PATENTSCOPE will be unavailable a few hours for maintenance reason on Tuesday 19.11.2019 at 4:00 PM CET
Search International and National Patent Collections
Some content of this application is unavailable at the moment.
If this situation persists, please contact us atFeedback&Contact
1. (WO2007009800) ORAL, QUICKLY DISINTEGRATING FILM, WHICH CANNOT BE SPIT OUT, FOR AN ANTIEMETIC OR ANTIMIGRAINE AGENT
Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

Nicht-ausspuckbarer, oraler, schnell-zerfallender Film für Antiemetikum oder Antimigränemittel

Die Erfindung bezieht sich auf einen nicht-ausspuckbaren, oralen, schnell zerfallenden, einschichtigen Film mit einem Antiemetikum oder Antimigränemittel, dessen Herstellung und dessen Verwendung.

Pharmazeutische Darreichungsformen wie beispielsweise
Schmelztabletten, die im Mund kleben und schnell zerfallen, sind in vielerlei Hinsicht vorteilhaft. Sie erleichtern die orale Verabreichung von Medikamenten an Patienten mit
psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, die einer Therapie mit anderen oralen Arzneiformen (z.B. Filmtabletten) nur schwer zugänglich sind. Aufgrund der Mucoadhesivität und des schnellen Zerfalls der Darreichungsform ist es dem Patienten nicht möglich, die Arzneiform z.B. in der Mundhöhle aufzubewahren und später wieder auszuspucken. Nachteilig an Schmelztabletten ist jedoch deren kostenintensive Herstellung, die einen aufwendigen Lyophilisierungsprozeß erfordert; vgl. z.B. DE 27 44 493, EP 0 793 495 und WO 01/39 836. Darüber hinaus sind einige Wirkstoffe in Filmtabletten nur bedingt chemisch stabil.

Als orale Arzneiformen, welche mucoadhesiv sind und oral schnell zerfallen, kommen auch flächenförmige Filme in
Betracht. Diese zeichnen sich durch eine geringe Schichtdicke und somit durch ein große Oberfläche aus, was einen schnellen Zerfall bewirkt.

WO 03/101 420 beschreibt Filme mit verringerter Tendenz zur Mundschleimhaut-Haftung, WO 03/070 227 mucoadhäsive Filme, und zwar jeweils Filme mit Mitteln gegen Erbrechen oder Migräne, die einen Kohlendioxidbildner als Brausezusatz enthalten.
Nachteilig an einem Brausezusatz sind der saure Geschmack sowie die Schaumbildung im Mund. Zudem ist die Formulierung sehr feuchteempfindlich. Auch eine mögliche chemische Interaktion der Brausebestandteile mit den Hilfsstoffen der Formulierung ist nachteilig.

WO 02/02085 offenbart Filme mit verringerter Tendenz zur
Mundschleimhaut-Haftung und mit Hohlräumen, um die Haftung des Films an der Mundschleimhaut zu verringern.

EP 259749 beschreibt niedrig dosierte Mittel wie Antiemetika in einem Film mit wasserlöslichen Quellstoff wie beispielsweise Cellulosen und mit Glycerol als Filmbildner. Dabei kann das Verhältnis von Filmbildner zu Gelbildner 1:18 bis 2:11 betragen (d.h. 0,56:10 bis 1,8:10) .

WO 04/012720 offenbart Filme mit Pullulan und Natriumalginat als Quellstoffe und gegebenenfalls Glycerol als Filmbildner und z.B. einem Antimigränemittel oder Antiemetikum, wobei das
Verhältnis von Filmbildner zu Quellstoff z.B. 1,2:10 betragen kann (Example 4) .

WO 04/096193 beschreibt Filme mit modifizierter Stärke und beispielsweise einem Antimigränemittel, wobei die Filme in der Mundöhle haften können. Genannt werden Glycerol, Olivenöl und Mannitol als Filmbildner und Pectin, Xanthan-Gum,
Pseudoakazien-Gum, Carrageenan und modifizierte Stärke als Gelbildner bei einem Verhältnis von Filmbildner: Gelbildner von beispielsweise 6,9:10 (Example 1) bzw. 0.9:1 (Example 2). In den Filmen der Beispiele wird stets ein Tensid zugesetzt.

Nachteilig an der Verwendung von Tensiden ist jedoch deren mögliche haut- bzw. schleimhautreizende Wirkung. Ausserdem schmecken viele der üblichen Tenside sehr bitter. Nachteilig ist ebenfalls eine mögliche Interaktion bei der
Wirkstoffaufnähme im Gastrointestinal-Trakt .

Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines nicht-ausspuckbaren Films mit einem Antiemetikum oder
Antimigränemittel . Der Film soll für die orale Verabreichung des Antiemetikums oder Antimigränemittels geeignet sein. Der Film soll im Mund nach Kontakt mit Flüssigkeit oder Speichel kleben und dort schnell zerfallen, beispielsweise unter
Einwirkung von Speichel aufgelöst oder zersetzt werden. Der wirkstoffhaltige Film soll sowohl chemisch als auch
physikalisch stabil sein. Der Film soll frei von den oben genannten Tensiden, Brausezusätzen oder Geschmacksmaskierern sein. Die Herstellung des Films soll kostengünstig sein.

Zur Lösung der Aufgabe stellt die Erfindung eine filmförmige Zubereitung, die einen oder mehrere Filmbildner, einen oder mehrere Gelbildner und einen oder mehrere Wirkstoff (e) aus der durch Antiemetika und Antimigränemittel gebildeten Gruppe umfasst. Die filmförmige Zubereitung ist bevorzugt einschichtig und vorzugsweise im wesentlichen frei von Hohlräumen, Tensiden, Brausezusätzen und Geschmacksmaskierern. Bevorzugt ist die filmförmige Zubereitung ein Film, insbesondere ein fester Film. Bevorzugt ist der Film einschichtig und umfassend einen oder mehrere Filmbildner, einen oder mehrere Gelbildjner und einen oder mehrere Wirkstoff (e) . Bevorzugt ist der Film im
wesentlichen frei von Hohlräumen, Tensiden, Brausezusatz und Geschmacksmaskierern. Bevorzugt zerfällt der Film rasch in Speichel.

Es wurde gefunden, dass die erfindungsgemäße Zubereitung eine sehr vorteilhafte Kombination aus mechanischer Stabilität des Films und schneller Freisetzung des Wirkstoffes bietet.

So betrifft eine Ausführungsform der Erfindung eine
einschichtige filmförmige Zubereitung, umfassend einen oder mehrere Filmbildner, einen oder mehrere Gelbildner und einen oder mehrere Wirkstoff (e) . Bevorzugt ist die filmförmige
Zubereitung im wesentlichen frei von Hohlräumen, Tensiden, Brausezusatz und Geschmacksmaskierern.

Dabei bedeutet der Begriff einschichtige filmförmige
Zubereitung vorzugsweise eine feste Zubereitung, die in Form eines einschichtigen Films vorliegt. Dabei bedeutet
einschichtig, dass der Film in Form einer einzigen Schicht vorliegt, wobei die Schicht bevorzugt homogen ist. Der Film kann flexibel oder nicht flexibel sein, ist aber vorzugsweise flexibel .

Bevorzugt ist die einschichtige filmförmige Zubereitung im wesentlichen frei von Hohlräumen. Dabei wird unter einem
Hohlraum ein Bereich verstanden, der mit einem Fluid (einem Gas und/oder einer Flüssigkeit) gefüllt ist. Ein solcher Hohlraum hat üblicherweise einen Durchmesser von weniger als 100 μm. Bevorzugt ist eine filmförmige Zubereitung im wesentlichen frei von Gasblasen und/oder Hohlräumen, die ein Fluid (Gas und/oder Flüssigkeit) enthalten.

Bevorzugt ist die einschichtige filmförmige Zubereitung im wesentlichen frei von Tensiden. Dabei bedeutet im wesentlichen frei von Tensiden, dass die filmförmige Zubereitung, bezogen auf die gesamte Zubereitung, weniger als 1 Gew.-%, bezogen auf die getrocknete Zubereitung, bevorzugt weniger als 0,1 Gew.-% und besonders bevorzugt weniger als 0,01 Gew.-% Tensid enthält. Insbesondere werden keine Tenside bei der Herstellung der filmförmigen Zubereitung als Bestandteil zugesetzt. Ein Tensid im Sinne dieser Erfindung ist jedes übliche Tensid, Netzmittel oder oberflächenaktive Substanz.

Bevorzugt ist die einschichtige filmförmige Zubereitung im wesentlichen frei von Brausezusatz . Dabei bedeutet im
wesentlichen frei von Brausezusatz, dass die filmförmige
Zubereitung, bezogen auf die gesamte Zubereitung, weniger als 1 Gew.-%, bezogen auf die getrocknete Zubereitung, bevorzugt weniger als 0,1 Gew.-% und besonders bevorzugt weniger als 0,01 Gew.-% Brausezusatz enthält. Insbesondere wird kein
Brausezusatz bei der Herstellung der filmförmigen Zubereitung als Bestandteil zugesetzt. Ein Brausezusatz im Sinne dieser Erfindung ist eine Verbindung, die bei Zusatz von Wasser,
Lagerung, erhöhter Temperatur oder dergleichen eine gasförmige Verbindung freisetzt. Bevorzugt ist ein Brausezusatz eine
Verbindung, die im Mund, z.B. durch Einwirkung von Speichel, eine gasförmige Verbindung freisetzt, wie beispielsweise ein Kohlendioxidbildner. Die filmförmige Zubereitung enthält also keinen oder nahezu keinen Brausezusatz, wie beispielweise einen Kohlendioxidbildner .

Bevorzugt ist die einschichtige filmförmige Zubereitung im wesentlichen frei von Geschmacksmaskierern. Dabei bedeutet im wesentlichen frei von Geschmacksmaskierern, dass die
filmförmige Zubereitung, bezogen auf die gesamte Zubereitung, weniger als 1 Gew.-%, bezogen auf die getrocknete Zubereitung, bevorzugt weniger als 0,1 Gew.-% und besonders bevorzugt weniger als 0,01 Gew.-% Geschmacksmaskierer enthält.
Insbesondere werden keine Geschmacksmaskierer bei der
Herstellung der filmförmigen Zubereitung als Bestandteil zugesetzt. Ein Geschmacksmaskierer im Sinne dieser Erfindung interagiert mit einer schlecht schmeckenden Substanz, wodurch deren schlechter Geschmack "maskiert" wird.

Unter einem Geschmacksmaskierer versteht man insbesondere eine Substanz, die zur Überdeckung des schlechten Geschmacks, beispielsweise eines Wirkstoffs dient. Der Film bzw. die filmförmige Zubereitung ist insbesondere frei von Mischungen des Wirkstoffs mit Ionenaustauscherharzen,
Einschlußverbindungen des Wirkstoffs mit Cyclodextrin oder Beschichtungen des Wirkstoffs mit einem Überzug, z.B. Eudragit. Bevorzugt ist der Wirkstoff in freier Form in der Zubereitung enthalten, und nicht beispielsweise verkapselt oder
abgeschlossen .

Eine weitere Ausführungsform betrifft filmförmige,
einschichtige und vorzugsweise hohlraumfreie Zubereitungen frei von Tensiden, Brausezusatz und Geschmacksmaskierern aus einem oder mehreren Filmbildnern, einem oder mehreren Gelbildnern und einem oder mehreren Wirkstoffen aus der Gruppe der Antiemetika und Antimigränemittel .

Das Antiemetikum kann aus der durch Azasetron, Batanoprid, Cleboprid, Dazoprid, Dolasetron, Domperidon, Granisetron,
Itasetron, Levosulpirid, Nabilon, Ondansetron, Pancoprid,
Ramosetron, Tropisetron, Zatosetron und deren pharmazeutisch unbedenkliche Salze gebildeten Gruppe ausgewählt sein.

Das Antimigränemittel kann aus der durch Sumatriptan,
Almotriptan, Avitriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Zolmitriptan und deren pharmazeutisch
unbedenkliche Salze gebildeten Gruppe ausgewählt sein.

Die erfindungsgemäße Zubereitung ist frei von
Geschmacksmaskieren, kann jedoch fakultativ Süßungsmittel oder Geschmacksstoffe enthalten.

Bei der erfindungsgemäßen Zubereitung kann der Wirkstoffgehalt im Film 0,1 bis 60 Gew. % und insbesondere bis 50 Gew.-% und vorzugsweise 20 bis 30 Gew.-% und besonders bevorzugt etwa 25 Gew.-% betragen, jeweils bezogen auf die getrocknete
Zubereitung.

Für die erfindungsgemäße Zubereitung können ein oder mehrere Filmbildner aus der folgenden Gruppe vorgesehen werden:
- Zucker, Zuckeralkohole und ihre Derivate, insbesondere
Saccharose, Sorbit, Mannit, XyIit, Glucose, Fructose,
Lactose und Galactose,
niedermolekulare organische Säuren, insbesondere
Citronensäure, Bernsteinsäure, Äpfelsäure und Adipinsäure,

Polyethylenglykol, Polyethylenglykoldioleat , 1, 3-Butandiol,

Propylenglykol, Glycerol, Isopropylpalmitat, Dibutylsebacat,

Paraffinöl und Rhizinusöl,
Ethylcellulose,
Celluloseacetat,
- Cellulosephthalat,
und Mischungen solcher Filmbildner.

Für die erfindungsgemäße Zubereitung sind ein oder mehrere Filmbildner aus der durch Sorbit, XyIit, Polyethylenglykol, Polyethylenglykoldioleat, 1, 3-Butandiol, Propylenglykol ,
Isopropylpalmitat, Dibutylsebacat, Paraffinöl, Ethylcellulose, Celluloseacetat und Cellulosephthalat gebildeten Gruppe
bevorzugt .

Besonders bevorzugt ist mindestens ein Filmbildner
wasserunlöslich. Besonders bevorzugte wasserunlösliche
Filmbildner sind wasserunlösliche Ethylcellulose,
wasserunlösliches Celluloseacetat und wasserunlösliches
Cellulosephthalat, sowie Paraffinöl.

Erfindungsgemäß wird wasserunlöslich vorzugsweise so definiert, dass 1 Teil einer Verbindung (1 Teil des Filmbildners bzw. des Gelbindners) insbesondere gemäß dem Deutschen Arzneibuch (9. Ausgabe vom 1. 7. 1987) in 30 bis 100 Teilen Wasser, stärker bevorzugt in 100 bis 1000 Teilen Wasser, stärker bevorzugt in 1000 bis 10000 Teilen Wasser und besonders bevorzugt in mehr als 10000 Teilen Wasser löslich ist. Wasserlöslich wird
vorzugsweise so definiert, dass 1 Teil einer Verbindung (1 Teil des Filmbildners bzw. des Gelbildners) insbesondere gemäß dem Deutschen Arzneibuch (9. Ausgabe vom 1. 7. 1987) in 10 bis 30 Teilen Wasser, stärker bevorzugt in 1 bis 10 Teilen und
besonders bevorzugt in weniger als 1 Teilen Wasser löslich ist.

Bei der erfindungsgemäßen Zubereitung kann der Gehalt des Films an Filmbildner 5 bis 70 Gew.-% betragen, bevorzugt 5 bis 30 Gew.-%, jeweils bezogen auf die getrocknete Zubereitung.

Ein Filmbildner im Sinne dieser Erfindung ist insbesondere eine Verbindung, die der Filmzubereitung eine gewisse Flexibilität der mechanischen Eigenschaften, wie beispielsweise Rückstellkraft, Biegemodul, Dehnungsmodul und dergleichen, verleiht .

Für die erfindungsgemäße Zubereitung kann mindestens ein
Gelbildner aus der folgenden Gruppe:
- polymere Kohlenhydrate, insbesondere Cellulose und ihre Derivate, bevorzugt Hydroxypropylcellulose (HPC) ,
Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC) , Stärke und ihre
Derivate, Agar-Agar, Alginsäure, Arabinogalactan,
Galactomannan, Carrageen, Dextran, Traganth und Gummi pflanzlicher Herkunft,
synthetische Polymere, die in Wasser löslich oder quellbar sind, insbesondere Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol ,

Polyacrylsäure und Polyacrylamid,
Polypeptide, insbesondere Gelatine, Albumin und Kollagen, und
- Mischungen solcher Gelbildner vorgesehen werden.

Bei der erfindungsgemäßen Zubereitung kann der Gehalt des Films an Gelbildner 10 bis 70 Gew.-% betragen, bevorzugt 20 bis 50 Gew.-%, jeweils bezogen auf die getrocknete Zubereitung.

Ein Gelbildner im Sinne dieser Erfindung ist insbesondere eine polymere Verbindung mit einem Molekulargewicht von weniger als 60000 Dalton, vorzugsweise von 10000 bis 40000 Dalton. Polymere Verbindungen mit diesem Molekulargewicht begünstigen
vorteilhaft einen schnellen Zerfall der Zubereitung.

Für die erfindungsgemäße Zubereitung wird eine Kombination aus mindestens zwei Gelbildnern bevorzugt; gemäß einer weiteren Ausführungsform ist einer der Gelbildner wasserunlöslich.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird für die
erfindungsgemäße Zubereitung eine Kombination aus mindestens einem Cellulosederivat und einem synthetischen Polymer
bevorzugt; weiter bevorzugt eine Kombination aus mindestens einem wasserunlöslichen Cellulosederivat, gegebenenfalls einem oder mehreren weiteren Cellulosederivaten, und einem
wasserlöslichen synthetischen Polymer, und besonders bevorzugt eine Kombination aus wasserunlöslicher Ethylcellulose und/oder Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose und Polyvinylpyrrolidon. So wird in einer besonders bevorzugten Ausführungsform für die erfindungsgemäße Zubereitung eine
Kombination aus mindestens zwei Cellulosederivaten bevorzugt, von denen mindestens eines wasserunlöslich ist, insbesondere eine Kombination aus Hydroxypropylcellulose und/oder
Hydroxypropylmethylcellulose und wasserunlöslicher
Ethylcellulose .

Die erfindungsgemäße Zubereitung kann mindestens ein
Süßungsmittel, Geschmacksstoff, Konservierungsmittel, Farbstoff und/oder Füllstoff enthalten, wobei ein Gehalt von 0,1 bis 30 Gew.-%, weiter bevorzugt von 1 bis 15 Gew.-% bevorzugt wird, jeweils bezogen auf die getrocknete Zubereitung.

Die erfindungsgemäße Zubereitung kann z.B. eine Filmdicke von 1 bis 500 μm besitzen, bevorzugt 1 bis 300 μm.

Die erfindungsgemäße Zubereitung kann als runder, gerundeter, ovaler, ellipsenförmiger, dreieckiger, viereckiger oder
vieleckiger Filmform vorliegen.

Ferner kann der erfindungsgemäße Film bzw. die erfindungsgemäße Zubereitung mit glatter Oberfläche oder Oberfläche mit Erhebungen und/oder Vertiefungen vorgesehen sein. Bevorzugt kann die Oberfläche ein regelmäßiges Muster aus Erhebungen und Vertiefungen aufweisen, wie beispielsweise ein Wellenmuster oder ein Gittermuster.

Ferner kann der erfindungsgemäße Film bzw. die erfindungsgemäße Zubereitung auf einer Trägerfolie vorgesehen sein.

Ferner kann der erfindungsgemäße Film bzw. die erfindungsgemäße Zubereitung mit einer Trägerfolie aus Polyethylen-Papier (PE-Papier) , Polypropylen-Folie (PP-Folie) oder
Polyethylenterephthalat-Folie (PET-Folie) vorgesehen werden. Bevorzugt wird der erfindungsgemäße Film bzw. die
erfindungsgemäße Zubereitung auf einer Trägerfolie aus
Polyethylen-Papier (PE-Papier) , Polypropylen-Folie (PP-Folie) oder Polyethylenterephthalat-Folie (PET-Folie) versehen.

Schließlich kann der erfindungsgemäße Film bzw. die
erfindungsgemäße Zubereitung zu oraler Applikation vorgesehen sein.

Ferner betrifft eine Ausführungsform der Erfindung einen
Sachet-Beutel mit einer oder mehreren erfindungsgemäßen Filmen bzw. Zubereitungen.

Schließlich betrifft die Erfindung ein Mehrdosenbehältnis mit einer oder mehreren erfindungsgemäßen Filmen bzw.
Zubereitungen .

Überraschenderweise wurde also gefunden, daß ein einschichtiger Film bzw. eine einschichtige Zubereitung mit einem oder
mehreren Filmbildnern, einem oder mehreren Gelbildnern und einem oder mehreren Neuroleptika, wie z.B. Olanzapin, eine deutlich höhere chemische Stabilität im Vergleich zu,
beispielsweise Olanzapin-haltigen, Filmtabletten aufweist. Der Film haftet an der Mundhöhle und zerfällt innerhalb weniger Sekunden. Beispielsweise wird der Film durch Speichel aufgelöst oder zersetzt, z.B. wird ein wasserlöslicher Film aufgelöst. Somit ist der Film nicht mehr ausspuckbar. Nach Zerfall des Films wird der Wirkstoff überwiegend geschluckt und im
gastrointestinalen Trakt resorbiert. Der Wirkstoff kann zum Teil transmucosal aufgenommen werden, dies ist aber
vernachlässigbar. Der Film ist vorzugsweise im wesentlichen frei von Hohlräumen, Tensiden, Brausezusätzen oder
Geschmacksmaskierern. Die Herstellung der Filme ist wesentlich kostengünstiger im Vergleich zu sogenannten Schmelztabletten, für deren Herstellung ein aufwendiger Lyophilisierungsprozeß erforderlich ist.

Bevorzugt umfasst die erfindungsgemäße Zubereitung mindestens zwei Filmbildner. Bevorzugt umfasst die erfindungsgemäße
Zubereitung mindestens zwei Gelbildner. Besonders bevorzugt wird eine Kombination aus mindestens zwei Gelbildnern, wobei einer der Gelbildner bevorzugt wasserunlöslich ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die
erfindungsgemäße Zubereitung ein oder mehrere
Cellulosederivat (e) und ein synthetisches Polymer, insbesondere ein wasserunlösliches Cellulosederivat und ein wasserlösliches synthetisches Polymer. Bevorzugt umfasst die Zubereitung daneben einen oder mehrere weitere Filmbildner, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Sorbit, Polyethylenglykol ,
Polyethylenglykol-dioleat , 1, 3-Butandiol, Propylenglykol,
Isopropylpalmitat , Dibutylsebacat, Xylit und Paraffinöl.

Bevorzugt umfasst die Zubereitung daneben einen oder mehrere weitere Gelbildner, insbesondere ein oder mehrere weitere Cellulosederivate, weiter bevorzugt ein oder mehrere
Cellulosederivate mit einem Molekulargewicht von weniger als 60000 Dalton, und besonders bevorzugt Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose .

Eine solche Kombination aus mindestens einer wasserunlöslichen Verbindung und mindestens einer wasserlöslichen Verbindung führt dazu, dass die filmförmige Zubereitung vorteilhaft schnell den Wirkstoff freisetzt und gleichzeitig eine
ausreichend hohe Stabilität aufweist.

In einer anderen bevorzugten Ausführungsform umfasst die erfindungsgemäße Zubereitung mehrere Cellulosederivate, von denen eines wasserunlöslich ist, insbesondere
Hydroxypropylcellulose und/oder Hydroxypropylmethylcellulose und wasserunlösliche Ethylcellulose, und einen oder mehrere Verbindungen, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Sorbit, Polyethylenglykol, Polyethylenglykol-dioleat , 1, 3-Butandiol, Propylenglykol, Isopropylpalmitat , Dibutylsebacat , XyIit und Paraffinöl .

Filmbildner: Gelbildner können im Verhältnis von 0,5:10 bis 350:10, vorzugsweise 0,7:10 bis 70:10 vorliegen, weiter bevorzugt 3:10 bis 50:10, insbesondere 5:10 bis 30:10, und besonders bevorzugt 10:10 bis 15:10.

Als Wirkstoffe können Antiemetika oder Antimigränemittel eingesetzt werden.

Die Filme können ein oder mehrere Antiemetika z.B. Azasetron, Batanoprid, Cleboprid, Dazoprid, Dolasetron, Domperidon,
Granisetron, Itasetron, Levosulpirid, Nabilon,
Ondansetron, Pancoprid, Ramosetron, Tropisetron, Zatosetron und/oder deren pharmazeutisch unbedenklichen Salze enthalten.

Als Antimigränemittel können einen oder mehrere Vertreter aus der Gruppe der Triptane wie Sumatriptan, Almotriptan,
Avitriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Zolmitriptan und/oder deren pharmazeutisch unbedenklichen Salze verwendet werden .

Der Wirkstoffgehalt im Film kann 0,1 bis 60 Gew.-% und
insbesondere bis 50 Gew.-%, bevorzugt 25 Gew.-% betragen, jeweils bezogen auf die getrocknete Zubereitung.

Desweiteren kann der Film Süßungsmittel, Geschmacksstoffe, Konservierungsmittel (z.B. Sorbinsäure oder deren Salze),
Farbstoffe und/oder Füllstoffe enthalten.

Als Süßungsmittel eignen sich Sucralose, Aspartam, Cyclamat, Saccharin und/oder Acesulfam, oder Kombinationen aus diesen Stoffen.

Als Geschmacksstoffe können natürliche oder künstliche
Geschmacksstoffe, beispielsweise Zitronen-, Orangen-, Erdbeer-, Vanille-, Pfefferminzaroma, Cinnamylacetat, Citral, Citronella, Eugenylformat, Menthol und/oder Methylanisol verwendet werden.

Als Farbstoffe können pharmazeutisch übliche Farbstoffe und Pigmente verwendet werden, insbesondere TiO2, FexOx, ß-Carotin, Azorubin, Indigotin, Riboflavin und dergleichen.

Als Füllstoffe können Salze wie Carbonate, Phophate, Oxide, wie z.B. SiC>2, insbesondere in Form von Aerosil, oder dergleichen und/oder Cellulose und ihre Derivate verwendet werden, aber auch schwerlösliche Zucker bzw. Zuckerderivate, wie zum
Beispiel Lactose oder Stärkederivate wie Cyclodextrine, sofern diese im Produkt im wesentlichen ungelöst vorliegen und damit die mechanischen Eigenschaften eines Füllstoffs erfüllen.
Bevorzugt wird SiO2 als Füllstoff verwendet.

Die Dicke des Films kann 1 bis 500 μm betragen, vorzugsweise 1 bis 300 μm. Um ein unangenehmes Gefühl im Mund zu vermeiden, darf die Filmdicke nicht zu groß werden.

Die Filme können runde, ovale, ellipsenförmige, drei-, vier-oder vieleckige Formen aufweisen, sie können aber auch eine beliebig gerundete Form haben.

Die Oberfläche der Filme kann glatt sein oder mit Erhebungen oder Vertiefungen versehen sein.

Die Zerfallszeit der Filme in der Mundhöhle beträgt weniger als 200 Sekunden, bevorzugt 10 bis 60 Sekunden, insbesondere 10 bis 30 Sekunden.

Zur Herstellung des Films wird (werden) der (die) Wirkstoff (e) in einem Lösungsmittel suspendiert oder gelöst. Als Lösungsmittel können Alkohole oder Alkohol/Wasser-Gemische verwendet werden.

Nach Zugabe von Filmbildern, Gelbildern und ggf.
Süßungsmitteln, Geschmacksstoffen, Farbstoffen und/oder
Füllstoffen wird die Mischung homogenisiert. Die Mischung wird mit Hilfe eines geeigneten Streichverfahrens auf ein
Trägermaterial aufgestrichen. Als Trägermaterial kann
beispielsweise PE-Papier, PP- oder PET-Folie eingesetzt werden. Das beschichtete Trägermaterial wird bei 30 bis 120 0C,
bevorzugt bei 30 bis 700C getrocknet. Anschließend wird das beschichtete Trägermaterial zu flächenmäßig definierten, abgeteilten Filmen weiterverarbeitet. Dies kann durch Stanzung, Schneiden oder Prägung erfolgen. Die Filme werden einzeln mit oder ohne Trägerfolie in Sachet-Beutel verpackt. Sie können auch in Mehrdosenbehältnisse abgepackt werden. Vor der Einnahme wird der wirkstoffhaltige Film ggf. vom Trägermaterial
abgezogen.

Die filmförmige Zubereitung wird erfindungsgemäß zur
Verabreichung von Antiemetika bei der Behandlung von durch Zytostatika und Strahlentherapie bedingter Übelkeit und
Erbrechen, der Behandlung von postoperativer Übelkeit und
Erbrechen, und dergleichen verwendet. Die filmförmige
Zubereitung wird erfindungsgemäß zur Verabreichung von
Antimigränemitteln bei der akuten Behandlung von
Migräneanfällen mit und ohne Aura, und dergleichen verwendet. Bevorzugt wird die filmförmige Zubereitung mit Antiemetikum zur Herstellung eines Arzneimittels für die Behandlung von durch Zytostatika und Strahlentherapie bedingter Übelkeit und
Erbrechen, die Behandlung von postoperativer Übelkeit und
Erbrechen, und dergleichen eingesetzt. Bevorzugt wird die filmförmige Zubereitung mit Antimigränemittel zur Herstellung eines Arzneimittels für die akute Behandlung von
Migräneanfällen mit und ohne Aura, und dergleichen eingesetzt.

Die Erfindung wird durch nachstehende Beispiele näher
erläutert, ohne aber den Erfindungsumfang damit einzuschränken.

Sofern nicht anders angegeben beziehen sich alle Angaben in Gew.-% auf die getrocknete Zubereitung.

Beispiel 1:

Die folgenden Stoffe werden zur Herstellung von Filmen
verwendet .



''wird während des Herstellprozesses entfernt

Herstellung:

Zur Herstellung des Films wird zunächst das D-Sorbit in Wasser gelöst. Zu dieser Lösung werden 1, 3-Butandiol,
Isopropylpalmitat, Paraffinöl und Ethanol als Lösungsmittel zugegeben und gerührt. Dann werden zunächst die Ethylcellulose und die Hydroxypropylmethylcellulose zugegeben und gelöst und anschließend wird das Naratriptan zugewogen und die so
erhaltene Suspension mit einem geeigneten Rührer homogenisiert. Anschließend wird die Mischung unter Verwendung einer
Beschichtungsmaschine auf einem geeigneten Träger z.B. PE-Folie ausgestrichen und bei 500C das Ethanol/Wasser-Gemisch entfernt. Der so erhaltene Film wird dann entsprechend der Dosierung ausgestanzt und verpackt.