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1. WO2002017735 - METHOD FOR PREPARING A MIXTURE THAT CAN BE GRANULATED AND CARNITINE-MAGNESIUM HYDROXYCITRATE

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[ DE ]

Verfahren zur Herstellung einer granulierbaren Mischung und Carnitin-Magnesium- Hydroxycitrat

Die vorliegende Anmeldung betrifft ein neues Nerfahren zur Herstellung einer granulierbaren Mischung, die für pharmazeutische Darreichungsformen oder zur Νahrungsergänzxtng geeignet ist, umfassend mindestens eine hygroskopische Substanz, vorzugsweise L-Carnitin. Weiterhin betrifft die Anmeldung solche neue granulierbare Mischungen umfassend Salze aus Carnitin, mindestens einem Alkali- oder Erdalkalimetallkation sowie einer organischen, physiologisch unbedenklichen Säure. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist Carnitin-Magnesium-Hydroxycitrat.

L-(-)-Carnitin kommt im eukaryontischen Organismus eine wichtige Rolle im
Energiestoffwechsel, beim Fettsäureabbau, zu. Es handelt sich um eine vitaminähnliche Substanz, die seit längerem zur Vorbeugung und Behandlung von Mangelerscheinungen Lebensmitteln beigemischt wird oder als Νahrungsergänzung oder pharmazeutische
Dareichungsform verabreicht wird. Insbesondere bei Kindern und älteren Menschen oder einseitiger Ernährung können derartige Mangelerscheinungen auftreten. Magnesium und Citrat sind ebenfalls physiologische Substanzen; insbesondere Mangelerscheinungen durch unzureichende Zufuhr von Magnesium sind nicht selten. Ihnen kann durch Aufnahme von Mg-Präparaten vorgebeugt werden. Citrat wird problemlos im Energiestoffwechsel verwertet. Das Muskelgewebe eines gesunden Erwachsenen enthält ungefähr 20 g Magnesium und 20 g L-Carnitin. Ein gesunder Erwachsener kann zur optimalen Energieversorung täglich rund 2 g L-Carnitin zusätzlich aufnehmen. Da Carnitin und Magnesium für eng miteinander zusammenhängende metabolische Prozesse benötigt werden, bewirkt ein
Kombinationspräparat einen nützlichen synergistischen Effekt.

Es ist wohlbekannt, dass L-Carnitin eine hohe Hygroskopizität aufweist. Dies bedingt eine mangelnde Lagerfähigkeit der festen Substanz sowie daraus hergestellter, einfacher
Pulvermischungen bzw. verursacht Probleme wie mangelnde Rieselfähigkeit bei der
Weiterverarbeitung von reinem, festem Carnitin oder pulvrigen Mischungen mit Carnitin in der Nahrungsmittel-, Futtermittel- oder Pharmaindustrie.

EP-402 755 beschreibt das stöchiometrische Komplexsalz L-Carnitin-Magnesium-Citrat, das im Vergleich zum freien Carnitin eine deutlich geringere Hygroskopizität aufweist und somit lagerstabil ist. Bei 56% relativer Feuchtigkeit beträgt die Wasseraufnahme des Komplexsalzes nach 1 Woche Lagerung 21 Gew.%. Das Komplexsalz wird durch Vermischen der
Komponenten in wässriger Lösung bei 60 °C hergestellt. Der Feststoff wird anschliessend durch Sprühtrocknung oder Kristallisation gewonnen.
Die Resthygroskopzität des so hergestellten Carnitin-Magnesium-Citrats erweist sich bei

Lagerung und Weiterverarbeitung immer noch als ein gewisses Problem. Eine weitere

Verringerung ist wünschenswert.

Es sind auch Salze bekannt, die neben Carnitin ausschliesslich Hydroxysäuren wie beispielsweise Weinsäure, ohne Beteiligung von Metallionen, umfassen, und die in ähnlicher Weise eine gegeüber dem reinen Carnitin verringerte Hygroskopzität aufweisen.
Alle bekannten Herstellungsverfahren bedingen sämtlich die Verwendung grösserer Mengen von Wasser oder wässrigen Lösungsmitteln und, zur Kristallisation, auch organischer
Lösungsmittel. Die Trocknungsverfahren, z. B. Sprühtrocknung, erfordern einen erheblichen Energieaufwand oder die Verwendung organischer Lösungsmittel. Letzteres ist mit zusätzlichen Kosten und dem Problem der Entsorgung der Lösungsmittelabfälle behaftet.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diese und andere Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden.

Diese Aufgabe wird durch das Herstellungsverfahren gemäss Anspruch 1 sowie durch Mischungen und Salze gemäss Ansprüchen 9 und 12 gelöst.

In einem erfindungsgemässen Verfahren zur Herstellung einer granulierbaren Mischung zur Nahrungsergänzung oder pharmazeutischen Verwendung, wobei die Mischung mindestens eine hygroskopische Substanz, vorzugsweise L-Carnitin, umfasst, wird in einer ersten Stufe die feste hygroskopische Substanz mit mindestens einer organischen Säure und mindestens einem Metallhydroxid gemischt ohne Wasserzugabe oder unter Zugabe von höchstens 15 Gew.% Wasser, und in einer zweiten, anschliessenden Stufe der Wassergehalt der
resultierenden Mischung durch Trocknung unter 5 Gew.% gesenkt, wobei die resultierende Masse vorzugsweise viskos bleibt und gegebenfalls in einem weiteren Verfahrensschritt verfestigt wird.
Unter Wasserzugabe im Sinne der vorliegenden Erfindung ist dabei das der Mischung gesamthaft in flüssiger Form zugeführte Wasser zu verstehen, ausschliesslich des Reaktionswassers der Neutralisationsrealction zwischen Säure und Hydroxid. Es kann als separate Flüssigkeit zugefügt werden, es kann aber auch als Lösungs- oder Suspensionsmittel beispielsweise für die Säure oder das Hydroxid dienen; eine derartige Lösung oder
Suspension kann dann dem Mischvorgang zugeführt werden. In diesem Sinne handelt es sich bei der organischen Säure und dem Metallhydroxid um an sich feste Ausgangsubstanzen, die der Mischung abgesehen vom eventuell vorhandenen Kristallwasser kein zusätzliches Wasser hinzufugen.

Unter festen Ausgangssubstanzen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind vorzugsweise als grobzerteiltes Granulat oder feines Pulver vorliegende, rieselfähige Stoffe zu verstehen.
Unter einer hygroskopischen Substanz in Sinne der vorliegenden Erfindung ist eine Substanz zu verstehen, die bei Lagerung unter Standardbedingungen durch Wasseraufnahme zum Verkleben oder Zerfliessen neigt. Insbesondere Substanzen, die nach Lagerung bei 56% relativer Feuchtigkeit nach 1 Woche unter Standardbedingungen über 20% Gewichtszunahme aufweisen, werden als hygroskopische Substanzen im Sinne der vorliegenden Anmeldung betrachtet. Derartige hygroskopische Substanzen sind z.B. Carnitin und Creatin, die stark Feuchtigkeit binden. Es kann sich aber auch um das Salz oder Derivat einer solchen hygroskopischen Verbindung handeln, beispielsweise um Carnitin-Chlorid oder ein Alkanoyl-Carnitin, insbesondere um Acetyl-Carnitin. Im Sinne der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei Carnitin oder Alkanoyl-Carnitin bevorzugt um die physiologische L-(-)-Form. Es ist aber auch möglich, racemisches DL-Carnitin zu verwenden. Unter einer organischen Säure oder einem Säurerest im Sinne der vorliegenden Anmeldung sind insbesondere physiologisch unbedenkliche, ein- oder mehrwertige organische Säuren zu verstehen, insbesondere biogene Hydroxy- oder Fruchtsäuren und deren Derivate wie beispielsweise Ascorbinsäure (Vitamin C), Weinsäure, Äpfelsäure, Brenztraubensäure, Hydroxy-Brenztraubensäure, Fumarsäure, Glutarsäure, Zitronensäure, (-)-Hydroxy-Zitronensäure oder Isozitronensäure,
Asparaginsäure, Glutaminsäure, Bernsteinsäure, wie sie z.B. in Brausetabletten und für den Gebrauch in Lebens- oder Arzneimitteln üblich und zugelassen sind. Unter einem
Metallhydroxid im Sinne der vorliegenden Erfindung sind vorzugsweise solche Hydroxide zu verstehen, die in fester Form vorliegen, beispielsweise Alkali- oder, in einer besonders bevorzugten Ausführung, Erdalkali-hydroxide. Zweckmässigerweise handelt es sich um physiologisch unbedenkliche Erdalkalielemente wie Calcium oder Magnesium, die im
Säugerorganismus in beträchtlicher Menge vorkommen.

Eine nach dem erfindungsgemässen Nerfahren hergestellte, granulierbare Masse zeichnet sich überraschend durch eine besonders geringe Hygroskopizität im Vergleich zur
Ausgangssubstanz, beispielsweise dem reinen Carnitin, aus. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens ist die Vermeidung der Zufuhr grosser Mengen Wasser, so dass zuletzt die Restfeuchtigkeit dem Endprodukt wieder aufwendig entzogen werden muss, sowie die einfache, keine zusätzlichen Aufarbeitungsschritte erfordernde Herstellungsweise.

Die Verwendung eines Metallhydroxids zusammen beispielsweise mit Zitronensäure oder einer anderen organischen Säure führt in einer Νeutralisationsreaktion vorteilhaft und unmittelbar zu einer optimalen Verteilung des Reaktionswassers der Neutralisation zwischen den Feststoffpartikeln, und erlaubt so die Minimierung der Zugabe von Wasser sowie geeignete Fliesseigenschaften der pulvrigen bzw. pastösen Masse. In einer bevorzugten Ausfiihrungsform beträgt der Mischungsanteil des zugefügten Wasser höchstens 3%, in einer besonders bevorzugten Ausführung höchstens 1 Gew.%, und in der am meisten bevorzugten Ausfuhrungsform wird keine zusätzliches Wasser beigemischt. Lediglich in situ wird in geringer Menge Wasser, abhängig von den Mischungsverhältnissen, durch die
Neutralisationsreaktion erzeugt. Erfindungsgemäss bewirkt dies eine schnellere Trocknung und geringere Hygroscopizität des festen Produktes.

Es ist auch möglich, der Mischung weitere Substanzen wie Stabilisatoren, andere Wirkstoffe, pharmazeutische Trägerstoffe oder Füllstoffe, Wachse, Trockenmittel, Farbstoffe u.a.
beizumischen. Insbesondere ist das erfindungsgemässe Verfahren auch geeignet, Mischungen von in Bezug auf ihr Löslichkeitsverhalten wenig kompatiblen Feststoffen, z.B. hydrophoben und hydrophilen Substanzen wie beispielsweise Carnitin einerseits und fettlöslichen
Vitaminen oder vitamin-artigen Substanzen wie Vitamin E oder Coenzym Q andererseits herzustellen.

Zum Vermischen der festen Ausgangssubstanzen können dem Fachmann an sich bekannte Mischvorrichtungen wie beispielsweise Knetmaschinen, wie sie für feste oder pastöse Substanzen üblicherweise verwandt werden, benutzt werden. Es ist auch möglich, beispielsweise geeignete Extruder wie z.B. einen Doppelschraubenextruder zu
benutzen.Bevorzugt werden als Mischvorrichtung Knetmaschinen verwandt. Die Trocknung kann dann direkt im Gerät vorgenommen und bis zu einem gewünschten Vortrocknungsgrad, oder aber auch bis zur vollständigen Trocknung, vorgenommen werden.

Zweckmässigerweise weisen derartige Vorrichtungen geeignete Kontrollvorrichtungen zur Kontrolle der Produkttemperatur auf, da die anfängliche Neutralisationsreaktion zwischen Säure und Metallhydroxid zu starker Wärmeentwicklung fuhren kann. Die Produkttemperatur während des Mischvorganges der ersten Stufe sollte im wesentlichen, von einer kurzen Anfangsphase abgesehen, 50 °C-120 °C betragen. In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens sollte die Produkttemperatur in der ersten Stufe im wesentlichen 70 °C -120 °C betragen. Vorzugsweise wird zuerst die Säure- mit der Hydroxidkomponente vermischt, und nach der Neutralisationsreaktion die hygroskopische Substanz bzw. das Carnitin beigemischt. Die Produktemperatur sollte bei Zugabe der hygroskopische Substanz bzw. des Carnitins mindestens 50 °C, vorzugsweise mindestens 70 °C, im Rahmen der ersten Stufe des
Verfahrens betragen. Die Reaktionsdauer beträgt vorzugsweise höchstens eine Stunde.
Zweckmässigerweise werden die organische Säure und das Metallhydroxid in
stöchiometrischen Mengen gemischt. Die Kombination von Wärme, feindispersen Feststoffen und einem geringen Anteil an Wasser als Lösungsmittel führt zu einer fliessfähigen, mischbaren Masse.

In einer bevorzugten Ausl rungsform werden L-Carnitin, Magnesiumhydroxid sowie Zitronensäure in stöchiometrischen Mengen, d.h. in einem Molverhältnis von ungefähr 1:1:1, gemischt. Vorzugsweise handelt es sich um ausreichend reine, d.h. für die
Lebensmittelproduktion oder die Herstellung von Pharmazeutika zugelassene Qualitäten dieser Substanzen, wie sie beispielsweise in der Europäischen Pharmacopöe beschrieben sind. Zweckmässigerweise werden wasserfreie Qualitäten verwandt. Zur Vermeidung einer unerwünschten Salzfracht wird das reine L-Carnitin der Mischung bevorzugt als neutrales, inneres Salz zugegeben.
Im Vergleich zum bisherigen Herstellungsverfahren ist die Hygroskopizität des so
hergestellten Komplexsalzes L-Carnitin-Magnesium-Citrat weiter verringert. Beispielsweise beträgt die in dem Fachmann geläufiger Weise gravimetrisch bestimmte
Feuchtigkeitsaufhahme von festem, zuvor im Vakuum an einer Ölpumpe oder über
Phosphorpentoxid zur Gewichtskonstanz getrocknetem und nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestelltem Carnitin-Mg-Citrat nicht mehr als 7 Gew.% nach 48 h bei 56% relativer Feuchtigkeit (rH). Dieser Wert wird auch nach 330 h Lagerung nicht überschritten. Bezogen auf die in der Mischung enthaltene Menge an Carnitin oder Carnitinderivat, im Rahmen der Erfindung als Carnitingehalt, bezogen auf die freie Base, bezeichnet, entspricht das einer Feuchtigkeitsauf ahme von nicht mehr als 40 Gew.%. Vorzugsweise liegt in der erfindungsgemässen Mischung Carnitin-Mg-Citrat, bezogen auf den Mischungsanteil des

Carnitins zu mindestens 80% als Komplexsalz vor.
Es ist auch möglich, in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ein Komplexsalz aus

Carnitin, Magnesiumhydroxid und Hydroxy-Zitronensäure (HCA) herzustellen. Hydroxy- Zitronensäure ist weiter unten in der vorliegenden Beschreibung ausführlich beschrieben. Der

HCA kommt eine spezielle Funktion als den Fettabbau förderndes Agens zu. Eine solche

Kombination ist besonders vorteilhaft, weil die vorteilhaften stofflichen Eigenschaften des

Komplexsalzes mit dem synergistischen Zusammenwirken seiner Komponenten einher geht.

Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt es auch, Mischungen von mit den bekannten Methoden nur schlecht kristallisierenden Salzen wie beispielsweise L-Carnitin und
Ascorbinsäure herzustellen.

Vorzugsweise geschieht die Absenkung des Wassergehaltes der pastösen Mischung durch Vakuumtrocknung bei mindestens 85 °C, in einer am meisten bevorzugten Ausführungsform bei mindestens 90 °C, und höchstens 120 °C, und erfolgt bei einem Druck von bis zu 25 mbar, vorzugsweise nicht mehr als 50 mbar. Die Trocknung kann, in Abhängigkeit von der
Produktmenge, ungefähr bis zu 3 h dauern. Überraschenderweise ist die so erzeugte Masse, trotz ihrer zunehmenden Verfestigung bei abnehmendem Wassergehalt, immer noch in sehr beschränktem Masse fliessf hig bzw. pastös. Als pastös im Sinne der vorliegenden Erfindung gilt ebenso eine nur noch unter erhöhtem Druck (>1 bar) und bei mindestens 85 °C
fliessfähige Masse, im Sinne eines als Extrusionsviskosität bezeichneten Fliessverhaltens. Die pastöse Masse kann durch geeignete Vorrichtungen mit einem ausreichendem Drehmoment im heissen Zustand bewegt werden. Eine endgültige Verfestigung tritt erst durch Abkühlung ein. Es ist möglich, die Abkühlung durch an sich bekannte Verfahren, beispielsweise Extrusion als dünner Strang und/oder Erstarrung auf einem Kühlband, zu beschleunigen. Es ist auch möglich, einen zusätzlichen Nachtrocknungsschritt während oder nach dem
Abkühlungsvorgang hinzuzufügen, beispielsweise eine weitere Vakuumtrocknung. Bei Verwendung beispielsweise von Knetmaschinen mit geringem Drehmoment bzw. einer für den Austrag ungünstigen konstruktiven Ausführung kann es zweckmässig sein, die noch heisse Masse bereits vor dem ersten Vakuumtrocknungsschritt im noch zähflüssigen Zustand aus der Mischvorrichtung auszutragen und dann erst die weiteren Bearbeitungschritte gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren vorzunehmen.

Das einmal erstarrte Produkt kann zur Weiterverarbeitung grob zerkleinert und einer Endbzw. Feingranulation zugeführt werden. Es kann in einer bevorzugten Ausführung des vorliegenden Verfahrens zu einer Partikelgrösse von höchstens 1 mm mit dem Fachmann an sich bekannten Vorrichtungen zerkleinert werden. In einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform wird die Zerkleinerung mit Siebgranulatoren (Fa. FREWITT)
vorgenommen, vorzugsweise bei Verwendung eines Extruders mit geeigneten Düsenplatten unmittelbar mit dem vom Extruder erzeugten Grobgranulat ohne zusätzlichen
zwischengeschalteten Zerkleinerungsschritt.

Es ist auch möglich, im erfindungsgemässen Verfahren weitere Wirksubstanzen der erfindungsgemässen Mischung während des Mischvorganges hinzuzufügen, beispielsweise Coenzyme wie Niacin oder Niacinamid oder andere leistungssteigernde oder den Fettabbau fördernde Substanzen, die synergistisch mit L-Carnitin zusammenwirken können, wie ß-Hydroxy-ß-methyl-butyrate, (-)-Hydroxycitrat, Liponsäure oder Hpotrophe Substanzen wie Lecithin oder Cholin. Ca2+ wie Mg2+ werden für die Muskelaktivität benötigt, so dass sich hier ein geeigneter synergistischer Effekt mit der die Muskeltätigkeit bzw. den
Energiestoffwechsel fördernden Wirkung von Carnitin oder auch Creatin ergibt.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist eine granulierbare Mischung, vorzugsweise zur Nahrungsergänzung oder zur pharmazeutischen Dosierung, umfassend Salze aus Carnitin, vorzugsweise L-Carnitin, mindestens einem Alkali- oder Erdalkalimetall sowie einer physiologisch unbedenklichen organischen Säure, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasseraufhahme der zuvor getrockneten Mischung bei 56% relativer Feuchtigkeit bei Atmosphärendruck und 25°C nach 24 h, vorzugsweise auch noch nach 14 Tagen, höchstens 15 Gew.%, vorzugsweise höchstens 10 Gew.%, und in einer am meisten bevorzugten Ausführungsform höchstens 7 Gew.% beträgt. Bezogen auf den Camitingehalt der Mischung beträgt die Wasseraufnahme der zuvor getrockneten Mischung höchstens 40 Gew.%. Unter Trocknung wird in diesem Zusammenhang die Trocknung über Phosphorpentoxid zur Gewichtskonstanz bei 25°C verstanden. Unter Salzen werden in diesem Zusammenhang alle möglichen Satzverbindungen zwischen jeweils mindestens zweien der in der
erfindungsgemässen Mischung vorhandenen Substanzen verstanden. Eine solche Mischung ist nach dem erfindungsgemässen Verfahren herstellbar und weist sich durch eine besonders niedrige Hygroskopizität aus. Insbesondere bei Carnitin-Magnesium-Citrat oder - Hydroxycitrat ist diese gegenüber der mit dem bisherigen Herstellungsverfahren erzeugten Qualität weiter verringert.

Ensprechend ist in einer bevorzugten Ausführungsform die organische Säure bzw. der in der Mischung vorliegende Säurerest vorzugsweise ein Citrat, ein (-)-Hydroxycitrat oder ein Ascorbat und, vorzugsweise, das Erdalkalimetall Calcium, Magnesium oder eine Mischung beider. Darüberhinaus liegen der Säurerest sowie das Erdalkalimetallkation in einer bevorzugten Ausführungsform in stöchiometrisch äquivalenten Mengen vor. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die Mischung zusätzlich mindestens eine weitere Substanz aus der Gruppe bestehend aus Ribose, Niacin, Niacinamid, ß-Hydroxy-ß-methyl-butyrat, Liponsäure, Coenzym Q 10 und Chrom(III) Salze, beispielsweise Chrom-Picolinate oder Chrom-Nicotinate, umfasst.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Mischung zur
Nahrungsergänzung umfassend L-Carnitin oder ein Alkanoyl-Carnitin, Coenzym Q und ß-Hydroxy-ß-methyl-butyrat sowie, optional, (-)-Hydroxycitrat. Es kann sich auch um eine Kombination verschiedener Carnitin-Salze einschliesslich der inneren Salze bzw. der
Carnitin-Derivate sowie deren Salze handeln. Eine derartige Mischung ist neu und kann gleichfalls in einem erfindungsgemässen Feststofftnischverfahren, beispielsweise mit einem Extruder, als granulierbare Mischung hergestellt werden. Eine derartige Mischung kann aber auch in einem anderen bekanntem Verfahren hergestellt werden.

Die in dieser Mischung enthaltenen organischen Säuren können in der protonierten Form oder als Salz mit einem Gegenion in der Mischung vorliegen. Insbesondere das Carnitin oder Carnitin-Derivat kann als Komplexsalz oder als inneres Salz oder als Salz mit einem
Gegenion in der Mischung vorliegen. Der Vorteil einer solchen Mischung liegt im
synergistischen Zusammenwirken der vorteilhaften Eigenschaften bzw. physiologischen Funktionen der Komponenten.
Die erfindungsgemässe Mischung umfasst sowohl Stoffe, die die Fettverbrennung bzw. die Mobilisierung des Körperfetts fördern, wie auch die Neusynthese von Fett bzw. Fettsäuren hemmende Substanzen. Eine derartige Mischung kann vor allem als den Abbau von
Körperfett unterstützende Nahrungsergänzung oder, im Rahmen einer Diät, als Bestandteil von Nahrungsersatzzubereitungen oder Schlankheitsmitteln dienen.

Carnitin, d.h. in seiner physiologisch wirksamen Form das L-(-)-Enantiomere, fördert den

Transport von Fett bzw. von dem metabolischen Grundbaustein Acetyl-CoA, durch
Zellmembranen hindurch zum Ort der Verwertung im Energiestoffwechsel, der
Mitochondrienmatrix. Carnitin erhöht also den Stofffluss im Rahmen der beta-Oxidation der

Fettsäuren. Ubichinon bzw. Coenzym Q, vorzugsweise Coenzym Q10, ist ein weiterer membrangängiges Molekül, das im Rahmen der Redoxvorgänge der oxidativen
Phosphorylierung ein wichtiges Zwischenglied als Elektronenüberträger in der
Mitochondriemnembran und damit in der Verwertung der durch die Fettsäureverbrennung erzeugten metabolischen Energie ist. Die Kombination von Carnitin und Ubichinon stellt somit ein vorteilhaftes, kumulatives Zusammenwirken zweier Wirkprinzipien dar.
Gleichzeitig wird die Neusynthese von Fettsäuren sowie die Verwertung alternativer
Energiequellen im Rahmen des Citratcyclus, behindert. (-)-Hydroxycitrat hemmt die ATP- Citrat-Lyase. ß-Hydroxy-ß-methyl-butyrat vermindert durch Substratinhibition die
Verfügbarkeit von Acetyl-CoA, dem zentralen Cofaktor bei der Fettsäure und Cholesterin- Biosynthese. Darüberhinaus hat Coenzym Q in der trocken gelagerten Mischung die Funktion eines die Lagerstabilität fördernden Antioxidans. Im Sinne der vorliegenden Erfindung wird unter 'Q10' die in der Biochemie übliche Unterscheidung der biogenen Ubichinone durch die

Länge der Isoprenyl-Seitenketten verstanden, wobei die Spezies mit 10 Kohlenstoffatomen in der Seitenkette die bei den meisten Säugern einschliesslich des Menschen am häufigsten vertretene Spezies ist. Es ist aber auch möglich, die erfindungsgemässe Mischung mit anderen, im Menschen physiologisch wirksamen Ubichinonen herzustellen, wie sie beispielsweise aus Mikroorganismen gewonnen werden können. Beispielsweise überwiegt in

Hefe (S. cerevisiae) die CoenzymQ-Spezies Q6 (6 Kohlenstoffatome).

Es ist möglich, die erfindungsgemässe Mischung mit weiteren, den synergistischen Effekt vorteilhaft unterstützenden Inhaltsstoffen anzureichern. Eine solche Mischung kann mindestens eine oder, in beliebiger Kombination, mehrere Substanzen aus der Gruppe bestehend aus Vitamin C, Liponsäure, Vitamin E, Ribose, Niacin, Niacinamid, Creatin und Cr(III)Salzen, vorzugsweise Cr-picolinat oder Cr-nicotinat, umfassen. Die Stoffe sind aus der Sport- und Gesundheitsernäherung bekannt und spielen entweder eine Rolle im
Energiestoffwechsel bzw. der Fettverwertung, der Mobilisierung der Körperreserven oder haben als zelluläre Antioxidantien Schutzfunktion gegenüber einem gesteigertem
Energiestoffwechsel. Insbesondere (-)-Hydroxy-Zitronensäure, die als dominierende Fruchtsäure aus Früchten der Gattung Garcinia gewonnen werden kann, ist eine weitere

Komponente der Mischung in der am meisten bevorzugten Ausführungsform.

Bevorzugte praktische AusiMirungsformen der erfindungsgemässen Mischung, wie auch anderer Salze oder Mischungen der vorliegenden Erfindung, sind an sich bekannte
Dareichungsformen wie Kapseln, Dragees, Tabletten, Injektionslösungen, Brausetabletten, die beispielsweise 10-1000 mg Carnitin (oder ein Derivat), 10-1000 mg Coenzym Q und 10-1000 mg ß-Hydroxy-ß-methyl-butyrat enthalten. Beispielsweise kann eine herkömmliche
Hartgelatine-Steckkapsel 300 mg von jeder der drei erfindungsgemässen Substanzen enthalten, vermischt mit Farbstoffen und mikrokristalliner Cellulose als Trägerstoff. Es ist aber auch möglich, diese Substanzen in vergleichbaren Mengen einer geeigneten Portion eines Lebensmittels, beispielsweise Cornflakes, Energy-Bars, Marmelade etc. hinzuzufügen.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist Carnitin-Magnesium-Hydroxycitrat. Es handelt sich um ein Salz geringer Hygroskopizität und ist mit dem vorliegenden Verfahren herstellbar, durch Vermischen von Magnesiumhydroxid, Hydroxy-Zitronensäure und Carnitin oder Alkanoyl-Carnitin im Molverhältnis 1 : 1 : 1. Es handelt sich um ein Neutralsalz in stöchiometrischer Zusammensetzung, in Hinsicht auf die Ladungsverteilung und die ionisierbaren funktionellen Gruppen. Unter Hydroxycitrat im Sinne der vorliegenden
Anmeldung ist vorzugsweise das (-)-Enantiomere zu verstehen, wie beschrieben (Lewis, Y. et al, Water extract of (-)Hydroxy-Citric acid from fruit of Garcinia Cambogia, Phytochemistry (1965), 4, p. 619-625; Lewis, Y. et al., Acetone extract of (-)Hydroxy-Citric acid from the fruit of Garcinia Cambogia. Das Salz kann vorzugsweise im Sinne des oben gesagten als Schlankheitsmittel, zur Förderung des Abbaus des Körperfettes, benutzt werden. Die
Anwendung von Hydroxycitrat als solchem als Schlankheitsmittel und geeignete Dosierungen sind beispielsweise beschrieben in US 5783603. Überraschenderweise unterstützt das neue, erfindungsgemässe Mischsalz mindestens bei oraler Verabreichung in überraschender, mehr als nur additiver Weise das Zustandekommen des erwünschten Fettabbaus bzw.
Gewichtsverlusts. Es handelt sich um einen synergistischen Effekt der als Komplexsalz vorliegenden Mischung. Ohne auf die Theorie festgelegt werden zu wollen, ist es möglich, dass dieser Effekt durch eine bessere Bioverfügbarkeit des Komplexsalzes bewirkt wird. HCA neigt zu spontaner Lactonisierung in wässriger Lösung bzw. im Gastrointestinaltrakt. Die Komplexierung mit Mg vor Herstellung einer Lösung könnte bzgl. der unerwünschten Umlagerung zum Lacton stabilisierend wirken und so eine viel höhere Wirksamkeit im Zusammenwirken mit Carnitine bewirken. Zumindestens zeigt das erfindungsgemässe Salz bezüglich der Umlagerung von HCA zum Lacton eine verbesserte Lagerstabilität gegenüber bekannten Salzen von HCA unter im pharmazeutischen Bereich üblichen
Standardtestbedignungen. Es ist auch möglich, dass es sich um einen bisher unerkannten stimulierenden Effekt insbesondere des Magnesiums, im Sinne des oben zum
Wirkungsmechanismus von Carnitin und Hydroxycitrat Gesagtem, handelt. Allosterisch regulierte Enzyme werden oft von verschiedenen Faktoren, wie z.B. auch Mg-Kationen, reguliert. Magnesium ist zudem für verschiedene Enzyme ein wichtiger Cofaktor bzw.
Bestandteil des Holo-Enzyms. Es ist möglich, dass die für Carnitin und Hydroxycitrat wichtigen bzw. dadurch beeinflussten Enzymsysteme einer gleichzeitigen, synergistischen

Kontrolle durch Magnesiumionen unterliegen.
Hydroxy-Zitronensäure (HCA) aktiviert indirekt die Carnitin-Palmitoyl-Transferase I (CPT) durch Suppression der Synthese von Malonyl CoA. Malonyl CoA ist ein wichtiger
allosterischer Inhibitor für dieses Enzym. CPT ist wichtig für die Transportfunktion von

Carnitin für Fettsäuren, über die Mitochondrienmembran hinweg, und kann bei ungenügender

Aktivität limitierend für den Carnitin- vermittelten Transport und damit für die Fettsäure- Oxidation in den Mitochondrien sein. Weiterhin ist Malonyl CoA direkter Vorläufer für die

Biosynthese von Fettsäuren und Cholesterin.
Der Wirkungsort der HCA ist das Enzyme Citrat-Lyase, das durch HCA kompetitiv inhibiert wird. Die Affinität des Enzyms für HCA ist mehr als 100-fach höher als für das natürliche metabolische Substrat, Zitronensäure. Das Lactonderivat, zu dem HCA spontan cyclisiert, hat demgegenüber eine deutliche geringere Affinität.

Bevorzugte praktische Ausföhrangsformen der erfindungsgemässen Mischung sind an sich bekannte Dosierungsformen wie Kapseln, Dragees, Tabletten, Injektionslösungen,
Brausetabletten, die beispielsweise 10-2000 mg Carnitin-Magnesium-Hydroxycitrat enthalten. Beispielsweise kann eine herkömmliche Hartgelatine-Steckkapsel 1000 mg Carnitin-Magnesium-Hydroxycitrat enthalten, vermischt mit Farbstoffen und mikrokristalliner
Cellulose als Trägerstoff. Es ist aber auch möglich, die erfindungsgemässe Substanz in vergleichbaren Mengen einer geeigneten Portion eines Lebensmittels, beispielsweise
Cornflakes, Energy-Bars, Marmelade etc. hinzuzufügen. Es ist auch möglich, Carnitin-Magnesium-Hydroxycitrat in Mischung mit ß-Hydroxy-ß-methyl-butyrat oder anderen der vorher genannten Substanzen zu verwenden.

Beispiele

Beispiel 1

Herstellung von L-Carnitin-Magnesium-Citrat

128 g wasserfreier Zitronensäure und 39 g Mg(OH)2 pharm. werden in einem Knetgerät für kleine Chargen (HKD-T 0.6 IKA) mit 36 g entionisiertemWasser (Wasseranteil bezogen auf Gesamtmischung: 11.6 %) unter Aufheizen bis 73 °C während 40 min vermischt. 107.5 g L-Carnitin werden dann hinzugegeben und es wird weitere 35 min. bei 40-50 U/min geknetet, bis sich eine gummiartige, weisse Konsistenz ergibt. Nach Trocknen im Vakuum bei 90°C während 4 h ist die Masse trocken und hart. Das Produkt wird mit IR und Polarimetrie geprüft und ist sehr rein. Das Produkt ist in Wasser ohne Rückstand löslich. Der Wassergehalt der getrockneten Substanz ist 10.1 Gew.%.

Beispiel 2

Herstellung von L-Carnitin-Magnesium-Citrat

134 g wasserfreier Zitronensäure und 38.5 g Mg(OH)2 pharm. werden zunächst in einer Fliehkraftmühle während 7 min. vermischt und dann zusammen mit 36 g entionisiertem Wasser (Wasseranteil bezogen auf Gesamtmischung: 11.4 %) in einem Knetgerät für kleine Chargen (HKD-T 0.6 IKA) unter Aufheizen bis 79°C während 30 min. vermischt. 107.5 g L-Ca nitin werden dann hinzugegeben und es wird weitere 45 min. bei 40-50 U/min bis zur Homogenität geknetet. Nach Trocknen im Vakuum bei 90°C während 4 h ist die Masse trocken und hart. Das Produkt wird mit IR und Polarimetrie auf Reinheit geprüft und gibt in Wasser eine klare Lösung. Der Wassergehalt der getrockneten Substanz ist 8.8 Gew.%.

Beispiel 3

Hygroskopizitätstest

Die mit einem FREEWIT Siebgranulator auf <0.8 mm Korngrösse granulierten
Produktmischungen aus Beispiel 1 und 2 werden bei 56% relativer Feuchtigkeit während der angegebenen Zeiten und 25°C unter konstanten Testbedingungen gelagert. Vorgängig wurde die Probe über Phosphorpentoxid zur Gewichtskonstanz getrocknet. Die
Feuchtigkeitsaufi ahme aus der Luft wird gravimetrisch bestimmt. Die Gewichtszunahme ist in Prozent bezogen auf das Gesamtgewicht der Probe angegeben. Herkömmliches L-Carnitin- Magnesium-Citrat aus dem Produktionsverfahren nach EP 402 755, das zu gleicher
Korngrösse pressgranuliert worden ist, dient als Referenzprobe und ist bezüglich der
Partikeleigenschaften (Fliessverhalten, Staubarmut) vergleichbar.

Beispiel 4

Herstellung von L-Carnitin-Magnesium-(-)-Hydroxycitrat

Die Herstellung erfolgt in dem in Beispiel 2 beschriebenem Verfahren, wobei 83 g Carnitin (freie Base), 137 g (-)Hydroxyzitronensäure HCA-650 77.7% , 30 g Mg-Hydroxid und 55 g Wasser vermischt werden.
Die Gewichtszunahme der erfindungsgemässen, vorgängig getrockneten Mischung nach 24 h betrug unter Standardbedingungen 0.82 Gew.%. Bei 56% relativer Feuchtigkeit betrug die gravimetrisch bestimmte Wasseraufnahme der Mischung < 10 Gew.% nach 30 h, entsprechend ca. 30 Gew.%» bezogen auf den Camitingehalt der Mischung.