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1. (WO1998051634) METHOD AND DEVICE FOR PRODUCING STORAGE MINERAL CONSTITUENTS TO IMMOBILIZE HARMFUL SUBSTANCES AND FOR PRODUCING COMPONENTS, SPECIALLY BUILDING SLABS AND MIXTURES
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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Speichermine-ralkomponenten für die Immobilisierung von Schadstoffen und zur Herstellung von Bauteilen, insbesondere von Bauplatten sowie von Gemischen.

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Speichermineralkomponenten für die Immobilisierung von Schadstoffen und zur Herstellung von Bau-teilen, insbesondere von Bauplatten sowie von Gemischen.

Es ist bekannt, daß zur Immobilisierung von Schadstoffen Verbrennungsrückstände eingesetzt werden. Bei der Vermischung der Aschen und der schadstoffhaltigen Substanzen in Gegenwart von Wasser bilden sich aus den Mineralphasen der Filteraschen und den Schadstoffen sogenannte Speicherminerale, wie z. B. Calciumaluminate- und Calciumsilikathydra- te, die sich auslaugresistent verhalten. Gleichzeitig führen die hydraulischen Komponenten der Aschen zu einer Ver- festigung, so daß das Produkt auch als Baustoff verwendet werden kann. Nachteilig ist, daß der Gehalt an speichernd-neralbildenden Komponenten bei diesen Rückständen üblicherweise gering und nicht zu beeinflussen ist. Eine höhere Reaktivität der Aschen läßt sich nur durch Zugabe von teuren Zusatzstoffen, wie z. B. Calciumaluminaten, erreichen.

Zur Vermischung von Schüttgütern mit Wasser sind Mischschnecken, Zwangsmischer und sogenannte Trommelmischer bekannt. So werden z. B. in DE 23 43 352, DE 24 41 674 und DE 35 43 745 Vorrichtungen zum Mischen von Fluiden beschrieben, die axial innerhalb eines Gehäuses drehbare Wellen mit verschieden ausgeformten Schaufeln zur Ausbildung einer Mischeinrichtung aufweisen, so daß nach Aufgabe der Bestandteile in ein Einspeisesystem eine homogene Mischung erzeugt wird, die am Ende des rohrförmigen Gehäuses aus dem Mischer entnommen oder abgepumpt wird.

Diese Mischeinrichtungen eignen sich zur Herstellung von Mörtel, Vergußmassen und Betonen. Eine gesteuerte Wärmebehandlung der Mischungsbestandteile zur Einleitung von thermischen Reaktionen ist nicht möglich.

Bekannt ist es, aus dem bei der nassen Rauchgasentschwefelung entstehenden Gips Wandplatten, sogenannte Gipskartonplatten, herzustellen. Diese Platten sind aufgrund ihrer mangelnden Wasser- und Witterungsbeständigkeit ausschließ-lieh für den Innenausbau von Gebäuden einsetzbar.

Weiterhin ist es bekannt, auf Gipsbasis nach dem Aufwickelverfahren Baurohplatten herzustellen, die neben dem in Form von CaS04 • V2 H20 vorliegenden Gips auch Zement, Schlacken, Flugaschen, Kieselgur, Sand, mineralische und organische Fasern und Flockungshilfsmittel beinhalten (DE-OS 3121256).

Darüber hinaus gibt es leichte, nichttragende Trennwände aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Flachs, Hanf, Stroh oder dgl. und Gips (DE-GM 297 14 805, 296 20 751).
Alle diese Platten und Trennwände weisen den bereits bei den Gipskartonplatten beschriebenen Mangel einer ausschließlichen Verwendbarkeit für den Innenausbau auf . Des weiteren sind ihre Festigkeits- und Elastizitätswerte sehr niedrig, so daß die Einsatzgebiete auch dort stark eingeschränkt sind.

Als Bindemittel für Bauplatten sind Zement, (X- und ß-Halbhydrat aus Natur-Gips bzw. REA-Gips bekannt.

Zur Immobilisierung von Schadstoffen ist ein Verfahren zur Herstellung eines Bindemittels bekannt, wobei die Ausgangsstoffe für die Speicherkomponenten aus Verbrennungsrück-ständen, wasserhaltigen Substanzen und CaO gemischt und ei-ner speziellen thermischen Behandlung unterzogen werden (DE 197 19 684) .

Ein baustofftechnischer Einsatz dieses Produkts ist nicht näher beschrieben .

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, mittels eines einfachen und preisgünstigen Verfahrens ein Produkt herzustellen, welches eine einstellbare und hohe Reaktivität zur SchadstoffImmobilisierung besitzt sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zu konzipieren, das ein Mischen, Fördern und gesteuertes thermisches Behandeln von verschie-denen Stoffen, insbesondere von Schüttgütern, in einer Einrichtung gewährleistet und die Möglichkeit schafft, leichte und stabile Bauteile und/oder Gemische herzustellen, die vielseitig für den Innen- und Außenausbau verwendbar sind und hauptsächlich aus Reststoffen und Naturmaterialien be-stehen.

Es hat sich gezeigt, daß diese Aufgabe gelöst werden kann durch das den Gegenstand der Erfindung bildende Herstellungsverfahren der Speichermineralien.

Hierzu werden Filteraschen mit wasserhaltigen Substanzen und gegebenenfalls mit CaO zusammengebracht. Als Filteraschen können insbesondere freikalkhaltige Filteraschen, wie Braunkohlenfilteraschen und Aschen aus der Wirbelschicht-Verbrennung oder Trockenentschwefelung, aber auch Filteraschen aus Müll-, Klärschlamm- und Steinkohlenverbrennungs-anlagen verwendet werden. Es hat sich gezeigt, daß je nach vorhandenen Freikalkgehalten der verwendeten Aschen eine CaO-Zugabe von 1 bis 50 Gew.-% ausreichend sind. Besonders günstige Ergebnisse zur Speichermineralbildung können erzielt werden, wenn 30 bis 90, insbesondere 40 bis 70 Gew.-% wasserhaltige Substanz in Bezug auf die Mischung verwendet werden .

Als besonders vorteilhaft hat sich der Einsatz von wasserhaltigen Substanzen wie Rotschlamm, Aluminiumhydroxid, Abwasser-, Silikat-, Ettringit- und Gipsschlämmen gezeigt.

Diese Materialien können in unterschiedlichen Trocknungsgraden eingesetzt werden.

Das Wasser kann als Kristallwasser und/oder als physika-lisch anhaftendes Wasser vorliegen. Hierdurch bietet sich die Möglichkeit, die vorgenannten Substanzen in feuchter Form, d. h. ohne vorherige Aufbereitung einzusetzen.

In einem Reaktor wird diese Mischung einer Temperatur aus-gesetzt, die zur Freisetzung des Kristallwassers und/oder als physikalisch anhaftenden Wassers führt. Diese Temperatur richtet sich nach der Art des wasserhaltigen Stoffes und liegt zwischen 100 und 600 °C. Das Wasser reagiert mit dem zugesetzten und dem in den Filteraschen vorhandenen freien CaO unter kurzzeitiger Bildung von Calciumhydroxid, welches mit Aluminaten und Silikaten zu den oben beschriebenen Speichermineralphasen weiter reagiert. Die alleinige Zugabe von CaO ohne das erfindungsgemäße Verfahren führt in keinem Fall zur Erhöhung der reaktiven Komponenten, da hier keine Reaktion zwischen dem Calciumoxid und den Aluminaten bzw. Silikaten stattfindet.

Die bei der Hydratation freiwerdende Wärmemenge unterstützt die Bildung der reaktiven Mineralphasen und führt zur Ein-sparung von extern zugeführter Energie zur Aufrechterhaltung der Reaktionstemperatur.

Kristallwasserhaltige Substanzen werden durch die erfindungsgemäße Behandlung in den teilweise oder ganz hydrati-sierten Zustand überführt. Im Falle von Gipsschlämmen werden die Phasen Halbhydrat und Anhydrit gebildet, wodurch eine verbesserte Nutzung des Produktes als Baustoff hervorgerufen wird. Erfindungsgemäß läßt sich der Anteil an aktiven Komponenten auch dadurch erhöhen, daß kristallwasser-haltige Substanzen bei der Dehydratation reaktiviert werden können. Z. B. werden Calciumaluminatsulfathydrate bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zu den Speichermineralbildnern Anhydrit, Bassanit und Portlandit umgewandelt. Diese Komponenten lassen sich zur Schadstoffspeicherung durch die Bildung des Speicherminerals Ettringit einsetzen.

Durch die Erfindung können Filteraschen zur Immobilisierung eingesetzt werden, die bisher durch fehlende Reaktivität (z. B. Steinkohlenfilteraschen, Braunkohlenfilteraschen mit geringen CaO-Gehalten) für diesen Einsatzfall nicht geeignet waren.

Sogar Braunkohlenfilteraschen mit hohen CaO-Gehalten, die wegen der maskierten CaO-Partikel bei Wasserzugabe schwierig abzulöschen sind, können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren besonders gut abgelöscht werden. Unter den erfin-dungsgemäßen Bedingungen reagiert das freigesetzte Wasser als Dampf mit dem freien CaO trotz der maskierten Oberflächen . Die Hydratation findet bei der üblicherweise durchgeführten Wasserbehandlung nur unvollständig und zeitlich verzögert statt. Dementsprechend kann das erfindungsgemäße Verfahren ebenso nur zur Ablöschung dieser Braunkohlenfilteraschen verwendet werden, um sie unproblematisch ablagern zu können. Darüber hinaus können die sonst für eine Weiterverwendung ungeeigneten Braunkohlenfilteraschen nach der erfindungsgemäßen Behandlung verwertet werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren führt nicht nur zu einer Anreicherung von reaktiven Mineralphasen für die Immobilisierung von Schadstoffen, sondern auch zur Erhöhung der Menge an hydraulisch aktiven Komponenten. Dies zeigt sich an bau-stofftechnischen Werten des erhärtenden Produktes (siehe Anwendungsbeispiel) .

Diese Verbesserung der Abbindefähigkeit gegenüber den Ausgangsprodukten ermöglicht einen Einsatz im Baustoffbereich.

Zur Durchführung des Verfahrens kann entweder ein Drehrohr mit Einbauten zur Vermischung und Förderung des Gutes oder ein stationäres oder zirkulierendes Wirbelbett eingesetzt werden .

Die Reaktivität des Produktes läßt sich über die Verweil-zeit und Temperatur im Reaktor steuern. Mit steigender Temperatur und Verweilzeit erhöht sich die Phasenbildung. Somit bietet das erfindungsgemäße Verfahren eine Möglichkeit zur Anpassung der Reaktivität des Produktes an die Anforderungen zur SchadstoffImmobilisierung, bzw. zur Baustoffeig-nung. In Abhängigkeit von den eingesetzten Substanzen kann die Verweilzeit zwischen 5 und 120 min. variieren.

Erfindungsgemäß werden die Ausgangsstoffe in Form von Verbrennungsrückständen und wasserhaltigen Substanzen über ei-ne Aufgabevorrichtung einem länglichen Gerät aufgegeben, das gleichzeitig als Mischer und thermischer Reaktor arbeitet und daß mittels mehrerer Paddelwellen die Ausgangsstoffe gemischt sowie gleichzeitig gefördert und thermisch behandelt werden, wobei die thermische Behandlung in ver-schiedenen Temperaturzonen unterschiedlich realisiert und in einer Wasserdampfatmosphäre unter verschiedenen Druckverhältnissen durchgeführt wird.

Durch die Einstellung von unterschiedlichen Temperaturen in den verschiedenen Zonen des Reaktors und unterschiedlicher Verweilzeiten des Gemisches in der Vorrichtung durch die Veränderung der Fördergeschwindigkeit und die Variierung der Zonenlänge lassen sich Produkte mit unterschiedlichen Eigenschaften herstellen, die auf die vorgesehene Immobili-sierung von Schadstoffen und/oder den baustofftechnischen Awendungsfall konkret zugeschnitten sind. Die Temperaturen in den verschiedenen Zonen werden zwischen 100 - 400 °C eingestellt. Dabei können die Ausgangsstoffe je nach Verwendungszweck des Produktes entweder mit in den Temperatur-zonen steigenden und/oder wechselnden Temperaturen thermisch behandelt werden. Zur Initiierung der notwendigen „Keimbildung" ist es möglich, das behandelte Gut in einer Menge von 1 - 10 % der Gesamtmenge an den Anfang der thermischen Behandlung zurückzuführen. Es bildet sich eine Wasserdampfatmosphäre von 100 - 1000 1/m bei Drücken von 0,1 mbar bis 10 bar, vorzugsweise zwischen 1 mbar und 5 bar, aus. Die Beheizung der Vorrichtung erfolgt entweder auf gasförmiger Basis oder durch eine elektrische Heizung.

Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens verfügt über eine Aufgabevorrichtung sowie mehrere über einen elektrischen Antrieb mit Getriebe und Lager versehene liegende Paddelwellen, die in einem beheizten länglichen Gehäuse geführt sind, welches an seinem Ende eine weitere abgestützte Lagerung und einen Auslaß aufweist. Das längliche Gehäuse weist eine Brüdenabsaugung mit Rückführung und 2 bis 8, vorzugsweise 4, Temperaturzonen auf. Diese sind auf einer Länge von 10 -90 %, vorzugsweise 10 -50 %, der Länge des Gehäuses angeordnet. Die Messung der Guttemperatur in den Zonen erfolgt mittels Thermoelementen. Der Wärmeeintrag erfolgt durch am Gehäuse kreisförmig angeordnete Gasbrenner und/oder durch eine direkte und/oder indirekte elektrische Beheizung, wobei im oberen Gehäusebereich vorzugsweise eine direkte und im unteren Gehäusebereich eine indirekte Beheizung realisiert wird. Möglich ist auch eine Beheizung mittels Dampf. Das Gehäuse ist wärmegedä mt ausgeführt. Die Paddelwellen weisen entweder eine gleiche oder eine entgegengesetzte Drehrichtung auf und sind in ihrer Anzahl dem erforderliche Gutdurchsatz angepaßt. Die Anstellwinkel der Paddel, bezogen auf die Wellenachse, sind einstellbar.

Erfindungsgemäß kommt bei der Herstellung als Bindemittel ein thermisch behandeltes Gemisch aus Verbrennungsrückständen, wasserhaltigen Substanzen und CaO zum Einsatz, wobei dieses (als Bewehrung) mit aus nachwachsenden Rohstoffen und/oder recycelten Textilien entstehenden organischen Fa-sern sowie einem natürlichen Füllstoff und Wasser vermischt, ggf. anschließend in Formen verpreßt und zur Aushärtung gebracht wird .

Als Verbrennungsrückstände kommen Braunkohlen-, Steinkohlen-, Wirbelschichtfilteraschen in Betracht. Die wasserhaltigen Substanzen können neben Wasser nicht- bzw. teilentwässerter REA-Gips sein.

Als organische Fasern kommen Hanf und/oder Flachs und/oder Sisal und/oder Schilf und/oder Bambus und/oder Textilien oder dgl. zur Anwendung.

Diese Fasern sollen den herzustellenden Bauteilen im Vergleich zum Stand der Technik deutlich erhöhte Elastizitätswerte bringen, die in Verbindung mit dem speziellen Bindemittel und den damit zu erzielenden hohen Festigkeitswerten die Möglichkeit eröffnet, einerseits größere Bauteile mit dünneren Wandstärken bzw. Schichtdicken als auch tragende Elemente herzustellen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob der Einsatz im Innen- oder im Außenbereich erfolgt, da die Bauteile witterungs- und frostbeständig sowie wenig empfindlich gegen Wasserkontakt sind.

Die organischen Fasern werden vor ihrer Verarbeitung einer Aufbereitung unterzogen. Als Füllstoff für die Mischung werden die bei der Aufarbeitung anfallenden Schaben verwendet. Dies hat den Vorteil, daß über diese Füllstoffe die Wärmedämmung des Gemisches deutlich verbessert und die Masse verringert wird, was den Anwendungsumfang erweitert. Selbstverständlich kann das beschriebene Gemisch auch als Putz, Estrich, Ortbeton oder dgl. verwendet werden. Je Verwendungszweck wird der Anteil an Bindemittel, organischer Faser und Füllstoff angepaßt.

Anhand von Ausführungsbeispielen soll nachstehend die Erfindung näher erläutert werden.

In einem Intensivmischer werden 400 kg Eisensulfat (40 Gew.-%) als Fe 2 ( SO 4 ) 3.18H 2O mit 50 kg Branntkalk (5 Gew.-%) und- 550 kg einer Filterasche (55 Gew.-%) folgender Zusammensetzung (Siθ2~37,l %; Al2θ3~20,5 %;- Fe2θ3~ 2,9 %; CaO-28,4; freies CaO-1,4 % ; MgO-3,8 %; SO3-4 , 7 % ; TiO 2-4,2 %) vermischt. Diese Mischung wird über eine Förderschnecke einem Drehrohr zugeführt . In diesem Drehrohr wird eine Temperatur von 200 °C durch indirekte Beheizung mittels eines Erdgasbrenners eingestellt. Das Mischgut hat eine mittlere Verweilzeit von 20 min im Drehrohr und wird am Ende des Drehrohrs als trockenes Mischgut entnommen.

Während der Temperaturbehandlung wird das gesamte Kristallwasser des Eisensulfates freigesetzt und zur Ablöschung des Kalkes sowie zur Bildung von Speichermineralkomponenten (Calciumaluminat- und Calciumsilikathydrate) verbraucht. Diese Phasen werden röntgendiffraktometrisch nachgewiesen.

Durch die bei der Ablöschung der Freikalkmengen des Mischgutes freigesetzte Wärmemenge sinkt der Verbrauch an Gas zur Aufrechterhaltung der Temperatur von 220 °C um ca. 7,4 %.

Das entstandene Produkt wird zur Immobilisierung von chromhaltigen Böden eingesetzt. Die Eluatkonzentration des zu behandelnden Materials beträgt 600 mg/1 Cr 6 + . In einem Mischer werden 50 kg des Bodens mit 20 kg der erfindungsgemäß behandelten Asche unter Zugabe von 18 kg Wasser 2 min intensiv vermischt. In einem weiteren Versuch werden zur gleichen Menge des belasteten Materials 20 kg der unbehan-delten Asche zugegeben.

Aus dem Mischgut werden Proctorzylinder hergestellt, die bis zur Prüfung nach 28 Tagen feucht gelagert werden.

In der folgenden Tabelle ist die Verbesserung der Immobilisierung und der Baustoffeigenschaften nach dem erfindungs-gemäßen Verfahren gegenüber dem Einsatz unbehandelter Asche im Probenalter von 28 Tagen dargestellt:
Nach dem erfindungsgemäßem Verfahren verbessert sich die Immobilisierungsrate von 77 % auf 97 % im vorliegenden Beispiel. Die Druckfestigkeit erhöht sich um 148 % bei Verwendung des erfindungsgemäß behandelten Materials.

Röntgenographisch werden im ausgehärteten Material die Speicherminerale Chromatettringit und Monochromat nachgewiesen .

Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren und die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens werden anhand mehrerer Figuren erläutert. Dabei zeigt:

Fig. 1 - die Vorrichtung im Längsschnitt

Fig. 2 - das Gehäuse im Querschnitt

Die Ausgangsstoffe werden der Aufgabeeinrichtung 1 zugeführt und gelangen über diese in das Gehäuse 6 mit Paddel-wellen 5, welche über einen Antrieb 2 mit Getriebe 3 angetrieben und über die Lager 4 und 7 gelagert werden. Die drehbaren Paddelwellen 5 fördern und mischen die Ausgangsstoffe gleichmäßig und gesteuert in Richtung Auslaß 8. Der Reaktor für eine Anlage von 10 t/h sollte z. B. ca. 6 m Länge und ca. 1 m im Durchmesser aufweisen.
Das Gehäuse 6 ist wärmegedämmt und in die Temperaturzonen 1 - 4 eingeteilt, die mittels einer elektrischen Heizung ausgestattet sind.
Im oberen Bereich des Gehäuses 6 ist eine direkte elektri-sehe und im unteren Bereich eine indirekte Heizung angeordnet. Die einzustellende Temperatur liegt in den verschiedenen Zonen zwischen 100 -400 °C. Die Beheizung erfolgt über ein computergesteuertes Programm für jede Zone separat.

Die Temperaturzone I kann beispielsweise eine Temperatur von 150 -200 °C, die Temperaturzone II von 200 -300 °C, die Temperaturzone III von 300 - 350 °C und die Temperaturzone IV von 350 -400 °C aufweisen.
Die Paddelwellen 5 sind in ihrer Drehzahl variierbar, so daß die Verweildauer des Gemisches geregelt werden kann. Im Beispielsfall kann sie 20 U/min. betragen. Je nach Verwendungszweck des Produktes lassen sich durch die zielgerichtete thermische Behandlung in den 4 Temperaturzonen bei spezieller Verweilzeit im Gehäuse 6 Stoffe erzeugen, die nahezu optimal dem beabsichtigten Verwendungszweck angepaßt sind. Diese können entweder eine hohe oder niedrige Frühhochfestigkeit, Druck-, Biegezugfestigkeit oder spezielle Wärmedämmeigenschaften sowie sehr gute Immobilisie-rungseigenschaften aufweisen.

Der Einsatz des hergestellten Produktes für verschiedene Verwendungszwecke wird anhand zweier weiterer Ausführungs-beispiele beschrieben.

Beispiel 1 - Baukörper

Zur Herstellung eines Baukörpers, insbesondere einer Bauplatte, wird ein Bindemittel verwendet, das sich aus einem calcinierten Gemisch von 40 M-% Ettringitschlamm und 60 M-% Steinkohlenasche zusammensetzt. Dieses Bindemittel wird im trockenen Zustand mit 1 -10 M-%, vorzugsweise 3 M-%, organischen Fasern, wie z. B. Hanf einer Faserlänge von 1 -3 cm, intensiv vermischt. Das Mischen erfolgt vorzugsweise in ei-nem Zwangsmischer unter Zugabe von Anmachwasser und wird nach ca. 2 min. beendet. Der Wasseranspruch des Gemisches liegt zwischen 20 -40 M-%, vorzugsweise bei 30 M-% . Das Gemisch wird in Formen gegossen und bindet hydraulisch ab. Die Abmessungen der Form sind ca. 2 x 1 m, wobei die Bauplatten eine Dicke von 10 - 20 mm aufweisen.

Nach einer Lagerung von 28 Tagen untersuchte Platten wiesen dabei folgende Werte auf :

Rohdichte - 1200 -1400 kg/m3
9
Biegefestigkeit - 14,4 N/mm
Druckfestigkeit - 28,7 N/mm

Die Platten sind witterungsbeständig und weisen eine ausreichende Frost-/Tauwechselbeständigkeit auf, so daß sie sowohl für den Innen- wie auch für den Außenausbau geeignet sind.

Beispiel 2 -wärmedämmender Baustoff

Das für die Herstellung des wärmedämmenden Baustoffs verwendete Bindemittel setzt sich aus 40 M-% Ettringitschlamm und 60 M-% Steinkohlenasche zusammen und wurde calciniert. Diesem Bindemittel werden Rückstände aus der Aufarbeitung von Pflanzenfasern (Schaben) in einem Anteil von 10 -80 M-%, vorzugsweise 50 M-%, zugegeben und in einem Zwangsmischer bei einer Mischzeit von max. 2 min. intensiv vermischt. Die hierbei zugesetzte Menge Anmachwasser bewegt sich zwischen 15 -25 M-% , vorzugsweise bei 20 M-% . Das entstandene Gemisch wird vor Ort in Schalungen eingebracht oder zu Wärmedämmsteinen/ -platten verarbeitet. Die untersuchten Mischungen erreichten einen

λ-Wert von 0,01 - 0,04.

Damit ist es möglich, hochwärmedämmende Wandkonstruktionen für den Innen- und Außenwandbereich zu erstellen. Aufgrund der vollständigen Einbettung und Ummantelung der Schaben in das Bindemittel ist der Brandwiderstand sehr gut. Gegenüber Polysterol wird bei besserer Wärmedämmung eine deutlich er- 9
höhte Druckfestigkeit von 2 - 8 N/mm , vorzugsweise von

5 N/mm , erreicht.

Für die Herstellung von erfindungsgemäßen Platten, Steinen und Gemischen lassen sich selbstverständlich alle im Hauptpatent angesprochenen wasserhaltigen Substanzen und Verbrennungsrückstände verwenden. Die Anteile dieser Produkte am Bindemittel können auf den speziellen Verwendungszweck angepaßt variiert werden. Ebenso verhält es sich mit der Calciniertemperatur und der Verweilzeit im Reaktor. Somit sind optimale Eigenschaften des Bindemittels zu den zugemischten organischen Fasern immer gegeben. Das Ergebnis ist ein Produkt, das maßgeschneidert für den Anwendungsfall herstellbar ist.

Unerwarteter Weise sind Treib- und Quellerscheinung bei dieser bislang für das Gebiet der Baustoffherstellung völ-lig als ungeeignet eingeschätzten Kombination von aufgezeigten Ausgangsmaterialien überhaupt nicht mehr gegeben .

Im Ergebnis liegen vergleichmäßigte und berechenbare hydraulische Abbindereaktionen vor, die eine Dauerbeständig-keit der Produkte garantieren.

Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen

1 Aufgabeeinrichtung
2 Antrieb
3 Getriebe
4 Lager
5 Paddelwelle
6 Gehäuse
7 Lagerung
8 Auslaß
9 Brüdenabsaugung
10 Temperaturzone
11 Thermoelement
12 Gasbrenner
13 elektrische Heizung
14 oberer Bereich
15 unterer Bereich