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1. (WO2010124679) SHELTER
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Beschreibung

Unterstand

Die Erfindung betrifft einen Unterstand, insbesondere einen Carport.

Unterstände sind freistehende, offene Bauten mit Dach zum Schutz von Personen und Gegenständen vor Witterung. Beispiele für Unterstände sind Überdachungen von Bahnsteigen, überdachte Lagerplätze sowie Unterstellplätze für Kraftwagen, sogenannte Carports.

Bei Unterständen sind im Randbereich des Dachs angeordnete Stützen in vielen Fällen unerwünscht. Besonders bei Carports können solche Stützen das Ein- und Ausparken von Kraftwagen unnötig erschweren.

Aus EP 1 696 087 A1 ist ein Carport bekannt, dessen schwenkbares Dach lediglich auf zwei Mittelstützen angeordnet ist. Das Dach wird zur photovoltaischen Stromerzeugung genutzt.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen erweiterbaren Carport zu schaffen mit einer schlanken und tragsicheren Stützkonstruktion, die ein einfaches Ein- und Ausparken von Kraftwagen ermöglicht.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt mit dem in Anspruch 1 angegebenen Unterstand. Demgemäß weist der vorzugsweise als Carport genutzte Unterstand ein Dach auf, das auf mehreren Fachwerken fest angeordnet ist. Jedes Fachwerk umfasst vier Schrägstützen in einer W-förmigen Anordnung sowie einen auf den Schrägstützen gelagerten Träger der Länge L, wobei je Fachwerk die erste und die zweite Schrägstütze wie auch die dritte und die vierte Schrägstütze nach unten zueinander spitzwinklig und an einem Fundament angeschlossen sind und die zweite und die dritte Schrägstütze nach oben zueinander spitzwinklig sind. Wesentlich ist außerdem, dass der Träger in einem ersten Abschnitt zwischen 1/10 L und 3/10 L an der ersten Schrägstütze, in einem zweiten Abschnitt zwischen 4/10 L und 6/10 L an der zweiten und an der dritten Schrägstütze und schließlich in einem dritten Abschnitt zwischen 7/10 L und 9/10 L an der vierten Schrägstütze angeschlossen ist.

Die für Carports und andere Unterstände neuartige W-förmige Anordnung setzt sich dementsprechend aus zwei nebeneinander gestellten, nach unten spitzwinkligen V-Formen zusammen, welche durch jeweils zwei der Schrägstützen gebildet werden. Zudem definiert jede W-förmige Anordnung zusammen mit dem auf ihr lagernden Träger und mit dem jeweils mindestens einen, als fester Anschluss wirkenden Fundament eine vertikale Fachwerkebene, die insgesamt drei Fachwerkdreiecke enthält. Dabei werden die zwei äußeren Fachwerkdreiecke von der ersten und zweiten bzw. der dritten und vierten Schrägstütze und dem Träger eingeschlossen. Das dritte bzw. innere Fachwerkdreieck wird mittels dem mindestens einen Fundament zusammen mit der zweiten und dritten Schrägstütze gebildet. Entsprechend können die erste und vierte Schrägstütze auch als äußere und die zweite und dritte Schrägstütze auch als innere Schrägstütze bezeichnet werden.

Da der Träger seitlich über die W-förmige Anordnung bzw. die äußeren Fachwerkdreiecke auskragt, kann das Dach eines als Carport genutzten Unterstands genau unter denjenigen Bereichen freitragend sein, welche zum Ein- und Ausfahren mit einem Kraftwagen gerne beansprucht werden. Diese seitliche Auskragung des Trägers vom Anschluss der ersten bzw. der vierten Schrägstütze zum jeweiligen Trägerende beträgt gemäß dem ersten und dritten Abschnitt zwischen 10 und 30 % der Länge L des Trägers. Insbesondere ein Ein- und Ausfahren, bei dem wegen einer quer zu den Stellplätzen verlaufenden Zufahrt gleichzeitig abzubiegen ist, wird mittels einer derartigen Stützkonstruktion wesentlich erleichtert.

Die W-förmige Anordnung erlaubt es außerdem, die Schrägstützen und insbesondere den Träger besonders schlank auszuführen und trotzdem eine hohe Tragfähigkeit für die einzelnen Fachwerke zu erreichen. Denn werden die Träger in den angegebenen Abschnitten an den Schrägstützen angeschlossen, so ergibt sich für den Träger eine geringe Biegebeanspruchung bzw. ein insgesamt günstiger Biegemomentenverlauf mit einer weitgehend ausgeglichenen Momentenverteilung. Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn der erste Abschnitt des Trägers zwischen 3/20 L und 5/20 L und der zweite Abschnitt zwischen 9/20 L und 11/20 L und der dritte Abschnitt zwischen 15/20 L und 17/20 L liegt. Entsprechend beträgt die seitliche Auskragung des Trägers in diesem Fall jeweils zwischen 15 und 25 % der Länge L des Trägers, wobei hier, wie auch bei den weiter gefassten Abschnitten, eine zur Mitte des Trägers symmetrische Verteilung der Anschlüsse bzw. Knoten bevorzugt wird. Ist der Träger bei rund 0,2 L an der ersten Schrägstütze und bei rund 0,5 L an der zweiten und an der dritten Schrägstütze und bei rund 0,8 L an der vierten Schrägstütze angeschlossen, so ist das Verhältnis zwischen Tragfähigkeit und Querschnitt des Trägers besonders effektiv.

Zur konstruktiven Ausführung kann es zweckmäßig sein, zwischen den beiden V-Formen oben eine Lücke, vorzugsweise von weniger als 1/10 L vorzusehen, sodass die zweite und dritte Schrägstütze einzeln nebeneinander am Träger angeschlossen sind. Alternativ ist es auch denkbar, diese Schrägstützen mittels eines gemeinsamen Knotenelements am Träger anzuschließen. Selbstverständlich können die zweite und dritte Schrägstützen auch einzeln mittels solcher Knoten- oder Anschlusselementen am Träger angeschlossen sein, ebenso die erste und vierte Schrägstütze. Zum Anschluss des Trägers an den Schrägstützen ist es außerdem möglich, die Schrägstützen mittels Kipplager an dem Träger anzulenken, sodass im Fachwerk oben keine oder kaum Drehmomente übertragen werden. So können die Schrägstützen insbesondere jeweils direkt mit dem Träger über Achsbolzen kippgelenkig verbunden sein. Falls zwischen den Schrägstützen und dem Träger Knoten- oder Anschlusselemente vorgesehen sind, können alternativ auch in diesen Elementen Kipplager enthalten sein. Insbesondere im Fall einer Kipplagerung kann es zudem von Vorteil sein, wenn der jeweilige Träger zwei Hälften umfasst, zwischen denen die Schrägstützen eingespannt sind.

Der untere Anschluss der Schrägstützen an einem Fundament erfolgt bevorzugt mittels Knotenelementen, wobei die erste und die zweite Schrägstütze mittels eines gemeinsamen Knotenelements und/oder die dritte und die vierte Schrägstütze mittels eines gemeinsamen Knotenelements an einem Fundament gelagert sein können. Wie bei den Anschlüssen an den Träger kann es zum Anschluss der Schrägstützen an einem Fundament ebenfalls von Vorteil sein, die Schrägstützen dort mittels Kipplager anzulenken, insbesondere in Kombination mit gemeinsamen Knotenelementen, an denen dann bevorzugt je zwei benachbarte Kipplager vorgesehen sind. Der Abstand zwischen den Anschlüssen der zweiten und dritten Schrägstütze an dem mindestens Fundament kann zweckmäßigerweise zwischen 1/10 L und 3/10 L, vorzugsweise zwischen 1/10 L und 2/10 L betragen, wobei ein Wert von rund 0,15 L statisch besonders günstig ist.

Um die erste und zweite wie auch die dritte und vierte Schrägstütze unten fest zu lagern, ist es möglich, jeweils ein Fundament vorzusehen, beispielsweise einen betonierten Sockel oder einen gegründeten Pfahl. In einer bevorzugten Ausführungsform ist je Fachwerk jedoch genau ein gemeinsames Fundament vorgesehen. Dieses kann insbesondere als betoniertes Streifenfundament ausgeführt sein, bevorzugt in Fertigbauweise. Der Schwerpunkt eines solchen gemeinsamen Fundaments ist vorzugsweise zentral unter dem Träger angeordnet.

Das Dach des Unterstands kann wie üblich eine Dachfläche und eine diese tragende Unterkonstruktion umfassen. Die Dachfläche kann hierbei horizontal ausgebildet sein, oder sie ist in einer bevorzugten Ausführungsform einheitlich geneigt, vergleichbar mit einem Pultdach. Dachneigungen bis zu 25° gelten als zweckmäßig, besonders im Bereich zwischen 7° und 13°. Die Fachwerke sind dabei vorzugsweise quer zum First des Dachs angeordnet, sodass die Träger bevorzugt dieselbe Neigung aufweisen können wie die Dachfläche. Die Dachfläche kann außerdem in bekannter Weise mittels einer Deckung und/ oder einer Abdichtung aus bekannten Materialien und Elementen ausgeführt sein, wobei es in bestimmten Fällen zweckmäßig sein kann, die Dachfläche regendurchlässig statt regen-oder wasserdicht auszuführen. Die tragende Unterkonstruktion des Dachs kann mehrere Querträger umfassen, welche auf Trägern benachbarte Fachwerke befestigt sind und diese quer überspannen. Diese Art der Konstruktion kann auch als Pfetten-Binder-Konstruktion bezeichnet werden, bei der die Querträger in der Art von Pfetten parallel zum First der Dachfläche verlaufen und quer auf den Trägern bzw. Bindern der Fachwerke lagern. Die zur Eindeckung oder Abdichtung vorgesehenen Elemente können dann auf den Querträgern montiert sein.

In einer bevorzugten Ausführungsform sind auf dem Dach des Unterstands eine Vielzahl von PV-Modulen angeordnet, oder das Dach ist selbst mit einer Vielzahl von PV-Modulen gedeckt, wobei die PV-Module vorzugsweise direkt auf den zuvor erwähnten Querträgern montiert sein können. Diese photovoltaische Nutzung des Dachs ist bei großflächig ausgeführten Unterständen besonders vorteilhaft. Ein solches Dach kann ebenso wie das zuvor beschriebene, gewöhnlich genutzte Dach je nach Anzahl und Abstand der Fachwerke auf einfache Weise mittels Verlängern beliebig erweitert werden. So können bei N Fachwerken N - 1 durch die Fachwerke getrennte Felder zum Unterstellen von Personen oder Gegenständen vorgesehen sein.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Unterstand ein Carport für zwei Reihen von Kraftwagen. Hierbei ist es zweckmäßig, die Kraftwagen parallel zu den Fachwerken ein- und auszuparken, sodass die eine Wagenreihe auf der Seite des Firsts und die andere Wagenreihe auf der Seite der Traufe untergestellt ist. Abhängig davon, ob vorwärts oder rückwärts eingeparkt wurde, kann es daher sein, dass ein Wagen der einen und ein Wagen der anderen Reihe in Fahrtrichtung hintereinander stehen oder sich Front an Front oder auch Heck an Heck gegenüberstehen. Bei einem solchen als Carport ausgeführten Unterstand können die Fundamente zusätzlich als Anfahrschutz für die Schrägstützen wirken, wobei die Fundamente dann vorzugsweise als gemeinsame Streifenfundamente ausgeführt sind. Besonders vorteilhaft ist jedoch, dass das Dach des Carports wunschgemäß unter den Ein- und Ausparkbereichen besonders großzügig freitragend ist. Außerdem kann der Schwenkbereich der Fahrzeugtüren frei gehalten werden. Ebenso ist der Zugang zu den Fahrzeugtüren frei. Des Weiteren ist das Verhältnis zwischen der überdachten Stellfläche und dem Materialeinsatz für die Fachwerke sehr effizient. Und ferner kann der Carport mittels Verlängerung des Dachs und entsprechender Anordnung weiterer Fachwerke nahezu beliebig vergrößert werden. Bei großzügig ausgeführter Dachfläche mit einheitlicher Neigung eignet sich ein solcher Carport dann besonders für die vorstehend erwähnte zusätzliche photovoltaische Nutzung. In einer diesbezüglichen Weiterentwicklung ist ergänzend mindestens eine Zapfeinrichtung für elektrische Energie vorgesehen. Hierbei kann die elektrische Energie zumindest teilweise aus den zuvor beschriebenen PV-Modulen gewonnen werden. Mit einer solchen Zapfeinrichtung ist es dann möglich, untergestellte und mit elektrischen Strom betriebene Kraftwagen entsprechend zu laden.

Schließlich sei erwähnt, dass sich der erfindungsgemäße Unterstand bevorzugt, aber nicht nur als Carport eignet. Ebenso kann der Unterstand als Überdachung für einen Lagerplatz, ein Busterminal, eine Tankstelle oder dergleichen mehr eingesetzt werden. Dabei kann es sinnvoll sein, wenn der Unterstand optional oder alternativ quer zu den Fachwerken bzw. parallel zum First befahrbar ist.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 und 2 zwei Perspektiven eines Carports,

Fig. 3 und 4 zwei Seitenansichten des Carports gemäß Fig. 1 und 2.

Der in Fig. 1 bis Fig. 4 dargestellte Carport weist ein Dach 7 auf, das auf vier Fachwerken 6 angeordnet ist. Jedes Fachwerk 6 umfasst vier Schrägstützen 1 bis 4 in einer neuartigen W-förmigen Anordnung sowie einen auf den Schrägstützen 1 bis 4 gelagerten Träger 5 der Länge L. Die vier Fachwerke 6 sind jeweils auf einem Fundament 8 angeordnet.

Das Dach 7 des Carports umfasst eine rechteckige Dachfläche und eine diese tragende Unterkonstruktion. Wie zu erkennen ist, weist die Dachfläche eine einheitliche, flache Neigung von rund 10° auf. Sie setzt sich im Wesentlichen aus 15 mal 20 identischen PV-Modulen 12 zusammen, die miteinander ein PV-Modulfeld ergeben, das zur photovoltaischen Stromerzeugung nutzbar ist. Die PV-Module sind rahmenlos und im Format rechteckig. Die tragende Unterkonstruktion der Dachfläche besteht im Wesentlichen aus 21 Strängen, aufgrund fertigungstechnischer Grenzlängen in geeigneten Punkten gestoßener Modulträger 13, die in Art von gleichmäßig beabstandeten Pfetten parallel zum First 14 des Dachs 7 verlaufen. Auf den Modulträgern 13 sind die PV-Module 12 mittels nicht näher ersichtlicher Klemmen montiert. In den Spalten zwischen den PV-Modulen 12 kann die Dachfläche regendurchlässig sein, so dass bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel die photovoltaische Nutzung des Dachs und der Schutz vor Sonneneinstrahlung im Vordergrund steht. Alternativ kann die Dachfläche zum Regenschutz auch regen- oder wasserdicht ausgeführt sein.

Die vier Fachwerke 6 stehen vertikal auf den Fundamenten 8 und sind zu den Ortgängen 15 des Dachs 7 parallel ausgerichtet. Sie sind außerdem gleichmäßig voneinander beabstandet und bilden entsprechend drei Felder gleicher Feldspannweite. Quer auf den Trägern 5 der Fachwerke 6 sind die Modulträger 13 befestigt. Um die tragende Unterkonstruktion für die Dachfläche möglichst leicht zu gestalten, bestehen die Modulträger 13 vorzugsweise aus Aluminium. Die Träger 5 und die Schrägstützen 1 bis 4 der vier Fachwerke 6 sind ebenfalls aus Aluminium oder alternativ aus Baustahl hergestellt.

Die neuartige W-förmige Anordnung der Schrägstützen 1 bis 4 jedes Fachwerkes 6 ist aus den Seitenansichten in Fig. 3 und Fig. 4 besonders gut ersichtlich. Sie setzt sich aus zwei nebeneinander gestellten, nach unten spitzwinkligen V-Formen zusammen, die durch jeweils zwei der Schrägstützen 1 bis 4 gebildet werden. Die W-förmige Anordnung beschreibt daher zusammen mit dem Träger 5 und dem als fester Anschluss wirkenden Fundament 8 eine vertikale Fachwerkebene, die insgesamt drei Fachwerkdreiecke enthält. Die zwei äußeren Fachwerkdreiecke werden dabei durch den Träger 5 jeweils zusammen mit der ersten und zweiten sowie mit der dritten und vierten Schrägstütze 1 und 2 bzw. 3 und 4 gebildet. Und das dritte bzw. innere Fachwerkdreieck wird vom Fundament 8 zusammen mit und der zweiten und dritten Schrägstütze 2 und 3 eingeschlossen.

Die erste und die zweite Schrägstütze 1 und 2 sowie die dritte und die vierte Schrägstütze 3 und 4 konvergieren jeweils nach unten, wobei die erste und zweite Schrägstütze 1 und 2 einen Winkel α1 von rund 68° und die dritte und vierte Schrägstütze 3 und 4 eine Winkeln α" von rund 54° einnehmen. Außerdem ist ersichtlich, dass die erste und die zweite Schrägstütze 1 und 2 sowie die dritte und die vierte Schrägstütze 3 und 4 an ihrem unteren Ende paarweise an dem Fundament 8 angelenkt sind. Dazu sind je Fachwerke 6 zwei auf dem Fundament 8 befestigte Knotenelemente 17 und 18 vorgesehen, in welchen die Schrägstützen 1 und 2 bzw. 3 und 4 über einfache Achsbolzen drehgelenkig lagern, sodass die Schrägstützen 1 bis 4 an den Knotenelementen 16 und 17 bei Belastung keine Drehmomente in der Ebene der Fachwerke 6 übertragen. Zur Montage werden die Fachwerke 6 bevorzugt liegend zusammengesetzt und anschließend mit einem Hebezeug aufgerichtet und an den Fundamenten 8 angeschlossen. Die vier Fundamente 8 des Carports sind als betonierte Streifenfundamente ausgeführt. Wie lediglich aus Fig. 4 zu erkennen ist, ist das Fundament 8 jeweils unterhalb der Bodenoberfläche 20 auf einer Sauberkeitsschicht 19 aus unbewehrtem Beton oder einem anderen tragfähigen Untergrund angeordnet. Das Fundament 8 trägt dabei obenauf beide Knotenelemente 17 und 18 in einem Abstand 21 , der rund 0,15 L des Trägers 5 entspricht.

Aus der Geometrie der W-förmigen Anordnung folgt weiter, dass die zweite und die dritte Schrägstütze 2 und 3 nach oben konvergieren. Hier mit einem Winkel ß von etwa 35°. Außerdem trägt oben jede Schrägstütze 1 bis 4 den zugehörigen Träger 5. Dazu sind die Schrägstützen 1 bis 4 an ihren oberen Enden an dem Träger 5 angelenkt. Jeder der Träger 5 ist hierfür aus zwei vorzugsweise U-förmigen Hälften zusammengesetzt, zwischen denen die Schrägstützen 1 bis 4 mittels Kipplager 22 bis 25 mit einfachen Achsbolzen drehgelenkig gelagert und eingespannt sind, sodass auch zwischen den Schrägstützen 1 bis 4 und den Trägern 5 bei Belastung keine bedeutenden Drehmomente in der Fachwerksebene übertragen werden. Außerdem ist ersichtlich, dass der Träger 5 quer zum First 14 verläuft und daher mit derselben Neigung von rund 10° wie die Dachfläche geneigt ist. Entsprechend variieren die Längen der Schrägstützen 1 bis 4, wobei die erste Schrägstütze 1 gefolgt von der zweiten Schrägstütze 2 die längste ist und die zweite und die dritte Schrägstütze 2 und 3 etwa die gleiche Länge aufweisen.

Da die Spannweiten des Trägers 5 zwischen den vorgenannten Anlenkungen der Schrägstützen 1 bis 4 großzügig bemessen sind und insbesondere aufgrund von Niederschlag in Form von Schnee hohen zusätzlichen Lasten auftreten können, ist es für eine möglichst geringe Biegebeanspruchung des Trägers 5 aus statischer Sicht entscheidend, an welcher Stelle die Schrägstützen 1 bis 4 am Träger 5 angelenkt sind. So ist aus Fig. 4 ersichtlich, dass beginnend mit dem oberen Ende des Trägers 5 die erste Schrägstütze 1 bei ca. 0,22 L, die zweite Schrägstütze 2 bei ca. 0,49 L, die dritte Schrägstütze 3 bei ca. 0,51 L und die vierte Schrägstütze bei ca. 0,78 L am Träger 5 gelagert ist. Bei einer derartigen Lagerung über drei Auflagerbereiche, wobei die Auflager der zweiten und dritten Schrägstütze 2 und 3 als ein gemeinsamer Auflagerbereich angesehen werden, ist die Biegebeanspruchung des Trägers nahezu minimal, und es ergibt sich ein sehr günstiger Biegemomentenverlauf mit ausgeglichener Momentenverteilung. Die Schrägstützen 1 bis 4 können für eine vergleichbare statische Wirkung auch an anderen als den gezeigten Stellen am Träger 5 angeordnet sein. Diese alternativen Stellen können in einem ersten Abschnitt 9 für die erste Schrägstütze 1 , in einem zweiten Abschnitt 10 für die zweite und dritte Schrägstütze 2 und 3 sowie in einem dritten Abschnitt 11 für die vierte Schrägstütze 4 liegen. Der erste Abschnitt 9 erstreckt sich dabei wiederum ausgehend vom oberen Trägerende von 3/20 L bis 5/20 L, der zweite Abschnitt 10 von 9/20 L bis 11/20 L und der vierte Abschnitt 11 von 15/20 L bis 17/20 L des Trägers 5. Auch bei in diesen Abschnitten 9 bis 11 angelenkten Schrägstützen 1 bis 4 können die Fachwerke 6 mit vergleichsweise wenig Materialeinsatz sehr tragfähig ausgeführt werden, sodass der Carport entsprechend großzügig für eine photovoltaische Nutzung dimensionierbar ist. So beträgt die Länge L des Trägers 5 im gezeigten Ausführungsbeispiel 13,0 Meter und die Länge des Firsts 14 rund 20 Meter, wobei die drei Fachwerke 6 jeweils ca. 5 Meter voneinander beabstandet sind und die Dachfläche an den Ortgängen 15 ca. 2,5 Meter übersteht. Die Dachfläche ist entsprechend ca. 260 Quadratmeter groß. Aufgrund der flachen Neigung des Dachs 7 von rund 10° ist die Unterstellfläche für Kraftwagen nur unwesentlich kleiner. Sind hohe Schneelasten zu erwarten kann der Abstand zwischen den Fachwerke 6 auch weniger, beispielsweise nur 2,5 Meter betragen.

Wie in Fig. 3 veranschaulicht, ist der Carport für zwei Reihen von Personenwagen ausgelegt. Die Wagen der einen Reihe fahren dabei bevorzugt unterhalb der Traufe 16 ein und aus und die der anderen Reihe unterhalb des Firsts 14, wobei es prinzipiell möglich ist, den Carport parallel zu den Fachwerken 6 ganz zu durchfahren. Besonders vorteilhaft ist, dass die Ein- und Ausfahrbereiche unter dem First 14 und der Traufe 16 besonders großzügig freitragend sind. So ist das komplette erste Viertel des Dachs jeweils hinterhalb des Firsts 14 und der Traufe 16 gänzlich freitragend. Erst bei rund 0,2 L bzw. 0,8 L des Trägers beginnt die W-förmige Anordnung, wobei jeweils die erste und die vierte Schrägstütze 1 und 4 mit einem Winkel von rund 37° bzw. 50° aus der Vertikalen derart schräg nach innen bzw. nach unten zum Fundament 8 verlaufen, dass ein anfahrbares Hindernis unter der Annahme der üblichen Höhe einer Fahrzeugfront erst tief im Innern des Carports, d. h. nach mehr als einem Drittel der überdachten Fläche, in Form der Schrägstütze 1 bzw. 4 vorliegt. Entsprechend einfach gestaltet sich das Ein- und Ausparken. Hinzu kommt, dass der Schwenkbereich für die vordere Fahrzeugtür für einen vorwärts eingeparkten Wagen frei von Hindernissen geöffnet werden kann. Auch der Zugang für Personen zu den Fahrzeugtüren ist gewährleistet. In vorteilhafter Weise wirken die Fundamente 8 zugleich als Anfahrschutz für die Fachwerke 6.

Ferner weist die Traufe 16 eine für kleinere Lieferwagen noch geeignete lichte Höhe von rund 2,2 Meter über der Bodenoberfläche 20 auf. Eine Spannweite von rund 5 Metern zwischen den Fachwerken 6 erlaubt es, in jedem der drei Felder vorzugsweise zwei mal zwei Fahrzeuge zu parken. Auch unter den freitragenden Dachüberständen zwischen den Ortgängen 15 und den jeweils benachbarten Fachwerken 6 können zwei Fahrzeuge in derselben oder in entgegengesetzter Richtung parken. Insgesamt bietet der hier aufgezeigte Carport daher eine Nennkapazität von 18 Personenkraftwagen. Selbstverständlich kann der Carport beliebig in Richtung des Firstes 14 verlängert werden. Es ist aber genauso denkbar, die Dachfläche auch parallel zu den Ortgängen 15 zu verlängern und dabei die Länge der Träger 5 und die Höhe der Schrägstützen 1 bis 4 oder aber vorzugsweise die Proportionen der Fachwerke 6 und der Fundamente 8 insgesamt kongruent zu vergrößern.

Der hier aufgezeigte Carport kann selbstverständlich auch als Unterstand für andere Zwecke verwendet werden, beispielsweise als Lagerplatz für Industriegüter oder auch als Überdachung für eine Tankstelle oder für ein Busterminal. Selbstverständlich ist es auch möglich, das Dach eines solchen Unterstands mit anderen Elementen als PV-Modulen einzudecken, beispielsweise mit Modulen zur solarthermischen Energiegewinnung oder mit gewöhnlichen Eindeckelementen aus Blech oder Kunststoff.