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1. (WO1991007300) WING-IN-GROUND-EFFECT VEHICLE
Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters
Bodeneffekt-Fahrzeug

Die Erfindung betrifft ein schwimmfähiges Bodeneffekt-Fahrzeug mit mindestens einer Flügelanordnung, mindestens einem vor der Flügelanordnung sitzenden Schuberzeuger sowie mindestens einem von dem Schuberzeuger aus unter die Flügelanordnung gerichteten bzw. richtbaren Luftströmungskanal, durch den ein Luftstrahl unter die Flügelanordnung geleitet werden kann.

Bei Bodeneffekt-Fahrzeugen erzeugt die in den Hohlraum unter der Flügelanordnung einströmende Luft beim Flug in Boden- oder Wasserobenf1 ächennähe einen Luftstau, der ähnlich wie bei einem Luftkissen wirkt und auf dem das Fahrzeug gleiten kann. Dadurch wird der Fahrtwiderstand erheblich gemindert. Das Fahrzeug wird durch das Zusammenwirken des Höhenruders und der eingestellten Triebwerksleistung auf eine entsprechende Höhe über der Wasser- oder Bodenfläche eingetrimmt und in der Flughöhenlage automatisch stabilisiert. Aufgrund des geringen Widerstandes kommt das Fahrzeug mit geringen Antriebsleistungen aus.

Bei einem bekannten Bodeneffekt-Fahrzeug (EP 0 170 846} ist die Flügelanordnung als Tragkörper ausgebildet, auf dessen Oberseite eine Fahrgastkabine angeordnet ist. Dieses bekannte Bodeneffekt-Fahrzeug ist nur für eine geringe Anzahl von Fahrgästen bzw. für geringe Traglasten konzipiert.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die schwimmfähige Version des bekannten Bodeneffekt-Fahrzeugs derart weiterzubilden, daß es auch zur Beförderung einer großen Anzahl von Fahrgästen ausgelegt werden kann.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der mittlere Bereich des Fahrzeugs als langgestreckte Kabine für eine größere Anzahl von Fahrgästen ausgelegt ist, daß die Fahrgastkabine auf einem bootsartigen Schwimmer sitzt bzw. als Bootskörper ausgebildet ist, daß über die Länge der Fahrgastkabine in gleichmäßigen Abständen verteilt beidseitig angeordnete Flügel stummel vorgesehen sind, die an ihrer Unterseite einen Luftstauraum umschließen, und daß zumindest einigen Fl ügel stummein mindestens ein gesonderter Schuberzeuger vorgeschaltet ist, der über einen Luftströmungskanal mit dem jeweiligen Luftstauraum verbunden bzw. verbindbar ist.

Bei dem erfindungsgemäßen Bodeneffekt-Fahrzeug ist es ohne weiteres möglich, den Fahrgastraum beliebig groß zu gestalten, und zwar in der Größenordnung eines Autobusses oder eines Passagierflugzeugs. Über die Länge des langgestreckten Rumpfes werden dann mehrere Flügel-stummelpaäre hintereinander angeordnet, so daß der Bodeneffekt über die gesamte Länge der Fahrgastkabine wirksam werden kann, indem die Luftströmung jedes Schuberzeugers dem jeweiligen Luftstauraum unter den Fl ügel stummein zugeführt wird.

Bei einer Fahrzeugversion, bei der die Fahrgastkabine etwa 20 bis 30 Personen faßt, können beispielsweise drei Flügel stummelpaare hintereinander angeordnet sein. Es ist jedoch auch möglich, die Fahrgastkabine für 100 und mehr Personen auszulegen und dann entsprechend länger auszubilden. Bei der längeren Version werden dann zweckmäßig fünf oder mehr Flügel stummelpaare an den Seiten 1 der Fahrgastkabine angebracht.

Vorzugsweise sind die freien äußeren Enden der Flügelstummel an beiden Außenseiten mit je einem gemeinsamen, 5 in Fahrtrichtung liegenden Schwimmer verbunden. Dadurch wird erstens die Schwimmstabilität im Stand des Fahrzeugs bzw. bei geringen Geschwindigkeiten, bei denen der Bodeneffekt noch nicht eingetreten ist, erhöht. Zweitens wird aber auch aufgrund der besseren mechanischen Stabile lität der Fahrkomfort bei größeren Geschwindigkeiten erhöht, bei denen das Fahrzeug aufgrund des Bodeneffektes von der Wasseroberfläche abhebt.

Die Unterseiten der„ Schwimmer können zur besseren 15 Ablösung der Wasserströmung mehrfach abgesetzt sein, wobei die abgesetzten Bereiche jeweils in Fahrtrichtung ansteigen. Dadurch wird das Gleitverhalten der Schwimmer im Wasser verbessert.

20 Zu Manövrieren des Fahrzeugs ist zweckmäßig am hinteren Ende der Fahrgastkabine mindestens ein Seitenleitwerk mit Seitenruder angeordnet.

Zur Verbesserung der Manövrierfähigkeit sind vorzugswei-25 se zwei parallele, im Abstand zueinander angeordnete Seitenleitwerke mit Seitenrudern vorgesehen.

Zum Ein- und Ausstieg der Fahrgäste kann am hinteren Ende der Fahrgastkabine eine Tür vorgesehen sein, die gθ De"i einer bevorzugten Ausführungsform beispielsweise zwischen den beiden Leitwerken liegt.

Die Tür kann um eine untere, quer zur Längsachse der Fahrgastkabine liegende Achse schwenkbar sein, wobei die o5 Innenseite der Tür in deren geöffnetem, heruntergeklapptem Zustand als Laufsteg zwischen dem Kabineninnen- raum und einem Anleger dienen kann.

Um auch bei geringen Geschw ndigkeiten, wenn das Fahrzeug noch auf dem Wasser schwimmt, eine gute Manövrierfähigkeit zu gewährleisten, kann sich der untere Abschnitt des jeweiligen Seitenruders so weit nach unten erstrecken, daß er zumindest im schwimmenden Zustand des Fahrzeugs ins Wasser eintaucht. Der untere Abschnitt des jeweiligen Seitenruders wirkt dabei wie das Ruder eines Schiffes.

Um das erfindungsgemäße Bodeneffekt-Fahrzeug rationell in verschiedenen Größen herstellen zu können, kann das Fahrzeug in Modul-Bauweise erstellt werden. Dabei ist es möglich, daß jeweils ein Fahrgastkabinenabschnitt mit einem zugehörigen Flügelstummelpaar ein Baumodul bildet.

Alternativ kann aber auch die Fahrgastkabine als gesondertes zentrales Teil hergestellt werden, während nur die einzelnen Fl ügel stumme! einschließlich Schuberzeuger je ein Modulteil bilden. Je nach der geforderten Schubkraft können an einem einzigen Fl ügel stummel ein oder mehrere Schuberzeuger vorgesehen sein.

Aus strömungstechnischen Gründen kann das vordere Flügelstummelpaar ohne Schuberzeuger ausgebildet sein.

Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht und im nachstehenden im einzelnen anhand der Zeichnung beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel eines schwimmfähigen
Bodeneffekt-Fahrzeugs für ca. 20 bis 30 Personen mit drei Flügel stummel paaren,

Fig. 2 eine Draufsicht auf das Bodeneffekt-Fahrzeug gemäß Fig. 1 und

Fig. 3 eine Frontansicht des Bodeneffekt-Fahrzeuges gemäß Fig. 1 und 2.

Nach der Zeichnung besteht das Bodeneffekt-Fahrzeug 1 aus einer langgestreckten Fahrgastkabine 2, über deren Länge in gleichmäßigen Abständen verteilt auf beiden Seiten Flügelstummel 3 angeordnet sind.

Die Fahrgastkabine 2, die das zentrale Bauteil des Bodeneffekt-Fahrzeugs 1 bildet, sitzt auf einem bootsartigen Schwimmer bzw. ist an seiner unteren Seite selbst nach Art eines Bootskörpers 4 konzipiert.

Die Fahrgastkabine 2, die bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel für etwa 20 bis 30 Passagiere ausgelegt ist, ist im vorderen Bereich, ähnlich wie bei einem Flugzeug, mit einem Cockpit 5 versehen, an welches sich nach hinten in der Zeichnung nicht dargestellte, hintereinander angeordnete Sitzreihen anschließen. Für die Fahrgäste sind auf beiden Seiten der Fahrgastkabine Fenster 6 vorgesehen.

Hinter dem Cockpit 5 sind auf beiden Seiten der Fahrgastkabine 2 Türen 7 vorgesehen, durch welche im Notfalle die Insassen ein- und aussteigen können.

Wenn im Bereich der Anlegestelle ein größerer stationärer Anleger vorhanden ist, so können die Insassen durch eine am Ende der Fahrgastkabine 2 vorgesehene Schwenktür 8 ein- und aussteigen. Die Schwenktür ist um eine untere, quer zur Längsachse der Fahrgastkabine 2 liegende Achse 9 schwenkbar. Im heruntergeklappten, geöffneten Zustand der Schwenktiir-, bei der die Außenfläche der Tür auf dem Anleger aufliegt, dient die Innenseite der Tür als Laufsteg für die Fahrgäste, so daß diese bequem ein-und aussteigen können.

Die paarweise auf beiden Seiten der Fahrgastkabine 2 angeordneten Fl ügel stummel 3 sind an den Seitenfl chen der Fahrgastkabine 2 befestigt. Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel sind drei hintereinander angeordnete Flügelstummelpaare vorgesehen.

Jedem Flügel stummel 3 ist ein Schuberzeuger 10 vorge-schaltet. Dieser besteht aus einem Propeller 11, der über einen im Bereich der Flügelstummel sitzenden Motor 12 angetrieben wird. Jeder Propeller 11 ist von einem Einlaufdiffusor 13 umgeben, von dem aus ein Luftströmungskanal 14 unter den zugeordneten Flügel stummel 3 führt. Auf diese Weise wird erreicht, daß die von dem Propeller 11 erzeugte Luftströmung nicht nur den Vortrieb des Fahrzeugs bewirkt, sondern gleichzeitig auch einen Luftstau unter dem jeweiligen Flügelstummel erzeugt, wodurch unmittelbar ein kräftiger Auftrieb durch Bodeneffekt erzeugt wird und damit einhergehend sich eine rasche Geschwindigkeitszunahme einstellen kann. Damit sich der Luftstau wirksam ausbilden kann, sind die Fl ügel stummel derart ausgebildet, daß sie einen definierten Luftstauraum überdecken. An den Rückseiten der Flügelstummel sind schwenkbare Klappen 15 vorgesehen, mit welchen der Staueffekt variiert werden kann.

Die Flügel stummel sind in der Draufsicht trapezförmig ausgebildet, wobei die längere Grundseite an die Fahr-gastkabine 2 angrenzt.

Die Flügel stummel 3 sind in relativ kurzen Abständen an der Fahrgastkabine 2 hintereinander angeordnet. Die nach außen weisenden, der Trapezgrundseite gegenüberliegenden Parallelseiten sind relativ kurz ausgebildet, so daß die Flügelstummel nach außen relativ spitz zulaufen.

Die äußeren Enden der Fl ügel stummel 3 sind an den Außenseiten an je einem gemeinsamen, in Fahrtrichtung liegen-den Schwimmer 16 befestigt. Die beiden Schwimmer 16 sind an ihren Unterseiten mehrfach abgesetzt, wobei die abgesetzten Bereiche 17 jeweils in Fahrtrichtung ansteigen.

Zu beiden Seiten des hinteren Endes der Fahrgastkabine 2 sind zwei parallele, im Abstand zueinander angeordnete Seitenleitwerke 18 mit je einem Seitenruder 19 angeordnet. Wie insbesondere aus Fig. 2 zu erkennen ist, s'ind die Seitenleitwerke 18 an den beiden hinteren Fl ügel stummein 3 befestigt. Der untere Abschnitt 20 jedes Seitenruders 19 erstreckt sich so weit nach unten, daß er im schwimmenden Zustand des Fahrzeugs ins Wasser eintaucht und somit bei geringen Geschwindigkeiten zum Manövrieren des Fahrzeugs dienen kann.

Die beiden Seitenleitwerke sind so weit voneinander entfernt, daß die zwischen diesen liegende Schwenktür 8 bequem auf- und zugeschwenkt und zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste benutzt werden kann.

Bezugszeichenliste

1 Bodeneffekt-Fahrzeug
2 Fahrgastkabine
3 Flügel stummel
4 Bootskörper
5 Cockpit
6 Fenster
7 Türen
8 Schwenktür
9 Schwenkachse
10 Schuberzeuger
11 Propeller
12 Motor
13 Einl aufdiffusor
14 Luftströmungskanal
15 Klappen
16 Schwimmer
17 abgesetzter Bereich
18 Seitenleitwerk
19 Seitenruder
20 unterer Abschnitt des Seitenruders