Processing

Please wait...

Settings

Settings

Goto Application

1. WO2000037043 - FOAMING ANTACID SUSPENSION TABLETS

Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

[ DE ]

SCHAUMENDE ANTACIDA-SUSPENSIONSTABLETTEN

BESCHREIBUNG

Die Erfindung betrifft Zubereitungen, die einen oder mehrere säurebindende Wirkstoffe (Antacidum) enthalten, sowie ein Verfahren zur Herstellung dieser Zubereitungen und ihre Verwendung als Arzneimittel zur Regulation der Hyperaciditat des Magens .

Zur Behandlung einer Reihe von akuten und chronischen Magen-Darm-Beschwerden hat sich die Therapie mit Antacida hervorragend bewährt. Insbesondere werden Antacida zur symptomatischen Therapie von Ulcus duodeni und Ulcus ventriculi sowie bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden, wie hy-peracider Gastritis, verwendet. Die Wirkung der Antacida beruht dabei im wesentlichen darauf, daß die Magensalzsäure teilweise abgepuffert wird, so daß es zu einer Erhöhung des pH-Wertes des Magens von 1 bis 2 auf 3 bis 4 kommt. Durch diese Erhöhung des pH-Wertes können die für eine Hyperaciditat typischen Beschwerden, wie z.B. Völlegefühl oder Sodbrennen, gemindert oder sogar behoben werden. Bisher werden Antacida in Pulverform, als normale Tabletten, vorwiegend als Kautabletten oder als Suspensionen in Flaschen oder abgepackt in Sachets vertrieben. In der deutschen Patentanmeldung DE 44 24 676 werden zudem Antacida-Brausetabletten beschrieben.

Die bekannten Kautabletten lassen sich sehr leicht und einfach dosieren, besitzen jedoch den Nachteil, daß die Patienten diese nach dem Zerkauen als sandig und somit als unangenehm empfinden. Im Gegensatz dazu fühlen sich die bekannten fein dispergierten Suspensionsarzneiformen nicht sandig an, sind gut verträglich und zeichnen sich zudem durch einen raschen und deutlich spürbaren Wirkungseintritt und Effekt aus. Nachteilig an diesen Suspensionsarzneiformen ist edoch die Tatsache, daß insbesondere ältere Patienten Schwierigkeiten haben, die Suspensionen vollständig und ohne größere Schwierigkeiten aus den Sachet-Packungen zu entnehmen. Demgegenüber ist die Dosierung und Verabreichung von Brausetabletten einfacher, jedoch erfordern die bisherigen Brausetabletten zur Einnahme ein Glas Wasser, in dem sich die Brausetabletten unter Aufbrausen zu einer flüssigen trinkbaren Suspension auflösen. Dadurch ist eine Einnahme des Medikamentes nicht bei jeder Gelegenheit möglich. Somit haben alle bisher verfügbaren Zubereitungsformen von Antacida gewisse Nachteile bei der Verabreichung .

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Antacida-Zubereitung bereitzustellen, mit der eine gut und rasch wirkende Suspension in möglichst gleich feiner Dispersität hergestellt werden kann, beispielsweise bevorzugt durch Kauen und Einspeicheln, wobei die Antacida-Zubereitung gleichzeitig besser, sicherer und unkomplizierter zu applizieren ist als die aus dem Stand der Technik bekannten Antacida-Formulierungen.

Diese Aufgabe wird durch die in den Patentansprüchen aufgeführten Merkmale gelöst .

Insbesondere betrifft die Erfindung Antacidu -Kautabletten, die beim Kauen im Mund ein Schaumgel entwickeln. Derartige Tabletten können so hergestellt werden, daß sie auch von älteren Patienten noch leicht gekaut werden können. Kautabletten ermöglichen eine zufriedenstellende Dosierung des Wirkstoffes, sind leicht aus ihren Verpackungen zu entnehmen und erfordern zur Einnahme keine Flüssigkeit . Die neuartigen er-findungsgemäßen Tabletten entwickeln beim Kauen und Vermischen mit dem Speichel ein schaumiges Suspensionsgel, das im Mund als angenehm empfunden wird und das problemlos geschluckt werden kann. Im Magen führt dieses hochdisperse Schaumgel zu einer überraschend guten Pufferung.

Die Erfindung betrifft eine Antacida-Zubereitung, die die folgenden Bestandteile umfaßt:

(i) einen säurebindenden Wirkstoff (Antacidum) oder ein Gemisch solcher Wirkstoffe,

(ii) eine C02 freisetzende Brausemischung,

(iii) ein polymeres Tensid als Schaumbildner oder ein Gemisch solcher Tenside,

(iv) ein quellendes und gelbildendes Polymer oder ein Gemisch solcher Polymere und (v) gegebenenfalls übliche Hilfsstoffe.

Säurebindende Wirkstoffe für Antacida-Zubereitungen sind dem Fachmann bekannt. Insbesondere kommen als säurebindende Wirkstoffe Magnesiumhydroxid, Magnesiumoxid, Magnesiumcarbonat , Magnesiumsilicat, Aluminiumhydroxid, Aluminiumphosphat und Magnesium-Aluminiumsilicat oder Gemische davon in Frage. Bevorzugt sind Aluminiumhydroxid, Magnesiumhydroxid, Hydrotal-cit oder Magaldrat, ein Magnesium-Aluminiumsilicat. Besonders bevorzugt ist Magaldrat . Dem Fachmann ist zum Beispiel aus der DE 44 24 676 bekannt, daß aluminiumhaltige Arzneimittel unter bestimmten Bedingungen toxisch wirken können, insbesondere wenn die Aluminiumverbindung gemeinsam mit bestimmten Säuren, wie z.B. Citronensäure, verabreicht wird. Bei der Auswahl der oben genannten möglichen säurebindenden Wirkstoffe wird sich der Fachmann somit nach der GesamtZusammensetzung der Antacida-Zubereitung richten und beispielsweise Aluminiumverbindungen nicht verwenden bzw. in geringerer Dosierung verwenden, wenn ein anderer Bestandteil der erfin-dungsgemäßen Zubereitung Citronensäure ist, oder aber der Fachmann wird umgekehrt Citronensäure nicht oder nur in geringer Menge verwenden, wenn die Zubereitung eine Aluminiumverbindung enthalten soll .

Die säurebindenden Wirkstoffe werden erfindungsgemäß in einer Konzentration von 20 bis 80 Gew.-%, bevorzugt 40 bis
75 Gew.-%, bevorzugter 50 bis 70 Gew.-%, bezogen auf das Gesamttrockengewicht der Zubereitung, eingesetzt.

Die verwendete C02 entwickelnde Brausemischung umfaßt einen sauren Bestandteil sowie einen basischen Bestandteil. Als saure Bestandteile der C02 entwickelnden Brausemischung kommen beispielsweise Citronensäure, Weinsäure, Adipinsäure, Ascorbinsäure, Äpfelsäure, Fumarsäure und Maleinsäure wie auch saure Salze, beispielsweise Kaliumbitartrat, primäres Natriumphosphat, primäres Natriumcitrat, primäres Natriumtar-trat oder Gemische davon in Frage. Bevorzugt sind Citronensäure, Weinsäure, Adipinsäure und primäres Natriumcitrat, besonders bevorzugt sind Citronensäure, Weinsäure und primäres Natriumcitrat. Wie bereits ausgeführt, wird der Fachmann bei der Wahl der als sauren Bestandteil der C02 entwickelnden Brausemischung zu verwendenden Säure auf die Gesamtformulie-rung der Zubereitung achten und insbesondere die Verwendung bestimmter Säuren vermeiden, wenn dadurch eine erhöhte Toxi-zität der säurebindenden Wirkstoffe zu befürchten ist.

Weitere geeignete Säurekomponenten der C02 entwickelnden Brausemischung sind saure Salze basischer Aminosäuren, wie Glycin, Alanin, Valin, Ornithin oder Lysin.

Als basische Bestandteile der C02 entwickelnden Brausemischung kommen im allgemeinen C02 entwickelnde Verbindungen in Frage, insbesondere Natriumhydrogencarbona , Natriumcarbonat , Calciumcarbonat oder Gemische davon.

Das Verhältnis des sauren Bestandteils der C02 entwickelnden Brausemischung zum basischen Bestandteil der C02 entwickelnden Brausemischung ist in der Regel äquimolekular/stöchio-metrisch. Da jedoch auch die antacid wirkenden Arzneistoffe basisch reagieren, kann es aus Pufferungs- oder Geschmacks -gründen (Einstellung eines optimalen pH-Wertes) erforderlich sein, die Säurekomponente überzudosieren.

Der Anteil der C02 entwickelnden Brausemischungen am Gesamt-trockengewicht der Antacida-Zubereitung beträgt 5 bis
50 Gew.-%, vorzugsweise 7,5 bis 25 Gew.-%, am meisten bevorzugt 10 bis 20 Gew.-%. Zur Formulierung als Antacidum-Kauta-blette, die beim Kauen im Mund ein Schaumgel entwickelt, werden die Bestandteile der Brausemischung bevorzugt so stöchio-metrisch berechnet sein, daß das mit den übrigen Bestandteilen und dem Speichel im Mund entstehende Schaum-Suspensions-gel schwach alkalisch reagiert. Unter schwach alkalisch wird ein pH von 7 bis 9, bevorzugt 7 bis 8 verstanden.

Ist die Antacida-Zubereitung als Kautablette formuliert, so sind die C02 entwickelnden Brausemischungen in den erfindungsgemäßen schäumenden Suspensionstabletten grundsätzlich deutlich geringer dosiert als in Brausetabletten. Sie sollen nämlich keine flüssige Suspension ergeben, sondern vielmehr ein leicht schluckbares Schaumgel, welches die Wirkstoffe im Magen rasch und feindispers über große Flächen der Magenschleimhaut freisetzt.

Als polymeres, schaumbildendes Tensid ("Schaumbildner") können für die erfindungsgemäßen Zubereitungen insbesondere die gut verträglichen polymeren Tenside, wie z.B. die Poloxamere (Blockcopolyτnere aus Ethylenoxid und Propylenoxid), oder andere nichttoxische polymere Tenside mit Molekulargewichten über 3000 verwendet werden. Besonders bevorzugt sind Pluronic® F 68 oder Pluronic® F 127 (BASF AG Ludwigshafen/Rh. oder Wyandotte Chem. Corp., Biddle, Wyandotte, Michigan), die nicht oder nur in geringem Maße hämolytisch (blutkörperchenzerstörend) sind. Der Gehalt der formbildenden polymeren Ten- side in der Zubereitung beträgt 0,5 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 20 Gew.-%, am meisten bevorzugt 3 bis 10 Gew-%, bezogen auf das Gesamttrockengewicht der Zubereitung.

Als quellendes und gelbildendes Polymer kommen vor allem Po-lysaccharide und Polysaccharid-Derivate oder aber Polyacryl-säuren in Frage. Beispiele für Polysaccharide und Polysaccharid-Derivate sind Traganth, Galactomannan, Celluloseether, beispielsweise Methylcellulose und gemischte Celluloseether, wie Hydroxypropyl- oder Hydrσxybutylmethylcellulose . Unter dem Markennamen Methocel werden derartige Methylcellulose-und gemischte Celluloseether von Dow Chemical vertrieben. Beispiele für Polyacrylsäuren, die erfindungsgemäß verwendet werden können, sind Carbopol oder Eudispert (pharmazeutisch gebräuchliche bzw. zugelassene Carbapol- und Eudisper -Typen) . Der Anteil der quellenden, gelbildenden Polymere am Ge-samttrockengewicht der Zubereitung beträgt 3 bis 30%, vorzugsweise 5 bis 15%, am bevorzugtesten 7,5 bis 10%.

Die Antacida-Zubereitung enthält in der Regel eine Restfeuch-te von nicht mehr als 6%, bevorzugt nicht mehr als 3%, am meisten bevorzugt nicht mehr als 1%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung.

Die Antacida-Zubereitung kann zudem noch übliche Tabletten-hilfsstoffe enthalten, wie beispielsweise Zuckeralkohole oder Zucker (Glucose, Lactose, etc.) als Füllmittel, Süßmittel, Aromastoffe, sowie Gleit-, Formtrenn- und Fließregulierungs-mittel .

Die erfindungsgemäße Zubereitung eignet sich zur Verwendung als Antacidum, also als Arzneimittel zur Regulation der Hyperaciditat des Magens. Die erfindungsgemäßen Zubereitungen können dabei insbesondere in Form einer Kautablette formuliert sein. Daneben sind allerdings auch noch andere Verabreichungsformen möglich, wie z.B. die Verabreichung in Form eines Pulvers oder Granulats.

Durch die Erfindung wird weiterhin ein Verfahren zur Herstellung einer wie oben definierten Zubereitung bereitgestellt, welches die folgenden Stufen umfaßt :

(i) Homogenes Mischen eines säurebindenden Wirkstoffes oder Gemischen davon mit dem basischen Bestandteil der C02
freisetzenden Brausemischung sowie gegebenenfalls mit
einem oder mehreren quellenden, gelbildenden Polymeren,

(ii) Herstellung einer Lösung/Suspension, die einen oder
mehrere Schaumbildner sowie gegebenenfalls ein quellendes, gelbildendes Polymer oder Gemische solcher Polymere enthält,

(iii) Vereinigen und Mischen des unter (i) erhaltenen homogenen Gemisches mit der unter (ii) erhaltenen Suspension/Lösung, Feuchtgranulieren des Gemisches sowie
Trocknen und Sieben des erhaltenen Granulates,

(iv) Herstellung einer homogenen Trockenmischung aus dem
sauren Bestandteil der C02 entwickelnden Brausemischung und gegebenenfalls einem oder mehreren quellenden, gel- bildenden Polymeren, (v) Zumischen der in (iv) erhaltenen Mischung zu dem unter (iii) erhaltenen Granulat und gegebenenfalls Pressen
des so erhaltenen Granulates zu Tabletten,

wobei das quellende, gelbildende Polymer bei mindestens einer der Stufen (i) , (ii) oder (iv) homogen zugemischt wird und wobei bei den einzelnen Verfahrensstufen gegebenenfalls noch übliche Tablettenhilfsstoffe zugegeben werden können.

In der ersten Stufe (i) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der säurebindende Wirkstoff oder ein Gemisch dieser Wirkstoffe mit dem basischen Bestandteil der C02 freisetzenden Brau-semischung homogen gemischt. Gegebenenfalls kann bereits zu dieser Stufe ein quellendes, gelbildendes Polymer oder ein Gemisch mehrerer dieser Polymere zugegeben werden. Die homogene Mischung kann vorzugsweise durch einen Intensivmischer oder -mischkneter erfolgen.

Parallel dazu wird als Stufe (ii) eine wäßrige Lösung des Schaumbildners also beispielsweise eine wäßrige Lösung von Pluronic F 68 oder Pluronic F 127 hergestellt. Als wäßriges Lösungsmittel kann Wasser oder eine wäßrige Tensid- oder Süßmittellösung, beispielsweise Poloxa er- oder Saccharinlösung, verwendet werden. Es wird mindestens soviel wäßrige Lösung verwendet, daß der zu verwendende Schaumbildner bzw. die zu verwendenden Schaumbildner sich gerade noch lösen. Bevorzugt ist die eingesetzte Wassermenge gerade so hoch, daß die betreffende Masse feuchtplastisch und ausreichend gut granulierbar wird. Der wäßrigen Lösung des Schaumbildners können gegebenenfalls ein quellendes, gelbildendes Polymer oder Ge- mische davon zugegeben werden. Dabei wird durch Rühren eine homogene Suspension hergestellt.

In einer dritten Stufe (iii) wird das in Stufe (i) erhaltene homogene Gemisch aus säurebindendem Wirkstoff oder Gemischen davon und dem basischen Bestandteil der C02 freisetzenden Brausemischung, das gegebenenfalls zusätzlich ein oder mehrere quellende gelbildende Polymere enthält, mit der in Stufe (ii) erhaltenen wäßrigen Lösung des Schaumbildners bzw. der wäßrigen Suspension des Schaumbildners und des quellenden gelbildenden Polymeren oder Gemischen davon vereinigt und gemischt . Zum Mischen dieser Bestandteile verwendet man einen Mischer oder Kneter mit Rühr- oder Knetwerkzeugen. Nach dem Vereinigen und Mischen wird das erhaltene Gemisch feucht granuliert. Das Feuchtgranulieren erfolgt durch Feuchtigkeitszugabe bis zur feuchtplastischen und damit granulierbaren Konsistenz. Nach der Feuchtgranulation wird das erhaltene Granulat getrocknet. Dabei wird die Trocknung bis zu einem Restfeuchtegehalt von 0,1 bis 6,0%, vorzugsweise 1 bis 3%, am meisten bevorzugt < 1,0% getrocknet. Als Trockner können übliche Trocknungsvorrichtungen, wie Trockenschränke und Wirbelschichttrockner, eingesetzt werden. Geeignete Trockner werden beispielsweise in Bauer, Frömming, Führer, "Pharmazeutische Technologie", G. Fischer Verlag, Stuttgart, Jena, 5. Auflage, 1997, Seiten 123 bis 130 beschrieben. Bevorzugt wird die Vortrocknung bei Temperaturen von 30 bis 70°C, bevorzugter 40 bis 60°C, am bevorzugtesten 45 bis 50°C durchgeführt.

Anschließend wird das getrocknete Granulat gesiebt. Als Siebe kommen übliche Siebe, die beispielsweise in Bauer, Frömming, Führer, "Pharmazeutische Technologie", G. Fischer Verlag, Stuttgart, Jena, 5. Auflage, 1997, Seite 108 (Siebe) beschrieben werden, in Betracht. Geeignete Siebe haben eine Maschenweite von 0,1 bis 3,0 mm, vorzugsweise 0,5 bis 1,5 mm. Das Sieben erfolgt bei Normaldruck oder gegebenenfalls unter Anwendung von Überdruck. Die geeigneten Siebmaschenweiten hängen von der gewünschten bzw. geforderten Dispersität oder Homogenität ab.

In der vierten Stufe (iv) wird eine homogene Trockenmischung aus dem sauren Bestandteil der C02 entwickelnden Brausemischung und gegebenenfalls einem der mehreren quellenden Gel-polymeren hergestellt. Zur Herstellung dieser homogenen Trok-kenmischung kann die gleiche Einrichtung verwendet werden, die für die erste Stufe des Verfahrens beschrieben wurde.

In der nächsten Stufe (v) wird die in Stufe (iv) erhaltene Mischung aus dem sauren Bestandteil der C02 entwickelnden Brausemischung und gegebenenfalls einem oder mehreren gelbildenden Polymeren dem in der dritten Stufe erhaltenen Granulat zugemischt. Zur Mischung kann beispielsweise die gleiche Apparatur wie die für die erste Stufe beschriebene verwendet werden. Das so erhaltene Granulat kann dann beispielsweise zu kaubaren Tabletten verpreßt werden. Bevorzugt werden die Tabletten so hart verpreßt, daß sie gut verpackungsfähig und noch gut kaubar sind. Als Tablettierungseinrichtungen kommen die bekannten Rundlauf- und Exzentertablettenpressen in Frage. Die Härte der Kau-Schaumgel-Tabletten soll vorzugsweise bei 4 bis 7 kp liegen.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren können bei jeder der Stufen nach Bedarf übliche Tablettenhilfsstσffe, wie z.B. die oben definierten Hilfsstoffe, zugegeben werden. Das quellende, gelbildende Polymer muß bei mindestens einer der Stufen (i) , (ii) oder (iv) zugemischt werden. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird das quellende, gelbildende Polymer bei den Stufen (ii) und (iv) zugegeben. Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform wird das quellende, gelbildende Polymer lediglich bei der Stufe (i) zugegeben. Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird das quellende, gelbildende Polymer lediglich bei der Stufe (iv) zugegeben. Es ist dabei darauf zu achten, daß sauer und basisch reagierende Stoffe so oder in einem Zustand vermischt werden, daß sie nicht vorzeitig oder unbeabsichtigt reagieren können. Dies geschieht beispielsweise dadurch, daß sie getrennt granuliert und nur in trockenem, nicht reaktionsfähigem Zustand vermiseht werden .

Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Zubereitungen können in Form einer Kautablette formuliert werden. Im Magen führt das nach Kauen im Mund in Verbindung mit Speichel entstehende, hochdisperse Schaumgel, wie die Figur 1 zeigt, zu einer überraschend raschen Pufferung. Die Pufferkapazitäten liegen zwischen denen einer normalen Aluminiumhydroxid-Gel/Magnesiumhydroxid-Gel-Suspension und einer normalen Aluminiumhydroxid-Gel/Magnesiumhydroxid-Gel-Tablette . Die Erfindung wird anhand der Figur 1 und den folgenden Beispielen näher erläutert werden:

Figur 1 zeigt die Bestimmung der Pufferkapazität durch die direkte Titration von ausgewählten Antacidum-Zubereitungen mit 0,1 N HC1 in ml/sec.

BEISPIELE

Beispiel 1

40,0 g Aluminiumoxid-Trockengel, 40,0 g Magnesiumoxid-Trok-kengel, 10,0 g Natriumhydrogencarbonat und 10,0 g schweres basisches Magnesiumcarbonat werden homogen gemischt. 0,1 g Saccharin-Natrium und 30,0 g Poloxamer 188 (Pluronic® F 68) werden in 50 bis 60 ml warmem Wasser gelöst, und anschließend werden 3,0 g Methocel in dieser Lösung knöllchenfrei suspendiert . Beim Abkühlen löst sich das Methocel praktisch quantitativ auf. Die Mischung der Wirkstoffe mit den Carbonaten wird mit der erhaltenen Lösung feuchtgranuliert und bei 45°C getrocknet und gesiebt. Anschließend werden 12,0 g Methocel, 15,0 g Citronensäure wasserfrei, 18,2 g Mannitol, 1,5 g Ma-gnesiumstearat und 0,2 g Aroma homogen trockengemischt und diese Mischung als äußere Phase dem vorher erhaltenen Granulat zugemischt. Das Granulat wird zu Tabletten mit 1800,0 mg Bruttogewicht und einem Durchmesser von 16 mm gepreßt.

Beispiel 2

40,0 g Aluminiumhydroxid-Gel, 40,0 g Magnesiumhydroxid-Gel , 20,0 g Natriumhydrogencarbonat und 15,0 g Natrium-Carboxyme-thylcellulose werden homogen gemischt. Diese Mischung wird mit einer Lösung aus 0,1 g Saccharin-Natrium und 40,0 g Poloxamer 407 (Pluronic® F 127) in 70 bis 80 ml Wasser feuchtgranuliert, bei 40°C getrocknet und gesiebt. Anschließend werden 20,0 g Citronensäure (wasserfrei/Anhydrat ) , 18,1 g Lactose (DAB/EuAB) , 1,5 g Magnesiumstearat (DAB/EuAB) und 0,3 g Wald- himbeeraroma als äußere Phase dazugemischt . Das Granulat wird zu Tabletten mit 18 mm Durchmesser und einem Bruttogewicht von 1950,0 mg gepreßt.

Beispiel 3

750,0 g Magaldrat, 150,0 g Calciumcarbonat und 150,525 g Xy-litol werden homogen gemischt und gesiebt. Die resultierende Mischung wird mit einer Lösung aus 0,975 g Saccharin-Natrium, 9,0 g Cyclamat -Natrium und 90,0 g Pluronic® F 68 in 300,0 bis 450,0 ml Wasser in bekannter Weise angeknetet, feuchtgranuliert (Sieb 2 mm) und bei 60 °C getrocknet (Restfeuchtigkeit 4 bis 6%) . Nach dem Trocknen werden diesem Granulat als äußere Phase 105,0 g Citronensäure-Anhydrat, 9,75 g Magnesiumstea-rat, 25,0 g Polyacrylsäure und 9,75 g Orangenaroma zugemischt, und das Granulat wird in bekannter Weise tablettiert.

Beispiel 4

750,0 g Magaldrat Codried, 250,0 g Natriumcarbonat/Natriumhydrogencarbonat und 145,025 g Glucose werden homogen gemischt und gesiebt. Die resultierende Mischung wird mit einer Lösung aus 0,975 g Saccharin-Natrium, 9,0 g Cyclamat-Natrium und 120,0 g Pluronic® F 127 in 300,0 bis 400,0 ml Wasser in bekannter Weise angeknetet, feuchtgranuliert (Sieb 2 mm) und bei 45°C getrocknet (Restfeuchtigkeit 5 bis 8%) . Nach dem Trocknen werden diesem Granulat als äußere Phase 105,0 g
Weinsäure, 12 , 0 g Magnesiumstearat , 8,0 g Aroma und 100,0 g Natrium-Carboxymethylstärke zugemischt , und das Granulat wird in bekannter Weise tablettiert.

Beispiel 5

500,0 g Hydrotalcit, 120,0 g Natriumcarbonat und 103,2 g Man-nitol werden homogen gemischt und gesiebt (Sieb 1 mm) . Die resultierende Mischung wird mit einer Lösung aus 0,8 g Saccharin-Natrium, 8,0 g Cyclamat -Natrium und 80,0 g Pluronic® F 127 in 250,0 bis 300,0 ml Wasser in bekannter Weise angeknetet, feuchtgranuliert (Sieb 2 mm) und bei 60°C getrocknet (Restfeuchtigkeit 4 bis 6%) . Nach dem Trocknen werden diesem Granulat als äußere Phase 90,0 g Citronensäure-Anhydrat/Natriumcitrat primär, 10,0 g Calciumarachinat und 80,0 g Hydro-propylcellulose und 8,0 g Aroma zugemischt, und das Granulat wird in bekannter Weise tablettiert . Diese Formulierung kann zur Herstellung von Tabletten mit 500,0 mg oder 1000,0 mg verwendet werden. Es sollten Tablettendurchmesser gewählt werden, die gewährleisten, daß die Tabletten nicht zu dick und damit schlecht kaubar werden.

Beispiel 6

Bestimmung der Pufferkapazität der erfindungsgemäßen schäumenden Antacida-Suspensionstabletten

Es wurde die Pufferkapazität einer als Handelsware erhältlichen Antacida-Suspension, einer als Handelsware erhältlichen Antacida-Tablette und einer erfindungsgemäßen schäumenden Antacida-Suspensionstablette miteinander verglichen. Alle Zubereitungen enthielten die gleiche Menge an Wirkstoff. Die Pufferkapazität wurde durch direkte Titration der genannten Zubereitungen mit 0,1 N HCl bestimmt. Das Experiment zeigt, daß die erfindungsgemäßen schäumenden Antacida-Suspensions- tabletten Säure deutlich besser abpuffern als herkömmliche Tabletten. Herkömmliche flüssige Suspensionen zeigen insgesamt die höchste Pufferkapazität, wobei die Suspensionen anfänglich langsamer abpuffern als die erfindungsgemäßen schäumenden Antacida-Suspensionstabletten. Die Ergebnisse dieses Experimentes sind in Figur 1 graphisch wiedergegeben.