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1. (WO2019025263) APPARATUS FOR PRODUCING SYNTHETIC THREADS
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Vorrichtung zur Herstellung von synthetischen Fäden

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von synthetischen Fäden insbesondere Polyamidfäden gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei der Herstellung von synthetischen Fäden durch einen Schmelz-spinnprozess ist es allgemein bekannt, dass die physikalischen Eigenschaften des aus einer Polymerschmelze extrudierten Fadens durch ein Abziehen des Fadens von einer Spinndüse, durch ein Verstecken des Fadens und durch ein Relaxieren des Fadens bestimmt werden. Diese Behandlungsschritte werden im Wesentlichen durch eine Galetteneinrichtung ausgeführt, die aus einer Mehrzahl von Galetten mit rotierenden Galettenmänteln gebildet wird. Die Galettenmäntel der Galetten der Galetteneinrichtung sind beheizt oder unbeheizt ausgeführt, um für das Abziehen, Verstecken und Relaxieren eine definierte Fadenbehandlung zu erhalten.

Eine derartige Vorrichtung zur Herstellung von synthetischen Fäden ist beispielsweise aus dem WO 2016/058873 AI bekannt. Bei der bekannten Vorrichtung wird die Galetteneinrichtung zum Abziehen der Fäden von einer Spinneinrichtung durch mehrere Gruppen von Galetten gebildet. So dient eine erste Gruppe von mehreren angetriebenen Galetten zum Abziehen der Fäden von der Spinneinrichtung. Die Relaxation der Fäden wird an einer zweiten Galettengruppe mit mehreren angetriebenen Galetten ausgeführt. Eine anschließende Nachbehandlung der Fäden wird mithilfe einer dritten Gruppe von mehreren angetriebenen Galetten ausgeführt, wobei die Galet-tengruppen zu einem Fadenlauf hintereinander angeordnet sind. Hierbei werden die Fäden mit jeweils einfacher Umschlingung am Umfang der Ga-lettenmäntel der Galetten geführt. Damit sind die Kontaktlängen des Fadens am Umfang der Galettenmäntel der Galetten jeweils auf eine Teilumschlin-gung begrenzt, so dass insbesondere die für die Erwärmung des Fadens er-forderlichen Mindestkontaktlängen nur durch eine Erhöhung der Galetten-zahl erreicht werden kann.

Insbesondere bei der Herstellung von Polyamidfäden ist eine intensive Wärmebehandlung beim Relaxieren der Fäden erforderlich, um den ge-wünschten Schrump fabbau zu erhalten, so dass bei der bekannten Vorrichtung eine relativ große Anzahl von Galetten benötigt werden.

Es ist nun Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Herstellung von synthetischen Fäden, insbesondere Polyamidfäden der gattungsgemäßen Art derart weiterzubilden, dass ein Abziehen, Verstrecken, Relaxieren und Nachbehandeln der Fäden mit möglichst geringem Steuerungsaufwand und möglichst geringem apparativen Aufwand ausgeführt werden können.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Galetten der ersten Galettengruppe als Kurzgaletten mit einfacher Fadenumschlingung, die Galetten der zweiten Galettengruppe als Langgaletten mit mehrfacher Fadenumschlingung und die Galetten der dritten Galettengruppe als Kurzgaletten mit einfacher Umschlingung ausgeführt sind.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale und Merkmalskombinationen der jeweiligen Unteransprüche definiert.

Die Erfindung besitzt den besonderen Vorteil, dass insbesondere die Relaxation der Fäden mit einer minimalen Anzahl von Galetten ausführbar ist.

Zudem werden keine zusätzlichen Temperiermittel wie beispielsweise ein Heißdampf benötigt. So lassen sich die Fäden am Umfang der Langgaletten je nach Anforderung der Relaxation mit gewünschter Anzahl der Umschlingungen führen. Die Kombination mit Kurzgaletten am Einlauf der Langgaletten und mit Kurzgaletten am Auslauf der Langgaletten hat zudem den Vorteil, dass eine durch die Langgaletten bestimmte Maschinentiefe begrenzt bleibt.

Um den Fadenkontakt an jeder der Langgaletten zur Temperierung nutzen zu können, weist jede der Langgaletten der zweiten Galettengruppe jeweils eine Mantelheizung zum Temperieren eines Galettenmantels auf. So kann die Anzahl der benötigten Langgaletten zur Führung der Fäden mit mehrfacher Umschlingung auf ein Minimum begrenzt werden.

Je nach Erfordernis der Temperaturbehandlung der Fäden während der Relaxation weisen die Mantelheizungen in axialer Richtung des Galettenmantels eine Heizzone oder alternativ auch mehrere steuerbare Heizzonen auf. Hierbei werden die Galettenmäntel bevorzugt mit mehreren steuerbaren Heizzonen ausgeführt, dass selbst bei konstanter Oberflächentemperatur der Galettenmäntel oftmals an den Randbereichen der Langgaletten größere Wärmeverluste zu kompensieren sind.

Damit die Fäden nach einem Verstrecken mit hinreichender Kontaktlänge an den beheizten Galettenmänteln der Langgaletten geführt werden können, sind eine Mindestmantellänge und ein Mindestmanteldurchmesser an den Langgaletten einzuhalten. So ist vorgesehen, dass die Mantellänge und der Manteldurchmesser des Gelettenmantels einer der Langgaletten mindestens um einen Faktor von 2 bis 5 mal länger als eine Mantellänge und ein Manteldurchmesser eines Galettenmantels einer der Kurzgaletten ausgeführt ist.

So lässt sich bereits mit zwei Langgaletten in einer Duo-Anordnung eine ausreichende Kontaktlänge zur Relaxation der versteckten synthetischen Fäden erreichen. Der Manteldurchmesser an der Langgalette ist dabei bevorzugt mindestens um den Faktor 1 ,8 bis 3 mal größer als ein Mantel-durchmesser des Galettenmantels der Kurzgalette.

Zum definierten Verstrecken der Fäden ist des Weiteren vorgesehen, dass die Kurzgalette der ersten Galettengmppe und eine benachbarte Langgalette der zweiten Galettengmppe achsparallel zueinander angeordnet sind und eine Streckzone zum Verstrecken der Fäden bilden. So können die Fäden im vollverstreckten Zustand den Langgaletten zugeführt werden. Die Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den Kurzgaletten der ersten Galettengmppe und den Langgaletten der zweiten Galettengmppe sind entsprechend einzustellen.

Insbesondere bei der Herstellung von Polyamidfäden ist eine gegenseitige Beeinflussung zwischen den Galettengmppen unerwünscht. So ist die erfindungsgemäße Weiterbildung besonders vorteilhaft, bei welcher die Galet-tenmäntel der Langgaletten innerhalb einer wärmeisolierten Galettenbox angeordnet sind, wobei die Galettenbox gegenüber den Kurzgaletten der ersten Galettengmppe und den Kurzgaletten der dritten Galettengmppe jeweils eine von mehreren Fadenöffnungen aufweist. So können dass Abziehen der Fäden und das Nachbehandeln der Fäden in einer Umgebung stattfinden, die nicht durch Wärmestrahlungen der Langgaletten beeinflusst wird.

Um möglichst eine definierte Ausbildung des Streckpunktes und eine kurze Streckezone zu realisieren, ist die Weiterbildung der Erfindung bevorzugt ausgeführt, bei welcher die Galettenmäntel der Kurzgaletten in der ersten Galettengmppe identisch ausgebildet und unbeheizt ausgeführt sind. So lassen sich die Fäden im Wesentlichen in einem kalten Zustand verstrecken. So können die Fäden in den durch die Abkühlungseinrichtung erzeugten thermischen Zustand verstreckt werden. Damit wird eine sehr begrenzte Ausbildung eines Streckpunktes in den Fäden erreicht, so das eine vollständige Verstreckung innerhalb der Streckzone gewährleistet ist.

Die Weiterbildung der Erfindung, bei welcher die Galettenmäntel der Kurzgaletten der dritten Galettengmppe identisch ausgebildet und unbeheizt ausgeführt sind, ist ebenfalls besonders bei der Herstellung von Polyamidfäden von Vorteil. So lässt sich eine relativ rasche Abkühlung der Fäden nach der Relaxation erzielen, was sich insbesondere auf die Ausbildung der physikalischen Eigenschaften sehr positiv auswirkt.

Für die Stabilität des Prozesses und der Fadenfühmng ist die Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, bei welcher zwischen der Abkühleinrichtung und der ersten Galettengmppe eine Präparationseinrichtung zum Benetzen der Fäden angeordnet ist. Damit können insbesondere die Polymereigenschaften eines Polyamids durch Zufühmng einer Wasser-Öl-Emulsion be-günstigt werden.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist besonders zum Herstellen einer Mehrzahl von synthetischen Fäden aus einem Polymer für textile oder technische Anwendungen geeignet, wobei die Fäden als eine Fadenschar paral-lel nebeneinander liegend an den Galettenmänteln der Kurzgaletten und Langgaletten geführt wird. So lassen sich beispielsweise an einer Spulspindel eine Aufwickeleinrichtung 8, 10 oder 12 Fäden gleichzeitig zu Spulen wickeln. Bevorzugt wird jedoch in der Spinneinrichtung eine größere An- zahl von Fäden erzeugt, die dann auf zwei nebeneinander angeordnete Spulmaschine verteilt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand einiger Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Herstellung eines Polyamidfadens unter Bezug auf die beigefügten Figuren näher erläutert.

Es stellen dar:

Figur 1 schematisch eine Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung,

Figur 2 schematisch eine Vorderansicht des Ausführungsbeispiels aus Figur 1,

Figur 3 schematisch eine Teildraufsicht auf die Galetteneinrichtung des Ausführungsbeispiels nach Figur 1 und

Figur 4 schematisch eine Seitenansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

In den Figuren 1 und 2 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der erfmdungs-gemäßen Vorrichtung zur Herstellung mehrerer synthetischer Fäden, in diesem Fall Polyamidfäden, in mehreren Ansichten schematisch dargestellt. Figur 1 zeigt das Ausführungsbeispiel in einer Seitenansicht und in Figur 2 ist das Ausführungsbeispiel in einer Vorderansicht gezeigt. Soweit kein ausdrücklicher Bezug zu einer der Figuren gemacht ist, gilt die nachfolgende Beschreibung für beide Figuren.

Das Ausführungsbeispiel weist eine Spinneeinrichtung 1, eine Abkühlein-richtung 2, eine Galetteneinrichtung 6 und eine Aufwickeleinrichtung 1 1 auf, die untereinander angeordnet sind, um einen im Wesentlichen vertikal ausgerichteten Fadenlauf bei der Herstellung mehrerer synthetischer Fäden zu erhalten.

Die Spinneinrichtung 1 weist einen beheizten Spinnbalken 1.1 auf, der an seiner Unterseite mehrere Spinndüsen 1.2 trägt. In diesem Ausführungsbeispiel sind an dem Spinnbalken 1.1 vier Spinndüsen 1.2 gehalten. Die Anzahl der Spinndüsen 1.2 an dem Spinnbalken 1.1 ist beispielhaft. In Praxis wird meist eine größere Anzahl von Spinndüsen oder Doppelspinndüsen zum Extrudieren der Fäden gleichzeitig genutzt. Die Spinndüsen 1.2 sind mit einem hier nicht näher dargestellten Schmelzeverteilsystem mit einer an der Oberseite des Spinnbalkens 1.1 gehaltenen Spinnpumpe 1.3 verbunden. Die Spinnpumpe 1.3 ist als Vierfachpumpe ausgeführt, so dass jede der Spinndüsen 1.2 ein separater Schmelzestrom zugeführt wird. Hierzu ist die Spinnpumpe 1.3 vorzugsweise als eine Planetenradpumpe ausgeführt. Die Spinnpumpe 1.3 wird über einen Pumpenantrieb angetrieben. Die Zuführung einer Polymerschmelze erfolgt hierbei durch einen Schmelzezulauf 1.4, der mit der Spinnpumpe 1.3 verbunden ist.

Unterhalb der Spinneinrichtung 1 ist eine Abkühleinrichtung 2 vorgesehen, die pro Spinndüse 1.2 jeweils einen Kühlzylinder 2.1 aufweist. Die Kühlzylinder 2.1 sind gasdurchlässig ausgebildet und innerhalb einer Blaskammer 2.2 angeordnet. Die Blaskammer 2.2 ist über Lochbleche mit einer Verteilkammer 2.3 gekoppelt, die an einem Luftzufuhrkanal 2.4 angeschlossen ist.

Somit gelangt ein Kühlmedium über die Verteilkammer 2.3 in die Blaskammer 2.2 und durchdringt die gasdurchlässigen Zylinderwände der Kühlzylinder 2.1. Im Innern der Kühlzylinder 2.1 werden die durch die Spinndüsen 1.2 jeweils extrudierten Filamentstränge eines Fadens geführt.

Die Ausbildung der Abkühleinrichtung 2 ist beispielhaft. Grundsätzlich könnte die unterhalb eines Spinnbalkens erzeugten Filamente auch durch einen quergerichteten Kühlluftstrom gekühlt werden.

Da jeder der extrudierten synthetischen Fäden 12 durch eine Vielzahl von Filamentsträngen gebildet ist, erfolgt am Auslass der Abkühleinrichtung 2 eine Zusammenführung der Filamente pro Faden. Hierzu ist unterhalb der Abkühleinrichtung 2 eine Präparartionseinrichtung 3 vorgesehen. Die Prä-parationsseinrichtung 3 weist im Wesentlichen mittig unterhalb der Spinn-düsen 1.2 jeweils einen Präparationsstift 3.1 pro Faden 12 auf. Der Präparationsstift 3.1 ist über einen Präparationsanschluss 3.2 mit einer hier nicht dargestellten Fluidpumpe zur Zuführung eines Fluids verbunden. Dem Präparationsstift 3.1 ist in diesem Ausführungsbeispiel ein Sammelfadenführer 4 zugeordnet, um die Filamente zu dem Faden 12 zu bündeln. Grundsätz-lieh kann die Bündelung auch durch entsprechend gestaltete Präparationsstifte erfolgen.

Zum Abziehen, Verstecken und Relaxieren der Fäden ist unterhalb der Abkühleinrichtung 2 die Galetteneinrichtung 6 mit mehreren Galettengrup-pen 7, 8 und 9 angeordnet. Zur Aufnahme der Fäden 12 müssen diese jedoch zunächst auf einen für die Galetteneinrichtung 6 geeigneten Behandlungsabstand zusammengeführt werden. Insoweit ist auf einer Einlaufseite der Galetteneinrichtung 6 einen Kammfadenführer 5 angeordnet, um die Fäden 12 auf einen möglichst kleinen Fadenabstand zueinander zusammen- zuführen. Der Behandlungsabstand zwischen benachbarten Fäden liegt dabei in einem Bereich von 4 bis 8 mm. Somit wird die Strecke zwischen der Abkühleinrichtung 2 und der Galetteneinrichtung 6 zum Zusammenführen der Fadenschar genutzt. Die Strecke ist derart gewählt, dass eine maximale Auslenkung der äußeren Fäden nicht überschritten wird.

Zum Abziehen der Fäden von den Spinndüsen 1.2 der Spinneinrichtung 1 weist die Galetteneinrichtung 6 eine erste Galettengmppe 7 auf. Die erste Galettengmppe 7 wird durch mehrere Kurzgaletten 7.1 gebildet, bei wel-chen die Farbenschar mit einfacher Umschlingung an einem Galettenmantel 7.2 geführt werden. Die Galettenmäntel 7.2 der Kurzgaletten 7.1 werden jeweils durch einen Galettenantrieb 7.3 angetrieben. Die Kurzgaletten 7.1 der ersten Galettengmppe 7 sind von einem Maschinengestellt 15 gehalten. Die Galettenmäntel 7.2 sind an den Kurzgaletten 7.1 identisch ausgeführt und unbeheizt ausgebildet. Dabei werden die Fäden 12 mit einer Umschlingung von maximal 270° am Umfang der Galettenmäntel 7.2 geführt.

Zum Verstrecken der Fäden 12 ist zwischen der ersten Galettengmppe 7 und einer zweiten Galettengmppe 8 eine Streckzone ausgebildet. Die zweite Galettengmppe 8 weist mehrere Langgaletten 8.1 auf, an deren Galettenmäntel 8.2 die Fadenschar mit mehrfacher Umschlingung geführt sind. Die Galettenmäntel 8.2 werden jeweils durch einen Galettenantrieb 8.3 angetrieben und weisen eine Mantelheizung 8.4 auf.

Die Langgaletten 8.1 der zweiten Galettengmppe 8 sind ebenfalls an dem Maschinengestell 15 auskragend gehalten. Hierbei ist eine erste Langgalette 8.1 der zweiten Galettengmppe 8 achsparallel zu der benachbarten Kurzga-lette 7.1 der ersten Galettengmppe 7 ausgerichtet. Somit ist eine definierte Streckzone zwischen der letzten Kurzgalette 7.1 der ersten Galettengmppe 7 und der ersten Langgalette 8.1 der zweiten Galettengmppe 8 gebildet.

Die Langgaletten 8.1 sind gegenüber der Umgebung abgeschirmt und in-nerhalb einer Galettenbox 14 mit ihren Galettenmänteln 8.2 gehalten. Zur Fadenfühmng weist die Galettenbox 14 eine erste Fadenöffnung 14.1 gegenüber der ersten Galettengmppe 7 und eine zweite Fadenöffnung 14.2 gegenüber einer dritten Galettengmppe 9 auf.

Die dritte Galettengmppe 9 ist unterhalb der ersten Galettengmppe 7 und der zweiten Galettengmppe 8 angeordnet. Die erste Galettengmppe 7 und die zweite Galettengmppe 8 sind hierbei nebeneinander an dem Maschinengestell 15 gehalten.

Die dritte Galettengmppe 9 ist an einem Galettenträger 16 angeordnet, der sich an einem Maschinengestell 1 1.8 der Aufwickeleinrichtung 1 1 abstützt. Die dritte Galettengmppe 9 weist in diesem Ausfühmngsbeispiel zwei Kurzgaletten 9.1 mit jeweils einem angetriebenen Galettenmantel 9.2 auf. Die Galettenantriebe 9.3 der Kurzgaletten 9.1 sind auf einer gegenüberlie-genden Seite des Galettenträgers 16 angeordnet. An den Galettenmäntel 9.2 der Kurzgaletten 9.1 wird die Fadenschar der Fäden 12 mit einfacher Umschlingung geführt. Zwischen den beiden Kurzgaletten 9.1 der dritten Galettengmppe ist eine Verwirbelungseinrichtung 10 angeordnet, welche zu jedem Faden 12 der Fadenschar einen hier nicht näher dargestellten Ver-wirbelungskanal zur Verwirbelung der Filamente aufweist. Die Galettenmäntel 9.2 der Kurzgaletten 9.1 sind identisch ausgeführt und ebenfalls un-beheizt, so dass die von den Langgaletten 8.1 abgezogene Fadenschar schon außerhalb der Galettenbox 14 gekühlt werden.

Wie insbesondere aus der Darstellung in Figur 1 hervorgeht, ist die letzte Kurzgalette 9.1 der dritten Galettengruppe 9 seitlich neben mehreren Wickelstellen 1 1.1 der Aurwickeleinrichtung 1 1 angeordnet. In den Wickelstellen 1 1.1 werden die Fäden 12 zu jeweils einer Spule 13 gewickelt. Die Wickelstellen 1 1.1 sind identisch ausgebildet und weisen jeweils eine Umlenkrolle 1 1.2 und eine Changiereinheit 1 1.3 auf. Die Umlenkrollen 1 1.2 sind der dritten Galettengruppe 9 unmittelbar zur Fadenführung und zur Separierung der Fäden auf die Wickelstellen 1 1.1 nachgeordnet.

Die Spulen 13 werden gleichzeitig an einer Spulspindel 1 1.5 und an einer weiteren an einem Spulrevolver 1 1.7 gehaltenen zweiten Spulspindel 1 1.6 gewickelt. Die Spulspindeln 1 1.5 und 1 1.6 lassen sich durch Drehung des Spulrevolvers 1 1.7 abwechselnd in einen Betriebsbereich und einen Wechselbereich führen. Zur Ablage der Fäden 12 an der Oberfläche der Spulen 13 ist eine Andrückwalze 1 1.4 vorgesehen, die am Umfang der Spulen 13 anliegt. Die Andrückwalze 1 1.4 ist hierzu beweglich in dem Maschinengestell 1 1.8 gehalten.

Die Antriebe der Aufwickeleinrichtung 1 1 sind hier nicht dargestellt, da derartige automatische Aufwickeleinrichtungen im Stand der Technik hinlänglich bekannt sind.

Bei dem in Figur 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Galet-teneinrichtung 6 durch mehrere Galettengruppen 7, 8 und 9 mit den Kurz-galetten 7.1 und 9.1 sowie den Langgaletten 8.1 gebildet. In der Figur 3 ist schematisch eine Teildraufsicht der beiden Galettengruppen 7 und 8 schematisch dargestellt. Hierbei ist eine Kurzgalette 7.1 und eine Langgalette 8.1 an dem Maschinengestell 15 auskragend gehalten. Die Kurzgalette 7.1 weist einen Galettenmantel 7.2 auf, dessen Durchmesser mit dem Kenn-

buchstaben Di gekennzeichnet ist. Die Mantellänge des Galettenmantels 7.2 der Kurzgalette 7.1 ist in Abhängigkeit von der Anzahl der als Fadenschar geführten Fäden ausgelegt und dort mit dem Kennbuchstaben Li gekennzeichnet.

Die Langgalette 8.1 der zweiten Galettengruppe 8 weist einen Galettenmantel 8.2 auf, der um ein Vielfaches im Durchmesser größer und in der Mantellänge länger ist. Für die Herstellung von Polyamidfäden ist der Galettenmantel 8.2 der Langgalette 8.1 um einen Faktor 2 bis 5 mal länger in der Mantellänge und um einen Faktor 1,8 bis 3 mal größer in dem Manteldurchmesser ausgeführt. Insoweit wird eine wesentliche Erweiterung der Kontaktlängen zwischen den Fäden und dem Galettenmantel 8.2 erreicht.

Durch die Mantellänge L2 an der Langgalette 8.1 lässt sich die Anzahl der Fadenumschlingungen bestimmen. So ist es üblich die Fadenschar zur Herstellung von Polyamidfäden mit 3 bis 6 Umschlingungen an der Langgalette

8.1 zu führen.

Im Innern des Galettenmantels 8.2 ist eine Mantelheizung 8.4 ausgebildet. Die Mantelheizung 8.4 weist in diesem Ausführungsbeispiel mehrere Heizzonen 8.5 auf. Über eine Heizsteuerung 8.6 lässt sich dabei jede der Heizzonen 8.5 der Mantelheizung 8.4 individuell steuern. Der Galettenmantel

8.2 der Langgalette 8.1 wird bevorzugt auf eine Oberflächentemperatur beheizt, die vom Ende bis Anfang des Galettenmantels 8.2 möglichst konstant sein muss. Insoweit können die Heizzonen 8.5 dazu genutzt werden, um Wärmeverluste an den Enden des Galettenmantels 8.2 zu kompensieren. Alternativ besteht jedoch auch die Möglichkeit, über die Länge des Galettenmantels 8.2 unterschiedliche Oberflächentemperaturen zu erzeugen.

Ebenso ist es möglich, den Galettenmantel 8.2 der Langgalette 8.1 mit einer Mantelheizung und nur einer Heizzone 8.5 zu temperieren.

Für das in Figur 3 dargestellte Ausführungsbeispiel der Kurzgalette 7.1 und der Langgalette 8.1 gelten somit folgende Verhältnisse:

Mantellänge L2 > 2 - 5 x Li

Manteldurchmesser D2 > 1,8 - 3 x Di

Bei dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel der er-fmdungsgemäßen Vorrichtung zum Herstellen synthetischer Fäden wird zunächst aus einer Polymerschmelze, in diesem Fall ein Polyamid, eine Mehrzahl von feinen Filamentsträngen pro Spinndüse 1.2 extrudiert, die nach dem Abkühlen durch Benetzen und Zusammenführen insgesamt vier multifile Fäden 12 bilden. Die Fäden 12 werden als eine Fadenschar durch die erste Galettengruppe 7 mit den nicht beheizten Kurzgaletten 7.1 abgezogen. In diesem Ausführungsbeispiel sind insgesamt drei Kurzgaletten 7.1 in der ersten Galettengruppe 7 zum Abziehen vorgesehen. Die Kurzgaletten 7.1 können dabei mit geringen Differenzgeschwindigkeiten zum Aufbau einer Fadenspannung angetrieben werden. Die Verstreckung der Fäden 12 erfolgt dann in der Streckzone zwischen der ersten Galettengruppe 7 und der zweiten Galettengruppe 8. In der ersten Galettengruppe 7 werden die Fäden mit einfacher Umschlingung geführt, um dann an den Galettenmän-teln 8.2 der Langgaletten 8.1 mit mehrfacher Umschlingung aufgenommen zu werden. Die Galettenmäntel 8.2 der Langgaletten 8.1 sind auf eine Tem-peratur im Bereich von 130°C bis 190°C zur Relaxation des Polyamidfadens eingestellt. Durch die mehrfache Mantellänge und den mehrfach vergrößerten Manteldurchmesser lässt sich bereits bei einer Anordnung von zwei Langgaletten 8.1 eine ausreichende Schrumpfbehandlung realisieren. Die Galettenmäntel 8.2 der Langgaletten 8.1 werden dabei bevorzugt mit einer konstanten Umfangsgeschwindigkeit angetrieben. Grundsätzlich besteht jedoch auch die Möglichkeit, durch Durchmesserstufen an den Galet-tenmänteln 8.2 eine geringe Geschwindigkeitsdifferenz zum Abbau von Spannungen an den Fäden auszuführen.

Nach der Relaxation werden die Fäden 12 von der dritten Galettengruppe 9 aufgenommen und gekühlt. Die dritte Galettengruppe 9 weist hierzu zwei unbeheizte Kurzgaletten 9.1 auf, die vorzugsweise identisch zu den Kurzga-letten 7.1 der ersten Galettengruppe ausgeführt ist. Zur Verbesserung des Fadenschlusses werden die Fäden vor dem Aufwickeln in der Verwirbe-lungseinrichtung 10 verwirbelt.

Die in der Figur 1 und 2 dargestellte Nachbehandlung der Fäden 12 ist beispielhaft. Um insbesondere nach der Schrumpfbehandlung eine Abkühlung der Fäden zu begünstigen, ist in Figur 4 eine alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung schematisch in einer Seitenansicht dargestellt. Das Ausführungsbeispiel nach Figur 4 ist im Wesentlichen identisch zu dem Ausführungsbeispiel nach Figur 1 und 2, so dass an dieser Stelle nur die Unterschiede erläutert werden und ansonsten Bezug zu der vorgenannten Beschreibung genommen wird.

Bei der in Figur 4 dargestellten Vorrichtung zur Herstellung mehrerer synthetischer Fäden ist die dritte Galettengruppe 9 durch insgesamt drei Kurzgaletten 9.1 gebildet. Somit lässt sich insbesondere eine zusätzliche Kühl-strecke zwischen den Kurzgaletten 9.1 zum Abkühlen der Fäden realisieren. Dabei besteht auch die Möglichkeit, eine alternative Nachpräparation in der Nachbehandlung der Fäden 12 mit aufzunehmen. Hierzu ist in Figur 4 die optionale Nachpräparationseinrichtung mit dem Bezugzeichen 17 gekennzeichnet und gestichelt dargestellt.

Die erfmdungsgemäße Vorrichtung ist am Ausführungsbeispiel der Herstellung eines Polyamidfadens beschrieben. Grundsätzlich besteht jedoch auch die Möglichkeit, die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines Fadens aus Polyester oder eines anderen Polymers einzusetzen. Dabei kann die zweite Galettengruppe 8 auch alternativ aus einer beheizten Langgalette 8.1 und unbeheizten Langgalette oder einer nicht angetriebenen Beilaufrolle gebildet sein.