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1. WO2020192847 - BIPOLARES ELEKTROCHIRURGISCHES WERKZEUG

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Bipolares elektrochirurgisches Werkzeug

Die vorliegende Erfindung ist auf ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug und auf ein bipolares elektrochirurgisches Instrument bezogen.

Die Vermeidung von Blutungen ist bei allen chirurgischen Verfahren wichtig. Bei mikroin vasiven Eingriffen bergen Blutungen besondere Risiken, da sie die Sicht des operierenden Personals beeinträchtigen können und das Stillen einer Blutung schwieriger sein kann als in der offenen Chirurgie. Der sichere Verschluss von Blutgefäßen - beispielsweise vor de ren Durchtrennung - ist deshalb permanent Gegenstand von Forschung und Entwicklung in der Medizintechnik. Ähnliches gilt für den sicheren Verschluss anderer Hohlorgane.

In der Elektrochirurgie erwärmen elektrische Ströme Gewebe, um dieses zu koagulieren. Dies wird oft auch als Verschweißen oder Verschmelzen bezeichnet. Dabei gehen insbe sondere kolloidale Stoffe aus einem Lösungszustand in einen Gelzustand über. Bei einer Erwärmung auf eine zu hohe Temperatur kann das betroffene Gewebe jedoch so weit zer stört werden, dass ein sicherer und dauerhafter Verschluss und eine schnelle Heilung nicht mehr gewährleistet sind.

Der Erfolg einer elektrochirurgi sehen Maßnahme ist von der Art und dem Zustand des Ge webes, von der Stromdichte und ihrer Ortsabhängigkeit, von der Dauer des Stromflusses, der erzielten Temperatur und deren Ortsabhängigkeit, dem mechanischen Druck und wei teren Parametern abhängig.

Ziele bei der Weiterentwicklung elektrochirurgischer Werkzeuge und Instrumente sind ein möglichst genau steuerbarer oder geregelter Prozess mit einer Erwärmung definierter Be reiche zu möglichst definierten Temperaturen und damit eine möglichst vorhersagbare Qualität des Gefäßverschlusses oder allgemeiner der Gewebeveränderung und die Vermei dung des Anhaftens von Gewebe am Werkzeug oder Instrument. Ferner sollen elektrochir-urgische Werkzeuge möglichst klein, aber auch mechanisch robust und aufgrund ihrer Ge stalt auch zur Präparation geeignet sein.

In EP 1 632 192 Al ist ein Instrument zum Verschließen von Gefäßen beschrieben, das zwei relativ zu einander bewegbare Greifbacken aufweist (Absätze [0011], [0018]). Jede Greifbacke umfasst ein Paar elektrisch leitfähiger, von einander beabstandeter Gefäßver schlussflächen, die sich längs der Greifbacke erstrecken (ebd.). Jedes Paar Gefäßver schlussflächen ist mit einer Quelle elektrochirurgischer Energie verbunden (ebd.). Die Greifbacken können spiegelbildlich oder nicht spiegelbildlich ausgestaltet sein (Absätze [0059], [0060], [0066], [0067]).

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein verbessertes bipolares elektro-chirurgisches Werkzeug und ein verbessertes bipolares elektrochirurgisches Instrument zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche gelöst.

Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug für ein bipolares elektrochirurgisches Instru ment umfasst ein erstes Maulteil mit einer ersten Greiffläche, ein zweites Maulteil mit ei ner der ersten Greiffläche zugewandten zweiten Greiffläche, ein Gelenk, das eine

Schwenkbewegung des zweiten Maulteils relativ zu dem ersten Maulteil ermöglicht, eine erste Elektrode an dem ersten Maulteil und eine zweite Elektrode an dem ersten Maulteil, die von der ersten Elektrode elektrisch isoliert ist.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug für ein bipolares elektrochirurgisches Instru ment umfasst ein erstes Maulteil, ein zweites Maulteil, ein Gelenk, das eine Schwenkbewe gung des zweiten Maulteils relativ zu dem ersten Maulteil ermöglicht, eine erste Greifflä-che an dem ersten Maulteil, die dem zweiten Maulteil zugewandt ist, eine zweite Greifflä-che an dem zweiten Maulteil, die dem ersten Maulteil zugewandt ist, eine erste Elektrode an dem ersten Maulteil und eine zweite Elektrode, die von der ersten Elektrode elektrisch isoliert ist, wobei die erste Elektrode keiner Elektrode an dem zweiten Maulteil gegenüber liegt.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist entwe der die zweite Elektrode an dem ersten Maulteil angeordnet und liegt keiner Elektrode an dem zweiten Maulteil gegenüber oder die zweite Elektrode ist an dem zweiten Maulteil an geordnet und liegt keiner Elektrode an dem ersten Maulteil gegenüber.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug für ein bipolares elektrochirurgisches Instru ment umfasst ein erstes Maulteil mit einer ersten Greiffläche, ein zweites Maulteil mit ei ner der ersten Greiffläche zugewandten zweiten Greiffläche, ein Gelenk, das eine

Schwenkbewegung des zweiten Maulteils relativ zu dem ersten Maulteil ermöglicht, eine erste Elektrode an dem ersten Maulteil und eine zweite Elektroden an dem ersten Maulteil oder an dem zweiten Maulteil, die von der ersten Elektrode elektrisch isoliert ist, wobei die zweite Greiffläche elektrisch isolierend ist soweit sie der ersten Elektrode gegenüberliegt.

Anders ausgedrückt liegt der ersten Elektrode nicht - auch nicht teilweise oder überlap pend - ein leitfähiger Bereich oder Teilbereich der zweiten Greiffläche gegenüber. Die An ordnung gegenüber ist besonders auf eine geschlossene Konfiguration des bipolaren elek trochirurgischen Werkzeugs bezogen, bei der die Greifflächen an den Maulteilen den ge ringsten möglichen Abstand aufweisen und einander in geringem Abstand gegenüberliegen oder teilweise oder vollständig berühren. Ein erster Punkt an einer ersten Fläche liegt ei nem zweiten Punkt an einer zweiten Fläche gegenüber, wenn er auf einer Flächennormalen

der zweiten Flächen in dem zweiten Punkt liegt. Im Fall einer oder zweier gekrümmter Greifflächen wird als Bezugsfläche, auf die die Flächennormale bezogen wird, insbesonde re eine ebene Fläche verwendet, welche parallel zu der durch das Gelenk definierten Schwenkachse und parallel zu den Haupterstreckungsrichtungen der Maulteile ist.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist insbesondere zum Verschließen eines Hohlorgans oder zum Versiegeln von Gewebe vorgesehen und ausgebildet. Das Verschließen eines Hohlorgans oder Versiegeln anderen Gewebes einer seits und das Durchtrennen oder Schneiden eines Hohlorgans andererseits erfordern unter schiedliche Eigenschaften, insbesondere unterschiedliche Geometrien eines bipolaren elek-trochirurgi sehen Werkzeugs. Es mag sein, dass unter bestimmten Bedingungen auch mit einem für das Schneiden vorgesehenen und ausgebildeten bipolaren elektrochirurgi sehen Werkzeug ein Hohlorgan verschlossen oder anderes Gewebe versiegelt werden kann und unter bestimmten Bedingungen auch mit einem für das Verschließen eines Hohlorgans oder Versiegeln von anderem Gewebe vorgesehenen und ausgebildeten bipolaren elektro-chirurgischen Werkzeug ein Hohlorgan durchtrennt werden kann. Die in der Medizin im Sinne der Sicherheit der Patienten unbedingt erforderliche Zuverlässigkeit ist aber nur er zielbar, wenn jedes Werkzeug ausschließlich für den Zweck verwendet wird, für den es vorgesehen und ausgebildet ist. Medizinisches Personal, das ein für das Verschließen eines Hohlorgans oder Versiegeln anderen Gewebes ausgebildetes Werkzeug zum Durchtrennen von Gewebe verwendet oder umgekehrt, handelt außerhalb der medizingeräterechtlichen Zulassung und gefährdet dabei nicht nur die Gesundheit des Patienten, sondern setzt auch sich selbst einem erheblichen Haftungsrisiko aus.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist entwe der die zweite Elektrode an dem ersten Maulteil angeordnet und die zweite Greiffläche elektrisch isolierend soweit sie der zweiten Elektrode gegenüberliegt; oder die zweite Elek trode an dem zweiten Maulteil angeordnet und die erste Greiffläche elektrisch isolierend soweit sie der zweiten Elektroden gegenüberliegt.

Entweder ist die erste Elektrode an dem ersten Maulteil angeordnet, und der ersten Elektro de liegt nicht - auch nicht teilweise oder überlappend - ein leitfähiger Bereich oder Teilbe reich der zweiten Greiffläche gegenüber. Oder die erste Elektrode ist an dem zweiten Maulteil angeordnet, und der ersten Elektrode liegt nicht - auch nicht teilweise oder über lappend - ein leitfähiger Bereich oder Teilbereich der ersten Greiffläche gegenüber.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug für ein bipolares elektrochirurgisches Instru ment umfasst ein erstes Maulteil, ein zweites Maulteil, ein Gelenk das eine Schwenkbewe gung des zweiten Maulteils relativ zu dem ersten Maulteil ermöglicht, eine erste Greifflä-che an dem ersten Maulteil, die dem zweiten Maulteil zugewandt ist, eine von dem zweiten Maulteil abgewandten erste Außenfläche an dem ersten Maulteil, eine zweite Greiffläche an dem zweiten Maul teil, die dem ersten Maul teil zugewandt ist, eine von dem ersten Maulteil abgewandte zweite Außenfläche an dem zweiten Maulteil, eine erste Elektrode, die vollständig an der Außenfläche des ersten Maulteils angeordnet ist, und eine zweite Elektrode, die von der ersten Elektrode elektrisch isoliert ist.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist die zweite Elektrode insbesondere vollständig an der Außenfläche des zweiten Maulteils ange ordnet.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist die erste Greiffläche an dem ersten Maulteil insbesondere vollständig elektrisch isolierend aus gebildet.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist die zweite Greiffläche an dem zweiten Maulteil insbesondere vollständig elektrisch isolierend ausgebildet.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist insbe sondere der gesamte dem ersten Maulteil zugewandte Oberflächenbereich des zweiten Maulteils elektrisch isolierend ausgebildet, wobei der gesamte dem zweiten Maulteil zuge wandte Oberflächenbereich des ersten Maulteils elektrisch isolierend ausgebildet ist.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug für ein bipolares elektrochirurgisches Instru ment umfasst ein erstes Maulteil mit einer ersten Greiffläche, ein zweites Maulteil mit ei ner der ersten Greiffläche zugewandten zweiten Greiffläche, ein Gelenk, das eine

Schwenkbewegung des zweiten Maulteils relativ zu dem ersten Maulteil ermöglicht, eine erste Elektrode an dem ersten Maulteil und eine zweite Elektrode an dem ersten Maulteil, die von der ersten Elektrode elektrisch isoliert ist, wobei an dem zweiten Maulteil keine Elektrode angeordnet ist.

Das bipolare elektrochirurgische Instrument ist insbesondere Teil eines mikroinvasiven In struments (beispielsweise für die Laparoskopie) oder vorgesehen und ausgebildet, um mit einer oder mehreren anderen Komponenten zusammen ein mikroinvasives oder ein anderes elektrochirurgisches Instrument zu bilden. Das bipolare elektrochirurgische Werkzeug ist beispielsweise mit einem distalen Ende eines Schafts eines Instruments dauerhaft mecha nisch verbunden, das heißt, nicht ohne Werkzeug oder nicht mit den medizinischem Perso nal zur Verfügung stehenden Mitteln von dem Schaft zerstörungsfrei und reversibel trenn bar. Alternativ kann das bipolare elektrochirurgische Instrument mit einem distalen Ende eines Schafts eines Instruments lösbar verbindbar sein, das heißt, mit den medizinischem Personal zur Verfügung stehenden Mitteln zerstörungsfrei lösbar und wieder verbindbar sein. In beiden Fällen ist insbesondere ein Teil des bipolaren elektrochirurgi sehen Werk zeugs mechanisch starr mit dem distalen Ende des Schafts verbunden oder verbindbar.

Die erste Greiffläche an dem ersten Maulteil wird insbesondere durch den gesamten dem zweiten Maulteil zugewandten Oberflächenbereich des ersten Maulteils gebildet. Die zwei te Greiffläche an dem zweiten Maulteil wird insbesondere durch den gesamten dem ersten Maulteil zugewandten Oberflächenbereich des zweiten Maulteils gebildet. Beide Greifflä-chen können glatt oder im Wesentlichen glatt, eben oder gekrümmt sein, eine das sichere Greifen und Halten vereinfachende Profilierung und/oder Nuten, Stege, konkave oder kon vexe Bereiche aufweisen. Das bipolare elektrochirurgische Werkzeug ist insbesondere so ausgebildet, dass beide Greifflächen einander punktförmig, linienförmig oder flächig be rühren können, wenn kein Gewebe zwischen den Greifflächen angeordnet ist.

Das Gelenk ist insbesondere zwischen dem proximalen Ende des zweiten Maulteils und dem proximalen Ende des ersten Maulteils angeordnet. Das Gelenk definiert eine

Schwenkachse, die insbesondere orthogonal oder im Wesentlichen orthogonal zu der Längsachse eines mit dem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug in der vorgesehenen Weise verbundenen Schafts und/oder orthogonal zu den Richtungen maximaler Erstre ckung der Maulteile ist. Die durch das Gelenk definierte Schwenkachse ist bei der vorgese henen Verwendung insbesondere parallel oder im Wesentlichen parallel zu einer Längs richtung eines mittels des bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs zu verschließenden Hohlorgans und damit beispielsweise zur Richtung des Blutflusses in einem zu verschlie ßenden Blutgefäß.

Die erste Elektrode und die zweite Elektrode an dem ersten Maulteil sind insbesondere je weils streifenförmig und erstrecken sich nebeneinander, parallel oder im Wesentlichen par allel zu der Längsrichtung des ersten Maulteils. Strom, der zwischen der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode durch Gewebe, das zwischen den Maulteilen gehalten ist, fließt, fließt deshalb im Wesentlichen parallel zu den Greifflächen, orthogonal zu den Längsrich tungen der Maulteilen und der Elektroden und damit im Wesentlichen parallel zu einer Längsrichtung eines von dem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug gehaltenen Hohl organs und beispielsweise zur Blutflussrichtung eines von dem bipolaren elektrochirurgi schen Werkzeug gehaltenen Blutgefäßes. Die resultierende Verteilung der Stromdichte in dem von dem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug gehaltenen Gewebe kann eine Konzentration der Erwärmung des Gewebes auf den erwünschten Bereich und eine Ver besserung der erzielten oder erzielbaren Qualität des Verschlusses eines Hohlorgans ver einfachen oder ermöglichen.

Eine Anordnung von Elektroden ausschließlich an dem ersten Maulteil kann Konstruktion und Fertigung des zweiten Maulteils deutlich vereinfachen. Auch Konstruktion und Ferti gung des Gelenks können vereinfacht sein, da keine elektrisch leitfähige, jedoch von ande ren Komponenten elektrisch isolierte Zuleitung zu einer Elektrode an dem zweiten Maul teil erforderlich ist. Ferner wird das Risiko einer Anhaftung von Gewebe an dem zweiten Maulteil deutlich reduziert, wodurch die Anwendung des bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs einfacher und sicherer werden kann. Ein einfacherer Aufbau des zweiten Maul teils kann ferner eine mechanische steifere Konstruktion und damit die Übertragung größe rer Kräfte auf mittels des bipolaren elektrochirurgi sehen Werkzeugs gehaltenes Gewebe vereinfachen.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug für ein bipolares elektrochirurgi sches Instru ment umfasst ein erstes Maulteil, ein zweites Maulteil, ein Gelenk, das eine Schwenkbewe gung des zweiten Maulteils relativ zu dem ersten Maulteil ermöglicht, eine erste Greifflä-che an dem ersten Maulteil, die dem zweiten Maulteil zugewandt ist, eine von dem zweiten Maulteil abgewandte erste Außenfläche an dem ersten Maulteil, eine zweite Greiffläche an dem zweiten Maulteil, die dem ersten Maulteil zugewandt ist, eine von dem ersten Maul teil abgewandten zweiten Außenfläche an dem zweiten Maulteil, eine erste Elektrode, die vollständig an der Außenfläche des ersten Maulteils angeordnet ist, und eine zweite Elek trode, die von der ersten Elektrode elektrisch isoliert ist.

Die erste Greiffläche ist insbesondere vollständig elektrisch isolierend.

Die zweite Elektrode ist insbesondere vollständig an der Außenfläche des zweiten Maul teils angeordnet. Nur ein Teil der zweiten Elektrode ist an der zweiten Greiffläche ange ordnet, ein weiterer Teil der zweiten Elektrode ist an der zweiten Außenfläche angeordnet. Alternativ ist kein Teilbereich der zweiten Elektrode an der zweiten Greiffläche angeord net. Insbesondere ist die zweite Greiffläche vollständig elektrisch isolierend.

Die Anordnung mindestens einer Elektrode an einer Außenseite eines Maulteils erfordert nach dem Greifen von Gewebe - beispielsweise eines Blutgefäßes oder eines anderen Hohlorgans - eine Rotation des Werkzeugs, damit das Gewebe an der Elektrode oder an der gesamten Elektrode anliegt. Ein Vorteil der Anordnung beider Elektroden an den Au ßenseiten der Maulteile ist, dass die gesamte Breite des Maulteils als Bereich, innerhalb dessen eine homogene Stromdichte und eine entsprechend homogene elektrochirurgische Wirkung erzeugt werden kann, zur Verfügung steht. Deshalb kann beispielsweise mit ei nem kleineren Werkzeug ein zuverlässiger Verschluss eines Blutgefäßes oder eines ande ren Hohlorgans bewirkt werden.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist insbe sondere das erste Maulteil mit einem distalen Ende eines Schafts eines elektrochirurgi schen Instruments mechanisch starr verbunden oder starr verbindbar.

Das erste Maulteil ist insbesondere als in sich starre Einheit mit einem proximalen Ende des bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs ausgebildet, wobei das proximale Ende des bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs mit einem distalen Ende eines Schafts mecha nisch starr verbunden oder starr verbindbar ist. Bei der vorgesehenen Verwendung des bi polaren elektrochirurgischen Werkzeugs wird also nur das zweite Maulteil relativ zu dem Schaft des Instruments geschwenkt. Das erste Maulteil bleibt relativ zu dem Schaft des In struments unbewegt in einer den Schaft insbesondere geradlinig verlängernden Position.

Die mechanisch starre Verbindung des ersten Maulteils mit dem Schaft vermeidet eine Zu leitung elektrischer Leistung über ein Gelenk hinweg. Damit können elastische elektrische Leitungen oder Schleifkontakte und die damit einhergehenden Risiken und Nachteile ver mieden werden. Zu den vermiedenen Risiken und Nachteilen einer Zuleitung elektrischer Leistung über eine elastische elektrische Leitung oder einen Schleifkontakt zählen Materi alermüdung, Abrieb, Korrosion und Kontaktwiderstände.

Ferner kann durch die mechanisch starre Verbindung des ersten Maulteils mit dem distalen Ende eines Schafts eine mechanisch robustere und einfachere Konstruktion ermöglicht werden. Der Entfall eines Gelenks zwischen dem ersten Maulteil und dem Schaft kann durch eine vereinfachte Konstruktion auch eine vollständigere und einfachere Reinigung ermöglichen.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist insbe sondere die gesamte zweite Greiffläche elektrisch isolierend ausgebildet.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist insbe sondere die gesamte Oberfläche des zweiten Maulteils elektrisch isolierend ausgebildet.

Eine elektrisch isolierende Ausgestaltung der gesamten zweiten Greiffläche an dem zwei ten Maulteil oder der gesamten äußeren Oberfläche des zweiten Maulteils kann das Risiko einer Ausbildung unerwünschter Strompfade über das zweite Maulteil, die den Erfolg einer elektrochirurgischen Maßnahme gefährden können, vermindern.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, sind ins besondere ein oder mehrere elektrisch isolierende Bereiche oder Abschnitte des ersten Maulteils und/oder des zweiten Maulteils insbesondere teilweise oder vollständig aus Ke ramik, Glas, Kunststoff, einem Elastomer oder beschichtetem, insbesondere elektrisch iso lierend beschichtetem Metall gebildet.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, umfasst insbe sondere ferner eine Nut in der ersten Greiffläche.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, umfasst insbe sondere ferner eine Nut in der zweiten Greiffläche.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, umfasst insbe sondere ferner eine Schneideinrichtung, die zwischen dem ersten Maulteil und dem zwei ten Maulteil bewegbar ist, zum mechanischen Durchtrennen von zwischen dem ersten Maulteil und dem zweiten Maulteil gehaltenen Gewebe.

Die Schneideinrichtung ist insbesondere in Längsrichtung der Maulteile bewegbar. Die parallel zu der vorgesehenen Bewegungsrichtung sich erstreckenden Ränder der Schneid einrichtung können in eine Nut in der ersten Greiffläche und/oder in eine Nut in der zwei ten Greiffläche eingreifen und auf diese Weise mechanisch geführt sein. Eine Schneide an dem distalen Ende der Schneideinrichtung kann gerade und dabei orthogonal zu der vorge sehenen Bewegungsrichtung oder schräg zu dieser angeordnet sein, um ein Durchtrennen von Gewebe zu vereinfachen. Alternativ kann die Schneide gekrümmt oder geschwungen sein, wobei sie insbesondere zumindest teilweise schräg, das heißt nicht orthogonal zu der vorgesehenen Bewegungsrichtung verläuft. Die Schneide der Schneideinrichtung erstreckt sich insbesondere im Wesentlichen von dem ersten Maulteil zu dem zweiten Maulteil.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, umfasst insbe sondere einen Schneiddraht oder eine Schneiddrahtschlinge als monopolare oder bipolare elektrochirurgische Schneideinrichtung, die zwischen dem ersten Maulteil und dem zwei ten Maulteil angeordnet ist, zum elektrochirurgischen Durchtrennen von zwischen dem ersten Maulteil und dem zweiten Maulteil gehaltenen Gewebe.

Der Schneiddraht oder die Schneiddrahtschlinge ist insbesondere relativ zu beiden Maul teilen bewegbar. Der Schneiddraht oder die Schneiddrahtschlinge ist insbesondere in einer Richtung parallel zu der Längsrichtung der Maulteile bewegbar. Alternativ oder zusätzlich kann der Schneiddraht oder die Schneiddrahtschlinge in einer Richtung orthogonal zu der Längsrichtung der geschlossenen Maulteile bewegbar sein.

Beispielsweise ist der Schneiddraht an einem distalen Ende eines Maulteils starr, das heißt nicht in seiner Längsrichtung bewegbar befestigt und nimmt in einer Ruheposition eine bo genförmig, rund oder eckig V- oder U-förmige Gestalt an. Dabei kann der Schneiddraht an einem konkaven Oberflächenbereich des Maulteils anliegen oder in einer Nut in einem konkaven Oberflächenbereich des Maulteils teilweise oder vollständig verborgen sein. Durch mechanischen Zug an einem proximalen Bereich des Schneiddrahts kann der Schneiddraht gespannt und damit aus seiner V- oder U-förmigen Gestalt in eine gerade Ge stalt überführt werden bis er an dem gegenüberliegenden Maulteil anliegt oder fast anliegt. Dabei kann er Gewebe zwischen den Maulteilen elektrochirurgisch durchtrennen.

Die elektrochirurgische Schneideinrichtung ist insbesondere als monopolare elektrochirur gische Schneideinrichtung ausgebildet, wobei eine großflächige Neutral elektrode außen am Körper des Patienten den Stromkreis schließt. Alternativ oder zusätzlich kann die erste Elektrode und/oder die zweite Elektrode als Gegenelektrode verwendet werden.

Eine Schneideinrichtung zwischen den Maulteilen kann nach einem elektrochirurgischen Verschließen eines Blutgefäßes oder eines anderen Hohlorgans dessen Durchtrennung er möglichen. Das Verschließen und Durchtrennen kann deshalb besonders sicher und schnell nacheinander erfolgen.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist insbe sondere zumindest entweder die erste Elektrode oder die zweite Elektrode oder ein elek- trisch isolierender Oberflächenbereich des ersten Maulteils oder die zweite Greiffläche des zweiten Maulteils teilweise oder vollständig mit einer die mechanische Anhaftung von Ge webe reduzierenden Beschichtung versehen.

Eine die Anhaftung von Gewebe reduzierende oder verhindernde Beschichtung kann die Handhabung und Anwendung des bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs zuverlässiger und sicherer machen.

Die erste Elektrode und die zweite Elektrode sind insbesondere Oberflächenbereiche an Elektrodenbauteilen, die aus einem Material gebildet sind, dessen Wärmeleitfähigkeit möglichst groß ist, insbesondere größer als 10 Wm^K 1 (beispielsweise Stahl) oder größer als 100 Wm^K 1 (beispielsweise Silber, Gold oder elektrisch leitfähig dotierter oder be schichteter Diamant).

Eine gute Wärmeabfuhr von der Elektrode durch ein hoch wärmeleitfähiges Elektroden bauteil kann einer Erwärmung von an der Elektrode anliegendem Gewebe und einer da durch hervorgerufenen Anhaftung des Gewebes an der Elektrode entgegenwirken.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, sind die erste Elektrode und die zweite Elektrode insbesondere nebeneinander und parallel zueinan der an der ersten Greiffläche angeordnet.

Die erste Elektrode und die zweite Elektrode sind jeweils insbesondere im Wesentlichen streifenförmig oder schmal rechteckig und erstrecken sich parallel zu der Haupterstre ckungsrichtung des ersten Maulteils. Die Anordnung beider Elektroden nebeneinander und parallel zueinander kann eine Stromflussrichtung im Gewebe eines elektrochirurgischen zu verschließenden Hohlorgans parallel zu der ersten Greiffläche und orthogonal zum Quer schnitt des Hohlorgans ermöglichen. Die so erzielbaren Stromdichteverteilungen können ein besonders schnelles und besonders sicheres Verschließen des Hohlorgans ermöglichen, insbesondere ohne ein Anhaften von Gewebe an den Elektroden.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, sind die erste Elektrode und die zweite Elektrode insbesondere an oder nahe von einander abge-

wandten Längsrändern der ersten Greiffläche angeordnet sind, wobei die erste Greiffläche zwischen der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode vollständig elektrisch isolierend ausgebildet ist.

Die Längsränder sind diejenigen Randabschnitte der Greiffläche, die sich parallel zu einan der und zu der Haupterstreckungsrichtung des ersten Maulteils und damit orthogonal zu der Schwenkachse erstrecken. Die Elektroden sind entweder unmittelbar an den Längsrän dern der Greiffläche angeordnet, bilden also die Längsränder der Greiffläche, oder weisen Abstände von den Längsrändern der ersten Greiffläche auf, die kleiner oder wesentlich kleiner (kleiner als eine Hälfte oder ein Drittel oder ein Fünftel oder ein Zehntel) als die Breiten der Elektroden sind.

Die Anordnung der Elektroden an oder nahe den Längsrändem der ersten Greiffläche und die vollständig elektrisch isolierende Ausgestaltung der Greiffläche zwischen den Elektro den ermöglicht einen großen Abstand zwischen den Elektroden, so dass der das Gewebe durchfließende und erwärmende Strom über eine vergleichsweise große Distanz im Gewe be fließen kann. Damit kann ein Hohlorgan in einem vergleichsweise breiten Streifen ver schlossen oder anderes Gewebe in einem vergleichsweise breiten Streifen versiegelt wer den.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist bei der vorgesehenen Verwendung der Flächeninhalt der ersten Elektrode und der Flächeninhalt der zweiten Elektrode jeweils insbesondere größer als der Querschnitt von in der vorgese henen Weise zwischen den Maulteilen gegriffenem oder gequetschtem Gewebe während der vorgesehenen elektrochirurgischen Behandlung.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist bei der vorgesehenen Verwendung die Breite der streifenförmigen ersten Elektrode und die Breite der streifenförmigen zweiten Elektrode insbesondere jeweils größer als die Dicke von in der vorgesehenen Weise zwischen den Maulteilen gegriffenem oder gequetschtem Gewebe während der vorgesehenen elektrochirurgischen Behandlung.

Die vorgesehene Verwendung des bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs und die ma ximale Querschnittsfläche und Dicke von dabei in der vorgesehenen Weise zwischen den Maulteilen gegriffenem und gequetschtem Gewebe sind insbesondere durch das Zulas sungsverfahren und die Spezifikation des bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs ein deutig definiert.

Wenn die Flächeninhalte oder Breiten beider Elektroden größer oder deutlich (insbesonde re um mindestens 20 % oder 50 % oder um einen Faktor 2, 3, 5, 10 oder 20) größer ist als die Querschnittsfläche oder Dicke des gegriffenen und/oder gequetschten Gewebes, ist die Strom dichte in dem gegriffenen und gequetschten Gewebe um einen entsprechenden Fak tor größer als in dem an den Elektroden anliegenden Gewebe. Die Erwärmung und Verän derung des Gewebes kann deshalb weitgehend auf den gegriffenen und gequetschten Be reich beschränkt sein. Indem an den Elektroden anliegendes Gewebe nicht oder allenfalls geringfügig erwärmt und verändert wird, kann auch ein Anhaften von Gewebe an den Elektroden verhindert oder deutlich vermindert werden.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, liegt die Breite der streifenförmigen ersten Elektrode und die Breite der streifenförmigen zweiten Elektrode jeweils insbesondere im Bereich von 0,3 mm bis 5 mm.

Bei der vorgesehenen Verwendung eines bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs, wie es hier beschrieben ist, liegt die Dicke von in der vorgesehenen Weise zwischen den Maul teilen gegriffenem oder gequetschtem Gewebe während der vorgesehenen elektrochirurgi schen Behandlung insbesondere im Bereich von 0,05 mm bis 0,4 mm.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, umfasst insbe sondere ferner einen konvexen Oberflächenbereich zwischen der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode, der in Richtung zu dem zweiten Maulteil hin vorsteht.

Der konvexe Oberflächenbereich ist beispielsweise stegförmig oder wulstförmig mit einem im Wesentlichen rechteckigen, trapezförmigen oder abgerundeten Querschnitt. Der konve xe Oberflächenbereich ist insbesondere elektrisch isolierend ausgebildet.

Der konvexe Oberflächenbereich kann ein Komprimieren oder Quetschen von Gewebe in einem Bereich zwischen den Elektroden ermöglichen. Dadurch kann die Stromdichte in dem komprimierten oder gequetschten Bereich wesentlich höher als an den Elektroden sein. Dadurch kann die elektrochirurgische Wirkung auf den durch den konvexen Oberflä chenbereich komprimierten oder gequetschten Gewebebereich begrenzt und das Anhaften von Gewebe an den Elektroden verhindert oder vermindert sein.

Die Geometrie des konvexes Oberflächenbereichs definiert im Wesentlichen einen Versie gelungsbereich oder Versiegelungsstreifen, in dem durch Kompression des Gewebes die Strom dichte so hoch ist und in der Folge das Gewebe so weit erwärmt wird, dass es ver schmilzt oder verschweißt wird oder versiegelt wird. Die Breite des konvexen Oberflä chenbereichs oder eines Plateaus des konvexen Oberflächenbereichs definiert im Wesentli chen die Breite dieses Versiegelungsbereichs. In dem häufigen Fall einer mechanischen oder elektrochirurgischen Durchtrennung des Gewebes nach dem Verschmelzen oder Ver schweißen oder Versiegeln hat sich eine Breite des Versiegelungsbereichs auf jeder Seite des nachfolgenden Schnitts in der Größenordnung von 1 mm (insbesondere zwischen 0,8 mm und 1,2 mm) bewährt, insbesondere, wenn das Gewebe ein Blutgefäß oder ein an deres Hohlorgan ist, das zuverlässig verschlossen werden soll. Die Gesamtbreite des kon vexen Oberflächenbereichs oder von einem Plateau des konvexen Oberflächenbereichs be trägt damit insbesondere zwischen 1,6 mm und 2,4 mm.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, umfasst insbe sondere ferner einen elastischen Bereich an der ersten Greiffläche zwischen der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist der konvexe Oberflächenbereich insbesondere durch ein elastisches Bauteil gebildet.

Ein elastischer Bereich an der ersten Greiffläche und insbesondere ein elastischer konvexer Oberflächenbereich zwischen den Elektroden können eine elastische Anpassung an mittels des Werkzeugs gegriffenes oder gequetschtes Gewebe ermöglichen. Diese kann eine

gleichmäßige Druckverteilung im Gewebe fördern und eine lokale Überlastung des Gewe bes verhindern.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist der konvexe Oberflächenbereich insbesondere durch ein Bauteil gebildet, das Silikon, ein Elas tomer oder einen anderen Kunststoff, Keramik, Glas oder beschichtetes, insbesondere elek trisch isolierend beschichtetes Metall aufweist.

Der konvexe Oberflächenbereich ist insbesondere durch ein Bauteil aus Silikon (Silikon kautschuk, Silikonelastomer oder Silikonharz) mit einer Shore A-Härte im Bereich von 60 bis 80 gebildet. Die elastischen Eigenschaften von Silikon sind innerhalb eines weiten Be reichs und gut reproduzierbar einstellbar. Außerdem kann Silikon eine ausreichende elek trische Durchschlagfestigkeit in der Größenordnung von 20 kV/mm aufweisen.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist der konvexe Oberflächenbereich insbesondere durch ein Bauteil gebildet, das ein Material mit einer geringeren thermischen Leitfähigkeit aufweist.

Die Wärmeleitfähigkeit des den konvexen Oberflächenbereich bildenden Bauteils beträgt deutlich weniger als 1 WnüK 1, insbesondere weniger als 0,25 Wrrf'lC' und bevorzugt höchstens 0,2 WnüK 1 oder höchstens 0,15 Wrrf'lC1 oder höchstens 0,1 Wrrf'lC1.

Eine geringe thermische Leitfähigkeit verringert den Abfluss von Wärme aus dem durch den konvexen Oberflächenbereich komprimierten und elektrochirurgisch behandelten Ge webebereich und kann so zu einer Konzentration der elektrochirurgischen Wirkung auf den komprimierten Bereich beitragen.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist zumin dest entweder die erste Elektrode oder die zweite Elektrode von dem konvexen Oberflä chenbereich beabstandet.

Eine Beabstandung der Elektroden von dem konvexen Oberflächenbereich kann bewirken, dass das Gewebe im Bereich der Elektroden einen deutlich größeren Querschnitt aufweist als in dem durch den konvexen Oberflächenbereich komprimierten Gebiet. Deshalb kön nen die Stromdichte und die elektrochirurgische Wirkung auf den durch den konvexen Oberflächenbereich komprimierten Bereich konzentriert werden und an den Elektroden deutlich kleiner sein. Dies kann Zuverlässigkeit und Qualität der elektrochirurgischen Maßnahme deutlich verbessern und das Risiko eines Anhaftens von Gewebe an den Elek troden verringern.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, umfasst der konvexe Oberflächenbereich insbesondere eine Schneide zum mechanischen Durch trennen von Gewebe.

Der konvexe Oberflächenbereich und die Schneide sind insbesondere so ausgebildet, dass bei Ausübung einer ersten, geringeren vorbestimmten Zuhaltekraft ein elektrochirurgisches Verschließen eines Hohlorgans und bei einer zweiten, höheren vorbestimmten Zuhaltekraft ein mechanisches Durchtrennen des zuvor verschlossenen Hohlorgans möglich ist.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist der konvexe Oberflächenbereich insbesondere dachförmig ausgebildet.

Eine dachförmige Ausgestaltung mit einer Kante, die am weitesten zu dem zweiten Maul-teil hin vorsteht, und zwei beiderseits der Kante abfallenden Flächen kann ein Quetschen von Gewebe derart ermöglichen, dass dessen Querschnitt oder Dicke beiderseits bis zu der Kante kontinuierlich abnimmt und an der Kante minimal ist. Es resultiert eine Stromdichte, die beiderseits der Kante zu der Kante hin zunimmt. Diese Strom dichte kann eine Tempe raturverteilung bewirken, die beiderseits der Kante in vorbestimmten oder von den jeweili gen Bedingungen einer elektrochirurgischen Maßnahme abhängigen Abständen von der Kante eine Koagulation und einen Verschluss eines Hohlorgans und im Bereich der Kante eine so starke Erwärmung bewirken kann, dass im Bereich der Kante das Gewebe durch trennt wird.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, umfasst insbe sondere ferner einen konvexen Oberflächenbereich an der zweiten Greiffläche des zweiten Maulteils, der zu der ersten Greiffläche des ersten Maulteils hin vorsteht.

Der konvexe Oberflächenbereich an der zweiten Greiffläche des zweiten Maulteils kann ähnliche oder gleiche Eigenschaften, Merkmale und Funktionen wie der beschriebene kon vexe Oberflächenbereich an der ersten Greiffläche des ersten Maulteils aufweisen. Das bi polare elektrochirurgische Werkzeug kann entweder nur an der ersten Greiffläche an dem ersten Maulteil oder nur an der zweiten Greiffläche an dem zweiten Maulteil einen konve xen Oberflächenbereich oder an beiden Greifflächen an beiden Maulteilen jeweils einen konvexen Oberflächenbereich aufweisen. Wenn beide Greifflächen an beiden beiden Maulteilen jeweils einen konvexen Oberflächenbereich aufweisen, können deren Quer schnitte spiegelsymmetrisch oder unterschiedlich ausgestaltet sein. Ferner können die kon vexen Oberflächenbereiche aus Bauteilen aus gleichen oder unterschiedlichen Materialien gebildet sein.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist der konvexe Oberflächenbereich an der zweiten Greiffläche des zweiten Maulteils insbesonde re so angeordnet und ausgebildet, dass er auch im geschlossenen Zustand des Werkzeugs weder die erste Elektrode noch die zweite Elektrode berühren kann.

Der durch den konvexen Oberflächenbereich an der zweiten Greiffläche des zweiten Maul teils komprimierte oder gequetschte Gewebebereich reicht somit nicht bis zu den Elektro den. Von dem Werkzeug gegriffenes und gequetschtes Gewebe kann deshalb in der Nähe der Elektrodenweniger komprimiert als im Bereich des konvexen Oberflächenbereichs. Deshalb sind die Querschnitte des Gewebes im Bereich der Elektroden deutlich größer als bei dem konvexen Oberflächenbereich. Es resultiert eine geringere Stromdichte an den Elektroden und eine höhere Stromdichte in dem durch den konvexen Oberflächenbereich komprimierten Gewebebereich.

Bei einem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, ist der konvexe Oberflächenbereich an der zweiten Greiffläche des zweiten Maulteils insbesonde re durch ein Bauteil aus einem elastischen Material gebildet.

Ein bipolares elektrochirurgisches Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, umfasst insbe sondere ferner einen Sensor zur Erfassung einer Temperatur oder eines mechanischen Drucks oder einer Farbe oder einer Lichtintensität von reflektiertem oder transmittiertem Licht oder einer anderen physikalischen Größe, um eine elektrochirurgische Maßnahme oder deren Arbeitsergebnis zu steuern oder zu überwachen oder zu prüfen.

Der Sensor kann zur Erfassung eines Lichtspektrums, beispielsweise eines Spektrums von reflektiertem oder transmittiertem Licht und/oder zur Erfassung von Licht bei einer oder mehreren vorbestimmten Wellenlängen oder in einem oder mehreren schmalen Wellenlän genbereichen vorgesehen und ausgebildet sein. Eine Steuerung, Regelung oder Überwa chung einer elektrochirurgischen Maßnahme mit einem Sensor kann die Zuverlässigkeit des Verfahrens und die Reproduzierbarkeit des Arbeitsergebnisses deutlich verbessern.

Ein bipolares elektrochirurgisches Instrument umfasst einen Schaft und ein bipolares elek trochirurgisches Werkzeug, wie es hier beschrieben ist, wobei das bipolare elektrochirurgi sche Werkzeug mit einem distalen Ende des Schafts verbunden oder verbindbar ist.

Das bipolare elektrochirurgische Werkzeug ist mit dem distalen Ende des Schafts insbe sondere mechanisch starr verbunden oder verbindbar. Die mechanische Verbindung zwi schen dem bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug und dem distalen Ende des Schafts kann dauerhaft, das heißt, mit den medizinischem Personal zur Verfügung stehenden Mit teln nicht zerstörungsfrei lösbar, oder mit den medizinischem Personal zur Verfügung ste henden Mitteln zerstörungsfrei und reversibel lösbar sein.

Kurzbeschreibung der Figuren

Nachfolgend werden Ausführungsformen anhand der beigefügten Figuren näher erläutert.

Es zeigen:

Figur 1 eine schematische Darstellung eines distalen Endes eines bipolaren elektrochirur- gi sehen Instruments;

Figur 2 eine weitere schematische Darstellung des distalen Endes des bipolaren elektro- chirurgischen Instruments aus Figur 1;

Figur 3 eine schematische Darstellung eines Querschnitts des bipolaren elektrochirurgi- schen Werkzeugs des Instruments aus den Figuren 1 und 2

Figur 4 eine schematische Darstellung eines distalen Endes eines weiteren bipolaren elek- trochirurgi sehen Instruments;

Figur 5 eine schematische Darstellung eines Querschnitts eines weiteren bipolaren elek- trochirurgi sehen Werkzeugs;

Figur 6 eine schematische Darstellung eines Querschnitts eines weiteren bipolaren elek- trochirurgi sehen Werkzeugs;

Figur 7 eine schematische Darstellung eines Werkzeugs eines weiteren bipolaren elektro- chirurgischen Instruments;

Figur 8 eine schematische Darstellung eines Werkzeugs eines weiteren bipolaren elektro- chirurgischen Instruments;

Figur 9 eine weitere schematische Darstellung des Werkzeugs aus Figur 8;

Figur 10 eine schematische Darstellung eines Querschnitts des Werkzeugs aus den Figuren 8 und 9;

Figur 11 eine schematische Darstellung eines Querschnitts eines weiteren Werkzeugs;

Figur 12 eine weitere schematische Darstellung des Querschnitts des Werkzeugs aus Figur 11

Beschreibung der Ausführungsformen

Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines distalen Endes 13 eines bipolaren elek-trochirurgi sehen Instrument 10. Das bipolare elektrochirurgische Instrument 10 weist einen Schaft 11 auf, der gerade oder gekrümmt, starr oder flexibel ausgebildet sein kann. Ein proximales Ende des Schafts 11 ist mit einer Handhabungseinrichtung verbunden oder ver bindbar, die in Figur 1 nicht dargestellt ist. Ein distales Ende 12 des Schafts 11 ist mit ei nem bipolaren elektrochirurgi sehen Werkzeug 20 dauerhaft verbunden oder zerstörungsfrei lösbar verbindbar. Das bipolare elektrochirurgische Werkzeug 20 bildet das distale Ende 13 des bipolaren elektrochirurgi sehen Instruments 10.

Das bipolare elektrochirurgische Werkzeug 20 umfasst eine erste Branche oder ein erstes Maulteil 30 mit einer ersten Greiffläche 31 und eine zweite Branche oder ein zweites Maulteil 40 mit einer zweiten Greiffläche 41. Die erste Greiffläche 31 an dem ersten Maul teil 30 ist dem zweiten Maulteil 40 zugewandt. Die zweite Greiffläche 41 an dem zweiten Maul teil 40 ist dem ersten Maul teil 30 zugewandt. Das proximale Ende des zweiten Maul-teils 40 ist über ein Gelenk 50 mit dem übrigen bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug 20 schwenkbar verbunden. Das Gelenk 50 definiert eine Schwenkachse 58 orthogonal zu der Längsachse des Schafts 11, orthogonal zu der Zeichenebene der Figur 1 und orthogonal zu den Haupterstreckungsrichtungen der Maulteile 30, 40.

In dem Schaft 11 ist eine in Figur 1 nicht dargestellte Kraftübertragungseinrichtung ange ordnet, die sich von dem proximalen Ende des Schafts 11 bis zu dem bipolaren elektrochir urgischen Werkzeug 20 erstreckt. Das distale Ende der Kraftübertragungseinrichtung ist derart mit dem zweiten Maulteil 40 gekoppelt, dass eine an der in Figur 1 nicht dargestell ten Handhabungseinrichtung bewirkte Bewegung der Kraftübertragungseinrichtung eine Schwenkbewegung des zweiten Maulteils 40 um die durch das Gelenk 50 definierte

Schwenkachse 58 relativ zu dem distalen Ende 12 des Schafts 11 und zu dem ersten Maul teil 30 bewirkt.

In Figur 1 ist das bipolare elektrochirurgische Werkzeug 20 in einer offenen Konfiguration gezeigt. Ausgehend von der in Figur 1 gezeigten offenen Konfiguration kann das zweite Maulteil 40 auf das erste Maulteil 30 zu bewegt werden. Dabei kann Gewebe zwischen den Maulteilen 30, 40 gegriffen, gehalten oder gequetscht werden.

Das bipolare elektrochirurgische Werkzeug 20 umfasst eine Nut 37 in der ersten Greifflä-che 31 an dem ersten Maulteil 30 und eine Nut 47 in der zweiten Greiffläche 41 an dem zweiten Maulteil 40. Beide Nuten 37, 47 sind bei der Darstellung in Figur 1 an sich nicht sichtbar. Deshalb sind lediglich die Konturen der Nuten in Figur 1 durch gestrichelte Lini en angedeutet.

Das bipolare elektrochirurgische Instrument 20 umfasst ein Skalpell 70, das auch dann, wenn die Maulteile 30, 40 aneinander anliegen, in den Nuten 37, 47 bewegt werden kann. Dabei ist das Skalpell 70 durch die Nuten 37, 47 geführt. Ein aus der Nut 37 in der ersten Greiffläche 31 an dem ersten Maulteil 30 herausragender Teil des Skalpells 70 ist in Figur 1 sichtbar und mit durchgezogener Linie dargestellt. Ein in der Nut 37 in dem ersten Maul teil 30 verborgener Teil des Skalpells 70 ist in Figur 1 in kurz gestrichelter Linie darge stellt.

Das Skalpell 70 ist in Figur 1 in kurz gestrichelten Linien nach proximal fortgesetzt darge stellt, um anzudeuten, dass das Skalpell 70 vom proximalen Ende des Instruments 10 her gesteuert bewegt werden kann. Die mechanische Kopplung zwischen einer Handhabungs einrichtung des Instruments 10 und dem Skalpell 70 kann jedoch nicht nur durch eine un mittelbare Fortsetzung des das Skalpell 70 bildenden Bauteils nach proximal, sondern auch auf andere Weise erfolgen.

Das Skalpell 70 weist eine Schneide 71 auf, die bei dem dargestellten Beispiel relativ zu der vorgesehenen Bewegungsrichtung des Skalpells 70 geneigt ist. In Figur 1 befinden das Skalpell 70 und die Schneide 71 sich in einer Position, in der das Skalpell 70 zwischen ge- schlossenen Maulteilen 30, 40 gefasstes Gewebe bereits teilweise durchtrennt hätte. In die ser Position ist das Skalpell 70 in Figur 1 besser sichtbar. Bei der vorgesehenen Verwen dung des bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs 20 verbleibt das Skalpell 70 jedoch in einer vorbestimmten proximalen Position, in der die Schneide 71 nicht exponiert ist und kein Gewebe berühren kann, solange die Maulteile 30, 40 nicht geschlossen sind.

Figur 2 zeigt eine weitere schematische Darstellung des distalen Endes 13 des anhand der Figur 1 dargestellten bipolaren elektrochirurgischen Instruments 10. Die Art der Darstel lung in Figur 2 entspricht derjenigen der Figur 1. In Figur 2 ist das bipolare elektrochirur-gische Werkzeug 20 jedoch in einer Konfiguration dargestellt, die von der in Figur 1 dar gestellten Konfiguration abweicht.

Bei der in Figur 2 dargestellten Konfiguration des bipolaren elektrochirurgischen Werk zeugs 2 sind die Maulteile 30, 40 geschlossen, die Greifflächen 31, 41 der Maulteile 30, 40 berühren einander oder liegen einander in einem kleinen Abstand gegenüber. Bei der in Fi gur 2 gezeigten Konfiguration oder Situation ist ferner das Skalpell 70 in der beschriebe nen vorbestimmten proximalen Position angeordnet, in der die Schneide 71 nicht exponiert ist.

Bei der in Figur 2 dargestellten Konfiguration bzw. Situation kann Gewebe, beispielsweise ein Blutgefäß oder ein anderes Hohlorgan, zwischen den Maulteilen 30, 40 gefasst und komprimiert oder gequetscht sein. Dieses kann mittels des bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs 20 wie nachfolgend anhand der Figur 3 beschrieben, elektrochirurgisch verän dert werden, um beispielsweise das Hohlorgan zu verschließen. Danach kann das Skalpell 70 ausgehend von der in Figur 2 gezeigten Position nach distal bewegt werden, um das Ge webe zu durchtrennen.

Figur 3 zeigt eine schematische und vergrößerte Darstellung eines Schnitts entlang der in Figur 2 angedeuteten Schnittebene III-III durch das in Figur 2 gezeigte bipolare elektro-chirurgische Werkzeug 20. Die Schnittebene III-III der Figur 3 ist orthogonal zu den Zei chenebenen der Figuren 1 und 2 und orthogonal zu einer Haupterstreckungsrichtung der Maul teile 30, 40.

In Figur 3 sind die jeweils im Wesentlichen halbkreisförmigen Querschnitte der Maulteile 30, 40 erkennbar. Das erste Maulteil 30 ist aus zwei Bauteilen 34, 35 gebildet, die dauer haft und starr mechanisch verbunden sind, insbesondere durch Schweißen oder Kleben oder auf eine andere stoffschlüssige Weise. Bei dem dargestellten Beispiel ist das von der ersten Greiffläche 31 beabstandete erste Bauteil 34 aus Metall gebildet und das die Greif-fläche 31 bildende zweite Bauteil 35 aus einem elektrisch isolierenden Material.

In dem zweiten Bauteil 35 des ersten Maulteils 30 ist die bereits anhand der Figuren 1 und 2 beschriebene Nut 37 im Querschnitt erkennbar.

Ferner sind an die erste Greiffläche 31 angrenzend zwei Elektrodenbauteile 61, 62 in das elektrisch isolierende zweite Bauteil 35 eingebettet. Freiliegende Oberflächenbereiche der Elektrodenbauteile 61, 62 bilden Elektrodenflächen 63, 64. Die Elektrodenbauteile 61, 62 und die von ihnen gebildeten Elektrodenflächen 63, 64 sind jeweils im Wesentlichen strei fenförmig ausgebildet und parallel zueinander und zu der Haupterstreckungsrichtung des ersten Maul teils 30 angeordnet.

Die Elektrodenflächen 63, 64 ermöglichen bei unmittelbarem Kontakt mit Gewebe einen Übertritt von elektrischem Strom von dem ersten Elektrodenbauteil 61 in das Gewebe und von dem Gewebe in das zweite Elektrodenbauteil 62 oder umgekehrt. Zwischen den Elek trodenbauteilen 61, 62 durch Gewebe zwischen den Greifflächen 31, 41 fließender elektri scher Strom fließt im Wesentlichen parallel zu den Greifflächen 31, 41 der Maulteile 30,

40 und orthogonal zu den Haupterstreckungsrichtungen der Maulteile 30, 40.

Die Elektrodenbauteile 61, 62 sind aus einem Material gebildet, dessen Wärmeleitfähigkeit möglichst groß ist, insbesondere größer als 10 WnüK 1 (beispielsweise Stahl) oder größer als 100 Wm 1K 1 (beispielsweise Silber, Gold oder elektrisch leitfähig dotierter oder be schichteter Diamant). Eine gute Wärmeleitfähigkeit der Elektrodenbauteile 61, 62 ermög licht eine gute Wärmeabfuhr von den Elektrodenflächen 63, 64 weg. Deshalb bleiben die Temperaturen der Elektrodenflächen 63, 64 und von an den Elektrodenflächen 63, 64 an liegendem Gewebe niedrig. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Anhaftung von Gewebe an den Elektrodenflächen 63, 64.

Das zweite Maulteil 40 ist bei dem dargestellten Beispiel ebenfalls aus zwei Bauteilen 44, 45 gebildet. Die Bauteile 44, 45 des zweiten Maulteils 40 sind bei dem dargestellten Bei spiel formschlüssig, nämlich durch schwalbenschwanzförmige Querschnitte, miteinander mechanisch verbunden. Alternativ oder zusätzlich können die Bauteile 44, 45 des zweiten Maulteils 40 stoffschlüssig miteinander verbunden sein, beispielsweise durch Schweißen oder Kleben.

Die bereits erwähnte Nut 47 in der zweiten Greiffläche 41 an dem zweiten Maulteil 40 ist ausschließlich in dem zweiten Bauteil 45 des zweiten Maulteils 40 gebildet. In Figur 3 ist erkennbar, dass das Skalpell 70 mit der Schneide 71 in den Nuten 37, 47 in den Maulteilen 30, 40 spiel- und reibungsarm geführt ist.

Bei dem dargestellten Beispiel ist das erste Bauteil 44 des zweiten Maulteils 40 aus Metall gebildet, das zweite Bauteil 45 des zweiten Maulteils 40 ist aus einem elektrisch isolieren den Material gebildet. Das zweite Maulteil 40 weist keine Elektroden auf.

Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung eines distalen Endes 13 eines weiteren bipola ren elektrochirurgischen Instruments 10, das in einigen Merkmalen, Eigenschaften und Funktionen dem anhand der Figuren 1 bis 3 dargestellten Instrument ähneln kann. Die Art der Darstellung in Figur 4 entspricht derjenigen der Figuren 1 und 2. Nachfolgend sind ins besondere Merkmale, Eigenschaften und Funktionen des in Figur 4 gezeigten Instruments 10, in denen dieses sich von dem anhand der Figuren 1 bis 3 dargestellten Instrument un terscheidet, beschrieben.

Das in Figur 4 gezeigte Instrument 10 umfasst ein bipolares elektrochirurgisches Werk zeug 20 an seinem distalen Ende 13, das sich von dem anhand der Figuren 1 bis 3 darge stellten bipolaren elektrochirurgischen Werkzeug einerseits durch eine etwas andere Aus gestaltung der Umgebung des Gelenks 50 und andererseits vor allem durch die Anordnung der Greifflächen 31, 41 unterscheidet. Bei der in Figur 4 gezeigten Situation berühren die Greifflächen 31, 41 der Maulteile 30, 40 einander nur am distalen Ende der Maulteile 30, 40. Die Greifflächen 31, 41 bilden einen kleinen Winkel von wenigen Grad. Dies bewirkt, dass, wenn Gewebe zwischen den Greifflächen 31, 41 angeordnet und komprimiert ist, die Dicke dieses Gewebes anders als bei dem Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 3 von proximal nach distal weniger stark zunimmt oder sogar konstant ist.

Figur 5 zeigt eine schematische Darstellung eines Schnitts durch Maulteile 30, 40 eines weiteren bipolaren elektrochirurgi sehen Werkzeugs, das in einigen Merkmalen, Eigen schaften und Funktionen den anhand der Figuren 1 bis 4 dargestellten Werkzeugen ähnelt. Die Art der Darstellung, insbesondere die Schnittebene, entspricht derjenigen der Figur 3. Nachfolgend sind insbesondere Merkmale, Eigenschaften und Funktionen des in Figur 5 gezeigten bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs 20 beschrieben, in denen dieses sich von den anhand der Figuren 1 bis 4 dargestellten Werkzeugen unterscheidet.

Der Querschnitt des ersten Maulteils 30 des in Figur 5 gezeigten bipolaren elektrochirurgi schen Werkzeugs 20 ähnelt weitgehend dem anhand der Figur 3 dargestellten Querschnitt. Bei dem dargestellten Beispiel ist lediglich der Querschnitt des ersten Maulteils 30 etwas flacher, und die Nut 37 in dem ersten Maulteil 30 ist weniger tief.

Ähnlich wie bei dem anhand der Figur 3 dargestellten Beispiel umfasst das zweite Maulteil 40 ein erstes Bauteil 44 aus einem Metall, das das zweite Maulteil 40 steifer macht. Ähn lich wie bei dem anhand der Figur 3 dargestellten Beispiel ist die gesamte zweite Greifflä-che 41 an dem zweiten Maulteil 40 - einschließlich des konvexen Bereichs 42 - durch ein Bauteil 45 aus einem elektrisch isolierenden Material gebildet.

Das zweite Maulteil 40 des in Figur 5 gezeigten bipolaren elektrochirurgischen Werkzeugs 20 unterscheidet sich von dem anhand der Figuren 3 dargestellten dadurch, dass die zweite Greiffläche an dem zweiten Maulteil 40 einen konvexen Bereich 42 aufweist, der in Rich tung zu dem ersten Maulteil 30 ragt. Dieser konvexe Bereich 42 bildet bei dem dargestell ten Beispiel den größten Teil der zweiten Greiffläche 41 an dem zweiten Maulteil.

Das elektrisch isolierende zweite Bauteil 45 des zweiten Maulteils 40 weist einen Quer schnitt mit einem trapezförmigen Abschnitt, der den konvexen Bereich 42 der zweiten Greiffläche 41 bildet, auf. Die schrägen Flanken des konvexen Bereichs 42 der zweiten Greiffläche 41, also die beiden nicht parallelen Seiten des trapezförmigen Abschnitts des Querschnitts des elektrisch isolierenden zweiten Bauteils 45, schließen einen Winkel von ca. 20° ein. Der dem ersten Maulteil 30 zugewandte und bei der in Figur 5 gezeigten Kon figuration oder Situation an der ersten Greiffläche 31 anliegende oder diesem in kleinem Abstand gegenüberliegende plateauförmige Teilbereich 43 des konvexen Bereichs 42 der zweiten Greiffläche 41 an dem zweiten Maulteil 40 ist so schmal, dass er auch in der in Fi gur 5 gezeigten Konfiguration oder Situation nicht mit den Elektrodenflächen 63, 64 über lappt oder diese berührt, sondern von diesen einen Abstand aufweist. Zwischen den Greif-flächen 31, 41 der Maulteile 30, 40 angeordnetes und komprimiertes oder gequetschtes Ge webe ist deshalb im Bereich der Elektrodenflächen 63, 64 nicht oder nur geringfügig ge quetscht und weist große Querschnitte auf, die geringe Stromdichten zur Folge haben.

Der plateauförmige Teilbereich 43 des konvexen Bereichs 42 ist eben oder im Wesentli chen eben und liegt der ersten Greiffläche 31 parallel oder im Wesentlichen parallel gegen über. Bei der vorgesehenen Verwendung des Werkzeugs 20 wird Gewebe mit mechani schen Eigenschaften innerhalb eines vorbestimmten Bereichs mittels einer vorgesehenen Schließkraft der Maulteile 30, 40 zwischen den Greifflächen 31, 41 komprimiert. Bei die ser vorgesehenen Verwendung ist Gewebe im Wesentlichen nur zwischen dem plateauför migen Teilbereich 43 des konvexen Bereichs 42 und der ersten Greiffläche 31 deutlich komprimiert und wird von einer ausreichend hohen Stromdichte durchflossen und ausrei chend erwärmt, damit das Gewebe elektrochirurgisch verschmilzt oder verschweißt wird oder versiegelt wird. Abseits des plateauförmigen Bereichs 43 ist das Gewebe nicht oder deutlich weniger komprimiert. Entsprechend sind dort die Stromdichte und die Erwärmung deutlich geringer, und es der Strom hat keine oder im Wesentlichen keine elektrochirurgi-sche Wirkung. Die Breite des plateauförmigen Teilbereichs bestimmt also die Breite des Versiegelungsbereichs oder Versiegelungsstreifens, innerhalb dessen das Gewebe versie gelt wird. Die Breite des plateauförmigen Teilbereichs liegt insbesondere im Bereich von 1,6 mm bis 2,4 mm.

In dem elektrisch isolierenden zweiten Bauteil 45 des zweiten Maulteils 40 ist die bereits beschriebene Nut 47 vorgesehen, in der das Skalpell 70 spiel- und reibungsarm geführt ist. Bei dem dargestellten Beispiel ist die Nut 47 in dem zweiten Bauteil 45 des zweiten Maul- teils 40 deutlich tiefer als die Nut 37 in dem zweiten Bauteil 35 des ersten Maulteils 30, so-dass das Skalpell 70 überwiegend in dem zweiten Maulteil 40 geführt ist.

Das gesamte elektrisch isolierende zweite Bauteil 45 des zweiten Maulteils 40 oder der konvexe Bereich 42 weist eine geringe Wärmeleitfähigkeit auf, um einen Abfluss von Wärme aus dem Versiegelungsbereich oder Versiegelungsstreifen zu reduzieren und die elektrochirurgische Wirkung in dem Versiegelungsbereich zu erhöhen. Gleiches gilt für das gesamte elektrisch isolierende zweite Bauteil 35 des ersten Maulteils 30 oder dessen Bereich zwischen den Elektrodenbauteilen 61, 62.

Das gesamte elektrisch isolierende zweite Bauteil 45 des zweiten Maulteils 40 oder der konvexe Bereich 42 weist insbesondere Silikonkautschuk, Silikonelastomer oder Silikon harz und eine Shore A-Härte im Bereich von 60 bis 80 auf.

Figur 6 zeigt eine schematische Darstellung eines Schnitts durch Maulteile 30, 40 eines weiteren bipolaren elektrochirurgi sehen Werkzeugs 20, das in einigen Merkmalen, Eigen schaften und Funktionen den anhand der Figuren 1 bis 5 dargestellten Werkzeugen ähnelt. Die Art der Darstellung, insbesondere die Position und Orientierung der in Figur 6 gezeig ten Schnittebene entspricht derjenigen der Figuren 3 und 5. Nachfolgend sind insbesondere Merkmale, Eigenschaften und Funktionen des in Figur 6 gezeigten bipolaren elektrochirur-gischen Werkzeugs 20, in denen dieses sich von den anhand der Figuren 1 bis 5 dargestell ten unterscheidet, beschrieben.

Das in Figur 6 gezeigte bipolare elektrochirurgische Werkzeug 20 unterscheidet sich von dem anhand der Figur 5 dargestellten Werkzeug insbesondere dadurch, dass nicht nur die zweite Greiffläche 41 an dem zweiten Maul teil 40 einen konvexen Bereich 42, sondern auch die erste Greiffläche 31 an dem ersten Maulteil 30 einen konvexen Bereich 32 auf weist. Der konvexe Bereich 32 der ersten Greiffläche 31 an dem ersten Maulteil 30 ist bei dem in Figur 6 dargestellten Beispiel durch einen Abschnitt mit trapezförmigem Quer schnitt des elektrisch isolierenden zweiten Bauteils 35 des ersten Maulteils 30 gebildet. Bei dem dargestellten Beispiel sind die konvexen Bereiche 32, 42 der Greifflächen 31, 41 an den Maulteilen 30, 40 unterschiedlich hoch und unterschiedlich breit. Insbesondere ist ein dem ersten Maulteil 30 zugewandter ebener plateauförmiger Teilbereich 43 des konvexen Bereichs 42 der zweiten Greiffläche 41 an dem zweiten Maulteil 40 breiter als ein dem zweiten Maulteil 40 zugewandter ebener plateauförmiger Teilbereich 33 des konvexen Be reichs 32 der ersten Greiffläche 31 an dem ersten Maulteil 30.

Der konvexe Bereich 32 der ersten Greiffläche 31 an dem ersten Maulteil 30 ist von beiden Elektroden 61, 62 beabstandet. Zwischen den Maulteilen 30, 40 angeordnetes und zwi schen den konvexen Bereichen 32, 42 komprimiertes Gewebe ist in der Umgebung der Elektrodenflächen 63, 64 nicht oder nur geringfügig komprimiert. Deshalb liegen in der Umgebung der Elektrodenflächen 63, 64 deutlich größere Querschnitte und deutlich klei nere Stromdichten vor als zwischen den konvexen Bereichen 32, 42. Damit ist die elektro-chirurgische Wirkung auf das Gewebe im Wesentlichen auf den Bereich zwischen den konvexen Bereichen 32, 42 konzentriert.

Der plateauförmige Teilbereich 33 des konvexen Bereichs 32 der erste Greiffläche 31 und der plateauförmige Teilbereich 43 des konvexen Bereichs 42 der zweiten Greiffläche 41 sind jeweils eben oder im Wesentlichen eben und liegen einander parallel oder im Wesent lichen parallel gegenüber. Bei dem dargestellten Beispiel ist der plateauförmige Teilbe reich 33 des konvexen Bereichs 32 der ersten Greiffläche 31 schmäler als der plateauför mige Teilbereich 43 des konvexen Bereichs 42 der zweiten Greiffläche 41. Die Breite des Versiegelungsbereichs oder Versiegelungsstreifens, innerhalb dessen das Gewebe versie gelt wird, entspricht im Wesentlichen der Breite des plateauförmigen Teilbereichs 33 des konvexen Bereichs 32 der ersten Greiffläche 31.

Figur 7 zeigt eine schematische Darstellung eines Werkzeugs 20 an einem distalen Ende 13 eines weiteren bipolaren elektrochirurgischen Instruments, das in einigen Merkmalen, Eigenschaften und Funktionen den anhand der Figuren 1 bis 6 dargestellten Instrumenten ähneln kann. Die Art der Darstellung in Figur 7 entspricht weitgehend derjenigen der Figu ren 1, 2 und 4, ist jedoch gegenüber diesen vergrößert. Ferner sind die Maulteile 30, 40 in gestrichelten Linien und das Skalpell 70 in durchgezogenen Linien dargestellt, um die Ei genschaften des Skalpells 70 hervorzuheben. Nachfolgend sind insbesondere Merkmale,

Eigenschaften und Funktionen des in Figur 7 gezeigten Werkzeugs 20, in denen dieses sich von den anhand der Figuren 1 bis 6 dargestellten Werkzeugen unterscheidet, beschrieben.

Das in Figur 7 gezeigte Werkzeug 20 unterscheidet sich von den anhand der Figuren 1 bis 6 dargestellten Werkzeugen insbesondere dadurch, dass die Schneide 71 des Skalpells 70 nicht gerade, sondern gebogen oder gekrümmt ist. Die Schneide 71 ist S-förmig und liegt insbesondere in einer Ebene parallel zur Zeichenebene der Figur 7. Die Schneide 71 weist an ihren Enden, die in den Nuten 37, 47 in den Maulteilen 30, 40 angeordnet und geführt sind, steile Abschnitte 72 auf, in denen die Schneide orthogonal oder fast orthogonal zu der vorgesehenen Bewegungsrichtung des Skalpells 70 ist. In einem mittleren Bereich weist die Schneide 71 einen flachen Abschnitt 73 auf, in dem die Schneide 71 in einem spitzen Winkel (bei dem dargestellten Beispiel: ca. 45 Grad) zu der vorgesehenen Bewegungsrich tung des Skalpells 70 verläuft. Wenn die Maulteile 30, 40 wie in Figur 7 angedeutet fast geschlossen sind oder einen geringen Abstand aufweisen, kann der flache Abschnitt 73 der Schneide 71 von den Maulteilen gehaltenes und gequetschtes Gewebe schneiden.

Abweichend von der Darstellung in Figur 7 kann die Schneide 71 nur an einem Ende einen steilen Abschnitt 72 aufweisen und/oder eine oder mehrere Ecken zwischen geraden oder gekrümmten Abschnitten aufweisen.

Die in Figur 7 gezeigte von der Geraden abweichende Gestalt der Schneide 71 kann bei ei ner kurzen Bauform der Schneide und damit einer Wirkung bis nahe zu dem distalen Ende 13 des Instruments und des Werkzeugs 20 gleichzeitig eine gute Führung des Skalpells in den Nuten 37, 47 und einen leichten Schnitt mittels des flachen Abschnitts 73 ermöglichen.

Figur 8 zeigt eine schematische Darstellung eines Werkzeugs 20 an einem distalen Ende 13 eines weiteren bipolaren elektrochirurgischen Instruments, das in einigen Merkmalen, Eigenschaften und Funktionen den anhand der Figuren 1 bis 7 dargestellten Instrumenten ähneln kann. Die Art der Darstellung in Figur 8 entspricht weitgehend derjenigen der Figur 7. Nachfolgend sind insbesondere Merkmale, Eigenschaften und Funktionen des in Figur 8 gezeigten Werkzeugs 20, in denen dieses sich von den anhand der Figuren 1 bis 7 darge stellten Werkzeugen unterscheidet, beschrieben.

Das in Figur 8 gezeigte Werkzeug 20 unterscheidet sich von den anhand der Figuren 1 bis 7 dargestellten Werkzeugen insbesondere dadurch, dass kein Skalpell zum mechanischen Durchtrennen von zwischen den Maulteilen 30, 40 gequetschtem und verschmolzenen, ver schweißten oder versiegelten Gewebe vorgesehen ist. Stattdessen umfasst das Werkzeug 20 einen Schneiddraht 48 an dem zweiten Maulteil 40. Das distale Ende des Schneiddrahts 48 ist an einem distalen Befestigungspunkt 49 nahe dem distalen Ende des zweiten Maul teils zugfest befestigt. Bei der in Figur 8 gezeigten Konfiguration liegt der Schneiddraht 48 in einer Nut 47 in dem zweiten Maulteil 40.

Bei dem dargestellten Beispiel weist die erste Greiffläche 31 an dem ersten Maulteil 30 ei nen konvexen Bereich 32 auf, ähnlich wie bei dem anhand der Figur 6 dargestellten Werk zeug. Der konvexe Bereich 32 erstreckt sich nicht über die gesamte Länge des ersten Maulteils 30. Stattdessen ist das proximale Ende des konvexen Bereichs 32 von dem proxi malen Ende der ersten Greiffläche 31 etwas beabstandet, und das distale Ende des konve xen Bereichs 32 ist von dem distalen Ende der ersten Greiffläche und dem distalen Ende des ersten Maulteils 30 etwas beabstandet.

Das zweite Maulteil 40 weist in Längsrichtung eine flache U-Form auf, die den konvexen Bereich 32 der ersten Greiffläche 31 umgreift. Bei dem dargestellten Beispiel sind der Längsschnitt des konvexen Bereichs 32 rechteckig und die flache U-Form des zweiten Maulteils 40 ebenfalls rechteckig. Die Nut 47 in dem zweiten Maulteil 40 ist deshalb in Längsrichtung auch nicht gerade, sondern flach rechteckig U-förmig. Der distale Befesti gungspunkt 49 des Schneiddrahts 48 ist in der Nut 47 nahe deren distalem Ende angeord net. Bei der in Figur 8 gezeigten geschlossenen Konfiguration liegt der distale Befesti gungspunkt 49 des Schneiddrahts 48 distal des distalen Endes des konvexen Bereichs 32 der ersten Greiffläche 31.

Figur 9 zeigt eine weitere schematische Darstellung des Werkzeugs 20 aus Figur 8. Die Art der Darstellung in Figur 9 entspricht derjenigen der Figur 8.

Das Werkzeug 20 ist in Figur 9 in einer weiteren Konfiguration gezeigt, die von der in Fi gur 8 gezeigten Konfiguration ausgehend erreicht wird, indem das proximale Ende des

Schneiddrahts 48 nach proximal gezogen wird. Dadurch wird der Schneiddraht 48 ge strafft, verlässt weitgehend die Nut 47 und nimmt eine gerade Gestalt an, die in Figur 9 ge zeigt ist. In dieser geraden Gestalt liegt der Schneiddraht 48 in einer Längsnut in dem kon vexen Bereich 32 der ersten Greiffläche 31 des ersten Maulteils 30.

Figur 10 zeigt eine schematische vergrößerte Darstellung eines Querschnitts entlang der in den Figuren 8 und 9 angedeuteten Ebene X-X orthogonal zu den Zeichenebenen der Figu ren 8 und 9.

In diesem Querschnitt sind der konvexe Bereich 32 der ersten Greiffläche 31 des ersten Maulteils 30 und die Nuten 37, 47 in den Greifflächen 31, 41 erkennbar. Der Schneidraht 48 ist als schwarzer ausgefüllter Kreis in der anhand der Figur 8 dargestellten Konfigurati on - also innerhalb der Nut 47 in der zweiten Greiffläche 41 - und als leerer Kreis in der anhand der Figur 9 dargestellten Konfiguration - also innerhalb der Nut 37 in der ersten Greiffläche 31 - gezeigt.

Während des Straffens des Schneiddrahts 48 und des Übergangs von der anhand der Figur 8 dargestellten Konfiguration zu der anhand der Figur 9 dargestellten Konfiguration, das heißt während der Bewegung des Schneiddrahts von der Nut 47 in der zweiten Greiffläche 41 in die Nut 37 in der ersten Greiffläche 31 kann der Schneiddraht als elektrochirurgi-sches Werkzeug Gewebe, das zwischen den Greifflächen 31, 41 der Maulteile 30, 40 ge griffen und gequetscht ist, elektrochirurgisch durchtrennen. Der Schneiddraht kann dabei als monopolares oder als bipolares elektrochirurgisches Werkzeug verwendet werden.

Figur 11 zeigt eine schematische Darstellung eines Querschnitts durch ein weiteres Werk zeug 20, das in einigen Merkmalen, Eigenschaften und Funktionen den anhand der Figuren 1 bis 10 dargestellten Werkzeugen ähneln kann. Die Art der Darstellung in Figur 11 ent spricht weitgehend deijenigen der Figuren 3, 5, 6, 10. Nachfolgend sind insbesondere Merkmale, Eigenschaften und Funktionen des in Figur 11 gezeigten Werkzeugs 20, in de nen dieses sich von den anhand der Figuren 1 bis 10 dargestellten Werkzeugen unterschei det, beschrieben.

Das in Figur 11 gezeigte Werkzeug 20 unterscheidet sich von den anhand der Figuren 1 bis 10 dargestellten Werkzeugen insbesondere dadurch, dass die Greifflächen 31, 41 der Maul teile isolierend ausgebildet sind. Die von dem zweiten Maulteil 40 abgewandte Außenflä che des ersten Maulteils 30 ist als Elektrodenfläche 62 ausgebildet, und die von dem ersten Maulteil 30 abgewandte Außenfläche des zweiten Maulteils 40 ist als Elektrodenfläche 64 ausgebildet.

Bei dem dargestellten Beispiel umfasst das erste Maulteil 30 ein metallisches erste Bauteil 34, das gleichzeitig das erste Elektrodenbauteil 61 und die von dem zweiten Maulteil 40 abgewandte Außenfläche als Elektrodenfläche 63 bildet. Ferner umfasst das erste Maulteil 30 ein elektrisch isolierendes zweites Bauteil 35, das die gesamte erste Greiffläche 31 des ersten Maulteils 30 bildet. Das zweite Maulteil 40 umfasst ein metallisches erste Bauteil 44, das gleichzeitig das zweite Elektrodenbauteil 63 und die von dem ersten Maulteil 30 abgewandte Außenfläche als Elektrodenfläche 64 bildet. Ferner umfasst das zweite Maul teil 40 ein elektrisch isolierendes zweites Bauteil 45, das die gesamte zweite Greiffläche 41 des zweiten Maulteils 40 bildet.

Bei dem in Figur 11 dargestellten Beispiel sind Greifflächen 31, 41 der Maulteile 30, 40 dafür vorgesehen, bei der vorgesehenen Verwendung einen vorbestimmten Abstand aufzu weisen. Dieser Abstand kann beispielsweise durch einen in Figur 11 nicht dargestellten Anschlag formschlüssig definiert sein.

Figur 12 zeigt eine weitere schematische Darstellung eines Schnitts durch das anhand der Figur 11 dargestellte Werkzeug 20. Die Art der Darstellung von Figur 12 entspricht derje nigen der Figur 11.

In Figur 12 ist eine Situation gezeigt, in der Gewebe 90 zwischen den Maulteilen 30, 40 gegriffen und gequetscht ist. Das Werkzeug 20 ist mit dem gegriffenen und gequetschten Gewebe 90 um einen vorbestimmten Winkel rotiert, bei dem in Figur 12 gezeigten Beispiel um ca. 90 Grad. Dadurch liegt das Gewebe 90 außerhalb des gegriffenen und gequetschten Bereichs großflächig an den Elektrodenflächen 62, 64 an. In den Kontaktbereichen zwi schen den Elektrodenflächen 62, 64 und dem Gewebe 90 und innerhalb des Gewebes auße-

rhalb des gegriffenen und gequetschten Bereichs sind die Stromdichten aufgrund des groß flächigen Kontakts relativ gering. Nur in dem gegriffenen und gequetschten Bereich ist die Stromdichte hoch, so dass nur dort oder im Wesentlich nur dort eine elektrochirurgische Wirkung eintritt.

Bezugszeichen

bipolares elektrochirurgisches Instrument

Schaft des bipolaren elektrochirurgi sehen Werkzeugs 10

distales Ende des Schafts 11

distales Ende des bipolaren elektrochirurgischen Instruments 10

bipolares elektrochirurgisches Werkzeug

erstes Maulteil oder erste Branche des Werkzeugs 20

erste Greiffläche an dem ersten Maul teil 30, dem zweiten Maulteil 40 zugewandt konvexer Bereich der ersten Greiffläche 31

plateauförmiger Teilbereich des konvexen Bereichs 32

metallisches erstes Bauteil des ersten Maulteils 30

elektrisch isolierendes zweites Bauteil des ersten Maulteils 30

Außenfläche des ersten Maulteils 30, von dem zweiten Maulteil 40 abgewandt Nut in der ersten Greiffläche 31

zweites Maulteil oder zweite Branche des Werkzeugs 20

zweite Greiffläche an dem zweiten Maulteil 40, dem ersten Maulteil 30 zugewandt konvexer Bereich der zweiten Greiffläche 41

plateauförmiger Teilbereich des konvexen Bereichs 42

metallisches erstes Bauteil des zweiten Maulteil 40

elektrisch isolierendes zweites Bauteil des zweiten Maulteils 40

Außenfläche des zweiten Maulteils 40, von dem ersten Maulteil 30 abgewandt Nut in der zweiten Greiffläche 41

Schneiddraht an dem zweiten Maulteil 40

distaler Befestigungspunkt des Schneiddrahts 48

Gelenk zwischen dem zweiten Maul teil 40 und dem ersten Maul teil 30

durch das Gelenk 50 definierte Schwenkachse des zweiten Maulteils 40 erstes Elektrodenbauteil in der ersten Greiffläche 31

zweites Elektrodenbauteil in der ersten Greiffläche 31

Elektrodenfläche an dem ersten Elektrodenbauteil 61 Elektrodenfläche an dem zweiten Elektrodenbauteil 62 Skalpell des Werkzeugs 20, in den Nuten 37, 47 bewegbar Schneide des Skalpells 70

steiler Abschnitt der Schneide 71

flacher Abschnitt der Schneide 71

Gewebe