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1. WO2007009504 - BUILDING WALL WITH FLUIDIC LEADTHROUGHS AS ENERGY BARRIERS

Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

Gebäudewandung mit Fluiddurchführung
als Energiebarriere

Beschreibung

Die Erfindung betrifft eine Gebäudewandung mit
Fluiddurchführung als Temperaturbarriere sowie eine
Dachfläche mit Fluiddurchführung als Temperaturbarriere und ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen
Dachfläche .

Gebäudewandungen mit Fluiddurchführungen, die als
Wärinebarriere wirken, sind bekannt. So zeigt die deutsche Offenlegungsschrift DE 298 04 095 mit dem Titel
„Niedrigenergiehaus" eine Gebäudewandung mit einer
Kernzone, die Fluidleitungen aufweist. In derartigen mit einer Temperaturbarriere ausgestatteten Wänden lässt sich Niedertemperaturenergieie, beispielsweise Erdwärme zum Klimatisieren einspeisen. So ist es möglich, auch
Temperaturen von unter 18 0C, insbesondere Erdwärme, die durch Solareinspeisung erreicht wird, zu
Klimatisierungszwecken zu verwenden..

Nachteilig bei bekannten Außenwandungen von
Niedrigenenergiehäusern sind die zumeist hohen
erforderlichen Wandstärken. So benötigt eine konventionell hoch gedämmte Außenwand für Niedrig- oder
Passivgebäudetechnologie allein eine bis zu 35 cm starke Außendämmung, aber auch Gebäudewandungen mit Wärmebarriere weisen nach dem bekannten Stand der Technik etwas dünnere Dämmschichten auf.

Die Aufgabe der Erfindung ist demgegenüber, eine
Außenwandung oder eine Dachfläche bereitzustellen, welche die Ausgestaltung der Außenwände und des Daches als
möglichst schlank ermöglicht.

Weiter ist Aufgabe der Erfindung, eine in der Wand
integrierte Temperaturbarriere zugleich bei entsprechenden hohen Außentemperaturen zur Energiegewinnung zu nutzen.

Weiter ist Aufgabe der Erfindung, eine Hauswand
beziehungsweise Dachfläche bereitstellen zu können, über die im Jahresmittel ein Zugewinn von Wärmeenergie erzielt wird.

Die Aufgabe der Erfindung wird in überraschend einfacher Weise bereits durch eine Außenwandung oder Dachfläche nach einem der unabhängigen Ansprüche erreicht.

Bevorzugte Ausführungsformen und Weiterbildungen der
Erfindung sind den jeweiligen Unteransprüchen zu entnehmen.

Gemäß der Erfindung ist eine Außenwandung oder eine
Dachfläche für Gebäude mit zumindest einer
Fluiddurchführung umfassenden Temperaturbarriereschicht vorgesehen. Die Temperaturbarriereschicht ist beidseitig von Dämmschichten umgeben. Gemäß der Erfindung ist die

Dicke der' Dämmschicht auf der zur Temperaturbarriereschicht in äußerer Richtung liegenden Seite, also der Außenseite, geringer als auf der innen liegenden Seite.

Der Erfinder hat herausgefunden, dass bei einer geringeren Wärmedämmung nach außen hin die Temperaturbarriereschicht, durch die in bevorzugter Weise eine Flüssigkeit geführt wird, nicht nur als Temperaturbarriereschicht, sondern gleichzeitig, bei entsprechende hohen Außentemperaturen, als Kollektor-Schicht verwendet werden kann.

Überraschender Weise hat sich herausgestellt, dass bei einer derartig ausgestalteten Außenwandung im Jahresmittel über die Wand ein Temperaturgewinn erzielt werden kann.

Gleichzeitig kann die Wandstärke reduziert werden. Es wird also überraschenderweise bei geringerem Dämmaufwand eine positive Energiebilanz gegenüber einer stärker nach außen gedämmten Wand erreicht.

Um diesen Temperaturgewinn nutzen zu können, ist gemäß der Erfindung vorgesehen, die Fluiddurchführungen mit einem unter dem Gebäude angeordneten Wärmespeicher zu verbinden.

Wegen der näheren Ausgestaltung und Steuerung eines
Niedrigenergiehauses mit einem Wärmespeicher und
Außenwandungen mit einer Temperaturbarriereschicht wird auf die deutsche Offenlegungsschrift DE 29 04 095 mit dem Titel „Niedrigenergiehaus" sowie auf die europäischen
Offenlegungsschriften EP 850 388. mit dem Titel
„Energieanlage für Gebäude" und EP 10 624 63 mit dem Titel „Klimatisierung von Gebäuden sowie klimatisiertes Gebäude, insbesondere Null-Energiehaus" verwiesen, deren gesamter Offenbarungsgehalt hiermit inkorporiert wird.

Neben einem Zugewinn von Wärmeenergie im Jahresmittel wird gemäß der Erfindung erreicht, dass die Außenwandung oder Dachfläche insgesamt dünner ausgestaltet werden kann. Die Erfindung ist daher insbesondere zum Nachrüsten von
Altbauten vorgesehen.

Bevorzugter Weise beträgt die Dicke der Dammschicht auf der Außenseite weniger als 80 %, bevorzugt weniger als 60 % und besonders bevorzugt weniger als 40 % als die Dicke der Dämmschicht auf der innen liegenden Seite.

Es hat sich gezeigt, dass bereits eine Dämmschichtdicke von weniger als 40 % auf der Außenseite- dazu führt, dass eine hinreichende Temperaturbarriere geschaffen wird, aber dennoch ein Zugewinn von Energie im Jahresmittel erfolgt.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt die Dicke der Dämmschicht auf der außen liegenden Seite weniger als 10 cm, bevorzugt weniger als 8 cm und besonders bevorzugt weniger als 6 cm. Es hat sich herausgestellt, dass bereits Dicken von 5 cm auf der äußeren Seite
ausreichen, um selbst bei großer Kälte die Wärmeverluste nach außen so gering zu halten, dass das Haus dennoch mittels der Temperaturbarriereschicht warm gehalten werden kann.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist auf der äußeren Dämmschicht eine weitere fluidführende Schicht, die als Absorberschicht ausgebildet ist, angeordnet. So kann in den Sommermonaten über die Absorberschicht Wärmeenergie
gesammelt werden. Die Absorberschicht ist entweder mit einer weiteren Dämmschicht versehen oder direkt mit einer Außenschicht, beispielsweise einer Putzschicht versehen.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung sind die
Außenwandungen beziehungsweise Dachflächen als modulare Elemente ausgebildet. Diese modularen Elemente können fertig montiert geliefert werden und als Gebäudewandung beziehungsweise Dachfläche dienen. Gemäß der Erfindung ist sowohl vorgesehen, fertig ausgebildete Wandelemente zu liefern, die schon mit einer entsprechenden Außenschicht, zum Beispiel einer Putzschicht oder Dacheindeckung versehen sind, als auch Elemente bereitzustellen, die noch mit einer Außenschicht, insbesondere einer Dacheindeckung versehen werden.

Bei einer besonderen Ausführungsform der Erfindung umfasst die Temperaturbarriereschicht in einen Betonkern
eingebettete Fluiddurchführungen, insbesondere als Rohre oder Schläuche ausgebildete Fluiddurchführungen.

Es ist vorgesehen, die Außenwandung in Schalungsbauweise herzustellen, also eine Schalung aus 'Dämmstoffen,
beispielsweise Styropor aufzustellen, in einer Kernzone die Leitungen einzubringen und die Kernzone sodann mit Beton auszugießen, wodurch die Kernzone sowohl als Wärmespeicher als auch als Tragschicht wirkt.

In bevorzugter Weise werden als Fluiddurchführungen
Polypropylenrohre verwendet. Ein solcher Kunststoff ist besonders langlebig und daher zum Hausbau gut geeignet.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Dämmschicht als Schaumstoff, insbesondere als
Polystyrolschaumstoff ausgebildet. Derartige Schaumstoffe sind schwer entflammbar und darüber hinaus besonders leicht und langlebig.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung umfasst die
Außenwandung oder Dachfläche zumindest eine Trägerplatte, insbesondere eine OSB (Oriented Strand Board) -Platte, also eine mehrschichtige Spanplatte, auf welcher eine
Dämmschicht angeordnet ist.

Eine solche Trägerplatte, insbesondere als Spanplatte ausgebildet, eignet sich insbesondere zur Ausbildung einer Dachfläche. Dabei ist vorgesehen, Trägerplatten auf ,der ■unteren Seite eines Sparrendaches zu befestigen. Auf der Oberseite der Trägerplatte können dann nacheinander
Dämmschicht, Temperaturbarriereschicht, Dämmschicht und Dachdeckung aufgebracht werden.

In bevorzugter Weise wird dabei die
Temperaturbarriereschicht durch mäanderförmig verlegte . Leitungen gebildet.

Die Dicke der gesamten Außenwandung oder Dachfläche beträgt bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weniger als 35 cm, bevorzugt weniger als 30 cm und besonders bevorzugt weniger als 25 cm. So können gemäß der Erfindung Außenwandungen bereitgestellt werden, welche insgesamt eine geringere Dicke als allein die Dämmung bei einer
konventionell hochgedämmte Außenwand hat.

Durch mögliehe Dicken von unter 25 cm ist die
erfindungsgemäße Außenwandung aber insbesondere auch für die Modernisierung von Altbauten geeignet.

Bei einer Weiterbildung der Erfindung sind auf der
Außenseite der Außenwandung oder Dachfläche zumindest abschnittsweise Fotozellen angeordnet. Eine derartig ausbildete Wand führt nicht nur zu einer
Wärmeenergiegewinnung, sondern gleichzeitig zu einer weiteren Energiegewinnung in Form von Strom.

Als Fotozellen können dabei sowohl konventionelle Silizium-Solarzellen, als auch neuartige Dünnschicht-Solarzellen, insbesondere Zink-Sauerstoff, Zink-Selen oder Kupfer-Indium-Selenit-Zellen verwendet werden.

Weiter betrifft die Erfindung eine alternative
Ausführungsform, bei der eine Außenwandung oder Dachfläche für Gebäude mit zumindest einer ersteh Fluiddurchführung umfassenden Temperaturbarriereschicht vorgesehen ist, an deren Außenseite zumindest eine erste Dämmschicht angrenzt. Gemäß dieses alternativen Ausführungsbeispiels der
Erfindung ist hiervon in äußerer Richtung eine weitere Fluiddurchfühungen umfassende Absorberschicht angeordnet.

Diese Ausführungsform der Erfindung umfasst also zwei
Schichten mit Fluiddurchführungen, wobei die innere Schicht mit Fluiddurchführung in erster Linie als
Temperaturbarriereschicht und die äußere Fluiddurchführung umfassende Schicht in erster Linie als Absorberschicht vorgesehen ist. Mittels der Absorberschicht kann Wärme gewonnen und einem Speicher zugeführt werden, wenn
entsprechende hohe Temperaturen in der Wand herrschen. Die Temperaturbarriereschicht wird zur gleichmäßigen
Temperierung des Gebäudes genutzt.

Überraschender Weise lassen sich mit einer derartigen
Konstruktion äußerst dünne Außenwandstärken realisieren.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine weitere Dämmschicht auf der Außenseite der
Absorberschicht angeordnet. So wird die Absorberschicht vor besonders niedrigen Temperaturen, die zu einer Änderung des Aggregatszustands des in den Fluiddurchführungen laufenden Fluids führen könnten, geschützt.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt die Dicke der ersten oder weiteren Dämmschicht weniger als 5 cm, bevorzugt weniger als 2 cm. Es hat sich gezeigt, dass bereits derart dünne Dämmschichten ausreichen, um eine -

hinreichende Wärmedämmung bei einer erfindungsgemäßen
Kombination aus Temperaturbarriere und Absorberschichten zu erreichen.
Auch mittels dieser Ausführungsform sind Dicken der gesamten Außenwandung von weniger als 35 cm bis weniger als 25 cm möglich.

Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Niedrigenergiehaus beziehungsweise Energiezugewinnhaus, welches insbesondere mit einer Außenwandung oder Dachfläche gemäß der Erfindung ausgestaltet ist. Das Niedrigenergiehaus weist eine
Fluiddurchführungen umfassende Temperaturbarriereschicht und zumindest eine Dämmschicht auf, wobei die Dicke der Dämmschicht auf der äußeren Seite, also der zur
Temperaturbarriereschicht in äußerer Richtung liegenden Seite, weniger als 10 cm, bevorzugt weniger als 8 cm und besonders bevorzugt weniger als 6 cm beträgt.

Es hat sich herausgestellt, dass es überraschenderweise energetisch günstig ist, dünne Außenwände mit einer
Temperaturbarriere zu verwenden.

Gemäß der Erfindung wird bei einem derart ausgestalteten Niedrigenergiehaus beziehungsweise Energiezugewinnhaus der Wärmeverlust durch die verhältnismäßig dünne Dämmschicht auf der Außenseite infolge der Wärmegewinnung bei
verhältnismäßig hohen Außentemperaturen mehr als
kompensiert.

So ist mit einer entsprechenden Wand mit Energiebarriere im Jahresmittel ein Energiegewinn möglich.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform des
Niedrigenergiehauses beziehungsweise Energiezugewinnhaus ist unterhalb des Niedrigenergiehauses beziehungsweise Energiezugewinnhaus in der Erde ein Wärmespeicher
angeordnet, der mit Fluidleitungen mit der Außenwandung oder Dachfläche verbunden ist. Dieser Wärmespeicher dient der Speicherung der in der warmen Jahreszeit über die
Absorberschicht beziehungsweise Temperaturbarriereschicht gewonnen Wärme. Im Winter kann die Wärme über entsprechende Fluidleitungen und Ventile- wieder dem Gebäude zugeführt werden. Der Wärmespeicher kann zugleich Teil eines Systems sein, welches Erdwärme zur Speisung der Temperaturschicht nutzt. Wegen der Einzelheiten wird auf vorstehend, genannte Offenlegungsschriften verwiesen.

Bevorzugter Weise sind die Fluidleitungen mit einem Wasser-Frostschutz-Gemisch gefüllt. So kann es auch in den äußeren Absorberbereichen selbst bei extrem tiefen Temperaturen nicht zu Kälteschäden kommen.

Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum
Herstellen einer Dachfläche. Dabei werden unterhalb der Dachsparren- Trägerplatten angebracht. Auf die Trägerplatten kommt zunächst eine Dämmschicht, welche geklebt oder geklemmt werden kann. Auf die Dämmschicht werden
fluidführende Leitungen aufgebracht und sodann eine weitere Dämmschicht aufgebracht. Zum Schluss wird das Dach mit einer Dachdeckung versehen. So ist es auf einfachste Art und Weise möglich, ein Dach mit einer erfindungsgemäßen fluidführenden Schicht bereitzustellen, welche entweder als Temperaturbarriereschicht und/oder als Absorberschicht verwendet werden kann.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform werden die
fluidführenden Leitungen in einer Vergussmasse eingebettet. Eine weitere Dämmschicht kann direkt auf die noch flüssige Vergussmasse aufgebracht werden, so dass sich Vergussmasse und Dämmschicht miteinander verbinden. So ist es auf sehr einfache Weise möglich, eine entsprechende Dachfläche herzustellen. Fluidführende Leitungen müssen aber auch nicht unbedingt vergossen werden, da sie ohnehin durch die darüber liegende Dacheindeckung vor Umwelteinflüssen geschützt sind. Eine derartig ausgestaltete Dachfläche hat insbesondere den Vorteil, dass sie zwischen den Sparren des Daches angeordnet ist und so kein Raum verloren geht.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung wird eine weitere Schicht mit fluidführenden Leitungen, die bevorzugt als

Absor.berschi.cht ausgebildet ist, aufgebracht. So kann eine Dachfläche mit zwei Schichten fluidführenden Leitungen bereit gestellt werden, von denen die obere als
Absorberschicht und die unsere als
Temperaturbarriereschicht verwendet wird.

Zwischen den Schichten und oberhalb der weiteren
fluidführenden Schicht ist bevorzugt jeweils eine
Dämmschicht aufgebracht.

Die Erfindung soll im Folgenden anhand der Figuren
Fig. 1 bis Fig. 3 näher erläutert werden.

Fig. 1 zeigt eine schematische Schnittansicht eines
erfindungsgemäßen Wand- oder Dachflächenelements,

Fig. 2 zeigt eine alternative Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Wand- oder Dachflächenelements,

Fig. 3 zeigt schematisch die Integration
erfindungsgemäßer Wand- oder Dachflächenelemente in ein Gebäude,

Fig. 4 zeigt schematisch ein erfindungsgemäßen Dachflächenelement in .nodularer Bauweise,

Fig. 5 zeigt schematisch ein Dachflächenelement, welches mit einem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt wurde.

Fig. 1 zeigt schematisch ein erfindungsgemäßes Wandoder Dachflächenelement 1, welches bei dieser
Ausführungsform als modular ausgestaltetes Element sowohl für die Fertigbauweise als auch für eine
Altbaumodernisierung vorgesehen ist.

Das Wandelement 1 umfasst eine innenseitig liegende
Dämmschicht 2 und eine außenseitig liegende Dämmschicht 5. Zwischen der innenseitig liegenden Dämmschicht 2 und der außenseitig liegenden Dämmschicht 5 ist eine
Temperaturbarriereschicht 3 angeordnet. Die
Temperaturbarriereschicht 3 umfasst Fluidleitungen 4, durch welche ein Wasser-Frostschutz-Gemisch zirkulieren kann. Auf der Außenseite ist eine Außenschicht 8 vorgesehen, welche eine mit Putz überzogene Glasfasermatte umfasst, um das Wand- oder Dachflächenelement 1 vor Witterungseinflüssen zu schützen. Gemäß der Erfindung ist das Wand- oder
Dachflächenelement extrem schlank, also in einer Dicke von weniger als 35 cm ausgestaltet. Eine solche schlanke
Außenwand erreicht enorme Wirkungsgrade bei einem
energetischen Jahreszugewinn. Sobald die Außentemperaturen höher als die Innentemperaturen sind, kann Energie einem Speichersystem (nicht dargestellt) zugeführt werden.
Während der Winterzeit kann das Gebäude (nicht dargestellt) aus einem Erdspeicher versorgt werden. Durch die schlanke Ausgestaltung der Wand werden darüber hinaus
Produktionskosten, Lager- und Transportkosten sowie
Montagekosten gesenkt. Zudem kann durch schmalere Wände die Wohnfläche bei gleicher Grundfläche erhöht werden.

Es hat sich herausgestellt, dass bei einem 4-Personen-Haus bei einer konstanten Innentemperatur von 2O0C, einer durchschnittlichen Außentemperatur im Winter von -60C und einer durchschnittlichen Außentemperatur im Sommer von +3O0C ein Energiegewinn von etwa 2500 kW-Stunden/m2 pro Jahr erzielt werden kann.

Fig. 2 zeigt eine alternative Ausführungsform der
Erfindung. Hier weist das Wand- oder Dachflächenelement 1 ebenfalls eine innere Dämmschicht 2 auf. Daneben erstreckt sich eine Temperaturbarriereschicht 3, die eine mit
Fluidleitungen 4 versehene Betonschicht umfasst. Diese Ausführungsform weist darüber hinaus eine ebenfalls mit Fluidleitungen ausgestattete Absorberschicht 6 auf, die über eine weitere Dämmschicht 5 von der
Temperaturbarriereschicht 3 getrennt ist. Auf der
Außenseite der Absorberschicht 6 ist wiederum eine dünne Dämmschicht 7 angeordnet. Auch dieses Ausführungsform schließt mit einer Außenschicht 8 aus Putz ab.
Gemäß der Erfindung können die Fluiddurchführungen sowohl als Kunststoffrohre als auch als Kapillarrohrmatten
ausgestaltet sein. Dabei haben die Rohre beziehungsweise Matten der Absorberschicht 6 die Funktion eines
Solarkollektors. Über zusätzliche Absorberkreisläufe (nicht dargestellt) wird im Sommer Energie gespeichert. Die
Außendämmung der Außenwand kann bis auf 2 bis 3 cm
Dämmstoff reduziert werden und mit einer zusätzlichen
Dämmung zwischen der Temperaturbarriereschicht und
Absorberschicht kann eine Gesamtaußendämmung in einer Dicke von lediglich 4 bis 8 cm bereitgestellt werden.

Fig. 3 zeigt schematisch ein Niedrigenergiehaus 10
beziehungsweise Energiezugewinnhaus, welches mit
erfindungsgemäßen Wand- oder Dachflächenelementen 1 ausgestattet ist. Bei dem Niedrigenergiehaus 10 sind sowohl die Wände als auch das Dach mit erfindungsgemäßen Wandoder Dachflächenelementen 1 versehen. Die Wand- oder
Dachflächenelemente 1 sind mit Fluidleitungen 12, in welchen ein Wasser-Frostschutz-Gemisch zirkuliert mit einem in der Erde unterhalb des Hauses angeordneten Speicher 11 verbunden.

Fig. 4 zeigt schematisch ein erfindungsgemäßen
Dachflächenelement 20 in modularer Bauweise. Das
Dachenflächenelement entspricht prinzipiell der Ausführung des Wand- oder Dachflächenelementes aus Fig. 1. Hier ist das Element aber modular. ausgestaltet und weist seitliche Nuten 21 zur Verbindung mit anderen Elementen. Auf der Oberseite als Außenschicht eine strukturierte wasserdichte Schicht angeordnet, die als Dachdeckung 22 ausgebildet ist. Das Dachflächenelement 20 ist selbstragend ausgebildet und weist randseitig Dichtungen (nicht dargestellt) auf. So . kann mittels erfindungsgemäßer Dachflächenelemente 20 ein Fertigdach in kürzester Zeit aufgestellt werden.

Fig. 5 zeigt schematisch ein Dachflächenelement 20, welches mit einem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt wurde. Unter den Dachsparren 23 sind OSB-Platten (nicht
dargestellt) befestigt. Die Ausführung des
Dachflächenelementes 20 entspricht der Ausführung aus
Fig. 2. Eine Temperaturbarriereschicht 3 ist in Beton vergossen. Die Absorberschicht 6 umfasst zwischen den
Dachsparren verlegte Fluidleitungen 4. Da die
Fluidleitungen 4 der Absorberschicht 6 durch eine darüber gelegte Dachdeckung 22 vor Witterungseinflüssen geschützt sind, brauchen sie nicht in Vergussmasse eingebettet zu werden, sondern sind lose verlegt.

Gemäß der Erfindung ist insbesondere der Dachaufbau mit einer Absorberschicht (nicht dargestellt) besonders
einfach. Dabei wird ein Sparrendach unterhalb der Sparren mit tapezierfähigen Holzfaserplatten versehen. Idealerweise beträgt der Abstand zwischen den Sparren ein Meter, so dass zwischen den Sparren Styropordämmplatten ohne Zuschneidung eingelegt werden können. So werden auf die OSB-Platten etwa 5 cm starke Styroporplatten gelegt, eventuell verschäumt und befestigt. Auf die Styroporplatten wird sodann eine Temperaturbarriere aus Kunststoffleitungen mäanderförmig quer zu den Sparren gelegt, bis zum First geführt um dann über Entlüfterventile an eine Ringleitung gekoppelt zu werden. Alternativ kann statt der mäanderförmig verlegten Kunststoffleitung auch eine Kapillarmattenverlegung
erfolgen. Der Raum zwischen den Sparren wird sodann mit einer Vergussmasse vergossen und eine weitere 5cm starke

Styropordämmschicht aufgebracht. Diese Styropordämmschicht verbindet sich dann mit der noch frischen Vergussmasse. Auf die zweite Styropordämmschicht werden sodann als
Absorberschicht weitere Kunststoffleitungen mäanderförmig ausgelegt und angeschlossen. Diese Absorberleitungen müssen nicht unbedingt vergossen eingebettet werden, da sie durch die darüber liegende Dachdeckung vor Umwelteinflüssen geschützt sind. Bei extrem schlanker Dachdämmung kann so energetisch optimal wirksam die Technik auf einfachste Weise eingebaut werden und zum Kühlen und Temperieren von Dachgeschossen verwendet werden.

Bezugszeichenliste :

1 Wand- oder Dachflächenelement

2 Dämmschicht
3 Temperaturbarriereschicht

4 Fluidleitung
5 Dämmschicht
6 Absorberschicht
7 Dämmschicht
8 Außenschicht
10 ■ Niedrigenergiehaus/Energiezu- gewinnhaus
11 Wärmespeicher
12 Leitungen
20 Dachflächenelement
21 Nute
22 Dachdeckung
23 Dachsparren