem Werkstück abgetragen werden.

Eine weitere besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass der Kühlkanal, insbesondere das durch den Kanal hindurchgeleitete Kühlmittel zum Abtransport des mindestens einen gelösten Grats aus dem Längs-Bohrloch des Werkstücks ausgebildet ist. Hierfür mündet der Kühlkanal bevorzugt in dem freien Ende des Schafts, insbesondere im Bereich des Schneidabschnitts. Dadurch kann das Kühlmittel an dem freien Ende des Schafts in die Längs-Bohrung des Werkstücks austreten und den mindestens einen gelösten Grat aus dieser abtransportieren.

Einen weiteren Gegenstand der Erfindung bildet eine Bohrstation mit dem mindestens einen Bohrer, mit dem Werkstück und mit der Vorrichtung nach der bisherigen Beschreibung und/oder nach einem der Ansprüche 1 bis 4.

Bevorzugt ist die Bohrstation als ein Werktisch oder eine Werkbank ausgebildet. Insbesondere ist die Bohrstation in einer Fertigungslinie zur Fertigung von Fahrzeugbauteilen, z.B. von Schaltventilgehäuse, Nockenwellen oder Kurbelwellen, integriert.

In einer bevorzugten Umsetzung der Erfindung weist das Werkstück das Längs-Bohrloch auf. Vorzugsweise ist der Schaft der Vorrichtung in dem Längs-Bohrloch angeordnet. Insbesondere ist das Werkstück um den Schaft von einer ersten Rotationsposition in eine zweite Rotationsposition rotierbar. Hierfür ist das Werkstück z.B. auf einer Rotationseinrichtung der Bohrstation gelagert.

Besonders bevorzugt ist, dass ein erstes Quer-Bohrloch in der ersten Rotationsposition durch den Bohrer in das Werkstück einbringbar ist. Bevorzugt ist weiterhin, dass ein zweites Quer-Bohrloch in der zweiten Rotationsposition durch den Bohrer oder durch einen weiteren Bohrer der Bohrstation in das Werkstück einbringbar ist. Möglich ist insbesondere, dass mindestens ein weiteres Quer-Bohrloch, z.B. zwei weitere Quer-Bohrlöcher, in das Werkstück einbringbar sind. Insbesondere münden das erste Quer-Bohrloch, das zweite Quer-Bohrloch und optional ergänzend das mindestens eine weitere Quer-Bohrloch, in das Längs-Bohrloch des Werkstücks.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Schaft in dem Längs-Bohrloch des Werkstücks so positioniert, dass durch die Hohlkehle eine gegenüber dem Schaft kollisionsfreie Bohrung des mindestens einen Quer-Bohrlochs, insbesondere der Quer-Bohrlöcher, ermöglicht ist. Hierfür ist es besonders bevorzugt, dass eine Öffnung der Hohlkehle zu mindestens einem Punkt gerichtete ist, in dem das mindestens eine Quer-Bohrloch, insbesondere die Quer-Bohrlöcher, in das Werkstück einbringbar ist/eingebracht werden soll. Alternativ oder optional ergänzend ist die Hohlkehle in einer Draufsicht auf den mindestens einen Punkt deckungsgleich und/oder überlappend zu diesem angeordnet.

Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Schaft in dem Längs-Bohrloch des Werkstücks so positioniert, dass durch die mindestens eine Aussparung die kollisionsfreie Bohrung des mindestens einen Quer-Bohrlochs, insbesondere der Quer-Bohrlöcher, ermöglicht ist. Insbesondere ist eine Öffnung der ersten Aussparung zu dem ersten Quer-Bohrloch, im Speziellen zu einem Punkt, an dem der Bohrer das erste Quer-Bohrloch bohrt oder bohren soll, gerichtet und überlappend oder deckungsgleich unterhalb dieses Punktes angeordnet. Im Speziellen ist eine Öffnung der zweiten Aussparung zu dem zweiten Quer-Bohrloch, im Speziellen zu einem weiteren Punkt, an dem der Bohrer das zweite Quer-Bohrloch bohrt oder bohren soll, gerichtet und überlappend oder deckungsgleich unterhalb dieses weiteren Punktes angeordnet.

Durch die entsprechende Positionierung der Hohlkehle und/oder der mindestens einen Aussparung wird ausreichend Platz für eine Bohrerspitze des Bohrers geschaffen, wenn der Bohrer das mindestens eine Quer-Bohrloch bohrt und mit der Bohrerspitze in das Längs-Bohrloch eindringt. Dadurch kann die Kollision des mindestens einen Bohrers mit dem Schaft vermieden werden.

Ein Verfahren zum Lösen des mindestens einen Grats von der Mündung des mindestens einen Quer-Bohrlochs des Werkstücks mit der Bohrstation nach der bisherigen Beschreibung und/oder nach einem der Ansprüche 5 bis 7 bildet einen weiteren Gegenstand der Erfindung.

Vorzugsweise wird der Schaft der Vorrichtung im Rahmen des Verfahrens in das Längs-Bohrloch eingeführt. Insbesondere bohrt der mindestens eine Bohrer das mindestens eine Quer-Bohrloch, während der Schaft in dem Längs-Bohrloch angeordnet ist.

Besonders bevorzugt ist es, dass das Werkstück im Rahmen des Verfahrens um den Schaft der Vorrichtung von der ersten Rotationsposition in die zweite Rotationsposition rotiert wird. Insbesondere wird der mindestens eine Grat während der Rotation des Werkstücks durch die Vorrichtung, insbesondere durch die mindestens eine Schneide des Schneidabschnittes, von der Mündung des mindestens einen Quer-Bohrlochs gelöst. Dadurch ist es in vorteilhafter Weise möglich, das Entgraten des gebohrten Quer-Bohrlochs simultan mit der Rotation des Werkstücks durchzuführen. Vorzugsweise kann die Mündung des Quer-Bohrlochs taktzeitneutral oder nahezu taktzeitneutral mit der Bohrung des mindestens einen Quer-Bohrlochs entgratet werden. Insbesondere kann auf einen separaten Arbeitsschritt zum Entgraten der Mündung verzichtet werden, der sich an einen Arbeitsschritt des Bohrens des mindestens einen Quer-Bohrlochs anschließen würde. Dadurch können Fertigungszeit und Kosten bei der Fertigung des Werkstücks eingespart werden.

Optional kann der Schaft der Vorrichtung nach der Rotation des Werkstücks von der ersten in die zweite Rotationsposition aus der Längs-Bohrung entnommen werden und erneut in diese eingeführt werden. Insbesondere kann das Werkstück anschließend, optional mit einem geringen zeitlichen Mehraufwand, bevorzugt in eine zu der vorherigen Rotationsrichtung entgegengesetzten Rotationsrichtung, rotiert werden, sodass dadurch gegebenenfalls noch vorhandene Grate von der Mündung des mindestens einen Quer-Bohrlochs gelöst und aus dem Längs-Bohrloch entfernt werden können.

Im Rahmen des Verfahrens ist es bevorzugt, dass der mindestens eine gelöste Grat durch die Kühlflüssigkeit aus dem Längs-Bohrloch des Werkstücks abtransportiert wird. Dadurch kann eine Behinderung des Schneidabschnittes durch bereits gelöste und im dem Längs-Bohrloch verbliebene Grate verhindert werden. Insbesondere kann dadurch eine prozesssichere Entgratung der Mündung des mindestens einen Quer-Bohrlochs gewährleistet werden.

Weitere Merkmale, Vorteile und Wirkungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung. Dabei zeigen:

eine perspektivische Ansicht einer Vorrichtung zum Lösen mindestens eines Grats von einer Mündung mindestens eines Quer-Bohrlochs eines Werkstücks;

die Vorrichtung aus Fig. 1 in einer Draufsicht von oben;

einen Längsschnitt der Vorrichtung aus Figur 2 entlang der Schnittlinie A-A;

einen Schnitt durch die Vorrichtung aus Figur 3 entlang der Schnittlinie B-B;

einen Schnitt durch die Vorrichtung aus Figur 3 entlang der Schnittlinie C-C;

ein Werkstück mit einer Längs-Bohrung und mit einer ersten und zweiten Quer-Bohrung, wobei ein Schaft der Vorrichtung aus Figur 1 in der Längs-Bohrung angeordnet ist;

einen Schnitt durch das Werkstück und den Schaft aus Figur 4 entlang der Schnittlinie B-B;

Figur 4b einen Schnitt durch das Werkstück und den Schaft aus Figur 4 entlang der Schnittlinie C-C;

Figur 5 einen Längsschnitt durch das Werkstück und den Schaft aus Figur 4, wobei zwei Bohrer zwei Quer-Bohrlöcher bohren, die in das Längs- Bohrloch münden.

Einander entsprechende oder gleiche Teile sind in den Figuren jeweils mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Figur 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Vorrichtung 1 einer nicht gezeigten Bohrstation. Die Bohrstation ist z.B. ein Werktisch, der Bestandteil einer Fertigungsstraße für Fahrzeugbauteile sein kann.

Figur 2 zeigt eine Draufsicht von oben auf die Vorrichtung 1 aus Figur 1 . In Figur 3 ist ein Längsschnitt durch die Vorrichtung 1 aus Figur 2 entlang der Schnittlinie A-A dargestellt. Die Figuren 3a und 3b zeigen Querschnitte durch die Vorrichtung 1 entlang der Schnittlinien B-B und C-C.

Die Vorrichtung 1 ist dazu ausgebildet, mindestens einen Grat 2 (Fig. 4) von einer Mündung 3 (Fig. 4) mindestens eines Quer-Bohrlochs 4 (Fig. 4) eines Werkstücks 5 der Bohrstation zu lösen. Das Werkstück 5 ist in den Figuren 4 und 5 gezeigt. Es ist z.B. als ein Fahrzeugbauteil, insbesondere als eine Nockenwelle, als ein Schaltventilgehäuse oder als eine Kurbelwelle ausgebildet. Es weist ein Längs-Bohrloch 1 1 (Fig. 4, 5) auf, in die das mindestens eine Quer-Bohrloch 4, insbesondere ein erstes, zweites, drittes und viertes Quer-Bohrloch 4a, 4b, 4c, 4d mündet. Somit weist das Werkstück 5 vier Mündungen 3a, 3b, 3c, 3d auf.

Das erste und dritte Quer-Bohrloch 4a, 4b sind mit einem ersten Bohrer 12a der Bohrstation und das zweite und vierte Quer-Bohrloch 4c, 4d mit einem zweiten Bohrer 12b (Fig. 5) der Bohrstation in das Werkstück 5 einbringbar und/oder eingebracht.

Das Werkstück 5 ist auf der Bohrstation rotierbar gelagert, sodass das Werkstück 5 von einer ersten Rotationsposition R in eine zweite Rotationsposition (nicht gezeigt) rotierbar ist. In der ersten Rotationsposition R gemäß der Figur 5 wird das erste Quer-Bohrloch 4a gebohrt, in der zweiten Rotationsposition das zweite Quer-Bohrloch 4b. Bei einem weiteren Rotationsvorgang wird in der ersten Rotationsposition R das dritte Quer-Bohrloch 4c und in der zweiten Rotationsposition das vierte Quer-Bohrloch 4d gebohrt.

Die Vorrichtung 1 ist gemäß den Figuren 1 , 2 und 3 als ein Längenbauteil mit einem Griff 6 zur Handhabung der Vorrichtung 1 und mit einem Schaft 7 zum Einführen und Positionieren in das/dem Längs-Bohrloch 12 des Werkstücks 5 ausgebildet. Der Schaft 7 schließt sich an den Griff 6 an und ist an diesem befestigt. Optional ist der Schaft in dem Griff 6 verspannt und bevorzugt über eine Positionierfläche an dem Griff 6 richtig positioniert.

Der Schaft 7 ist stufig ausgebildet und weist im Verlauf seiner Gesamtlänge mindestens zwei unterschiedliche Durchmesser auf. Dadurch können Werkstücke 5 entgratet werden, die ein Längs-Bohrloch 1 1 mit Durchmessersprüngen aufweisen. Alternativ kann der Schaft 7 entlang seiner Gesamtlänge einen unveränderten Durchmesser aufweisen, sodass Werkstücke 5 entgratet werden können, deren Längs-Bohrlöcher 1 1 einen gleichbleibenden Durchmesser aufweisen. Die Vorrichtung 1 , insbesondere der Schaft 7, ist aus einem Hartmetall oder aus einem bevorzugt hochlegierten Werkzeugstahl gebildet.

Der Schaft 7 umfasst einen Schneidabschnitt 8 zum Lösen des mindestens einen Grats 2 von der Mündung 3 des mindestens einen Quer-Bohrlochs 4 des Werkstücks 5. Der Schneidabschnitt 8 weist eine erste Schneide 9 und eine zweite Schneide 10 auf. Er erstreckt sich zu mindestens 30 Prozent, vorzugsweise zu mindestens 50 Prozent, insbesondere zu mindestens 70 Prozent und/oder zu maximal 95 Prozent entlang einer Gesamtlänge des Schafts 7.

Der Schaft 7 ist in das Längs-Bohrloch 1 1 des Werkstücks 5, wie in den Figuren 4 und 5 gezeigt, eingeführt und darin positioniert. Die Bohrung der Quer-Bohrlöcher 4a, 4b, 4c, 4d erfolgt, während der Schaft 7 in dem Längs-Bohrloch 1 1 angeordnet ist.

Zur Vermeidung einer Kollision des Schafts 7 mit dem ersten und zweiten Bohrer 12a, 12b bei und/oder während der Bohrung, weist die Vorrichtung 1 eine Hohlkehle 13 auf, die in den Schaft 7 eingebracht ist. Insbesondere weist der Schaft 7 die Hohlkehle 13 auf. Diese erstreckt sich zu mindestens 30 Prozent, vorzugsweise zu mindestens 40 Prozent und insbesondere zu mindestens 50 Prozent entlang einer Längserstreckung des Schafts 7. Die Hohlkehle 13 erstreckt sich außerdem vollständig oder nahezu vollständig entlang des Schneidabschnitts 8, sodass die beiden Schneiden 9, 10 die Hohlkehle 13 seitlich begrenzen.

Die Vorrichtung 1 weist zur Absicherung der Kollisionsvermeidung des Schafts 7 mit dem ersten und zweiten Bohrer 12a, 12b, insbesondere mit Bohrerspitzen 16a, 16b der beiden Bohrer 12a, 12b, eine erste und zweite Aussparung 14, 15b auf. Wie in den Figuren 3, 3a und 3b gezeigt, sind die Aussparungen 14, 15 als Sacklöcher in den Schaft 7 eingebracht und in der Hohlkehle 13 angeordnet. Alternativ können die Aussparungen 14, 15 auch als Durchgangslöcher ausgebildet sein.

Die erste Aussparung 14 weist einen kleineren Durchmesser als die zweite Aussparung 15 auf. Dadurch können die Mündungen 3a, 3b, 3c, 3d von Querbohrungen 4a, 4b, 4c, 4d mit unterschiedlichen Durchmessern entgratet werden. Alternativ ist es möglich, dass die beiden Aussparungen übereinstimmende Durchmesser aufweisen, insbesondere um Mündungen von Quer-Bohrlöchern mit gleichen Durchmessern entgraten zu können.

Gemäß den Figuren 4 und 5 ist der Schaft 7 der Vorrichtung 1 in der Längs-Bohrung 1 1 des Werkstücks 5 angeordnet. Das Werkstück 5 nimmt die erste Rotationsposition R ein. Wie es insbesondere aus Figur 5 ersichtlich ist, wird der Schaft 7 der Vorrichtung 1 in dem Längs-Bohrloch 1 1 des Werkstücks 5 so positioniert, dass eine Öffnung der Hohlkehle 13 zu den Punkten gerichtet ist, in denen die Quer-Bohrlöcher 4a, 4c oder 4b, 4d durch den ersten und zweiten Bohrer 12a, 12b gebohrt werden. Insbesondere ist die Hohlkehle 13 überlappend zu den Punkten angeordnet.

Die erste Aussparung 14 ist in einer Draufsicht auf den Punkt, in dem die dritte Quer-Bohrung 4c durch den zweiten Bohrer 12b erfolgt, unterhalb und deckungsgleich mit dem Punkt angeordnet. Dadurch wird eine Kollision mit der Bohrerspitze 16b des zweiten Bohrers 12b bei und/oder während der Bohrung der dritten Quer-Bohrung 4c vermieden. Die zweite Aussparung 15 ist in einer Draufsicht auf den Punkt, in dem das erste Quer-Bohrloch 4a durch den ersten Bohrer 12a erfolgt, unterhalb und deckungsgleich mit dem Punkt angeordnet. Dadurch wird eine Kollision mit der Bohrerspitze 16a des ersten Bohrers 12a bei und/oder während der Bohrung des ersten Quer-Bohrloches 4a vermieden.

Nach der Bohrung des ersten und dritten Quer-Bohrlochs 4a, 4c werden die Bohrer 12a, 12b aus den jeweiligen Quer-Bohrlöchern 4a, 4c herausgefahren. Das Werkstück 5 wird von der ersten Rotationsposition R in die zweite Rotationsposition rotiert. Die Rotation wird durchgeführt, währenddessen der Schaft 7 der Vorrichtung 1 in dem Längs-Bohrloch 1 1 angeordnet ist. In der zweiten Rotationsposition kann dann die Bohrung des zweiten und vierten Quer-Bohrlochs 4b, 4d durch den ersten und zweiten Bohrer 12a, 12b erfolgen.

Der Schaft 7 ist nach der Rotation des Werkstücks 5 in die zweite Rotationsposition so in dem Längs-Bohrloch 1 1 des Werkstücks 5 positioniert, dass die Hohlkehle 13 und die Aussparungen 14, 15 in entsprechender Weise zur Vermeidung der Kollision mit den Bohrern 12a, 12b beziehungsweise mit den Bohrerspitzen 16a, 16b positioniert sind, wie es zuvor für die erste Rotationsposition R beschrieben wurde.

Durch die erste Schneide 9 kann das Werkstück 5 im Bereich der Mündungen 3a, 3c bei und/oder während der Rotation des Werkstücks 5 von der ersten Rotationsposition R in die zweite Rotationsposition entgratet werden. Hierzu löst die erste Schneide 9 bei und/oder während der Rotation des Werkstücks 5 den mindestens einen Grat 2, der durch die Bohrung des ersten und dritten Quer-Bohrlochs 4a, 4c an der Mündung 3a, 3c des entsprechenden Quer-Bohrlochs 4a, 4c angeordnet und/oder gebildet ist/sein kann.

Durch die zweite Schneide 10 kann das Werkstück 5 im Bereich der Mündungen 3b, 3d bei und/oder während der Rotation in die zweite Rotationsposition entgratet werden. Hierzu löst die zweite Schneide 10 bei und/oder während der Rotation des Werkstücks 5 in die Gegenrichtung den mindestens einen Grat 2, der durch die

Bohrung des zweiten und vierten Quer-Bohrlochs 4b, 4d an der Mündung 3b, 3d des entsprechenden Quer-Bohrlochs 4b, 4d angeordnet und/oder gebildet ist/sein kann.

Gemäß Figur 3 weist die Vorrichtung eine Kühleinrichtung 17 zur Kühlung des Schafts 7 bei und/oder während der Rotation und dem Entgraten des Werkstücks 5. Die Kühleinrichtung 17 umfasst einen Kühlkanal 18, der sich vollständig durch den Griff und den Schaft 7 erstreckt und in einem freien Ende 19 des Schafts 7 mündet. Durch den Kühlkanal 18 ist Kühlflüssigkeit hindurchleitbar, die an dem freien Ende 19 des Schafts 7 austritt. Die Kühlflüssigkeit erfasst die durch den Schneidabschnitt 8 von der jeweiligen Mündung 3 gelösten mindestens einen Grat 2 und transportiert diesen durch das Längs-Bohrloch 1 1 des Werkstücks ab. Dadurch kann eine prozesssichere Entgratung gewährleistet werden.

Zusammenfassend werden die entsprechenden Mündungen 3a, 3b, 3c, 3d der jeweiligen Quer-Bohrlöcher 4a, 4b, 4c, 4d simultan mit der Rotation des Werkstücks 5 zwischen den beiden Rotationspositionen entgratet. Dies hat den Vorteil, dass das Entgraten taktzeitneutral oder nahezu taktzeitneutral mit der Bohrung der Quer-Bohrlöcher 4a, 4b, 4c, 4d erfolgen kann. Weiterhin ist es von Vorteil, dass ein separater Arbeitsschritt zum Entgraten des Werkstücks 5 entfallen kann und dadurch Fertigungszeit und Kosten eingespart werden können. Insbesondere kann ein bei dem separaten Arbeitsschritt oftmals auftretendes unerwünschtes Umlegen des mindestens einen Grats beim Einführen eines Entgratwerkzeugs in das Längs-Bohrloch nach der Bohrung des mindestens einen Quer-Bohrlochs daher auf jeden Fall vermieden werden.

Bezugszeichenliste

1 Vorrichtung

2 Grat

3 Mündung

4 Quer-Bohrloch

5 Werkstück

6 Griff

7 Schaft

8 Schneidabschnitt

9 erste Schneide

10 zweite Schneide

1 1 Längs-Bohrloch

12 Bohrer

13 Hohlkehle

14 erste Aussparung

15 zweite Aussparung

16 Bohrerspitze

17 Kühleinrichtung

18 Kühlkanal

19 freies Ende

R Rotationsposition