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1. (WO2018178139) TRANSLUCENT POLYURETHANE FOAMS
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Transluzente Pol vuret hanschau mstoffe

Die vorliegende Erfindung betrifft spezifische transluzente, bevorzugt lichtechte, Polyurethan-Schaumstoffe, die eine hohe Lichttransmission besitzen und daher z.B. für die Herstellung von transluzenten Polyurethanschaumstoffen oder Mehrschichtverbundelementen beispielsweise zur Herstellung von Bauelementen, insbesondere als Dachelemente wie Lichtbändern und Lichtkuppeln, als Wandelement wie ein Paneel, in Fahrzeugen, in Lampen, als Möbel, als Trennwände und in Sanitäreinrichtungen, geeignet sind.

Stand der Technik

Polyi so cyanat-basi erte Hartschaumstoffe als Zwischenschicht für Sandwichstrukturen (geformte Sandwichplatten) sowie deren Verwendung zur Herstellung von Bauelementen sind an sich bekannt. Auch transluzente Schaumstoffplatten als Wand- und Deckenplatten wurden schon beschrieben ( E 10 2005 042 235 AI). Allerdings wurde die Transluzenz nicht dadurch erreicht, dass die Schaumstoffe selbst transluzent sind, sondern dadurch, dass Lichtleitfasern eingearbeitet wurden. Solche Sandwichelemente können auch mit Weichschäumen hergestellt werden, wobei die transluzenten und/oder transparenten Deckschichten je nach Anwendungsfall steif oder biegsam sein müssen. Die aus dem Stand der Technik bekannten Polyurethan- und Polyisocyanuratschaumstoffe sind jedoch nicht transluzent.

Polyurethan- und Polyisocyanurathartschaumstoffe werden üblicherweise zur Wärmedämmung eingesetzt. Bevorzugt sind solche Schäume feinzellig und geschlossenzellig und zeigen einen möglichst geringen Schrumpf und geringe Wasseraufnahme.

Transluzente Polyurethanschäume mit guter Lichtdurchlässigkeit und gutem thermischen Isolationsverhalten sind als Materialien sowohl für die Bauindustrie als auch im Bereich Innenraum und Wohndesign interessant. Thermoplastische Multistegplatten auf Basis von Polymethylmethacrylat und Polycarbonat, die auch transparent gestaltet sein können, werden zu diesem Zweck manchmal eingesetzt. Der Prozess der Herstellung von Multistegplatten erlaubt allerdings nicht die direkte Herstellung geschlossener zellulärer Strukturen, weshalb Vergilbung, Veralgung und andere durch F eu chtigkeitsmigration verursachte Effekte nie ganz ausgeschlossen werden können. Außerdem sind hochwertige Dämmung und Sichtschutz nur bedingt vorhanden und sehr aufwendig, zum Beispiel durch Füllen der Multistegplatten mit Silica basierten Aerogelen, möglich. Auch hier ist die Wasseraufnahme und Volumenstabilität der gefüllten Komponente kritisch. Transluzente Bauelemente auf Basis von Silica-Aerogelen bzw. Silica Xerogelen sind zudem in ihre Herstellung aufwändig und teuer.

Polyurethanbasierte Schäume (auch PUR-Schäume genannt) mit transluzenten aber nicht transparenten Eigenschaften, welche gleichzeitig wärmedämmende Eigenschaften aufweisen, sind auf Basis von organischen witterungsstabilen Polyurethanen noch nicht beschrieben, würden aber in einer neuen Kombination verschiedene Bedürfnisse befriedigen wie Witterungs Stabilität, Dämmung, Lichtdurchlässigkeit, Sichtschutz, und Farbstabilität.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand somit darin einen Polyurethanschaumstoff mit hoher Transluzenz zur Verfügung zu stellen, welcher zur Herstellung von, bevorzugt farbloser, Schaumkörpern verwendet werden kann. Vorzugsweise sollen diese Schäume weitestgehend farblos, somit bei Bedarf einfärbbar und zudem temperaturstabil sein. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, ein effizientes Verfahren zur Herstellung von transluzenten, dämmenden Baustoffen, die die oben genannte Bedürfnisse befriedigen und oben genannte Nachteile überkommen, zur Verfügung zu stellen.

Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass die erfindungsgemäßen Polyurethanschäume eine deutlich höhere Lichttransmission besitzen, wenn die einzelnen Komponenten im Wesentlichen blasen frei vermischt werden und mit einem chemischen Treibmittel geschäumt werden. Hierbei ist die Inkorporation von Gasen, insbesondere von Luft vor der Treibreaktion im Wesentlichen zu vermeiden. Da die Trübung der Reaktionsmischung vor der Treibreaktion maßgeblich durch Streuung des Lichtes an Mikrobläschen verursacht wird, kann diese als Maß für die durch eingemischte Luft / Gas gebildeten Mikrobläschen herangezogen werden. Die Reaktionsmischung vor dem Einsatz der Treibreaktion sollte deshalb eine Trübung nach DIN EN I SO 7027:2016-11 von weniger als 3500 NTU, bevorzugt weniger als 3000 NTU, stärker bevorzugt weniger als 2000 NTU und ganz besonders bevorzugt von weniger als 1000 NTU aufweisen.

Werden die Komponenten auf diese Art vermischt, dann haben die erfindungsgemäßen Schäume auf Basis von Polyurethanschäumen eine hohe Lichttransmission von mindestens 10% gemessen bei 20 mm Dicke, und gute Dämmeigenschaften, nämlich eine gute Wärmeleitfähigkeit, bevorzugt von kleiner als 100 mW/(m*K).

Die Aufgaben wurden gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines transluzenten Polyurethanschaumstoffs durch Umsetzung einer Komponente A umfassend,

AI mindestens eine, mit der Komponente B reaktive, Komponente mit Zeriwitinoff aktivem Wasserstoff;

A2 Wasser und / oder andere chemische Treibmittel;

A3 mindestens einen Schaumstabilisator;

A4 gegebenenfalls Hilfs- und/oder Zusatzstoffe;

A5 gegebenenfalls mindestens ein Flamms chutzmittel ;

A6 mindestens einen Katalysator;

und eine Komponente B, umfassend,

Bl mindestens eine aliphatische oder cycloaliphatische Polyisocyanatkomponente oder eine Kombination davon, und

B2 weniger als 20 Gew.-Teile einer aromatischen Polyisocyanatkomponente, wobei die Gewichtsteile von B2 bezogen sind auf die Summe der Gewichtsteile von B 1 + B2, welche auf 100 Gew.-Teile normiert werden, dadurch gekennzeichnet, dass

die Umsetzung der Komponente A mit der Komponente B bei einer Isocyanat-Kennzahl von 70 bis 130 durchgeführt wird und wobei alle Gewichtsteilangaben der Komponenten AI bis A6 so normiert sind, dass die Summe der Gewichtsteile von AI bis A6 in der Zusammensetzung 100 Gew.-Teile sind, wobei

die Reaktionsmischung vor dem Einsatz der Treibreaktion eine Trübung von weniger als 3500 NTU, bevorzugt 3000 NTU, stärker bevorzugt 2000 NTU und ganz besonders bevorzugt von weniger als 1000 NTU nach DIN EN ISO 7027:2016-11 aufweist; und wobei der erhaltene transluzente Polyurethanschaumstoff eine Lichttransmission nach EN ISO 13468-2:2006 (400 nm bis 800 nm) im Bereich von 10% bis 60%, gemessen bei einer Schichtdicke des Schaumstoffs von 20 mm aufweist, und wobei der erhaltene transluzente Polyurethanschaumstoff eine Trübung (Haze = 100* Transmission diffus / Transmission gesamt) nach ASTM D1003-13 von mindestens 80%, gemessen bei einer Schichtdicke des Schaumstoffs von 20 mm, aufweist.

Unter einem Polyurethanschaumstoff wird ein Schaumstoff verstanden, bei dem die Aushärtung der flüssigen Ausgangsformulierung, enthaltend Isocyanate und Polyole mit einer Kennzahl von 70 bis 130, bevorzugt 85 bis 110, besonders bevorzugt 95 bis 105 zu einem vernetzten Polymer in Schaumform führt.

In der vorliegenden Erfindung sind die Begriffe„im Wesentlichen keine" und„im Wesentlichen frei von" so zu verstehen, dass das jeweilige Merkmal, in Bezug auf das jeweilige System, Gemisch oder die jeweilige Komponente in weniger als 2%> oder Gew.-%o, bevorzugt in weniger als l%o oder Gew.-%>, stärker bevorzugt in weniger als 0,5%o oder Gew.-%o, am stärksten bevorzugt in weniger als 0,1%> oder Gew.-%> vorliegt oder nicht vorhanden ist.

Handelsübliche Polyurethanschäume haben typischerweise eine Transluzenz von kleiner 10 %> bei einer Schaumstoffdicke von 20 mm. Ohne an eine Theorie gebunden zu sein wird davon ausgegangen, dass aufgrund der, im Verhältnis zu den transluzenten Schäumen, kleinen Zellgrößen und aufgrund der vielen Zellstege Licht stark gestreut wird, wodurch die Lichttransmission aufgrund von starker Reflektion des einfallenden Lichtes an der Oberfläche stark abnimmt. Die Zellstegdicken von im Stand der Technik bekannten Schäume betragen dabei üblicherweise 0,01 bis 0,04 mm.

Komponente mit Zeriwitinoff aktivem Wasserstoff AI

Für Schäume kommen dabei besonders solche Polyole in Betracht, die durch Reaktion mit aliphatischen Isocyanaten und / oder Polyisocyanaten zum Einsatz, die zu lichtechten Polyurethanschäumen führen. Solche Polyole sind beispielsweise Polyacrylatpolyole, Polyesterpolyole oder Polycarbonatpolyole oder Polyethercarbonatpolyole. Polyetherpolyole sind nicht bevorzugt, da sie typischerweise nur bedingt Lichtecht und Witterungsbeständig sind, können aber anteilig enthalten sein wenn sie ausreichend mit Lichtschutzmittel stabilisiert werden. Die erfindungsgemäßen Polyole können alleine oder in Kombination mit typischen niedermolekularen Polyolen bevorzugt mit einem Molekulargewicht von höchstens 200 g/mol, und / oder Aminen wie z.B. Ethylenglykol, Butylenglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, Polyalkylenglykole wie Polyethylenglykol, weiterhin 1 ,2-Propandiol, 1,3-Propandiol, 1,2-Butandiol, 1,3-Butandiol, 1.4-Butandiol, Hexandiol, Pentandiol, 3-Methyl-l,5- pentandiol, 1 , 12-Dodecandiol, 1 ,6-Hexandiol und Isomere, Neopentylglykol oder Hydroxypivalinsäureneopentylglykolester zum Einsatz kommen. Die genannten Polyole sind beispielhaft aber nicht ausschließlich zu sehen. Daneben können hochfunktionelle Polyole wie Trimethylolpropan, Glycerin, Erythrit, Pentaerythrit, Trimethylolbenzol oder Trishydroxyethylisocyanurat eingesetzt werden. Besonders bevorzugt können Glycerin, Ethylenglykol, Diethylenglykol, Propylenglykol, zum Einsatz kommen.

Komponente A2

Physikalische und chemische Treibmittel sind dem Fachmann auf dem Gebiet der Schaumstoffe bekannt.

Die Menge des eingesetzten bevorzugt chemischen Treibmittels A2 hängt von der gewünschten Dichte des Schaums ab. Als Treibmittel können beispielhaft Wasser, Ameisensäure, halogenierte Kohlenwasserstoffe, Ester (insbesondere Methylformiat, Ethylformiat, Methylacetat, Ethylacetat) und / oder Gemische davon verwendet werden. Bevorzugtes chemisches Treibmittel ist Wasser. In einer bevorzugten Aus führungs form wird das Vermischen der zuvor entgasten Komponenten beispielsweise in einem Rührverfahren unter Vermeidung des Einmischens von Luft (und anderen in der Reaktionsmasse/ dem Reaktionsgemisch nicht löslichen Gasen) durchgeführt. Im Gegensatz zu Luft und anderen Gasen liegen die bevorzugten chemischen Treibmittel vor der Reaktion

homogen weitgehend gelöst in der Reaktionsmasse vor und nukleieren erst während der Polymerisationsreaktion. Eine vorzeitige Nukl eierung kann vermieden werden, indem im Wesentlichen keine in der Reaktionsmasse/dem Reaktionsgemisch nichtlöslichen Gase vorhanden sind beziehungsweise diese durch Entgasen im Wesentlichen entfernt werden und deren Einbringung vermieden wird. So können verhältnismäßig grobe aber einheitliche erfindungsgemäße Schäume erhalten werden.

Komponenten A3

Schaumstabilisatoren, insbesondere Silikontensiden und stärker bevorzugt Siloxan-Polyoxyalkylen-Copolymeren und / oder Polydimethylsiloxan-Polyoxyalkylen-Copolymeren. Komponente A4

Hilfs- und Zusatzstoffe sind dem Fachmann auf dem Gebiet der Schaumstoffe bekannt. In bevorzugten Ausführungsformen können zum Schutz der Schäume Antioxidantien und Hitzestabilisatoren eingesetzt werden. Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die einen Radiaklabbau und -zerfall verhindern oder verzögern. Dies sind zum einen Radiaklfänger, die reaktive H-Atome besitzen, wie sterisch gehinderte Phenole (z.B. kommerziell erhältlich als Irganox 1 135) oder sie zersetzen Hydroperoxide (thermo-oxi dativer Abbau), wie z.B. Thioester (kommerziell erhältlich als PS800). Andere gebräuchliche Hilfs- und Zusatzstoffe sind Initiatoren, Pigmente, Additive und Füllstoffe.

Komponente A5

Nicht verfärbende Flammschutzmittel wie z.B. Triethylphosphat können ebenfalls in bevorzugten Ausführungsformen eingesetzt werden.

Katalysatoren A6

Bei der Bildung von Schaumstoffen aus Polyol/ Was s er-Gemis ch en, Polyol/Wasser/ Ameisensäure -Gemischen und Isocyanat bzw. Polyisocyanat ist der Einsatz geeigneter Katalysatoren erforderlich. Diese sind dem Fachmann bekannt.

Beispielhaft geeignete Katalysatoren sind z.B. Ammoniumformiat, Ammoniumacetat, Ammoniumoktanoat, Zinn-(II)-acetat, Zinn-(II)-octoat, Zinn-(II)-ethylhexoat, Zinn-(II)-laurat, Dibutylzinndiacetat, Dibutylzinndilaurat, Dibutylzinnmaleat, Dimethylzinndineodecanoat, Dimethylzinndioleat, Dimethylzinnlaurylmercaptid, Dioctylzinndineodecanoat, Dioctylzinndiacetat, Bismuth-2-ethylhexanoat, Cobalt-2-ethylhexanoat, Eisen-2-ethylhexanoat, Natriumacetat, Natriumoctoat, Natriumethylhexoat, Kaliumformiat, Kaliumacetat, Kaliumethylhexoat, Kaliumoctoat sowie Mischungen davon. Um die Treibreaktion (Reaktion zwischen Wasser und / oder Ameisensäure und Isocyanat) zu beschleunigen, können auch

zusätzlich aminische Katalysatoren zum Einsatz kommen, wie beispielsweise 1,8-Diazabicyclo[5.4.0]undec-7-en (DBU), l,5-Diazabicyclo[4.3.0]non-5-en (DBN) etc. In EP 0629607 A2 wird zum Beispiel die Herstellung von tertiären Aminogruppen aufweisende Verbindung und deren Verwendung als Katalysator beschrieben.

Polyisocyanatkomponente B (auch bezeichnet als Komponente B)

Ausgangsverbindungen für die Polyisocyanatkomponente B für das erfindungsgemäß e Verfahren sind Bl mindestens eine aliphatische oder cycloaliphatische Polyisocyanatkomponente oder eine Kombination davon, und B2 weniger als 20 Gew.-Teile, einer aromatischen Polyi so cyanatkomponente . Solche Isocyanate werden typischerweise durch Phosgenierung hergestellt, können aber auch auf Phosgen freiem Weg, beispielsweise durch Urethanspaltung, hergestellt werden. In einem bevorzugten Fall werden die Produkte einer gezielten Trimerisierung von Diisocyanaten, als bei Raumtemp eratur (23 °C) flüssige Ausgangsverbindungen, eingesetzt. Diese und deren Herstellungsverfahren werden beispielsweise in der EP 0010589 AI und EP 0047452 AI beschrieben. Alternative Synthesewege sind beispielsweise die katalytische Carbonylierung von Nitro-Verbindungen bzw. Aminen oder die Umsetzung primärer Amine mit Di-tert-butyldicarbonat (Diboc) in Anwesenheit von 4-(Dimethylamino)-pyridin ( DM AP).

Gewöhnliche Polyurethanschaumstoffe für den Einsatz als Dämm- und Dichtstoffe werden üblicherweise auf Basis von Mischungen aus 4,4'-, 2,4'- und 2,2'-Diphenylmethandiisocyanaten (MDI) und Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanaten (p-MDI) hergestellt. Solche Schaumstoffe sind allerdings weder transluzent noch färb- noch lichtecht und neigen zu starker Verfärbung. Diese anfängliche Vergilbung geht später oft in eine bräunliche Verfärbung über. Daher sind handelsübliche Polyurethanschaumstoffe auf Basis aromatischer Isocyanate (mit einem Anteil von über 20 Gew.-% an dem gesamten Isocyanat) per se nicht geeignet für die Herstellung transluzenter Schäume. Gemäß der vorliegenden Erfindung können diese daher nur zu einem maximalen Anteil von 20 Gew. -Teilen, basierend auf der gesamten Polyi so cyanatkomponente B vorhanden sein.

Die Polyisocyanatkomponente B weist vorzugsweise eine Viskosität gemäß DIN EN ISO 3219:1994-10 bei 23°C von 5 bis 30000 mPas auf, stärker bevorzugt von 200 bis 25000 mPas, am stärksten bevorzugt von 800 bis 22500 mPas.

Es ist vorteilhaft, wenn mindestens 70 Gew.-%, insbesondere 90 Gew.-%, basierend auf dem Gesamtgewicht von B, aliphatische Polyisocyanate verwendet werden. Vorteilhaft sind I so cy anuratgrupp en -halt ige und/oder Iminooxadiazinediongruppen-haltige Polyisocyanate auf Basis von 1 ,6-Diisocyanatohexan ( I I DI ) mit einem NCO-Gehalt < 25 % und einer mittleren NCO-Funktionalität von > 2.

Zur Kompatibilisierung können, insbesondere in Gegenwart polarer, chemischer Treibmittel wie Wasser, zumindest anteilmäßig hydrophilierte Isocyanuratgruppen-haltiges Polyisocyanate eingesetzt werden Covestro Deutschland AG bietet solche Verbindungen kommerziell unter dem Namen Bayhydur für den Einsatz als Vernetz er in der Lackindustrie an. Insbesondere ist das kommerziell erhältliche hydrophilierte Isocyanat Bayhydur 3100 (NCO-Gehalt: 17,4 %, mittlere NCO-Funktionalität: 3,2 (nach GPC), monomeres HDI: 0,1 %, Viskosität (23 °C): 2800 mPas) der Covestro AG ist ein Beispiel für ein hydrophiles Isocyanuratgruppen-haltiges Polyisocyanat auf Basis von 1 ,6-Diisocyanatohexan ( H DI ). Andere hydrophile Isocyanatgruppen-haltige Polyisocyanate anderer Hersteller kommen hier ebenfalls in Betracht. Ebenso ist eine in situ Herstellung von hydrophilierten Isocyanaten vor oder während der S chäumungsr eaktion durch Zusatz geeigneter mono oder polyfunktioneller hydrophiler Isocyanat-reaktiver Verbindungen wie z.B. Polyether, Polyester und Sulfonsäuregruppentragende Verbindungen und anderer dem Fachmann bekannten Verbindungen denkbar.

Besonders bevorzugt ist eine Polyisocyanatkomponente B die einen Anteil an monomeren Diisocyanaten in der Polyisocyanatzusammensetzung B von höchstens 50 Gew.-%, vorteilhafter von höchstens 25% und insbesondere vorteilhaft von höchstens 10 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Polyisocyanatkomponente B, aufweist. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Anteil an monomeren Diisocyanaten mindestens 0,01 % Gew.-%, bevorzugt mindestens 0,05% Gew.-%>, ganz besonders bevorzugt mindestens 0,1 %o Gew.-%o.

Geeignete monomere Diisocyanate für die Komponente B sind: z.B. Stearyldiisocyanat, Dodecyldiisocyanat, Decyldiisocyanat, Nonyldii so cyanat, Octyldiisocyanat,

Hexamethylendiisocyanat ( H DI ), Pentamethylendiisocyanat ( PDI ), I sophorondiiso cyanat (IPDI), 4,4 ' -Diisocyanatodicyclohexylmethan (H12MDI), Toluoldiisocyanat (TDI),

Diphenylmethandiisocyanate (4,4'-Diphenylmethandiisocyanat, 2,4'-Diphenylmethandiisocyanat, 2,2'-Diphenylmethandiisocyanat) (MDI), Naphthalin-l,5-diisocyanat (NDI), 2,5- und 2,6-B i s(i so cy anatomethyl)bi cyclo [2.2.1 ] heptan (NBDI), 1 ,4-Butandiisocyanat (BDI),

In einer bevorzugten Ausführungsform werden aliphatische Polyisocyanate in Gew.%i > 50% bevorzugt > 70%) besonders bevorzugt > 90 %> eingesetzt.

In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform werden hauptsächlich monomerarme oligomere Polyisocyanate für die Polyisocyanatkomponente B verwendet. Die darin enthaltenen oligomeren Polyisocyanate werden üblicherweise durch Modifizierung einfacher aliphatischer, cycloaliphatischer, aliphatischer und/oder aromatischer monomerer Diisocyanate oder Mischungen solcher monomeren Diisocyanate erhalten. Die Herstellung von Polyisocyanuraten, zum Beispiel beschrieben in der US 3645979A, wird beispielsweise im Stand der Technik

hauptsächlich ausgehend von flüssigen monomeren Diisocyanaten (z.B. Stearyldiisocyanat, Dodecyldiisocyanat, Decyldiisocyanat, Nonyldii so cyanat, Octyldiisocyanat,

Hexamethylendiisocyanat (HDI), Pentamethylendiisocyanat (PDI), I sophorondiiso cyanat (IPDi), 4,4 ' -Diisocyanatodicyclohexylmethan (HnMDI), Toluoldiisocyanat (TDI), Diphenylmethandiisocyanate (4,4'-Diphenylmethandiisocyanat, 2,4'-Diphenylmethandiisocyanat, 2,2'-Diphenylmethandiisocyanat) (MDI), Naphthalin-l,5-diisocyanat (NDI), 2,5- und 2,6-B i s(i so cy anatomethyl)bi cy clo [2.2.1 ] heptan (NBDI), 1 ,4-Butandiisocyanat (BDI), aliphatischer wie aromatischer Natur beschrieben.

Bevorzugte Verbindungen für die Polyisocyanatkomponente B sind jene auf Basis von Stearyldiisocyanat, Dodecyldiisocyanat, Decyldiisocyanat, Nonyidiisocyanat, Octyldiisocyanat, Hexamethylendiisocyanat (HDI), Pentamethylendiisocyanat (PDI), I sophorondiiso cyanat ( IPDI ). 4,4 ' -Diisocyanatodicyclohexylmethan (H12MDI), Toluoldiisocyanat (TDI), 2,5- und 2,6-B is(i so cy anatomethyl)bi cyclo [2.2.1 ] heptan (NBDI), 1 ,4-Butandiisocyanat (BDI), Abmischungen mit ihren Diisocyanat Vorläufern sowie anderen kompatiblen und co-löslichen isocyanatfunktionellen Prepolymeren wie Uretdione, Biurete, Harnstoffe, asymetrische Trimere, Mischtrimere verschiedener Isocyanate und andere die bei der Herstellung von Trimeren Isocyanuratverbindungen mit einer Funktionalität >=2 anfallen und literaturbekannt sind.

Besonders bevorzugt sind Isocyanuratgruppen-haltige Polyisocyanate auf Basis von 1 ,5-Diisocyanatopentan ( PDI ) mit einem NCO-Gehalt von 23,2 %, 1 ,6-Diisocyanatohexan ( HDI ) mit einem NCO-Gehalt von 2 1 ,5 %, einer mittleren NCO-Funktionalität von 3 (nach GPC), einem Gehalt an monomerem PDI von 0,3 % und einer Viskosität von 13.000 mPas (25 °C) oder I so cy anuratgrupp en -haltiges Polyisocyanat auf Basis von 1 ,6-Diisocyanatohexan ( HDI ) mit einem NCO-Gehalt von 21,8 %, einer mittleren NCO-Funktionalität von 3,5 (nach GPC), einem Gehalt an monomerem HDI von 0,1 % und einer Viskosität von 3.000 mPas (23 °C) oder I so cy anuratgrupp en -haltiges Polyisocyanat auf Basis von 1 ,6-Diisocyanatohexan ( HDI ) mit einem NCO-Gehalt von 21,7 %, einer mittleren NCO-Funktionalität von 3,1 (nach GPC), einem Gehalt an monomerem HDI von 0,1 % und einer Viskosität von 1.200 mPas (23 °C) oder Isocyanuratgruppen-haltiges Polyisocyanat auf Basis von 1 ,6-Diisocyanatohexan ( I I Di ) mit einem NCO-Gehalt von 20,0 %, einer mittleren NCO-Funktionalität von 4,2 (nach GPC), einem Gehalt an monomerem HDI von 0,2 % und einer Viskosität von 22.700 mPas (20 °C). Ebenfalls bevorzugt ist ein Isocyanuratgruppen-haltiges Polyisocyanat auf Basis von 1 ,6-Diisocyanatohexan ( HDI ) mit einem NCO-Gehalt von 23,2 %, einer mittleren NCO-Funktionalität von 3,2 (nach GPC), einem Gehalt an monomerem HDI von 0,2 % und einer Viskosität von 1200 mPas (23 °C), ein I so cy anuratgrupp en -haltiges Polyisocyanat auf Basis von 1 ,6-Diisocyanatohexan ( HDI ) mit einem NCO-Gehalt von 20 %, einer mittleren NCO-Funktionalität von 4,2 (nach GPC), einem Gehalt an

monomerem HD! von kleiner 0,25 % und einer Viskosität von 16000 mPas (23 °C), ein hydrophiles Isocyanuratgruppen-haltiges Polyisocyanat auf Basis von 1 ,6-Diisocyanatohexan (HDI) mit einem NCO-Gehalt von 17,4 %, einer mittleren NCO-Funktionalität von 3,2 (nach GPC), einem Gehalt an monomerem HDI von 0,1 % und einer Viskosität von 2800 mPas (23 °C), ein Isocyanuratgruppen-haltiges Polyisocyanat auf Basis von 1 ,6-Diisocyanatohexan (HDI) mit einem NCO-Gehalt von 21,7 %, einer mittleren NCO-Funktionalität von 3.5 (nach GPC), einem Gehalt an monomerem HDI von 0,1 % und einer Viskosität von 3000 mPas (23 °C) und ein Isocyanuratgruppen-haltiges Polyisocyanat auf Basis von 1 ,5-Diisocyanatopentan (PDI) mit einem NCO-Gehalt von 21 ,5 %, einer mittleren NCO-Funktionalität von 3 (nach GPC), einem Gehalt an monomerem PDI von kleiner 0,3 % und einer Viskosität von 9500 mPas (23 °C).

Die mittlere NCO-Funktionalität der Komponente B wird, sofern nicht anders beschrieben, mittels Gelpermeationschromatographie (GPC) bestimmt. Die Funktionalität ist ein Ausdruck für die Zahl der reaktiven Gruppen pro Molekül, d. h. für die Zahl der potentiellen Verknüp fungs stell en bei der Ausbildung eines Netzwerkes. Polyisocyanate, wie sie z, B. bei der Trimerisierung von Diisocyanaten gebildet werden, bestehen jedoch nicht nur aus einer definierten Molekülsorte, sondern enthalten eine breite Verteilung unterschiedlicher Moleküle mit unterschiedlichen Funktionalitäten. Als Bestimmungsgröße für die Polyisocyanate wird daher die mittlere Funktionalität angegeben. Die mittlere Funktionalität von Polyisocyanaten ist durch das Verhältnis von zahlenmittlerem Molekulargewicht und Äqui val entg ewi cht eindeutig bestimmt und wird im Allgemeinen aus der mit Hilfe der Gelpermeationschromatographie ermittelten Molekulargewichtsverteilung berechnet.

Die oligomeren Polyisocyanate können erfindungsgemäß insbesondere Uretdion-, Isocyanurat-, Allophanat-, Biuret-, Iminooxadiazindion- und/oder Oxadiazintrionstruktur aufweisen. Besonders bevorzugt sind Polyisocyanate mit Anteilen von Isocyanuratgruppen von > 10 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt > 20 Gew.-% in der Polyisocyanatkomponente B.

Unabhängig vom der zu Grunde liegenden oligomeren Struktur (Uretdion-, Isocyanurat-, Allophanat-, Biuret-, Iminooxadiazindion- und/oder Oxadiazintrionstruktur) weist die beim erfmdungsgemäßen Verfahren einzusetzende Polyisocyanatkomponente B und/oder die darin enthaltenen oligomeren Polyisocyanate vorzugsweise eine (mittlere) NCO-Funktionalität von 2,0 bis 6, vorzugsweise von 2,3 bis 4,0 auf.

Besonders bevorzugte Ergebnisse stellen sich ein, wenn die erfindungsgemäß einzusetzende Polyisocyanatkomponente B einen Gehalt an Isocyanatgruppen von 15 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise von 20 bis 30 Gew.-%, jeweils bezogen auf die gesamte Polyisocyanatzusammensetzung B, aufweist.

Geeignete kommerziell erhältliche Polyisocyanate sind unter anderem Desmodur N 3900, Desmodur XP 2675, Desmodur XP 2489, Desmodur N3300, Desmodur N3600 und Desmodur N eco 7300 von der Covestro Deutschland AG.

Erfindungsgemäße Polyurethanschaumstoffe

In einer bevorzugten Ausfuhrungsform weist die Schaumdicke des erfindungsgemäßen Schaumstoffs senkrecht zur Lichteinstrahlung mindestens ein Multiplikator von 3 bevorzugt 5 besonders bevorzugt 10 * Zellen Dicke mit Bezug auf den durchs chnittli chen Zellendurchmesser auf.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist der erfindungsgemäße Schaumstoff einen Lambda-Wert von kleiner 100 mW/(m*K), bevorzugt von kleiner als 80 m\V/(m*K) und insbesondere bevorzugt von kleiner als 60 mW/(m*K), am stärksten bevorzugt von kleiner als 50 mW/(m*K), gemessen gemäß DIN 52616: 1977-11 auf.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform besitzt der erfindungsgemäß e Schaumstoff einen kristallinen Anteil kleiner 20% bevorzugt kleiner 10% besonders bevorzugt kleiner 2 %>. in einer besonders bevorzugten Aus führungs form enthalten die erhaltenen erfindungsgemäßen Schaumstoffe kristalline Anteile, deren Kristallgrößen sichtbares Licht nicht merklich brechen.

Allgemeines Herstellungsverfahren

Schäumungsprozesse finden im Allgemeinen entweder chemisch oder physikalisch statt. Bei der Herstellung von PUR-Schäumen werden die eingesetzten Komponenten (A und B) entweder durch eine Hochdruckvermischung oder durch eine Niederdruckvermischung (meist Stachelrühr er) vermischt. Bei Mischungen verschiedener Isocyanate werden diese bevorzugt zuvor abgemischt. Gleiches gilt für eine Mischung der A-Komponenten. Dabei wird in bevorzugten Ausführungsformen des Standes der Technik absichtlich Luft eingemischt, da die Mikroluftbläschen Nukleierungskeime sind und somit ein feinzelligerer Schaum entsteht, was insbesondere für Isolierhartschäume gewünscht ist.

Die Lichttransmission transluzenter Schäume ist signifikant höher, wenn ein blasenfreies Vermischen unter Vermeidung der Inkorporation von Gasen, insbesondere Luft verwendet wird. Blasen freie Mischverfahren sind insbesondere bei schneller reagierenden Systemen wichtig, da entsprechend weniger Zeit für die Koaleszenz kleiner Bläschen zu größeren verbleibt.

Blasen freies Herstellverfahren

Die erfindungsgemäßen Schaumstoffe werden in einer bevorzugten Ausführungsform erhalten durch ein erfindungsgemäßes Verfahren in dem die Reaktionskomponenten unter weitgehender Vermeidung von Mikroblasen mit einem Blasendurchmesser < 0,5 mm in geeigneten Mischaggregaten gemischt werden. Wobei eine weitgehende Vermeidung von Mikroblasen zum Beispiel durch eine optisch transparente oder transluzente Mischung im Gegensatz zu einer milchig trüben Mischung gekennzeichnet ist. Je weniger Mikroblasen im Reaktionsgemisch nach der Vermischung enthalten sind, desto höher wird anschließend die Lichttransmission sein. Durch die Mikroblasen wird das Licht gestreut und der daraus entstehende Schaum hat eine geringere Lichttransmission. Man kann hierzu bereits die Trübung der Reaktionsmischung vor dem Einsatz der Treibreaktion eine Trübung nach DIN EN ISO 7027:2016-1 1 bestimmen, wobei erfindungsgemäß die Trübung weniger als 3500 NTU, bevorzugt 3000 NTU, stärker bevorzugt 2000 NTU und ganz besonders bevorzugt von weniger als 1000 NTU beträgt.

Durch das Fehlen von Luft oder allgemein, durch das Fehlen gasförmiger Nukl ei erungsmittel, entsteht erfindungsgemäß ein deutlich grobzelligerer Schaum, der eine wesentlich größere

Lichttransmission hat. Im Gegensatz zu physikalischen Treibmitteln lösen sich die gasförmigen Nukleierungsmittel im Wesentlichen nicht in der Reaktionsmasse/dem Reaktionsgemisch. Sollten solche gasförmigen Nukleierungsmittel vorhanden sein oder eingebracht worden sein, so können diese durch Entgasen im Wesentlichen entfernt werden. Feinzellige Schäume streuen das Licht stärker, was zu Lasten der Li chttransmi s sion geht.

Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere die folgenden Gegenstände:

Nach einem ersten Gegenstand betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines transluzenten Polyurethanschaumstoffs durch Umsetzung einer Komponente A umfassend, bevorzugt bestehend aus,

AI mindestens eine, mit der Komponente B reaktive, Komponente mit Zeriwitinoff aktivem Wasserstoff; bevorzugt ausgewählt aus Polyolen, wie Diolen, Triolen, Aminen, Polyesterpolyolen, Polycarbonatdiolen, Polycarbonatpolyolen, Polyetherpolyolen und / oder Mischungen davon, stärker bevorzugt ausgewählt aus Polyesterpolyolen, Polyetherpolyolen und / oder Mischungen davon;

A2 ein chemisches Treibmittel, bevorzugt Wasser und / oder Ameisensäure;

A3 mindestens einen Schaumstabilisator, bevorzugt mindestens ein Silikontensid, und stärker bevorzugt Siloxan-Polyoxyalkylen-Copolymere und / oder Polydimethylsiloxan- Polyoxyalkylen-Copolymere;

A4 gegebenenfalls Hilfs- und/oder Zusatzstoffe, bevorzugt mindestens eine Komponente ausgewählt aus Initiator, Additiven, Pigmenten, Füllstoffen, Lichtstabilisatoren, Oxidationsschutzmitteln, UV- S chutzmitteln und / oder eine Kombination davon;

A5 gegebenenfalls mindestens ein Flammschutzmittel, bevorzugt ein farbloses und nicht verfärbendes Flammschutzmittel, bevorzugt Triethylphosphat;

A6 mindestens einen Katalysator;

und eine Komponente B, umfassend,

B l mindestens eine aliphatische oder cycloaliphatische Polyisocyanatkomponente oder eine Kombination davon, und

B2 weniger als 20 Gew. -Teile, bevorzugt weniger als 10 Gew. -Teile, stärker bevorzugt weniger als 5 Gew. -Teile, am stärksten bevorzugt weniger als 1 Gew.-Teil einer aromatischen Polyisocyanatkomponente, wobei die Gewichtsteile von B2 bezogen sind auf die Summe der Gewichtsteile von B l + B2, welche auf 100 Gew. -Tei le normiert werden, dadurch gekennzeichnet, dass

die Umsetzung der Komponente A mit der Komponente B bei einer Isocyanat-Kennzahl von 70 bis 130, bevorzugt 85 bis 120, stärker bevorzugt 95 bis 105, durchgeführt wird und wobei alle Gewichtsteilangaben der Komponenten AI bis A6 so normiert sind, dass

die Summe der Gewichtsteile von AI bis A6 in der Zusammensetzung 100 Gew.-Teile sind, wobei

die Reaktionsmischung vor dem Einsatz der Treibreaktion eine Trübung nach DIN EN ISO 7027:2016-1 1 von weniger als als 3500 NTU, bevorzugt 3000 NTU, stärker bevorzugt 2000 NTU und ganz besonders bevorzugt von weniger als 1000 NTU aufweist; und

wobei der erhaltene transluzente Polyurethanschaumstoff eine Lichttransmission nach EN ISO 13468-2:2006 im Bereich von 10% bis 60%, bevorzugt von 13% bis 50% und insbesondere bevorzugt von 16% bis 40% gemessen bei einer Schichtdicke des Schaumstoffs von 20 mm aufweist, und wobei der erhaltene transluzente Polyurethanschaumstoff eine Trübung (Haze = 100* Transmission diffus / Transmission gesamt) nach ASTM D1003-13 von mindestens 80%, bevorzugt größer 90%), stärker bevorzugt größer 95 oder 98%i, am stärksten bevorzugt mindestens 99%, gemessen bei einer Schichtdicke des Schaumstoffs von 20 mm, aufweist.

Nach einem zweiten Gegenstand betrifft die Erfindung ein Verfahren gemäß dem vorstehenden Gegenstand, dadurch gekennzeichnet, dass der erhaltene transluzente Polyurethanschaumstoff eine Wärmeleitfähigkeit (gemessen gemäß DIN 52616: 1977-1 1) von kleiner als 100 mW/(m*K), bevorzugt von kleiner als 80 mW/(m*K) und insbesondere bevorzugt von kleiner als 60 mW/(m*K), am stärksten bevorzugt von kleiner als 50 mW/(m*K) aufweist.

Nach einem dritten Gegenstand betrifft die Erfindung ein Verfahren gemäß einem der vorstehenden Gegenstände, dadurch gekennzeichnet, dass der erhaltene transluzente Polyurethanschaumstoff farblos bis weiß ist und einen Yellowing Index (gemessen nach ASTM E 313 :2015) von kleiner 20, bevorzugt kleiner 10, besonders bevorzugt von kleiner 7 aufweist, und am stärksten bevorzugt von 1 ,5 bis 7 aufweist, jeweils bezogen auf eine Schichtdicke des Schaumstoffs von 20 mm.

Nach einem vierten Gegenstand betrifft die Erfindung ein Verfahren gemäß einem der vorstehenden Gegenstände dadurch gekennzeichnet, dass der erhaltene Polyurethanschaumstoff als ein zu mindestens 40%, bevorzugt mindestens 50%, stärker bevorzugt mindestens 60% geschlossenzelliger Polyurethanschaumstoff vorliegt.

Neben der Lichttransmission hat die Zellgröße ebenfalls einen Einfluss auf die Wärmeleitfähigkeit.

Die Wärmeleitfähigkeit nimmt mit kleiner werdender Zellgröße ab, bevorzugt sind die vorstehend genannten Bereiche. Die Geschlossenzeiligkeit wird dabei an einem Polyurethan- oder Polyisocanuratschaumstoff bestimmt, welcher in einem offenen Gefäß oder auf einer Platte nach Schneiden in einer Dicke von bevorzugt > dem 10* mittleren Zelldurchmesser hergestellt wurde, damit der Effekt der aufgeschnittenen Zellen vernachlässigt werden kann. Die Bestimmung kann gemäß DIN E N ISO 4590: 1986 erfolgen.

Nach einem fünften Gegenstand betrifft die Erfindung ein Verfahren gemäß einem der vorstehenden Gegenstände dadurch gekennzeichnet, dass der erhaltene Polyurethanschaumstoff zudem eine mittlere Zellengröße zwischen 0,5 mm und 20 mm, stärker bevorzugt zwischen 1 mm und 15 mm und besonders bevorzugt zwischen 2 mm und 10 mm aufweist. Die Zellgröße wird dabei unter Verwendung eines Lichtmikroskops bestimmt. Dabei wird der größte Abstand zwischen zwei Zellkanten als Zellgröße definiert.

Nach einem sechsten Gegenstand betrifft die Erfindung ein Verfahren gemäß einem der vorstehenden Gegenstände dadurch gekennzeichnet, dass der erhaltene Polyurethanschaumstoff eine Rohdichte des erhaltenen Schaums von höchstens 300 kg/m3 bevorzugt höchstens 200 kg/m3 besonders bevorzugt höchstens 100 kg/m3 (bestimmt mittels DIN EN ISO 845:2009-10) aufweist.

Nach einem siebten Gegenstand betrifft die Erfindung ein Verfahren gemäß einem der vorstehenden Gegenstände dadurch gekennzeichnet, dass der erhaltene Polyurethanschaumstoff

eine mittlere Zellstegdicke von mindestens 0,05 mm bevorzugt mindestens 0,2 mm besonders bevorzugt mindestens 0,3 mm aufweist, am stärksten bevorzugt war zusätzlich die maximale Zellstegdicke 0,6 mm. Die Zellstegdicke wird dabei unter Verwendung eines Lichtmikroskops bestimmt. Dabei wird die Dicke eines Zellsteges in der Mitte zwischen zwei Zwickeln als Zellstegdicke definiert.

Nach einem achten Gegenstand betrifft die Erfindung ein Verfahren gemäß einem der vorstehenden Gegenstände, dadurch gekennzeichnet, dass

65 bis 99,2 Gew.-Teile, bevorzugt 75 bis 99 Gew.-Teile und besonders bevorzugt 80 bis 98 Gew.-Teile von AI;

0,5 bis 8 Gew.-Teile, bevorzugt 1 bis 7 Gew.-Teile, stärker bevorzugt 1,5 bis 5 Gew.-Teile, am stärksten bevorzugt 2 bis 3 Gew.-Teile, von A2;

0,1 bis 5 Gew.-Teile, bevorzugt 0,15 bis 3 Gew.-Teile, stärker bevorzugt 0,2 bis 0,15 Gew.-Teile, von A3;

0 bis 60 Gew.-Teile, bevorzugt 0 bis 40 Gew.-Teile, und besonders bevorzugt 0 bis 25 Gew.-Teile, von A4, enthalten sind.

Nach einem neunten Gegenstand betrifft die Erfindung ein Verfahren gemäß einem der vorstehenden Gegenstände, dadurch gekennzeichnet, dass

0 bis 25 Gew.-Teile, bevorzugt 0 bis 22 Gew.-Teile, insbesondere bevorzugt 0 bis 20 Gew.-Teile von A5 enthalten sind; und

0,2 bis 4 Gew.-Teile, bevorzugt 0,3 bis 3 Gew.-Teile, insbesondere bevorzugt 0,4 bis 2 Gew.-Teile von A6 enthalten sind.

Nach einem zehnten Gegenstand betrifft die Erfindung ein Verfahren gemäß einem der vorstehenden Gegenstände, dadurch gekennzeichnet, dass das Vermischen von entgasten Komponenten und/oder im Wesentlichen kein Einmischen von Luft (und anderen Gasen) erfolgt.

Nach einem elften Gegenstand betrifft die Erfindung einen transluzenten Polyurethans chaumsto ff, welcher durch ein Verfahren der vorstehenden Gegenstände erhalten wurde.

Nach einem zwölften Gegenstand betrifft die Erfindung ein Mehrschichtverbundelement, in welchem der transluzente Polyurethanschaumstoff gemäß Gegenstand 11 zwischen zwei, bevorzugt transluzenten und/oder transparenten, Elementen vorliegt oder zwei transluzente Polyurethanschaumstoffschichten ein transparentes und/oder transluzentes Element umgeben.

Nach einem dreizehnten Gegenstand betrifft die Erfindung ein Mehrschichtverbundelement gemäß Gegenstand 12, dadurch gekennzeichnet, dass das eine oder die zwei, bevorzugt transluzenten und/oder transparenten, Elemente Gewebe, Gelege, Gestricke, Folien oder Platten sind, besonders bevorzugt sind diese hergestellt aus den Materialien Glas, Polymethylmethacrylat oder Polycarbonat, am stärksten bevorzugt sind beide Elemente aus demselben oder aus unterschiedlichem Material.

Nach einem fünfzehnten Gegenstand betrifft die Erfindung die Verwendung des transluzenten Polyurethanschaumstoffs gemäß Gegenstand 11 oder des Mehrschichtverbundelements gemäß Gegenstand 12 oder 13 als Bauelement, insbesondere als Dachelement wie ein Lichtband, eine Lichtkuppel, als Wandelement wie ein Paneel, in Fahrzeugen, in Lampen, als Möbel, als Trennwände oder in Sanitäreinrichtungen.

Bespiele

Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand von Beispielen weiter erörtert, ist jedoch nicht auf diese beschränkt:

Verwendete Komponenten:

Katalysatoren

• Dibutylzinndilaurat

• DHU (1,8-Diazabicyclo[5.4.0] undec-7-en)

Verwendete Verbindungen A):

· Desmophen Cl 100: (difunktionelles Ester-Carbonatdiol mit einer Viskosität von 3200 ±

1300 mPa*s (bei 23°C)

• LS2328: (difunktionelles Polyesterpolyol, mit einer Ol l -Zahl von 755 (mg KOH/g)) Schaumstabilisatoren (Polyether-Polydimethylsiloxan-Copolymere):

• Tegostab B8421

Verwendete Iso- und Polyisocyanate B)

• Desmodur N3900: (Iminooxadiazinedion)

Stabilisatoren

Verwendete Messverfahren:

Die Wärmeleitzahlen wurden gemäß nach DIN 52616: 1977-11 an 30 mm dicken Schaumstoffen ermittelt.

Lichttransmission nach EN ISO 13468-2:2006 an 20 mm dicken Schaumstoffen gemessen, außer es wird explizit eine andere Dicke angegeben.

Zellgröße und Zellstegdicke wurden wie vorstehend beschrieben unter Verwendung eines Li chtmikro sko s gemessen.

Der Yellowing Index, nachstehend auch lediglich als YI bezeichnet, wurde gemäß ASTM E 313:2015 bestimmt.

Die Trübung der Reaktionsgemische wurde nach DIN EN I SO 7027:2016-11 bestimmt.

Vergleichsbeispiel la und Beispiel lb

Eine Isocyanat -reaktive Zusammensetzung aus 65,15 g Desmophen Cl 100, 0,17 g Irganox 1135, 0,17 g Irganox PS800, 1,75 g Wasser, 0,13 g Katalysator Dibutylzinndilaurat und 0,25 g

Katalysator DHU wurde mit 57,4 g Desmodur N3900 wie nachfolgend beschrieben verarbeitet: a) Die oben aufgeführten Substanzen wurden mit einem Laborrührwerk der Fa. Pendraulik bei 2800 U/min für 60 Sekunden und 23 °C Rohstofftemperatur vermischt und das Reaktionsgemisch vorsichtig in eine Form gegossen. Der Schaum war nach 2 h abgebunden.

b) Die oben aufgeführten Substanzen wurden mit einem Speedmixer bei 2750 U/min für 30

Sekunden und 23 °C Rohsto fftemp eratur vermischt und das Reaktionsgemisch vorsichtig in eine Form gegossen. Der Schaum war nach 2 h abgebunden.

Nachfolgende Lichttransmissionen an 20 mm dicken Schäumen nach EN ISO 13468-2 wurden ermittelt:

la)Pendraulik lb)Speedmixer

3,4% 17,4%

Initialtrübung nach Initialtrübung nach

Mischen: 3626 NTU Mischen: 388 NTU

Vergleichsbeispiel 2a und Beispiel 2b

Eine Isocyanat-reaktive Zusammensetzung aus 48,02 g LS2328, 0,17 g Irganox 1135, 1,75 g Wasser, 0,16 g Schaumstabilisator Tegostab B8421 und 0,09 g Katalysator Dibutylzinndilaurat, 0,19 g Katalysator DBU wurde mit 74,79 g Desmodur N3900 wie nachfolgend beschrieben verarbeitet:

c) Die oben aufgeführten Substanzen wurden mit einem Laborrührwerk der Fa. Pendraulik bei 2800 U/min für 60 Sekunden und 23 °C Rohstofftemperatur vermischt und das Reaktionsgemisch vorsichtig in eine Form gegossen. Der Schaum war nach 2 h abgebunden.

d) Die oben aufgeführten Substanzen wurden mit einem Speedmixer bei 2750 U/min für 30 Sekunden und 23 °C Rohsto ffternp eratur vermischt und das Reaktionsgemisch vorsichtig in eine Form gegossen. Der Schaum war nach 2 h abgebunden.

Nachfolgende Lichttransmissionen an 15 bzw. 20 mm dicken Schäumen nach EN ISO 13468-2 wurden ermittelt:


*) Bei 20 mm Schaumdicke des auf konventionellem Wege (mit Pendraulik- Rührwerk) hergestellten Schaumes war die Lichttransmission dieses feinzelligen, weißen Schaumes zu gering, so dass die Dicke auf 15 mm verringert werden musste um noch eine Messung durchführen zu können.

Die Wärmeleitfähigkeit von Beispiel 2b gemessen nach DIN 52616 beträgt 55 mW/mK.

Das Mischaggregat Speedmixer DAC 150 FAZ vermischt die Komponenten weitgehend blasenfrei, während beim Vermischen mit dem Laborrührwerk IKA - RW20 oder dem Laborrührwerk der Fa. Pendraulik Luft eingemischt wird. Die gemessene starke Trübung des Reaktionsgemisches beim Vermischen mit dem Laborrührer IKA - RW20 der Firma Pentraulik zeigt sich auch an der Lichttransmission der Schäume.

Bei einem Pendraul ikmischer wird bei 2800 U/min Luft in das Reaktionsgemisch eingemischt. Es bildet sich ein , , Strude Wortex' ' aus, dabei bildet sich beim Mischen eine große Mischoberfiäche mit Luft aus, die zu unerwünschtem Lufteintrag führt.

Bei einem Speedmischer werden die Bestandteile in einer taumelden Rotationsbewegung gemischt. Dabei wird nicht nur oberflächenarm gemischt sondern es wird auch durch die Zentrifugalkraft, die Luft, als Bestandteil niedrigerer Dichte, aus dem Gemisch herausdrängt.