PATENTSCOPE will be unavailable a few hours for maintenance reason on Tuesday 19.11.2019 at 4:00 PM CET
Search International and National Patent Collections
Some content of this application is unavailable at the moment.
If this situation persists, please contact us atFeedback&Contact
1. (WO2007006744) STEAM TURBINE, STEAM TURBINE ASSEMBLY, STEAM TURBINE INSTALLATION AND METHOD FOR OPERATING A STEAM TURBINE ASSEMBLY
Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

Beschreibung

Dampfturbine, Dampfturbinenanordnung, Dampfturbinenanlage und Verfahren zum Betrieb einer Dampfturbinenanordnung

Die Erfindung betrifft eine Dampfturbine mit einer ersten Welle zur Anordnung als Erstturbine in einer Dampfturbinenanordnung sowie eine Dampfturbine mit einer zweiten Welle zur Anordnung als Zweitturbine in einer Dampfturbinenanordnung sowie eine Dampfturbinenanordnung mit einer ersten Dampfturbine und mindestens einer weiteren, der ersten Dampfturbine nachgeordneten Dampfturbine. Die Erfindung betrifft weiter eine Dampfturbinenanlage und ein Verfahren zum Betrieb einer Dampfturbinenanlage .

Um bei einer Dampfturbinenanlage zu höheren Wirkungsgraden zu gelangen, wird diese in zunehmendem Maße bei immer höheren Dampfparametern betrieben. Dies betrifft insbesondere so genannte HMN-Anlagen (Hochdurck-Mitteldruck-Niederdruck-Anla-gen), d. h. Dampfturbinenanlagen mit einer Dampfturbinenanordnung in Form eines Strangs aus einer ersten Hochdruckdampfturbine, einer nachgeschalteten Mitteldruckdampfturbine und einer dieser nachgeschalteten Niederdruckdampfturbine. Bei Betrieb einer Dampfturbine einer solchen Anlage bei höch-sten Dampfzuständen, insbesondere mit Heißdampf einer Temperatur oberhalb einer materialrelevanten Grenztemperatur, ist man derzeit in der Situation, dass für eine Großkomponente einer solchen Dampfturbine zwingend höherwertigere Stähle eingesetzt werden müssen, um die Betriebssicherheit zu ge-währleisten.

Üblicherweise wird man Turbinenanordnungen so ausführen, dass Komponenten mit gleichem Betriebsverhalten auf einer Welle miteinander gekoppelt werden, wie dies in der DE 198 43 441 Al erläutert ist. Um Getriebe und Kupplungen zu vermeiden, wird man in der Regel vermeiden, Komponenten mit unterschiedlichem Betriebsverhalten in einer Anordnung mit einer gemeinsamen Welle zu realisieren.

200409121

Zwangsläufig entstehen so Probleme bei der Verbindung von hö-herwertigeren Werkstoffen mit üblichen Materialien einer Dampfturbine, die bislang ausreichend waren, um den Betrieb einer Dampfturbine bei normalen Dampfzuständen zu sichern. Nachteilig ist z. B., dass aufgrund von Schweißnähten zwischen höherwertigeren Werkstoffen und üblichen Materialien ungleiche Schweißnähte entstehen. Insbesondere Schweißverbindungen zwischen Nickel-Basis-Werkstoffen und eisenbasierten Stählen verursachen dabei hohe Schwierigkeiten und Kosten bei der Herstellung. Hinzu kommt, dass aus konstruktiven Gründen oftmals nicht nur Großkomponenten aus den höherwertigeren Werkstoffen gefertigt werden müssen, sondern auch Bereiche einer Dampfturbine, deren Temperaturniveau im Grunde unter-halb der materialrelevanten Grenztemperatur liegt, die aber dennoch aus konstruktiven Gründen mit den höherwertigeren Werkstoffen ausgeführt werden müssen.

In dem Fall führt dies bei Dampfturbinen und Dampfturbinenan-lagen, die gemäß der oben geschilderten derzeitigen Situation nunmehr auch für höchste Dampfzustände ausgelegt und genutzt werden sollen, entweder zu technischen Schwierigkeiten und Mehraufwendungen oder zu einer technischen Überdimensionierung der Turbine.

Wünschenswert wäre es, bei einer Dampfturbine das Miteinander von höherwertigeren Stählen und üblichen Materialien weitgehend zu vermeiden, um eine technische Überdimensionierung oder technische Schwierigkeiten und Mehraufwendungen auszu-schließen.

An dieser Stelle setzt die Erfindung an, deren Aufgabe es ist, eine Dampfturbine und eine Dampfturbinenanordnung sowie eine Dampfturbinenanlage und ein Verfahren zum Betrieb einer Dampfturbinenanlage anzugeben, die technisch sicher und ohne Überdimensionierung dennoch für höchste Dampfzustände ausgelegt ist.

200409121

Hinsichtlich der Vorrichtung wird die Aufgabe zunächst von einer Dampfturbine mit einer ersten Welle zur Anordnung als Erstturbine in einer Dampfturbinenanordnung gelöst, bei der erfindungsgemäß die Erstturbine in Form einer Hochtemperatur-Dampfturbine zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig oberhalb oder bei einer ersten materialrelevanten Grenztemperatur ausgelegt ist, und der ein mit der ersten Welle verbundenes Getriebe nachgeschaltet ist.

In diesem Zusammenhang führt die Erfindung hinsichtlich der

Vorrichtung auf eine Dampfturbine mit einer zweiten Welle zur Anordnung als Zweitturbine in einer Dampfturbinenanordnung, bei der erfindungsgemäß die Zweitturbine in Form einer Mitteltemperatur-Dampfturbine zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig unterhalb oder bei einer materialrelevanten Grenztemperatur ausgelegt ist, und der ein mit der zweiten Welle verbundenes Getriebe vorgeschaltet ist.

Schließlich führt die Erfindung hinsichtlich der Vorrichtung auf eine Dampfturbinenanordnung mit einer ersten Dampfturbine und mindestens einer weiteren, der ersten Dampfturbine nach-geordneten Dampfturbine, bei der erfindungsgemäß die erste Dampfturbine eine oben genannte Hochtemperatur-Dampfturbine mit einer ersten Welle zur Anordnung als Erstturbine ist und eine zweite Dampfturbine eine oben genannte Mitteltemperatur-Dampfturbine mit einer zweiten Welle zur Anordnung als Zweitturbine ist, und das Getriebe die erste Welle und die zweite Welle verbindet.

Die Erfindung hat erkannt, dass die eingangs genannten Probleme bei üblichen, für höchste Dampfzustände ausgelegten Dampfturbinen und/oder Dampfturbinenanordnungen prinzipiell vermeidbar sind, wenn eine Dampfturbine (DT) entweder - in einem ersten Fall - zur Beaufschlagung mit Dampf bei Tempera-turen vollständig oberhalb oder bei einer materialrelevanten Grenztemperatur ausgelegt ist oder aber - in einem zweiten Fall - zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig unterhalb oder bei einer materialrelevanten Grenztem- 200409121

peratur ausgelegt ist. Die erste materialrelevante Grenztemperatur und die zweite materialrelevante Grenztemperatur können, aber müssen nicht, identisch sein. In der Regel gibt es einen Bereich von materialrelevanten Grenztemperaturen, die im Falle einer ersten materialrelevanten Grenztemperatur und im Falle einer zweiten materialrelevanten Grenztemperatur leicht unterschiedlich sind.

Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass es möglich ist, eine Dampfturbinenanordnung so auszubilden, dass höchste Dampfzustände von einer Erstturbine in einer Dampfturbinenanordnung "abgefangen" werden können, nämlich dadurch, dass eine Hochtemperatur-Dampfturbine zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen ausgelegt ist, die sowohl bei Einleitung, Expansion als auch Ausleitung vollständig oberhalb oder bei einer ersten materialrelevanten Grenztemperatur liegen. Eine solche Erstturbine kann dann nämlich zwanglos mit höherwerti-geren Werkstoffen (insbesondere Stählen) gefertigt werden, d. h., alle Großkomponenten einer solchen Hochtemperatur-Dampfturbine als Erstturbine können und sollten durchgängig und konsequent mit höherwertigen Werkstoffen gefertigt werden. Bereiche unterhalb der ersten materialrelevanten Grenztemperatur liegen jedenfalls im Bereich der Großkomponenten weitestgehend nicht vor. Dadurch werden nicht nur artunglei-che Schweißnähte mit dem damit verbundenen Fertigungsaufwand vermieden, sondern eine technische und konstruktive Überdimensionierung ist ebenfalls weitgehend vermieden, da die Erstturbine notwendigerweise vollständig für die höchsten Dampfzustände ausgelegt sein sollte. Die Auslegung betrifft dabei nicht nur Dimensionierung, Arbeitsmediumsführung im

Strömungskanal sowie Anordnung und Dimensionierung von Rotor und Schaufel, sondern im vorliegenden Fall insbesondere die Materialauswahl und die materialgerechte Konstruktion.

Entsprechend wird durch die Auslegung der Zweitturbine in Form einer Mitteltemperaturdampfturbine zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig unterhalb oder bei einer zweiten materialrelevanten Grenztemperatur erreicht, dass 200409121

praktisch keine Fügestellen zwischen höherwertigeren Stählen und üblichen Materialien ausgeführt werden müssen. Die Zweitturbine kann, jedenfalls hinsichtlich ihrer Großkomponenten, in allen Bereich konstruktiv mit üblichen Materialien ausge-legt sein. Sie ist technisch, insbesondere hinsichtlich Material und Konstruktion, sicher und exakt auf übliche Dampfzustände ausgelegt und vermeidet jegliche Überdimensionierung.

Zur Anpassung von ggf. unterschiedlichen Drehzahlen der

Erstturbine und der Zweitturbine ist der Erstturbine ein mit der ersten Welle verbundenes Getriebe nachgeschaltet, bzw. der Zweitturbine ein mit der zweiten Welle verbundenes Getriebe vorgeschaltet. Im Rahmen der Dampfturbinenanordnung verbindet das Getriebe die erste Welle mit der zweiten Welle.

Eine solche Dampfturbinenanordnung gemäß dem neuen Konzept ist ohne technisches Gefahrenpotential und ohne technische Überdimensionierung selbst bei höchsten Dampfzuständen reali-sierbar. Dies wird gemäß der Erkenntnis der Erfindung dadurch erreicht, dass die höchsten Dampfzustände, d. h. insbesondere Dampf bei Temperaturen vollständig oberhalb oder bei einer ersten materialrelevanten Grenztemperatur von der Erstturbine "abgefangen" werden und danach nur niedrigere Dampfzustände, d. h. insbesondere nur Dampf bei Temperaturen vollständig unterhalb oder bei einer zweiten materialrelevanten Grenztemperatur, von der Zweitturbine aufgenommen werden.

Darüber hinaus erweist sich die thermische Flexibilität einer solchen Dampfturbinenanordnung im transienten Betrieb als besonders vorteilhaft. Denn die geringe Low-Cycle-Fatigue (LCF) -Festigkeit dickwandigerer Bauteile aus höherwertigeren Werkstoffen ist bei üblichen Dampfturbinen, die neben den höherwertigeren Werkstoffen auch übliche Werkstoffe aufweisen, führend für die Transienten. Im Gegensatz zu üblichen Dampf-turbinenanordungen erweist sich die Dampfturbinenanordnung gemäß dem vorliegenden Konzept also nicht nur im stationären sondern auch im transienten Betrieb als sicher und bedarfsge- 200409121

recht dimensioniert und flexibel. Dies wird auf überraschende Weise nicht trotz sondern gerade wegen einer exakten Aufteilung der höchsten Dampfzustände einerseits und der niedrigeren Dampfzustände andererseits auf die Erstturbine einerseits und die Zweitturbine andererseits erreicht.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den weiteren Unteransprüchen zu entnehmen und geben im Einzelnen vorteilhafte Möglichkeiten an, die Erstturbine sowie die Zweittur-bine und damit die Dampfturbinenanordnung im Rahmen des neuen Konzepts zu realisieren.

Bei der Erstturbine liegt die erste materialrelevante Grenztemperatur vorzugsweise in einem Bereich zwischen 500 0C und 630 0C. Bei einer solchen Erstturbine wird also eine Dampftemperatur bei Einleitung, Expansion und Ausleitung des Dampfes vollständig oberhalb einer Temperatur aus dem Bereich zwischen 500 0C und 630 0C gehalten. Insbesondere ist ein Bereich zwischen 500 0C und 600 0C vorgesehen. Als besonders geeignet haben sich hier 570 0C oder 580 0C erwiesen. Bei einer solchen Erstturbine können vorzugsweise alle Großkomponenten auf Basis von höherwertigeren Werkstoffen in Form von Superalloy-Werkstoffen ausgeführt werden. Dies sind vor allem Nickel-Basiswerkstoffe, Kobalt-Basiswerkstoffe oder ähnliche nicht eisenbasierte Stähle.

In diesem Fall kann beispielsweise die erste materialrelevante Grenztemperatur 590 0C bis 630 0C betragen, wobei die maximal zulässige Betriebstemperatur je nach Art und Zusam-mensetzung des Superalloy-Werkstoffes bei etwa 700 0C bis

760 0C liegt. Es ist aber auch möglich, die Erstturbine auf konventionelle Weise im Wesentlichen aus eisenbasierten Stählen (ggf. mit bis zu 12% Chromanteil) zu fertigen. Die erste materialrelevante Grenztemperatur liegt dann vorzugsweise in einem Bereich von 500 0C bis 570 0C, wobei die maximale Betriebstemperatur 630 0C nicht übersteigen sollte.

200409121

In einer besonders bevorzugten Weiterbildung weist die
Erstturbine einen Hochdruck-Expansionsabschnitt und einen Mitteldruck-Expansionsabschnitt auf, die in einer ersten Variante in getrennten Gehäusen untergebracht sein können. In einer zweiten Variante erweist sich hier eine kombinierte Hochdruck-Mitteldruck-Dampfturbine (HD/MD-DT) mit einem gemeinsamen Gehäuse für den Hoch- und Mitteldruckexpansionsab-schnitt als ganz besonders vorteilhaft.

Hinsichtlich der Zweitturbine liegt die zweite materialrelevante Grenztemperatur vorzugsweise in einem Bereich zwischen 630 0C und 600 0C. Hier haben sich z. B. 600 0C oder 580 0C als besonders vorteilhaft erwiesen. Bei einer solchen Zweitturbine wird das Temperaturniveau bei der Einleitung, Expan-sion und Ausleitung des Dampfes also vollständig unterhalb einer Temperatur aus dem Bereich zwischen 630 0C und 600 0C gehalten. Bei einer solchen Zweitturbine können vorzugsweise alle Großkomponenten auf Basis von üblichen Stählen, insbesondere auf Basis von eisenbasierten Stählen, und hier beson-ders zweckmäßig auf Basis von 9-12%-Chrom-Stählen ausgeführt werden.

Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung ist die Zweitturbine in Form einer kombinierten Hoch-druck/Mitteldruck-Dampfturbine (HD/MD-DT) ausgebildet.

Im Rahmen einer ganz besonders bevorzugten Dampfturbinenanordnung ist diese in Form eines Hochtemperatur-Mitteltemperatur-Niedertemperatur-Dampfturbinen-Stranges ausgeführt, wo-bei die Erstturbine in Form einer kombinierten HD/MD-DT gebildet ist und die zweite Turbine in Form einer kombinierten HD/MD-DT gebildet ist, wobei eine erste Welle der Hochtemperatur-Dampfturbine und eine zweite Welle der Mitteltemperatur-Dampfturbine über ein Getriebe verbunden sind. In einer ganz besonderens bevorzugten Weiterbildung ist die der Mitteltemperatur-Dampfturbine nachgeschaltete Niedertemperatur-Dampfturbine als Niederdruck-Dampfturbine (ND-DT) ausgeführt. In einer bevorzugten Ausführung für einen anderen Anwendungs- 200409121

fall (Gegendruckturbine) kann eine separate ND-DT entfallen oder mit verkürztem Expansionsabschnitt ausgeführt werden.

Die Erfindung führt weiter auf eine Dampfturbinenanlage mit einer Dampfturbinenanordnung der oben erläuterten Art und einer Dampfturbinenperipherie mit einer Anzahl von Leitungs-und/oder Sammelkomponenten zur Beaufschlagung mit Heißdampf.

Die Aufgabe hinsichtlich des Verfahrens wird durch die Erfin-düng mit einem Verfahren zum Betrieb einer Dampfturbinenanlage gelöst, bei dem erfindungsgemäß:
eine Erstturbine in Form einer Hochtemperatur-Dampfturbine mit Dampf bei Temperaturen vollständig oberhalb oder bei einer ersten materialrelevanten Grenztemperatur beauf- schlagt wird;
eine Zweitturbine in Form einer Mitteltemperatur-Dampfturbine mit Dampf bei Temperaturen vollständig unterhalb oder bei einer zweiten materialrelevanten Grenztemperatur beaufschlagt wird; und
- über ein Getriebe eine Drehzahl einer ersten Welle der Erstturbine auf eine Drehzahl einer zweiten Welle der Zweitturbine übersetzt wird.

Mit dem hier genannten Verfahren gemäß dem neuen Konzept wer-den insbesondere die oben erläuterten Vorteile hinsichtlich des stationären als auch transienten Betriebs einer Dampfturbinenanlage erreicht.

Insbesondere ist gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbil-düng die Drehzahl der ersten Welle höher als die Drehzahl der zweiten Welle. Eine auf diese Weise schneller laufende Erstturbine kann also kompakter ausgeführt werden im Vergleich zu einer langsamer drehenden Zweitturbine. Die geringeren Bauteilabmessungen bei der Erstturbine führen dabei vorteilhaft zu einer geringeren Menge von höherwertigeren

Werkstoffen bei der Erstturbine und damit zu einer besonders vorteilhaften Kosteneffizienz bei der Erstturbine und der DT-Anlage .

200409121

Noch weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den weiteren Unteransprüchen zu entnehmen und im Detail in Form von Ausführungsbeispielen der Erfindung nachfolgend an-hand der Zeichnung beschrieben. Diese soll die Ausführungsbeispiele nicht maßgeblich darstellen, vielmehr ist die Zeichnung, wo zur Erläuterung dienlich, in schematisierter und/oder leicht verzerrter Form ausgeführt. Im Hinblick auf Ergänzungen der aus der Zeichnung unmittelbar erkennbaren Lehren wird auf den einschlägigen Stand der Technik verwiesen.

Im Einzelnen zeigt die Zeichnung in:

FIG 1 eine erste bevorzugte Ausführungsform einer Dampfturbinenanordnung in Form eines Hochtemperatur- /Mitteltemperatur-/Niedertemperatur-Dampfturbinen- Strangs,

FIG 2 eine zweite Ausführungsform ähnlich der in FIG 1,
bei der die Module einer kombinierten DT jeweils
anders angeordnet sind;

FIG 3 ein Enthalpie/Entropie-Diagramm, das die Expansion des Dampfes in einer Dampfturbinenanordnung gemäß
FIG 1 quantifiziert.

FIG 1 zeigt eine Hochtemperatur-/Mitteltemperatur-/Niedertemperatur-Dampfturbinen-Anordnung in Form eines Strangs als Teil einer Dampfturbinenanlage 10, die außerdem eine Dampfturbinenperipherie 3 mit einer Anzahl von Leitungs-und/oder Sammelkomponenten, z. B. einen Wärmetauscher 5, insbesondere in Form eines Überhitzers, Leitungen 7 oder Ventilen 9 oder sonstigen nicht dargestellten Kesseln oder Sammel-komponenten, zur Beaufschlagung mit Heißdampf aufweist. Die Dampfparameter hinsichtlich Druck, Temperatur oder Massenstrom sind im Einzelnen an den Leitungen 7 angegeben.

200409121
10

Die vorliegende Ausführungsform einer Dampfturbinenanordnung

I weist eine Erstturbine 11 in Form einer Hochtemperaturdampfturbine , eine Zweitturbine 12 in Form einer Mitteltemperaturdampfturbine und eine dritte Dampfturbine 13 in Form einer Niedertemperaturdampfturbine auf. Der Strang ist also in Form einer Hochtemperatur-/Mitteltemperatur-/Niedertemperatur-Dampfturbinen-gebildet .

Sowohl die Hochtemperatur-Dampfturbine als auch die Mittel-temperatur-Dampfturbine ist in Form einer kombinierten Hoch-druck-/Mitteldruck-Dampfturbine (HD/MD-DT) ausgeführt, und eine erste Welle der Hochtemperatur-Dampfturbine und eine zweite Welle der Mitteltemperatur-Dampfturbine sind über ein Getriebe verbunden. Gemäß dem Konzept der Erfindung ist die Hochtemperaturdampfturbine jedoch zur Beaufschlagung mit

Dampf bei Temperaturen vollständig oberhalb oder bei einer ersten materialrelevanten Grenztemperatur gebildet, während die Mitteltemperatur-Dampfturbine zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig unterhalb oder bei einer zweiten materialrelevanten Grenztemperatur gebildet ist. Im Einzelnen stellt sich dies wie folgt dar:

Ein Getriebe 15 verbindet die erste Welle 17 der Erstturbine

II mit der zweiten Welle 19 der Zweitturbine 12. Die erste Welle 17 und die zweite Welle 19 sind jeweils über eine Kupplung 18 an das Getriebe 15 gekoppelt. Der Erstturbine 11 ist also das mit der ersten Welle 17 verbundene Getriebe 15 nachgeschaltet. Der Zweitturbine ist das mit der zweiten Welle 19 verbundene Getriebe 19 vorgeschaltet. Dagegen weisen die Zweitturbine 12 und die dritte Dampfturbine 13 eine gemeinsame Welle 16, 19 auf. Damit ist gemeint, dass die Zweitturbine 12 und die dritte Dampfturbine 13 durch mechanische Verbindung auf gleicher Drehzahl betrieben werden.

Die Erstturbine 11 ist bei dieser Ausführungs form als kombinierte Hochdruck/Mitteldruck-Dampfturbine (HD/MD-DT) zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig oberhalb oder bei einer ersten materialrelevanten Grenztemperatur ge- 200409121
11

bildet. Das Hochdruckmodul ist mit HPl bezeichnet. Das Mitteldruckmodul ist mit IPl bezeichnet.

Die Zweitturbine ist bei der vorliegenden Aus führungsform ebenfalls in Form einer kombinierten HD/MD-DT, aber zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig unterhalb oder bei einer zweiten materialrelevanten Grenztemperatur gebildet. Das HD-Modul ist mit HP2 bezeichnet. Das MD-Modul ist mit IP2 bezeichnet.

Die Module der dritten (Niederdruck-) Dampfturbine 13 sind mit LP bezeichnet.

Gemäß dem neuen Konzept ist bei dieser Ausführungs form einer Dampfturbinenanlage 10 der FIG 1 die Erstturbine 11 zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig oberhalb oder bei einer ersten materialrelevanten Grenztemperatur in einem Bereich zwischen 550 0C und 600 0C - nämlich vorliegend 580 0C - ausgelegt.

Insbesondere weist die Erstturbine 11 einen Dampfeingang zur Einleitung von Dampf bei einer Eingangstemperatur oberhalb eines Wertes aus dem Bereich von 680 0C bis 700 0C - vorliegend nämlich 700 0C und einen Dampfausgang zur Ausleitung von Dampf bei einer Ausgangstemperatur unterhalb eines Wertes aus dem Bereich von 630 0C bis 600 0C - nämlich vorliegend 570 0C - auf.

Konkret wird das HD-Modul HPl mit Dampf bei 700 0C am Eingang beaufschlagt, der im Verlaufe der Expansion abkühlt und bei einer Temperatur von 570 0C am Ausgang des HD-Moduls HPl ausgeleitet wird. Dabei sinkt ein üblicherweise hoher Druck über 300 bar auf einen Wert oberhalb von 150 bar. Vorliegend sinkt der Druck von 350 bar am Eingang auf einen Druck von 180 bar am Ausgang. Im Mitteldruckteil IPl erfolgt die Einleitung von Dampf am Dampfeingang bei einer Eingangstemperatur von
720 0C, wobei sich der Dampf im Verlauf der Expansion abkühlt, so dass an einem Dampfausgang bei der Ausleitung des 200409121
12

Dampfes eine Ausgangstemperatur bei 580 0C vorliegt. Ein ein-gangsseitiger Druck von 60 bar erniedrigt sich dabei auf einen ausgangsseitigen Druck von 32 bar.

Der aus dem HPl-Modul ausgeleitete Dampf wird in das HP2-Mo-dul der Zweitturbine 12 eingeleitet und nach Durchlaufen des HP2-Moduls der Zweitturbine 12 und eines Überhitzers 5 in der eben erläuterten Weise dem IPl-Modul der Erstturbine zugeführt. Der aus dem IPl-Modul ausgeleitete Dampf wird dem IP2-Modul der Zweitturbine 12 zugeführt.

Gemäß dem neuen Konzept weist also die Zweitturbine 12 einen Dampfeingang zur Einleitung von Dampf bei einer Eingangstemperatur oberhalb eines Wertes aus dem Bereich von 550 0C bis 630 0C auf und einen Dampfausgang zur Ausleitung von Dampf bei einer Ausgangstemperatur unterhalb eines Wertes aus dem Bereich von 430 0C bis 410 0C auf. Vorliegend beträgt die eingangsseitige Dampftemperatur des HP2-Moduls 570 0C und die eingangsseitige Dampftemperatur des IP2-Moduls 580 0C. Die ausgangsseitige Dampftemperatur des HP2-Moduls beträgt 410 0C und die ausgangsseitige Dampftemperatur des IP2-Moduls
320 0C. Im HP2-Modul expandiert der Dampf in der Regel von einem Druck oberhalb von 150 bar auf einen Druck oberhalb von 50 bar, nämlich vorliegend von 180 bar auf 64 bar. Im IP2-Mo-dul expandiert der Dampf von einem Druck oberhalb von 20 bar bis auf einen Druck oberhalb von 3 bar, nämlich vorliegend von 32 bar auf 5 bar.

Bei einem Druck von 5 bar und einer Temperatur von 320 0C wird der Dampf also aus dem IP2-Modul der Zweitturbine 12 ausgeleitet und der Niederdruckturbine 13 zugeführt. Eine solche Niederdruckdampfturbine 13 ist in der Regel zur Beaufschlagung mit Dampf bei einer Temperatur vollständig unterhalb von 450 0C ausgelegt. Die Ausleitung des Dampfes aus der Niederdruckturbine erfolgt in der Regel bei einem Druck unterhalb von 1 bar.

200409121
13

FIG 2 zeigt eine zweite bevorzugte Ausführungsform einer Dampfturbinenanlage 20 mit einer Dampfturbinenanordnung 2 und einer Dampfturbinenperipherie 4 zur Beaufschlagung mit Heißdampf, die sich von der Dampfturbinenanlage 10 gemäß der er-sten Ausführungsform der FIG 1 lediglich durch die Anordnung der HD/MD/ND-Module zueinander und den maßgeblichen Druck-und Temperaturparametern unterscheidet. Im Übrigen liegen diese Parameter bei der zweiten Aus führungsform der Dampfturbinenanlage 20 aber in den im Zusammenhang mit der FIG 1 er-läuterten Grenzen. Die in FIG 2 verwendeten Bezugszeichen sind deshalb für funktionsgleiche Bauteile mit denen der FIG 1 identisch, wobei die Erstturbine 11 λ wieder als
Hochtemperatur-Dampfturbine in Form einer kombinierten HD/MD-DT gebildet ist und die Zweitturbine 12 λ als Mitteltempera-tur-Dampfturbine in Form einer kombinierten HD/MD-DT gebildet ist. Die Erstturbine 11 λ ist zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig oberhalb oder bei einer materialrelevanten Grenztemperatur ausgelegt und die Zweitturbine 12 λ ist zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig unterhalb oder bei einer zweiten materialrelevanten Grenztemperatur gebildet. Die erste materialrelevante Grenztemperatur liegt dabei in einem Bereich zwischen 550 0C und 600 0C, nämlich vorliegend bei 580 0C. Die zweite materialrelevante Grenztemperatur liegt dabei in einem Bereich zwischen 630 0C und 600 0C, nämlich vorliegend bei 600 0C.

Der Heißdampf wird im HPl-Modul an einem Dampfeingang bei 700 0C und 375 bar eingeleitet und expandiert dann auf einen Druck von 185 bar und 580 0C am Dampfausgang. In dieser Form wird er an einem Dampfeingang des HP2-Moduls eingeleitet und expandiert dort. Nach einem Überhitzer 5 wird der Dampf an einem Dampfeingang bei 65 bar und 720 0C in das IPl-Modul der Erstturbine 11 λ eingeleitet und expandiert dort auf einen Druck von 22 bar bei 600 0C. In dieser Form wird er dem IP2-Modul der Zweitturbine 12 λ zugeleitet und expandiert dort auf 9 bar und 420 0C. In dieser Form wird er beiden Modulen LP der Niederdruckturbine 13 λ zugeleitet und expandiert dort auf einen Druck von 50 mbar bei einer Restfeuchte von 7,1%.

200409121
14

Während sich das neue Konzept als besonders nützlich für die Anwendung betreffend Dampfturbinen gezeigt hat und während das neue Konzept im Detail auch anhand von Ausführungsbei-spielen aus dem Dampfturbinenbereich beschrieben ist, sollte dennoch klar sein, dass das hier verwirklichte und beschriebene Konzept, wie beansprucht, ebenfalls möglich im Rahmen anderer Anwendungen ist, die außerhalb des reinen Dampfturbinenbereichs liegen. Beispielsweise könnte das vorgestellte Konzept ebenso Anwendung finden für Gas- und Dampfturbinen-Anlagen (GuD-Anlagen) , was insbesondere in Bezug auf FIG 3 erläutert ist. Auch hier bietet das vorgestellte Konzept die oben im Rahmen von Dampfturbinen erläuterten Vorteile.

FIG 3 zeigt die in Zusammenhang mit FIG 1 erläuterten Dampfparameter in einem Diagramm, bei dem die Enthalpie in kJ/kg über die Entropie in kJ/ (kg-K) im Verlauf "D" gezeigt ist. Entsprechende Dampfzustände von GuD-Anwendungen sind im Verlauf "GuD" gezeigt. Dabei zeigt sich, dass die Expansions-aufgäbe D eines Dampfturbosatzes mit Dampfzuständen von 350 bar/700 0C und 60 bar/720 0C nahe der Expansionsaufgabe GuD von GuD-Anwendungen liegt. Die entsprechenden Werte bei GuD-Anwendungen liegen heute bei 150 bar/565 0C und
28 bar/565 0C. Es ist absehbar, dass das Temperaturniveau bei GuD-Anwendungen auf 600 0C angehoben wird, was die Expansionsaufgabe GuD einer GuD-Anwendung noch näher an die Expansionsaufgabe D eines Dampfturbosatzes heranrückt. Aus FIG 3 wird somit klar, dass bei der Expansionsaufgabe von Dampfturbosätzen (D) und GuD-Anwendungen (GuD) die Enthalpiediffe-renz ΔH für den D-Verlauf nahezu doppelt so groß ist, wie die Enthalpiedifferenz ΔHGUD für den GuD-Verlauf ist. D. h. diese Anordnung bietet die Möglichkeit, als Zweitturbine 12, 12 λ eine konventionelle Turbine, wie sie für GuD-Anwendungen zum Einsatz kommt, zu verwenden.

Zur Erreichung höherer Wirkungsgrade werden Dampfturbinen bei immer höheren Dampftemperaturen betrieben. Dampfturbinen-Großkomponenten, die einer Betriebstemperatur oberhalb einer 200409121
15

materialrelevanten Grenztemperatur, die insbesondere übliche Stähle betrifft, ausgesetzt sind, müssen aus besonders hochwertigen Werkstoffen ausgeführt werden. Die Verwendung immer höherwertigerer Werkstoffe führt zwangsläufig zu Schweißnäh-ten zwischen einem hochwertigeren Werkstoff und einem üblichen Werkstoff, z. B. Stahl. Aus konstruktiven Gründen müssen üblicherweise auch unterhalb der materialrelevanten Grenztemperatur beaufschlagte Turbinenbereiche aus hochwertigen Werkstoffen ausgeführt werden. Um eine Dampfturbinenanordnung 1, 2 dennoch bei höchsten Dampfzuständen kostengünstig, technisch nicht überdimensioniert und technisch sicher betreiben zu können, ist eine Erstturbine 11, 11 λ in Form einer
Hochtemperaturdampfturbine zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig oberhalb oder bei einer ersten mate-rialrelevanten Grenztemperatur ausgelegt, und eine Zweitturbine 12, 12 λ in Form einer Mitteltemperaturdampfturbine zur Beaufschlagung mit Dampf bei Temperaturen vollständig unterhalb oder bei einer zweiten materialrelevanten Grenztemperatur ausgelegt, wobei zwischen die Turbinen 11, 11 λ 12, 12 λ ein Getriebe 15 geschaltet ist.