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1. (WO1991005896) FLEXIBLE LOOPING TOOL
Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

Flexibles Schleifwerkzeug

Die Erfindung betrifft ein flexibles Schleifwerkzeug mit einer Unterlage, die ein Gewirke umfaßt, das aus einem Grundgewirk und wenigstens einer Schicht von Kettfäden und wenigstens einer davon gesonderten Schicht von Schußfäden besteht und eine verfestigende Appretur enthält.

Bei flexiblen Schleifwerkzeugen mit textiler Unterlage ist naturgemäß in Richtung der Schuß- und Kettfäden die Festigkeit am größten und die Dehnung am geringsten. Bei vielen Anwendungen ist jedoch eine hohe Formstabilität auch in von den Kett-und Schußrichtungen abweichenden Richtungen erwünscht. Besonders augenscheinlich ist dies bei sogenannten segmentierten Breitbändern, bei denen die Richtung der Kett- und Schußfäden nicht mit der Laufrichtung übereinstimmt. Bei unzureichender DimensionsStabilität zeigen sie eine Neigung zum Faltenlauf. Sehr wichtig ist die allgemeine Dimensionsstabilität auch bei allen Anwendungen, die zu einer starken punktuellen oder walkenden Beanspruchung des Schleifwerkzeugs führen.

Schon bei Geweben ist der Abfall der Dimensionsstabilität bei Abweichungen von den Fadenrichtungen ausgeprägt. Noch größer ist er bei den neuerdings in zunehmendem Maße als Schleifmittelunterlage verwendeten Nähgewirken, deren Struktur wesentlich lockerer ist als die von Geweben.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schleifwerkzeug der eingangs genannten Art zu schaffen, das in den von den Richtungen der Kett- bzw. Schußfäden abweichenden Richtungen hohe Dimensionsstabilität aufweist.

Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß jeweils mehrere Kettfäden je Nadelgasse durch unterschiedliche mustermäßige Einbindung nebeneinander derart gehalten sind, daß sie teils unter und teils über den Querfäden des Grundgewirks verlaufen.

Die erwünschte Wirkung kann dadurch gesteigert werden, daß sämtliche Kettfäden einer Gruppe durch von der Ober- zur
Unterseite dieser Kettfadengruppe wechselnde Querfäden des Grundgewirks voneinander getrennt sind. Dies muß nicht für jede Überkreuzungsstelle gelten. Es sollte aber durch in
Längsrichtung im Rapport kurz aufeinanderfolgende Überkreuzungsstellen gewährleistet sein.

Für die Erklärung des vorteilhaften Verhaltens des erfindungs-gemäßen Materials spielen die folgenden Zusammenhänge eine Rolle . Bei einer Dehnung des Materials in Diagonalrichtung findet eine Verdrehung oder Verbiegung der Kett- und Schußfäden gegeneinander an jedem Überkreuzungspunkt statt. Die gegenseitige Verbindung der Fäden an diesen Punkten durch die Appretur kann diese Relativbewegungen reduzieren aber nicht ausschließen. Bei den bekannten Nähgewirken (EP-B 45 408) steht nur eine begrenzte Anzahl von Überkreuzungspunkten zwischen Schuß- und Kettfäden zur Verfügung, nämlich in jeder Maschenreihe nur ein Überkreuzungspunkt je Nadelgasse. Das gilt auch dann, wenn mehrere Kettfäden je Nadelgasse eingeführt werden, weil diese von den Nähfäden strangförmig zu einem Fadenbündel mit einem einheitlichen runden Fadenquerschnitt zusammengeschnürt werden. Diese Zusammenschnürung wird durch die Erfindung vermieden. Die mehreren Kettfäden pro Nadelgasse breiten sich flächig aus. Je nach Kettfadenzahl pro Nadelgasse ergibt sich gegenüber bekannten Nähgewirken eine Vervielfachung der Überkreuzungspunkte und damit eine Vervielfachung der Verbindungsstellen zwischen den Kett- und Schußfäden sowie mit den Wirkfäden. Dadurch wird deren Fähigkeit, sich zu diagonaler Dehnung gegeneinander zu verdrehen, beträchtlich eingeschränkt. Da auch die Abstände zwischen benachbarten Überkreuzungspunkten bei gegebenem Stäbchenabstand vermindert werden, wird auch die Fähigkeit zur Verbie-gung der Fäden verringert. - Ferner findet bei einer diagonalen Dehnung eine antiparallele Verschiebung benachbarter Kettbzw. Schußfäden zueinander statt. Wenn diese Fäden - wie bei bekannten Nähgewirken - großen Abstand voneinander haben, ist die Appretur nur bedingt in der Lage, eine belastbare Verbindung zwischen ihnen herbeizuführen bzw. ist zu diesem Zweck ein derart massierter Einsatz von Appreturmittel erforderlich, daß dadurch die Eigenschaften des Materials in unzulässiger Weise verändert würden. Dank der Erfindung rücken die Kettfäden näher zusammen, so daß sie durch die Appretur miteinander verbunden und dadurch gegen relative LängsVerschiebung gesichert werden können.

Dabei führt die Erfindung nicht zu einem höheren Kettfadeneinsatz, weil die einzelnen Kettfäden im Vergleich mit den bei herkömmlichen Nähgewirken verwendeten Kettfäden einen derart reduzierten Querschnitt aufweisen können, daß die gesamte Querschnittsfläche der Kettfäden je Nadelgasse unverändert bleibt.

Die Ausbreitung der Kettfäden hat den weiteren Vorteil, daß der Deckungsgrad der Kettfäden erhöht und damit die Gefahr des zu tiefen Eindringens oder gar Durchschlagens des Appreturmittels vermieden wird. Dabei tritt die Frage auf, ob man nicht bei dichter gegenseitiger Anlage benachbarter Kettfäden befürchten muß, daß das Appreturmittel nicht genügend eindringen kann, um die gegenseitige Verbindung benachbarter Kettfäden zu bewirken. Jedoch ist eine solche Befürchtung unbegründet, weil die Kettfäden durch die Unterschiedlichkeit der mustermäßigen Einbindung bei jedem Überkreuzungspunkt oder zumindest in geringen Abständen durch Querfäden des Grundgewirks voneinander getrennt werden, wodurch zwischen ihnen Kapillarabstände erzeugt werden, in die Appreturmittel eindringt. Dadurch ist sichergestellt, daß sie nicht nur miteinander, sondern auch mit dem Grundgewirk durch die Appretur fest verbunden werden. In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft, wenn sämtliche Kettfäden einer Gruppe durch von der Ober- zur Unterseite dieser Kettfadengruppe wechselnde Querfäden des Grundgewirks voneinander getrennt sind, damit die erwähnten Kapillarabstände geschaffen werden. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang auch, wenn an jeder Überkreuzungsstelle eines Querfadens mit einer Gruppe von Kettfäden mindestens ein Kettfaden über dem Querfaden liegt.

Zwar gilt für die Erfindung ebenso wie für Nähgewirke, daß die Lage der Kettfäden während des Wirkvorgangs auf die Nadelgassen beschränkt ist; da aber die Kettfäden sich mit den Nähfäden wechselnd überkreuzen, werden sie nicht zu einem einzigen kompakten Fadenbündel vereinigt, sondern breiten sie sich flächig aus, so daß neben einer erhöhten Flächendeckung auch eine weniger rippig strukturierte, sondern eher glatte Oberfläche erzielt wird. Abhängig von der jeweiligen Ausführungsform der Erfindung können die Kettfäden nach ihrer
Ausbreitung in geringem Abstand benachbart, unmittelbar aneinander angrenzend oder auch einander überlappend angeordnet sein. Dabei entsteht eine Vielzahl der erwähnten kapillarähnlichen Zwischenräume, in welche das Appreturmittel eindringen kann. Dies führt nach der Aushärtung zu einer wesentlichen Verfestigung der gesamten Unterlage.

Unterschiedliche Konsistenz des Appreturmittels und unterschiedliche Haftungseigenschaften der ausgehärteten Appretur können eine unterschiedliche Eindringtiefe wünschenswert erscheinen lassen. Ebenso kann sich aus unterschiedlichen Einsatzzwecken des Schleifwerkzeugs und unterschiedlicher Konsistenz der ausgehärteten Appretur der Wunsch nach unterschiedlicher Durchdringung der Unterlage durch das Appreturmittel ergeben. Diesen Wünschen kann die Erfindung dadurch Rechnung tragen, daß der Abstand und der Deckungsgrad der Kettfäden praktisch beliebig eingestellt werden können. So lassen sich - im ausgehärteten Zustand - harte Appreturen oder dünnflüssige Appreturmittel bei geringem Kettfadenabstand verarbeiten, ohne daß ein zu tiefes Eindringen und damit eine unerwünschte Versprödung der Unterlage befürchtet werden muß, während bei solchen Appreturmitteln, die infolge höherer
Zähigkeit oder Schäumung wenig fließfreudig sind und/oder die im ausgehärteten Zustand hinreichend flexibel sind, ein größerer Abstand bzw. geringerer Deckungsgrad gewählt werden kann. Das erfindungsgemäße Schleifmittel ermöglicht daher durch die Art des die Unterlage bildenden Gewirks eine bislang nicht gekannte Variabilität.

In diesem Zusammenhang sei bemerkt, daß unter einer verfestigenden Appretur jedes Mittel zu verstehen ist, das aus einem formbaren und insbesondere fließfähigen Zustand auf das Gewirk aufgebracht und zumindest teilweise in dieses eingebracht werden kann, danach aushärtet und im ausgehärteten Zustand eine Verfestigung der Unterlage bewirkt. Als Appretur im Sinne der Erfindung kann daher auch eine aushärtende Imprägnierung oder Beschichtung verstanden werden, die primär anderen
Zwecken dient, beispielsweise der Bindung des Schleifkorns an die Unterlage.

Es ist bekannt, daß das erfindungsgemäß verwendete Gewirk mit hoher Zugfestigkeit ausgestattet werden kann und eine hohe Oberflächenglätte besitzt und daher beispielsweise für Zahnriemen oder Drucktücher sowie allgemein für Anwendungszwecke, die eine glatte Oberfläche verlangen, vorteilhaft ist (EP-A 0 069 589; EP-A 0 069 590). Unbekannt ist jedoch, daß dieses Material in Verbindung mit einer Appretur, die für flexible Schleifmittel geeignet ist, zu einer hohen Dimensionsstabilität in den Richtungen führt, die von der Schuß- und Kettfadenrichtung abweichen.

Die Erfindung ergibt eine Verbesserung der Formstabilität und des Deckungsfaktors schon im Zusammenhang mit trikotgebundenen Gewirken. Noch bessere Ergebnisse werden mit einer Tuchbindung erzielt. Dabei läßt sich erreichen, daß die Maschenstäbchen ganz oder teilweise von Kettfäden abgedeckt sind, die durch Nähfäden abgebunden sind, welche zu anderen Stäbchen gehören. Dies beruht auf der beschriebenen Erscheinung, daß die während des Wirkvorgangs auf eine bestimmte Nadelgasse beschränkten Kettfäden sich anschließend innerhalb des durch die Querfäden des Gewirks vorgegebenen Bereichs seitlich über diese Nadelgasse hinaus verschieben können.

Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung können die Kettfäden in solcher Art und Dichte gewählt werden, daß sie im fertigen Nähgewirke in abgeplatteter Form vorliegen, wobei das Verhältnis ihrer Breite zu ihrer Höhe mindestens etwa 1 , 8 und in der Praxis leicht in der Größenordnung von 2,3 liegt. Die Abplattung setzt nicht voraus, daß ursprünglich abgeplattete Fäden bei der Herstellung verwendet werden. Vielmehr kann die
Abplattung auch bei ursprünglich im Querschnitt runden Fäden erzielt werden, insbesondere wenn sie aus glattem, nicht oder wenig gedrehtem Filamentgarn bestehen und ihnen hinreichender Ausbreitungsraum zur Verfügung gestellt wird. Dieser ist abhängig von dem Verhältnis des Durchmessers der ursprünglich runden Fäden zu der ihnen im Produkt zur Verfügung stehenden Breite zu verstehen, also der Durchmesser der Kettfäden multipliziert mit der Anzahl der Kettfäden je Nadelgasse im Verhältnis zum Mittenabstand der Maschenstäbchen. Dieses
Verhältnis liegt zweckmäßigerweise nicht über 80 %, zweckmäßigerweise nicht über 70 %, weiter zweckmäßigerweise nicht über 60 %, weiter zweckmäßigerweise nicht über 50 %. Beispielsweise wird ein Wert von mindestens 80 % etwa erreicht bei einer Feinheit des Gewirkes von 20 Nadeln pro inch sowie einem
Eintrag von je vier Kettfäden (Feinheit 550 dtex.

Multifilamentgarn, Polyester) pro Nadelgasse. Der Durchmesser der ursprünglich runden Kettfäden läßt sich ermitteln durch flächengleiche Umwandlung des im Fertigprodukt vorgefundenen Querschnitts in den Kreisquerschnitt. Statt dessen läßt er sich auch nach den in der EP-B 0 073 313, Seite 6 oben, angegebenen Grundsätzen ermitteln. Unter der Breite der
Kettfäden ist ihre Dimension quer zu ihrer Längserstreckung in der Ebene der Unterlage zu verstehen. Ihre Höhe ist ihre quer dazu verlaufende Querschnittsabmessung. Wenn man die Kettfäden entsprechend dicht anordnet, liegt beim fertigen Produkt infolge der Abplattung der Fäden eine weitgehende gegenseitige Überlappung vor. Ist diese nicht erwünscht, so ist es möglich, eine geringere Zahl, beispielsweise anstelle von vier Kettfäden (Feinheit 550 dtex) lediglich zwei Kettfäden (Feinheit 1100 dtex) je Nadelgasse zu verwenden. Es kann auch die
Feinheit des Gewirkes reduziert werden. Grundsätzlich kann durch die entsprechende Auswahl der Garne, der Feinheit des Gewirkes, der Anzahl der Kettfäden, der Bindung sowie sonstiger, dem Fachmann vertrauter Parameter eine den spezifischen Erfordernissen des jeweiligen Schleifprozesses entsprechende Unterlage erhalten werden. Als besonders vorteilhaft hat sich die Möglichkeit erwiesen, den Grad der Flächendeckung und somit auch den Abstand der einzelnen Kettfäden zueinander durch Anwendung der erfindungsgemäßen Konstruktionsmerkmale derart zu variieren, daß die in Abhängigkeit hierzu aufgenommene Menge des Appreturmittels zu der gewünschten Flexibilität bzw. Steifigkeit des Schleifwerkzeugs führt. Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung gegenüber herkömmlichen Nähgewirken besteht darin, daß eine Vervielfachung der Kettfadenzahl ohne Vergrößerung der Menge des Kettfadenmaterials zu einer Vergrößerung des Deckungsgrads führt. So wird beispielsweise bei einer Vervierfachung der Kettfadenzahl eine Verdoppelung des Deckungsgrads erreicht.

Der Deckungsgrad der Kettfäden liegt vorzugsweise über 60 %, weiter vorzugsweise über 70 %, weiter vorzugsweise über 80 %. Er kann, wie bereits ausgeführt, 100 % erreichen, wenn die Kettfäden unmittelbar aneinander anliegen oder einander gar überlappen.

Bei bekannten Schleifmitteln, deren Unterlage Nähgewirk enthält, ist die Kettfadenseite ungeeignet zur Aufnahme der Schleifkornschicht. Die in dem erfindungsgemäßen Schleifmittel erzielte Kettfadenanordnung erlaubt aber eine so gute Verankerung der Appretur bzw. des Bindemittels, daß das Schleifkörn nunmehr gewünschtenfalls auf der Kettseite angeordnet werden kann. Abgesehen von einer bei Nähgewirken bisher nicht erzielten Güte des Schuffbildes und der Möglichkeit, eine Gewirkeunterlage auch für feines Schleifkörn zu verwenden, hat die Anordnung des Schleifkorns auf der Kettseite ferner den
Vorteil, daß die Schleif räfte vom Korn unmittelbar auf diejenige Schicht der Unterlage übertragen werden, die die Längskräfte überträgt, ohne daß eine Schußfadenschicht dazwischen angeordnet ist.

Die Erfindung wird im folgenden näher unter Bezugnahme auf die

Zeichnung erläutert. Darin zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch ein herkömmliches
Nähgewirk,
Fig. 2 bis 4 Draufsichten auf erfindungsgemäße Gewirke mit
Trikotbindung (Kettfadenseite) ,
Fig. 5 und 6 Querschnitte unterschiedlichen Maßstabs durch
eine erfindungsgemäßes Gewirk in Trikotbindung, Fig. 7 die Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes
Gewirke in Tuchbindung (Kettfadenseite) und Fig. 8 und 9 Querschnitte unterschiedlichen Maßstabs durch
ein solches Gewirk.

Ein flexibles Schleifwerkzeug der von der Erfindung betroffenen Art setzt sich (siehe Fig. 5) aus einer Unterlage U und einer Kornschicht K zusammen, die durch ein Bindemittel B miteinander verbunden sind. Die Unterlage enthält ein die Kräfte aufnehmendes textiles Flächenmaterial, das durch eine Appretur A verfestigt ist, die zur Vermeidung einer Versprödung meist nur in begrenzte Tiefe des Textilmaterials eindringen soll. Eine Appretur kann auf beiden Seiten des Textilmaterials oder nur auf einer vorgesehen sein. Außer der Verfestigung kann sie andere Zwecke haben, beispielsweise das Durchschlagen des Bindemittels durch die Unterlage zu verhindern und/oder eine Haftvermittlung zum Bindemittel zu bewirken und/oder auf der Rückseite eines Schleifbandes einen hohen Reibbeiwert gegenüber den Antriebswalzen zu erzeugen. Der Einfachheit halber wird in den übrigen Figuren lediglich das Textilmaterial dargestellt.

Die Unterlage kann außer dem Textilmaterial weitere Schichten enthalten, jedoch wird vorzugsweise auf weitere Schichten verzichtet.

Das in Fig. 1 veranschaulichte Nähgewirk herkömmlicher Art umfaßt Nähfäden 1, die Maschenstäbchen 2 bilden, die in den Nadelgassen 3 durch Querfäden 4 verbunden sind. Die Nähfäden 1 verbinden Schuß äden 5 und Kettfäden 6. Je Nadelgasse ist nur ein Kettfaden vorhanden. Die Kettfäden werden von den Nähfäden gebündelt und auf Abstand gehalten. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn dickere Kettfäden oder mehrere Kettfäden je Nadelgasse verwendet werden. Die Zeichnung, die eine vergrößerte Darstellung einer fotografischen Aufnahme eines in der Praxis verwendeten Gewirks ist, gibt die tatsächlichen Verhältnisse deutlich wieder und zeigt insbesondere, daß der Deckungsgrad gering und der gegenseitige Abstand der Kettfäden groß ist.

Die Figuren 2 bis 4 zeigen Legungsbilder von erfindungsgemäßen Gewirken in Trikotbindung. Die Wirkfäden 1 bilden Maschenstäbchen 2, die in den Nadelgassen 3 durch Querfäden 4 verbunden sind. In allen Ausführungsbeispielen ist in jeder Maschenreihe ein Schußfaden 5 eingelegt. Es können auch mehrere Schußfäden eingelegt sein oder es kann zusätzlich ein Fadengelege durch Nähwirken oder auf andere Weise aufgebracht werden. In jeder Nadelgasse 3 sind Kettfäden 6 eingebunden, deren Zahl sich in den Figuren unterscheidet. Sie bilden dadurch einen Teil des Gewirks, daß sie mustermäßig eingebunden sind. Das bedeutet, daß sie teils unter und teils über den Querfäden 4 verlaufen. Dabei ist die Anordnung so gewählt, daß an jedem Überkreuzungspunkt mindestens je ein Kettfaden über und unter jedem
Querfaden verläuft.

Fig. 5 und 6 veranschaulichen die Querschnittsgestalt, die sich bei Verwendung des Legungsbilds gemäß Fig. 2 und bei Zugrundelegung der Daten von Beispiel 1 in der Praxis ergibt. Da die Wirkfäden 1 sich über eine größere Breite spannen als es dem Breitenanteil eines Kettfadens entspricht, werden die Kettfäden nicht eng gebündelt und ist auch ihr Platz in
Querrichtung nicht so starr festgelegt wie bei herkömmlichen Nähgewirken. Sie können sich daher im Querschnitt ausbreiten und aneinanderrücken, so daß ein hoher Deckungsgrad der
Kettfäden erreicht wird. Wie Fig. 6 zeigt, kann sich dabei sogar eine gegenseitige Überlappung benachbarter Kettfäden ergeben. Diese wird dadurch ermöglicht, daß die Querfäden, die wechselnd den einen und den anderen Schußfaden binden, nicht an derselben Überkreuzungsstelle, sondern in Längsabstand voneinander auftreten. An derjenigen Stelle, an der die
Schnitte gemäß Fig. 5 und 6 geführt sind, liegt der den in jeder Nadelgasse links erscheinenden Kettfaden bindende
Wirkfaden. Dadurch wird eine Überlappung des rechten Kettfadens über den linken begünstigt. Hingegen wird an denjenigen Stellen, an denen der den jeweils rechten Kettfaden bindende Wirkfaden liegt, der linke Kettfaden dazu neigen, den rechten zu überlappen.

Die Darstellung veranschaulicht ferner, daß ein guter Dek-kungsgrad erreicht wird, wobei durch die Querfäden dafür gesorgt wird, daß die benachbarten Kettfäden sich nicht zu einem einheitlichen Bündel vereinigen, sondern zwischen ihnen zumindest in der Nachbarschaft der Querfäden 4 ein gewisser Abstand verbleibt, der je nach Dicke der Kettfäden größer oder kleiner ist, mindestens aber eine der Dicke der Querfäden entsprechende kapillare Weite aufweist, so daß Appreturmittel geeigneter Konsistenz eindringen und die benachbarten Kettfäden und die Querfäden miteinander verbinden kann.

Bei gleichem Kettfadeneinsatz (Summe der Kettfadenquerschnitte je Nadelgasse) wird auf diese Weise ein wesentlich höherer Deckungsgrad als bei herkömmlichen Nähgewirken (Fig. 1) erreicht. Im übrigen wären selbst bei gleichem Deckungsgrad der Kettfäden die Bindungsverhältnisse wesentlich günstiger, weil die Zahl der Überkreuzungspunkte verdoppelt und der
Abstand zwischen benachbarten Kettfäden halbiert ist.

Daher kommt es, daß das erfindungsgemäße Gewirke all denjenigen Verformungen, die mit einer Beanspruchung in einer von der Fadenrichtung abweichenden Richtung verbunden sind, wesentlich größeren Widerstand entgegensetzt als ein herkömmliches
Nähgewirk.

Ferner springt bei einem Vergleich der Figuren 5 und 1 ins Auge, daß erfindungsgemäß eine wesentlich größere Oberflächenglätte auf der Kettfadenseite erzielt wird als bei herkömmlichen Nähgewirken. Dies liegt auch daran, daß an jedem Überkreuzungspunkt mindestens je ein Kettfaden über und unter jedem Querfaden verläuft. Neben jedem Querfaden liegt ein mindestens ebenso hoher Kettfaden. Anders als bei herkömmlichen Nähgewirken treten die Querfäden daher nicht als höchste Punkte in Erscheinung und sind daher von außen kommender mechanischer Beanspruchung weniger ausgesetzt.

Trotz ihrer dichten Anordnung sind die Kettfäden durch die Querfäden also stets deutlich getrennt und parallel zueinander gehalten. Dadurch wird einerseits ihre maximale Ausbreitung in der Gewirkebene und andererseits die Gewährleistung hinreichender Verankerungsmöglichkeit zwischen ihnen sichergestellt . Auch bei anderen Legungen, insbesondere bei größerer Anzahl von Kettfäden je Nadelgasse, soll stets gewährleistet sein, daß die Querfäden teils oberhalb und teils unterhalb der nebeneinanderliegenden Kettfäden verlaufen, damit die geschlossene Struktur erzielt wird, die das Durchschlagen des Grundbindemittels verhütet, und hinreichende Verankerung der Appreturmasse ermöglicht wird.

Das Gewirke verliert die für Nähgewirke typische, längsorientierte Rippenstruktur und weist eine eher glatte, gleichmäßige Oberfläche auf; der Nähfaden wird in einem Gewirke dieses Aufbaus praktisch keinem wesentlichen Verschleiß mehr ausgesetzt. Darüber hinaus kann ein Gewirke mit einer derart glatten Oberflächenbeschaffenheit auch für feines Schleifkorn eingesetzt werden und bietet auch auf den Einsatzgebieten, auf denen bislang Nähgewirke verwenden werden, wesentliche anwendungstechnische Vorteile, insbesondere ein verbessertes
Schliffbild und geringeren Verschleiß von Stützelementen.

Hinsichtlich des verwendeten Fadenmaterials wird vorzugsweise Filamentgarn verwendet. Jedoch kann auch Stapelfasergarn oder anderes synthetisches oder natürliches Garnmaterial verwendet werden.

Fig. 7 veranschaulicht das Legungsbild eines erfindungsgemäßen Gewirkes mit Tuchbindung. Diese zeichnet sich dadurch aus, daß die Querfäden 4 zwischen nicht unmittelbar benachbarten
Maschenstäbchen 2 verlaufen. Daurch wird der bündelnde Einfluß der Querfäden auf die Kettfäden 6 weiter reduziert, so daß die Kettfäden sich nach der Herstellung des Gewirks praktisch frei seitlich ausbreiten können. Bei geringem Kettgarneinsatz wird dadurch ein hoher Deckungsgrad erreicht. Sogar die Maschenstäbchen selbst werden abgedeckt, nämlich durch Kettfäden, die von Querfäden gehalten sind, die zu den dem abgedeckten
Maschenstäbchen jeweils benachbarten Maschenstäbchen gehören. Das Legungsbild gemäß Fig. 7 führt in der Praxis zu einem Querschnittsbild, wie es in den Figuren 9 und 10 veranschaulicht ist. Wie man deutlich erkennt, beträgt der Deckungsgrad bei Zugrundelegung der Daten von Beispiel 3 nahezu 100 %, wobei trotz hoher Oberflächenglätte eine klare Trennung der benachbarten Kettfäden voneinander unter Aufrechterhaltung von Zwischenräumen für die Verankerung von Appretur gewährleistet ist.

Beispiel 1
Maschine: Raschel-Wirkmaschine der Fa. Mayer, Obertshausen,
Mod. RS4 MSU-N ausgestattet mit mindestens 3-6
Legeschienen und den dazugehörigen Einrichtungen zum
Wirken von Kettfadenmusterungen sowie einer Schußeintragseinrichtung.

Garne: Kettfaden: Multifilamentgarn, dtex 1100 f 210
Polyester hochfest
Nähfaden: Multifilamentgarn, dtex 150 f 48
Polyester
Schußfaden: Multifilamentgarn, dtex 1100 f 210
Polyester hochfest
Die Garne sind handelsüblich und können beispielsweise von der Fa. Hoechst AG, Frankfurt, bezogen
werden.

Legung und Einzug:

Das derart erhaltene Gewirke entspricht den Fig. 2, 5 und 6 und weist sowohl in Kett- als auch in Schußrichtung eine Reißfestigkeit von ca. 3900 N/5 cm auf.

Beispiel 2
Maschine: Entsprechend Beispiel 1
Garne: Entsprechend Beispiel 1

L 3 L 4
Zweiter Kettfaden Dritter Kettfa
0 2
0 2
2 2
2 2
0 0
0 0
0 2
0 2

voll voll

ls dtex 1100 f 210 Polyester hochfest

Das erhaltene Gewirke entspricht Fig . 3.

Die Weiterverarbeitung des erfindungsgemäßen Gewirkes zu einem Schleifmittel auf Unterlage erfolgt in herkömmlicher Technik.

Beispiel 3
Maschine: Entsprechend Beispiel 1
Garne: Entsprechend Beispiel 1

L 3

0
0
4
4
2
2
4
4

voll

ls dtex 1100 f 210 Polyester hochfest

Das erhaltene Gewirke entspricht den Fig. 7, 8 und 9.

Die Weiterverarbeitung des erfindungsgemäßen Gewirkes zu einem Schleifmittel auf Unterlage erfolgt in herkömmlicher Technik.