In Bearbeitung

Bitte warten ...

Einstellungen

Einstellungen

Gehe zu Anmeldung

1. WO2020192986 - VERFAHREN ZUR VEREDELUNG VON FLÄCHENFÖRMIGEN TEXTILEN MATERIALIEN DURCH AUSRÜSTEN

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]
Verfahren zur Veredelung von flächenförmigen textilen Materialien durch

Ausrüsten

BESCHREIBUNG

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Veredelung von flächenförmigen textilen Materialien durch Ausrüsten mit flüssigen Substanzen oder Substanzgemischen, wobei die Substanzen oder Substanzgemische Partikel in gleicher oder

unterschiedlicher Größe enthalten können, mittels gesteuertem, gezieltem

Aufträgen unter Anwendung von Drucktechnologien gemäß Anspruch 1.

Zum Stand der Technik bei der Ausrüstung textiler Materialien gehört die

Tränkung, respektive der Auftrag von Chemikalien auf ein Textil. Hier kommt ein sogenannter Foulard zum Zwecke eines vollbadigen Auftrages oder ein

sogenanntes Pflatschverfahren, das heißt ein einseitiger Auftrag, zur Anwendung.

Mit dem vorgenannten Verfahren ist ein definierter, mengenmäßiger Auftrag nicht oder nur sehr ungenau möglich. Darüber hinaus wird der im Foulard befindliche Flottenansatz durch textilen Abrieb verunreinigt und kann bei Produktionsende nicht zurückgeführt werden, so dass Entsorgungsprobleme resultieren.

In der Vergangenheit wurden deshalb Überlegungen angestellt, inwieweit textile Flächengebilde gezielt mit chemischen Substanzen versehen werden können, indem auf Druckverfahren zurückgegriffen wird.

Die DE 25 35 593 Al zeigt, wie auf einem Flächengebilde Bereiche mit

unterschiedlichem Verstärkungsgrad erhalten werden können, indem auf die zu versteifende Stelle eine vernetzbare Substanz mittels Druck aufgebracht wird.

Bei der DE 26 53 162 C3 geht es um ein Bemustern von Textilgut. Dort ist offenbart, neben Farbstoffen auch andere Behandlungsmittel über Drucker auf das Textilgut aufzubringen.

Die DE 100 20 102 Al zeigt eine Lösung, mit deren Hilfe über eine Druckdüse die Möglichkeit besteht, hochviskose Flüssigkeiten auf ein Trägermaterial, zum Beispiel ein Gewebe, aufzubringen.

Hintergrund war dort die Idee, selbstklebende Bänder mit Klebstoffen

auszurüsten. Diesbezüglich ist auch die EP 0 356 777 Bl ein relevanter Stand der Technik.

Im Zusammenhang mit dem Ausstoß hochviskoser Materialien unter Anwendung der Drucktechnologie sei auf die DE 10 2016 210 359 Al aufmerksam gemacht.

Die EP 2 643 159 Bl offenbart ein digitales Druck- und Endbearbeitungsverfahren für Stoffe, welches allgemein auf einen Digitaldruckschritt, der auch mehrfach ausgeführt wird, verweist. Quer zum Förderband ist eine Mehrzahl von Stäben erwähnt, welche mit den Druckköpfen versehen sind, die elektronisch gesteuert und mit der Bewegung des Förderbandes für das textile Material synchronisiert werden.

Die EP 1 885 931 Bl betrifft ein Verfahren zur Bereitstellung einer lokalisierten Ausrüstung auf einem textilen Erzeugnis. Bei der dortigen Verfahrenslehre steht eine lokal begrenzte Oberflächenbehandlung im Vordergrund. Diesbezüglich soll eine Anordnung digital gesteuerter Düsen zum Einsatz kommen. Den Düsen wird eine Oberflächenbehandlungs-Zusammensetzung zugeführt, um ein selektives Aufträgen der Zusammensetzung über die Düsen durchzuführen.

Die Düsen sind dabei so ausgeführt, dass unterschiedliche

Oberflächenbehandlungs-Zusammensetzungen auf das Substrat in

unterschiedlichen Mustern aufbringbar sind.

Die Zusammensetzungen können antistatische, antimikrobielle, medizinische Wirkstoffe, Knitterschutzwirkstoffe, flammenhemmende Wirkstoffe oder ähnliches umfassen.

Die EP 1 866 385 Bl bezieht sich auf eine Zusammensetzung für eine

kontinuierliche Tintenstrahlveredelung eines textilen Erzeugnisses.

Diese Zusammensetzung geht auf eine Dispersion oder Emulsion eines

funktionalen Endbearbeitungsmittels in einem Trägerstoff unter Nutzung eines Leitfähigkeitssalzes zurück. Die Zusammensetzung zum Zweck der

Endbearbeitung einer Textilware wird mittels Durchlass-Tintenstrahldüsen aufgebracht.

Auf die Reinigung von Druckdüsen wird in der DE 10 2014 008 183 Al abgestellt.

Hinsichtlich der EP 1 670 983 Bl verbleibt festzustellen, dass ein

Druckbeschichten textiler Faserstoffe vorbekannt ist. Ein Beschichtungspixel soll gemäß der dortigen Lehre vier Maschenöffnungen bedecken und einen

Durchmesser von mehr als 100 pm aufweisen.

Bei der EP 1 573 109 Bl geht es um das Transportieren von Textilartikeln unter Nutzung einer Veredelungsvorrichtung, welche eine Anzahl von Druckdüsen aufweist.

Auch bei der EP 1 675 995 Bl soll das Ausrüsten eines Textilartikels mittels Düsenanordnung zum Aufträgen von Substanzen auf das Textil erfolgen. Bei den Düsen kommen sogenannte Multi-Deflecting-Tintenstrahldüsen zum Einsatz.

Gemäß der EP 1 871 947 Bl erfolgt ein Abscheiden mittels Inkjet-Technik auf ein Textilsubstrat, wobei als Trägermittel Wasser eingesetzt wird.

Es verbleibt an dieser Stelle festzuhalten, dass digitale Drucktechnologien im Bereich der Textilveredelung vom Grundsatz her bekannt sind.

Es hat sich jedoch gezeigt, dass Probleme bei der vollständigen und

ausreichenden Durchdringung des Textilmaterials bestehen und im Übrigen Einschränkungen bei der Drucktechnologie vorliegen, wenn es darum geht, sehr schnell die einzelnen Druckköpfe auf andere Ausrüstungssubstanzen umzustellen.

Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, ein weiter

entwickeltes Verfahren zur Veredelung von flächenförmigen, textilen Materialien durch Ausrüsten mit flüssigen Substanzen oder Substanzgemischen anzugeben, wobei die Substanzen oder Substanzgemische Partikel in gleicher oder

unterschiedlicher Größe enthalten können, und zwar mittels gesteuertem, gezieltem Aufträgen unter Anwendung von Drucktechnologien. Dabei geht es erfindungsgemäß darum, auch größere Materialmengen mit höheren Viskositäten und, falls notwendig, Materialien mit Partikeln größerem Durchmessers zu verarbeiten. Gleichzeitig ist ein schnelles Umstellen und

produktions- technologisches optimales Anpassen der eingesetzten

Druckeinrichtungen eine zu lösende Teilaufgabe.

Gemäß den Lösungen des Standes der Technik wird weit überwiegend auf die Nutzung sogenannter Förderer verwiesen, die der Aufnahme und der Führung einer zu beschichtenden textilen Warenbahn dienen. Derartige mit der

Warenbahn verbundene Förderer behindern jedoch die notwendige Penetration des textilen Materials und erschweren den Zugang und damit auch die Reinigung der Druckvorrichtung, insbesondere der Druckköpfe.

Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt mit einer Lehre gemäß der

Definition nach Anspruch 1, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen umfassen.

Ein diesbezüglicher Kerngedanke der Erfindung besteht darin, dass die zu behandelnde Warenbahn ohne Fixierung des Bandes über einen Tisch oder Walzen frei laufengelassen wird. Hierdurch ergeben sich besonders gute

Möglichkeiten hinsichtlich des Saugens oder Abquetschens nach dem Auftrag mit dem Ziel einer optimierten Penetration in das Textil, aber auch hinsichtlich eines notwendigen Spülens oder Reinigens nebst einfacher Wartung durch Zugang der Düsen von der Unterseite ohne störendes Transportband.

Ein Produktwechsel ist schneller möglich, da das Drucksystem gespült und gemäß der erfindungsgemäßen Lehre anschließend mit neuen Substanzen gefüllt werden kann.

Es wird demnach von einem Verfahren zur Veredelung von flächenförmigen, textilen Materialien, wie Geweben, Gestricken oder Gewirken ausgegangen, und zwar durch Ausrüsten mit flüssigen Substanzen oder Substanzgemischen.

Die Substanzen oder die Substanzgemische können Partikel in gleicher, aber auch unterschiedlicher Größe enthalten.

Die Veredelung durch Ausrüsten erfolgt mittels gesteuertem, gezieltem Aufträgen einer entsprechenden Flotte unter Anwendung von Drucktechnologien in Form von Einzeldruckköpfen oder einem oder mehreren Druckbalken mit einer Vielzahl von Druckköpfen.

Hier wird entweder eine rezepturbasierte Mischung eines Compounds erstellt und ein anschließendes Aufträgen vorgenommen oder es werden die Einzelsubstanzen

mit mehreren Druckköpfen nass-in-nass zu einer gemischten Ausrüstungsschicht aufgetragen.

Weiterhin werden die als Warenbahn vorliegenden, flächenförmigen textilen Materialien frei geführt, insbesondere frei über Walzen oder einen Tisch geführt. Im Freiraum zwischen den Walzen, unterhalb der auszurüstenden Warenbahn befindet sich eine Reinigungswanne zur Druckkopfspülung und/oder eine

Saugeinrichtung zur optimierten Penetration der Ausrüstung in die Warenbahn.

Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung befindet sich oberhalb der Warenbahn, in Warenbahntransportrichtung vor oder hinter der

Druckkopfanordnung eine Reinigungswanne.

Die Reinigungswanne kann relativ zu den Druckköpfen bewegt werden, sodass auch ohne Entfernen der Warenbahn ein Reinigen bzw. ein Spülen der Druckköpfe möglich wird, um z.B. unterschiedliche Ausrüstungen aufzutragen, ohne den Fertigungsprozess durch Ab- bzw. Aufspannen der Warenbahn zu stören.

Der Ausrüstungsstation mittels Druckköpfen folgend, kann ein Quetschwerk vorgesehen sein, dem eine großflächige Trocknungseinrichtung nachgeschalten ist, sodass die behandelte Warenbahn getrocknet auf einen Wickler gelangt.

Die Druckköpfe sind bevorzugt als Einzeldruckköpfe mit einer jeweils linearen Anordnung mehrerer Druckdüsen realisiert.

Bezogen auf die Transportrichtung der Warenbahn liegen die Druckköpfe in einer Reihe nebeneinander und können unter einem Winkel schräg zur Warenbahn orientiert sein, sodass ein gleichmäßiges Aufträgen der jeweiligen Ausrüstung möglich wird. Bevorzugt beträgt der Winkel der Schrägstellung zur Warenbahn 45° .

Ausgestaltend ist die Saugeinrichtung als Saugwalze mit Saugschlitz ausgebildet und es liegt die Warenbahn mindestens im Bereich des Saugspaltes auf der Saugwalze auf bzw. berührt diese oder wird im geringen Oberflächenabstand über dem Saugschlitz der Saugwalze geführt.

Erfindungsgemäß wird nach dem Ausrüstungsschritt ein Abquetschen der

Warenbahn dann vorgenommen, wenn eine beidseitige Beschichtung erfolgte. Bei einseitiger Beschichtung kann auf das Abquetschen verzichtet werden.

Diesbezüglich besteht die Möglichkeit ein an sich bekanntes Quetschwalzenpaar in Bewegungsrichtung den Druckköpfen nachgeordnet vorzusehen.

In weiterhin erfindungsgemäßer Ausbildung ist die Reinigungswanne entfernbar, um einen Reinigungszugang zu den Druckköpfen zu schaffen.

Die Reinigungswanne kann dabei nicht nur Reinigungs- und Spülflüssigkeiten aufnehmen, sondern auch gleichzeitig abtropfende Flotte auffangen.

Durch die freie Führung der auszurüstenden Warenbahn wird verhindert, dass sich textile Bestandteile lösen und in die gegebenenfalls abtropfende Flotte gelangen. Der Tisch kann unter diesem Aspekt als eine Lochplatte oder ein Lochblech mit einer Vielzahl von Durchbrüchen ausgebildet sein.