In Bearbeitung

Bitte warten ...

Einstellungen

Einstellungen

Gehe zu Anmeldung

1. WO2020126185 - VERFAHREN UND ANLAGE ZUR KÜHLUNG VON GENERATOREN

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Verfahren und Anlage zur Kühlung von Generatoren

[0001 ] Diese Erfindung betrifft ein System zum effizienten Kühlen der Kupferleitungen von grossen Elektro-Generatoren. Kleinste und kleine Generatoren werden mit Luft gekühlt, mittelgrosse wiederum mit Wasserstoff, und bei grossen Generatoren kommt man nicht um eine Wasserkühlung herum. Es befinden sich im Stator 1 m bis 12 m lange Stäbe, welche die Statorwicklung bilden. Diese Stäbe bestehen aus Bündeln von bis zu 40 Kupferleitern. Hydrogeneratoren weisen manchmal hunderte von Stäben auf. Manche dieser Kupferleiter sind hohl und bilden frei bleibende Kühlkanäle von einigen Quadratmillimetern Querschnitt, durch die Wasser gepumpt wird.

[0002] Etwa 50% aller Generatoren werden mit Kühlwasser mit einem Sauerstoffgehalt von > 2 ppm betrieben. Der Sauerstoff im Wasser reagiert mit den inneren Oberflächen dieser Kupferhohlleiter von Grossgeneratoren und es wird an den Wänden der Kühlkanäle eine Schicht von Kupfer-Oxid gebildet. Dabei handelt es sich um eine sich fliessend neu bildende Schicht, während ebenso fliessend ein Teil der Schicht durch das vorbeiströmende Wasser abgebaut wird. Im Idealfall soll die Schicht über die Zeit gleichstark bleiben, das heisst der Schichtaufbau und Schichtabbau sollen sich in einem Gleichgewicht halten.

[0003] Grossgeneratoren zur Stromerzeugung werden oft mit direkter Wasserkühlung in der Kupferwicklung ausgestattet. Das Kühlwasser zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf mit einer kontinuierlichen Demineralisierung in einem partiellen Bypassstrom. Dies garantiert Reinstwasser-Bedingungen, um die Interaktionen mit den Systemmaterialien zu minimieren. Insbesondere die Kupferoberflächen in der Statorwicklung, welche direkt dem Kühlwasser exponiert sind, müssen möglichst stabil gehalten werden. Dazu ist die Wasserchemie sorgfältig zu kontrollieren. Neben löslichen Verunreinigungen, welche mittels des lonentauschers im Demineralisations-Bypass kontrolliert werden, muss der Sauerstoffgehalt entweder sehr tief oder sehr hoch gehalten werden. Betreibt man die Kühlung mit viel O2 im Kühlwasser, mit über 2 ppm, so bildet sich eine stabile CuO-Schicht, während bei niedrigem 02-Gehalt, unter 20 ppb versucht wird, die Kupferoxidbildung zu minimieren. In einem Bereich des O2-Gehaltes im Kühlwasser zwischen 20 ppb und 2 ppm bildet sich eine instabile Kupferoxid Mischung. Man versucht insbesondere, einen 02-Anteil zwischen 200 ppb, und 1000 ppb zu vermeiden, weil bei diesem 02-Anteil die CuO-Schicht am instabilsten ist. Vielmehr versucht man daher, mit dem 02-Anteil entweder gegen 0 ppb zu gehen, oder aber mit einem 02-Anteil von über 2000 ppb zu fahren. Bei hohem 02-Anteil bildet sich eine stabile Schicht von hauptsächlich CuO auf den Innenwänden der Kühlkanäle. Ein weiterer zu berücksichtigender Aspekt ist der C02-Gehalt im Kühlwasser, denn CO2 erniedrigt den pH-Wert des Kühlwassers und dieses greift dann die CuO-Schicht an, das heisst diese Schicht wird löslich und instabil, was im schlimmsten Fall zu Verstopfungen der Kühlkanäle führt.

[0004] Um den Sauerstoffgehalt zu kontrollieren, kann Gas in das System eingeblasen werden. Für Systeme mit tiefem Sauerstoffgehalt wäre dies üblicherweise Stickstoff N2, für Systeme mit hohem Sauerstoffgehalt üblicherweise Luft. Meist wird in Fällen von tiefem Sauerstoffgehalt kein Gas eingeblasen, aber ein Schutzgas im Tank gehalten. Wenn bei hohem Sauerstoffgehalt Luft eingeblasen wird, so bringt das den Nachteil mit sich, dass damit auch CO2 in das System eingebracht wird, welches wie erwähnt das Wasser ansäuert und damit die Oxidschicht auf den Kupferoberflächen destabilisiert. Um dies zu minimieren sollte das CO2 aus der eingeblasenen Luft vorgängig entfernt werden.

[0005] Zusätzlich zur Wasserkühlung werden Grossgeneratoren auch mit Wasserstoffgas gekühlt, welches im Innern des Generatorgehäuses zirkuliert. Wasserstoff-Moleküle diffundieren aber unvermeidlich durch die Teflonschläuche in das Kühl wassersystem des Stators. Wenn jedoch ein Leck in den Kupferstäben des Stators oder den Verbindungen vorliegt, strömen grössere Mengen an Wasserstoff in das Kühlwasser, weil der Wasserstoffdruck im Inneren des Generatorgehäuses

absichtlich höher gehalten wird als der Kühlwasserdruck. Wenn hh ins Kühlwasser eindringt, ist das nämlich weit weniger gefährlich als wenn umgekehrt Kühlwasser in das Generatorgehäuse gelangen würde.

[0006] Das Kühl wassersystem muss einen Mechanismus zur Entgasung des Wassers aufweisen. Oft wird diese Aufgabe mit einem Tank im Hauptstrom gelöst, welcher eine Entlüftungsleitung zur Atmosphäre hat. Durch diese Entlüftung entweicht auch der Wasserstoff, welcher wie oben erklärt unvermeidlich in geringen Mengen ins System gelangt.

[0007] In der praktischen Ausführung ist ein mit Kühlwasser gefüllter Speichertank vorhanden, und von unten wird Luft in denselben eingepumpt. Der Gehalt eines gelösten Gases im Wasser richtet sich im Gleichgewicht nach dessen Partialdruck im Gasraum des Speichertanks. Im Folgenden werden nur noch Systeme in Betracht gezogen, die mit einem hohen Sauerstoffgehalt im Kühlwasser gefahren werden. Man sättigt das Kühlwasser mit C02-freier Luft zum Anreichern mit O2. Ein Anteil des O2 reagiert mit dem Kupfer der Innenwände der Kühlkanäle und bildet auf denselben eine Kupfer-Oxid-Schicht. In dem Wasser, welches den Generator verlässt, ist auch wenig Wasserstoff enthalten, welcher wiederum im Tank entsprechend seines Partialdrucks ausgast. Die Abluft mit einem ganz geringen Anteil an H2 wird aus dem Speichertank über eine Entlüftungs-Steigleitung ins Freie abgelassen. Die Sauerstoff-Anreicherung dient dazu, konstant einen Sauerstoffgehalt von > 2000 ppb zu erhalten, um die Kupfer-Oxide-Schicht möglichst stabil zu halten.

[0008] Nach der herkömmlichen Lehre hält man die Luftinjektionsrate bewusst gering, auf <0.15 CFM = 4.25 L/min, weil man davon ausgeht, dass dann ein Wasserstoff-Anteil in der Luft bzw. die Wasserstoffkonzentration in diesem Luftanteil einfacher messbar sei als in einem grossen Luftvolumen, in welchem der Wasserstoff nur einen ganz geringen und vermeintlich schwierig nachzuweisenden Anteil einnähme.

[0009] Die von den Generatorherstellern gelieferten und installierten teuren Messgeräte für die Bestimmung des H2-Gehalts in der Abluft werden in der Praxis meist nicht beachtet und sie werden weitgehend sich selbst überlassen. Es gibt noch kein Gerät, welches regelmässig den C02-Gehalt in der Luft, welche injiziert wird, misst, sondern es wird einfach davon ausgegangen, dass CO2 wirksam entfernt wird. CO2 in der eingeblasenen Luft greift aber die Kupfer-Oxid Schicht an den Kühlkanal-Innenwänden wie erwähnt an, und somit ist es erstrebenswert, den CO2 Gehalt in der Luft genau zu kennen, und um zu erkennen, wenn die C02-Entfernung fehlerhaft ist.

[0010] In der Praxis wird von den Herstellern der Generatoren angegeben, in der eingeblasenen Luft trete kein CO2 auf. Das stimmt bei Inbetriebnahme der Generatoren in der Regel, aber über einige Betriebsjahre hinaus trifft das nicht mehr immer zu und es können erhebliche C02-Anteile im eintretenden Luftstrom gemessen werden. Weil zu jenem Zeitpunkt möglicherweise anfänglich vorhandene Garantien abgelaufen sind, dann ist der Kraftwerkbetreiber mit dem Problem konfrontiert und damit allein gelassen, dass sich die Kühlkanäle zusetzen. Dieses Problem äussert sich in der Regel erst dann, wenn die Kühlfunktion unversehens beeinträchtigt ist und die Temperaturen ansteigen oder sogar einen unzulässigen Grenzwert übersteigen. Die Kraftwerkbetreiber wünschen sich Abhilfe, um dieses Problem ein- für allemal in den Griff zu bekommen.

[001 1 ] Im Stand der Technik ist besonders auf US 2007/0277593 A1 hinzuweisen. Dieses Patent ist eine Aktualisierung eines älteren Patentes zum alten Stator-Leckage-Monitoring mit als wichtigste Änderungen der Verringerung der Lufteinblasrate auf <0,15 CFM (=4,25 L/min), was zu einer Erhöhung der Genauigkeit des Überwachungssystems auf etwa 0,2 CFD Wasserstoffleckrate führt. Der größte Nachteil ist aber, dass bei dieser geringen Lufteinblasung unter normalen Betriebsbedingungen explosive Gaskonzentrationen, das heisst ein Gemisch von Wasserstoff und Luft im Tank und in der zur Atmosphäre offenen Entlüftungsleitung Vorkommen können. Es gibt mehr als 1 Ό00 Generatoren mit hohem Sauerstoffgehalt im Kühlwasser, die alle über eine korrekte C02-freie Lufteinblasung verfügen sollten. Es sind Hunderte von Systemen in Betrieb, teils schon seit Jahrzehnten, und an diesen wird die Wartung oft zuwenig konsequent durchgeführt.

[0012] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren und eine Anlage zur effizienteren und sichereren Kühlung von elektrischen Gross-Generatoren anzugeben. Die Lufteinblasung soll insgesamt auch kostengünstiger und sicher überwachbar sein und die C02-Konzentration ins Kühlwasser eingeleiteten Luft soll jederzeit messbar und unter einem bestimmten Grenzwert haltbar sein.

[0013] Die Lösung für diese Aufgabe besteht in einem Verfahren zum Kühlen der Kupferleitungen von grossen Elektro-Generatoren, wonach gezielt je nach Systemparameter entweder C02-freie Luft oder reiner Stickstoff N2 in den Kühlkreis eingepumpt wird.

[0014] Mit diesem Verfahren und dieser Anlage wird bezweckt, dass einerseits das entsprechende Gas ins System eingebracht wird, und andererseits die Wasserstoffleckage laufend gemessen und überwacht wird. Um dieses zu bewerkstelligen, wird Folgendes durchgeführt:

1. Für Systeme mit hohem Sauerstoffgehalt wird C02-freie Luft injiziert, für Systeme mit tiefem Sauerstoffgehalt wird Stickstoff N2 injiziert.

2. Über ein Monitoring-System wird die Wasserstoffkonzentration an der Entlüftungsleitung laufend gemessen und überwacht.

3. Mit einer elektronischen Steuereinheit als Kontrollbox und einem Display wird anhand der gemessenen Daten des Luftstroms und der Wasserstoffkonzentration eine Wasserstoffleckage erkannt und es werden die Schlüsseldaten angezeigt.

4. Über ein Monitoring-System wird die C02-Konzentration der injizierten Luft gemessen und an der Steuereinheit dargestellt.

5. Optional können zusätzliche Instrumente angeschlossen sein, um weitere Chemieparameter des Kühlwassersystems zu messen und einzuhalten.

[0015] Die Anlage zur Durchführung des Verfahrens, zum Anschluss an ein Stator-Kühl wasser-System, weist einen Stator-Kühlwassertank mit abgehender Leitung und Steigrohr auf, wobei die abgehende Leitung das Kühlwasser durch Pumpen, Wärmetauscher, einen Filter und hernach wahlweise durch einen lonentauscher zurück in den Stator-Kühlwassertank führt oder in die Kühlkanäle einer Statorwicklung in einem Generator, und ist dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Luftinjektions-System mit Kontrollsystem einschliesst, mit Messinstrumenten für das Messen von CO2 in der Zuluft und H2 in der Abluft, sowie mit einer Steuereinheit mit Bedienelementen, wobei für die C02-Konzentration wie auch für die Fh-Konzentration Grenzwerte eingebbar sind, bei deren Überschreiten ein Alarm abgebbar ist oder Massnahmen automatisch einleitbar sind.

[0016] Eine solche Anlage wird in den Figuren anhand einer schematischen Darstellung gezeigt. Ihre Komponenten und ihre Funktion sowie das damit durchgeführte Verfahren werden im Einzelnen beschrieben und erläutert.

Es zeigt:

Figur 1 : Ein Schema einer konventionellen Generator-Kühlung mit ihren

Komponenten, um später den Unterschied der erfindungsgemässen Anlage dazu und des damit betriebenen Verfahrens klarer aufzeigen zu können;

Figur 2: Das Schema eines Generators mit Kupferstäben mit deren

Kühlkreislauf und dem Speichertank im grundsätzlichen Aufbau;

Figur 3: Das Schema eines Generators mit Kupferstäben mit deren

Kühlkreislauf und dem Speichertank, der Entlüftungs-Steigleitung und der angeschlossenen erfindungsgemässen Anlage für die Durchführung des Verfahrens;

Figur 4: Ein Schema eines C02-Abscheiders für Luft.

[0017] Zunächst zeigt das Schema nach Figur 1 eine konventionelle Kühlung eines Generators mittels Wasser. Im Grundsatz geht es um die Kühlung der Kupferstäbe 16, 17 in der Figur 1 . Diese Kupferstäbe sind der Länge nach von Kühlkanälen durchsetzt. Leitungen aus Teflon sind als Zuleitungen 22 und als Ableitungen 24 an diese Kühlkanäle 16, 17 angeschlossen. Es ist ein Wassertank 30 vorhanden, welcher im Bild zu ca. 2/3 mit Wasser gefüllt ist, während oberhalb des Wasserspiegels Raum 50 für Gas bzw. Luft vorhanden ist. Über ein Ventil 60 kann Kühlwasser dem Tank

zugeführt werden. Das Kühlwasser fliesst nach unten ab durch die Leitung 19 und fliesst dann durch eine Pumpe 34, einen Wärmetauscher 36 und einen Filter 38, wonach es über den Verteiler 20 und die daran angeschlossenen Zuleitungen 22 in die Kühlkanäle 16, 17 eingespiesen wird. Nach Wärmeaufnahme fliesst es auf der anderen Seite der Kühlkanäle über die Ableitungen 24 und einen Sammler 26 über die Leitung 28 zurück in den Tank 30. Der Generator bzw. dessen Kupferstäbe werden von aussen mit Wasserstoffgas Fh umspült. Dabei diffundiert unweigerlich ein geringer Anteil Wasserstoff Fte durch die Teflonschläuche 22 und 24 hindurch ins Innere des Kühlwassers. Dieser Wasserstoff wird dann vom Kühlwasser mitgeführt und gelangt in den Tank 30 und entweicht aus diesem über die Steigleitung. Zusätzlich wird nach dem Stand der Technik Luft ins Kühlwasser eingepumpt. Diesen Luftanteil hält man bewusst gering, sodass der Volumenstrom jedenfalls unterhalb von 4.25 l/min bleibt. Nach der gängigen Lehrmeinung stelle nur ein so geringer Luftanteil sicher, dass man den Wasserstoffgehalt im Kühlwasser zuverlässig überwachen könne.

[0018] Die Figur 2 zeigt schematisch einen Aufbau eines Kühlsystems für einen wassergekühlten Generator 1 . Aus einem Wassertank 2 wird über die Leitung 3 durch die Pumpen 4 und ihre zugehörigen Elektromotoren 5 Wasser durch einen Wärmetauscher 6 gepumpt, in welchem Wärme aus dem Wasser abgezogen wird, sodass kühles Wasser hernach durch einen Filter 7 strömt. Nach dem Filter 7 zweigt eine Wasserleitung 8 in einen lonentauscher 9 ab, welches Wasser hernach über die Rücklaufleitung 10 in den Wassertank 2 zurückgeführt wird. Dieser Nebenstrom ist üblicherweise konstant und er dient dazu, mögliche Verunreinigungen, unter anderem CO2, Kupferoxide, etc. zu entfernen. Weil der Generator im Innern seines Gehäuses mit Wasserstoffgas umspült ist, und unweigerlich ein geringer Anteil Wasserstoff durch die Teflonschläuche ins Kühlwasser eindringt, wird dieser zusammen mit dem Kühlwasser, welches im Innern des Generators Wärme aufnahm, zurück in den Tank 2 geführt. Von dort entweicht der Wasserstoff dem Tank 2 über eine lange Steigleitung 13 in die Atmosphäre.

[0019] Die Figur 3 zeigt die wesentlichen Komponenten der erfindungsgemässen Anlage zum Durchführen des Verfahrens, zusammengeschaltet mit einem Kühlsystem wie eben vorgestellt. Aus dem Kühlwassertank 2 führt eine Steigleitung 13 nach oben.

Durch diese wird aus dem Kühlwasser ausgeschiedener Wasserstoff an die Atmosphäre abgegeben. Gemäss dem neuen Konzept wird mit einem Injektions-Modul gearbeitet, das in Figur 3 mit einer gestrichelten Linie umfasst ist und insgesamt mit 60 bezeichnet ist. Kernstück dieses Konzeptes ist es, dass dem Kühlkreisluft CO2-freie Luft zugeführt wird, und zwar in einem wesentlich höheren Mass als bisher praktiziert, nämlich mit einer Injektionsrate von mehr als 70 cm3/sBisher wurde diese Injektionsrate empirisch gewählt und eher tief gehalten. Druckluft DL, vom Kraftwerk bereitgestellt, wird über ein Ventil V1 , das Kraftwerk-seitig vorhanden ist, über ein zur Anlage gehöriges weiteres V1 1 in die Anlage gepumpt. Mit einem Drucksensor PS1 für einen Bereich 0-100 psi, mit einem typischen Betriebsregime von 70 psi Eingang und 50 psi Ausgang, wird laufend der Druck der angesaugten Luft gemessen, und mit einem Durchflussmesser FS1 von 0-10 l/min wird der Luftdurchfluss gemessen.

[0020] Der Wasser- und C02-Anteil wird in einem Aggregat 61 abgeschieden. Es folgt ein weiterer Drucksensor PS2. Dann strömt die Luft durch ein CO2 Analysegerät. Dieses ist in der Lage, die C02-Konzentration von 0-1000 ppm anzuzeigen. Dieses C02-Analysegerät 62 überprüft die Reinigungswirkung des C02-Entferners, um CO2-freie Luft zu garantieren. Die von CO2 entlastete Kühlluft geht dann via das Anlagen seitige Ventil V12 und dann über ein Generator-seitiges Ventil V2 über die Leitung 64 zum Kühlwassertank 2. Aus diesem wird das mit C02-freier Luft angereicherte Kühlwasser schliesslich in die Kühlkanäle in den Kupferstäben des Generators 1 gepumpt. Die injizierte Luft dient nicht nur zur Anreicherung des Kühlwassers mit Sauerstoff, sondern zusätzlich wird auch noch ein Teil des Wasserstoff H2 aus dem Tank 2 entfernt. Dieses Wasserstoff-Luft Gemisch wird über das Steigrohr 13 abgelassen. Aus der Steigleitung 13 wird Gas entnommen und durch das Generator seitige Ventil V3 und das Anlagen-seitige Ventil V13 über das Pumpenrad 63 und über einen Durchfluss-Sensor FS2 zu einem Fh-Analysegerät 67 gefördert. Die Durchflussmenge wird hier niedriger als in der Luftinjektion gehalten. Das System kann auch für Systeme mit niedrigem Sauerstoffgehalt eingesetzt werden, in einer vereinfachten Variante auch ohne C02-Entfernung, indem anstelle von Luft reiner Stickstoff N2 eingeblasen wird.

[0021 ] Wie aus Figur 3 weiter ersichtlich, führen elektrische Leitungen von allen

Anlagekomponenten, nämlich vom Drucksensor PS1 , vom Durchflussmesser FS1 , vom Aggregat 61 für die H2O/CO2 Überprüfung, vom Ein/Aus-Schalter E, vom zweiten Drucksensor PS2, vom C02-Analysegerät 62, vom Fh-Analysegerät 67, vom zweiten Durchflussmesser FS2, von der Pumpe PM für den Durchfluss des Kühlwassers und vom Gas-Durchflussmesser FS3 im Steigrohr 13 zu einer zentralen elektronischen Steuereinheit 65, welche die Daten von all diesen Komponenten verarbeitet und an einem zugehörigen Display zur Anzeige bringt, wobei an dieser elektronischen Steuereinheit 65 über ein zugehöriges Bedienfeld je nach Bedarf gewünschte Parameter zuhanden der Steuereinheit 65 eingegeben werden können, zum Beispiel systemtypische Grenzwerte. Die eingezeichneten Ventile V1 1 bis V14 können wahlweise elektronisch steuerbare Magnetventile sein, um das ganze Injektionsmodul 60 bedarfsweise via die zentrale elektronische Steuereinheit 65 an ein Kühlsystem an-oder abzukoppeln.

[0022] Neu wird nun also Luft nach diesem vorliegenden Kühlkonzept in wesentlich grösserem Umfang in das Kühlwasser einqepumpt. um einen Volumenstrom von jedenfalls mehr als 5 l/min zu erreichen. Der Volumenstrom der von CO2 gereinigten Luft, die eingeblasen wird, ist im Rahmen eines noch akzeptabel grossen Wasserstofflecks nämlich genügend hoch, um ein explosives Gemisch mit Wasserstoff sicher zu vermeiden. Ist das Leck grösser, muss der Generator 1 sowieso zur Reparatur ausgeschaltet werden. Dieser grosse Volumenstrom an Luft unterscheidet sich von den gängigen Lösungen, die mit einem Volumenstrom von <4.25 l/min arbeiten. Der genügend genaue Nachweis des Fh-Anteils in der Luft für die kontinuierliche Überwachung ist mit neuen H2 Messgeräten auch bei kleinsten Konzentrationen von H2 in der Luft möglich. Dadurch kann man sicherstellen, dass kein explosives Gasgemisch im Kühlwassertank 2 und der Steigleitung 13 vorhanden ist.

[0023] Bei mehreren chemischen Reinigungen bei Systemen mit hohem Sauerstoffgehalt war eines der Probleme das Eindringen von CO2 in das Stator-Cool ing-Water-System SCWS durch das Stator-Leckage-Monitoring-System SLMS. Das SLMS ist mit einem C02-Entferner ausgestattet, aber dieser leidet in der Praxis oft an Nichtfunktion oder Fehlfunktion und bietet unzutreffende Rückmeldungen. Daher besticht eine wirklich funktionierende C02-freie Lufteinblasung, vorzugsweise in Kombination mit einem ebenfalls wirklich funktionierenden Wasserstoff-Leckage-Monitoring-System, denn oftmals arbeiten die derzeit installierten Monitoring-Systeme ebenfalls nicht zufriedenstellend.

[0024] Alle Daten aus dem Lufteinlasssystem sowie dem Fh-Analysator 67 gehen wie schon erwähnt in eine elektrische Steuereinheit 65 in einem Schaltkasten. Damit ist eine Kontroll-Box gebildet. In dieser werden wenigstens die Wasserstoff-Leckrate berechnet und die wichtigsten Parameter und Alarme werden zur Anzeige gebracht. Die Daten Speicherung kann auf einem Festspeicher oder USB-Stick sowie über eine mögliche Online-Datenübertragung an einen Server eingerichtet werden. Die Wasserstoffleckrate kann nach folgender Formel aus der Luftmenge berechnet werden, die in das System eingespritzt wird, und der Wasserstoffkonzentration in der Luft, welche das System verlässt.

(—Luft (eingeblasen) * H2 (gemessen)

H 2 ( Leckage )

(H2 (gemessen)— H2 (Reinheit)

H2 (Leckage) H2 Leckage-Rate

Luft (eingeblasen) Luft-Injektionsrate

H2 (gemessen) gemessene Konzentration von H2

H2 (Reinheit) Fh-Reinheit des Kühlgases (typischerweise 95-99%)

[0025] Das Besondere am vorliegenden Kühlkonzept ist es, dass mit einer bewusst höheren Lufteinblasrate von > 0,15 cfm bzw. 70 cm3/s gearbeitet wird, und das Risiko explosiver Gase in der Lüftungsleitung sowie dem Expansionstank verhindert wird, was ein wesentliches Sicherheitsmerkmal darstellt. Für die Berechnung der Lufteinblas-Menge wird nach dieser neuen Formel auch die Wasserstoffreinheit des Wasserstoffkühlgases als Messgrösse mit einbezogen.

[0026] Die Anlage kann modular aufgebaut sein, um entweder nur das Lufteinlasssystem oder auch nur die Wasserstoffleckage-Überwachung bereitzustellen. Je nach Ausführung muss die Wasserstoffleckage-Überwachung über ein Lufteinlasssystem verfügen. Sie beinhaltet immer den Schaltkasten mit einer elektronischen Steuereinheit 65 als Kontroll-Box, mit allen notwendigen Anschlüsse für zukünftige Erweiterungen, wenn nur eines der beiden modularen Systeme installiert ist. Abhängig vom Design des Kühlwassersystems liegen bis zu 20 Cubic-Feet bzw. 0.5663 m3 Fh Leckagen vor, ohne dass es zu einer explosiven Mischung im Generator kommt. Dabei handelt es sich schon um mittlere Leckagen, die naheliegend repariert werden sollten bzw. müssen. Beispielsweise Richtwerte und die daraus zu implizierenden Anzeigen sind folgende:

• Dichtes System: 0,2 Cubic-Feet = 0.005663 m3/Tag: 0,08% Fh in Luft

• Normales System: 1 Cubic-Feet = 0.02832 m3/Tag: 0,38% Fh in Luft

• 5 Cubic-Feet = 0.1416 m3/Tag: 1 ,91 % Fh in Luft: Es erfolgt ein akustischer und optischer ALARM wegen des Vorhandenseins potenziell explosiver Gasgemische! Ab 4% ist ein Gemisch explosiv und somit gefährlich. Mit einer Alarmschwelle von 1 .91 % Fh in der Luft ist besteht eine Sicherheitsmarge von 100%.

• Mittlere Leckage: 20 Cubic-Feet = 0.5663 m3/Tag: 7,63% Fh in Luft

• Starke Leckage: >50 Cubic-Feet = 1 .416 m3/Tag: >19,07 % Fh in Luft

[0027] Die zur Anlage gehörige elektronische Steuereinheit 65 schliesst folgende Funktionen ein, die über ein Bedienfeld abrufbar und am zugehörigen Display anzeigbar sind.

• Anzeige des Lufteinlassstroms

• Alarm oder Anzeige der C02-Konzentration der Lufteinblasung

• Anzeige der Wasserstoffkonzentration in der Entlüftungsleitung

• Berechnung und Anzeige der Wasserstoffleckrate

• Datenspeicherung über USB

• Potenziell erweiterbar zur drahtlosen Datenübertragung zu einem Server

• Löst akustischen und optischen Alarm aus bei:

hoher C02-lnjektion in das Stator-Cool ing-Water-System SCWS Fehlfunktion der Lufteinblasung

Wasserstoff-Gehalt erreicht >2%

In Zukunft kann die Anlage für dieses Stator-Kühlwassersystem (Stator Cooling Water System SCWS) mit einem Chemieinstrumentierungs-Modul kombiniert werden.

[0028] In Figur 4 ist noch ein Schema eines C02-Abscheiders für Luft dargestellt um dessen Funktion zu erläutern. Die zu reinigende Luft strömt durch den Einlass 70 in die Absorber-Kolonne T 1 . Die Luft, das heisst die mit CO2 und H2O belastete Luft fliesst dann von unten nach oben durch diese Absorber-Kolonne T1 . Typischerweise wird mehr als 50% der in dieser Absorber-Kolonne T1 gereinigten Luft in der Regenerations-Kolonne T2 für deren Regeneration verwendet, während die restliche Luft C02-frei ist und über das Rückschlagventil 71 und den Anschluss 75 abgezogen werden kann und für eine Verwendung zur Verfügung steht. Ein Solenoid-Vierwege-Ventil 72 wird periodisch von Absorber-Kolonne T 1 zur Regenerations-Kolonne T2 und umgekehrt gewechselt. Die Regeneration kann durch eine Heizung unterstützt werden, zum Heizen der Regenerations-Kolonne T2 oder direkt des Regenerationsgases, indem die Kolonne T2 unter einen Unterdrück gesetzt wird, und durch Entlassen von Regenerationsgas auf Umgebungsdruck, während die Absorption in der Kolonne T1 auf einem erhöhten Druckniveau erfolgt.