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1. WO2020126781 - KNIEORTHESE

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Knieorthese

Die Erfindung betrifft eine Knieorthese, die einen ventralen und einen dorsalen An teil, ein Oberschenkelanlageelement, ein Unterschenkelanlageelement und ein Knieelement sowie wenigstens ein Spannelement und wenigstens einen inelasti schen Gurt aufweist. Derartige Knieorthesen sind als Osteoarthritis-Orthesen aus dem Stand der Technik seit langem bekannt. Sie können zudem verwendet wer den, um Kniefehlstellungen, insbesondere Genu varum und Genu valgum zu be handeln. Diese Fehlstellungen unterscheiden sich im Kniefrontalwinkel des Bei nes, also des Winkels zwischen der Längsrichtung des Oberschenkels und der Längsrichtung des Unterschenkels des Beines, der in der Frontalebene liegt. Sie werden umgangssprachlich als„X“- und„0“-Beine bezeichnet. Eine Orthese für diese Anwendungsfälle verfügt oftmals ebenfalls über ein Kniefrontalwinkel zwi schen der Oberschenkelrichtung und der Unterschenkelrichtung. Auch dieser Kniefrontalwinkel liegt dann in der Frontalebene.

Entsprechende Knieorthesen sind beispielsweise aus der US 6,981 ,957 B2 be kannt. Sie sollen in der Lage sein, sowohl für Genu varum-Fehlstellungen als auch für Genu valgum-Fehlstellungen verwendet zu werden. Derartige Knieorthesen verfügen oftmals über Oberschenkelschienen und Unterschenkelschienen, die aus einem starren Material, beispielsweise einem Metall, hergestellt sind. Diese Schie nen sind oftmals im Gelenk verbunden, dass als Schwenkgelenk ausgebildet ist, dessen Schwenkachse im angelegten Zustand der Knieorthese mit der Aus gleichsschwenkachse des Kniegelenks übereinstimmt oder zumindest nahezu übereinstimmt. Durch diese starre Ausgestaltung lässt sich zwar eine relativ große Kraft auf die unterschiedlichen Bereiche des Beines aufbringen, die Orthese ist je doch sperrig, unbequem und hat daher nur eine geringe Akzeptanz.

Aus der US 7,662,122 B2 hingegen ist eine Knieorthese bekannt, die ebenfalls über eine Dreipunktwirkung verfügt, um die benannten Fehlstellungen zu behan deln. Sie verfügt über ein Oberschenkelanlageelement und ein Unterschenkelanla geelement, die jeweils an dem Oberschenkel und dem Unterschenkel angelegt

werden, um eine Druckkraft auf diesen aufzubringen. Dieses Oberschenkelanla geelement und das Unterschenkelanlageelement sind medial oder lateral, jedoch immer auf der gleichen Seite angeordnet. Auf der gegenüberliegenden Seite ist das Knieelement in Höhe des Kniegelenks des Trägers der Orthese angeordnet, um als drittes anliegendes Element eine Druckkraft auf die entgegengesetzte Richtung aufzubringen. Je nach Positionierung der einzelnen Elemente kann eine solche Orthese sowohl für die Behandlung von Genu varum-Fehlstellungen als auch für die Behandlung von Genu valgum-Fehlstellung verwendet werden.

Um die Kraft einstellen zu können, verfügt die Knieorthese über wenigstens ein Spannelement und wenigstens einen inelastischen Gurt, durch den die unter schiedlichen Elemente miteinander verbunden sind. Bei der aus der US 7,662,122 B2 bekannten Orthese ist das Spannelement in Form eines Spanndrahtes ausge bildet, dessen Länge mit einem Drehverschluss verändert werden kann. Das Ele ment selbst verfügt über zwei Schlaufen, von denen eine das Knieelement mit dem Unterschenkelanlageelement und die andere das Knieelement mit dem Ober schenkelanlageelement verbindet. Von jeder der beiden Schlaufen verläuft ein Teil im ventralen Anteil der Knieorthese und ein anderer Teil im dorsalen Anteil. Auf diese Weise kann ein gleichmäßiger Druck von den jeweiligen Elementen auf das Bein ausgeübt werden.

Nachteilig ist jedoch, dass auf diese Weise die Positionen des Oberschenkelanla geelement und des Unterschenkelanlageelement am jeweiligen Oberschenkel o-der Unterschenkel nicht einstellbar ist. Eine Verkürzung des wenigstens einen Spannelementes hat immer eine symmetrische Kraftverteilung zur Folge, so dass zwar die von der jeweiligen Pelotte auf das Bein aufgebrachte Kraft vergrößert o-der verkleinert werden kann, der Kraftansatzpunkt bleibt jedoch immer gleich. Zu dem ist die Knieorthese dadurch, dass die jeweiligen Spannelemente immer um das Bein des Trägers herum geführt werden müssen, konstruktiv aufwendig und damit kostenintensiv.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile aus dem Stand der Technik zu beheben oder zumindest zu mindern. Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe durch eine Knieorthese gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 , die

sich dadurch auszeichnet, dass das Oberschenkelanlageelement und das Unter schenkelanlageelement durch das wenigstens eine Spannelement im ventralen Bereich und durch den wenigstens einen inelastischen Gurt im dorsalen Bereich oder umgekehrt mit dem Knieelement verbunden sind.

Auch bei erfindungsgemäßen Knieorthesen werden folglich das Anlageelement und das Unterschenkelanlageelement durch das wenigstens eine Spannelement mit dem Knieelement verbunden. Anders als im Stand der Technik erfolgt diese Verbindung jedoch entweder im ventralen Bereich oder im dorsalen Bereich. Dies hat verschiedene Vorteile. Einerseits ist es besonders einfach möglich, die Verbin dung zwischen dem Spannelement und der Element oder Anlageelement herzu stellen. Schlaufenartige Spannelemente, wie sie aus dem Stand der Technik be kannt sind, sind nicht nötig. Vielmehr kann jeweils ein Ende des wenigstens einen Spannelementes an dem Oberschenkelanlageelement und ein anderes Ende an dem Unterschenkelanlageelement angeordnet werden, was beispielsweise durch einfaches Knoten, Anschrauben, Anschweißen oder sonstige Verbindung erfolgen kann. Es ist nicht notwendig, umfangreiche und lange Schlaufen gegebenenfalls im Material eines Orthesengrundkörpers anzuordnen. Hinzukommt, dass auf der jeweils gegenüberliegenden Seite, auf der das Oberschenkelanlageelement und das Unterschenkelanlageelement durch den inelastischen Gurt mit dem Knieele ment verbunden sind, kein Spannelement vorhanden ist. Dies kann im ventralen Bereich von Vorteil sein, wenn der ventrale Bereich, also die Vorderseite des Beins beispielsweise im Sitzen belastet wird, haptische Eindrücke aufgenommen werden sollen oder sonstige Tätigkeiten erfolgen sollen, bei denen die Positionie rung eines Spannelementes insbesondere in Form eines Spanndrahtes unbe quem, gegebenenfalls sogar schmerzhaft und daher wenig akzeptiert ist. Alterna tiv dazu kann dies auch im dorsalen Bereich der Fall sein, was insbesondere dann von Vorteil ist, wenn die Knieorthese von einem Träger verwendet wird, der sie lange Zeit im Sitzen verwendet. Ein zu langes Sitzen auf einem beispielsweise als Spanndraht ausgebildeten Spannelement ist unbequem, kann zu schmerzhaften Hautreizungen führen und sorgt daher für eine geringe Akzeptanz der Knie orthese.

Zudem ist es durch die nur einseitige Anordnung des Spannelementes entweder auf der dorsalen Seite oder auf der ventralen Seite möglich, einseitig die Span nung zu verändern. Wird beispielsweise die Länge des Spannelementes verän dert, beispielsweise verkürzt, wird nicht nur die von dem jeweiligen Element oder Anlageelement aufgebrachte Kraft verändert, sondern es kann gleichzeitig erreicht werden, dass das jeweilige Element selbst in gewissem Maße am Bein, also am Oberschenkel oder am Unterschenkel, des Trägers entlang verschoben wird, so dass sich auch der Angriffspunkt der übertragenen Kraft verändert. Dies kann, so fern dies nicht gewünscht ist, dadurch ausgeglichen werden, dass auch der we nigstens eine inelastische Gurt längenveränderbar ausgebildet ist.

Bei dem Oberschenkelanlageelement handelt es sich bevorzugt um eine Ober schenkelpelotte. Bei dem Unterschenkelanlageelement handelt es sich bevorzugt um eine Unterschenkelpelotte. Das Knieelement ist bevorzugt eine Kniepelotte.

Vorzugsweise ist das Oberschenkelanlageelement und das Unterschenkelanla geelement durch ein Verbindungselement, beispielsweise eine Stange, miteinan der verbunden, durch das Druckkräfte übertragbar sind. Das Verbindungselement erstreckt sich dabei entweder auf der medialen oder auf der lateralen Seite, also auf der Seite, auf der auch das Oberschenkelanlageelement und das Unterschen kelanlageelement angeordnet sind. Auf diese Weise wird verhindert, dass die durch das Spannelement aufgebrachte Kraft dazu führt, dass das Oberschenkel anlageelement und/oder das Unterschenkelanlageelement in Richtung auf das Knie des Trägers verschoben werden.

Vorzugsweise ist das Verbindungselement in einer Richtung senkrecht zur Erstre ckungsrichtung, die von dem Unterschenkelanlageelement zu dem Oberschenkel anlageelement verläuft, flexibel ausgebildet und/oder weist ein entsprechendes Gelenk auf. Auf diese Weise wird erreicht, dass das Verbindungselement, das sich über das Kniegelenk des Trägers hinauserstreckt, einer Bewegung des Knies fol gen kann und diese nicht oder nur sehr gering behindert.

Vorzugsweise verfügt die Knieorthese über genau ein Spannelement, das von der Oberschenkelpelotte über die Kniepelotte zu der Unterschenkelpelotte verläuft und/oder sie verfügt über einen inelastischen Gurt, der von dem Oberschenkelan lageelement über das Knieelement zu dem Unterschenkelanlageelement verläuft. Dieses Spannelement und/oder der inelastische Gurt sind vorteilhafterweise län genveränderlich ausgebildet.

In einer bevorzugten Ausgestaltung verfügt die Knieorthese über ein Einstellele ment, durch das diese Länge des wenigstens einen Spannelementes einstellbar ist, wobei sich das Einstellelement vorzugsweise an oder auf dem Knieelement befindet oder das Knieelement ist.

Bei dem Einstellelement handelt es sich beispielsweise um ein aus dem Stand der Technik an sich bekanntes Einstellelement, das beispielsweise aus der WO 2014/124054 A1 bekannt ist.

Selbstverständlich sind auch andere Einstellelemente denkbar. Insbesondere für den Fall, dass ein einziges Spannelement verwendet wird, ist die Konstruktion be sonders einfach, da das eine Ende des Spannelementes an dem Oberschenkelan lageelement, das andere Ende an dem Unterschenkelanlageelement und der Ein stellmechanismus an dem Knieelement angeordnet werden kann.

In einer bevorzugten Ausgestaltung verfügt die Knieorthese über wenigstens zwei Spannelemente, von denen wenigstens eines von dem Oberschenkelanlageele ment zu dem Knieelement und wenigstens eines von dem Knieelement zu dem Unterschenkelanlageelement verläuft und/oder wenigstens zwei eine inelastische Gurte, von denen wenigstens einer von dem Oberschenkelanlageelement zu dem Knieelement und wenigstens eines von dem Knieelement zu dem Unterschenkel anlageelement verläuft. In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung verfügt der inelastische Gurt über wenigstens eines, besonders bevorzugt jedoch zwei Ein stellelemente zum Einstellen der Längen des inelastischen Gurtes, von denen sich besonders bevorzugt ein Einstellelement zwischen dem Oberschenkelanlageele ment und dem Knieelement und das andere Einstellelement zwischen dem Knie element und dem Unterschenkelanlageelement befindet.

WO 2020/126781 _ g _ PCT/EP2019/084792

Vorzugsweise verfügt jedes der Spannelemente und/oder jeder der inelastischen Gurte über ein Ende, das an einem der jeweils verbundenen Bauteile, also Knie element, Oberschenkelanlageelement und Unterschenkelanlageelement fest mon tiert ist. Das jeweils andere Ende des Spannelementes und/oder des inelastischen Gurtes ist mit einem Einstellelement versehen, durch es beispielsweise aufgewi ckelt werden kann, um die Länge zu verkürzen. Diese Einstellelemente sind vor zugsweise an dem Knieelement angeordnet und können übereinander positioniert sein. Übereinander bedeutet dabei in diesem Fall, von dem Knie des Patienten ausgehend in radialer Richtung übereinander, also lateral oder medial nebenei nander.

Das wenigstens eine Spannelement und/oder der wenigstens eine Gurt verfügt vorzugsweise über wenigstens einen Gurt, wenigstens einen Draht, wenigstens ein Seil, wenigstens eine Zahnschienenkonstruktion und/oder einen Kabelzug.

Eine Zahnschienenkonstruktion funktioniert dabei beispielsweise wie ein Rat schenmechanismus. Die Zahnschiene verfügt über eine Mehrzahl von Zähnen, die in ein Ratschenelement eingreifen. Die Schiene ist relativ zu dem Ratschenele ment nur in eine Richtung bewegbar, wenn die Zähne in das Ratschenelement eingreifen, so dass beispielsweise eine Länge des mit einer Zahnschienenkon struktion ausgebildeten Spannelementes oder inelastischen Gurtes in diesem Zu stand nur verkürzbar ist. Um die Länge zu vergrößern müssen die Zähne außer Eingriff mit dem Ratschenelement gebracht werden. Dies ist beispielsweise durch Betätigen eines entsprechenden Betätigungselementes möglich.

Bevorzugt verfügt das Knieelement über wenigstens ein Schwenkgelenk, dessen Schwenkachse im angelegten Zustand der Knieorthese mit einer Schwenkachse des Knies zumindest nahezu, besonderes bevorzugt jedoch vollständig, überein stimmt, wobei das Knieelement vorzugsweise an dem Schwenkgelenk angeordnet ist. Insbesondere für den Fall, dass das Knieelement auf dem Schwenkgelenk und das Einstellelement auf dem Knieelement angeordnet ist, ist eine besondere leichte Handhabbarkeit gewährleistet, da das Einstellelement auf diese Weise be sonders leicht zugänglich ist. Die einzelnen Elemente selber können als starre, o- der nahezu starre Bauteile, beispielsweise aus einem Metall, einem Kunststoff o- der einem faserverstärkten Kunststoff ausgebildet sein und vorzugsweise über ein Kissenelement verfügen, das zwischen dem steifen Bauteil und der Haut des Trä gers angeordnet wird.

Bevorzugt verfügt die Knieorthese über wenigstens einen, besonders bevorzugt zwei Anschläge, durch die eine Verschwenkbarkeit des Schwenkgelenkes in einer, bevorzugt in zwei Richtungen begrenzt wird. Dabei müssen die Anschläge nicht zwangsläufig symmetrisch ausgebildet sein. Es ist durchaus von Vorteil, die Fle xion des Kniegelenkes in einem größeren Maß zuzulassen, als die Extension. Selbstverständlich ist auch die umgekehrte Variante möglich.

Die Knieorthese verfügt bevorzugt über einen Grundkörper, insbesondere aus ei nem Textil, bevorzugt aus einem Gestrick. Auf diesem können die einzelnen Ele mente aufgenäht, aufgebügelt, aufgeklebt oder auf sonstige Weise aufgebracht sein. Insbesondere das wenigstens eine Spannelement verläuft bevorzugt in we nigstens einem Kanal oder Tunnel, der in dem Material des Grundkörpers ange ordnet ist oder durch ein Aufbringen, insbesondere Aufnähen, Aufkleben oder Auf schweißen, einer weiteren Textillage gebildet wird. Befindet sich das wenigstens eine Spannelement innerhalb dieses Tunnels wird auf diese Weise sicher gewähr leistet, dass eine versehentliche Berührung, Verstellung oder gar ein Hängenblei ben vermieden wird.

Vorzugsweise verfügt die Knieorthese über wenigstens zwei Oberschenkelanla geelemente und/oder wenigstens zwei Unterschenkelanlageelemente.

Vorzugsweise sind die beiden Anschläge an einem einzigen Anschlagsträger aus gebildet, der lösbar an einem Bauteil des Schwenkgelenkes befestigt ist. Her kömmlicherweise verfügt ein Schwenkgelenk über wenigstens zwei Bauteile, die um die Schwenkachse des Schwenkgelenkes in die beiden Schwenkrichtungen gegeneinander verschwenkbar sind. An einem der beiden Bauteile ist der An schlagsträger angeordnet, der die beiden Anschläge trägt. Am anderen Bauteil, das gegenüber dem ersten Bauteil verschwenkbar ist, befindet sich ein Vorsprung oder Anschlagselement, das bei Erreichen eines bestimmten Verschwenkwinkels an einem der beiden Anschläge, die an dem Anschlagsträger angeordnet sind, an schlägt und auf diese Weise eine Schwenkbewegung in die jeweilige Schwen krichtung verhindert.

Ein solches Schwenkgelenk insbesondere mit einem hier beschriebenen An schlagsträger ist nicht nur in Knieorthesen, sondern in nahezu allen Ausgestaltun gen von orthopädietechnischen Einrichtungen als Schwenkgelenk verwendbar und vorteilhaft einsetzbar. Es stellt daher eine eigene, auch von einer Knieorthese los gelöste Erfindung dar. Diese losgelöste Erfindung betrifft dann ein Schwenkge lenk, insbesondere aber nicht notwendigerweise für eine hier beschriebene Knie orthese, wobei die Verschwenkbarkeit in einer, vorzugsweise in zwei Schwen krichtungen durch zwei Anschläge begrenzt wird, die an einem einzigen An schlagsträger ausgebildet sind. Ein solches losgelöstes Schwenkgelenk kann mit jedem einzelnen oder jeder Kombination der folgenden Merkmale ausgebildet sein, die für das Schwenkgelenk als Teil der Knieorthese beschrieben sind.

Besonders bevorzugt ist der Anschlagsträger an dem Bauteil angeklemmt, ange-klipst oder angeschraubt oder in einer Ausnehmung des Bauteils eingesteckt. Un abhängig davon, welche konkrete Art der Befestigung gewählt wird, ist der An schlagsträger lösbar ausgebildet. Dies bedeutet, dass er von dem jeweiligen Bau teil, an dem er befestigt ist, gelöst und in diesem Zustand auch entfernt werden kann. Besonders vorteilhafterweise kann er in diesem Zustand durch einen ande ren Anschlagsträger mit anderen Anschlägen ausgetauscht werden. Dies ist bei spielsweise dann von Vorteil, wenn bei einer bestehenden orthopädietechnischen Einrichtung, insbesondere einer bestehenden Knieorthese im Laufe der Zeit der mögliche Schwenkbereich verändert, insbesondere vergrößert werden soll. In die sem Fall ist es nicht notwendig, das Schwenkgelenk aus der orthopädietechni schen Einrichtung auszubauen und durch ein anderes Gelenk mit geändertem Schwenkbereich, also insbesondere anders positionierten Anschlägen, auszutau schen. Vielmehr ist es ausreichend, den Anschlagsträger mit den beiden Anschlä gen von dem Bauteil, an dem er befestigt ist, zu lösen. In diesem Zustand kann er durch einen anderen Anschlagsträger ersetzt werden.

Die beiden Anschläge, die am Anschlagsträger angeordnet sind, können beispiels weise zwei Seitenwände eines Vorsprungs sein. Das Anschlagselement, das am anderen Bauteil des Schwenkgelenkes positioniert ist und bei Erreichen der Be grenzungsschwenkwinkel am jeweiligen Anschlag anschlägt, kommt dann bei Er reichen des einen Schwenkwinkels in der ersten Schwenkrichtung mit dem ersten Anschlag, also der ersten Seitenwand des Vorsprungs, in Kontakt. Wird das Ge lenk in die entgegengesetzte Richtung verschwenkt, kommt es beim Erreichen des zweiten Anschlagswinkels zum Kontakt zwischen dem Anschlagselement und der zweiten Seitenwand des Vorsprungs am Anschlagsträger.

Durch die Ausgestaltung als lösbarer Anschlagsträger sind die verschiedenen Schwenkbereiche, die durch den jeweiligen Anschlagsträger und seine beiden An schläge definiert werden, einfach auswählbar und dennoch reproduzierbar. Es müssen lediglich für jeden gewünschten Schwenkbereich unterschiedliche An schlagsträger vorgesehen werden.

Mit Hilfe der beiliegenden Figuren wird nachfolgend ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung näher erläutert. Es zeigt:

Figur 1 - die schematische Seitenansicht einer Knieorthese in einer me dialen Draufsicht,

Figur 2 - in einer lateralen Draufsicht und

Figuren 3 -5 - ein Schwenkgelenk in einer Draufsicht, einer Explosionsdarstel lung und einer Schwenkstellung.

Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Knieorthese gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Sie verfügt über einen Grundkörper 2. Der Grundkör per 2 kann aus einem elastischen, zumindest jedoch flexiblen Material, beispiels weise einem Gewebe oder Gewirk bestehen.

Der Grundkörper 2 verfügt über eine Kniescheibenöffnung 4, so dass die Knie scheibe selbst im angelegten Zustand nicht abgedeckt ist.

Figur 1 zeigt die mediale Seite der Knieorthese. Man erkennt ein Oberschenkelan lagenelement 6 und ein Unterschenkelanlagenelement 8, die jeweils am Grund körper 2 angeordnet sind. Dazwischen erstreckt sich ein Verbindungselement 10, das Druckkräfte übertragen kann und beispielsweise eine Stabfeder ist. Sowohl am Oberschenkelanlagenelement 6 als auch am Unterschenkelanlagenelement 8 ist jeweils ein Ende eines Spannelementes 12 gezeigt. In Figur 2 ist eine Late ralansicht der Orthese dargestellt. Man erkennt ein Knieelement 14, zu dem die beiden Spannelemente 12 hingeführt sind. Selbstverständlich kann es sich auch um ein einzelnes Spannelement 12 handeln, dass das Oberschenkelanlageele ment 6 über das Knieelement 14 mit dem Unterschenkelanlageelement 8 verbin det.

In Figur 1 ist zudem dargestellt, dass sowohl vom Oberschenkelanlagenelement 6 als auch vom Unterschenkelanlagenelement 8 jeweils ein inelastischer Gurt 16 wegführt. In Figur 2 ist zu erkennen, dass die inelastischen Gurte 16 zum Knieele ment 14 hingeführt und dort befestigt sind. Aus den Figuren 1 und 2 wird deutlich, dass das Spannelement 12 sich ausschließlich im ventralen Bereich der Knie orthese erstreckt, während der inelastische Gurt 16 im dorsalen Bereich angeord net ist. Selbstverständlich ist auch die umgekehrte Ausführungsform möglich.

Figur 3 zeigt eine Draufsicht auf ein Schwenkgelenk 18, das insbesondere in einer hier beschriebenen Knieorthese, aber auch in anderen orthopädietechnischen Ein richtungen verwendbar ist. Es verfügt über zwei Bauteile 20, die aneinander schwenkbar angeordnet sind. In der Mitte befindet sich eine Bohrung 22, durch die sich die Schwenkachse erstreckt.

Figur 4 zeigt das Schwenkgelenk 18 aus Figur 3 in einer Explosionsdarstellung.

An dem nach unten gerichteten Bauteil 20 befindet sich ein Gelenkring 24, der ei nen ringförmigen Schlitz 26 aufweist. Er ist an einer Stelle durch ein Anschlagsele ment 28 geschlossen.

Am nach oben gerichteten Bauteil 20 befindet sich ein Anschlagsträger 30, der in eine dafür vorgesehene Ausnehmung 32 am Bauteil 20 einsetzbar ist. In der Aus nehmung 32 befindet sich ein Durchbruch 34, durch den die beiden Anschläge, die in Figur 4 nicht dargestellt sind, hindurchgeführt werden können. Sie befinden sich auf der in der gezeigten Darstellung rückwärtigen Seite des Anschlagsträgers 30. Man erkennt, dass der Durchbruch 34 im montierten Zustand mit dem ringför migen Schlitz 26 an dem anderen Bauteil 20 zur Überdeckung gelangt, sodass die Anschläge, die dich am Anschlagsträger 30 befinden und sich in die Zeichen ebene hinein durch den Durchbruch 34 hindurch erstrecken, in dem Schlitz 26 an geordnet sind.

Wird nun das nach unten gerichtete Bauteil 20 relativ zum nach oben gerichteten Bauteil 20 verschwenkt, verschieben sich die durch den Durchbruch 34 hindurch ragenden Anschläge des Anschlagsträgers 30 relativ zum ringförmigen Schlitz 26 und damit auch relativ zum Anschlagselement 28. Bei bestimmten Winkelpositio nen, die von dem gewählten Anschlagsträger 30 mit seinen fest montierten An schlägen abhängen, wird das Anschlagselement 28 am jeweiligen Anschlag des Anschlagsträgers 30 zur Anlage kommen. Eine weitere Verschwenkung in die je weilige Schwenkrichtung ist dann nicht mehr möglich, sodass der Schwenkbereich des Schwenkgelenkes 18 in dieser Form begrenzt ist.

Das in Figur 4 gezeigte Schwenkgelenk 18 verfügt zudem über ein Befestigungs element 36, an dem weitere Bauteile der orthopädietechnischen Einrichtung, bei spielsweise ein Verschlusselement, angeordnet werden können.

Figur 5 zeigt das Schwenkgelenk 18 in einer relativ zu Figur 4 gezeigten Ausfüh rung verschwenden Position. Die beiden Bauteile 20 sind relativ zueinander um die Schwenkachse, die sich in der Bohrung 22 befindet, verschwenkt.

Bezugszeichenliste

2 Grundkörper

4 Kniescheibenöffnung

6 Oberschenkelanlagenelement 8 Unterschenkelanlagenelement 10 Verbindungselement

12 Spannelement

14 Knieelement

16 inelastischer Gurt

18 Schwenkgelenk

20 Bauteil

22 Bohrung

24 Gelenkring

26 Schlitz

28 Anschlagselement

30 Anschlagsträger

32 Ausnehmung

34 Durchbruch

36 Befestigungselement