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1. WO2020125869 - LINER FÜR AMPUTATIONSSTUMPF

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Liner für einen Amputationsstumpf

Die Erfindung betrifft einen Liner zum Aufbringen auf einen Amputationsstumpf als Polsterung, mit einer proximalen Einschlupföffnung, einer Wandung mit einem zum umfangsmäßigen umschließendes Amputationsstumpfs vorgesehenen Hül senabschnitt und einem distalen geschlossenen Endabschnitt, wobei eine Innen seite der Wandung des Liners zur Anlage an dem Amputationsstumpf ausgebildet ist.

Derartige Liner sind in zahlreichen Ausführungsformen bekannt. Sie bestehen übli cherweise aus einem elastischen Kunststoffmaterial, wie Polyurethan oder Silikon, und sind mit einer solchen Wandstärke ausgebildet, dass ein Polsterungseffekt eintritt. Aufgrund ihrer Elastizität sollen die Liner eng am Amputationsstumpf anlie-gen und auf diese Weise eine polsternde Zwischenschicht zwischen dem Liner und einem Prothesenschaft bilden, an dem eine Prothese für eine amputierte Gliedmaße befestigt ist. Das System aus Prothesenschaft und Liner dient somit der Befestigung einer Prothese an dem Amputationsstumpf. Diese Befestigung kann in einer bekannten Technik dadurch unterstützt werden, dass zwischen Liner und Amputationsstumpf und/oder zwischen Liner und Prothesenschaft ein Unter drück erzeugt wird, durch den die jeweilige Reibpaarung verstärkt wird.

Ein Amputationsstumpf entsteht bei einer Amputation einer externen Gliedmaße und weist wenigstens einen zentralen Knochen, umgebendes Weichgewebe und einen äußeren Hautbereich auf. Durch die Amputationsoperation wird die beim ge sunden Körper vorhandene geschlossene Hautschicht unterbrochen und bildet zu nächst - gegebenenfalls zusammen mit dem Weichgewebe - eine Wundfläche und später ein Narbengewebe aus. Auch wenn die ursprüngliche Amputations wunde verheilt ist, kommt es am Amputationsstumpf beim Tragen der Prothese gelegentlich zur Bildung von Wundflächen, die durch Druck und Scheuerstellen an der Haut des Amputationsstumpfes aus verschiedenartigen Gründen entstehen können. Damit durch eine Wunde auf dem Amputationsstumpf das Tragen einer die Lebensqualität erheblich erhöhenden Prothese nicht verhindert wird, muss eine Wunde eines Amputationsstumpfes versorgt und möglichst schnell zur Ver heilung gebracht werden. Dies geschieht durch eine Behandlung der Wunden mit

Wundauflagen und desinfizierenden und heilungsfördernden Wirkstoffen, die vor zugsweise in Ruhezeiten nach dem Abnehmen der Prothese appliziert werden.

Es ist grundsätzlich bekannt, dass eine Wundbehandlung zur beschleunigten Ver heilung einer Wunde auch mithilfe eines dielektrisch behinderten Plasmas erfolgen kann, das ein sogenanntes„kaltes Plasma“ darstellt. Die durch ein hochfrequentes Hochspannungs-Wechselfeld initiierten lonisationsvorgänge lassen in der Luft re aktive Spezies entstehen, die eine keimtötende Wirkung haben und die Mikrozir kulation der Haut in dem behandelten Bereich fördern. Für die Wundversorgung sind daher flächige Wundauflagen mit einer flächigen Elektrodenanordnung be kannt, mit denen auf einer Hautoberfläche ein dielektrisch behindertes Plasma zum Zwecke der Wundheilung generiert werden kann. Dabei ist es bereits be kannt, die Auflagefläche der Größe der Wunde anzupassen, sodass auch eine Wunde auf einem Amputationsstumpf auf diese Weise versorgt werden könnte. Voraussetzung ist dabei das Ablegen der Prothese. Insbesondere für aktive Pro thesenträger, die über lange Perioden am Tag nicht auf die Prothese verzichten möchten, verbleibt nur eine zeitlich geringe Möglichkeit für die Wundbehandlung.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine vereinfachte Handhabung der Wundversorgung am Amputationsstumpf eines Prothesenträgers zu ermöglichen.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß ein Liner der eingangs erwähnten Art dadurch gekennzeichnet, dass in den Liner eine wenigstens eine Elektrode aufweisende Elektrodenanordnung für eine dielektrisch behinderte Plasmaentla dung integriert ist, die sich ausgehend von dem distalen Endabschnitt in den Hül senabschnitt hinein erstreckt, am distalen Endabschnitt mit wenigstens einem An schluss für ein Hochspannungs-Steuersignal verbunden ist und mit einer dielektri schen Abdeckung zu Anlage an dem Amputationsstumpf versehen ist und dass die dielektrische Abdeckung wenigstens im Bereich der Elektrodenanordnung auf der Innenseite mit Erhebungen versehen ist, die bei Anlage an dem Amputations stumpf wenigstens einen in Gasraum definieren, in dem sich die dielektrisch be hinderte Plasmaentladung ausbilden kann.

ln dem erfindungsgemäßen Liner ist somit eine Elektrodenanordnung für die Aus bildung eines dielektrisch behinderten Plasmas im distalen Endbereich des Ampu tationsstumpfes so integriert, dass eine Wundbehandlung mittels der dielektrisch behinderten Plasmaentladung bei angelegter Prothese möglich ist. Hierdurch wird nicht nur die Möglichkeit verbessert, eine Wundbehandlung, falls erforderlich, häu fig vorzunehmen, sondern auch die Möglichkeit eröffnet, beispielsweise durch die Verlagerung der Mikrozirkulation in dem betroffenen Gewebe, eine präventive Be handlung der Haut des Amputationsstumpfes vorzunehmen, um die Ausbildung von größeren Wundflächen bereits im Entstehen einzudämmen. Die Elektrodenan ordnung befindet sich erfindungsgemäß dort, wo am Amputationsstumpf die emp findlichsten Stellen vorhanden sind, nämlich am distalen Ende, also dort wo die Abtrennung des amputierten Gliedes stattgefunden hat, und sich daran abschlie ßend nach proximal in den Hülsenabschnitt des Liners hineinerstreckend. Dabei wird es im Allgemeinen ausreichend sein, wenn sich die Elektrodenanordnung nur über einen Teil der Länge des Hülsenabschnitts erstreckt, auch wenn sich eine für Hautreizungen anfällige Stelle noch am proximalen Rand des Prothesenschafts befindet, der im Bereich des proximalen Endes des Liners zu liegen kommt. In ei ner Ausführungsform des Liners können sich die Elektroden daher auch bis nahe an den proximalen Rand des Liners erstrecken.

In einer bevorzugten Ausführungsform des Liners wird die dielektrische Abde ckung der Elektrodenanordnung durch die Wandung des Liners selbst gebildet. Dies ist dann möglich, wenn die Wandung des Liners selbst ausreichende di elektrische Eigenschaften aufweist, wie dies beispielsweise bei einem Silikonliner, aber auch bei einem Liner aus Polyurethangel, der Fall sein kann. Eine übliche Herstellungsweise für einen derartigen Liner sieht einen Gießvorgang vor. Die In tegration der Elektrodenanordnung in die Wandung des Liners kann daher bei die sem Gießvorgang zur Herstellung der Wandung des Liners erfolgen, indem die Elektrodenanordnung in geeigneter Weise in die Wandung des Liners eingebracht wird. Für eine präzise Positionierung der Elektrodenanordnung kann es zweckmä ßig sein, den Gießvorgang zweistufig auszubilden, also beispielsweise zunächst eine äußere Schicht der Wandung des Liners zu gießen, wobei die Elektrodenano rdnung innen auf die gegossene erste Schicht aufgebracht werden kann. Danach wird eine weitere Schicht mit definierter Dicke durch Gießen zum Vervollständigen der Wandung hergestellt. Auf diese Weise wird die Elektrodenanordnung in defi nierter Weise positioniert, sodass eine ausreichend dicke dielektrische Schicht zwischen der Elektrodenanordnung und der Haut des Amputationsstumpfs ge währleistet werden kann, die einen schmerzhaften und Gewebe zerstörenden Überschlag der Hochspannung auf den Amputationsstumpf sicher verhindert.

In einer Ausführungsform der Erfindung erstreckt sich die Elektrodenanordnung von dem distalen Anschluss ausgehend mit fingerartigen Elektrodenabschnitten in den Hülsenabschnitt des Liners, sodass Elektrodenabschnitte jeweils dielektrisch voneinander getrennt in Umfangsrichtung in vorzugsweise gleichen Abständen zu einander angeordnet sind.

Die Elektrodenanordnung kann zwei distale Anschlüsse aufweisen, die jeweils mit wenigstens einer Elektrode verbunden sind, wobei die Elektroden elektrisch vonei nander isoliert sind. Dabei ist es beispielsweise möglich, den beiden Elektroden in Amplitude und Frequenz gleiche Wechselhochspannungen zuzuleiten, die um eine halbe Periode gegeneinander verschoben sind, sodass sich die Spannungen bei einer Überlagerung vollständigen kompensieren. Auch hierbei können die bei den Elektroden fingerartig erstreckte Elektrodenabschnitte aufweisen und sich bei spielsweise etwa über einen halben Umfang des Liners erstrecken.

Fertigungstechnisch ist es sinnvoll, wenn die Erhebungen auf der Innenseite der Wandung in Längsrichtung ausgerichtete Rippen sind. In dieser Ausführungsform kann ein die Innenwandung bestimmender Kern der Gießform unproblematisch aus einer äußeren Form herausgezogen werden, wenn das Material der Wandung abgekühlt und aus dem flüssigen Ausgangsmaterial zu dem elastischen Wan dungsmaterial ausgehärtet ist.

Es kann zweckmäßig sein, einen distalen Endbereich des Liners zusammen mit der Elektrodenanordnung und den Erhebungen als ein gesondertes Teil herzustel len und mit einem separat hergestellten Teil, das eine wesentliche Länge des Hül senabschnitts und die Einschlupföffnung darstellt, mit dem distalen Teil durch Schweißen, Kleben o. dgl. zu verbinden. Auf diese Weise ist es möglich, ein kom- pliziertes herzustellendes distales Endstück des Liners herzustellen und mit unter schiedlichen Teilen, die die Länge des Hülsenabschnitts bestimmen, zu verbinden, um so mit gleichen distalen Endstücken benötigte unterschiedlich lange Liner mit den einfachen Ergänzungsstücken herzustellen.

Die Zuführung des Hochspannungssignals zur Elektrodenanordnung kann in einer Ausführungsform mittels einer rastend in den Liner einsetzbaren Steckverbindung erfolgen. Zur Unterstützung der Kontaktierung können einander anziehende Mag neten vorgesehen sein.

Die Erfindung soll im Folgenden anhand von in der Zeichnung dargestellten Aus führungsbeispielen näher erläutert werden. Es zeigen:

Figur 1 eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Liners

Figur 2 einen Längsschnitt durch den Liner gemäß Figur 1 entlang der Schnitt linie B-B

Figur 3 einen Horizontalschnitt durch den Liner entlang der Schnittlinie C-C aus

Figur 2 mit einer Blickrichtung nach distal

Figur 4 einen vergrößerten Schnitt durch den Liner gemäß Figur 2 entlang der

Schnittlinie D-D mit Blickrichtung nach proximal

Figur 5 eine Schnittdarstellung entlang der Linie B-B in Figur 6 einer Elektro denanordnung für den Liner

Figur 6 eine schematische Darstellung der Elektrodenanordnung in einer stirn seitigen Ansicht auf das distale Ende des Liners

Figur 7 eine Schnittdarstellung entsprechend der Figur 2 einer weiteren Ausfüh rungsform eines erfindungsgemäßen Liners

Figur 8 eine Schnittdarstellung analog Figur 2 für eine dritte Ausführungsform eines Liners mit einem die Elektrodenanordnung tragenden Einsatz

Figur 9 eine schematische Ansicht des die Elektrodenanordnung tragenden

Einsatzes

Figur 10 eine schematische Schnittdarstellung eines distalen Endabschnitts ei nes Liners gemäß einer weiteren Ausführungsform mit Aufnahmekanä len für Hochspannungs- Zuführungsleitungen

Figur 11 eine schematische Darstellung gemäß Figur 10 mit in den Liner einge setzten Kopplungsstücken für Hochspannungszuleitungen.

Figur 1 verdeutlicht die übliche Form eines Liners 1 , der in einer vertikalen Längs richtung am oberen Ende eine proximale Einschlupföffnung 2 auf, an die sich dis tal ein Hülsenabschnitt 3 anschließt. Der Hülsenabschnitt 3 ist in dem dargestell ten Ausführungsbeispiel leicht konisch ausgebildet, sodass sich der Liner 1 nach distal leicht verjüngt. Der Hülsenabschnitt 3 geht am distalen Ende in einen ge schlossenen Endabschnitt 4 über, aus dem zwei Anschlusskabel 5 herausragen. Der geschlossene distale Endabschnitt 4 verjüngt sich in abgerundeter Form und bildet so einen an sich bekannten distalen Abschluss des Liners 1.

Die Schnittdarstellung der Figur 2 verdeutlicht, dass das dargestellte Ausführungs beispiel eines Liners 1 eine einstückige Wandung 6, die aus einem elastischen, polsternden Material gebildet ist, mit einer solchen Wandstärke aufweist, dass sie eine gute Polsterung für einen (nicht dargestellten) Amputationsstumpf bildet, auf den der Liner 1 aufgebracht ist. Das Aufbringen des Liners 1 kann in bekannter Weise durch ein Aufziehen auf den Amputationsstumpf oder dadurch erfolgen, dass die Wandung 6 des Liners 1 von der Einschlupföffnung 2 zum distalen Ende hin aufgerollt wird und nach dem Einführen des Amputationsstumpfs in den aufge rollten Liner 1 auf der Außenseite des Amputationsstumpfs abgerollt wird. Bei der letztgenannten Aufbringmethode des Liners 1 kann die Wandung 6 auf ihrer In nenseite 7 auch etwas haftend ausgebildet sein.

Der insoweit konventionell aufgebaute Liner 1 ist erfindungsgemäß am distalen Ende mit einer mit Längsrippen 8 ausgestatteten Innenseite 7 der Wandung 6 ver sehen. Die Längsrippen 8 laufen sternförmig in den distalen Endabschnitt 4. Um die Längsrippen 8 nahe genug beieinander anordnen zu können sind nebeneinan der abwechselnd lange und kurze Längsrippen 8 angeordnet, sodass sich die lan gen Längsrippen 8 weiter in den distalen Endabschnitt 4 hineinerstrecken als die benachbarten kurzen Längsrippen 8, wie dies insbesondere in Figur 3 verdeutlicht ist.

Der Liner 1 liegt an dem mit den Längsrippen 8 versehenen distalen Ende über die Längsrippen 8 an dem Amputationsstumpf an. Die Zwischen den Längsrippen 8 befindlichen Längsnuten 9 bilden somit an dem Amputationsstumpf anliegend Kammern aus, in denen sich Luft befindet. Entsprechende Kammern 9‘ ergeben sich im Bereich des distalen Endabschnitts dort, wo sich nur noch lange Längsrip pen 8 befinden, in dem Zwischenraum zwischen den Längsrippen 8.

Wie die Figuren 2 und 3 erkennen lassen, ist in die Wandung 6 des Liners 1 eine Elektrodenanordnung 10 eingebettet, die sich von wenigstens einem distalen An schluss 11 in dem distalen Endabschnitt 4 ausgehend in den Hülsenabschnitt 3 hinein erstreckt. Die Elektrodenanordnung 10 ist somit eine flächige Anordnung in nerhalb der Wandlung 6 des Liners 1. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Elektrodenanordnung 10 aus zwei Elektroden 12, die voneinander iso liert sind und ausgehend von einem distalen Basisstück 13 mit fingerartigen Elektrodenabschnitten 14 in den Hülsenabschnitt 3 ragen (vgl. Figur 5 und Figur 6). Es ist erkennbar, dass die Längsrippen 8 länger als die Elektrodenabschnitte 14 ausgebildet sind.

An die Anschlusskabel 5 sind hochfrequente Wechselspannungssignale an schließbar, die an den Elektroden 12 als hochfrequente Hochspannungs-Wechsel-potentiale anliegen. Grundsätzlich können die beiden Elektroden 12 in üblicher Weise aus einer Wechselspannungsquelle versorgt werden, sodass eine der bei den Elektroden 12 als Bezugs- oder Masseelektrode fungiert und die andere Elektrode mit periodisch in ihrer Polarität wechselnden Potentialen beaufschlagt wird. Bevorzugt ist es jedoch, wenn die beiden Elektroden 12 aus jeweils einer Wechselspannungsquelle mit in ihrer Frequenz und in ihrer Amplitude gegenglei chen Wechselspannungspotentialen versorgt werden, deren Mittenpotential ein Massepotential ist. In dieser Anordnung fungiert der Amputationsstumpf als Ge genelektrode zu den beiden Elektroden 12. Durch das von den Elektroden 12 ge nerierte Wechselspannungsfeld wird die in den Längsnuten 9 und in den Kam mern 9‘ befindliche Luft ionisiert, sodass sich bei einer geeigneten Ansteuerung ein Plasma ausbilden kann, das sich auf die Oberfläche des Amputationsstumpfs auswirkt und dort sowohl durch Desinfektion als auch durch die Erhöhung einer Mikrozirkulation im Gewebe einen heilungsfördernden oder präventiven Effekt hat.

Die Ansteuerung der Elektroden 12 mit den hochfrequenten Hochspannungs-Wechselsignalen ist dem Fachmann bekannt. Die Wechselspannungssignale kön nen eine harmonische Wellenfunktion haben, sind jedoch bevorzugt pulsförmige Signale mit abwechselnder Polarität gegenüber dem Bezugspotential, wobei die Spitzenspannung der Impulse zwischen zwei und vierzig kV und die Wechsel spannungsfrequenz zwischen einigen 100 kHz mehreren 100 MHz liegen kann. In besonderen Fällen kann die Anregungsfrequenz sogar in den GHz-Bereich hinein gehen.

Sofern gegengleiche Ansteuersignale verwendet werden, löschen sich die Ansteu ersignale bei gleichem Abstand von den beiden Elektroden 12 prinzipiell vollstän dig aus. Eine derartige Ansteuerung hat daher für die elektromagnetische Verträg lichkeit im Fernbereich der Elektroden 12 erhebliche Vorteile. Im Nahbereich ent steht der Vorteil, dass die Potentialdifferenz zwischen den Elektroden 12 doppelt so hoch ist, wie bei einer üblichen einfachen Ansteuerung aus einer Wechselspan nungsquelle mit einem Wechselpotential und einem Bezugspotential.

Figur 4 lässt erkennen, dass sich die fingerartigen Elektrodenabschnitte 14 mit etwa gleichen Abständen zueinander auf den Umfang der Wandung 6 angeordnet sind. Auf diese Weise lässt sich eine gleichmäßige Versorgung mit einem Plasma feld über den Umfang des Liners 1 - und damit des Amputationsstumpfs - errei chen. Die Längsrippen 8 dienen als Abstandshalter, wenn sie an der Oberfläche des Amputationsstumpfs als Innenseite 7 des Liners 1 anliegen. Die Längsnuten 9 zwischen den Längsrippen 8 enthalten die Luft, in der sich das Plasma beim Anle gen der Hochspannungs-Steuersignale an die Elektroden 12 ausbilden kann, so-dass das Plasma im unmittelbaren Kontakt mit der Oberfläche des Amputations stumpfs steht.

Für die Ausbildung eines dielektrisch behinderten Plasmas in den Längsnuten 9 beziehungsweise in Kammern 9‘ ist es wesentlich, dass die Elektroden 12 durch ein Dielektrikum vollständig von dem Amputationsstumpf im Innern des Liners 1 so abgeschirmt werden, dass sich keine Lichtbögen zwischen den Elektroden 12 und dem Amputationsstumpf ausbilden können. Der direkte Stromfluss muss durch das Dielektrikum sicher verhindert werden. Als Dielektrikum fungiert in den Figu ren 1 bis 6 dargestellten Ausführungsbeispiel die Wandung 6, in die die Elektroden 12 eingebracht sind. Voraussetzung für diese Ausführungsform ist somit, dass das Material der Wandung 6 des Liners 1 ausreichend gute dielektrische Eigenschaf ten aufweist. Dies ist beispielsweise bei Silikonlinern und Polyurethanlinern durch eine entsprechende Auswahl des Materials ohne weiteres erreichbar.

Das in Figur 7 dargestellte Ausführungsbeispiels unterscheidet sich von der bisher beschriebenen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Liners 1 dadurch, dass die Wandung 6 des Liners 1 aus zwei Teilen besteht. Ein proximales Hüls enteil 15 ist als einfaches zylindrisches oder leicht konisch verlaufendes Hülsenteil aufgebaut.

Es ist beispielsweise durch Kleben oder Schweißen mit einem distalen Endteil 16 verbindbar, in dem sich die Längsrippen 8 und die Elektrodenanordnung 10 mit dem distalen Endabschnitt 4 und den Anschlusskabeln 5 befindet. Das distale Endteil 16 enthält daher alle Funktionen zur Ausbildung des dielektrisch behinder ten Plasmas, während das proximale Hülsenteil 15 lediglich die Gesamtlänge des Liners 1 bestimmt. Da für unterschiedliche Amputationen und unterschiedliche Körpergrößen unterschiedlich lange Liner 1 benötigt werden, kann das distale Endteil 16 einheitlich gefertigt werden und lediglich mit unterschiedlich langen proximalen Hülsenteilen zu Linern 1 unterschiedlicher Gesamtlänge kombiniert werden.

Ein anderes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Liners 1 ist in den Fi guren 8 und 9 dargestellt. In diesem Fall besteht der Liner 1 aus einer Linerhülle 17 und einem Einsatzstück 18. Die Linerhülle 17 bildet die Wandung 6 des Liners 1 und enthält in dem dargestellten Ausführungsbeispiel einen proximalen Teil der Längsrippen 8 beziehungsweise der Längsnuten 9. Zum distalen Endabschnitt 4 hin ist die Wandung 6 der Linerhülle 17 dünn und unprofiliert ausgebildet und bil det somit eine Ausnehmung 19 in der Größe des Einsatzstücks 18. Des Einsatz stück 18 enthält die übrigen Längsrippen 8 und Längsnuten 9 sowie Kammern 9‘ und die Elektrodenanordnung 10 mit den Anschlüssen 11 für die Anschlusskabel 5.

Das Einsatzstück 18 trägt auf der Außenseite die Elektrodenanordnung 10 und ist zur Innenseite 7 des Liners 1 durch ein vollständig geschlossenes, nur oben offe nes Dielektrikum 20 abgeschlossen ist. Die Elektrodenanordnung 10 ist in prinzipi ell gleicher weise aufgebaut, wie insbesondere anhand der Figuren 5 und 6 erläu tert. Das Dielektrikum 20 bildet hier die Innenseite 7 der Wandung 6 mit den Längsrippen 8 und den Längsnuten 9 sowie den Kammern 9‘. Diese Ausführungs form bietet fertigungstechnische Vorteile, da die Funktionsteile des Liners 1 prak tisch vollständig in dem Einsatzstück 18 realisiert werden können, auf das die Elektrodenanordnung 10 lediglich außen aufgebracht werden muss. Nach dem Einsetzen des Einsatzstücks 18 in die Linerhülle 17 ist die Elektrodenanordnung 10 gegen eine Berührung von außen durch die Wandung der Linerhülle 17 ge schützt.

Selbstverständlich ist es in einer weiteren Variante denkbar, die Linerhülle 17 ohne Längsrippen 8 auszubilden und auf der Innenseite 7 nur mit einer Abstufung zur Ausbildung der Ausnehmung 19 zu versehen, in die das Einsatzstück 18 ein gesetzt werden kann. In diesem Fall würde das Einsatzstück 18 im Unterschied zu der dargestellten Ausführungsform die kompletten Längsrippen 8 enthalten. Die Verwendung des Einsatzstücks 18 kann ferner den Vorteil bieten, dass das für das Einsatzstück 18 verwendete Dielektrikum 20 als besonderes Material ausgewählt wird, das sich von dem Wandungsmaterial der Linerhülle 17 unterscheiden kann.

Dadurch ist es möglich, die Wandung 6 der Linerhülle 17 beispielsweise beson ders flexibel auszubilden, um das Aufrollen des Liners 1 auf den Amputationsstupf zu vereinfachen, während das Einsatzstück 18 quasi als distale Endkappe fun giert, die mit einer verringerten Elastizität, aber besseren dielektrischen Eigen schaften ausgebildet sein kann.

In den Figuren 10 und 11 ist eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemä ßen Liners 1 dargestellt, die im Wesentlichen der Ausführungsform gemäß Figur 1 entspricht, wobei die Elektrodenanordnung 10 in die Wandung 6 des Liners 1 ein gebettet ist. Im Unterschied zu der Ausführungsform gemäß den Figuren 1 bis 3 sind die beiden Elektroden 12 der Elektrodenanordnung 10 nicht mit Anschlusska beln 5 verbunden, die aus dem distalen geschlossenen Endabschnitt 4 herausra gen. Stattdessen sind in dem distalen Endabschnitt 4 zwei Kanäle 21 vorgesehen, die zur Außenseite hin offen sind und zu den Elektroden 12 hin durch jeweils ei nen Permanentmagneten 22 abgeschlossen ist. Die Permanentmagnete 22 sind elektrisch leitend und liegen an jeweils einer der Elektroden 12 an, sodass jeder Permanentmagnet 22 mit einer der Elektroden 12 elektrisch verbunden ist. In je dem Kanal 21 ist eine ringförmige Rastausnehmung 23 vorgesehen. Figur 11 ver deutlicht, dass in dem Kanal 21 mit seiner ringförmigen Rastausnehmung 23 ein entsprechend geformtes Kontaktstück 24 eingesetzt ist, das mit einem ringförmi gen Rastwulst 25 in die ringförmige Rastausnehmung 23 eingreift und so in den Kanal 21 rastend eingesetzt ist. Das Kontaktstück 24 besteht aus einem elektrisch isolierenden Material, das einen zentrischen Leiter 26 isolierend umgibt. Der zentrische Leiter 26 ist stirnseitig mit einem Gegenmagneten 27 verbunden, der zum Permanentmagneten 22 des Kanals 21 gegenpolig ausgebildet ist, sodass sich Permanentmagnet 22 und Gegenmagnet 27 anziehen und dadurch eine si chere elektrische Verbindung zwischen dem Leiter 26 und der zugehörigen Elekt rode 12 hersteilen.

In Figur 11 ist schematisch angedeutet, dass die zentrischen Leiter 26 mit jeweils einer Hochspannungsquelle HV1 , HV2 verbunden ist, wobei die Verbindung selbstverständlich gegen Berührungen und Hochspannungsüberschläge in fach männischer Weise geschützt ist. Es ist schematisch zu erkennen, dass die beiden Hochspannungsquellen HV1 und HV2 Hochspannungssignale abgeben, die ge gengleich sind, sodass idealerweise ein Summensignal von 0 entsteht. Die beiden Signale sind somit frequenzmäßig gleich und weisen jeweils eine entgegen gerich tete Amplitude auf. Vorzugsweise sind die Signale impulsförmig, wobei jeder Im puls die Form einer gedämpften Schwingung, also eine Schwingung mit einer schnell abklingenden Amplitude aufweist.

Die gegengleichen Hochspannungen der beiden Spannungsquellen HV1 und HV2 sind geeignet, ein nahes Plasmafeld zu erzeugen. Mit größerem Abstand zu den Elektroden 12 kompensieren sich die Hochspannungsfelder jedoch, sodass in eini gem Abstand keine relevante elektromagnetische Störung durch die das Plasma initiierenden Felder mehr besteht.

Natürlich kann auf den Effekt mit den beiden Hochspannungsquellen HV1 und HV2 verzichtet werden. Es ist ohne weiteres möglich, die Elektrodenanordnung 10 als eine einzige Elektrode auszubilden, für die der Amputationsstumpf die Gegen elektrode bildet, sodass eine intensive Plasmafeldbehandlung mit einem

dielektrisch behinderten Plasma auf der Haut und gegebenenfalls Wundstellen des Amputationsstumpfes ermöglicht wird. In diesem Fall reicht die Ausbildung ei nes einzigen Kanals 21 distalen Endabschnitt 4 des Liners 1 aus.

Die beiden Hochspannungsquellen HV1 und HV2 können in derselben Span nungsversorgung beispielsweise mit zwei gegenläufig gewickelten Transformato ren gebildet werden, deren Primärspulen mit denselben Steuersignalen angesteu ert werden können. Gegebenenfalls können die beiden Transformatoren auch durch Sekundärwicklungen gebildet werden, die - voneinander isoliert - auf die selbe Primärwicklung gewickelt sind. Eine mögliche Ausführungsform besteht da rin, dass auf einer länglichen Primärwicklung die beiden Sekundärwicklungen in Axialrichtung nebeneinander angeordnet sind. Selbstverständlich ist es auch mög lich, zwei separate Transformatoren mit separaten Primär- und Sekundärwicklun gen mit denselben Steuersignalen anzusteuern, um die beiden Hochspannungs quellen HV1 und HV2 auszubilden.

Die in den Figuren 10 und 11 dargestellte Ausführungsform hat den Vorteil, dass die Kontaktierung der Hochspannungsleitung nicht bei der Herstellung des Liners erfolgen muss. Die Kontaktierung erfolgt über das Kontaktstück 24, das in den Ka nal rastend eingeschoben wird, um mit einem zentralen Leiter 26 die Hochspan-nungsquelle HV1 , HV2 mit einer Elektrode 12 zu verbinden. Das Kontaktstück 24 bildet zusammen mit dem Kanal eine rastende Steckverbindung, durch die die Kontaktierung mit der Elektrode 12 bereits hergestellt werden kann. In dem darge stellten Ausführungsbeispiel wird die Kontaktierung dadurch verbessert und siche rer gestaltet, dass die Elektrode 12 mit dem Permanentmagneten 22 versehen ist, indem beispielsweise der Permanentmagnet 22 über einen leitenden Kleber auf das Basisstück 13 der Elektrode 12 aufgeklebt ist. Durch die zwischen dem Per manentmagneten 22 und dem Gegenmagneten 27 wirksame magnetische Anzie hungskraft wird die Kontaktierung auch innerhalb des flexiblen Materials des Liners 1 auch dann gewährleistet, wenn das Material des Liners eine gewisse In-Stabilität aufweist und auf Stabilisierungsmaßnahmen verzichtet werden soll.

1 Liner

2 Einschlupföffnung

3 Hülsenabschnitt

4 Endabschnitt

5 Anschlusskabel

6 Wandung

7 Innenseite (von 6)

8 Längsrippen

9 Längsnuten

9‘ Kammern

10 Elektrodenanordnung

11 Anschluss

12 Elektroden

13 Basisstück

14 fingerartige Elektrodenabschnitte

15 Hülsenteil

16 distales Endteil

17 Linerhülle

18 Einsatzstück

19 Ausnehmung

20 Dielektrikum

21 Kanäle

22 Permanentmagnete

23 ringförmige Rastausnehmung

24 Kontaktstück

25 ringförmige Rastwulst

26 zentrischer Leiter

27 Gegenmagnet