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1. (WO2019002333) APPARATUS, METHOD AND COMPUTER PROGRAM FOR CORRECTING A FACIAL IMAGE OF A PERSON
Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

VORRICHTUNG, VERFAHREN UND COMPUTERPROGRAMM ZUM KORRIGIEREN EINES GESICHSBILDES EINER

PERSON

Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet der Erfassung von Gesichtsbildern für

Identifikationsdokumente, insbesondere Personalausweise und Reisepässe.

Für verschiedene Anwendungen im Bereich der Identifikation von Personen ist eine

eindeutige Zuordnung der Personen zu jeweiligen Identifikationsdokumenten von besonderer Bedeutung. Insbesondere zur automatisierten Gesichtserkennung sind standardisierte

Gesichtsbilder der Personen als Referenzdaten wünschenswert. In unterschiedlichen

Standardisierungsgremien, welche sich mit der Standardisierung von Gesichtsbildern für

Identifikationsdokumente befassen, beispielsweise der ISO oder der ICAO, werden

gegenwärtig standardisierte Entfernungen und standardisierte Perspektiven bei der

Erfassung von Gesichtsbildern diskutiert. Hierbei stellt sich u.a. die Frage, ob eine

Mindestentfernung zwischen einer Bildkamera und einem Gesicht einer Person bei der

Erfassung des Gesichtsbildes verbindlich festgelegt werden sollte.

Bei der automatisierten Gesichtserkennung ist ferner zu berücksichtigen, dass eine

ungenügende Bildqualität typischerweise zu höheren Klassifikationsfehlern führt.

Insbesondere für sicherheitskritische Anwendungen, wie beispielsweise der Grenzkontrolle, werden ferner durch den Gesetzgeber maximale Falschakzeptanzraten vorgeschrieben, beispielsweise 0,1 %. Ferner führen ungeeignete Gesichtsbilder typischerweise zu höheren Falschrückweisungsraten. Hierdurch wird sowohl die Benutzerfreundlichkeit der Systeme zur automatisierten Gesichtserkennung als auch der Personendurchsatz derartiger Systeme negativ beeinflusst, da hierdurch manuelle Nachkontrollen erforderlich werden können.

Bei der Erfassung von Gesichtsbildern für Identifikationsdokumente ist ferner zu

berücksichtigen, dass der verfügbare Platz in Fotokiosken oder Fotokabinen üblicherweise beschränkt ist. Zudem ist eine Erfassung von Gesichtsbildern für nicht-hoheitliche

Anwendungen mittels Smartphones wünschenswert, bei denen die Personen Selbstportraits mittels einer eingebauten Bildkamera erfassen können.

Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein effizientes Konzept zum Erfassen und Korrigieren eines Gesichtsbildes einer Person zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungsformen sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche, der Beschreibung sowie der Zeichnungen.

Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis und schließt diese mit ein, dass die obige Aufgabe durch eine perspektivische Verzerrung eines erfassten Gesichtsbildes einer Person gelöst werden kann, wobei eine drei-dimensionale Bildtransformation durchgeführt werden kann. Das Gesichtsbild kann dabei in einer beliebigen ersten Raumlage zwischen der Bildkamera und dem Gesicht der Person erfasst werden und derart perspektivisch verzerrt werden, dass das korrigierte Gesichtsbild einer zweiten Raumlage zugeordnet ist. Die zweite Raumlage kann beispielsweise durch einen Standard vorab festgelegt sein. Für die Bestimmung der ersten Raumlage kann beispielsweise eine Entfernung zwischen der Bildkamera und dem Gesicht der Person sowie eine Gesichtsform des Gesichtes der Person bestimmt werden, welche mit einer Referenzgesichtsform verglichen werden kann. Hierdurch wird u.a. der Umstand genutzt, dass das Gesichtsbild einer Projektion des drei-dimensionalen Gesichtes der Person auf eine zwei-dimensionale Bildebene entspricht. Die perspektivische Verzerrung des Gesichtsbildes kann beispielsweise mittels einer drei-dimensionalen Bildtransformation bzw. Koordinatentransformation durchgeführt werden.

Gemäß einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Korrigieren eines Gesichtsbildes einer Person. Die Vorrichtung umfasst eine Bildkamera, welche ausgebildet ist, ein Bild eines Gesichts der Person zu erfassen, um das Gesichtsbild zu erhalten, wobei die Bildkamera in einer ersten Raumlage relativ zu dem Gesicht der Person angeordnet ist. Die Vorrichtung umfasst ferner eine Raumlagebestimmungseinrichtung, welche ausgebildet ist, die erste Raumlage unter Verwendung eines vorbestimmten Referenzgesichtsmodells zu bestimmen, wobei das vorbestimmte Referenzgesichtsmodell eine vorbestimmte

Referenzgesichtsform repräsentiert. Die Vorrichtung umfasst zudem einen Prozessor, welcher ausgebildet ist, eine Raumlageabweichung einer zweiten Raumlage von der ersten Raumlage zu bestimmen, und das Gesichtsbild auf der Basis der Raumlageabweichung zwischen der zweiten Raumlage und der ersten Raumlage perspektivisch zu verzerren, um ein korrigiertes Gesichtsbild der Person zu erhalten.

Die erste Raumlage und die zweite Raumlage können unterschiedlich sein, d.h. die erste Raumlage und die zweite Raumlage können unterschiedliche Entfernungen und/oder unterschiedliche Perspektiven relativ zu dem Gesicht der Person aufweisen. Die zweite Raumlage kann ferner vorbestimmt sein. Die zweite Raumlage kann beispielsweise durch eine vorbestimmte Entfernung zu dem Gesicht der Person und eine vorbestimmte

Perspektive relativ zu dem Gesicht der Person definiert sein.

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Gemäß einer Ausführungsform ist die Raumlagebestimmungseinrichtung relativ zu der Bildkamera ortsfest angeordnet. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass zunächst eine Hilfsraumlage der Raumlagebestimmungseinrichtung relativ zu dem Gesicht der Person bestimmt werden kann, und die erste Raumlage der Bildkamera relativ zu dem Gesicht der Person unter Verwendung der vorbekannten ortsfesten Anordnung sowie der Hilfsraumlage bestimmt werden kann.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Raumlagebestimmungseinrichtung ausgebildet, eine Entfernung zwischen der Bildkamera und dem Gesicht der Person zu bestimmen, und die erste Raumlage ferner unter Verwendung der Entfernung zwischen der Bildkamera und dem Gesicht der Person zu bestimmen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass eine Skalierung des Gesichtsbildes bei der perspektivischen Verzerrung effizient durchgeführt werden kann.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Raumlagebestimmungseinrichtung ausgebildet, ein Augenpaar der Person in dem Gesichtsbild zu erfassen, einen Augenpaarabstand des Augenpaares der Person in dem Gesichtsbild zu bestimmen, und die Entfernung zwischen der Bildkamera und dem Gesicht der Person auf der Basis des Augenpaarabstandes in dem Gesichtsbild zu bestimmen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass die Entfernung effizient bestimmt werden kann.

Die Raumlagebestimmungseinrichtung kann den Augenpaarabstand in dem Gesichtsbild beispielsweise mit einem vorbestimmten Referenzaugenpaarabstand vergleichen, und somit die Entfernung bestimmen. Der Referenzaugenpaarabstand kann beispielsweise einen Wert zwischen 60mm und 65mm annehmen.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Raumlagebestimmungseinrichtung ausgebildet, einen Bildschärfeindikator von der Bildkamera zu empfangen, wobei der Bildschärfeindikator eine Bildschärfe des Gesichtsbildes repräsentiert, und die Entfernung zwischen der Bildkamera und dem Gesicht der Person auf der Basis des Bildschärfeindikators zu bestimmen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass Informationen über einen Fokusbereich bzw. eine Fokalebene der Bildkamera zur Bestimmung der Entfernung ausgewertet werden können.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Raumlagebestimmungseinrichtung ausgebildet, einen Lichtstrahl in Richtung des Gesichts der Person auszusenden, einen reflektierten Lichtstrahl von dem Gesicht der Person zu empfangen, und die Entfernung zwischen der Bildkamera und dem Gesicht der Person auf der Basis des Lichtstrahls und des reflektierten Lichtstrahls zu bestimmen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass die Entfernung effizient bestimmt werden kann.

Die Raumlagebestimmungseinrichtung kann hierfür ein Distometer umfassen oder ein Distometer bilden. Der Lichtstrahl und der reflektierte Lichtstrahl können ein Laserlichtstrahl bzw. ein reflektierter Laserlichtstrahl sein.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Raumlagebestimmungseinrichtung ausgebildet, eine Gesichtsform des Gesichts der Person zu bestimmen, und die erste Raumlage ferner unter Verwendung der Gesichtsform des Gesichts der Person zu bestimmen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass die erste Raumlage effizient bestimmt werden kann.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Raumlagebestimmungseinrichtung ausgebildet, die Gesichtsform des Gesichts der Person mit der vorbestimmten Referenzgesichtsform zu vergleichen, und die erste Raumlage auf der Basis des Vergleichs der Gesichtsform des Gesichts der Person mit der vorbestimmten Referenzgesichtsform zu bestimmen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass die erste Raumlage effizient bestimmt werden kann.

Die Raumlagebestimmungseinrichtung kann hierfür Charakteristiken der Gesichtsform und der Referenzgesichtsform miteinander vergleichen. Dabei können beispielsweise eine Lage der Augen, der Nase oder der Ohren und/oder eine Form der Wangen, der Schläfen oder der Stirn berücksichtigt werden.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst die Vorrichtung eine weitere Bildkamera, wobei die weitere Bildkamera ausgebildet ist, ein weiteres Bild des Gesichts der Person zu erfassen, um ein weiteres Gesichtsbild zu erhalten, und wobei die Raumlagebestimmungseinrichtung ausgebildet ist, die Gesichtsform des Gesichts der Person auf der Basis des Gesichtsbildes und des weiteren Gesichtsbildes zu bestimmen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass die Gesichtsform effizient bestimmt werden kann.

Die Raumlagebestimmungseinrichtung kann hierfür eine Stereokamera umfassen oder eine Stereokamera bilden. Die Bildkamera und die weitere Bildkamera können ortsfest angeordnet sein. Die Raumlagebestimmungseinrichtung kann dabei die unterschiedlichen Perspektiven der Bildkamera und der weiteren Bildkamera bei der Erfassung des

Gesichtsbildes bzw. des weiteren Gesichtsbildes relativ zu dem Gesicht der Person berücksichtigen.

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Gemäß einer Ausführungsform ist die Raumlagebestimmungseinrichtung ausgebildet, ein Lichtmuster in Richtung des Gesichts der Person auszusenden, ein reflektiertes Lichtmuster von dem Gesicht der Person zu empfangen, und die Gesichtsform des Gesichts der Person auf der Basis des Lichtmusters und des reflektierten Lichtmusters zu bestimmen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass die Gesichtsform effizient bestimmt werden kann.

Die Raumlagebestimmungseinrichtung kann hierfür eine Time-of-Flight (TOF) Kamera umfassen oder eine Time-of-Flight (TOF) Kamera bilden. Das Lichtmuster kann eine vorbestimmte räumliche Struktur aufweisen, wobei die Raumlagebestimmungseinrichtung eine räumliche Struktur des reflektierten Lichtmusters mit der vorbestimmten räumlichen Struktur des ausgesendeten Lichtmusters vergleichen kann. Insbesondere können hierbei Lichtlaufzeiten bzw. Lichtlaufzeitunterschiede erfasst und verarbeitet werden.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Lichtmuster und das reflektierte Lichtmuster Licht aus einem vorbestimmten Wellenlängenbereich, insbesondere aus einem Nahinfrarot (NIR) Wellenlängenbereich. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass unsichtbares Licht bei der Bestimmung der Gesichtsform verwendet werden kann. Das Lichtmuster und das reflektierte Lichtmuster können ausschließlich Licht aus dem vorbestimmten Wellenlängenbereich, insbesondere dem Nahinfrarot (NIR) Wellenlängenbereich, umfassen.

Gemäß einer Ausführungsform ist der Prozessor ausgebildet, eine Charakteristik der Person, insbesondere ein Alter der Person, ein Geschlecht der Person, eine Masse der Person oder einen Body-Mass-Index der Person, auf der Basis des Gesichtsbildes der Person zu bestimmen, und das vorbestimmte Referenzgesichtsmodell aus einer Mehrzahl von vorbestimmten Referenzgesichtsmodellen auf der Basis der Charakteristik der Person auszuwählen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass das verwendete

Referenzgesichtsmodell personenspezifisch ausgewählt werden kann.

Gemäß einer Ausführungsform ist der Prozessor ausgebildet, das Gesicht der Person in dem korrigierten Gesichtsbild zu erfassen, einen Bildhintergrund in dem korrigierten Gesichtsbild zu bestimmen, wobei der Bildhintergrund das Gesicht der Person nicht umfasst, und den Bildhintergrund aus dem korrigierten Gesichtsbild zu entfernen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass das korrigierte Gesichtsbild in einer standardisierten Weise, d.h. unabhängig von dem Hintergrund bei der Erfassung des Gesichtsbildes, bereitgestellt werden kann.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst die Vorrichtung eine Kommunikationsschnittstelle, welche ausgebildet ist, eine Kommunikationsverbindung zu einem Server über ein

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Kommunikationsnetzwerk aufzubauen, und das korrigierte Gesichtsbild über die

Kommunikationsverbindung an den Server zu übertragen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass eine Mehrzahl von Gesichtsbilder einer Mehrzahl von Personen zentral durch den Server gespeichert und weiterverarbeitet werden können.

Die Kommunikationsverbindung kann eine authentifizierte Kommunikationsverbindung sein. Beim Aufbau der Kommunikationsverbindung kann sich die Vorrichtung hierfür gegenüber dem Server authentifizieren. Ferner kann sich der Server hierfür beim Aufbau der

Kommunikationsverbindung gegenüber der Vorrichtung authentifizieren. Die authentifizierte Kommunikationsverbindung kann mittels einer Transportverschlüsselung gesichert sein.

Gemäß einer Ausführungsform sind die erste Raumlage und die zweite Raumlage durch zumindest einen der folgenden Raumlageparameter definiert: eine Entfernung zwischen der Bildkamera und dem Gesicht der Person, einen Azimutwinkel der Bildkamera relativ zu dem Gesicht der Person, einen Elevationswinkel der Bildkamera relativ zu dem Gesicht der Person, eine Ausrichtung der Bildkamera, eine Ausrichtung des Gesichts der Person.

Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass die jeweilige Entfernung sowie die jeweilige

Perspektive relativ zu dem Gesicht der Person eindeutig festgelegt sein können.

Gemäß einer Ausführungsform ist der Prozessor ausgebildet, das korrigierte Gesichtsbild gemäß dem Standard ISO/IEC 19794-5 oder gemäß dem Standard ISO/IEC 39794-5 bereitzustellen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass das korrigierte Gesichtsbild unmittelbar für ein Identifikationsdokument verwendet werden kann.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Vorrichtung ein Smartphone, ein Fotokiosk oder ein Selbstbedienungsterminal. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass auf etablierte bzw. weit verbreitete Architekturen zur Implementierung der Vorrichtung zurückgegriffen werden kann.

Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Korrigieren eines Gesichtsbildes einer Person unter Verwendung einer Vorrichtung, wobei die Vorrichtung eine Bildkamera, eine Raumlagebestimmungseinrichtung, und einen Prozessor umfasst. Die Bildkamera ist in einer ersten Raumlage relativ zu einem Gesicht der Person angeordnet. Das Verfahren umfasst ein Erfassen eines Bildes des Gesichts der Person durch die Bildkamera, um das Gesichtsbild zu erhalten, ein Bestimmen der ersten Raumlage unter Verwendung eines vorbestimmten Referenzgesichtsmodells durch die

Raumlagebestimmungseinrichtung, wobei das vorbestimmte Referenzgesichtsmodell eine vorbestimmte Referenzgesichtsform repräsentiert, ein Bestimmen einer

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Raumlageabweichung einer zweiten Raumlage von der ersten Raumlage durch den

Prozessor, und ein perspektivisches Verzerren des Gesichtsbildes auf der Basis der Raumlageabweichung zwischen der zweiten Raumlage und der ersten Raumlage durch den Prozessor, um ein korrigiertes Gesichtsbild der Person zu erhalten.

Das Verfahren kann durch die Vorrichtung ausgeführt werden. Weitere Merkmale des Verfahrens resultieren unmittelbar aus den Merkmalen und/oder der Funktionalität der Vorrichtung.

Gemäß einem dritten Aspekt betrifft die Erfindung ein Computerprogramm mit einem

Programmcode zum Ausführen des Verfahrens gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung. Die Vorrichtung kann programmtechnisch eingerichtet sein, um das Computerprogramm auszuführen. Das Computerprogramm kann beispielsweise in Form einer App auf einem Smartphone realisiert werden.

Die Erfindung kann in Hardware und/oder Software realisiert werden.

Weitere Ausführungsbeispiele werden Bezug nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 ein schematisches Diagramm einer Vorrichtung zum Korrigieren eines

Gesichtsbildes einer Person;

Fig. 2 ein schematisches Diagramm eines Verfahrens zum Korrigieren eines

Gesichtsbildes einer Person; und

Fig. 3 ein schematisches Diagramm einer Korrektur eines Gesichtsbildes.

Fig. 1 zeigt ein schematisches Diagramm einer Vorrichtung 100 zum Korrigieren eines Gesichtsbildes einer Person. Die Vorrichtung 100 umfasst eine Bildkamera 101 , welche ausgebildet ist, ein Bild eines Gesichts der Person zu erfassen, um das Gesichtsbild zu erhalten, wobei die Bildkamera 101 in einer ersten Raumlage relativ zu dem Gesicht der Person angeordnet ist. Die Vorrichtung 100 umfasst ferner eine

Raumlagebestimmungseinrichtung 103, welche ausgebildet ist, die erste Raumlage unter Verwendung eines vorbestimmten Referenzgesichtsmodells zu bestimmen, wobei das vorbestimmte Referenzgesichtsmodell eine vorbestimmte Referenzgesichtsform

repräsentiert. Die Vorrichtung 100 umfasst zudem einen Prozessor 105, welcher ausgebildet - -

ist, eine Raumlageabweichung einer zweiten Raumlage von der ersten Raumlage zu bestimmen, und das Gesichtsbild auf der Basis der Raumlageabweichung zwischen der zweiten Raumlage und der ersten Raumlage perspektivisch zu verzerren, um ein korrigiertes Gesichtsbild der Person zu erhalten. Die Vorrichtung 100 kann ferner eine

Kommunikationsschnittstelle 107 umfassen, welche ausgebildet ist, eine

Kommunikationsverbindung zu einem Server über ein Kommunikationsnetzwerk

aufzubauen, und das korrigierte Gesichtsbild über die Kommunikationsverbindung an den Server zu übertragen.

Fig. 2 zeigt ein schematisches Diagramm eines Verfahrens 200 zum Korrigieren eines Gesichtsbildes einer Person unter Verwendung einer Vorrichtung, wobei die Vorrichtung eine Bildkamera, eine Raumlagebestimmungseinrichtung, und einen Prozessor umfasst. Die Bildkamera ist in einer ersten Raumlage relativ zu einem Gesicht der Person angeordnet. Das Verfahren 200 umfasst ein Erfassen 201 eines Bildes des Gesichts der Person durch die Bildkamera, um das Gesichtsbild zu erhalten, ein Bestimmen 203 der ersten Raumlage unter Verwendung eines vorbestimmten Referenzgesichtsmodells durch die

Raumlagebestimmungseinrichtung, wobei das vorbestimmte Referenzgesichtsmodell eine vorbestimmte Referenzgesichtsform repräsentiert, ein Bestimmen 205 einer

Raumlageabweichung einer zweiten Raumlage von der ersten Raumlage durch den

Prozessor, und ein perspektivisches Verzerren 207 des Gesichtsbildes auf der Basis der Raumlageabweichung zwischen der zweiten Raumlage und der ersten Raumlage durch den Prozessor, um ein korrigiertes Gesichtsbild der Person zu erhalten.

Fig. 3 zeigt ein schematisches Diagramm einer Korrektur eines Gesichtsbildes 301 , welches aus einer ersten Raumlage einer Bildkamera relativ zu einem Gesicht einer Person erfasst worden ist. Die erste Raumlage ist durch eine erste Entfernung zwischen der Bildkamera und dem Gesicht der Person, einen ersten Azimutwinkel der Bildkamera relativ zu dem Gesicht der Person, einen ersten Elevationswinkel der Bildkamera relativ zu dem Gesicht der Person, eine erste Ausrichtung der Bildkamera, und eine erste Ausrichtung des Gesichts der Person definiert. Die erste Raumlage wird mittels einer Raumlagebestimmungseinrichtung bestimmt, welche hierfür beispielsweise eine Gesichtsform des Gesichtes bestimmen und mit einer vorbestimmten Referenzgesichtsform vergleichen kann.

Anschließend wird eine Raumlageabweichung zwischen einer zweiten Raumlage und der ersten Raumlage bestimmt und das Gesichtsbild 301 mittels eines Prozessors derart perspektivisch verzerrt, dass ein korrigiertes Gesichtsbild 303 bereitgestellt wird, welches der zweiten Raumlage entspricht. Die zweite Raumlage ist durch eine zweite Entfernung

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zwischen der Bildkamera und dem Gesicht der Person, einen zweiten Azimutwinkel der Bildkamera relativ zu dem Gesicht der Person, einen zweiten Elevationswinkel der

Bildkamera relativ zu dem Gesicht der Person, eine zweite Ausrichtung der Bildkamera, und eine zweite Ausrichtung des Gesichts der Person definiert. Die zweite Raumlage kann vorbestimmt sein und beispielsweise dem Standard ISO/1 EC 19794-5 entnommen sein.

Das Konzept erlaubt folglich die Bereitstellung eines perspektivisch bzw. geometrisch korrigierten Gesichtsbildes 303, welches beispielsweise als Referenz für Anwendungen im Bereich der Gesichtsbiometrie eingesetzt werden kann. Das Gesicht der Person kann folglich aus einer beliebigen Entfernung, beispielsweise einer Armlänge, sowie einer beliebigen Perspektive erfasst werden, um das Gesichtsbild 301 zu erhalten. Das erfasste Gesichtsbild 301 kann anschließend derart korrigiert bzw. harmonisiert werden, dass der Eindruck entsteht, dass das Gesicht von einer frei wählbaren, optimalen Entfernung, beispielsweise zwischen 1 ,2m und 2,5m, bevorzugt 1 ,5m, sowie einer frei wählbaren, optimalen Perspektive aufgenommen wurde, ohne hierbei die Auflösung der Details des Gesichtes zu beeinträchtigen. Die Korrektur kann die Auflösung des korrigierten

Gesichtsbildes 303 reduzieren; diese Reduktion kann jedoch vorab durch eine erhöhte Auflösung bei der Erfassung des Gesichtsbildes 301 kompensiert werden.

Die Kompensation der durch die perspektivische Verzerrung verursachten Verringerung der Auflösung kann folglich durch eine von vornherein höher auflösende optische Bildkamera erreicht werden, als für eine unmodifizierte Aufnahme typischerweise verwendet werden würde. Der Standard ISO/IEC 39794-5 fordert beispielsweise 90 Pixel zwischen den Augen der Person und empfiehlt 120 Pixel, wobei Strukturen im Gesicht der Person klar erkennbar bleiben sollen, sofern diese mindestens 1 mm groß sind. Hierbei sollte insbesondere darauf geachtet werden, dass kleine Details des Gesichts der Person nicht verloren gehen. Trägt ein Pixel etwa eine Information über eine Hautfalte der Person und wird dieser Pixel bei der perspektivischen Verzerrung entfernt, so verschwindet möglicherweise die Hautfalte. Es sollte folglich dafür gesorgt werden, dass die initiale Auflösung des Gesichtsbildes 301 über der final geforderten Auflösung des korrigierten Gesichtsbildes 303 liegt, beispielsweise um einen Faktor zwischen 2 und 3. Um die perspektivische Verzerrung des Gesichtsbildes 301 durchführen zu können, ist es vorteilhaft, die tatsächliche räumliche Struktur bzw.

Gesichtsform des Gesichtes und die Entfernung des Gesichtes von der Bildkamera möglichst genau zu kennen.

Dabei ist es beispielsweise möglich, die Entfernung zu schätzen, etwa anhand der räumlichen Gegebenheiten in einer Fotokabine oder bei Selbstportraits anhand einer

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durchschnittlichen typischen Armlänge von Personen. Die räumliche Struktur bzw. die Gesichtsform kann beispielsweise anhand eines vorbestimmten, generischen

Gesichtsmodells geschätzt werden.

Die Entfernung zwischen dem Gesicht der Person und der Bildkamera kann ferner anhand eines Augenpaarabstandes im Gesichtsbild 301 geschätzt werden, welcher mit einem

Referenzaugenpaarabstand, beispielsweise zwischen 60mm und 65mm, verglichen werden kann. Ferner kann die Entfernung mittels eines Distometers bzw. eines Laser-Entfernungsmessers bestimmt werden, wobei jedoch Vorsorge dahingehend zu treffen ist, dass das Licht bzw. Laserlicht nicht in ein Auge der Person gerichtet wird. Beispielsweise kann das Licht bzw. Laserlicht auf die Stirn der Person gerichtet sein. Die Entfernung kann ferner anhand eines Bildschärfeindikators der Bildkamera bzw. deren Focus-Einstellung bei der Erfassung des Gesichtsbildes 301 bestimmt werden. Die Entfernung kann zudem mittels einer Time-of-Flight (TOF) Kamera bestimmt werden, wobei gleichzeitig die Gesichtsform des Gesichtes bestimmt werden kann. Zudem kann die Entfernung anhand zweier aus unterschiedlichen Entfernungen erfasster Gesichtsbilder bestimmt werden. Hierfür kann beispielsweise die Bilderfassungsvorrichtung gemäß DE 10 2015 106 358 A1 eingesetzt werden, wobei gleichzeitig die Gesichtsform des Gesichtes bestimmt werden kann.

Die Geometrie bzw. Gesichtsform des Gesichtes der Person kann mit einer Mehrzahl von Referenzgesichtsmodellen bzw. Gesichtsprototypen verglichen bzw. angenähert werden, wobei ein zu verwendendes, passendes Referenzgesichtsmodell beispielsweise nach Alter, nach Geschlecht, nach ethnischer Herkunft und/oder nach Body-Mass-Index der Person ausgewählt werden kann. Zur Bestimmung derartiger Charakteristiken der Person können beispielsweise etablierte Ansätze aus dem Bereich der Gesichtserkennung eingesetzt werden. Die Gesichtsform kann ferner, wie bereits zuvor erläutert, mittels einer Time-of-Flight (TOF) Kamera bestimmt werden. Die Gesichtsform kann insbesondere durch Aussenden bzw. Projektion sowie Empfang von strukturiertem Licht, beispielsweise aus dem Nahinfrarot (NIR) Wellenlängenbereich, bestimmt werden. Zudem kann die Gesichtsform anhand zweier gleichzeitig aus unterschiedlichen Entfernungen erfasster Gesichtsbilder bestimmt werden.

Durch Kenntnis der Entfernung sowie der Gesichtsform bzw. Gesichtsgeometrie, können die Pixel des ursprünglich erfassten Gesichtsbildes 301 derart umgeordnet werden, dass deren Lage im korrigierten Gesichtsbild 303 einer Betrachtung des Gesichts in der optimalen, frei wählbaren zweiten Raumlage entspricht. Dabei können beispielsweise die Nase der Person verkleinert, die umgebenden Regionen ein wenig vergrößert, und die Gesichtsränder,

Wangen und Ohren der Person deutlich vergrößert werden. Die perspektivische Verzerrung

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des Gesichtsbildes 301 kann beispielsweise mittels einer drei-dimensionalen

Bildtransformation bzw. Koordinatentransformation durchgeführt werden. Zur Bestimmung der ersten Raumlage können folglich die drei-dimensionale Gesichtsform des Gesichtes sowie eine drei-dimensionale Referenzgesichtsform verwendet werden.

Möglicherweise können Informationen über die Ohren der Person, welche aufgrund einer Verdeckung durch andere Teile des Gesichtes bei kurzen Abständen nicht sichtbar sind, bei der perspektivischen Verzerrung verloren gehen. Jedoch verwenden typische Ansätze zur Gesichtserkennung überwiegend Referenzdaten aus einer rechteckförmigen Region des Gesichtes, welche durch die Augen und den Mund der Person begrenzt wird. Folglich kann die Leistungsfähigkeit typischer Ansätze zur Gesichtserkennung aufrecht erhalten bleiben.

Das Konzept ermöglicht somit eine Bereitstellung eines entfernungs-harmonisierten, korrigierten Gesichtsbildes 303, wobei das Gesichtsbild 301 innerhalb eines breiten

Bereiches möglicher, und insbesondere kurzer Entfernungen erfasst werden kann. Das Konzept kann beispielsweise bei der Erfassung eines Gesichtsbildes 301 in einem

Selbstbedienungsterminal oder einem Fotokiosk eingesetzt werden. Dabei können unterschiedliche, auch sehr kurze Entfernungen bei der Erfassung des Gesichtsbildes 301 kompensiert werden.

Bei einer beispielhaften Anwendung in einem Selbstbedienungsterminal zur

Passbeantragung in einem Einwohnermeldeamt bzw. Bürgerbüro ist beispielsweise vorbekannt, dass sich die Person etwa eine Armlänge entfernt von der Bildkamera befindet. Eine genaue Entfernung kann beispielsweise durch eine Kombination aus einer Bestimmung des Augenpaarabstandes im Gesichtsbild 301 und/oder auf Basis eines Bildschärfeindikators bzw. von Entfernungsdaten der scharf gestellten Bildkamera bestimmt werden. Die

Gesichtsform bzw. Gesichtsgeometrie kann mittels strukturiertem NIR-Licht ermittelt werden. Für den Empfang des NIR-Lichts kann temporär ein entsprechendes schmalbandiges Filter vor die Bildkamera eingebracht, beispielsweise eingeklappt, werden. Unter Verwendung der bestimmten, drei-dimensionalen Gesichtsform kann das erfasste Gesichtsbild 301 daraufhin in hoher Auflösung auf eine scheinbare Entfernung von 150cm sowie eine gewünschte Perspektive, beispielsweise eine Frontalperspektive, harmonisiert werden.

Alle in Verbindung mit einzelnen Ausführungsformen beschriebenen oder gezeigten

Merkmale können in beliebiger Kombination in dem erfindungsgemäßen Gegenstand vorgesehen sein, um gleichzeitig deren vorteilhafte Wirkungen zu realisieren.

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BEZUGSZEICHENLISTE

100 Vorrichtung

101 Bildkamera

103 Raumlagebestimmungseinrichtung

105 Prozessor

107 Kommunikationsschnittstelle

200 Verfahren zum Korrigieren eines Gesichtsbildes einer Person

201 Erfassen eines Bildes eines Gesichts einer Person

203 Bestimmen einer ersten Raumlage

205 Bestimmen einer Raumlageabweichung

207 Perspektivisches Verzerren

301 Gesichtsbild

303 Korrigiertes Gesichtsbild