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1. (WO2007009138) METHOD FOR GLUING PRECIOUS STONES COMPRISING A TAPERED REAR FACE TO LEATHER
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Verfahren zum Aufkleben von Schmucksteinen

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Aufkleben eines Schmucksteines, insbesondere aus facettiertem Glas, auf Leder, wobei im Befestigungsbereich des Steines eine Ausnehmung aus dem Leder gestanzt wird, in die der Stein eingeklebt wird.

Leder ist ein Naturprodukt, in dem sich mehrere Schichten miteinander verbundener Fasern unterscheiden lassen. Von der Außenseite folgt auf die porige Narbe die Papillarschicht mit normal zur Oberfläche verlaufenden Fasern, daran schließt die parallel zur Oberfläche orientierte Vertikularschicht, welche bei der Herstellung von Spaltleder geteilt wird. Im verarbeiteten Zustand befindet sich auf der Außenseite des Leders die sogenannte Zurichtung, eine wasserdichte Schicht, welche dadurch zustande kommt, dass das Leder geschliffen, geprägt und mit verschiedenen chemischen Substanzen behandelt wird.

Es ist bekannt, dass die zugerichtete Narbenseite des Leders für eine Verklebung vorbereitet werden muss, da sich ein auf die Zurichtung aufgeklebtes Material samt dieser ablösen würde. Sollten zwei Lederstücke miteinander verklebt werden, wird also zunächst die Zurichtung abgeschliffen.

Bei Steinen mit flacher Rückseite (vergl. US 2002/0117258 A 1) ist auch bereits vorgeschlagen worden, die Zurichtung durch Ultraschall zu zerstören und die mit einem Schmelzkleber versehene Rückseite der Steine durch die zerstörte Schicht zu drücken. In der gleichen Vorveröffentlichung findet sich auch der Vorschlag, eine durchgehende Ausnehmung in das Leder zu stanzen, den Stein durch die Ausnehmung hindurchzudrücken und schließlich an der Rückseite des Leders mit einer textilen Unterlage zu verkleben.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, welches zum Aufkleben von Steinen in Chatonform geeignet ist und welches berücksichtigt, dass ein Aufkleben auf die Zurichtung keine befriedigenden Ergebnisse liefert. Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, dass für einen Stein mit einer spitz zusammenlaufenden Rückseite die Ausnehmung kleiner als der Stein an seinem größten Durchmesser ausgestanzt und an dem dem Stein zugewandten Ende durch Prägen entsprechend der Kontur des Steins erweitert wird, wobei die Grundschicht des Leders freigelegt wird, und dass der Stein in der Erweiterung der Ausnehmung mit der Grundschicht verklebt wird.

Wie im Einzelnen an Hand der Zeichnungen erläutert werden soll, wird durch dieses Verfahren vermieden, dass die Verklebung des Steins lediglich unter Vermittlung der schlecht haftenden Zurichtung erfolgt. Dies wäre der Fall, wenn die Ausnehmungen zur Aufnahme der Steine lediglich durch Prägen erzeugt würden.

Sollten mehrere Steine nach einem vorbestimmten Muster aufgetragen werden, so kann die Information über dieses Muster einer Steuerungseinrichtung zugeführt werden, welche einen Plotter mit dem daran befestigten Stanzwerkzeug an jene Stelle führt, welche später durch Steine abgedeckt werden sollen. Das Zuführen der Steine kann dann einzeln erfolgen, noch besser aber mittels einer Transferfolie, welche die mit einem Schmelzkleber beschichteten Steine bereits den vorbehandelten Befestigungsstellen richtig zuordnet. Die Aktivierung des Schmelzklebers kann in üblicher Weise durch Zuführung von Hitze und Druck (auch unter Verwendung von Ultraschall) erfolgen.

Der Halt des Steines wird in einer weiteren bevorzugten Ausführung noch dadurch verbessert, dass als Ausnehmung ein Loch in das Leder gestanzt wird, und nach dem Einsetzen des Steines in die Erweiterung das Loch von der Rückseite des Leders mit Klebstoff gefüllt wird, wobei gegebenenfalls noch auf die Rückseite des Leders ein Stoffstück aufgebracht wird, mit dem der Klebstoff im Loch sich verbindet.

Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anschließend an Hand der Zeichnung erörtert. In dieser ist

Fig. 1 eine Seitenansicht von mit einem Stein verklebtem erfindungsgemäß vorbereitetem Leder,
Fig. 2 die dazugehörige Draufsicht,
Fig. 3 bis 5 je ein Querschnitt zur Illustrierung der einzelnen Verfahrensschritte, und Fig. 6 ein Querschnitt durch Leder, an dem ein Stein nach einer Verfahrensvariante fixiert ist.

Wie dargelegt, besteht die Erfindung in einem Verfahren zum Aufbringen von Steinen 1 auf ein Leder 2. Die Steine 1 können insbesondere aus facettiertem Glas bestehen und einen spitz zulaufende Rückseite aufweisen. Diese sogenannten Chatons werden derzeit in großer Zahl einzeln oder in Form von Mustern, insbesondere auf textile Unterlagen, aufgebracht.

Die Verbindung von Stein und Unterlage erfolgt über einen Schmelzkleber, welcher durch Bügeln aktiviert wird.

Die Aufbringung solcher Steine auf Leder ist dadurch erschwert, dass die Grundschicht 4 des Leders mit der diese nach außen begrenzte Zurichtung 3 nicht hinreichend stark verbunden ist. Bei größeren Beanspruchungen ist es möglich, dass der Stein 1 samt der Zurichtung 3 von der Grundschicht 4 abgerissen wird.

Prägt man in das Leder zur Vorbereitung der Verklebung eine der Form der Rückseite des Steins entsprechende Vertiefung, erfolgt die Vermittlung der Haftung zwischen Stein und Leder zur Gänze über die Zurichtung 3. Damit lässt sich ein Abspringen einzelner Steine beim Abknicken des Leders nicht mit Sicherheit verhindern.

Gemäß der Erfindung, wie sie in Fig. 3 bis 5 und 6 dargestellt ist, wird zunächst durch einen Stanzvorgang nicht nur die Ausnehmung hergestellt, sondern auch ein Teil der Zurichtung 3 beseitigt und die Grundschicht 4 des Leders 2 zugänglich gemacht. Die Querausdehnung der zylindrischen bzw. prismatischen Ausnehmung 5 ist dabei geringer als der größte

Durchmesser des aufzuklebenden Steins 1. Die Ausnehmung 5 kann das Leder 2 zur Gänze durchdringen, wie in Fig. 6 gezeigt. Es kann jedoch auch eine Ausstanzung lediglich an der Vorderseite des Leders 2 erfolgen, wobei das ausgestanzte Material entweder entfernt oder am Grund der Ausnehmung 5 komprimiert wird, wie dies in den Fig. 3 bis 5 angedeutet ist.

In einem zweiten Verfahrensschritt, dessen Ergebnis aus Fig. 4 ersichtlich ist, wird der obere Rand der Ausnehmung 5 durch einen Prägevorgang etwa konisch erweitert. Die Form der resultierenden Erweiterung 6 soll dabei möglichst jener der Rückseite des Steins 1 entsprechen, wobei geringe Abweichungen aber nicht kritisch sind, da sie später durch Klebstoff 7, insbesondere Schmelzkleber ausgeglichen werden. Das Werkzeug zur Durchführung des Prägevorgangs kann mit dem Stanzwerkzeug verbunden sein. Man kann ein gesondertes Prägewerkzeug verwenden bzw. die Formung der Ausnehmung 5 überhaupt durch das Einpressen des Steins 1 bewirken. Wesentlich ist, dass durch den vorausgehenden Stanzvorgang auf einem Teil der Rückseite des Steins 1 die Grundschicht 4 des Leders 2 unmittelbar mit dem Klebstoff 7 in Berührung steht, welcher wie in Fig. 5 dargestellt, den Stein 1 festhält.

In der Ausführung nach Fig. 6 ist die Ausnehmung 5 als das Leder 2 durchsetzendes Loch ausgebildet, das an der Rückseite des Leders 2 durch ein Stoffstück 9 abgedeckt ist. Der Freiraum ist vollständig mit Klebstoff 7 gefüllt, sodass der spitze Bereich des Steines 1 über den Klebstoff zusätzlich mit dem Stoffstück 9 verbunden ist. Ist das Stoffstück 9 mit einem Schmelzkleber versehen, kann es nach dem Einsetzen des Steines 1 und dem Ausfüllen des Loches mit pulverförmigem Schmelzkleber auf die Rückseite des Leders 2 aufgebügelt werden.

Wenn die aufgeklebten Steine nicht selbst einen einfachen Raster bilden sollen, können die nicht zum Aufkleben von Steinen bestimmten Rasterpunkte anstelle der erfindungsgemäß durch Prägen aufgeweiteten Stanzlöcher einfache Prägungen aufweisen, welche die Zurichtung 3 intakt lassen.