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1. WO2020126218 - VERFAHREN ZUR FORMATANPASSUNG VON LAUFWÄGEN AN EINEM LINEARMOTORSYSTEM UND LINEARMOTORSYSTEM

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

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Verfahren zur Formatanpassung von Laufwägen an einem Linearmotorsystem

und Linearmotorsystem

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Formatanpassung von Laufwägen für den Transport von Flaschen oder dergleichen Behälter an einem Linearmotorsystem und ein entsprechendes Linearmotorsystem.

In Getränkeabfüllanlagen sind oftmals unterschiedliche Behälterformate, also Behälter, die sich hinsichtlich ihrer Größe, Form, Fassungsvermögen und dergleichen unterscheiden, auf ein und derselben Maschine zu verarbeiten. Für einen zuverlässigen und ordnungsgemäßen Betrieb der Maschine muss diese dann in der Regel passend zu den einzelnen Behälterfor maten eingerichtet werden. Beispielsweise müssen Halteklammern für den hängenden Trans port der Flaschen, zugehörige Behälterführungen für die Seitenwände der Flaschen, Füh rungsbögen von Transportstrecken oder dergleichen zur jeweiligen Behälterform und Behäl tergröße passen. Die Anpassung erfolgt dann meist durch Austausch sogenannter Rüstteile. Darunter versteht man sämtliche Bauteile einer Maschine, deren Gestalt vom verarbeiteten Behälterformat abhängt. Beispielsweise müssen zur Umrüstung einer Maschine von Behältern mit einem Fassungsvermögen von 0,5 Litern auf Behälter mit einem Fassungsvermögen von 1 ,5 Litern Rüstteile zur Führung der Behälter getauscht werden.

Nachteilig ist hierbei, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Rüstteile für die einzelnen Behälter formate vorzuhalten ist, wodurch Investitionskosten und Platzbedarf für die Lagerung der Rüst teile entstehen. Die Umrüstung erfordert in der Regel manuelle Tätigkeiten und entsprechen den Personalaufwand sowie einen Maschinenstillstand mit entsprechender Reduzierung der Produktivität. Zudem sind Fehler bei Umrüstarbeiten möglich, wodurch Beschädigungen und Produktionsausfälle verursacht werden können.

Zur Reduzierung des Umrüstaufwands wurde bereits vorgeschlagen, die diesbezüglich beson ders aufwändigen Rundläufermaschinen durch Linearmotorsysteme mit an Laufwägen befes tigten Halterungen und Behälterführungen für die Behälter zu ersetzen. Aufwendige Einlauf sterne, Auslaufsterne oder dergleichen sind dann entbehrlich. Bei Linearmotorsystemen be wegen sich bekanntermaßen individuell von Langstatoren angetriebene Laufwägen entlang Führungsschienen und halten die Behälter dabei in der Regel an ihren Hals- und/oder Mün dungsbereichen mit Halteklammern für ein bodenfreies Neck-Handling. Linearmotorsysteme für rümpf- oder bodengestützte Handhabung der Behälter sind ebenso bekannt.

Während die Mündungsbereiche insbesondere für im Streckblasverfahren hergestellte Kunst stoffbehälter weitgehend einheitlich dimensioniert sind und entsprechend von denselben Hal teklammern gehalten werden können, müssen unterhalb der Halteklammern für jedes Behäl terformat speziell angepasste Behälterführungen an den Laufwägen angebracht werden. In der Regel handelt es sich dabei um halbseitig offene Führungsschalen, die insbesondere im Wesentlichen als Negativ der Seitenwandkontur des jeweiligen Behälterformats ausgebildet sind.

Zur Beseitigung oder Abmilderung der oben genannten Problematik wäre es wünschenswert, den Aufwand für Umrüstarbeiten auch an Linearmotorsystemen weiter zu reduzieren oder gänzlich ohne Umrüstarbeiten auskommen zu können.

Es besteht daher Bedarf für diesbezüglich verbesserte Verfahren zur Formatanpassung von Laufwägen für den hängenden oder stehenden Transport von Flaschen an einem Linearmo torsystem und für ein entsprechend verbessertes Linearmotorsystem.

Die gestellte Aufgabe wird mit einem Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Das Verfahren dient zur Formatanpassung von Laufwägen für den hängenden oder stehenden Transport von Fla schen oder dergleichen Behälter an einem Linearmotorsystem.

Demnach werden an den Laufwägen vorhandene Behälterführungen an einen Hals-/Schulter-/Rumpfquerschnitt der Behälter/Flaschen angepasst, indem eine Führungsweite zwischen, be zogen auf die Laufrichtung, vorderen und hinteren Führungsbacken der Behälterführungen automatisch verstellt wird.

Ergänzend oder alternativ werden die Behälterführungen an den Hals-/Schulter-/Rumpfquer-schnitt angepasst, indem eine Höhenlage wenigstens eines an den Behälterführungen vor handenen Führungsbackens und insbesondere ein Vertikalabstand zwischen oberen und un teren Führungsbacken der Behälterführungen automatisch verstellt wird.

Die Behälterführungen sind definitionsgemäß zum Führen und/oder passiven Greifen der Hals-/Schulter-/Rumpfbereiche ausgebildet.

Das automatische Verstellen macht einen Austausch der Behälterführungen bei Formatanpas sungen entbehrlich. Unter einem automatischen Verstellen ist hierbei zu verstehen, dass die Führungsbacken der Behälterführungen maschinell mittels wenigstens eines elektronisch, pneumatisch und/oder hydraulisch gesteuerten Antriebs verstellt werden. Dessen aktiv ange triebene Komponenten sind dabei außerhalb der Laufwägen angeordnet, beispielsweise an einer im Bereich des Linearmotorsystems angeordneten Einstellstation und/oder in den Stato ren des Linearmotorsystems.

Ebenso ist ein automatisches Verstellen von Halteklammern für Mündungsbereiche der Be hälter möglich. So kann die Kontur der Halteklammern aber auch deren Öffnungsweite prinzi piell auf die gleiche Weise verstellt werden, wie für die Führungsbacken beschrieben wird. Die Halteklammern werden beispielsweise bei einer Formatumstellung zwischen Enghalsflaschen und Weithalsflaschen verstellt.

Generell können alle für Behälterformate spezifischen Teile am Laufwagen entsprechend an passbar ausgeführt werden.

Die Führungsweite kann bei runden Behälterquerschnitten beispielsweise durch den Rumpfdurchmesser definiert sein. Bei Formflaschen, also bei Flaschen mit unrundem Quer schnitt, kann die Führungsweite allgemeiner als die Abmessung des Rumpfquerschnitts ent lang einer Vertikalebene verstanden werden, in der die Längsachse des Behälters und die Transportrichtung der Behälter liegen.

Beim vertikalen Verstellen können beispielsweise die Führungsbacken von in vertikaler Rich tung einteiligen Behälterführungen angehoben oder abgesenkt werden. Ebenso ist es möglich, an in vertikaler Richtung mehrteiligen Behälterführungen nur einzelne oder mehrere Führungs backen anzuheben oder abzusenken. Werden nicht alle Führungsbacken gleichermaßen ver tikal verstellt, ändert sich ein Vertikalabstand, zwischen, bezogen auf die Laufrichtung, unteren und oberen Führungsbacken der Behälterführungen.

Beispielsweise können an vertikal zweiteiligen Behälterführungen obere Führungsbacken für Hals- und/oder Schulterbereiche von Flaschen vorhanden sein sowie untere Führungsbacken für Rumpfbereiche der Flaschen. Bei einem hängenden Transport ist ein Verstellen der oberen Führungsbacken dann meist nicht oder nur in relativ geringem Ausmaß nötig, während die unteren Führungsbacken passend zur neuen Behälterlänge nach oben oder unten gefahren werden. Bei einem stehenden Transport wären dann in umgekehrter Weise die oberen Füh rungsbacken nach oben oder unten zu fahren.

Generell wäre es zudem möglich, einen seitlichen Abstand der Behälterführungen vom Line-armotorsystem, also die Führungsbacken quer zur Laufrichtung automatisch zu verstellen.

Vorzugsweise wird ein Betätigungselement automatisch an den jeweiligen Laufwagen heran bewegt und dadurch in eine Wirkverbindung mit einem an die Führungsbacken gekoppelten

Stellmechanismus gebracht. Das Betätigungselement ist somit kein Bestandteil des zu ver stellenden Laufwagens, kann aber an einem weiteren Laufwagen ausgebildet sein. Der Stell mechanismus des Laufwagens arbeitet somit passiv. Dadurch wird die Konstruktion des Lauf wagens vereinfacht, insbesondere dahingehend, dass der Laufwagen zum Verstellen der Be hälterführungen nicht mit Antriebsenergie versorgt werden muss.

Unter einer Wirkverbindung ist zu verstehen, dass das heranbewegte Betätigungselement eine vom Stellmechanismus an die Führungsbacken übertragene Einstellbewegung selbst ausführt oder als stationäre Verankerung für den Stellmechanismus während einer Einstellbewegung, insbesondere Einstellfahrt, wirkt.

Vorzugsweise werden die Laufwägen in den Bereich einer Einstellstation gefahren, und die Einstellstation führt mit dem Betätigungselement eine Einstellbewegung zum Verstellen der Führungsbacken aus. Das heißt, die Einstellbewegung des Betätigungselements wird vom Stellmechanismus in eine die Führungsweite verändernde Bewegung der Führungsbacken zueinander umgesetzt. Die Einstellstation ist dann stationär im Bereich des Linearmotorsys tems angeordnet.

Vorzugsweise werden die Laufwägen in den Bereich einer Einstellstation gefahren, und die Einstellstation bewegt das Betätigungselement bis in eine Stellung zur stationären Veranke rung eines mit dem Stellmechanismus antriebstechnisch gekoppelten Ankopplungselements. Direkt anschließend führt der Laufwagen eine Einstellfahrt aus, die vom Stellmechanismus an die Führungsbacken übertragen wird. Das Ankopplungselement wirkt dann als stationäres Ge genlager für den Stellmechanismus. Die Streckenlänge der Einstellfahrt bestimmt dabei die Verstellung der Führungsbacken.

Die Einstellstation muss dann nur eine vergleichsweise einfache Stellbewegung ausführen, nämlich das Betätigungselement mit dem Ankopplungselement formschlüssig koppeln und/o der das Betätigungselement als mechanischen Anschlag für das Ankopplungselement positi onieren. Die demgegenüber komplexere Einstellbewegung für die Führungsbacken führt dann das Linearmotorsystem mit der Einstellfahrt aus.

Bei einer weiteren günstigen Ausführungsform sind die Betätigungselemente an den Laufwä gen angeordnet, und zwei Laufwägen fahren derart aufeinander auf, dass der Stellmechanis mus und damit die Führungsbacken des einen Laufwagens durch das Betätigungselement des anderen Laufwagens verstellt wird. Beispielsweise wird der Stellmechanismus eines ersten Laufwagens beim Auffahren eines zweiten Laufwagens von dessen Betätigungselement be tätigt und die Führungsbacken des ersten Laufwagens dadurch verstellt. Ebenso wäre es um gekehrt möglich, dass die Führungsbacken des fahrenden Laufwagens verstellt werden, oder dass beide Laufwägen beim Verstellen aufeinander zu fahren.

Anders gesagt wird die Stellbewegung vorzugsweise durch wenigstens eine Einstellfahrt eines Laufwagens erzeugt, bei der zwei Laufwägen bei dazwischen eingeklemmtem Ankopplungs element aufeinander zu gefahren werden. Hierbei kann einer der Laufwägen ruhen.

Die Betätigungselemente können beispielsweise stirnseitig an den Laufwägen ausgebildete Vorsprünge sein oder beliebige Bereiche der Stirnflächen der Laufwägen. Es wird jeweils das Betätigungselement des einen Laufwagens über das Ankopplungselement des anderen Lauf wagens mit dessen Stellmechanismus antriebstechnisch gekoppelt. Die Einstellfahrt kann dann von dem einen und/oder dem anderen Laufwagen ausgeführt werden. Folglich ist ein zusätzlicher Antrieb zum Verstellen der Führungsbacken entbehrlich. Die Stellbewegung für die Führungsbacken wird ausschließlich vom Linearmotorsystem bewirkt und gesteuert.

Vorzugsweise wird die Führungsweite durch Veränderung eines horizontalen Anstellwinkels zwischen den Führungsbacken verstellt und/oder durch Verschieben der Führungsbacken be züglich des Laufwagens parallel zu seiner Laufrichtung. Dies ermöglicht eine einfache und flexible Anpassung der Führungsweite ohne Austausch der Führungsbacken.

Optional werden die Laufwägen für die Formatanpassung vorübergehend auf eine Rangier strecke des Linearmotorsystems ausgeleitet. Dort kann eine stationäre Einstelleinheit unab hängig vom normalen Transportbetrieb des Linearmotorsystems angeordnet werden. Bei spielsweise kann die Einstellstation speziell für leere Laufwägen ausgelegt werden, also ohne eine potentielle Kollision mit transportierten Behältern berücksichtigen zu müssen. Die Ein stellstation kann folglich noch besser an die Erfordernisse beim Verstellen der Führungsweite angepasst werden. Ebenso wäre es denkbar, auf der Rangierstrecke spezielle Laufwägen zur Formatanpassung vorzuhalten, also Laufwägen, an denen spezielle Betätigungselemente zum Ausführen von Einstellfahrten ausgebildet sind.

Die gestellte Aufgabe wird ebenso mit einem Linearmotorsystem nach Anspruch 8 gelöst. Demnach eignet sich dieses für den hängenden oder stehenden Transport von Flaschen und umfasst individuell angetriebene Laufwägen mit Behälterführungen für die Flaschen, wobei die Behälterführungen bezogen auf die Laufrichtung vordere und hintere Führungsbacken und/oder untere und obere Führungsbacken umfassen sowie einen Stellmechanismus zum

Verstellen einer Führungsweite und/oder eines Vertikalabstands zwischen den Führungsba cken mittels eines gemäß wenigstens einer der vorigen Ausführungsformen von außen ein wirkenden Betätigungselements.

Vorzugsweise sind die Führungsbacken einzeln um vertikale Achsen schwenkbar gelagert und/oder parallel zur Laufrichtung der Laufwägen gegeneinander verschiebbar gelagert. Dies ermöglicht eine konstruktiv einfach umzusetzende Verstellung der Führungsbacken zueinan der mit einem von außerhalb des Laufwagens auf den Stellmechanismus einwirkenden Betä tigungselement.

Vorzugsweise weisen die Führungsbacken vertikal ausgerichtete und insbesondere im We sentlichen ebene Führungsflächen für die Rumpfbereiche der Flaschen auf. Damit lassen sich eine Vielzahl unterschiedlicher Behälterquerschnitte, insbesondere sowohl runde als auch nichtrunde Behälterquerschnitte, zuverlässig führen.

Vorzugsweise weist der Stellmechanismus wenigstens einen Ratschenmechanismus zur ins besondere schrittweisen Vergrößerung und Verkleinerung der Führungsweite auf. Der Rat schenmechanismus weist beispielsweise auf bekannte Weise einen Zahnkranz mit einer ein-und ausklinkbaren Sperrvorrichtung auf. Ebenso kann der Ratschenmechanismus einen Um schaltmechanismus umfassen, mit dem sich die Freilaufrichtung und die Sperrrichtung des Ratschenmechanismus umkehren lassen. Ein Ratschenmechanismus ermöglicht eine unidi-rektionale Betätigung des Stellmechanismus.

Vorzugsweise umfassen die Laufwägen von unten her oder in/entgegen der Laufrichtung zu betätigende und antriebstechnisch an den Stellmechanismus gekoppelte Ankopplungsele mente. Die Ankopplungselemente dienen der Übertragung einer Stellbewegung von dem je weiligen Betätigungselement an den Stellmechanismus oder einer ortsfesten Verankerung des Stellmechanismus derart, dass die Führungsbacken durch eine Relativbewegung des Laufwa gens bezüglich des stationär verankerten Ankopplungselements verstellt werden.

Die Ankopplungselemente können beispielsweise linear verschiebbare Bolzen sein, drehbare Wellen oder Spindeln. Die Betätigungselemente können passend dazu an Lineareinheiten, Drehantrieben oder Spindeltrieben angeordnet sein.

Bei Drehantrieben können Betätigungselemente und Ankopplungselemente zur Drehmomen tübertragung formschlüssig ineinandergreifende Strukturen aufweisen, wie beispielsweise bei einer Kreuzschlitzschraube und einem Kreuzschlitzschraubendreher oder dergleichen.

Linear arbeitende Ankopplungselemente und Betätigungselemente können korrespondie rende Erhebungen und Ausnehmungen aufweisen, ebenso zueinander passende Haken und Ösen, oder dergleichen.

Denkbar sind aber prinzipiell auch andere Bewegungen und Mechanismen, beispielweise mit tels hebelförmiger Ankopplungselemente.

Vorzugsweise umfasst das Linearmotorsystem ferner eine stationär im Bereich einer Laufbahn für die Laufwägen angeordneten Einstellstation zum motorischen Betätigen oder Verankern eines Ankopplungselements des Stellmechanismus. Es ist dann lediglich eine einzige Einstell station zum Verstellen sämtlicher Laufwägen nötig.

Vorzugsweise umfasst das Linearmotorsystem ferner eine im Bereich einer Laufbahn, insbe sondere Rangierstrecke, für die Laufwägen stationär angeordneten Einstellstation zur motori schen Betätigung oder Verankerung eines am Laufwagen gelagerten und antriebstechnisch an den Stellmechanismus gekoppelten Ankopplungselements. Damit lässt sich eine beson ders einfache Einstellstation zur Verstellung sämtlicher Laufwägen bereitstellen.

Vorzugsweise sind das Betätigungselement und das Ankopplungselement für einen magneti schen Kraftschluss zur Entriegelung des Stellmechanismus durch Annäherung des Betäti gungselements und zum Antrieb des Stellmechanismus durch Hub und/oder Drehung des Be tätigungselements ausgebildet. Dies ist berührungslos und ohne Einsatz schwierig zu reini gender Oberflächen möglich und somit besonders hygienisch.

Beispielsweise kann ein am Betätigungselement vorhandener Magnet motorisch von einer stationären oder fahrbaren Einheit auf das Ankopplungselement zu bewegt werden, um mit diesem einen im Laufwagen vorhandenen Sperrmechanismus für den Stellmechanismus durch Unterschreiten eines Schwellenabstands zum Laufwagen hin zu lösen.

Vorzugsweise kann die Führungsweite wenigstens eines Paars von Führungsbacken durch anschließende Drehung des Magneten verändert werden. Ergänzen oder alternativ kann die Höhenlage von Führungsbacken und/oder der Vertikalabstand zwischen übereinander ange ordneten Führungsbacken durch den Hub, insbesondere Vertikalhub, des Magneten verändert werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann der Magnet ein Elektromagnet sein, sodass die Umstellarbeiten unabhängig von genau definierten Abständen oder komplizierten Bewe gungsprofilen durch einfaches ein- bzw. ausschalten des Magnets durchgeführt werden kön nen.

Sowohl bei der Ausbildung des Magneten als Elektromagnet als auch als Permanentmagnet ist eine gleichzeitige Einstellung der Weite der Führungsbacken und die Höhenlage möglich, indem der Magnet sowohl die Bewegung für die Weiteneinstellung (z.B. Drehbewegung) als auch die Bewegung für die Höheneinstellung (Vertikalbewegung) durchführt.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind zeichnerisch dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 eine Schrägansicht eines Linearmotorsystems;

Fig. 2 eine schematische Draufsicht auf die Laufwägen mit Führungsbacken bei unter schiedlicher Führungsweite;

Fig. 3 eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform des Verfahrens;

Fig. 4 eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform des Verfahrens;

Fig. 5 eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform des Verfahrens;

Fig. 6 eine schematische Darstellung einer vierten Ausführungsform des Verfahrens; und

Fig. 7 eine schematische Darstellung einer fünften Ausführungsform des Verfahrens.

Wie die Fig. 1 erkennen lässt, umfasst das Linearmotorsystem 1 Laufwägen 2, die individuell von Langstatoren 3 angetrieben werden und mittels Führungsrollen 4 an Führungsschienen 5 des Linearmotorsystems 1 entlanglaufen. Dies ist prinzipiell ebenso bekannt wie an den Lauf wägen 2 vorhandene Halteklammern 6 für den hängenden Transport von Behältern, wie bei spielsweise Getränkeflaschen, an ihren Mündungsbereichen und/oder Halsbereichen.

Die Laufwägen 2 umfassen ferner automatisch verstellbare Behälterführungen 7 für die Rumpfbereiche und/oder Hals-/Schulterbereiche der zu transportierenden Behälter. Die Be hälterführungen 7 umfassen relativ zueinander verstellbare Führungsbacken 8, beispielsweise untere für die Rumpfbereiche und obere für die Hals-/Schulterbereiche, sowie einen passiven Stellmechanismus 9 mit einem Ankopplungselement 10 für ein von außen automatisch heran zu bewegendes Betätigungselement 1 1 . Der Stellmechanismus 9 ist antriebstechnisch an die Führungsbacken 8 gekoppelt, um diese an die Rumpfbereiche und/oder Hals-/Schulterberei-che der Behälter anzupassen.

Das Betätigungselement 1 1 ist hier Bestandteil einer Einstellstation 12, die im Bereich des Linearmotorsystems 1 so angeordnet ist, dass das Betätigungselement 1 1 zum Ankopplungs element 10 bewegt und mit diesem antriebstechnisch wirksam gekoppelt werden kann. Die Einstellstation 12 ist vereinfachend ohne zugehörige Befestigungsmittel dargestellt.

Die Einstellstation 12 umfasst einen automatisch, wie beispielsweise elektronisch, pneuma tisch hydraulisch oder dergleichen steuerbaren Antrieb 12a für das Betätigungselement 1 1 , beispielsweise mit einem Spindeltrieb zum Ausführen einer kombinierten Drehbewegung und Translation des Betätigungselements 1 1. Das Betätigungselement 1 1 kann auf diese Weise nach oben bewegt werden, um das Ankopplungselement 10 nach oben zu schieben und/oder zu drehen. Das Betätigungselement 1 1 könnte aber auch nur eine Drehbewegung oder eine geeignet aus mehreren Freiheitsgraden überlagerte Bewegung ausführen.

Das Betätigungselement 1 1 wirkt dabei gegebenenfalls formschlüssig mit dem Ankopplungs element 10 zusammen. Beispielsweise können korrespondierend ineinandergreifende Stirn seiten am Betätigungselement 1 1 und am Ankopplungselement 10 vorhanden sein, was prin zipiell bekannt und daher in diesem Zusammenhang nicht weiter erläutert ist.

Durch ein formschlüssig einwirkendes Betätigungselement 1 1 kann das Ankopplungselement 10 für das Verstellen der Behälterführungen 7 alternativ auch stationär verankert werden. Wie nachfolgend noch erläutert wird, führt der Laufwagen 2 dann eine die Führungsbacken 8 ver stellende Einstellfahrt relativ zum stationär verankerten Ankopplungselement 10 aus.

Die Fig. 2 verdeutlicht das Arbeitsprinzip der automatisch verstellbaren Behälterführungen 7 in schematischer Draufsicht auf ein Paar Führungsbacken 8, beispielsweise das untere Paar der Fig. 1 , der Übersichtlichkeit halber ohne die Halteklammern 6. Demnach kann eine Füh rungsweite 13 der Behälterführungen 7 durch Verstellen eines Anstellwinkels 14 und/oder ei nes Abstands 15 zwischen den Führungsbacken 8 an unterschiedliche Rumpfquerschnitte 16 oder Hals-/Schulterquerschnitte der Behälter angepasst werden.

Die Führungsweite 13 ist beispielsweise allgemein bezüglich einer Abmessung des Rumpf querschnitts 16 oder Hals-/Schulterquerschnitts entlang einer zur Laufrichtung 17 parallelen und durch die Mittelachsen der Behälter verlaufenden Vertikalebene 18 definiert. Im hier dar gestellten Spezialfall für runde Rumpfquerschnitte 16 oder Hals-/Schulterquerschnitte kann die Führungsweite 13 auch durch den Durchmesser des jeweils zu führenden Rumpfquerschnitts 16 oder Hals-/Schulterquerschnitts definiert werden.

Die Führungsbacken 8 sind bezogen auf die Laufrichtung 17 paarweise hintereinander an den Laufwägen 2 gelagert. Dadurch werden die Rumpfbereiche 16 oder Hals-/Schulterquer-schnitte sowohl schräg von vorne und hinten als auch schräg quer zur Laufrichtung 17 geführt.

Die Führungsflächen 8a der Führungsbacken 8 sind vorzugsweise plan und vertikal ausge richtet. Damit lassen sich eine Vielzahl unterschiedlicher Rumpfquerschnitte 16 sowohl in/ent gegen der Laufrichtung 17 als auch quer dazu führen.

In der Fig. 1 ist beispielhaft lediglich für den rechten Laufwagen 2 schematisch angedeutet, dass die Führungsbacken 8 zusätzlich zu den Führungsflächen 8a auch Greifelemente 8b aufweisen können, um beispielsweise gefüllte Behälter in aufrechter Transportlage zu stabili sieren. Die Greifelemente 8b sind beispielsweise als elastische Greiffinger ausgebildet. Die Führungsbacken 8 können somit als passive Greifbacken arbeiten.

Die Behälter können bei der Zufuhr beispielsweise zuerst quer zur Laufrichtung 17 gegen die Führungsflächen 8a geführt werden, drücken die Greifelementen 8b dabei nach außen und schnappen schließlich hinter den nach innen zurückfedernden Greifelementen 8b in der Be hälterführung 7 ein.

Alternativ ist es auch möglich, die Führungsflächen 8a als konturierte Führungsflächen auszu bilden (hier nicht gezeigt), um eine Führung des zu transportierenden Behälters noch effektiver gestalten zu können, indem diese sich an die Kontur des Behälters anschmiegen. Diese kon turierte Führungsfläche ist quasi als Negativ der Behälteraußenkontur ausgebildet.

In der Fig. 1 ist beispielhaft lediglich für den rechten Laufwagen 2 schematisch angedeutet, dass die Führungsbacken 8 zusätzlich zu den Führungsflächen 8a für die Rumpfquerschnitte 16 oder Hals-/Schulterquerschnitte auch untere Führungselemente 8c für die Bodenbereiche der Behälter umfassen können. Die unteren Führungselemente 8c können beispielsweise als starre / unbewegliche Auflageplatten für einen stehenden Transport der Behälter ausgebildet sein oder lediglich als Führungsflächen dienen, um die Bodenbereiche der Behälter im We sentlichen orthogonal zu führen.

Auch können die unteren Führungselemente 8c unabhängig von der Art des Transports ganz allgemein zur mechanischen Entlastung der Führungsflächen 8a und ihrer Stellmechanismen

und/oder der Greifelemente 8b ausgebildet sein, beispielsweise indem die Führungselemente 8c einen Teil der am Behälter auftretenden Gewichtskraft und/oder Trägheitskraft aufnehmen.

Um ein barrierefreies Einsetzen der Behälter in die Behälterführungen 7 zu erleichtern, können die Führungselemente 8c vom Laufwagen 2 weg nach unten hin geneigte Einführrampen oder dergleichen umfassen.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung sind in bzw. an den Führungselementen 8c und / oder an den Halteklammern 6 Gewichtskraftmesssensoren angebracht, um die Gewichtskraft des Behälters zu bestimmen. Daraus können Ableitungen getroffen werden, wie z.B. die kor rekte Befüllung eines Behälters (nach dem Befüllen), das Leergewicht des Behälters (vor dem Befüllen). Das Leergewicht kann z.B. interessant sein, um das Behälterformat bzw. die Behäl terart (z.B. 0,3-Liter-Behälter oder 1 ,0-Liter-Behälter) zu bestimmen und daraus Ableitungen für die korrekte Einstellung der Laufwägen und deren Führungselemente zu treffen. Dazu wird die Information an eine Steuereinheit wie z.B. die Maschinensteuerung übermittelt und weiter verarbeitet.

Wie die Fig. 2 zeigt, ändert sich die Lage der Mündungs-/Halsbereiche 19 der Behälter und damit die Position der Halteklammern 6 bei der Verstellung der Führungsweite 13 vorzugs weise nicht.

Die in der Fig. 2 links und mittig dargestellte Verstellung des Anstellwinkels 14 ist mit einem vergleichsweise einfachen Stellmechanismus 9 möglich und für die Formatanpassung meist ausreichend. Die rechts in der Fig. 2 dargestellte Variante zur Änderung des Abstands 15 zwischen den Führungsbacken 8 ist alternativ oder zusätzlich jedoch ebenso denkbar.

Die Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform des Verfahrens zur Formatanpassung der Behälterfüh rungen 7. Demnach umfasst der Stellmechanismus 9 ein (rechts dargestelltes) erstes An kopplungselement 10 zur Vergrößerung der Führungsweite 13 und ein (links dargestelltes) zweites Ankopplungselement 10 zur Verkleinerung der Führungsweite 13. Zur Formatanpas sung der Behälterführung 7 wird dann entweder das erste oder zweite Ankopplungselement 10 über die Einstellstation 12 gefahren und vom Betätigungselement 1 1 insbesondere mecha nisch betätigt.

Beispielhaft ist hierbei dargestellt, dass der Stellmechanismus 9 wenigstens einen Ratschen mechanismus 9a umfassen kann, um die Führungsweite 13 durch Betätigung wenigstens ei nes Ankopplungselements 10 unidirektional (hier nach oben) und insbesondere stufenweise

zu verändern. Am oberen Ende des Stellbereichs könnte der Ratschenmechanismus 9a dann beispielsweise ausklinken und das Ankopplungselement 10 durch Federspannung an das un tere Ende des Stellbereichs zurückbewegt werden. Anschließend könnte der Ratschenmecha nismus 9a wieder eine Stellbewegung, gegebenenfalls mit Einrasten, ausführen.

Ebenso wären Ratschenmechanismen 9a denkbar, bei denen am Ende ihres Stellbereichs ein Umschaltmechanismus ausgelöst wird, der die Freilaufrichtung und Sperrrichtung des Rat schenmechanismus 9a umdreht, um durch unidirektionale Betätigung des Stellmechanismus 9 abwechselnd die Führungsweite 13 zu vergrößern und zu verkleinern.

Bei der Ausführungsform der Fig. 3 führt das Betätigungselement 1 1 der Einstellstation 12 eine Einstellbewegung 20 aus. Darunter ist zu verstehen, dass die Stellung des an das Ankopp lungselement 10 heranbewegten Betätigungselements 1 1 mit der Stellung der Führungsba cken 8 direkt korrespondiert. Die Verstellung der Führungsweite 13 ist daher umso größer, je größer die Einstellbewegung 20 des Betätigungselements 1 1 ist.

Demgegenüber ist in der Fig. 4 eine weitere Ausführungsform angedeutet, bei der das Betäti gungselement 1 1 der Einstellstation 12 eine Verankerungsbewegung 21 ausführt, um das An kopplungselement 10 am ausgefahrenen Betätigungselement 1 1 stationär zu verankern. An schließend führt der Laufwagen 2 eine Einstellfahrt 22 aus, die die Führungsweite 13 entspre chend der dabei zurückgelegten Fahrtstrecke verstellt.

Der in der Fig. 4 dargestellte Ratschenmechanismus 9a wäre bei der dargestellten Art der Verankerung prinzipiell nicht erforderlich. Die Verankerung des Ankopplungselements 10 mit tels des Betätigungselements 1 1 wäre aber auch im Sinne eines (gestrichelt angedeuteten) einseitigen Anschlags denkbar. Der Laufwagen 2 würde dann auf das entsprechend ausge fahrene Betätigungselement 1 1 zu gefahren, bis das Ankopplungselement 10 anschlägt. An schließend wird die Einstellfahrt 22 ausgeführt. In diesem Fall wäre mit dem Ratschenmecha nismus 9a eine unidirektionale Betätigung des Stellmechanismus 9 möglich.

Die Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform, bei der die Einstellstation 12 entbehrlich ist. Die Stellbewegung wird durch wenigstens eine Einstellfahrt 22, 23 erzeugt, indem zwei Laufwägen 2, 24 bei dazwischen eingeklemmtem Ankopplungselement 10 aufeinander zu gefahren wer den.

Im gezeigten Beispiel soll die Behälterführung 7 eines ersten Laufwagens 2 mithilfe eines zweiten Laufwagens 24 verstellt werden. Zu diesem Zweck werden das Ankopplungselement

10 des ersten Laufwagens 2 und das Betätigungselement 1 1 des zweiten Laufwagens 24 an einander gefahren und dann wenigstens eine der Einstellfahrten 22, 23 ausgeführt. Beispiels weise ruht dabei der zweite Laufwagen 24.

Das Betätigungselement 1 1 ist in diesem Fall an den Laufwägen 2, 24 selbst vorhanden, bei spielsweise in Form eines geeigneten Gegenstücks zum Ankopplungselement 10 oder einfach in Form einer vorderen/hinteren Stirnseite des Laufwagens 2. Es spielt dabei prinzipiell keine Rolle, ob das Betätigungselement 1 1 gegen das korrespondierende Ankopplungselement 10 gefahren wird oder umgekehrt. Auch im Beispiel der Fig. 5 ist ein Ratschenmechanismus 9a für eine unidirektionale Betätigung des Stellmechanismus 9 besonders vorteilhaft.

Ähnlich der Ausführungsform gemäß Fig. 4 ist auch eine in der Fig. 6 schematisch dargestellte Variante denkbar, bei der Einstellmechanismus 12 im Bereich der (der Übersichtlichkeit halber lediglich vereinfacht angedeuteten) Führungsschienen 5 angeordnet ist. Das Betätigungsele ment 1 1 könnte dann beispielsweise eine in eine der Führungsschienen 5 beweglich integrierte oder zwischen diesen eingebettete Zahnleiste 25 sein. Die Einstellstation 12 bringt die Zahn leiste 25 vorzugsweise durch eine Verankerungsbewegung 21 in Eingriff mit einem am Lauf wagen 2 ausgebildeten Ankopplungselement 10, beispielsweise einem Zahnrad 26. Beispiels weise könnte die Zahnleiste 25 magnetisch einige Millimeter in Richtung des Laufwagens 2 bewegt und so an das Zahnrad 26 oder dergleichen Ankopplungselement 10 gekoppelt wer den.

Zum Verstellen der Behälterführung 7 wird der Laufwagen 2 dann für eine Einstellfahrt 22 an der derart ausgefahrenen Zahnleiste 25 entlangbewegt. Nach dem Verstellen wird die Zahn leiste 25 wieder zurückgefahren und somit außer Eingriff gebracht. Der Laufwagen 2 kann dann zur anschließenden Zufuhr eines Behälters fahren.

Ein derartiges Verstellen der Behälterführung 7 ist vorzugsweise in einem speziellen Anpas sungsabschnitt des Linearmotorsystems 1 , beispielsweise in einem Einsteil-Bahnhof, auf einer speziellen Nebenspur des Linearmotorsystems 1 oder dergleichen denkbar, um die Anzahl der zur Formatanpassung insgesamt nötigen Einstellstationen 12 und Betätigungselemente 1 1 , also beispielsweise der derart beweglichen Zahnleisten, zu minimieren.

Die Fig. 7 zeigt schematisch weitere optionale Aspekte der erfindungsgemäßen Formatanpas sung, nämlich zum einen eine aus hygienischer Sicht vorteilhafte berührungsfreie Betätigung der Behälterführungen 7 durch Magnetkraft und zum anderen getrennte Stellbewegungen un terer Führungsbacken 8 für Rumpfquerschnitte der Behälter und oberer Führungsbacken 8 für zugeordnete Hals-/Schulterquerschnitte.

Demnach umfasst das Betätigungselement 1 1 dann einen Magneten 27, beispielsweise einen Permanentmagneten mit unterschiedlich magnetisierten teilumfänglichen Abschnitten, der mit einem magnetisch reaktiven Ankopplungselement 10 im Laufwagen 2 zusammenwirkt, um den Stellmechanismus 9 zu betätigen und gegebenenfalls auch zu aktivieren.

Das magnetische Betätigungselement 1 1 kann vorzugsweise in mehreren Freiheitsgraden für unterschiedliche Funktionen bewegt werden, beispielsweise zum Ausführen einer Annähe rungsbewegung 28 an den Laufwagen 2, die zur Entriegelung eines Sperrmechanismus für das Ankopplungselement 10 und/oder zu dessen Ankopplung an den Stellmechanismus 9 dient. Möglich sind ferner ein vorzugsweise vertikaler Hub 29 und/oder eine Drehbewegung 30 bezüglich einer Längsachse 31 des Betätigungselements 1 1 und/oder des Magneten 27, um untere Führungsbacken 8 für Rumpfquerschnitte und/oder obere Führungsbacken 8 für zugeordnete Hals-/Schulterquerschnitte der Behälter zu verstellen.

Der vorzugsweise vertikale Hub 29 des Betätigungselements 1 1 und des Magneten 27 kann vom Ankopplungselement 10 an den Stellmechanismus 9 beispielsweise übertragen werden, um eine Höhenlage 32 der unteren und/oder der oberen Führungsbacken 8 bezüglich des Laufwagens 2 zu verstellen. Entsprechend kann ein Vertikalabstand 33 zwischen jeweils über einander angeordneten Führungsbacken 8 durch den Hub 29 verstellt werden.

Die Drehbewegung 30 des Betätigungselement 1 1 und des Magneten 27 kann entsprechend zum Verstellen der Führungsweite 13 vorhandener Führungsbacken 8, beispielsweise unterer Führungsbacken 8 für Rumpfquerschnitte und/oder oberer Führungsbacken 8 für zugehörige Hals-/Schulterquerschnitte, an den Stellmechanismus 9 übertragen werden, wie dies für die anderen Ausführungsformen bereits beschrieben ist.

Wie in der Fig. 7 links angedeutet ist, kann das magnetische Betätigungselement 1 1 von hinten oder vorne an den Laufwagen 2 herangeführt werden, beispielsweise mittels einer fahrbaren oder stationären Einstelleinheit (nicht dargestellt). Denkbar ist aber auch eine magnetische Betätigung von unten her durch eine beispielhaft angedeutete stationäre Einstellstation 12.

Zur antriebstechnischen Kopplung des magnetisch reaktiven Ankopplungselements 10 an die Führungsbacken 8 kann der Stellmechanismus 9 beispielsweise eine Linearführung 34 und/o der eine Exzenterführung 35 aufweisen.

Nach vollzogener Formatanpassung der Behälterführung 7 kann der Stellmechanismus 9 durch Umkehr der Annäherungsbewegung 28 und somit durch Auflösen der magnetischen Ankopplung des Betätigungselement 1 1 mit seinem Magneten 27, beispielsweise durch einen selbsttätig zurückfedernden Sperrmechanismus, wieder verriegelt / inaktiviert werden.

Diese magnetisch und berührungslos ausgelöste Formatanpassung erübrigt die Verwendung hygienisch problematischer Betätigungsmechanismen mit Zahnelementen, Spindelelementen oder dergleichen.

Die Verstellung der Führungsbacken 8 ist prinzipiell dreidimensional möglich, beispielsweise separat entlang zueinander orthogonaler Achsen (längs, quer, vertikal zur T ransportrichtung) oder Kombinationen daraus. Besonders praktikabel ist eine Höhenverstellung zur Anpassung an niedrigere / höhere Behälter und/oder eine Weitenverstellung zur Anpassung an schlankere / bauchigere Behälterkonturen. Prinzipiell können alle formatspezifischen Teile am Laufwagen 2 entsprechend anpassbar ausgeführt werden, beispielsweise als Neckhandling-Klammern mit verstellbarer Öffnungsweite und/oder Kontur.

Auch können die Ankopplungselemente 10 unterschiedlichen (Paaren von) Führungsbacken 8 und/oder Stellfunktionen zugeordnet sein. Das in der Fig. 3 dargestellte erste Ankopplungs element 10 zur Vergrößerung der Führungsweite 13 und das zweite Ankopplungselement 10 zur Verkleinerung der Führungsweite 13 könnten beispielsweise anstelle unterschiedlicher Stellrichtungen auch unterschiedlichen Führungsbacken 8 zugeordnet sein. So könnte das erste Ankopplungselement 10 einem unteren Paar Führungsbacken 8 und das zweite Ankopp lungselement 10 einem oberen Paar Führungsbacken 8 zugeordnet sein oder umgekehrt.

Das heißt, die obere und untere Etage der Behälterführung 7 lassen sich, sofern vorhanden, vorzugsweise getrennt voneinander einstellen. Dies kann sowohl für getrennte Einstellung oberer und unterer Führungsweite 13 der Führungsbacken 8 genutzt werden als auch für die getrennte Einstellung einer oberen und unteren Höhenlage 32 der Führungsbacken 8 und da mit auch zur Einstellung eines Vertikalabstands 33 zwischen oberen und unteren Führungs backen 8.

Bei Varianten mit übereinander angeordneten Führungsbacken 8 kann eine Verstellung oberer und unterer Führungsbacken 8 unabhängig voneinander sinnvoll oder auch nötig sein. Dazu ist es denkbar, dass das Betätigungselement 1 1 an unterschiedlichen Stellen des Laufwagens 2 angreift, also dann in der Regel auch an unterschiedlichen Ankopplungselementen 10. Es ist aber auch denkbar, dass unterschiedliche (Paare von) Führungsbacken 8 an einer Stelle des Laufwagens 2 nacheinander verstellt werden können, indem das Betätigungselement 1 1 stufenweise in Eingriff mit aufeinander / ineinander angeordneten Ankopplungselementen 10 und/oder Getrieben des Stellmechanismus 9 gebracht wird.

Beispielsweise könnte das Betätigungselement 1 1 einen ersten Hub ausführen, um das An kopplungselement 10 formschlüssig an ein erstes Getriebe im Stellmechanismus 9 zu koppeln, und danach einen zweiten Hub, um das Ankopplungselement 10 formschlüssig an ein zweites Getriebe im Stellmechanismus 9 zu koppeln. Denkbar wäre also, die Stellfunktion durch un terschiedlich weites Ausfahren des Betätigungselements 1 1 , beispielsweise einer Welle, zu auswählen und die jeweilige Stellposition der derart ausgewählten Führungsbacken 8 durch Drehung des Betätigungselements 1 1 , also beispielsweise der Welle, einzustellen.

Allen dargestellten Ausführungsformen ist gemeinsam, dass das Verstellen der Führungsweite 13 durch eine Relativbewegung des Ankopplungselements 10 bezüglich der Lagerung der Führungsbacken 8 am Laufwagen 2 bewirkt wird. Unterschiede liegen vor allem in der Anord nung und der Funktion des Betätigungselements 1 1 zur Betätigung oder zur Verankerung des Stellmechanismus 9.

Die Halteklammern 6 und die Führungsrollen 4 wurden in den Fig. 3 bis 7 weggelassen, da sie für die Funktion des passiven Stellmechanismus 9 als antriebstechnische Kopplung der Füh rungsbacken 8 an ein von außen aktiv einwirkendes Betätigungselement 1 1 keine besondere Rolle spielen.

Die Einstellfahrten 22, 23 lassen sich mit dem Linearmotorsystem 1 anhand der für die Trans portfunktion des Linearmotorsystems 1 vorhandenen Steuerfunktionen durch geeignete Pro grammierung ausführen.

Das Verstellen der Führungsweite 13, der Höhenlage 32 und/oder des Vertikalabstands 33 lässt sich auf einer mittels wenigstens einer Weiche an einen Transportabschnitt des Line armotorsystems 1 angeschlossene Rangierstrecke (nicht dargestellt) für leere Laufwägen 2 durchführen. Da dort kein Behältertransport nötig ist, müsste bei der Auslegung und Anord- nung einer Einstellstation 12 und seines Betätigungselements 1 1 sowie der Ankopplungsele mente 10 nicht auf die T ransportfunktion der Laufwägen 2 bzw. auf eine mögliche Kollision mit Behältern Rücksicht genommen werden.

Die Ankopplungselemente 10 könnten prinzipiell beliebige Drehbewegungen, Linearbewegun gen und/oder Schwenkbewegungen ausführen sowie Kombinationen dieser prinzipiellen Be wegungstypen. Beispiel hierfür ist eine kombinierte Drehbewegung und Linearbewegung ei nes Spindeltriebs oder dergleichen. Besonders praktikabel sind Ankopplungselemente 10 in Form linear verschiebbarer Bolzen.

Für die Verankerung von Ankopplungselementen 10 mittels des Betätigungselements 1 1 ge nügen vergleichsweise einfache Hubbewegungen an der Einstellstation 12. Da die jeweils ein gestellte Führungsweite 13 der Behälterführungen 7 im Steuerungssystem des Linearmotor systems 1 prinzipiell bekannt ist, können die Ankopplungselemente 10 der Laufwägen 2 jeder zeit passend in den Stellbereich der Betätigungselemente 1 1 für die anschließende Formatan passung gefahren werden.

Hierbei sind prinzipiell beliebige Verankerungsmechanismen denkbar, wie beispielsweise Kombinationen aus Haken und Ösen, Vorsprüngen und Vertiefungen, Bolzen und Bohrungen oder dergleichen formschlüssige Verbindungen.

Eine Betätigung der Ankopplungselemente 10 von unten her ist für eine kollisionsfreie Anord nung der Einstellstation 12 unterhalb einer Transportbahn der Behälter vorteilhaft. In/entgegen der Laufrichtung 17 zu betätigende Ankopplungselemente 10 sind insbesondere zum Ausfüh ren von Einstellfahrten 22, 23 mit den Laufwägen 2, 24 vorteilhaft.

Prinzipiell wären jedoch auch davon abweichende Betätigungsrichtungen für die Ankopplungs elemente 10 denkbar, wie beispielsweise quer zur Laufrichtung 17.

Die Laufwägen 2 können sowohl zum hängenden Transport mittels der Halteklammern 6 für die Mündungs-/Halsbereiche der Behälter als auch zum stehenden Transport mittels der un teren Führungselemente 8c, wie beispielsweise Auflageplatten, für die Bodenbereiche der Be hälter ausgebildet sein.

Die Halteklammern 6 können beispielsweise bei einer Formatumstellung zwischen Enghals flaschen und Weithalsflaschen verstellt werden.

Mit dem beschriebenen Verfahren und dem beschriebenen Linearmotorsystem 1 ist eine fle xible Formatanpassung der Laufwägen 2 ohne Austausch von Rüstteilen möglich. Dadurch können sowohl Aufwand für Lagerhaltung und Personal als auch Produktionsunterbrechungen und Fehlerquellen minimiert werden. Zudem ist die beschriebene Formatanpassung prinzipiell auch bei erhöhten hygienischen Anforderungen möglich.