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1. WO2007085524 - METHOD, COMPUTER PROGRAM PRODUCT AND DEVICE FOR GENERATING AND PROCESSING DOCUMENT DATA WITH MEDIA-RELATED COLOUR MANAGEMENT RESSOURCES

Note: Text based on automatic Optical Character Recognition processes. Please use the PDF version for legal matters

[ DE ]

Verfahren, Computerprogrammprodukt und Vorrichtung zur Erzeugung und Verarbeitung von Dokumentendaten mit medienbezogenen Farbmanagementressourcen

Die Erfindung betrifft ein Verfahren, ein Gerätesystem und ein Computerprogramm zum Verarbeiten eines
resourcenbasierten Dokumentendatenstroms . Ein typisches Dokumentendatenformat dieser Art ist das Format AFP
(Advanced Function Presentation) . Es wird insbesondere in digitalen Produktionsdruck-Umgebungen, verwendet, d.h. in Datenverarbeitungs- und Drucksystemen, die Dokumentendaten mit hoher Geschwindigkeit von bis zu einigen tausend
Seiten pro Minute verarbeiten, wobei die Dokumente insbesondere jeweils dokumentenindividuelle Daten
umfassen.

Die Erfindung betrifft insbesondere die Erzeugung und Verarbeitung resourcenbasierter Dokumentendatenströme, die farbbezogene Daten für die Dokumente enthalten.

Details des Dokumentendatenstroms AFP sind in der
Publikation Nr. F-544-3884-01 , herausgegeben von der Firma International Business Machines Corp. (IBM) mit dem Titel „AFP Programming Guide and Line Data Reference"
beschrieben. Der Dokumentendatenstrom AFP wurde
weiterentwickelt zu dem Dokumentendatenstrom MO:DCA™, welcher z.B. in der IBM-Publikation SC31-6802-05 (April 2001) mit dem Titel „Mixed Object Document Content
Architecture Reference" beschrieben ist. Details dieses Datenstroms sind auch in der US-A-5 , 768 , 488 beschrieben. Dort werden auch bestimmte Felddefinitionen des
Datenstroms, die Steuerungsdaten enthalten, sogenannte „structures fields" erläutert.

AFP/MO :DCA-Datenströme werden im Zuge von
Druckproduktionsaufträgen häufig in Datenströme des Intelligent Printer Data Stream™ (IPDS™) umgewandelt. In der US-A- 5, 982, 997 ist ein solcher Prozeß gezeigt. Details zu IPDS Datenströmen sind z.B. im IBM-Dokument Nr. S544-3417-06, „Intelligent Printer Data Stream Reference", 7. Ausgabe (Nov. 2002) beschrieben.

Zur Auswahl verschiedener Aufzeichnungsträger wird in der bisher bekannten AFP/IPDS Architektur die Nummer eines Einzugsfaches angegeben („Media Source ID" im
strukturierten Feld „MMT") , siehe z.B. in der oben
genannten Publikation Nr. SC31-6802-05 die Seiten 231-242. Mit dieser Methode wird von einer Druckanwendung ein physikalisches Einzugsfach eines Druckgerätes ausgewählt, aber nicht die Art des zu bedruckenden Mediums angegeben, wie beispielsweise bestimmte vorbedruckte Formulare, transparente Folien, farbiges Papier usw., die für die Anwendung benutzt werden sollen. Derart festgelegte
Anwendungen können nur für ein spezifisches, angegebenes Drucksystem verwendet werden und sind abhängig von Setup-Einstellungen des Druckgerätes. Ferner besteht dabei das Problem, daß derart festgelegte Anwendungen nicht die erwarteten Ergebnisse produzieren, wenn sie an ein
unterschiedliches Drucksystem geschickt werden.

Im AFP-Datenstrom sind auch sogenannte Map Media Type

(MMT) strukturierte Felder vorgesehen, siehe Publikation Nr. SC31-6802-05 auf Seiten 244-246. Mit ihnen ist es möglich, in Druckanwendungen die zu benutzenden
Bedruckmedien anzugeben, jeweils durch Name oder
Typbezeichnung gekennzeichnet. Eine Steuerungssoftware zur Ansteuerung eines Druckgeräts überprüft dann, welches Einzugsfach in einem Druckgerät den gewünschten
Aufzeichnungsträger enthält und wählt das erste
übereinstimmende Fach zum Drucken aus.

Verschiedene weitere Druckdatenströme und Drucksysteme, die zur Verarbeitung verschiedenster Druckdatenströme einschließlich AFP und IPDS geeignet sind, sind in der Veröffentlichung „Das Druckerbuch", Dr. Gerd Goldmann (Herausgeber), Oce Printing Systems GmbH, 6. Ausgabe (Mai 2004) , ISBN 3-00-001019-x beschrieben. In Kapitel 14 ist das Serversystem Oce PRISMAproduction beschrieben. Dieses flexible Druckdaten-Serversystem ist beispielsweise dazu geeignet, Druckdaten von Datenquellen wie einem Quell -Computer, der Druckdaten in einer bestimmten
Druckdatensprache wie AFP (Advanced Function
Presentation) , MO: DCA, PCL (Printer Command Language) ,

PostScript, SPDS (Siemens Print Data Stream) , in der von der Firma Adobe Systems Inc. entwickelten Portable
Document Format (PDF) oder in der von der Firma Xerox Corporation entwickelten Sprache Line Coded Document Data Stream (LCDS) zu empfangen, in bestimmtes Ausgabeformat umzuwandeln, z.B. in das Intelligent Printer Data Format (IPDS) und die Daten in diesem einheitlichen Ausgabeformat an ein Druckproduktionssystem zu übertragen. In Kapitel 10 sind verschiedene Technologien zum Farbdruck beschrieben, in Kapitel 11 insbesondere die Technologie Oce Direct Imaging, welche einen Farbdruck auf Basis von 7
Grundfarben ermöglicht.

Bei der Spezifikation und Weiterentwicklung von
Druckdatenströmen besteht mitunter das Problem, daß im

Datenstrom neue Kommandos eingefügt werden müssen, um den technischen Weiterentwicklungen von Computern,
Druckgeräten und/oder Nachverarbeitungsgeräten Rechnung zu tragen. Das Festlegen derartiger Erweiterungen ist meist ein relativ aufwendiges Verfahren, bei dem verschiedene Industriepartner zusammenarbeiten müssen, um die
Änderungen bzw. Neuerungen untereinander abzustimmen.

In der US-A-6 , 097 , 498 ist beschrieben wie drei neue
Datenstrom-Komandos, nämlich WOCC, WOC sowie END dem
Intelligent Printer Datastream™ (IPDS™) hinzugefügt werden.

Eine weitere Möglichkeit, zusätzliche Steuerungsdaten in einem AFP-Datenstrom zu hinterlegen, besteht darin, Daten in sogenannten object Containern abzulegen, siehe z.B. in der Publikation Nr. SC31-6802-05 die Seiten 93-95.

In der von der Anmelderin stammenden WO 03/069548 sind weitere Maßnahmen zum Einfügen neuer
Steuerungsinformationen in AFP bzw. IPDS Datenströmen beschrieben.

Aus der US 6,327,624 Bl ist ein Verfahren zum Erzeugen eines Dokumentendatenstroms, der strukturierte Felder enthält, bekannt.

In der IBM-Publikation SC31-6805-05 mit dem Titel „Image Object Architecture Reference", 6. Ausgabe (August 2002) wird beschrieben wie in den Datenströmen AFP und IPDS Dokumentenobjekte wie Text, Bilder, Grafiken, Barcodes und Fonts behandelt werden. Dafür wird eine sogenannte Object Content Architecture (OCA) definiert, in denen für die jeweiligen Objekte bestimmte Datenstrukturen und
Steuerungs- bzw. die Objekte kennzeichnenden Parameter festgelegt werden, für Bilder beispielsweise die
sogenannte Image Object Content Architecture (IOCA) , für

Grafiken eine entsprechende GOCA, für Präsentationstexte eine PTOCA usw. Die IOCA wird in dem oben genannten
Dokument ausführlich beschrieben. Auf den Seiten v bis vii des Dokuments sind weitere für das Verständnis der
Datenströme hilfreiche IBM-Dokumente genannt.

IPDS und AFP Datenströme enthalten und/oder referenzieren in der Regel sogenannte Resourcen, die Daten enthalten, die zur Ausgabe der Dokumente benötigt werden. Die Daten einer Resource können dabei für einen oder mehrere
Druckaufträge, die wiederum mehrere Dokumente bzw.
Dokumententeile enthalten, durch einfache Referenzierung mehrfach verwendet werden, ohne mehrfach übertragen werden zu müssen. Dadurch wird die Menge der von einer
Verarbeitungseinheit (z.B. einem die Dokumente erzeugenden Host-Computer) an eine nachfolgende Verarbeitungseinheit (z.B. einen Druckserver oder ein Druckgerät) zu
übertragenden Daten verkleinert, insbesondere, wenn Daten von einer Vielzahl von Dokumenten zu übertragen sind, die teilweise gleiche Daten aufweisen bzw. benötigen.
Beispiele solcher Resource sind Zeichensätze (Fonts) oder Dokumenten zu überlagernde Formulare (Overlays) . Die

Resourcen können dabei im Druckdatenstrom selbst enthalten sein oder getrennt von diesem zwischen den beteiligten Systemen übertragen werden und innerhalb verschiedener Dokumente jeweils nur referenziert sein. Dabei kann insbesondere vorgesehen sein, dass die Resourcen im weiterverarbeitenden Gerät (z.B. Druckserver oder
Druckgerät) bereits gespeichert sind, so dass sie nicht erneut mit jedem Druckauftrag übertragen werden müssen, sondern lediglich referenziert werden müssen.

Bei der Darstellung von AFP-Dokumentendaten werden
Resourcen, die im AFP-Dokumentendatenstrom an
verschiedenen Stellen stehen bzw. aus verschiedenen
Quellen stammen, mit den entsprechenden variablen Daten zusammengeführt. Die Resourcendaten können dabei als interne Resourcen im Dokumentendatenstrom eingebunden sein oder als externe Resourcen über einen Resourcennamen aus Bibliotheken aufgerufen werden. In einem Parsing-Vorgang werden weiterhin die Daten auf Konsistenz hin geprüft.

Im Dokument „Print Services Facility for OS/390 & z/OS, Introduction", Vers. 3, Release 3.0 Nr. G544-5625-03 der Firma IBM vom März 2002 sind Details beschrieben, wie ein sog. Line Data- bzw. MO:DCA-Dokumentendatenstrom in einen IPDS-Datenstrom umgewandelt wird. Das Softwareprogramm Print Service Facility (PSF) kombiniert dabei variable Dokumentendaten mit Resourcendaten um Ausgabedaten, die an einen Drucker als Ausgabegerät gesandt werden, zu
verwalten und zu steuern. Von der Anmelderin werden
Softwareprodukte unter den Handelsnamen Oce SPS und Oce CIS entwickelt und vertrieben, die entsprechende
Funktionen aufweisen.

Aus der US 2005/0024668 Al ist ein Verfahren zum sicheren Verwalten und Zuordnen von Resourcen bei der Bearbeitung von resourcenbasierten Druckaufträgen bekannt. Aus der WO-Al-2004/0008379 ist ein Verfahren zur Verarbeitung von Ressourcendaten in einem Dokumentendatenstrom bekannt.

In der WO-A-WO 2004/013748 ist beschrieben wie in
AFP/MO: DCA und IPDS-Datenströmen auf Wiedergabemedien bezogene Daten erzeugt und verarbeitet werden können und wie in diesen Datenströmen für verschiedene Dokumenten bzw. Dokumentenseiten Medienwechsel erzeugt werden können, wobei im Datenstrom insbesondere eine hierarchische
Gliederung vorgesehen ist.

Bei der Verarbeitung von farbbezogenen Objektdaten wie z.B. Bildern, Grafiken und Texten tritt grundsätzlich die Problematik auf, dass die in einem Ausgabegerät
wiedergegebenen Farben nicht ohne weiteres mit den
Originalfarben übereinstimmen. Deshalb wurde zur
Verarbeitung von Farbdaten die sogenannte Color Management Technologie entwickelt, die sich zum Ziel setzt, eine möglichst originalgetreue Wiedergabe von Farben zu
ermöglichen. Dazu werden z.B. Farbprofile von Eingabe- und Ausgabegeräten definiert, die deren Eigenschaften bei der Verarbeitung von Farbdaten angeben. Durch Berücksichtigen der Farbprofile können Farbdaten in einer
Verarbeitungskette dann so umgerechnet werden, dass das am Ende der Kette wiedergegebene Farbobjekt relativ genau mit dem Originalobjekt übereinstimmt. Farbdatenverarbeitung auf Basis von Farbprofilen ist jedoch in vielen Fällen relativ aufwendig.

Für Farbinformationen sind insbesondere im Bereich der Dokumentendatenverarbeitung auch sogenannte Highlight Color (HLC) -Farben, -Verfahren und -Einrichtungen
entwickelt worden. Derartige Farbenumfassen zumindest einen Farbton, der in der Regel abseits vom Farbraum üblicher Farbstoffe liegt. Dieser Farbton kann z.B. ein anwendungsspezifischer Farbton sein (z.B. für ein farbiges Firmenlogo, eine Schmuckfarbe oder eine sog. „spot color") und/oder derart angepasst sein, dass er Zugang zu
Farbtönen erlaubt, die mit Standard-Druckfarben wie z.B. gelb (Y) , magenta (M) , cyan (C) und schwarz (K) nicht erreichbar ist. Die Anmelderin vertreibt z.B. derartige Highlight Color Toner für elektrografische Drucker unter dem Handelsnamen Oce Custom Tone®. Dabei ist es
insbesondere möglich, Druckstoffe (Toner) kundenspezifisch in Sonder-Farben bereitzustellen, die in dieser Ausprägung einzigartig sind und nur von diesem Kunden verwendet werden, weil sie beispielsweise eine von dem Kunden individuell festgelegte, ihn kennzeichende Farbe
aufweisen. Derartige Farb-Druckstoffe werden z.B. zum Drucken von Firmenlogos in einer spezifischen Firmenfarbe („Company color") verwendet.

Beim Highlight Color-Druck kann auch eine Standardfarbe und eine HLC-Farbe in unterschiedlichen Helligkeitsstufen bzw. Farbsättigungswerten gedruckt werden. In der Regel ist die Standardfarbe schwarz und wird in
unterschiedlichen Graustufen gedruckt.

Aus der US 2005/0248787 Al ist ein Verfahren bekannt, mit dem zur Beschreibung von Farbeigenschaften von Objekten eines Dokuments sogenannte Farbmanagement Resourcen (Color Managment Resources, CMR) verwendet werden, die beim
Verarbeiten der Dokumentendaten verwendet werden um farbbezogene Festlegungen bei der Ausgabe zu treffen.

In der von der Anmelderin am gleichen Tag hinterlegten Patentanmeldung mit dem Titel „Verfahren,
Computerprogrammprodukt und Vorrichtung zur Erzeugung und Verarbeitung von Dokumentendaten mit indizierten
Farbmanagementressourcen" sind weitere Konzepte zur
Verarbeitung ressourcenbasierter Druckdatenströme
enthalten.

Druckprozesse werden zunehmend umfangreicher, da immer mehr Geräte in einen Druckprozess integriert werden, wodurch die Funktionsvielfalt zunimmt. Zudem werden durch das Internet und Intranet Druckprozesse zunehmend regional verteilt ausgeführt oder einem Pool von Druckern
zugeordnet, die regional verteilt sein können. Außerdem müssen zunehmend Geräte unterschiedlicher Hersteller in einem Prozess zusammen arbeiten. Um diesen gestiegenen Anforderungen gewachsen zu sein, wurden sogenannte Job Ticket Daten vorgesehen, die als Auftragsbegleitdaten zu einem Dokumentendatenstrom zwischen zwei oder mehreren Software- und/oder Hardwaresystemen ausgetauscht werden, insbesondere in einer vom übrigen Dokumentendatenstrom separierten Datei . In einem Industriekonsortium wurde dazu eine einheitliche Spezifikation zum Austausch von
Datenformaten im Druckprozess vereinbart, die als
Jobdefinitionformat (JDF) bezeichnet wird. Hierzu gibt es ein korrespondierendes Jobnachrichtenformat (Job Messaging Format bzw. JMF), das entsprechend spezifiziert ist. Die Spezifikation von JDF kann von der Internetseite
www. cip4.org heruntergeladen werden, die zum Zeitpunkt der vorliegenden Patentanmeldung aktuelle Spezifikation ist JDF Specification Release 1.3.

Es gibt noch weitere Standardisierungsgremien im Bereich des Dokumentenmanagements und insbesondere Drückens, z.B. die Printer Working Group (PWG) , welche insbesondere das Internet Printing Protocol (IPP) entwickelt hat, siehe http://www.pwg.org/ipp/ oder das Konsortium für das
Universal Printer, Pre- and Postprocessing (UP3I)
Interface, das den Austausch von Steuerungsdaten zwischen Druckgeräten und dazu gehöriger Vor- und
Nachverarbeitungsgeräte betrifft, siehe
http://www.up3i.org/. Zum IPP wurde insbesondere das Dokument „Standard for Media Standardized Names"
(26.02.2002) gebildet, in dem Mediennamen nach
Medienattributen standardisiert sind. Dieses und weitere Dokumente sind insbesondere von den jeweiligen
Internetauftritten der Standardisierungsgremien
erhältlich.

Die oben genannten Publikationen bzw. Dokumente werden hiermit durch Bezugnahme in die vorliegende Beschreibung aufgenommen und die dort beschriebenen Verfahren, Systeme und Maßnahmen können in Verbindung mit der vorliegenden Erfindung Anwendung finden.

Es ist Aufgabe der Erfindung, die Verarbeitung von
Farbinformationen in einem resourcenbasierten
Dokumentendatenstrom zu verbessern.

Diese Aufgabe wird durch die in den unabhängigen
Ansprüchen angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der
Unteransprüche .

Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung werden beim
Erzeugen eines ressourcenbasierten Dokumentendatenstroms, mit dem die Ausgabe mindestens eines Dokuments auf einem Ausgabemedium, insbesondere auf einem Aufzeichnungsträger steuerbar ist, wobei der Dokumentendatenstrom auf
mindestens eine Farbmanagementressource bezogene
Ressourcenbezugsdaten und auf das Ausgabemedium bezogene Mediumbezugsdaten enthält, die Ressourcenbezugsdaten und die Mediumbezugsdaten logisch miteinander verbunden. Durch diese Verbindung bzw. Zuordnung kann bei einem Wechsel einer Bezugnahme auf ein Ausgabemedium innerhalb des
Dokumentendatenstroms insbesondere bei einem späteren automatisierten Verarbeiten des Dokumentendatenstroms automatisch ein Wechsel der Bezugnahme auf eine
Farbmanagementresource erfolgen.

Dieser Aspekt der Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass bei der Wiedergabe eines Dokuments auf verschiedenen Aufzeichnungsträgern der Farbeindruck farbiger Komponenten je nach Aufzeichnungsträger unterschiedlich ist. Er beruht weiterhin auf der Erkenntnis, dass bei der Wiedergabe der farbigen Komponenten auf einem Ausgabemedium, das ein Aufzeichnungsträger ist, dessen Eigenschaften hinsichtlich Farbe, Gewicht und/oder Oberfläche den Eindruck bzw. die Werte der letztlich wiedergegebenen Farben beeinflußt. Dementsprechend wird in einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel der Erfindung zur Verarbeitung
farbbezogener Daten von Dokumentendatenströmen, die auf einem bestimmten Ausgabemedium vorgesehen sind, eine dem Ausgabemedium insbesondere individuell zugeordnete
Farbmanagementressource vorgesehen, die an die
entsprechenden Eigenschaften des Ausgabemediums angepaßte Daten enthält.

Weiterhin wurde erfindungsgemäß erkannt, dass auf Basis des Ressourcenmodells für Dokumentendatenströme die
Zuordnung eines Ausgabemediums zu Dokumentenbereichen, insbesondere einer oder mehrere Dokumentenseiten, die auf dem selben Ausgabemedium ausgegeben werden sollen, der

Umfang des Dokumentendatenstroms dadurch minimiert werden kann, dass innerhalb des Dokumentendatenstroms an
entsprechenden, dokumentenbezogenen Stellen nur mit
Bezugsdaten das entsprechende Medium ausgewählt wird und die entsprechenden ausführlichen Steuerdaten bezüglich des Mediums, hier insbesondere Farbmanagementressourcen, durch indexartige Ressourcenbezugsdaten mit dem Medium in Verbindung gebracht bzw. bei der späteren Verarbeitung bzw. Wiedergabe der Daten zur Steuerung der Ausgabe verwendet werden können. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass auf eine Farbmanagementressource bezogenen Ressourcenbezugsdaten und die Mediumbezugsdaten innerhalb des Dokumentendatenstroms logisch miteinander verbunden bzw. insbesondere bezüglich eines Datenstroms
zusammengehöriger Dokumentendaten einander fest zugeordnet werden.

Die Erfindung ermöglicht, die Zuweisung einer
Farbmanagementresource zu einem Aufzeichnungsträger gemeinsam mit anderen Zuweisungen zu dem
Aufzeichnungsträger einmalig vorzunehmen und im
Dokumentendatenstrom an mehreren Dokumentenstellen durch einfaches Referenzieren bzw. Zuordnen des
Aufzeichnungsträgers alle ihm zugeordneten Zuweisungen einschließlich der zugeordneten Farbmanagementresource zu übernehmen. Entsprechende Systeme zum Erzeugen und
Verarbeiten der Dokumentendatenströme sind deshalb recht benutzerfreundlich. Weiterhin können dadurch Fehler bei der Erzeugung und Verarbeitung entsprechender
Dokumentendatenströme vermieden werden, weil beim
Ausdrucken von Datenströmen, deren Dokumente zumindest bereichsweise auf verschiedenen Aufzeichnungsträgern ausgegeben werden sollen und die Farbdaten enthalten, die Verwendung von Farbtransformationstabellen bzw.
Farbmanagmentresourcen bei der Verarbeitung der Bilddaten automatisch mit der zugewiesenen Farbmanagementresource und damit zuverlässig erfolgt. Fehler aufgrund falscher oder fehlender Zuordnung geeigneter Farmanagementresourcen in einzelenen oder mehreren Dokumentenseiten, die
insbesondere bei mehrfachem Wechseln der
Aufzeichnungsträger-Zuordnung innerhalb eines
Dokumentendatenstroms entstehen können, sind dadurch hiermit weitgehend vermeidbar.

Innerhalb des Dokumentendatenstroms, der Daten zu mehreren Dokumenten umfaßt, innerhalb von Dokumentenseiten und/oder innerhalb von Dokumentenseitenbereichen, die
aufeinanderfolgende Seiten umfassen können, kann die
Zuordnung von Ressourcenbezugsdaten und
Aufzeichnungsträgerbezugsdaten beibehalten werden oder auch verändert werden.

Die Zuordnung einer Farbmanagementressource zu einem
Aufzeichnungsträger kann insbesondere durch Referenzierung der Farbmanagementressource innerhalb eines dem
Aufzeichnungsträger zugeordneten Datenelements erfolgen, beispielsweise in einer MO: DCA Medium Map in einem Medium Modification Control Feld. Die Zuordnung einer
Farbmanagementressource zu einer Dokumentenseite oder einer Gruppe von Dokumentenseiten kann dann einfach durch Zuordnung des Aufzeichnungsträgers zu der Dokumentenseite bzw. der Gruppe von Dokumentenseiten erfolgen, wobei die CMR-Zuordnung automatisch über die Referenzierungen in dem Aufzeichnungsträger zugeordneten Datenelement gegeben ist.

Bei der Verarbeitung und insbesondere Ausgabe des
Dokumentendatenstroms in einem Ausgabegerät kann eine im Datenstrom bereits bestehende, logischen Verbindung bzw. Referenzierung dementsprechend zur Ansteuerung von
Farbausgabeelementen verwendet werden.

Die Zuordnung von auf Farbmanagementressourcen bezogenen, seitenbezogenen und/oder medienbezogenen Attributen innerhalb des Dokumentendatenstroms kann insbesondere hierarchisch nach Dokumentenbereichen erfolgen. Eine auf eine Farbmanagementressource bezogene Einstellung kann dabei insbesondere auf den Wert einer übergeordneten
Hierarchiestufe erfolgen, wenn eine Hierarchiestufe beendet wird.

Aufeinanderfolgende Dokumentenseiten werden insbesondere solange mit den selben, zugeordneten Medien verarbeitet, bis neue Medien zugewiesen werden. Wenn einem Bereich des Dokumentendatenstroms ein Medium zugeordnet wird, aber kein Farbattribut zugeordnet wird, dann können bei der Verarbeitung des Dokumentendatenstroms, insbesondere im Zuge der Ausgabe der Dokumentendaten auf einem
Aufzeichnungsträger, diesem Bereich, die für einen
übergeordneten Bereich gültigen Farbattribute zugeordnet werden. Gemäß diesem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann insbesondere ein Wechsel verschiedener Aufzeichnungsträger bei der Ausgabe von Dokumenten auf verschiedene, in einem Druckgerät verfügbare, z. B.
blattförmige Aufzeichnungsträger mit nur wenigen
Steuerungsdaten und damit hoher Geschwindigkeit ausgegeben werden. Werden z. B. eine Vielzahl von Seiten auf weißen Standard-Papierblättern ausgegeben, für die die Standard-Farbmanagementressourcen des Druckgeräts verwendet werden und nur wenigen, bestimmten Seiten des Dokuments ein anderes Medium zugeordnet wird, beispielsweise
Papierblätter mit höherem Gewicht und/oder anderer Farbe, die als Trennblätter dienen, so können die den
Trennblattbereichen zugeordneten Mediendaten ohne
gesonderte Referenzierung einer Farbmanagementressource verarbeitet werden, in dem die übergeordneten, für die übrigen Seiten und insbesondere dem gesamten Druckjob zugeordneten Farbmanagementressourcen verwendet werden.

Als weitere Hierarchiestufen des Dokumentendatenstroms können die Stufen „Gesamtdatenstrom" entsprechend z. B. einer Druckdatei bzw. einem Druckauftrag (engl, print Job), „Dokument", „Seitengruppe" und/oder „Datenobjekt" vorgesehen werden.

Die Daten einer Farbmanagementressource können gemäß einem weiteren, bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung codiert gespeicherte Werte entsprechenden Medieneigenschaften umfassen, insbesondere zur
Medienhelligkeit, zur Medienfarbe, zur Medienoberfläche (englisch media finish) und/oder zum Mediengewicht des zugeordneten Aufzeichnungsträgermediums .

Bei der Ausgabe der Dokumente in einem Ausgabegerät, wie z. B. einem Druckgerät kann dann insbesondere geprüft werden, ob ein in ihm verfügbares, den Mediumbezugsdaten entsprechendes Ausgabemedium den in der
Farbmanagementressource abgespeicherten
Medieneigenschaften entspricht und im Falle fehlender Übereinstimmung, insbesondere hierarchiestufenweise geprüft werden, ob eine den Medieneigenschaften des
Ausgabemediums besser entsprechende
Farbmanagementressource verfügbar ist und diese
gegebenenfalls zur Verarbeitung der zugeordneten
Dokumentendaten verwendet werden. Alternativ oder
zusätzlich kann über ein Gerätebedienfeld, z.B. eine grafische Benutzerschnittstelle (engl, grafical user interface, GUI) ein entsprechender Hinweis und/oder ein entsprechendes Auswahlmenü zur Festlegung der
Vorgehensweise ausgegeben werden.

Hinsichtlich der Medieneigenschaften kann zur Festlegung geeigneter Farbmanagementresourcen im Druckgerät weiterhin insbesondere Medienhelligkeit, Mediengewicht,
Medienoberfläche und/oder Medienfarbe eine Überprüfung erfolgen und je nach Übereinstimmung zwischen im
Dokumentendatenstrom ausgewählter und im Druckgerät verfügbaren Medien eine geeignete Entscheidung getroffen werden.

In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung werden Dateien von Farbmanagementressourcen mit Namen versehen, aus denen mindestens ein Attribut der ihnen zugeordneten Medien hervorgeht . Dabei kann insbesondere vorgesehen werden, einen standardisierten Namen eines Mediums einzubinden bzw. zu verwenden, beispielsweise einen im o.g. IPP-Dokument „Standard for Media
Standardized Names" standardisierten Namen. Dadurch kann die Verwaltung entsprechender Farbmanagementressourcen für Bediener an entsprechenden Computersystemen vereinfacht werden, in dem die Farbmanagementressourcennamen in entsprechender Klarschrift dargestellt werden.

Bei der Verarbeitung von Dokumentenseiten, die zur
doppelseitigen Ausgabe auf einem Aufzeichnungsträger vorgesehen sind, kann gemäß einem vorteilhaften
Ausführungsbeispiel der Erfindung eine Kennung zur
Unterscheidung der Vorderseite und der Rückseite
vorgesehen sein, durch die der Vorseite eine andere
Farbmanagementressource zugeordnet wird, als der
Rückseite. Dadurch ist es insbesondere möglich, eine farbtreue Wiedergabe auf Aufzeichnungsträgern zu
ermöglichen, deren Medienattribute insbesondere
hinsichtlich der Farbe und der Medienoberfläche auf der Vorderseite und der Rückseite unterschiedlich sind.

Die Erfindung ist insbesondere zur Anwendung auf
Dokumentendatenströme vorgesehen, die gemäß der
Spezifikation AFP, MO: DCA und/oder IPDS strukturiert und insbesondere codiert ist. Dabei ist insbesondere
vorgesehen, die Zuordnung der Farbmanagementressource zu einem Ausgabemedium mit einem einer sogenannten Medium Map zugeordneten Strukturelement, insbesondere mit einem Media Map Objekt vorzusehen. Weiterhin kann die Zuordnung insbesondere mittels eines strukturierten Feldes (englisch structured field) , weiterhin insbesondere in einem MO: DCA-Datenstrom über ein sogenanntes Medium Modification
Control (MMC) Feld erfolgen. Das strukturierte Feld kann insbesondere Daten umfassen, die einem Namen der
Farbmanagementresource zugeordnet sind, der im
strukturierten feld verwendetetn Codierung, einer Identifikationsnummer und/oder einer Beschreibung zu der Farbmanagementresource .

Die Zuordnung der Farbmanagementressource zu einem
Ausgabemedium kann weiterhin insbesondere durch eine
Identifizierungskennung der Farbmanagementressource erfolgen. Der Dokumentendatenstrom kann zusätzlich zu den Farbmanagementressourcen weitere, dem jeweiligen
Dokumentendatenstrom entsprechende, spezifikationskonforme Ressourcenzuordnungen umfassen, beispielsweise für AFP, MO: DCA oder IPDS-Datenströme fonts, overlays usw..

Gemäß einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel der Erfindung können in einem Dokumentendatenstrom für ein Ausgabemedium weitere Informationen über gewünschte farbspezifische Weiterverarbeitungsparameter hinterlegt werden, insbesondere zur Festlegung von
Farbtransformationseigenschaften für Fälle, in denen in den Dokumentendaten Farben referenziert werden, die in einem Ausgabegerät mit den darin befindlichen Mitteln (insbes. Druckstoffen oder Druckverfahren) nicht
wiedergebbar sind. Diese Festlegungen können insbesondere entsprechend einem an sich bekannten rendering intent Zuordnungskonzept erfolgen und die Varianten
„kalorimetrisch" (engl, calorimetric) und „medienabsolut" (engl, media absolute) umfassen, wobei z.B.
„kalorimetrisch" auf eine kalorimetrisch farbneutrale Wiedergabe der Dokumente mit den verwendeten Ausgabe-Druckstoffen abstellt und „medienabsolut" eine
medienspezifische, im Prinzip frei wählbare
Wiedergabecharakteristik. Zusätzlich lönnen weitere
Varianten wie z.B. „Saturation" und „fotometric"
vorgesehen werden.

Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung, der in
Verbindung oder auch unabhängig von den oben genannten Aspekten der Erfindung ausgeführt werden kann, wird zum Erzeugen und/oder Verarbeiten eines Dokumentendatenstroms, der auf Farbmanagementressourcen bezogene Daten umfaßt, mit denen die Verarbeitung farbbezogener Daten des
Dokumentendatenstroms steuerbar ist, dem
Dokumentendatenstrom mindestens eine indizierte
Farbmanagementressource zugeordnet ist, mit der
farbbezogene Daten des Dokumentendatenstroms mindestens einer vorgegebenen Farbpalette zuordenbar sind.

Der zweite Aspekt Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass die Handhabung von farbbezogenen Daten wesentlich vereinfacht werden kann, wenn die Basis, auf der die
Farbdaten bezogen werden bzw. der damit verbundene
verfügbare Farbraum eingeschränkt ist.

Dieser zweite Aspekt der Erfindung beruht weiterhin auf der Erkenntnis, dass beim Erzeugen und/oder Verarbeiten von Dokumentendaten die grafischen Wiedergaben der in den Dokumenten enthaltenen farbigen Objekte bereits durch die dabei verwendeten Ausgabegeräte aufgrund der
gerätespezifischen Farbcharakteristiken, wie z. B. der in einem Druckgerät verfügbaren Druckfarbstoffe,
eingeschränkt ist.

Weiterhin wurde erkannt, dass die genannten
Einschränkungen für die Übertragung von Dokumentendaten, die Farbinformationen auf Basis von
Farbmanagementressourcen definieren, durch Bezug auf vorgegebene Farbpaletten sowohl eine sehr genaue,
geräteübergreifende Farbzuordnung möglich ist als auch eine performante Verarbeitung der Farbdaten, weil sowohl die Farbcodierung mit nur wenigen Datenmengen als auch die Farbdatenverarbeitung mit geringem Aufwand zu
bewerkstelligen ist. Mit der Erfindung kann insbesondere der Vorteil erreicht werden, dass aufwendige
Farbdatentransformationen nicht benötigt werden, weil die vorgegebenen Farbpaletten systemübergreifend vom System, -

das die Dokumentendaten erzeugt, bis hin zum
Ausgabesystem, das die Dokumentendaten ausgibt (z. B. in einem Druckgerät) , bekannt ist und insbesondere bereits vorab abgeglichen ist.

Durch den Bezug der Dokumentendaten auf eine indizierte Farbmanagementressource ist es dabei möglich,
Farbinformationen durch einen kurzen, z. B. nur wenigen Bite umfassenden Indexcode zu adressieren. Auf Basis der indizierten Farbmanagementressource, die genauere Angaben über die diesem Code zugehörigen Farbdaten enthält, ist insbesondere bei der Übertragung des Dokumentendatenstroms eine Reduzierung des Datenstromvolumens möglich, weil Spezialfarbtöne wie z.B. Highlight Colors direkt mit einem Indexwert addressierbar sind. Die indizierte
Farbmanagementressource kann insbesondere Daten enthalten, die Aufschluß über einen dem Indexcode zugeordneten
Farbraum, wie z. B. rot-grün-blau (RGB), cyan-magenta-gelb- schwarz (CMYK) , Grautöne oder Mischung individueller Farbtöne (sogenannter Colorants) enthält. Die indizierte Farbmanagementressource kann die individuellen Farbtöne bzw. -Stoffe insbesondere durch einen Klartext-Namen identifizieren.

Die mit den Indexcodes definierten Farben können einer oder mehreren Farbtönen und/oder Farbstoffen entsprechen oder auch einer Kombination von einer oder mehrere dieser Farbtöne. Zur Verarbeitung von Dokumentendaten hat es sich insbesondere als ausreichend erwiesen, eine beschränkte Anzahl von Farben, z. B. 64.000 Farben, als Farbpalette zu definieren. Die Festlegung der Farben im Einzelnen kann dabei insbesondere individuell nach Anwendung erfolgen. Sie gilt aber insbesondere prozessübergreifend von der Erzegung eines Dokuments bis zu dessen Ausgabe auf einem Ausgabegerät. Die Festlegung für eine Farbpalette kann aber auch anwendungsübergreifend gelten, wobei sogar denkbar ist, dass bestimmte Farbpaletten mit ihren zugehörigen Farbtönen in einem Farbdefinitionssystem standardisiert bzw. festgelegt werden.

Eine Farbpalette kann insbesondere mit relativ kurzen Codes, für 64.000 Farben z. B. mit zwei-Byte-Codes codiert werden. Dabei ist es möglich, die verfügbaren Farben in verschiedene Paletten zu unterteilen, wobei z. B. 264 Paletten mit einem ersten Byte codiert werden und 264 Farben pro Palette mit einem zweiten Byte.

Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung, der ebenfalls unabhängig und/oder in Kombination mit den zuvor genannten Aspekten der Erfindung gesehen werden kann, wird zum
Übertragen einer Farbinformation eines Objekts in einem ressourcenstrukturierten Dokumentendatenstrom die
Farbinformation über einen Indexwert übertragen, der einem Eintrag in einer indizierten Farbmanagementressource entspricht .

Der Indexwert ist dabei ein relativ einfacher, kurzer Zahlencode, der einer beschränkten Anzahl verfügbarer Farben entspricht und nur wenige, z. B. ein bis vier Bite umfaßt. Innerhalb der Farbmanagementressource ist der Zahlencode insbesondere einem Farbmodell und/oder einer Farbe zugeordnet. Die Farbmanagementressource kann
insbesondere unabhängig vom Dokumentendatenstrom erzeugt und/oder zwischen einem die Dokumentendaten sendenden und die Dokumentendaten empfangenden System ausgetauscht werden. Erzeugung, Austausch und Speicherung der
Farbmanagementressource kann dabei insbesondere gemäß den bei den Druckdatenströmen AFP und IPDS für Ressourcen üblichen Methoden erfolgen. Auch die in der US
2005/0248787 Al in Zusammenhang mit Color-Management-Ressources angegebenen Verfahren, Maßnahmen und
Systemstrukturen sind im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung vorteilhaft nutzbar. Dieses Dokument wird dazu an dieser Stelle der vorliegenden Beschreibung nochmals durch Bezugnahme eingefügt .

Gemäß den beiden zuletzt genannten Aspekten der Erfindung kann prozessübergreifend bereits beim Erzeugen von
Dokumenten eine codierte Referenzinformation erzeugt werden, die angibt, welche Grundfarbtöne bzw.
Grundfarbtonkomponenten bei der Ausgabe der Daten
verwendet werden sollen. Die Grundfarbtöne können bereits im Vorfeld entsprechend den in einem Ausgabegerät
verfügbaren Grundfarben ausgewählt bzw. festgelegt werden. Sie und/oder das durch sie gebildete Farbsystem sind im übrigen frei wählbar, d.h. nicht unbedingt gebunden an bestehende Farbsysteme wie z.B. RGB oder YMCK. Innerhalb eines Datenstroms oder auch Dokuments können dabei
objektweise verschiedene Referenzierungen erfolgen, beispielsweise ein erstes Objekt gemäß einem ersten
Farbsystem (z.B. RGB) und ein zweites Objekt gemäß einem zweiten Farbsystem, das vom ersten unabhängig ist. Dabei wird insbesondere ermöglicht, ein
ausgabegerätespezifisches Farbsystem indiziert, d.h.
direkt mit nur wenigen Steuerungsdaten im
Dokumentendatenstrom zu referenzieren. Das Farbsystem ist dabei insbesondere geräteindividuell definiert durch geräteindividuelle Farbtöne wie z.B. Highlight Farben oder Custom Tone® Farben, die keine Grundfarben eines
herkömlichen Farbsystems sind.

Zum Erzeugen einer indizierten Farbmanagementressource ist es insbesondere vorteilhaft die in einem Ausgabegerät, wie z. B. einem Drucker, verfügbaren Farbtöne und/oder
Druckstoffe sowie deren Eigenschaften, wie z. B.
colorimetrische Farbwerte, verfügbar zu haben bzw. in einer Tabelle zu speichern. Diese können dann bei der Erstellung der indizierten Farbmanagementressource
berücksichtigt und insbesondere auch in die
Farbmanagementressource aufgenommen werden. Für eine weitgehend automatisierte Erstellung von indizierten
Farbmanagementressourcen ist es vorteilhaft, wenn die Ausgabegeräte diese Werte automatisch an ein
Steuerungssystem, das die Erzeugung der
Farbmanagementressource steuert, meldet. Dies kann in einer Druckproduktionsumgebung, beispielsweise über ein Datennetzwerk sowie einen Druckserver, erfolgen.

Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel der
Erfindung enthält eine indizierte Farbmanagementressource eine codierte Information, z. B. in einem Kopfbereich (header section) , die der Anzahl der in der indizierten Farbmanagementressource verfügbaren Prozeßfarbpaletten zugeordnet ist.

In einem weiteren, vorteilhaften Ausführungsbeispiel der Erfindung enthält die indizierte Farbmanagementressource prozeßfarbpalettenweise eine codierte Information, die angibt, welche insbesondere im Ausgabesystem verfügbaren und/oder in einem Farbsystem, wie z. B. RGB oder YMCK, definierten Farbtöne zur Wiedergabe der Prozeßfarben der jeweiligen Prozeßfarbpalette benötigt werden.

Das beschriebene Konzept für Farbmanagementressourcen schafft für Ersteller von Dokumenten ein flexibles, geräteunabhängiges System, weil es von dem Drucken in Grauskalen bis hin zu Vollfarbanwendungen mit einer
Vielzahl verschiedener Grundfarben Möglichkeiten der Dokumentengestaltung eröffnet. Auch weitere
Funktionalitäten von Hightlight-Color bzw. „spot color" in Postscript/PDF-object Containern können in die
vorgeschlagene Umgebung integriert werden.

Weitere Details der beiden zuletzt genannten
Erfindungsaspekte sind in der eingangs genannten, von der Anmelderin am gleichen Tag hinterlegten Patentanmeldung mit dem Titel „Verfahren, Computerprogrammprodukt und Vorrichtung zur Erzeugung und Verarbeitung von
Dokumentendaten mit indizierten Farbmanagementressourcen" enthalten, die zu diesem Zweck an dieser Stelle nochmals durch Bezugnahme in die vorliegende Beschreibung
aufgenommen wird.

Gemäß einem weiteren, vorteilhaften Ausführungsbeispiel der Erfindung werden in einer Druckauftrags-Begleitdatei , die insbesondere gemäß dem JDF-Standard ausgebildet ist, Daten über die Farbmanagementressourcen integriert und die Druckauftrags-Begleitdatei zwischen zwei an der
Verarbeitung der Druckdaten beteiligten
Datenverarbeitungssystemen ausgetauscht. Die Daten über die Farbmanagementressourcen können dabei hinsichtlich ihres Umfangs je nach den Anforderungen, die zur
Bearbeitung der Druckdaten gestellt werden und der
Gegebenheiten wie z.B. der Verfügbarkeit der
Farbmanagementressourcen in einem nachgeschalteten
Datenverarbeitungssystem, sehr unterschiedlich sein. Sie können z.B. von einer einfachen, 1 Bit umfassenden
Information, die angibt, ob der Druckjob mit
Farbmanagementressourcen verarbeitet werden soll, über die Referenzierung von Farbmanagementressourcen oder Typen von Farbmanagementressourcen bis hin zu den konkreten Daten der Farbmanagementressource als solchen reichen.

Weitere Vorteile und Wirkungen der Erfindung werden aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und den zugehörigen Figuren deutlich.

Es zeigen:

Figur 1 : ein Dokumentenproduktionssystem,

Figur 2: ein Beispiel für eine indizierte
Farbmanagementresource , Figur 3 : einen Verfahrensablauf zur Zuordnung von Farben
in einem Druckauftrag,

Figur 4: die Verarbeitung eines MO: DCA Datenstroms und

Figur 5: die Verarbeitung eines weiteren MO: DCA
Datenstroms .

In Figur 1 ist ein Dokumentenerzeugungs, und -drucksystem dargestellt, das einen Host-Computer 1, einen Druckserver 2 und ein Hochleistungsdruckgerät 3 umfasst. Im Host-Computer 1 werden einerseits variable Druckdaten
beispielsweise aus einer Datenbank heraus erzeugt und andererseits resourcenumfassend eine Pagedef-Datei und eine Formdef-Datei , aus denen ein Advanced Function
Presentation Datenstrom gebildet wird. Der so erzeugte Dokumentendatenstrom wird dem Druckserver 2 zugeführt, in dem der Dokumentendatenstrom aufbereitet und in einen Intelligent Printer Datastream (IPDS) zur Ausgabe an das Druckgerät 3 umgewandelt wird. Im Druckserver 2 laufen dazu mehrere Prozesse ab, die durch Softwaremodule
gesteuert sind. Ein erstes Softwaremodul bindet weitere Resourcendaten 4 wie z.B. Fonts oder Overlays, die im orginären Dokumentendatenstrom aufgerufen werden, in diesen ein. Ein zweites Softwaremodul, das Parsing-Modul , überprüft den Dokumentendatenstrom auf Konsistenz mit vorgegebenen Regeln. Dem Parsing-Vorgang vorgeschalten ist ein Pre-Parsing-Vorgang, der von einem entsprechenden Softwaremodul durchgeführt wird, bei dem jedem
Resourcenaufruf und der zugeordneten Resourcendatei zusätzlich zum Resourcennamen ein Identifizierungsdatum zugeordnet wird, durch das die Resource gegenüber allen anderen Resourcen des Dokumentendatenstroms eindeutig gekennzeichnet ist. Innerhalb des Dokumentendatenstromes kann die Resource dann mittels des Resourcennamens und/oder des Identifizierungsdatums einmal oder mehrfach zur Darstellung der Dokumentendaten und der Resourcendaten auf dem Druckgerät 3 aufgerufen werden. Die hier im
Druckserver dargestellten Prozesse können teilweise oder vollständig auch in einem Controller des Druckgeräts durchgeführt werden. Im Druckgerät wird der IPDS-Datenstrom gerastert und die Dokumente ausgedruckt .

Im gezeigten Ausführungsbeispiel enthält der AFP-Dokumentendatenstrom Dokumente, die dem MO : DCA-Standard entsprechend und der jeweils Referenzdaten zu
Datenobjekten enthält, die durch den Druckserver 2
verfügbar sind. Die Ressourcendaten 4 können dabei vom Host-Computer 1 an den Druckserver 2 getrennt von dem MO :DCA-Dokumentendatenstrom übertragen werden oder bereits im Druckserver 2 als externe Ressourcen gespeichert sein. Die Ressourcendaten können aber auch zusammen mit dem Dokumentendatenstrom vom Host-Computer 1 an den
Druckserver 2 als eingebettete Ressourcendaten übertragen werden (sogenannte Inline Ressourcen) . Weitere Details einer entsprechenden Datenverarbeitung sind in der WO-Al-2004/0008379 beschrieben, die hierzu an dieser Stelle der Beschreiung durch Bezugnahme aufgenommen wird. Die
Ressourcendaten können sogenannte Datenobjektressourcen enthalten, die Objektdaten beinhalten, welche insbesondere mehrfach in identischer Weise im Dokumentendatenstrom referenziert werden. Derartige Datenobjekte können z. B. Bilddaten, Textdaten und/oder Grafikdaten enthalten. Die Bezugnahme auf die Objektressourcen kann über eine
Objektressourcebibliothek erfolgen, die charakterisierende Daten zu dem Objekt enthält sowie Daten über dem
Speicherort der entsprechenden Objektdaten. Die Library umfaßt eine Datenobjektressource-Zugangstabelle (Data Object Resource Access Table RAT), die für den Druckserver 2 als Indextabelle für den Zugriff des Druckservers auf die Ressourcendaten wirkt.

Der Druckserver 2 empfängt den MO :DCA-Dokumentendatenstrom vom Host-Computer 1, konvertiert ihn in einen IPDS- Dokumentendatenstrom und sendet diesen an das Druckgerät 3. Im Zuge der Datenkonvertierung liest es aus dem MO:DCA-Dokumentendatenstrom die Referenzinformation (Name) eines Datenobjekts und greift mit Hilfe der
Datenobjektressource-Zugriffstabeile (RAT) auf die
gespeicherte Datenressource zu. Die vollständigen Daten des Objekts werden dann in den IPDS-Datenstrom integriert und an das Druckgerät 3 gesandt . Dieses Verfahren kann genauso gut angewandt werden, wenn die Daten statt an ein Druckgerät an ein anderes Ausgabegerät, z. B. an einen Farbbildschirm, gesandt wird.

Ein MO :DCA-Dokumentendatenstrom ist in Datenelemente strukturiert, die weitgehend selbsterklärend sind.
Strukturierte Felder (structured field) sind wichtige

Bestandteile der MO: DCA-Struktur. Ein strukturiertes Feld ist in mehrere Teile gegliedert. Ein erster Teil
(introducer) identifiziert das gewünschte Kommando, gibt die vollständige Länge des Kommandos an und spezifiziert zusätzliche Kontrollinformation, z. B. ob zusätzliche auffüllende Bytes, sogenannte Padding-Bytes vorhanden sind. Die in einem strukturierten Feld enthaltene Daten können als Fixparameter codiert sein,
Wiederholungsinformationen beinhalten (repeating groups) , Stichworte (Keywords) und sogenannte Triplets. Die
Fixparameter entfalten ihre Wirkung nur für die Struktur, in der sie enthalten sind. Wiederholungsgruppen
spezifizieren eine Gruppierung von Parametern, die
mehrmals auftreten können. Stichworte sind
selbsterklärende Parameter, die typischerweise zwei Bytes umfassen, wobei das erste Byte ein Identifikationsbyte für das Stichwort ist und das zweite Byte ein für das
Stichwort charakterisierender Datenwert. Triplets sind selbsterklärende Parameter, die in einem ersten Byte eine Längenangabe, in einem zweiten Byte eine für das Triplet charakterisierende Identifizierungsinformation und dann bis zu 252 Datenbytes enthalten. Die genannten Datenstrukturen eines MO :DCA-Dokumentendatenstroms
definieren einen Syntax, der im Zuge eines Parsingvorgangs auswertbar ist und flexibel erweiterbar ist.

MO :DCA-Datenströme sind weiterhin hierarchisch gegliedert, wobei in der obersten Hierarchiestufe Informationen enthalten sind, die sich auf den gesamten Datenstrom beziehen (print file component) . In der nächsten
Hierarchiestufe sind Dokumente definiert, welche
hierarchiestufenweise heruntergebrochen werden auf mehrere Seiten umfassende Seitenbereiche (engl, page groups) , Seiten und Seitenelemente, welche wiederum in
Unterhierarchien zerfallen können. Die Seitenelemente sind dabei insbesondere Objekte, welche aus verschiedenen
Objektkomponenten bestehen, welche die niedrigste
Hierarchiestufe darstellen. Objektkomponente können z. B. Grafiken, Bilder, Darstellungstext oder Barcodes sein.

Jede Hierarchiestufe des MO:DCA-Dokumentendatenstroms kann durch ein paar von strukturierten Feldern einem Anfangsstrukturierten Feld und einem End- strukturierten Feld definiert werden. Dadurch ist es insbesondere möglich, dass ein Prozessor, der die Daten verarbeitet, ein Element ignorieren kann, das er nicht verarbeiten kann. Beispiele von solchen Beginn-End-Paaren sind die Paare „Begin
Document" (BDT) und „End Document (EDT) oder „Begin Page" (BPG) und „End Page" (EPG) .

Auch für Dokumentenobjekte, die über eine Ressource referenziert werden, sind entsprechende Paare
strukturierter Felder vorgesehen, nämlich das
strukturierte Feld „Begin Resource" (BRS) und „End
Resource" (ERS) . Innerhalb einers Ressourcenobjekts können weitere Ressourcenobjekte referenziert werden.

Zur Verarbeitung von farbbezogenen Informationen zu
Dokumentenobjekten sind in der US 2005/0248787 Al Farbmanagementressourcen (Color Management Resources CMR) vorgeschlagen worden. Sinngemäß sind verschiedene Typen von Farbmanagementressourcen vorgesehen:

Eine Farbkonversions-Farbmanagementressource (Color
Convertion CMR), die eine geräteabhängige Farbe definiert, beispielsweise eine Farbe, die von einem Eingabegerät, wie z. B. einem Scanner oder von einer wiedergegebenen Farbe eines Ausgabegerätes, wie z. B. eines Druckgerätes, definiert. Die Farbe wird dabei auf Basis eines
geräteunabhängigen Farbraums, wie z. B. dem Farbraum
CIELAB dargestellt. Dadurch kann eine
Farbmanagementressource z. B. Daten eines ICC-Farbprofils enthalten.

Eine weitere Farbmanagementressource ist die verbundene Farbkonvertierungs-Farbmanagementressource (Link Color Convertion CMR) . Mit ihr wird eine Farbtransformation für ein farbiges Objekt definierbar, das mit einem ersten Gerät erzeugt bzw. aufgenommen wurde, das eine
gerätespezifische Farbcharakteristik hat und mit einem zweiten Gerät ausgegeben wird, das eine gegenüber dem ersten Gerät unterschiedliche geräteabhängige
Farbcharakteristik hat. Mit einer
Verbindungsfarbkonversion CMR kann dann z. B. die
Konversion der Daten eines Objekts, das im RGB-Farbraum definiert ist, direkt in Daten erfolgen, die auf einem Druckgerät ausgegeben werden, das auf Basis des CMYK-Farbraums arbeitet. Mit einer entsprechenden
Umrechnungstabelle (Look-up-Tabelle) können dabei die RGB-Dokumentendaten direkt in den CMYK-Raum konvertiert werden. Die Look-up-Tabelle ermöglicht dabei weiterhin, Farbcharakteristiken, insbesondere die ICC-Profile der beiden Geräte zum Erzeugen der RGB-Bilddaten (z. B. einer Kamera) und des Ausgabegerätes (z. B. Druckgerätes) direkt mit einzubeziehen, so dass die Farbtransformation sowohl zwischen den beiden Farbräumen als auch unter Berücksichtigung der beiden gerätespezifischen Farbprofile in einem Verarbeitungsschritt unter Verwendung der Look-up-Tabelle erfolgen kann.

Ein weiterer CMR-Typ ist eine
Halbtonabbildungsfarbmanagementressource (Half Tone Screen CMR) . Mit einer solchen CMR wird definiert, wie
digitalisierte Farbtonwerte einer Farbe in die
digitalisierte Werte einer Farbe transformiert werden, die weniger Bits umfaßt, beispielsweise kann damit eine
Umrechnung von einer Farbe, die in acht Bits beschrieben wird in eine Farbe erfolgen, die mit weniger als acht Bits beschrieben wird. Damit kann die Erscheinungsweise eines farbigen Dokuments bei der Ausgabe modifiziert bzw.
angepaßt werden.

Sogenannte Kalibrierungkurvenfarbmanagementressourcen (calibration curve CMR) definieren Informationen, mit denen Steuerungsparameter für eine Ausgabefarbe
modifizierbar sind, beispielsweise kann die Helligkeit und/oder die Sättigung der Ausgabekomponente damit
verändert werden.

Einem Dokumentenobjekt können mehreren
Farbmanagementressourcen zugeordnet werden, bzw. zu diesem Dokumentenobjekt mehrere Referenzierungen in
Farbmanagementressourcen erfolgen, beispielsweise kann für ein Dokumentenobjekt zunächst eine Operation mit einer KaIibrierungskurvenfarbmanagementressource angewandt werden und danach eine Maßnahme gemäß einer
Halbtonabbildungsfarbmanagementressource.

Farbmanagementressourcen können insbesondere in IPDS-Dokumentendatenströmen als Objektcontainerressourcen
(Object Container resources) behandelt werden.

In Figur 2 ist ein Beispiel gezeigt, wie mit einem „4E"-Triplet eines MO :DCA-Datenstroms eine indizierte Farbe bzw. Farbmanagementressource angesteuert werden kann bzw. die dort gespeicherten Farbsteuerungsdaten aufgerufen werden können.

Eine indizierte Farbmanagementressource 5 enthält dazu Farbpalettendaten 6 und in einer
Farbtonidentifizierungsliste 7 gespeicherte Daten zu individuellen Farbtönen bzw. Druckfarbstoffen, die z.B. Beispiel aus Toner oder Tinte bestehen können.

Die Farbpalettendaten sind in diesem Beispiel auf eine erste Farbpalette 6a und eine zweite Farbpalette 6b aufgeteilt, können jedoch statt dessen auch in einer entsprechend größeren einzigen Farbpalette integriert sein. Die Farbtonidentifizierungsliste 7 ist den
Farbpaletten 6a bzw. 6b zugeordnet. Dazu enthalten die Daten der Identifizierungsliste Kenndaten für die
individuellen Farbtöne, die entsprechenden Zuordnungsdaten in einem Farbtoninformationsbereich 9 der Farbpalette 6a zugeordnet sind. Zur Identifizierung der Farbpalette 6a ist eine Kopfinformation 8 vorgesehen. In einem
Datenbereich 10 der Farbpalette 6a sind für die
indizierten Farbwerte zu den drei Farbtönen bzw. ihren zugeordneten Farbdruckstoffen gelb (yellow) , blau (blue) und pink 5a, die in der Farbtonidentifizierungsliste 7 aufgeführt sind, jeweils Werte hinterlegt, die
entsprechenden Anteilen dieser drei Farbtöne zur
Wiedergabe des indizierten Farbwerts entsprechen. Ein im MO:DCA-Datenstrom enthaltenes „4E"-Triplet , das die Index-Farbmanagementressource 5 referenziert , enthält
Referenzierungsdaten 12, mit denen die in der
Farbmanagementressource 5 hinterlegten Farbwerte abrufbar sind. Im gezeigten Beispiel besteht das
Referenzierungsdatum aus einem ersten Byte, das der
Palettennummer #01 entspricht und einem zweiten Byte #02, das die in der Palette indizierte Farbe referenziert . Die im gezeigten Beispiel referenzierte Indexfarbe Nummer 2 besteht aus einer Mischung der individuellen Farbtöne bzw. Farbdruckstoffe gelb zu 20 %, blau zu 30 % und pink 5a zu 25 %.

In Figur 3 ist ein Verfahren veranschaulicht, mit dem eine Farbzuordnung auf Basis indizierter
Farbmanagementressourcen in einem GOCA Objekt 13a einer MO :DCA-Anwendung erfolgen kann. Das strukturierte Feld MDR enthält dabei im OEG dieses Object Containers eine
Referenzinformation zur indizierten
Farbmanagementressource 14. Weiterhin wird im „4E"-Triplet 13b ein Farbindex referenziert. Beim Interpretieren
(parsing) des Datenstroms im Druckserver 2 wird auf Basis dieses Referenzierungswertes die entsprechende indizierte Farbmanagementressource im Schritt 14 aufgerufen und die entsprechenden Farbansteuerungswerte für die
entsprechenden Farbtöne aus der indizierten
Farbmanagementressource im Schritt 15 ausgelesen. Der genannte Schritt kann alternativ zum Druckserver auch im Druckgerät erfolgen. Vor dem Ausgeben des Datenstroms auf dem Druckgerät werden die aus der indizierten
Farbmanagementressource gelesenen Werte zusätzlich mit Intensitätswerten überlagert, die den entsprechenden
Bildpunkten zugewiesen sind (Schritt 16) und die
entsprechenden Farbdruckstationen des Druckgeräts im
Schritt 17 entsprechend angesteuert.

In AFP, MO : DCA und IPDS Datenströme sind Strukturelemente vorgegeben, sogenannte Ausgabegeräteeinrichtungen (Screen Device Facilities, SDF) vorgesehen, mit denen
ausgabegerätsspezifische Einstellungen bzw. Festlegungen übertragen bzw. vorgenommen werden können. In Figur 4 ist ein Beispiel dargestellt, wie für diese Datenströme entsprechende Übertragungsfelder vorgesehen werden können, mit denen Eigenschaften von Ausgabegeräten, insbesondere deren Fähigkeit Farbinformationen auszugeben, dargestellt werden können. Das entsprechende Datenstrukturfeld für ein derartiges SDF und dessen Eigenschaften (Zahl der Bytes, Name, Gültigkeitsbereich der Werte (Range) und
Datenbedeutung (meaning) ) sind in der Tabelle 17a
dargestellt. In den Tabellen 18, 19, 20 und 21 sind
Bespiele für entsprechende weitere Datenwerte des SDF-Feldes angegeben, nämlich in Tabelle 18 Daten zu
allgemeinen Eigenschaften des Ausgabegeräts (insbesondere Druckgeräts), in Tabelle 19 für ein Gerät, das nur
schwarz/weiß wiedergeben kann, in Tabelle 20 für ein
Gerät, das mindestens eine Highlight-Color-Frabe
wiedergeben kann und in Tabelle 21 Informationen enthält, die ein Ausgabegerät charakterisieren, das Vollfarbdaten wiedergeben kann.

Farbspezifikationsdaten können für ein Ausgabegeräte (z. B. ein Druckgerät) für das Gerät einmalig erfaßt werden und verwendet werden, solange sich die entsprechende
Charakteristik des Ausgabegeräts nicht verändert. Die

Speicherung kann im Druckgerät selbst, in einem mobilen Datenträger, wie z. B. einer CD-Rom, in einem Druckserver oder in einem Anwendercomputer einschließlich eines Host-Computers gespeichert werden, der Dokumentendaten erzeugt. Die entsprechenden Daten können selbstverständlich auch über Datennetzwerke, wie Intranet oder das Internet übertragen werden. Diese Daten können genauso wie die nachfolgend genannten, Farbeigenschaften einer Druckgeräts näher charakterisierenden Daten verwendet werden, um
Farbmanagementressourcen, insbesondere indizierte
Farbmanagementressourcen zu erzeugen. Die
Farbmanagementressourcen können dabei insbesondere in Ressourcenbibliotheken gespeichert werden. Dies kann beispielsweise gemäß den in der US 2005/0248787 Al
genannten Verfahren erfolgen und z. B. mit den darin in Figur 3 gezeigten Komponenten eines
Farbmanagementressourcen- Installierungssystems (CMR Installer, Bezugszeichennummer 301) , einer Color Engine (CEE, Bezugszeichennummer 303) unter Verwendung einer Ressourcenzugangstabelle (Ressource Access Table RAT, Bezugszeichennummer 304) .

In Figur 4 ist eine die Verarbeitung eines MO: DCA AFP-Druckdokumentendatenstroms dargestellt. Die verschiedenen Verarbeitungsschritte zeigen, was ein AFP-Anwendungsdesigner (Anwender) zu tun hat, um eine
Anwendung zu erstellen: mittels eines Formatierungs- Computerprogramms 20, das z. B. das eingangs erwähnte Page Printer Formatting Aid (PPFA) Tool der Firma IBM oder der im oben eingeführten Druckerbuch beschriebenen Smart
Layout Editor (SLE) sein kann, und einer Kontrolldatei 21a mit korrespondierenden Formatierungsparametern erzeugt der Anwender eine Formdef-Datei (Resource) 23, die eine
Copygroup (Medium Map) mit dem Namen ACCOUNT enthält.

Eine Druckdatendatei 22, die variable Daten enthält, wird vom Anwender so aufbereitet, daß sie die Copygroup, welche mit der Kontrolldatei 21a angelegt wurde, mit
strukturierten Feldern des Typs Invoce Medium Map (IMM) „IMM Account", die zwischen den variablen Daten stehen, aufgerufen wird. Einzelheiten zu den strukturierten
Feldtyp IMM können dem eingangs genannten IBM-Dokument

SC31-6802-05 entnommen werden.

In dem in Figur 5 dargestellten Beispiel enthält die
Druckdatendatei Kontoauszugs-Dokumente für zwei
verschiedene Kunden einer Bank. Die Dokumentendaten enthalten einerseits statische Formulardaten und weiterhin die seitenindividuellen kundenspezifischen Daten. Für den ersten Kunden enthält die Druckdatendatei 22 zwei
Kontoauszüge 28, 29 mit 9 Seiten, ausgedruckt auf 4
Blättern, bzw. 6 Seiten ausgedruckt auf 3 Blättern. Für den zweiten Kunden soll ein Kontoauszugs-Dokument 30 mit 2 Seiten ausgedruckt werden. Dazu wird die Druckdatendatei 22 und die Formdef-Datei 23 einem Druckertreiber 24 eines Hostcomputers oder Druckservers zugeführt, der im Schritt S3 aus den beiden Dateien und ggf. zusätzlicher
Ressourcen-Dateien, wie z. B. Fonts, einen Druckdatenstrom des Formats IPDS bildet, mit dem ein IPDS-fähiges
Drucksystem 25 angesteuert wird. Das Drucksystem 25 besteht im gezeigten Beispiel aus einem ersten
elektrofotografischen Digitaldrucker 26, in dem die
Vorderseite eines bahnförmigen Aufzeichnungsträgers bedruckt wird und einem elektrofotografischen
Digitaldrucker 27, in dem die Rückseite desselben
Aufzeichnungsträgers mit den jeweils zugehörigen Daten bedruckt wird. Beide Drucker enthalten entsprechende
Controller zum Interpretieren der eingehenden Datenströme und elektronische Ansteuerungselemente wie z.B. einen LED-Kamm mit zugehöriger Elektronik.

Im Schritt S4 werden die zuvor genannten Dokumente
ausgedruckt, d. h. als erstes Dokument 28 der erste
Ausdruck des ersten Kunden, der fünf Einzelblätter umfaßt, als zweites Dokument 29 drei Blätter für den ersten Kunden mit dem zweiten Kontoauszug und als drittes Dokument 30 zwei Blätter für den zweiten Kunden.

Bei jedem Aufruf der Media Map (engl. Invoke Media Map, IMM) „IMM ACCOUNT" wird im Zuge der Ausgabe der Daten im Drucksystem das entsprechende Ausgabemedium verwendet bzw. gegenüber einem zuvor verwendeten Ausgabemedium gewechselt (z.B. auf gelbes DIN A4 Papier mit 60g/m2) . Zusätzlich wird dem Datenstrom automatisch oder durch ein
entsprechendes Structured Field eine
Farbmanagementressource, die den Namen „Media CMR ACCOUNT" trägt, zugeordnet (Pfeile 21c, 21d, 2Ie) , welche bei der Erzeugung des IPDS Datenstroms im Druckertreiber 24 in einen Object Container eingebunden wird (Pfeil 2If) .

In Figur 5 ist ein MO :DCA-Dokumentendatenstrom 31
dargestelt, in dem in einem Formdef-Bereich 32, der durch die Map-Objekte BFM (Begin Form Map) und EFM (End Form Map) begrenzt wird und in dem durch eine Medium
Modification Control Feld (MMC) eine für den gesamten Dokumentendatenstrom 31 bzw. Druckjob gültige
Farbmanagementressource 35 referenziert wird (Pfeil 38) , d.h. in der obersten Hierarchiestufe des Datenstroms gilt. In weiteren Bereichen 33, 34 des Datenstroms 31, die jeweils einer niedrigeren Hierarchiestufe, nämlich einer Gruppe von Seiten, zugeordnet ist werden diesen Seiten Aufzeichnungsträger anhand von Media Map Objekten
zugeordnet. Die Bereiche 33, 34 sind im Datenstrom 31 jeweils durch die Map Objekte BMM (Begin Media Map) und EMM (End Media Map) begrenzt. Dem Bereich 33, der
beispielsweise im Druckgerät vorgesehenen Trennblättern zugeordnet sein kann, ist dabei einer den Farbattributen der Trennblätter (z.B. deren Farbe Hellblau) und deren übrigen Attributen (Gewicht, z.B. 60g/m2, Material, z.B. Papier usw.) entsprechenden Farbmanagementressource 36 zugeordnet (Pfeil 39). Dem Bereich 34, der beispielsweise im Druckgerät vorgesehenen, folienbeschichteten, zu bedruckenden Blättern zugeordnet sein kann, ist dabei einer dem Oberflächenattribut (Folienschicht) der Blätter entsprechenden Farbmanagementressource 37 zugeordnet
(Pfeil 40) . Dokumentenseiten, die im Datenstrom 31
zwischen den Aufrufen der Bereiche 33, 34 liegen, d.h. insbesondere nach dem Beenden des Bereichs 33, werden bei ihrer Verarbeitung automatisch der Farbmanagementressource des übergeordneten Bereichs, im gezeigten Beispiel dem Bereich des gesamten Druckjobs und damit der
Farbmanagementressource 35 zugeordnet und im Druckgerät mit den Daten dieser Farbmanagementressource verarbeitet.

Der Datenstrom 31 kann weitere Ressourcen und/oder
Ressourcenaufrufe gemäß der MO :DCA-Spezifikation
aufweisen. Die Daten des Datenstroms können insbesondere den in der eingangs genannten US-Al-2005/0248787
entsprechende Daten umfassen und mit den in dieser
Veröffentlichung gezeigten Verfahren erzeugt und/oder verarbeitet werden. Diese Veröffentlichung wird zu diesem Zweck an dieser Stelle der Beschreibung nochmals in Bezug genommen .

Die für die bestehenden Datenstromspezifikationen zu AFP, MO: DCA und IPDS insbesondere in den Ausführungsbeispielen angegebenen, konkreten Erweiterungsvorschläge wie z.B. die weiter oben angegebene Referenzierung einer
Farbmanagementresource über ein Medium Modification
Control (MMC) Feld sind nur als unverbindliche Beispiele zu verstehen und die Grundkonzepte der Erfindung sind in diesen Datenströmen selbstverständlich auch durch andere, konkrete Erweiterungsfestlegungen erreichbar.

Medienattribute wie Helligkeit, Gewicht, Farbe und
Oberfläche können je nach Anforderungen gemäß
verschiedenen Standards festgelegt werden, z.B. gemäß einem Standard der Printer Working Group (PWG) ,
insbesondere dem Internet Printing Protocol (IPP) oder auch dem Universal Printer, Pre- and Postprocessing
(UP3I) .

Die Erfindung ist insbesondere dazu geeignet, als
Computerprogramm (Software) realisiert zu werden. Sie kann damit als Computerprogramm-Modul als Datei auf einem
Datenträger wie einer Diskette, DVD- oder CD-ROM oder als Datei über ein Daten- bzw. Kommunikationsnetz verbreitet werden. Derartige und vergleichbare Computerprogramm-Produkte oder Computerprogramm-Elemente sind
Ausgestaltungen der Erfindung. Der erfindungsgemäße Ablauf kann in einem Computer, in einem Druckgerät oder in einem Drucksystem mit vorgeschalteten oder nachgeschalteten Datenverarbeitungsgeräten Anwendung finden. Dabei ist klar, daß entsprechende Computer, auf denen die Erfindung angewandt wird, weitere, an sich bekannte technische Einrichtungen wie Eingabemittel (Tastatur, Mouse,
Touchscreen) , einen Mikroprozessor, einen Daten- bzw.
Steuerungsbus, eine Anzeigeeinrichtung (Monitor, Display) sowie einen Arbeitsspeicher, einen Festplattenspeicher und eine Netzwerkkarte enthalten können.

Bezugszeichenliste

1 Host-Computer
2 Druckserver
3 Druckgerät
4 Ressourcen-Daten
5 Indizierte Farbmanagementressource

6 Farbpaletten-Daten
6a, 6b Farbpaletten
7 Farbtonidentifizierungsliste
8 Kopfinformation
9 Farbtoninformation
10 Indexdaten
11 '4E'-Triplet
12 Referenzierungsdaten
13 '4E'-Triplet-Aufruf
14 Aufruf ICMR
15 Auslesen ICMR
16 Ansteuerung Druckgerät
17 Farbansteuerung
20a Formdef-Tool
21a Kontrolldatei
21b Media Map CMR
21c, d,e CMR-Zuordnung
21f CMR-Einbindung
22 Druckdatendatei
23 Formdef-Datei
24 Druckertreiber
25 Drucksystem
26 erstes Druckgerät
27 zweites Druckgerät
28 erstes Dokument
29 zweites Dokument
30 drittes Dokument