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1. WO2007140893 - WOVEN FABRIC, IN PARTICULAR FOR TEXTILE BUILDINGS AND/OR COVERS

Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

[ DE ]

Gewebe, insbesondere für textile Bauten und/oder Abdeckungen

Die Erfindung betrifft ein Gewebe, insbesondere für textile Bauten und/oder Abdeckungen, bestehend aus Kettfäden und Schussfäden aus PTFE-Garn, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Herstellen eines Gewebes .

Es ist bekannt, PTFE-Garne (Polytetrafluorethylen-Garne) bei der Gewebeherstellung einzusetzen.

A u f g a b e der Erfindung ist es, ein PTFE-Gewebe anzugeben, das insbesondere auch im unbeschichteten Zustand bei hoher Reißfestigkeit eine besondere hohe Wasserdichtigkeit aufweist. Aufgabe der Erfindung ist es ferner, ein Verfahren zur Herstellung eines Gewebes, insbesondere PTFE-Gewebes, mit diesen Eigenschaften anzugeben.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Gewebe mit den Merkmalen der Ansprüche 1 oder 2 gelöst. Bevorzugte Ausführungsbeispiele sind in den hiervon abhängigen Ansprüchen angegeben. Die Aufgabe wir ferner durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß zum einen dadurch gelöst, dass die Kettfadenzahl zumindest annähernd doppelt so groß ist wie die Schussfadenzahl. Es hat sich gezeigt, dass mit einer solchen Konfiguration eine besonders gute Wasserdichtigkeit erzielbar ist.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung liegt darin, dass die Kettfadenzahl 100 bis 125 Faden/cm, insbesondere 115 +/- 3 Faden/cm, beträgt und/oder dass die Schussfadenzahl 50 bis 80 Faden/cm, insbesondere 57 +/- 3 Faden/cm beträgt.

Versuche haben gezeigt, dass mit diesen Fadendichten ohne Be- schichtung eine Wasserdichtigkeit von 8 cm Wassersäule und mehr erzielbar ist. Durch die vergleichsweise hohe Fadenzahl lassen sich vergleichsweise kleine Poren erzielen, woraus die gute Dichtigkeit resultiert. Daneben kann durch die vergleichsweise hohe Kettfadenzahl eine besonders hohe Reißfestigkeit erzielt werden. Durch die vergleichsweise hohe Schuss-fadenzahl kann die Maschinenleistung beim Weben erhöht werden, was mit einer Erhöhung der Wirtschaftlichkeit einhergeht.

Erfindungsgemäße Gewebe können in der Architektur, insbesondere in der Außenarchitektur eingesetzt werden. Insbesondere können derartige Gewebe bei Schirm- und Sonnensegelkonstrukti-onen, bei großen Zeltschirmen, bei Markisen, bei faltbaren Beschattungen, bei Zeltkonstruktionen und/oder bei Flächentrag-werken zum Einsatz kommen. Mit dem erfindungsgemäßen Gewebe lassen sich Schirmkonstruktionen beispielsweise der Größe 25 m x 25 m realisieren.

Erfindungsgemäß wird ein PTFE-Garn verwendet, das chemisch besonders inert und besonders UV-stabil ist, und somit für Außenanwendungen besonders gut geeignet ist.

Bevorzugt ist es nach der Erfindung, dass die Kettfäden aus einem Einfachgarn bestehen und/oder dass der Titer der Kettfäden niedrig gewählt wird. Erfindungsgemäß kann der Titer der Kettfäden beispielsweise 350 bis 370 dtex, insbesondere etwa 360 dtex betragen. Bei einer geringen Garnstärke stellt sich ein besonders weicher Griff ein.

Ferner ist vorteilhaft, dass die Schussfäden aus einem Einfachgarn bestehen, dessen Titer vorzugsweise höher als der Titer der Kettfäden, zweckmäßigerweise etwa doppelt so groß ist. Insbesondere kann der Titer der Schussfäden 640 bis 660 dtex, bevorzugt etwa 650 dtex betragen. Auch ein Titer von zumindest annähernd 720 dtex kann vorgesehen sein.

Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Schussfäden aus einem gefachten Garn, insbesondere mit zwei Einzelfäden bestehen. In diesem Fall kann der Titer der Schussfäden geeigneterweise dem Titer der Kettfäden entsprechen. Beispielsweise kann der Titer der Schussfäden 350 bis 370 dtex, bevorzugt etwa 360 dtex betragen. Insbesondere kann der Titer der Einzelfäden die angegebenen Werte aufweisen. Unter einem gefachten Garn kann insbesondere ein Garn verstanden werden, das aus mehreren Einzelfäden besteht, die nicht miteinander verzwirnt sind sondern zumindest annähernd parallel zueinander verlaufen.

Verglichen mit einem Zwirn benötigen die Einzelfäden eines gefachten Garnes in der Regel etwas mehr Platz in der Gewebestruktur, so dass das bei Verwendung eines gefachten Garnes resultierende Gewebe etwas dicker und/oder auch besonders weich sein kann. Daneben erlauben gefachte Garne auch eine höhere Farbflexibiltät gegenüber verzwirnten Fäden.

Sofern als Schussfaden ein gefachtes Garn mit zwei Einzelfäden verwendet wird, kann die Zahl der Einzelfäden pro Längeneinheit das Doppelte der Schussfadenzahl betragen. Werden beispielsweise 50 bis 65 Schüsse pro cm vorgesehen, d.h. beträgt die Schussfadenzahl der gefachten Schussfäden 50 bis 65 Fa- den/cm, so beträgt die Zahl der Einzelschussfäden 100 bis 130 Faden/cm.

Statt eines gefachten Garnes, bei dem die Fäden nicht oder nicht nennenswert miteinander verdreht sind, kann grundsätzlich auch ein verzwirntes Garn verwendet werden. Insbesondere kann das Garn in diesem Fall zwei Einzelfäden aufweisen, deren Titer beispielsweise 350 bis 370 dtex, bevorzugt etwa 360 dtex betragen kann. Durch Verwendung vergleichsweise dünner Einzel- fäden in einem Zwirn oder einem gefachten Garn wird verglichen mit einem Einfachgarn mit gleichem Gesamttiter eine höhere O-berflache und somit eine bessere Wasserabweisung erreicht, was insbesondere bei der Verwendung in der Außenarchitektur vorteilhaft sein kann.

Der Griff des Gewebes kann dadurch verbessert werden, dass die Schussfäden und/oder die Kettfäden schwach gedreht sind.

Insbesondere ist es bei Verwendung in der Außenarchitektur vorteilhaft, dass das Gewebegewicht zumindest 900 g/m2 beträgt. Beispielsweise kann ein Gewebegewicht von etwa 1000 g/m2, vorzugsweise von etwa 2000 g/m2 vorgesehen werden.

Ein besonders weicher Griff und eine gute Wasserdichtigkeit kann dadurch erzielt werden, dass die Gewebebindung eine Panamabindung oder eine Köperbindung ist. Vorzugsweise kann eine Panama 6/6 Bindung vorgesehen sein. Insbesondere kann eine 4-fädige Panama 6/6 Bindung mit der Steigungszahl 4, also eine P 6/6 (4) 4 Bindung vorgesehen sein.

Im Hinblick auf die Reißfestigkeit des Gewebes ist es besonders vorteilhaft, dass das Gewebe mehrlagig, insbesondere dop-pellagig gewebt ist. Bei einer doppellagigen Gewebestruktur konnte im Zusammenhang mit der erfindungsgemäß vergleichsweise hohen Kettfadenzahl eine Reißfestigkeit von mehr als 5000 N/5cm erzielt werden.

Die Sauberkeit des Gewebes kann dadurch verbessert werden, dass es nach dem Weben in zumindest einem Bad behandelt wird. Bevorzugt ist es, dass das Gewebe in einem Säurebad, in einem Alkalibad und/oder in einem Oxidationsmittelbad gewaschen wird. Geeigneterweise wird das Gewebe nacheinander in allen drei Abteilen gewaschen, wobei die Reihenfolge erstens Säurebad, dann Alkalibad und schließlich Oxidationsmittelbad vorgesehen sein kann. Beispielsweise handelt es sich bei dem Oxidationsmittelbad um ein Wasserstoffperoxydbad, das ein besonders wirksames und wirtschaftliches Oxidationsmittel darstellt. Die chemischen Bäder sind vorteilhafterweise erwärmt und haben für eine besonders hohe Wirksamkeit geeigneterweise eine erhöhte Temperatur, beispielsweise von ca. 800C. Sofern eine Waschung in chemischen Bädern vorgesehen ist, ist es vorteilhaft, dass zum Ende der Waschung eine Spülung mit Reinstwasser vorgesehen ist. Eine solche Spülung kann auch zwischen den einzelnen Bädern vorgesehen sein.

Um einem Verrutschen von Gewebenähten entgegenzuwirken, das heißt um eine besonders hohe Nahtfestigkeit zu erhalten, kann es vorteilhaft sein dass die Kettfäden zumindest annähernd in einer Ebene liegen.

Weiterhin ist es vorteilhaft, das weiße Kettfäden verwendet werden und zumindest ein Teil der Schussfäden farbig ist. Insbesondere können in der Gewebestruktur periodisch farbige Schussfäden vorgesehen sein, währen die verbleibenden Schussfäden weiß sind. Beispielsweise kann jeder fünfte oder jeder zehnte Schussfaden in Farbe ausgeführt sein. Hierdurch kann in besonders einfacher und wirtschaftlicher Weise eine farbige Gewebestruktur erhalten werden. Da gemäß diesem Ausführungs- beispiel die farbigen Fäden überdies nur in einem Fadensystem vorhanden sind, erlaubt das Ausführungsbeispiel eine besonders einfache Ausrichtung des Gewebes in folgenden Verarbeitungs- schritten. Überdies wird ein besonders harmonisches und zugleich gleichmäßiges Gewebebild erhalten.

Mit dem erfindungsgemäßen Gewebe können eine hohe mechanische Festigkeit, insbesondere Windfestigkeit, eine hohe Alterungsbeständigkeit, insbesondere UV-Beständigkeit und/oder gute Beschattungseigenschaften erreicht werden.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen eines Gewebes mit Kettfäden und Schussfäden ist dadurch gekennzeichnet, dass beim Durchschießen der Kettfäden zumindest zwei parallel verlaufende Einzelfäden gleichzeitig durch ein Fach der Kettfäden geführt werden.

Ein Grundgedanke des erfindungsgemäßen Verfahrens kann darin gesehen werden, dass bei jedem Schuss zumindest zwei, geeigneterweise genau zwei, Einzelfäden parallel in ein Fach eingeschossen werden. Nach diesem Erfindungsaspekt wird also als Schussfaden insbesondere ein gefachtes Garn verwendet, so dass sich die in diesem Zusammenhang beschriebenen Vorteile verwirklichen lassen. Da die beiden Einzelfäden gleichzeitig eingeschossen werden, kann verglichen mit einem Zwirn dieselbe Maschinenleistung, das heißt Schusseintragsleistung, realisiert werden.

Es können beim Weben auch mehrere Fächer gleichzeitig vorgesehen werden, so dass gleichzeitig mehrere Schussfäden eingeschossen werden können, von denen zumindest einer gefacht ausgebildet ist. Hierdurch kann die Produktivität weiter gesteigert werden.

Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden vorzugsweise 50 bis 65 Schüsse pro cm vorgesehen. Da jedoch pro Schuss gleichzeitig mehrere Einzelfäden eingebracht werden, ist die Einzelschussfadenzahl entsprechend höher.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere für die Herstellung von Geweben aus PTFE-Garn geeignet. Vorzugsweise ist das Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Gewebes vorgesehen.

Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird geeigneterweise eine Webmaschine mit zumindest zwei Garnträgern und zumindest zwei Vorspulgeräten für die beiden Einzel-fäden des Schussfadens verwendet.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Aus-führungsbeispiels näher erläutert, das schematisch in der beigefügten Zeichnung erläutert ist. Die Zeichnung zeigt in Figur 1 einen möglichen Bindungsrapport für ein erfindungsgemäßes Gewebe, wobei der Pfeil die Kettrichtung angibt. Entsprechend der Figur 1 ist eine 4-fädige Panama 6/6 (4) Bindung vorgesehen.