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1. (WO2018219856) RECUPERATIVE JET PROPULSION
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Rekuperativer Strahlantrieb

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steigerung der Effizienz von Strahlantrieben durch Rekuperation von Nutzleistung aus der Propulsionströmung. Sie wird als Antrieb für Flugzeuge beschrieben, kann aber allgemein für den Antrieb von Fahrzeugen jeder Art genutzt werden. Dazu gehören Flugzeuge, Landfahrzeuge, und Schiffe.

Strahlantriebe nach dem Stand der Technik fördern Luft oder Wasser mit Hilfe eines Propulsors und erzeugen einen Strahl hoher Geschwindigkeit, der rückwärts gegen die Fahrtrichtung ausgestossen wird. Der Propulsor wird mit einer Antriebsmaschine angetrieben, das kann eine Wärmekraftmaschine sein, oder ein Elektromotor. Nach der allgemeinen Strahltheorie ergibt sich eine Schubkraft aus der Differenz der Strömungsimpulse an den Bilanzgrenzen eines Strahlantriebs. Diese Theorie basiert auf den Kraftgesetzen von Newton, und so entsteht Schub als Reaktion auf Trägheitskräfte aus der Beschleunigung ruhender Fluide. Damit werden Fahrzeuge angetrieben.

Die Effizienz von Strahlantrieben ist das Verhältnis von Schubleistung zu aufgewendeter Leistung. Die Schubleistung ist das Produkt aus Schubkraft multipliziert mit der Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Sie ist erforderlich, um das Fahrzeug durch Luft oder Wasser zu bewegen. Die aufgewendete Leistung ist mechanische Wellenleistung für den Propulsor aus der Antriebsmaschine. Darin enthalten sind die Verluste von kinetischer Energie im Abstrom des Strahlantriebs. Zusätzlich gibt es Wärmeverluste aus der Antriebsmaschine.

Der Energieverbrauch von Strahlantrieben ist gekennzeichnet durch die schubspezifische Leistung, das ist die Antriebsleistung P pro Schubkraft F. Sie wird in Watt pro Newton gemessen, das ist eine Geschwindigkeit. Nach der Theorie von Rankine ergibt sich die schubspezifische Leistung des einfachen Strahlantriebs als arithmetisches Mittel der Geschwindigkeiten von Zustrom v und Abstrom c des Propellers. Darin sind die Strahl Verluste im Nachstrom enthalten, aber nicht die Wärmeverluste der Antriebsmaschine.

— = schubspezifische Leistung nach Rankine (Gl)

Um die Effizienz eines Strahlantriebs zu steigern muss man dessen schubspezifische Leistung senken. Mathematisch bedeutet es, den Zähler des Bruches zu verkleinern oder seinen Nenner zu vergrössern. Die Theorie nach Rankine wird daher um eine Zusatzleistung AP und einen Zusatzkraft AF erweitert, und man erhält:

erweiterte schubspezifische Leistung (G2)

P P

Der Quotient - ist stets kleiner als der Ursprungswert nach Rankine— wenn die

F F0

Zusatzleistung AP negativ und die Zusatzkraft AF positiv ist. Genau dann ist der Antrieb effizienter als bisher. Thermodynamisch betrachtet ist eine Leistung negativ, wenn sie von einer Maschine abgegeben wird und als Nutzleistung für einen Antrieb zur Verfügung steht. Eine Kraft ist positiv, wenn sie in Bewegungsrichtung wirkt.

Eine Nutzleistung kann man durch Rekuperation von Energie aus der Propulsionsströmung gewinnen. Bei Schiffen ist hier das Grimsche Leitrad bekannt, dass mit einer axialen Strömungsmaschine im Nachstrom der Schiffsschraube Energie zurückgewinnt und die Effizienz des Antriebs erhöht. Nachteilig ist hier die Interferenz zwischen Propeller und Leitrad, mit einer hohen dynamischen Belastung aller Schaufeln und Schubverlust am Hauptpropeller. Bei Flugzeugen ist eine Rekuperation von Nutzleistung aus der Propulsionsströmung nicht bekannt.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu finden, mit der man die Effizienz von Strahlantrieben durch Rekuperation von Nutzleistung aus der Propulsionsströmung nicht nur bei Schiffen, sondern auch bei Flugzeugen steigern kann. Dabei soll die dynamische Belastung des Propellers aus Strömungsinterferenzen geringer ausfallen als bisher. Die Aufgabe wird erfüllt durch ein Verfahren nach Anspruch 1 und eine Vorrichtung nach Anspruch 4 und folgende.

Die Erfindung wird anhand von 5 Figuren beschrieben:

1. Darstellung eines Strahlantriebs mit allen Hauptkomponenten als ein mögliches Ausführungsbeispiel für die Erfindung,

2. Darstellung des Wirkprinzips zur Rekuperation von Energie aus der Propulsionsströmung,

3. Darstellung der Strömungskräfte am Rotor der Radialturbine,

4. Beispiel für eine Rumpfintegration des Antriebs.

5. Beispiel mit Leistungsabgabe an einen offenen Rotor.

Der Propeller des Strahlantriebs erzeugt eine Propulsionsströmung. Diese wird hier genutzt, um eine Radialturbine anzutreiben, deren Zusatzleistung über ein Getriebe an die Antriebswelle des Propellers übertragen wird. Das entlastet den Antriebsmotor. Die Radialturbine wird so gestaltet, dass die an ihren Schaufelblättern entstehenden Strömungskräfte sowohl eine tangentiale Kraftkomponente Ft in Drehrichtung aufweisen, als auch eine axiale Kraftkomponente Fx in Bewegungsrichtung. Die tangentiale Komponente bewirkt ein Drehmoment an der Radialturbine. Daraus entsteht die Zusatzleistung ΔΡ. Aus der axialen Kraftkomponente entsteht der Zusatzschub AF.

Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel des neuen Antriebs. Ein ummantelter Propeller (4) im Propellergehäuse (5) wird durch eine Antriebsmaschine (9) über die Antriebswelle (1) im Wellentunnel (3) angetrieben. Die Antriebswelle (1) ist über ein Getriebe (2) mit der Radialturbine (6) gekoppelt. Die Radialturbine (6) besitzt keinen Leitapparat und ist über Kugellager (8) auf dem Wellentunnel (3) gelagert. Sie dreht sich zwischen Rumpf (7) und Propellergehäuse (5) um die Längsachse. Ihre Schaufelkontur folgt der Form eines widerstandsarmen Strömungskörpers zwischen Rumpf (7) und Propellergehäuse (5), wobei sich der Rotordurchmesser von vorne nach hinten verjüngt. Der Propeller (4) fördert Luft aus dem Innenraum der Radialturbine (6) und erzeugt einen Strahl nach hinten. So entsteht der Schub für den Vortrieb. Weil dadurch der Druck im Innenraum der Radialturbine sinkt, strömt Luft von aussen durch den drehenden Rotor und bewirkt lokal wirksame Strömungskräfte an dessen Schaufeln.

P Pn

Dadurch entstehen Zusatzleistung und Zusatzschub, und wegen - <— steigt die

F F0

Effizienz des Antriebs.

Figur 2 zeigt das Prinzip der Rekuperation aus der Propulsionsströmung.

In Figur 2.1 sind die wesentlichen Komponenten dargestellt. Der Propeller (4) wird durch die Antriebswelle (1) angetrieben. Sie ist über das Getriebe (2) mit dem Rotor (6) der Radialturbine gekoppelt. Das Getriebe (2) wird durch die dargestellten Zahnräder symbolisiert, wobei das Getriebe mechanisch (z.B. Planetengetriebe) oder (elektro-)magnetisch (z.B. Magnetgetriebe, Ward-Leonardsatz, Motor-Generator mit elektronisch geregelter Kopplung) oder als Strömungsgetriebe (erweiterte Strömungskupplung mit Drehmomentwandler) ausgeführt sein kann. Das Fluid strömt dem Rotor aus der Umgebung ohne Drall zu. Die abgegebene Turbinenleistung entlastet die Antriebsmaschine. Propeller (4) und Turbine (6) drehen entgegengesetzt, das kompensiert Drehmomente aus dem Antrieb.

Figur 2.2 zeigt das entstehende Strömungsfeld. Der Propeller befördert Luft aus dem Volumen des Rotor-Innenraums. Dadurch sinkt dort der Innendruck pt. Weil der Aussendruck pa nun höher ist, strömt Luft zwangsläufig von aussen nach und quert die rotierenden Schaufeln der Radialturbine. Dabei entstehen nutzbare Strömungskräfte.

Figur 3 zeigt die Strömungskräfte an den Schaufeln des Turbinenrotors.

Figur 3.1 zeigt einen radialen Schaufelschnitt an einer beliebigen Stelle des Rotors (Schnittkoordinate xs), der sich vom Rumpf (Längskoordinate x0) bis zum Propellergehäuse (Längskoordinate x ) erstreckt. Figur 3.2 zeigt einen Längsschnitt und die Lage des radialen Schnitts aus Figur 3.1.

In Figur 3.1 ist die Anströmung im radialen Schaufelschnitt dargestellt. Die Zuströmung c zur Turbine erfolgt in radialer Richtung ohne Drall. Ein Leitapparat fehlt. Durch Überlagerung mit der Blattanströmung u aus der Umfangsgeschwindigkeit entsteht an der Schaufel eine relative Anströmung w, die gegen die Tangente des Schnittkreises mit Radius ra geneigt ist. Die Schaufelblätter sind profiliert und gegen die Tangente des Schnittkreises verwunden. Die Verwindung der Profile nimmt von vorne nach hinten zu. Der Rotordurchmesser nimmt dabei ab. Aus der Anströmung des Schaufelschnittes mit relativer Geschwindigkeit w entsteht nun eine exzentrisch wirkende Auftriebskraft Fa, deren Wirklinie um einen Winkel φ gegen die radiale Richtung geneigt ist und im Abstand r von der Drehachse verläuft. So bewirkt die Auftriebskraft Fa mit Abstand ein Drehmoment M um die Längsachse. Daraus entsteht eine nutzbare Zusatzleistung AP, welche die Antriebsmaschine entlastet und den Zähler in Gleichung (G2) verkleinert.

Mit dem Neigungswinkel φ kann man die Auftriebskraft Fa in eine radiale Komponente Fr und eine tangentiale Komponente Ft zerlegen. Die radiale Komponente Fr wirkt gegen die Zentrifugalkraft aus der Rotation. Sie entlastet die Schaufelblätter. Die tangentiale Komponente Ft bewirkt das Drehmoment für die Zusatzleistung.

Im Längsschnitt nach Figur 3.2 sieht man die Neigung der Auftriebskraft Fa in Flugrichtung. Durch die Verjüngung des Rotors von vorne nach hinten entsteht in der lokalen Schaufelströmung eine Kraftkomponente Fx in Bewegungsrichtung. Das ist eine Zusatzkraft AF, die den Nenner in Gleichung (G2) vergrössert und die Effizienz weiter erhöht.

In Figur 4 ist der Antrieb beispielhaft als Bestandteil eines Flugzeugrumpfes dargestellt. Er befindet sich im Windschatten des Rumpfes. Der Propeller bezieht seinen Zustrom stets aus dem Innenvolumen der Radialturbine. Dort bleibt eine inhomogene Potenzialsenke während der gesamten Reise erhalten. Sie hat an jedem Raumpunkt einen lokalen Druck und eine lokale Geschwindigkeit. Daraus entstehen Strömungskräfte, die einen Zusatzschub und eine Zusatzleistung bewirken. So wird Leistung aus der dem Propeller zufliessenden Propulsionsströmung zurückgewonnen, das ist Rekuperation. Im Vergleich zur einfachen Theorie nach Rankine gilt nun Gleichung (G2), und der neue Antrieb ist effizienter als bisher möglich.

Bei Schiffen ist die Rückgewinnung von Nutzleistung aus der Nachlaufströmung des Propellers als Grimsches Leitrad bekannt Das ist eine axiale Strömungsmaschine. Nun wird Leistung aus dem Zustrom mit Hilfe einer radialen Strömungsmaschine zurückgewonnen. Im Unterschied zu bekannten Radialturbinen fehlt ein Leitapparat.

Das neue Prinzip der Rekuperation von Leistung aus der Propulsionsströmung kann man mit Luft oder mit Wasser oder mit einem anderen Fluid ausführen. Dadurch lässt sich die erforderliche Leistung der Antriebsmaschine (9) erheblich senken. Die Erfindung ist besonders geeignet für den Antrieb mit Elektro-Motoren.

Für geringe Geschwindigkeiten kann es von Vorteil sein, die Leistung der Radialturbine (6) nur zu einem ersten Teil an die Propellerwelle (1) zu übertragen. Ein zweiter Teil kann direkt an einen offenen Rotor (10) gegeben werden, dessen

Propellerblätter (11) fest mit der Radialturbine (6) verbunden sind. In diesem Fall wird der offene Rotor (10) direkt von der Radialturbine (6) angetrieben.

Figur 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer solchen Konstruktion. Der offene Rotor (10) hat einen grösseren Durchmesser als die Radialturbine (6). Seine Propellerblätter (1 1) sind fest mit der Radialturbine verbunden und erzeugen Axialschub. Bei geringen Geschwindigkeiten ist diese Anordnung von Vorteil, weil die Turbinenleistung an einen Rotor mit grösserem Durchmesser gegeben wird, was die Strahlverluste mindert.

Bezugsziffern

1 Antriebswelle

2 Getriebe (mechanisch, magnetisch, fluid)

3 Wellentunnel

4 Propeller

5 Propellergehäuse

6 Radialturbine

7 Rumpf

8 Kugellager

9 Antriebsmaschine (Wärmekraftmaschine oder Elektromotor)

10 offener Rotor (open rotor)

1 1 Propellerblatt

Abkürzungen und Formelzeichen

c Strahlgeschwindigkeit (Propellertheorie von Rankine)

c absolute Strömungsgeschwindigkeit (Geschwindigkeitsdreieck)

F Schubkraft

Fo Schubkraft nach Propellertheorie von Rankine

AF Zusatzkraft

Fa Auftriebskraft

Fr Kraftkomponente in radialer Richtung

Ft Kraftkomponente in tangentialer Richtung

Fx Kraftkomponente in axialer Richtung

M Drehmoment

V Druck

Pa Aussendruck, ausserhalb der Radialturbine

Vi Innendruck, innerhalb der Radialturbine

P Antriebsleistung

Po Antriebsleistung nach Propellertheorie von Rankine

AP Zusatzleistung

r Radius

ra Aussenradius

n Innenradius

u Umfangsgeschwindigkeit (Geschwindigkeitsdreieck)

V Reisegeschwindigkeit (Propellertheorie von Rankine)

Vi Volumen im Innenraum der Radialturbine

w relative Strömungsgeschwindigkeit (Geschwindigkeitsdreieck)

X Längskoordinate eines Rotorschnittes (xs = xQ.. x )

Ψ radialer Neigungswinkel der Schaufelkraft