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1. WO2020126168 - VERFAHREN ZUR ZUSAMMENARBEIT VON MEHREREN GERÄTEN EINES LOKALEN NETZWERKS

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Beschreibung

Verfahren zur Zusammenarbeit von mehreren Geräten eines lokalen Netzwerks

GEBIET DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur

Zusammenarbeit von mehreren Geräten eines lokalen Netzwerks, wobei Daten eines Geräts direkt einem anderen Gerät des lokalen Netzwerks übermittelt werden,

wobei die Geräte jeweils über einen Rechner mit Software-Anwendungen zur Verarbeitung der Daten des Geräts verfügen, wobei das lokale Netzwerk mit einem Cloud-Netzwerk in

Verbindung steht, welches Back-End-Dienste für die

Verarbeitung der Daten aus dem lokalen Netzwerk ausführt.

Die vorliegende Erfindung wird insbesondere im Zusammenhang mit dem sogenannten Internet of Things (IoT) eingesetzt.

STAND DER TECHNIK

Das sogenannte Internet der Dinge (engl. Internet of Things, IoT) umfasst ein Netzwerk von physischen Geräten, wie

Sensoren oder Aktuatoren. Die Geräte sind mit Elektronik, Software und einer Netzwerkverbindung versehen, welches diesen Geräten ermöglicht, eine Verbindung herzustellen und Daten auszutauschen. Sogenannte Plattformen ermöglichen es dem Anwender, seine Geräte und physische Daten-Infrastruktur, also sein lokales Netzwerk, mit der digitalen Welt zu

verbinden, also mit einem weiteren Netzwerk, in der Regel ein sogenanntes Cloud-Netzwerk .

Das Cloud-Netzwerk kann aus mehreren unterschiedlichen Cloud Plattformen bestehen, welche üblicherweise von verschiedenen Anbietern angeboten werden. Eine Cloud Plattform stellt IT-Infrastruktur, wie beispielsweise Speicherplatz,

Rechenleistung oder Anwendungssoftware, als Dienstleistung über das Internet zur Verfügung. Das Cloud-Netzwerk umfasst das sogenannte Back-End und bietet Back-End-Dienste an. Das lokale Netzwerk inklusive lokaler Rechenressourcen wird auch als Edge bezeichnet. Rechenressourcen am Edge sind besonders für die dezentrale Datenverarbeitung geeignet.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Geräte des IoT miteinander und/oder mit dem Cloud-Netzwerk verbunden sein können: von Gerät zu Gerät (engl, device-to-device) , vom Gerät zum Cloud-Netzwerk (engl, device-to-cloud) und vom Gerät zu einem Gateway (engl, device-to-gateway) . Ein Gateway ist eine Hard- und/oder Software-Komponente, welche zwischen zwei Netzwerken eine Verbindung herstellt, also hier zwischen dem lokalen Netzwerk und dem Cloud-Netzwerk . Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Kommunikation von Gerät zu Gerät.

Das Internet der Dinge soll auch im Bereich der Industrie angewendet werden. Die dafür verwendete Architektur weist im Wesentlichen drei Ebenen auf: die erste Ebene mit den

einzelnen physischen Geräten, also ein lokales Netzwerk, einschließlich Gateways und Software-Bibliotheken für

herkömmliche Geräte; die zweite Ebene als Cloud-Plattform mit Back-End-Diensten, welche grundlegende Funktionalitäten des Internets der Dinge zur Verfügung stellt, wie die

Kommunikation mit den Geräten des lokalen Netzwerks,

Datenspeicherung und Datenvisualisierung; die dritte Ebene, wo Anwendungen entwickelt und implementiert werden, welche mit den Daten der ersten Ebene arbeiten. Diese Architektur ist für eine weitergehende Analytik des lokalen Netzwerks und für eine Optimierung des lokalen Netzwerks nicht ausreichend. Deshalb wird zwischen der ersten Ebene der physischen Geräte und der zweiten Ebene der Cloud-Plattform mit Back-End-Diensten noch eine sogenannte Edge-Computing-Ebene

eingezogen, die auch als Edge-Plattform bezeichnet wird. Die Edge-Plattform ist, im Gegensatz zum Cloud Computing in der Cloud-Plattform, eine dezentrale Datenverarbeitung am Rand des lokalen Netzwerks. Es werden also nicht alle Rohdaten der Geräte einfach in die Cloud-Plattform gesendet, sondern in der Edge-Plattform vorverarbeitet, welche dafür entsprechende Software-Anwendungen besitzt. Die Edge-Plattform kann dazu eigene Edge-Geräte besitzen oder bestehende Geräte des lokalen Netzwerks verwenden. Auch wenn solche Edge-Geräte bereits mittels Maschinenlernen Analysen durchführen und Schlussfolgerungen ziehen können, ist eine Zusammenarbeit von mehreren Edge-Geräten und eine Kommunikation zwischen Edge-Geräten für diese Zwecke noch nicht üblich.

Eine bekannte Edge-Plattform wird unter dem Namen AWS

Greengrass von Amazon Web Services (AWS) zur Verfügung gestellt. Mit dieser Software kann lokal Datenverarbeitung, Synchronisierung und Inferenz auf Basis von Maschinenlernen für verbundene Geräte durchgeführt werden, auch ohne

Verbindung zum Internet. Die Geräte sind dabei aber in der Regel vertikal mit der Cloud-Plattform verbunden, und

kommunizieren nicht oder arbeiten nicht zusammen mit anderen Geräten des lokalen Netzwerks, es erfolgt also in der Regel keine sogenannte peer-to-peer-Kommunikation .

DARSTELLUNG DER ERFINDUNG

Es ist somit eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren anzugeben, mit welchem Daten der einzelnen Geräte des lokalen Netzwerks, also innerhalb der Edge, untereinander

ausgetauscht werden können, sodass daraus bereits in der Edge Analysen durchgeführt oder Schlussfolgerungen gezogen werden können .

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Anspruch 1 betrifft ein Verfahren zur Zusammenarbeit von mehreren Geräten eines lokalen Netzwerks,

wobei Daten eines Geräts direkt einem anderen Gerät des lokalen Netzwerks übermittelt werden,

wobei die Geräte jeweils über einen Rechner mit Software-Anwendungen zur Verarbeitung der Daten des Geräts verfügen, wobei das lokale Netzwerk mit einem Cloud-Netzwerk in

Verbindung steht, welches Back-End-Dienste für die

Verarbeitung der Daten aus dem lokalen Netzwerk ausführt. Dabei ist vorgesehen, dass zumindest ein erstes Gerät des lokalen Netzwerks über eine Software-Anwendung verfügt, mittels welcher dieses Gerät bestimmt, welches zweite Gerät des lokalen Netzwerks benötigte Daten zur Verfügung stellen kann, ohne bei dieser Bestimmung Software-Anwendungen im Cloud-Netzwerk zu verwenden.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird dann angewendet, wenn die von einem Gerät gesammelten Daten nicht ausreichend sind, um Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

Ein erstes Beispiel betrifft ein lokales Netzwerk einer

Produktionsanlage. Ein erstes Gerät des lokalen Netzwerks ist eine Schneidemaschine, ein zweites Gerät ist eine

Bearbeitungsmaschine stromabwärts der Schneidemaschine. Das erste Gerät verfügt über eine Software-Anwendung zur

Optimierung der Schneidemaschine und sollte zeitnah

Informationen von der Software-Anwendung des zweiten Geräts holen, welche den Status der Bearbeitungsmaschine

aufzeichnet. Die Software-Anwendung des ersten Geräts könnte die Information aus der Cloud-Plattform beschaffen, wo sie von der Software-Anwendung des zweiten Geräts abgelegt worden ist. Da eine Optimierung aber zeitkritisch ist, wäre es riskant, sich nur auf die Cloud-Plattform und eine

entsprechend schnelle Datenverbindung dorthin zu verlassen. Die Optimierung bzw. eine Entscheidung auf Basis dieser Optimierung sollten im lokalen Netzwerk getroffen werden, unterstützt beispielsweise durch cloud-basiertes

Maschinenlernen .

Ein zweites Beispiel betrifft die Ölförderung, wo mit Hilfe von mehreren elektrisch betriebenen Tauchpumpen Öl von einem unterirdischen Reservoir an die Oberfläche gepumpt wird. Die analytische Aufgabe kann darin bestehen, die einzelnen

Tauchpumpen hinsichtlich Abnützung zu überwachen, sodass eine bestimmte Tauchpumpe nötigenfalls ausgewählt und rechtzeitig gewartet werden kann. Leider ist in der Regel nicht

offensichtlich, ob bei einem bestimmten Symptom (z.B.

Druckspitzen am Auslass der Tauchpumpe) bei einer bestimmten Tauchpumpe eine Abnützung vorliegt, oder ein anderer Grund, etwa aus dem Reservoir eingesaugtes Gas.

Dieses Problem kann als sogenanntes Dynamic Belief Network (DBN) , das auch als Bayes'sches Netz bezeichnet wird, modelliert werden, wie dies von Al-Kinani et al . in „Adaptive Advisory Systems for Oil and Gas Operations" gezeigt wird, siehe hierzu die folgende Tabelle. Das Problem kann nicht vollkommen gelöst werden, wenn man nur ein Gerät des lokalen Netzwerks zur Überwachung mehrerer Tauchpumpen, also nur eine Tauchpumpe, betrachtet.

Aus der Tabelle folgt, dass das Problem zu 63% auf

eingesaugtem Gas beruht, und zu 37% auf einem mechanischen Schaden .

Bei beiden Beispielen ist die bisherige Struktur des lokalen Netzwerks nicht ausreichend, damit eine Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Geräten stattfindet.

Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird davon ausgegangen, dass jedes Gerät einem Knoten N im lokalen Netzwerk entspricht, und jedes Gerät/jeder Knoten mit anderen Geräten/Knoten des gleichen lokalen Netzwerks kommunizieren kann, unter

Beibehaltung der Topologie des lokalen Netzwerks, und dass es eine Routing Tabelle im lokalen Netzwerk gibt, woraus jedes Gerät entnehmen kann, wie es zumindest ein anderes Geräte im lokalen Netzwerk erreichen kann. Gerät und Knoten werden hier synonym verwendet, wobei Gerät auf das physische Gerät abstellt und Knoten auf dessen Funktion im

Kommunikationsnetzwerk, die durch den Rechner mit Software- Anwendungen zur Verarbeitung der Daten des Geräts realisiert wird .

Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass erstes und zweites Gerät über ein semantisches Kommunikationsprotokoll miteinander kommunizieren. Dieses umfasst semantische

Protokolle und Datentypen, die dem Fachmann an sich bekannt sind. Ein solches standardisidertes Protokoll ist z.B. die OPC Unified Architecture, kurz OPC UA, ein industrielles M2M-Kommunikationsprotokoll .

Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass bei der Bestimmung des zweiten Geräts ein Maß der Übereinstimmung zwischen bestimmten Maßzahlen von erstem und zweitem Gerät verwendet wird.

Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass bei der Bestimmung des zweiten Geräts ein Maß des Vertrauens zwischen erstem und zweitem Gerät verwendet wird, basierend auf bestimmten Maßzahlen des zweiten Geräts relativ zum ersten Gerät .

In beiden Fällen können die gleichen Maßzahlen verwendet werden. Somit sieht eine Ausführungsform der Erfindung vor, dass eine oder mehrere der folgenden Maßzahlen verwendet werden: Antwortzeit, Verlässlichkeit, Qualität der

Information, Kosten für die Kommunikation (zwischen erstem und zweitem Gerät) .

Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Maß des Vertrauens zwischen erstem und zweitem Gerät mit Hilfe eines Bayes-Klassifikators , insbesondere eines naiven Bayes-Klassifikators , bestimmt wird.

Es kann vorgesehen sein, dass das Maß des Vertrauens aus dem Verhältnis von zufriedenstellenden Interaktionen zwischen erstem und zweitem Gerät zu allen Interaktionen zwischen erstem und zweitem Gerät berechnet wird. Dabei kann wiederum vorgesehen sein, dass ein Grad der Zufriedenstellung als gewichtete Summe der Zufriedenstellung aller Maßzahlen bestimmt wird.

Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass für jedes Paar aus erstem und zweitem Gerät zumindest ein Schwellwert für den Grad an Zufriedenstellung bestimmt wird, indem das erste Gerät eine Vorhersage aus Daten des zweiten Geräts berechnet, für diese Vorhersage ein Feedback aus dem Cloud-Netzwerk erhält und daraus mittels Maschinenlernen einen Schwellwert berechnet. Wenn genau ein Schwellwert bestimmt wird, dann gibt es nur zwei Zustände für die Zufriedenstellung:

„zufriedenstellend" und „nicht zufriedenstellend". Wenn man mehrere Schwellwerte bestimmt, gibt es entsprechend mehr als zwei Zustände für die Zufriedenstellung. Dieser Schwellwert wird nur einmalig bestimmt, sodass nur hier, und nicht bei der wiederholten Suche nach einem passenden zweiten Gerät, Cloud-Netzwerk verwendet wird.

Unabhängig davon, wie das Maß des Vertrauens bestimmt wird, kann vorgesehen sein, dass das Maß des Vertrauens einer

Alterung unterzogen wird, indem sich das Maß des Vertrauens aus einer gewichteten Summe von historischen Maßen

zusammensetzt, wobei jüngere Maße höher gewichtet werden als ältere Maße.

Besonders einfach kann die Auswahl des zweiten Geräts

erfolgen, wenn bei der Bestimmung des zweiten Geräts ein Repository des zweiten Geräts abgefragt wird, also ein

Speicher, wo die interessierenden Daten geordnet abgelegt sind .

Um das Auffinden eines passenden zweiten Geräts zu

erleichtern, kann vorgesehen sein, dass bei der Bestimmung des zweiten Geräts ein Bloom Filter verwendet wird.

Da das erfindungsgemäße Verfahren auf bzw. mit einem oder mehreren Rechnern (Computern) der einzelnen Geräte des lokalen Netzwerks ausgeführt wird, umfasst die Erfindung auch ein entsprechendes Computerprogrammprodukt, welches wiederum Befehle umfasst, die bei der Ausführung des Programms durch zumindest ein erstes Gerät und zumindest ein zweites Gerät des lokalen Netzwerks diese Geräte veranlassen, alle Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens auszuführen. Das

Computerprogrammprodukt kann beispielsweise ein Datenträger sein, auf welchem ein entsprechendes Computerprogramm

gespeichert ist, oder es kann ein Signal oder Datenstrom sein, der über eine Datenverbindung in den Prozessor eines Computers geladen werden kann.

Das Computerprogramm kann also folgende Schritte veranlassen bzw. selbst durchführen: dass zumindest ein erstes Gerät des lokalen Netzwerks bestimmt, welches zweite Gerät des lokalen Netzwerks benötigte Daten zur Verfügung stellen kann, ohne bei dieser Bestimmung Software-Anwendungen im Cloud-Netzwerk zu verwenden. Das lokale Netzwerk kann über mehrere erste Geräte verfügen, die also andere Geräte abfragen bzw. von diesen Berechnungen durchführen lassen und die Daten

auslesen. Das lokale Netzwerk kann über mehrere zweite Geräte verfügen, die also Berechnungen für andere (erste) Geräte ausführen und an diese Daten versenden. Schließlich können mehrere oder sogar alle Geräte des lokalen Netzwerks sowohl als erstes als auch als zweites Gerät ausgebildet sein.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können die Geräte des lokalen Netzwerks sich untereinander verbinden und viel schneller Daten analysieren und Gründe für Zustände der

Geräte oder deren Umgebung bestimmen, als dies unter

Einbindung des Cloud-Netzwerks möglich wäre.

KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN

Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird im nachfolgenden

Teil der Beschreibung auf die Figuren Bezug genommen, aus denen weitere vorteilhafte Einzelheiten und mögliche

Einsatzgebiete der Erfindung zu entnehmen sind. Dabei zeigt

Fig. 1 eine Modell für ein lokales Netzwerk, das mit einem

Cloud-Netzwerk verbunden ist,

Fig. 2 ein Feedback-Modell,

Fig. 3 eine Tabelle mit möglichen Zuständen.

WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG

Fig. 1 zeigt ein Modell eines lokalen Netzwerks und dessen Verbindung mit einen Cloud-Netzwerk . Die unterste Ebene stellt ein lokales Netzwerk EN, eine Edge, dar, die aus mehreren physischen Geräten besteht, die auch als Knoten NI, N2, N3, N4, N5 bezeichnet werden. Die Geräte können Daten aus der Umgebung sammeln, etwa aus einer Produktionsanlage, oder von Industrieanlagen zur Weiterverarbeitung von Produkten, z.B. von Erdöl oder Erdgas, oder aus einem intelligenten Stromnetz (Smart Grid) . Die Knoten N1-N5 haben in der Regel (begrenzte) Speicherkapazitäten, z.B. zum Sammeln

historischer Daten, und die Fähigkeit, lokal Folgerungen zu ziehen, z.B. Daten mit Hilfe von Maschinenlernen zu

klassifizieren. Unter Maschinenlernen fallen z.B. Support Vector Machines (SVM) , Random Forests (RF) , neuronale

Netzwerke (NN), neuronale Netzwerke für Deep Learning (engl. Deep NN, DNN) . In Fig. 1 ist die Eigenschaft zum

Maschinenlernen mit M bezeichnet.

Jedes Gerät N1-N5 kann mit einem oder mehreren anderen

Geräten N1-N5 kommunizieren, was durch Verbindungslinien zwischen den Geräten dargestellt ist. Damit die Geräte N1-N5 Daten in Wege einer peer-to-peer Zusammenarbeit austauschen können, müssen für die Geräte N1-N5 entsprechende semantische Protokolle und Datentypen zur Verfügung gestellt werden, die dem Fachmann an sich bekannt sind. Ein solches

standardisidertes Protokoll ist z.B. die OPC Unified

Architecture, kurz OPC UA, ein industrielles M2M-Kommunikationsprotokoll . Dieses Protokoll hat die Fähigkeit, Maschinendaten (Regelgrößen, Messwerte, Parameter usw.) nicht nur zu transportieren, sondern auch maschinenlesbar

semantisch zu beschreiben. Diese Ebene wird in Fig. 1 als Semantic IoT Device Overlay bezeichnet.

Das Kernstück der Architektur ist die Ebene Edge Services and Apps Overlay. Jedes Gerät N1-N5 hat die Fähigkeit eine Anzahl von Anwendungen (Services) für andere Geräte N1-N5 anzubieten sowie andere Anwendungen (Apps) , um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Diese Ebene unterstützt das Auffinden von anderen Geräten N1-N5 und deren Fähigkeit, bestimmte Aufgaben zu erledigen. Eine Aufgabe kann sein, Schlussfolgerungen (engl, inferences) mittels eines Modells zum Maschinenlernen zu ziehen, wobei das Modell für ein bestimmtes Gerät des lokalen Netzwerks trainiert wurde, z.B. eine Tauchpumpe oder eine Maschine in einer industriellen Anlage.

Die beiden anderen Ebenen, IoT Platform Connectivity und IoT Cloud Platform, sind dem Cloud-Netzwerk zugeordnet und sind an sich standardmäßig ausgeführt, erstere dient der

Übermittlung von Daten und Ereignissen an die Back-End

Anwendungen der zweiten Ebene IoT Cloud Platform (in

Folgenden Cloud Plattform) , wo die Daten und Ereignisse gesammelt und archiviert werden und wo diese mit Anwendungen weiterverarbeitet werden.

Erfindungsgemäß wird nun mit der Architektur des lokalen Netzwerks EN, wo die Aufgaben auf die einzelnen Geräte N1-N5 verteilt werden, das von Al-Kinani et al . beschriebene

Problem in dezentraler Weise gelöst, ohne die dabei

verwendeten Daten im Cloud-Netzwerk CN zentral zu sammeln und zu archivieren. Die Frage, ob z.B. eine Anomalie bei einer Tauchpumpe auf einen mechanischen Defekt oder auf Gas im Reservoir zurückzuführen ist, kann durch Abfrage anderer Tauchpumpen beantwortet werden, wenn diese ähnliche Anomalien erfahren. Angenommen Gas im Reservoir ist der Grund für die Anomalie, dann können verschiedene Aktionen gesetzt werden, wie Erhöhung der Drehzahl der Tauchpumpe, Reduktion des

Durchflusses, oder Erhöhung des Drucks im Reservoir. Die Erhöhung der Drehzahl der Tauchpumpe ist eine einfach

durchzuführende Maßnahme.

Die Entscheidung, welche Aktion gesetzt wird, kann lokal im lokalen Netzwerk EN getroffen werden, oder in der Cloud

Plattform des Cloud-Netzwerks CN. Entscheidungen, die über den Bereich der Tauchpumpen hinausgehen, etwa das Reservoir betreffen, werden in der Cloud Plattform getroffen, auf Basis von Daten und Beweisen, die durch das lokale Netzwerk

gesammelt worden sind.

Um, ausgehend von einem ersten Gerät/Knoten, die Geräte/Knoten des lokalen Netzwerks auszuwählen, die

angesprochen werden sollen, bieten sich folgende

Möglichkeiten an: Es kann ein Grad der Übereinstimmung bestimmt werden, ob ein anderer (zweiter) Knoten wertvolle Information über den Grund eines Problems liefern kann.

Bezogen auf das Beispiel mit den Säugpumpen heißt das, ob eine andere Säugpumpe Informationen liefern kann, ob es ein mechanisches Problem einer Säugpumpe oder ein Problem in Reservoir ist, das mehrere Säugpumpen betrifft.

Eine Möglichkeit zur Auswahl des anderen Geräts/Knotens besteht in einer vertrauensbasierten Auswahl eines anderen Geräts/Knotens. Vertrauen wird dabei definiert als der Glaube an die Attribute des anderen Geräts/Knotens, wobei die

Attribute z.B. Verlässlichkeit (engl, reliability) ,

Ehrlichkeit (engl, honesty) und/oder Kompetenz (engl, competence) umfassen können. Diese Attribute können in einem Set aus Maßzahlen (engl, metrics) ausgedrückt werden, wobei die Maßzahlen z.B. die Antwortzeit (engl, response time) des anderen Geräts/Knotens und die Qualität der Information

(engl, quality of Information, Qol) umfassen können.

Zusätzlich können auch die Kosten für die Kommunikation

(engl. Communication Cost, CC) im Auswahlprozess

mitberücksichtigt werden.

Man kann dabei für das lokale Netzwerk EN und das Cloud-Netzwerk CN voraussetzen, dass alle Geräte/Knoten N1-N5 des lokalen Netzwerks und deren grundlegene Netzwerkkonfiguration sowie grundlegene Merkmale im Cloud-Netzwerk hinterlegt sind, etwa in der Cloud-Plattform mit Back-End-Diensten, dort in der Regel in einer Anwendung, die als Asset Management

Service bezeichnet wird. Im Asset Management Service kann weiters die statische Topologie des lokalen Netzwerks EN abgelegt sein, z.B. ein Modell der Produktionseinrichtung, oder ein Modell der räumlichen Anordnung der Tauchpumpen. Im Asset Management Service können auch Merkmale der einzelnen Geräte/Knoten hingerlegt sein, die eine Gruppierung von

Geräte/Knoten mit ähnlichen Eigenschaften ermöglicht. Unter statisch versteht man hier, dass sich die Topologie und gegebenenfalls die Merkmale der einzelnen Geräte/Knoten nur sehr langsam ändern. Jedes Gerät bzw. jeder Knoten N1-N5 erhält periodisch, z.B. täglich, vom Asset Management Service ein Update von dieser statischen Topologie und gegebenenfalls von den Merkmalen.

Jedes Gerät bzw. jeder Knoten N1-N5 wendet ein Muster an, das als Client Side Service Discovery bezeichnet wird und etwa auf https://microservices.io/patterns/client-side-discovery , html beschrieben ist . Diese Anwendungen werden als Microservices bezeichnet. Es wird also ein anderes Gerät/ein anderer Knoten des lokalen Netzwerks EN abgefragt, ob es über eine passende Anwendung verfügt, und nicht eine Suchfunktion verwendet, die im Cloud-Netzwerk CN angesiedelt ist. Genauer wird ein sogenanntes Repository des anderen Geräts/Knotens abgefragt, also ein verwaltetes Verzeichnis zur Speicherung und Beschreibung des Geräts/Knotens. Die Anwendung Client Side Service Discovery verwendet also Daten, die im

Repository des lokalen Geräts/Knotens abgespeichert sind, wodurch diese Anwendung auch ausgeführt werden kann, wenn gerade keine oder nur eine sehr langsame Verbindung mit dem Cloud-Netzwerk CN besteht.

Die entsprechenden Funktionen der Anwendung Client Side

Service Discovery heißen getGroupMembers ( ) und getMatches ( ) . Ein möglicher kommentierter Programmcode ist im Folgenden angeführt :


Um das Auffinden von geeigneten Anwendungen auf anderen Geräten/Knoten N1-N5 zu unterstützen, können die

Geräte/Knoten des lokalen Netzwerks in Gruppen eingeteilt werden und anschließend sogenannte Bloom Filter verwendet werden. Ein Bloom-Filter ist eine probabilistische

Datenstruktur, mit deren Hilfe sehr schnell festgestellt werden kann, welche Daten in einem Datenstrom schon einmal vorgekommen sind und welche erstmals auftreten. Hierzu werden, in der Regel mit einer geeigneten Zahl von Hash- Funktionen, ein oder mehrere Schlüsselwerte des gelesenen Datensatzes hinterlassen, in der Regel in einer einzeiligen Hashtabelle. Im Gegensatz zu vergleichbaren Algorithmen brauchen Bloom-Filter nur sehr wenig Speicherplatz, sodass sie auch von den lokalen Geräten/Knoten N1-N5 angewendet werden können. Schlüsselwerte, die einmal erfasst wurden, verbleiben dort. Weiterhin sind falsch positive Ergebnisse möglich, d.h. was der Bloom Filter akzeptiert, war mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Schlüsselwerten enthalten; hingegen war definitiv nicht enthalten, was er abweist. Das Ergebnis eines Bloom-Filters eines Datensatzes bzw. bezüglich des entsprechenden anderen Geräts/Knotens lautet also

„wahrscheinlich in der Gruppe" oder „sicher nicht in dieser Gruppe" .

Ein möglicher kommentierter Programmcode ist im Folgenden angeführt :

Um nun das Vertrauen in das andere Gerät (also zwischen einem erstem und einem zweitem Gerät) zu modellieren, werden hier die Attribute Antwortzeit, Verlässlichkeit und Kompetenz ausgewählt, um mittels eines Bayes-Klassifikators verarbeitet zu werden. Ein Bayes-Klassifikator ordnet jedes Objekt der Klasse zu, zu der es mit der größten Wahrscheinlichkeit gehört. Genau genommen handelt es sich um eine mathematische Funktion, die jedem Punkt eines Merkmalsraums eine Klasse zuordnet. Das Trainieren und Updaten des Bayes-Klassifikators erfolgt auf dem Gerät N1-N5 des lokalen Netzwerks, und nicht im Cloud-Neztwerk CN. Bayes-Klassifikatoren skalieren linear mit der Anzahl der Datenpunkte und Anzahl der vorhergesagten Größen, was ebenfalls die Ausführung auf dem lokalen Gerät erleichtert .

Es wird hier z.B. ein naiver Bayes-Klassifikator verwendet, der bei guter Erkennungsrate schnell berechenbar ist. Mittels des naiven Bayes-Klassifikators ist es möglich, die

Zugehörigkeit eines Objektes (Klassenattribut) zu einer

Klasse zu bestimmen. Man könnte einen naiven Bayes-Klassifikator auch als sternförmiges Bayessches Netz

betrachten. Die naive Grundannahme ist dabei, dass jedes Attribut nur vom Klassenattribut abhängt. Obwohl dies in der Realität selten zutrifft, erzielen naive Bayes-Klassifikatoren bei praktischen Anwendungen häufig gute

Ergebnisse, solange die Attribute nicht zu stark korreliert sind .

Der naive Bayes-Klassifikator besteht aus einem Basisknoten und mehreren, von diesem ausgehenden Ästen. Vorerst wird nur das Vertrauen modelliert, später können noch andere Aspekte in den Bayes-Klassifikator eingebaut werden. Die drei hier verwendeten Maßzahlen sind Antwortzeit, Verlässlichkeit und Qualität der Information. Die Antwortzeit ist die Differenz zwischen der Anfrage für eine Information und dem Erhalt der Antwort. Eine zeitnahe Antwort ist wichtig für die

Datenüberttragung im lokalen Netzwerk EN. Die Verlässlichkeit eines Geräts N1-N5 bezeichnet dessen Fähigkeit, unter

vorgegebenen Bedingungen für eine vorgegebene Zeit zu

funktionieren. Es ist wichtig, dass die von den einzelnen Geräten/Knoten zur Verfügung gestellten Dienste und

Anwendungen verlässlich funktionieren. Mit der Qualität der Information meint man deren Aktualität, Genauigkeit,

Vollständigkeit und Reproduzierbarkeit. Eine gute Qualität ist Voraussetzung, damit die Information für

Schlussfolgerungen genützt werden kann.

Jedes Gerät des lokalen Netzwerks (also jeder Knoten des lokalen Netzwerks) N1-N5 entwickelt einen naiven Bayes-Klassifikator für jedes andere Gerät N1-N5 des lokalen

Netzwerks (also jeden anderen Knoten des lokalen Netzwerks) EN, mit dem es in der Vergangenheit kommuniziert hat. Jeder Bayes-Klassifikator hat einen Basisknoten, der zwei Werte aufweisen kann, zufriedenstellend oder nicht

zufriedenstellend. P(T=1) repräsentiert den Wert des gesamten Vertrauens in das andere Gerät, dass dieses wertvolle

Information aus der Umgebung liefert, z.B. aus dem Öl- oder Gasreservoir. Es wird dabei das Verhältnis der

zufriedenstellenden Interaktionen zu allen Interaktionen bewertet. P(T=0) repräsentiert den Wert der nicht

zufriedenstellenden Interaktionen. Jedem Ast des naiven

Bayes-Klassifikators ist eine Tabelle mit bedingten

Wahrscheinlichkeiten zugeordnet. Folgende Tabelle gibt als Beispiel diese bedingten Wahrscheinlichkeiten für die

Qualität der Information Qol an. Die bedingten

Wahrscheinlichkeiten für Antwortzeit RT und Verlässlichkeit R werden ebenfalls so festgelegt.

Der Ast für die Qualität der Information Qol repräsentiert ein Set von verschiedenen Anwendungen (Apps) , für das

Beispiel der Tauchpumpen wird angenommen, dass drei Werte bzw. Anwendungen umfasst sind, die Anwendung für den Druck im Pumpenkopf (Head Pressure Service, PS) , die Anwendung für die Produktionsrate (Production Rate Service, PR) und die

Anwendung für die Zustandsparameter (Asset Parameter Service, AP) . Jede Spalte betrifft eine Einschränkung, welche jeweils einem Wert des Basisknotens des Bayes-Klassifikators

entspricht. Die Summe der Werte jeder Spalte ist gleich eins.


Ein möglicher kommentierter Programmcode zur Berechnung des Vertrauens eines Geräts/Knotens des lokalen Netzwerks ist im Folgenden angeführt:


Vorzugsweise werden die Werte für das Vertrauen einer

Alterung unterzogen. Wie bei der Erinnerung eines Menschen können vom Gerät/Knoten N1-N5 bestimmte Daten eines anderen Geräts/Knotens N1-N5 vergessen werden. Wenn z.B. für ein Gerät/einen Knoten des lokalen Netzwerks die Hardware eines Sensors verbessert wird, kann dieser an die anderen

Geräte/Knoten genauere Werte liefern, was die Qualität der Information verbessert. Auch die physische Umgebung des lokalen Netzwerks EN kann sich ändern, z.B. das Ölreservoir im Fall der Tauchpumpen. Insofern kann sich die Fähigkeit eines Geräts/Knotens, tragfähige Daten zu liefern, mit der Zeit ändern. Ältere historische Daten sind dann überholt und sollten vergessen werden.

Das Altern kann für alle Maßzahlen gleich erfolgen oder für jede Maßzahl individuell vorgegeben werden. Das Altern erfolgt dadurch, dass weiter zurückliegenden Beobachtungen eine geringere Bedeutung zugemessen wird als kürzer

zurückliegenden Beobachtungen. Der Wert des gesamten

Vertrauens eines Geräts/Knotens in ein bestimmtes anderes Gerät/Knoten P(T=1) berechnet sich dann z.B. wie folgt:

P(T=1) = (Anzahl der zufriedenstellenden Interaktionen / Anzahl aller Interaktionen) [zum Zeitpunkt t] +

+ ( 1-a) * (Anzahl der zufriedenstellenden Interaktionen /

Anzahl aller Interaktionen) [zum Zeitpunkt t—1 ] +

+ ( 1-a) 2* (Anzahl der zufriedenstellenden Interaktionen / Anzahl aller Interaktionen) [zum Zeitpunkt t—2 ]

Der Alterungsfaktor a liegt zwischen 0 und 1, er legt die Gewichtung von jüngeren gegenüber älteren Interaktionen fest.

Es ist notwendig, systematisch zumindest einen Schwellwert für die Zufriedenstellung s mit einer Interaktion und damit eine Gewichtung der Maßzahlen einzuführen. Damit dies

möglichst einfach erfolgen kann, hat jedes Gerät/jeder Knoten N1-N5 des lokalen Netzwerks EN für eine bestimmte Interaktion einen gemeinsamen Grad s der Zufriedenstellung über alle Maßzahlen, der sich wie folgt berechnet:

s = wl*s (RT) + w2*s (R) + w3*s(QoI),

wobei für die Gewichtsfaktoren gilt:

wl + w2 + w3 = 1

Jedes Gerät/jeder Knoten hat eine Zufriedenstellungsschwelle s_t . Jede Interaktion mit s kleiner s_t ist nicht

zufriedenstellend, jede Interaktion mit s größer oder gleich s_t ist zufriedenstellend. Um nun die Schwelle s_t und die Gewichtsfaktoren zu berechnen, wird vorgeschlagen, eine einfache Rückkoppelungsschleife zu verwenden, siehe Fig. 2.

Das Gerät/der Knoten NI liefert Vorhersagedaten Pred an eine Anwendung BE im Back-End des Cloud-Netzwerks , also in der IoT Cloud Platform in Fig. 1. Andere Geräte/Knoten, wie

Gerät/Knoten N2, liefern ebenfalls Daten D an das Gerät NI. Die Anwendung BE sendet an das Gerät NI ein Feedback FB zurück. Das Feedback kann z.B. sein, wie brauchbar die gelieferten Vorhersagedaten Pred waren, z.B. dass diese in einem Alarm resultierten, der als echter Alarm zu werten ist. Diese Art von Feedback kann berücksichtigt werden, wenn die Zufriedenstellungsschwelle s_t und die Gewichtsfaktoren wl, w2, w3 bestimmt werden.

Geht man als Beispiel von einer einfachen Datenstruktur wie in Fig. 3 aus, so ist für jedes Gerät/jeden Knoten eine

Identifikation ID vorgegeben: 1 bezeichnet das Gerät/den Knoten NI, 2 bezeichnet N2, und so weiter. Die Spalten RT, R und Qol beziehen sich auf die jeweiligen Maßzahlen, die

Zeilen bezeichnen aktuelle Werte und die letzte Spalte „Label" bezeichnet das erhaltene Feedback FB der Anwendung BE im Back-End des Cloud-Netzwerks : OK heißt, die vom

Gerät/Knoten NI, N2, ... gesendeten Vorhersagedaten Pred waren brauchbar, und NOK, die vom Gerät/Knoten NI, N2, ... gesendeten Vorhersagedaten Pred waren nicht brauchbar.

Basierend auf dieser Datenstruktur können passende Werte für die Zufriedenstellungsschwelle s_t gelernt werden. Wird die Zufriedenstellungsschwelle s_t zu tief angesetzt, wäre das Feedback meistens NOK. Wird die Zufriedenstellungsschwelle s_t zu hoch angesetzt, wäre das Feedback meistens OK, aber es wäre schwierig, ein anderes passendes Gerät zu finden, von welchem das eine Gerät Information erhält. Die

Zufriedenstellungsschwelle s_t ist also immer ein Kompromiss zwischen Qualität und Anwendbarkeit der Anwendung.

Zur Bestimmung der Gewichtsfaktoren wl, w2, w3 wird ein

Klassifikationsmodell trainiert, z.B. ein Random Forest

Modell, um die Antwort in der Spalte „Label" vorherzusagen. Als Nebeneffekt erhält man eine sogenannte variable

Wichtigkeit (engl, variable importance, Varimp). Diese stellt eine statistische Signifikanz jeder Variablen in den Daten in Bezug auf den Effekt für das generierte Modell dar. Das heißt, wenn die variable Wichtigkeit eines bestimmten Maßes, also z.B. der Antwortzeit RT, der Verlässlichkeit R oder der Qualität der Information Qol, hoch ist, dann bekommt dieses Maß einen höheren Gewichtsfaktor, um bessere Resultate beim Feedback (Spalte „Label" in Fig. 3) zu erhalten. Die

Gewichtsfaktoren wl, w2, w3 werden also entsprechend den variablen Wichtigkeiten angepasst.

Bezugszeichenliste :

BE Anwendung im Back-End des Cloud-Netzwerks

CN Cloud-Netzwerk

D Daten

EN lokales Netzwerk (Edge)

FB Feedback

M Maschinenlernen

N1-N5 Gerät/Knoten des lokalen Netzwerks

Pred Vorhersagedaten