Processing

Please wait...

Settings

Settings

Goto Application

1. WO2007143970 - PRESSURE SAFEGUARD FOR FERMENTATION CONTAINERS

Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

[ DE ]

Drucksicherung für Fermentationsbehälter

Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft eine Drucksicherung für Fermentationsbehälter.

Stand der Technik

Biogasanlagen erzeugen Methan durch einen mikrobiellen Abbauprozess von organischen Substanzen. Das Biogas entsteht dabei in einem mehrstufigen

Prozess, der Vergärung oder Faulung durch die Aktivität von anaeroben

Mikroorganismen, d.h. unter Ausschluss von Luft. Die Art der Organismenstämme wird im Wesentlichen durch die spezifischen Prozessparameter wie Temperatur,

Substrat, pH-Wert, etc. determiniert. Dadurch wird eine Anpassung der Mikroorganismen an das jeweilige Substrat erreicht, die es ermöglicht, eine Vielzahl organischer Materialien durch Fermentation abzubauen.

Organisches Material besitzt aus chemischer Sicht einen hochmolekularen Aufbau, der in den einzelnen Verfahrensschritten einer Biogasanlage durch Stoffwechseltätigkeit der Mikroorganismen zu niedermolekularen Bausteinen abgebaut wird. Neben Biogas, das im Wesentlichen aus Methan und Kohlendioxid besteht, verbleibt in der Prozesskette als Fermentationsrückstand eine Mischung aus Wasser, nicht abgebautem organischem Material und anorganischen Bestandteilen. Nicht abgebaut werden in der Regel stark ligninhaltige, holzige Materialien und cellulosereiche Stoffe. Anorganische Bestandteile sind Minerale in Form von Sand und Steinen, aber auch kristallisierte Salze.

Zentrale Bauteile einer Biogasanlage sind die Fermentationsbehälter (Fermentoren, Reaktoren, Nachgärer), in denen die primären biologischen Prozesse ablaufen. Als Werkstoffe zum Bau der Fermentoren werden üblicherweise Beton oder Stahlplatten (emailliert, beschichtet oder aus Edelstahl) eingesetzt.

Die in einer Biogasanlage ablaufenden mikrobiellen Abbauprozesse sind stark von der Fermentertemperatur abhängig. Aus diesem Grund werden die Reaktoren meist thermisch isoliert und mit einer Heizung (externe Wärmetauscher, Heizwendeln an der Innenwand, beheizte Rührwerke oder Fußbodenheizung) ausgestattet.

Für die genannten mikrobiellen Abbauprozesse können sowohl mesophile wie auch thermophile Mikroorganismen eingesetzt werden. Die Abbauprozesse laufen im Fall mesophiler Mikroorganismen bei Temperaturen zwischen 20 und 400C und im Fall thermophiler Mikroorganismen bei einer Temperatur von rund 55°C ab.

Das durch Bakterien im Fermenter bzw. in einem eventuell vorhandenen Nachgärer aus Biomasse wie z. B. Gülle, Grasschnitt, sonstige landwirtschaftliche Reststoffe und nachwachsende Rohstoffe hergestellte Biogas wird im Fermenter, im Nachgärer und/oder in einem externen Gasspeicher gesammelt. Fermenter, Nachgärer und/oder externer Gasspeicher sind dazu oft mit einem elastischen Dach (Membran) ausgestattet.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden unter dem Begriff „Fermenter" nicht nur Fermentoren an sich verstanden, sondern jede Art von großvolumigem Behälter, in dem Biogas durch mikrobielle Abbauprozesse produziert und das gebildete Biogas gesammelt wird. Neben den Fermentern handelt es sich dabei insbesondere um Nachgärer.

Üblicherweise werden Drucksicherungen an der Außenwand des Fermenters angebracht. Dabei kommt es häufig zu dem Problem, dass das in der Drucksicherung enthaltene Sperrwasser einfriert und die Drucksicherung damit ihre Funktionsfähigkeit verliert. Als Abhilfe wird üblicherweise eine Glykol- Wassermischung verwendet, deren Schmelzpunkt deutlich unter 00C liegt.

Allerdings bietet auch diese Maßnahme keine endgültige Sicherheit, da es aufgrund von in die Drucksicherung kondensierendem Wasser zu einer Verdünnung der Wasser/Glykol-Mischung kommt, wodurch der Schmelzpunkt steigt und es wieder zu einem Einfrieren der Flüssigkeit kommen kann.

Als weitere Maßnahme zur Verhinderung des Einfrierens werden elektrische Heizbänder um die Drucksicherung gewickelt und die Vorrichtung permanent geheizt. Bei einem Stromausfall setzt allerdings diese Heizung aus und es kann wiederum zu einem Einfrieren der Drucksicherung kommen.

Aus dem geschilderten Stand der Technik geht hervor, dass die Drucksicherung von Fermentern und anderen Sammelbehältern für Biogas gegenwärtig unbefriedigend gelöst ist.

Darstellung der Erfindung

Hier setzt die Erfindung an. Der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Fermenter für die Biogasherstellung mit einer Drucksicherung bereitzustellen, die die Nachteile des Standes der Technik vermeidet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Fermenter mit Drucksicherung gemäß unabhängigem Anspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Details, Aspekte und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den Figuren.

Die vorliegende Erfindung stellt einen Fermenter für die Biogasherstellung mit einer Drucksicherung zur Verfügung. Die Drucksicherung steht erfindungsgemäß in thermischen Kontakt mit dem Fermenterinnenraum.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Idee zu Grunde, dass das Einfrieren der Fermenterdrucksicherung, also beispielsweise das Einfrieren der Sperrflüssigkeit in der Drucksicherung durch eine geeignete Platzierung der Drucksicherung an dem Fermenter verhindert werden kann. Steht nämlich, wie erfindungsgemäß vorgesehen, die Drucksicherung in thermischen Kontakt mit dem Fermenterinnenraum, so herrschen am Ort der Drucksicherung zu jeder Zeit im Wesentlichen die im Fermenterinnenraum vorliegenden Temperaturen. Da die mikrobielle Umsetzung von Biomasse zu Biogas in der Rege! bei Temperaturen zwischen 20 und 550C, in jedem Fall aber bei Temperaturen deutlich über 00C stattfindet, ist ein Einfrieren der Sperrflüssigkeit der Drucksicherung ausgeschlossen. Selbst bei einem längeren Stillstand der Anlage von bis zu 3 Tagen sinkt die Temperatur im Fermenterinnenraum nur sehr langsam, wodurch ein Einfrieren der Drucksicherung auch bei einem kompletten Ausfall der Biogasanlage verhindert wird.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird der erfindungsgemäß vorgesehene thermisch Kontakt zwischen der Drucksicherung und dem Fermenterinnenraum dadurch hergestellt, dass die Drucksicherung in der Fermenterwand untergebracht ist.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird der erfindungsgemäß vorgesehene thermische Kontakt zwischen der Drucksicherung und dem Fermenterinnenraum dadurch hergestellt, dass die Drucksicherung im Fermenterinnenraum untergebracht ist.

Durch die permanente Temperierung der Drucksicherung auf die Temperatur des Fermenterinnenraums erübrigt sich auch die Verwendung von teuren Frostschutzmitteln als Sperrflüssigkeit.

In einem Fermenter kann es aufgrund von Betriebsstörungen sowohl zum Aufbau eines Unterdrucks wie auch zum Entstehen eines Überdrucks kommen. Eine besondere Vorsorge muss daher sowohl auf eine Über- wie auch auf eine Unterdrucksicherung des Fermenters verwandt werden.

Ein Unterdruck kann in dem Fermenter insbesondere dann entstehen, wenn das in die Biogasanlage integrierte Blockheizkraftwerk mehr Gas aus dem Fermenter abzieht als dort produziert wird. Blockheizkraftwerke sind zwar üblicherweise mit einem Unterdruckschalter ausgestattet, welcher aber versagen kann. Aufgrund der mit einem Unterdruck im Fermenter verbundenen drastischen Folgen wie beispielsweise dem Zusammenbruch der kompletten Dachkonstruktion des Fermenters, dem Auslaufen des Fermenterinhalts und dem Eintritt von Sauerstoff in den Fermenter mit Bildung hochexplosiver Gasgemische, ist eine zusätzliche mechanische Sicherung gegen Unterdruck an jedem Fermenter.

Zu einem Überdruck im Fermenter kann es kommen, wenn das Blockheizkraftwerk weniger Gas aus dem Fermenter abzieht, als in diesem produziert wird oder wenn eine Betriebsstörung des Blockheizkraftwerks vorliegt. Blockheizkraftwerke sind zwar üblicherweise mit einem Überdruckschalter ausgestattet, der das Blockheizkraftwerk bei Überdruck automatisch startet, dieser kann aber ebenso versagen wie der Unterdruckschalter. Bei Fermentern, die mit einer Gasspeicherfolie ausgestattet sind, kann es bei Überdruck zu einem Platzen der Folie kommen. Bei Fermentern mit festem Dach kann es zu so starken Schäden kommen, dass der Fermenterinhalt ausläuft oder der Fermenter vollständig zusammenbricht.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt es sich daher bei der Drucksicherung um eine Drucksicherung sowohl gegen Unterdruck wie auch gegen Überdruck. Dadurch wird eine mechanische Sicherung des Fermenters gegen Über- wie auch gegen Unterdruck bereit gestellt.

Ist in der vorliegenden Anmeldung nachfolgend von einer Drucksicherung die Rede, so ist darunter eine Sicherung sowohl gegen Unterdruck wie auch gegen Überdruck zu verstehen. Unter dem Begriff „Drucksicherung" werden also nachfolgend eine Sicherung gegen Unterdrück und eine Sicherung gegen Überdruck zusammengefasst.

Als Drucksicherung wird ein an sich aus dem Stand der Technik bekannter Drucksiphon verwendet. In der Drucksicherung ist ein Schwimmerteller montiert, der zur Abdichtung in eine Flüssigkeit eintaucht. Dadurch wird der Gasraum der Anlage (Fermenter) gegenüber der Atmosphäre abgeschlossen. Die Flüssigkeitsvorlage (Sperrflüssigkeit) bildet einen Drucksiphon.

Bei der beschriebenen Art von Drucksicherung handelt es sich also um eine nach dem „Tauchglockenprinzip" arbeitende Drucksicherung. Ein Fermenter für die Biogasherstellung mit einer in thermischen Kontakt mit dem Fermenterinnenraum stehenden, nach dem Tauchglockenprinzip arbeitenden Drucksicherung stellt daher eine besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar.

Die Arbeitsweise des Drucksiphons beruht auf dem Prinzip von Druck und Gegendruck. Der Schwimmerteller wirkt mit seiner Gewichtskraft dem Gasdruck im Fermenter entgegen. Über auf dem Schwimmerteller montierte Gewichte kann der Auslösedruck eingestellt werden. Erreicht der Innendruck des Fermenters einen voreingestellten Wert von beispielsweise 2 mbar (entsprechend 2 cm Wassersäule), so wird der Schwimmerteller nach oben bewegt. Dadurch kann Biogas ungehindert durch ein zum Fermenterinnenraum hin offenes Rohr, durch die Drucksicherung und dann durch ein nach außen offenes Rohr aus dem Fermenter ausströmen.

Der Schwimmerteller taucht mit drei Stützfüßen voraus in die Sperrflüssigkeit ein. Stellt sich im Fermenter ein Unterdruck von beispielsweise 2,5 mbar ein, so wird die Sperrflüssigkeit durch den vergleichsweise höheren Atmosphärendruck in den Fermenter verdrängt. Dadurch kann durch das nach außen offene Rohr Luft von aus der Umgebung in den Fermenter einströmen. Es stellt sich auf diese Weise wieder ein Druckgleichgewicht zwischen dem Fermenterinnenraum und der Umgebung ein.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Drucksicherung in einem Einbauschrank untergebracht. Durch die Verwendung eines Einbauschranks ist ein problemloser und kostengünstiger Einbau der Drucksicherung in den Fermenter möglich. Der Einbauschrank kann unabhängig von der Errichtung des Fermenters mit allen vorgesehenen Elementen ausgerüstet werden, insbesondere mit der Drucksicherung. Nach Fertigstellung des Fermenters kann der Einbauschrank an einer geeigneten Stelle in der Wandung des Fermenters oder im Fermenterinnenraum angebracht werden.

Soll der Einbauschrank in der Fermenterwand untergebracht werden, so wird die Fermenterwand bei der Errichtung des Fermenters mit einer Aussparung in Normgröße versehen, in die der Einbauschrank dann nur noch passgenau eingesetzt zu werden braucht. Die Montage der Drucksicherung in den Einbauschrank kann vorab erfolgen. Die Außenmaße des Einbauschranks betragen beispielsweise rund 105 cm x 65 cm x 25 cm, wobei die Tiefe des Einbauschranks von rund 25 cm ungefähr der Dicke der Fermenterwand entspricht. Der Einbauschrank kann aber auch zum Fermenterinnenraum hin aus der Fermenterwand vorspringen.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der Einbauschrank mit der Drucksicherung in einer zum Fermenterinnenraum hin offenen Aussparung der Fermenterwand untergebracht. Eine Nische in der Fermenterwand stellt einen sicheren und leicht zugänglichen Anbringungsort für die Drucksicherung dar. Zur Funktionsfähigkeit der Drucksicherung ist es erforderlich, dass die Drucksicherung eine direkte Verbindung zur Außenatmosphäre aufweist. Der Einbauschrank weist aber wesentlich größere Außenabmessungen auf als die Drucksicherung selbst. Der Einbauschrank kann daher in einer zum Fermenterinnenraum hin offenen Aussparung der Fermenterwand untergebracht werden, wobei gleichzeitig eine wesentlich kleinere Öffnung zur Außenatmosphäre in der Fermenterwand vorgesehen ist, wodurch die Funktionsfähigkeit der Drucksicherung sicher gestellt wird.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ersetzt der Einbauschrank einen Teil der Fermenterwand. In diesem Fall ist eine Wand des Einbauschranks als Teil der Außenwandung des Fermenters sichtbar. In dieser Ausführungsform kann das Rohr der Drucksicherung (die "Abblasleitung"), durch das im Überdruckfall Biogas aus dem Fermenter in die Umgebung strömt und im Unterdruckfall Umgebungsluft in den Fermenter einströmt, in einfacher Weise vormontiert werden. Da die Rückwand des Einbauschranks die äußere Wandung des Fermenters bildet, braucht diese Rückwand nur mit einer genormten Öffnung versehen werden, durch die das Ein-/Ausströmrohr der Drucksicherung geführt wird.

Der Einbauschrank mit der Drucksicherung wird in der Nähe der Oberkante des Fermenters in die Fermenterwand eingebracht. Zum einen muss sich der Einbauschrank selbstverständlich in dem Bereich des Fermenters befinden, der von dem gebildeten Biogas gefüllt ist und darf nicht von dem Substrat überströmt werden. Zum anderen geben die "Sicherheitsregeln für landwirtschaftliche Biogasanlagen" bauliche Grenzwerte für die Mündung der Abblasleitung des Biogases vor. Die Mündung der Abblasleitung muss nämlich mindestens 3 m über dem Boden und mindestens 1 m über dem Dach bzw. dem Behälterrand münden. Da das andere Ende der Abblasleitung in der Drucksicherung mündet, bietet es sich an, den Einbauschrank mit der Drucksicherung in der Nähe der Oberkante des Fermenters zu platzieren. '

Bevorzugt ist in dem Einbauschrank zusätzlich ein Gasdrucksensor angebracht. Ein zusätzlicher Gasdrucksensor mit Druckanzeige erlaubt zum einen die Aufzeichnung der Druckentwicklung mit der Zeit im Fermenterinnenraum und zum anderen eine visuelle Überprüfung der Druckverhältnisse, wodurch ein früheres Reagieren auf Betriebsstörungen ermöglicht wird. Durch das Anbringen des Gasdrucksensors im Einbauschrank ist der Drucksensor geschützt und leicht zugänglich montiert.

Ebenfalls bevorzugt ist eine Ausführungsform, gemäß der in der Wandung des Einbauschranks zusätzlich eine Entnahmeöffnung für Proben des Fermenterinhalts vorgesehen ist. Dadurch wird es möglich Proben des Fermenterinhalts zu entnehmen, ohne dazu den Fermenterinnenraum betreten zu müssen.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind in den Wandungen des Einbauschranks zwei Sichtfenster vorgesehen. Die Sichtfenster ermöglichen eine Beobachtung des Fermentersubstrats, ohne den Fermenterinnenraum betreten zu müssen.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist an der Drucksicherung ein Schauglas vorgesehen. Durch das Schauglas ist der Flüssigkeitsstand der Sperrflüssigkeit der Drucksicherung sichtbar. Über ein Nachfüllrohr kann die Sperrflüssigkeit soweit aufgefüllt werden, dass der Füllstand bis zum oberen Rand des Schauglases steigt. Eventuell überflüssige Sperrflüssigkeit kann durch das zum Fermenterinnenraum hin offene Rohr der Drucksicherung in den Fermenter abfließen.

Wartungsarbeiten wie z. B. das Kontrollieren und Nachbefüϊlen der Drucksicherung können bequem von einem Podest aus durchgeführt werden. Dies gilt auch für Probeentnahmen über die integrierte Entnahmeöffnung wie auch für Reinigungsarbeiten am Gasdrucksensor. Jeder Fermenter weist an seiner Außenseite standardmäßig ein Podest an der immer gleichen Position auf.

Die Drucksicherung ist zu Reinigungs- und Justagezwecken mit zwei demontierbaren Blindflanschen versehen.

Bevorzugt ist der Einbauschrank aus Edelstahl gefertigt, wodurch eine ausreichende Korrosionsbeständigkeit und damit Lebensdauer des Schranks gewährleistet ist.

Die vorliegende Erfindung umfasst auch die Verwendung einer Drucksicherung zum Einbau in den Innenraum eines Fermenters für die Biogasherstellung, die Verwendung einer Drucksicherung zum Einbau in die Wandung eines Fermenters für die Biogasherstellung sowie die Verwendung einer Drucksicherung zum Einbau in einen Einbauschrank, wobei der Einbauschrank im Innenraum oder in der Wandung eines Fermenters für die Biogasherstellung angeordnet ist.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Zur Illustration der Erfindung und zur Verdeutlichung ihrer Vorzüge werden nachfolgend Ausführungsbeispiele angegeben. Diese Ausführungsbeispiele sollen im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Es versteht sich von selbst, dass diese Angaben die Erfindung nicht beschränken sollen. Es zeigen

Fig. 1 eine schematische Darstellung einer typischen ' landwirtschaftlichen Biogasanlage;

Fig. 2a eine schematische Darstellung einer Drucksicherung;

Fig. 2b eine schematische Darstellung der Drucksicherung der Figur 2a bei Überdruck im Fermenter;

Fig. 2c eine schematische Darstellung der Drucksicherung der Figur 2a bei Unterdruck im Fermenter;

Fig. 3 einen Schnitt durch eine Fermenterwand mit in einem Einbauschrank untergebrachter Drucksicherung.

Wege zur Ausführung der Erfindung

Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer typischen landwirtschaftlichen Biogasanlage. Durch methanogene Bakterien wird im Fermenter 1 und Nachgärer 2 Biomasse wie z. B. Gülle, Grasschnitt und sonstige landwirtschaftliche Reststoffe in Biogas umgewandelt. Dieses wird im Nachgärer (mit elastischem Dach 3) gesammelt und in feinsten Blasen in einen PBR 4 eingeleitet. In diesem befinden sich Biogas-tolerante, Fotosynthese treibende Mikroorganismen.

Das Kohlendioxid löst sich in dem wässrigen System und wird durch die Mikroorganismen mittels Licht in Sauerstoff und Biomasse umgewandelt. Nebenbestandteile im Gas wie z. B. Ammoniak und Schwefelwasserstoff lösen sich im wässrigen System und werden als Spurenbestandteile von den Mikroorganismen verstoffwechselt. Weitere von den Mikroorganismen benötigte und nicht durch das Gas bereitgestellte Spurenelemente müssen separat zudosiert werden. Methan löst sich kaum und wird durch die Organismen nicht abgebaut.

Die nicht gelösten Gase (vor allem Methan und Sauerstoff) werden durch einen Gas-Flüssigkeits-Separator 5 von der Flüssigkeit im PBR getrennt. Das so aufbereitete Reingas wird in eine zweite elastische Haube 6 auf dem Nachgärer geleitet. In die Wandung des Nachgärers 2 ist ein Einbauschrank mit einer Drucksicherung eingelassen.

Ein Teil der bei der Nutzung im BHKW 7 entstehenden Abwärme kann zur Aufrechterhaltung der Temperatur im PBR in eine spezielle Ummantelung 8 geleitet werden. Die im PBR erzeugte Biomasse wird im Fermenter wieder zu Biogas vergärt.

Die Figur 2a zeigt eine schematische Darstellung einer Drucksicherung 10. In der Drucksicherung 10 ist ein Schwimmerteiler 11 montiert, der zur Abdichtung in eine Flüssigkeit 12 eintaucht. Dadurch wird der Gasraum der Anlage (Fermenter) gegenüber der Atmosphäre abgeschlossen. Der Schwimmerteller 11 wirkt mit seiner Gewichtskraft dem Gasdruck im Fermenter entgegen. Über auf dem Schwimmerteller 11 montierte Gewichte 13 kann der Auslösedruck eingestellt werden. Die Drucksicherung 10 weist ein Schauglas 16 und ein Nachfüllrohr 17 auf. Durch das Schauglas 16 ist der Flüssigkeitsstand der Sperrflüssigkeit 12 sichtbar. Über das Nachfüllrohr 17 kann die Sperrflüssigkeit 12 soweit aufgefüllt werden, dass der Füllstand bis zum oberen Rand des Schauglases 16 steigt. Eventuell überflüssige Sperrflüssigkeit 12 kann durch das Rohr 18 in den Fermenter abfließen.

Die Figur 2b zeigt eine schematische Darstellung einer Drucksicherung bei Vorliegen eines Überdrucks im Fermenter. Erreicht der Innendruck des Fermenters einen voreingestellten Wert von beispielsweise 2 mbar (entsprechend 2 cm Wassersäule), so wird der Schwimmerteller 11 nach oben bewegt. Dadurch kann das Biogas aus dem Fermenterinnenraum durch das Rohr 18 und das nach außen offene Rohr 14 ungehindert aus dem Fermenter ausströmen.

Die Figur 2c zeigt eine schematische Darstellung eines Drucksiphons bei Vorliegen eines Unterdrucks im Fermenter. Der Schwimmerteller 11 taucht mit drei Stützfüßen 15 voraus in die Sperrflüssigkeit 12 ein. Stellt sich im Fermenter ein Unterdruck von beispielsweise 2,5 mbar ein, so wird die Sperrflüssigkeit 12 durch den vergleichsweise höheren Atrnosphärendruck in den Fermenter verdrängt. Durch die Verbindung zu einem nach außen offenen Rohr 14 kann von außen Luft in den Fermenter einströmen. Es stellt sich auf diese Weise wieder ein Druckgleichgewicht zwischen dem Fermenterinnenraum und der Umgebung ein.

Die Figur 3 zeigt einen Schnitt durch eine Fermenterwand 19 mit einer in dem Einbauschrank 9 untergebrachten Drucksicherung 10. Durch das nach außen offene Rohr 14 kann im Falle eines Ünterdrucks im Fermenter von außen Luft in den Fermenter einströmen. Im Falle eines Überdrucks im Fermenter kann Biogas aus dem Fermenter durch das Rohr 18 und das nach außen offene Rohr 14 ausströmen. In der gezeigten Ausführungsform springt der Einbauschrank zum Fermenterinnenraum hin aus der Fermenterwand 19 vor. Der Einbauschrank 9 ist zusätzlich über die fest mit dem Einbauschrank verbundenen Platten 20 an der Fermenterwand 19 befestigt.

Bezugszeichenliste

1 Fermenter
Nachgärer
3 elastisches Dach
4 Fotobioreaktor
5 Gas-Flüssigkeits-Separator
6 elastische Haube
7 Blockheizkraftwerk
8 Ummantelung
9 Einbauschrank
10 Drucksicherung
11 Schwimmerteller
12 Sperrflüssigkeit
13 Gewichte
14 nach außen offenes Rohr
15 Füße des Schwimmertellers
16 Schauglas
17 Nachfüllrohr
18 Rohr zum Fermenterinnenraum
19 Fermenterwand
20 Befestigungsplatten