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1. WO2020120681 - ANALYSESYSTEM UND VERFAHREN ZUR BEURTEILUNG UND VORHERSAGE EINER GÜTE EINES LACKS

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Analysesystem und Verfahren zur Beurteilung und Vorhersage einer Güte eines Lacks

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Analysesystem und ein Verfahren zur Beurteilung und Vorhersage einer Güte mindestens eines Lacks, aufgebracht auf mindestens einem Objekt mit einer Vielzahl von Untereinheiten in einer Fertigungsanlage von bspw. Automobilen.

Beim Lackieren von Objekten, wie bspw. Karosseriebauteilen bzw. -anbauteilen von Fahrzeugen, werden in industriellen Anlagen, insbesondere Fertigungsanlagen, große Datenmengen zu farbmetrischen Eigenschaften jeweiliger auf ein Objekt aufgetragener Lacke ermittelt. Diese Datenmengen sind bisher nur unter erheblichem Zeitaufwand durch einen Nutzer interpretierbar.

Ferner besteht Bedarf zur Optimierung von Lacken hinsichtlich ihrer jeweiligen Übereinstimmung zu einer jeweiligen vorgegebenen Farbreferenz, wenn die Lacke auf einem jeweiligen Objekt aufgetragen werden.

Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Möglichkeit zum Erfassen und Überwachen einer Güte eines auf ein Objekt aufgebrachten bzw. aufzubringenden Lacks, insbesondere in einer Fertigungsanlage fertigungsbegleitend (online) bereitzustellen.

Die voranstehend genannte Aufgabe wird gelöst durch den jeweiligen Gegenstand der unabhängigen Patentansprüche.

Es wird somit ein Analysesystem zur Beurteilung und zur Vorhersage einer Güte mindestens eines Lacks auf mindestens einem Objekt mit einer Vielzahl von Untereinheiten vorgestellt. Das Analysesystem umfasst eine Sensoranordnung mit einer Vielzahl von Sensoren, eine Verwaltungseinheit mit mindestens einem Prozessor und eine Ausgabeeinheit.

Die Sensoranordnung ist dazu konfiguriert, mittels der Vielzahl von Sensoren das mindestens eine mit mindestens einem Lack lackierte Objekt farbmetrisch zu vermessen und entsprechende Messdaten bzw. Messwerte bereitzustellen.

Die Verwaltungseinheit ist dazu konfiguriert, anhand der durch die Sensoranordnung bereitzustellenden bzw. bereitgestellten Messdaten farbmetrische Abweichungen des mindestens einen Lacks zu einer entsprechenden Farbreferenz für die Vielzahl von Untereinheiten des mindestens einen Objekts zu ermitteln und durch mindestens eine Filterfunktion sortiert in Echtzeit auf der Ausgabeeinheit unter Verwendung mindestens einer den jeweiligen farbmetrischen Abweichungen des mindestens einen Lacks zugeordneten Kennzahl komprimiert auszugeben. Dabei können die jeweiligen farbmetrischen Abweichungen wahlweise als Rohdaten, d.h. unverarbeitet, und/oder weiterverrechnet in Form von mindestens einem Farbgüteindikator ausgegeben, d.h. bspw. auf einer Anzeigeeinheit, wie bspw. einem Display angezeigt werden.

Die Verwaltungseinheit ist weiterhin dazu konfiguriert, die mindestens eine Filterfunktion in Abhängigkeit einer Größe der mindestens einen Kennzahl zu wählen, wobei die mindestens eine Filterfunktion dazu ausgebildet ist, die Messdaten und/oder die farbmetrischen Abweichungen mittels mindestens einer mathematischen Operation quantitativ komprimiert auszugeben. Dazu kann die Filterfunktion die Messdaten und/oder die farbmetrischen Abweichungen mittels einer mathematischen Operation, wie bspw. eines Bandpassfilters, einer Transformation oder jeder weiteren mathematischen Operation zusammenfassen bzw. einzelne Werte oder Wertebereiche aus einem Gesamtwertebereich der Messdaten und/oder der farbmetrischen Abweichungen auswählen.

Die Verwaltungseinheit ist weiterhin dazu konfiguriert, a) anhand der farbmetrischen Abweichungen des mindestens einen Lacks zu der entsprechenden Farbreferenz für die Vielzahl von Untereinheiten des mindestens einen Objekts eine Lackiereinheit derart anzusteuern, dass diese den mindestens einen Lack auf dem mindestens einen Objekt derart aufträgt, dass farbmetrische Abweichungen des mindestens einen Lacks zu der entsprechenden Farbreferenz für die Vielzahl von Untereinheiten des mindestens einen Objekts minimal sind, und die Lackiereinheit in Abhängigkeit der mindestens einen Kennzahl dynamisch einzustellen, und/oder b) anhand der farbmetrischen Abweichungen des mindestens einen Lacks zu der entsprechenden Farbreferenz eine Mischeinheit derart anzusteuern, dass diese einen Lack bereitstellt, dessen farbmetrische Abweichungen zu der entsprechenden Farbreferenz für die Vielzahl von Untereinheiten des mindestens einen Objekts minimal sind, und die Mischeinheit in Abhängigkeit der mindestens einen Kennzahl dynamisch einzustellen.

Eine Farbreferenz bezeichnet im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Farbtonvorlage.

Zum Steuern mindestens einer Lackiereinheit zum Aufträgen eines Lacks auf ein Objekt und/oder einer Mischeinheit zum Bereitstellen bzw. Mischen eines Lacks kann die Verwaltungseinheit über eine Schnittstelle, wie bspw. eine Drahtlosschnittstelle, eine kabelgebundene Schnittstelle oder ein Rechnernetzwerk mit der mindestens einen Lackiereinheit und/oder der Mischeinheit verbunden sein. Die Mischeinheit und/oder die Lackiereinheit kann bzw. können jeweils von dem Analysesystem umfasst sein, d. h. jeweilige Komponenten des Analysesystems sein bzw. als jeweilige Komponenten des Analysesystems ausgebildet sein.

Entsprechend kann die Verwaltungseinheit die Mischeinheit einstellen, indem Betriebsparameter zum Mischen des Lacks von der Verwaltungseinheit an die Mischeinheit übertragen werden, wobei der Lack sich dadurch auszeichnet, dass farbmetrische Abweichungen des Lacks zu der entsprechenden Farbreferenz minimal sind. Bspw. können die Betriebsparameter "Mischanteile von Grundsubstanzen des Lacks" und/oder "Rührzeiten" bzw. "Ruhezeiten" umfassen. Die Mischeinheit stellt die Betriebsparameter ein, mischt den Lack und stellt diesen, dadurch bedingt, bereit.

Zum Einstellen der Lackiereinheit kann die Verwaltungseinheit Betriebsparameter, wie bspw. einen Wert für einen zu verwendenden Lack, einen Druck, einen Auftragswinkel oder einen zu verwendenen Spritzroboter, mit dem der Lack auf ein Objekt aufzutragen ist, an die Lackiereinheit übermitteln. Die Lackereinheit steuert ihre Komponenten, wie bspw. den jeweiligen zu verwendenden Spritzroboter, den Betriebsparametern entsprechend an und lackiert, dadurch bedingt, das Objekt.

Zur Ermittlung der jeweiligen farbmetrischen Abweichungen des mindestens einen Lacks werden zunächst farbmetrische Koordinaten der Farbreferenz und farbmetrische Koordinaten des mindestens einen Lacks, für die Vielzahl der mit dem Lack lackierten Untereinheiten je mit einem Spektralphotometer für eine Anzahl Messgeometrien und eine Anzahl Lichtquellen ermittelt. Ausgehend davon werden für jede Messgeometrie der Anzahl Messgeometrien und jede Lichtquelle der Anzahl Lichtquellen jeweilige Farbdifferenzen bzw. Farbabstände aus den farbmetrischen Koordinaten der Farbreferenz und den jeweiligen farbmetrischen Koordinaten des Lacks für die Vielzahl der mit dem Lack lackierten Untereinheiten berechnet. Die jeweiligen farbmetrischen Koordinaten werden mit je einem Gewichtungsfaktor normiert.

Die jeweiligen farbmetrischen Abweichungen werden insbesondere auf Basis der so berechneten bzw. ermittelten jeweiligen Farbdifferenzen bzw. Farbabstände und/oder Glitzerabstände und/oder Grobheitsunterschiede bestimmt. Das bedeutet, dass die jeweiligen farbmetrischen Abweichungen direkt durch die jeweiligen Farbabstände oder durch mindestens einen einer Mehrzahl von Farbgüteindikatoren dargestellt bzw. repräsentiert werden können. Jeder der Mehrzahl der Farbgüteindikatoren wird mittels einer durch eine vorgegebene Abbildungsvorschrift definierten Abbildung von für die Anzahl Messgeometrien und die Anzahl Lichtquellen jeweils mittels eines für den jeweiligen Farbgüteindikator spezifischen mathematischen Zusammenhangs zwischen Farbdifferenzen von mindestens einem der Untereinheiten (zu der Farbreferenz) berechneten Funktionswerten auf einen Wert einer vorgegebenen Skala bestimmt. Es ist auch denkbar, dass neben den Farbabständen ferner auch noch Glitzerabstände und Grobheitsunterschiede zu der Farbreferenz berücksichtigt werden.

Ausgestaltungen ergeben sich aus der Beschreibung und den beiliegenden Zeichnungen.

Unter einer Güte eines Lacks ist im Kontext der vorliegenden Erfindung eine Übereinstimmung bzw. eine Abweichung von farbmetrischen Eigenschaften des Lacks zu einer entsprechenden Farbreferenz, insbesondere nach Auftrag auf ein Objekt, zu verstehen.

Unter farbmetrischen Eigenschaften sind im Kontext der vorliegenden Erfindung physikalische Ausprägungen eines Lacks zu verstehen, die bspw. mittels Farbkoordinaten eines Farbraums, insbesondere eines Lab-Farbraums, eines LhC-Farbraums, einer Angabe einer Glitzereffektkennzahl und/oder eines Grobheitswerts dargestellt werden können.

Unter einem Objekt ist im Kontext der vorliegenden Erfindung ein mit einem Lack zu lackierendes Objekt, wie bspw. ein Fahrzeug zu verstehen. Insbesondere weist ein Objekt mehrere Untereinheiten, d.h. bspw. geometrisch getrennte Teilbereiche, wie bspw. einen linken Kotflügel, einen rechten Kotflügel, eine Motorhaube und/oder einen Stoßfänger auf.

Unter einer Farbreferenz ist im Kontext der vorgestellten Erfindung eine Farbtonvorlage mit festgelegten und bekannten farbmetrischen Eigenschaften zu verstehen. Eine Farbreferenz kann bspw. auf einem Referenzobjekt (master panel) aufgetragen sein und bspw. virtuell als Punkt in einem Farbraum dargestellt werden.

Unter einer Ausgabe in Echtzeit ist im Kontext der vorliegenden Erfindung eine Ausgabe von Ergebnissen zu verstehen, die direkt, d.h. in einem Zeitbereich von unter einer Minute, bevorzugt unter 30 Sekunden, weiter bevorzugt unter 10 Sekunden, besonders bevorzugt unter 1 Sekunde, ausgehend von einem Messzeitpunkt zur Erfassung der zur Berechnung der Güte des Lacks erfoderlichen Messdaten auf einer Ausgabeeinheit ausgegeben wird.

Unter einer Kennzahl ist im Kontext der vorliegenden Erfindung eine Maßzahl zu verstehen, die zur Quantifizierung der farbmetrischen Eigenschaften eines Lacks dient. Der Kennzahl liegt eine Vorschrift zur quantitativen reproduzierbaren Messung der farbmetrischen Eigenschaften des Lacks im Hinblick auf ein Gütekriterium zugrunde. Die Kennzahl verdichtet Sachverhalte und Kausalzusammenhänge der farbmetrischen Eigenschaften des Lacks mit Hilfe einer absoluten Zahl, so dass es möglich ist, aufgrund der Kennzahl eine Beurteilung der Güte des Lacks im Hinblick auf das Gütekriterium abzugeben, Rangfolgen bei einer Mehrzahl von untersuchten Lacken herzustellen und letztlich eine Entscheidung hinsichtlich eines letztlich auszuwählenden Lacks im Hinblick auf das Gütekriterium zu treffen. Insbesondere ist unter einer Kennzahl eine Maßzahl bzw. eine quantitatve Angabe für eine Güte bspw. einer Übereinstimmung des Lacks mit farbmetrischen Eigenschaften der Farbereferenz im Hinblick auf das Gütekriterium zu verstehen. Sollen verschiedene Kriterien bzw. Gütekriterien betrachtet werden, sind entsprechend mehrere Kennzahlen, die den jeweiligen Gütekriterien zugeordnet sind, vorzusehen und zu bestimmen.

Unter einer komprimierten Ausgabe von Messwerten bzw. Messdaten bzw. von farbmetrischen Abweichungen zu einer Farbreferenz ist im Kontext der vorliegenden Erfindung eine mathematisch fusionierte Ausgabe einer Vielzahl von Messwerten durch bspw. eine zumindest weniger große Anzahl an Kennzahlen oder eine Auswahl von Messwerten bzw. Messdaten bzw. von farbmetrischen Abweichungen zu einer Farbreferenz aus der Vielzahl von ermittelten Messdaten bzw. Messwerten bzw. von farbmetrischen Abweichungen zu der Farbreferenz zu verstehen. Dies bedeutet, dass bspw. ein Teil der Messdaten bzw. Messwerte bzw. ein Teil der farbmetrischen Abweichungen zu der Farbreferenz mittels einer Filterfunktion ausgewählt und aufbereitet bzw. gefiltert und, dadurch bedingt, komprimiert wird. Durch die Komprimierung werden jeweilige Messdaten bzw. Messwerte bzw. die farbmetrischen Abweichungen zu der Farbreferenz insbesondere derart komprimiert, dass sie von einem Menschen erfasst werden können.

Ein Objekt umfasst im Kontext der vorgestellten Erfindung mindestens ein Oberflächenelement. Ein Oberflächenelement bezeichnet im Rahmen der vorliegenden Offenbarung keine einzelne lackierte Oberfläche, sondern eine Gruppe von gleichen bzw. gleichartigen mit dem Lack lackierten Oberflächen. Demnach sind bspw. unter einem ersten Oberflächenelement mit dem Lack lackierte Oberflächen von Teilen eines Produkts, insbesondere von Karosserieteilen einer Fahrzeugkarosserie und unter einem zweiten Oberflächenelement mit dem Lack lackierte Oberflächen von Anbauteilen für das Produkt, insbesondere von Karosserieanbauteilen eines bestimmten Typs, wie bspw. eines Stoßfängers, zu subsummieren. Im Folgenden werden Teile eines Produkts, insbesondere Karosserieteile einer Fahrzeugkarosserie bzw. ein deren Oberflächen repräsentierendes Oberflächenelement mit OEM und ein Anbauteile für das Produkt, insbesondere Karossierieanbauteile eines bestimmten Typs repräsentierendes Oberflächenelement mit ASP bezeichnet.

Wie voranstehend erläutert, können auf Basis der Messwerte bzw. der Messdaten verschiedene Farbgüteindikatoren bestimmt werden, wobei jeder Farbgüteindikator für einen jeweiligen Lack durch eine jeweilige Kennzahl repräsentiert wird bzw. dieser zugeordnet wird. Entsprechend werden bei einer komprimierten Ausgabe verschiedene Messwerte mittels einer jeweiligen farbgüteindikatorspezifischen mathematischen Operation miteinander in Verbindung gebracht und jeweils einer jeweiligen den jeweiligen Farbgüteindikator des Lacks repräsentierenden Kennzahl zugeordnet.

Der jeweilige Wert der Kennzahl kann dabei einem Wert einer vorgebenen Skala entsprechen. Die vorgegebene Skala ist für alle Farbgüteindikatoren identisch und erstreckt sich über ganzzahlige Zahlenwerte von 1 bis 8 bzw. Q1 bis Q8, wobei 1 bzw. Q1 eine schlechteste Einstufung und 8 bzw. Q8 entsprechend eine beste Einstufung des Lacks hinsichtlich eines für einen jeweiligen Farbgüteindikator charakteristischen Gütekriteriums des Lacks darstellt. Alternativ dazu ist es auch möglich, dass jedem Farbgüteindikator eine für den jeweiligen Farbgüteindikator spezifische Skala zugeordnet ist bzw. wird. Die vorgegebene Abbildungsvorschrift ist zumindest für eine Untergruppe der Mehrzahl der Farbgüteindikatoren identisch und somit farbgüteindikatorübergreifend, wobei die Untergruppe mehr als einen Farbgüteindikator umfasst.

Da die verschiedenen Teilbereiche bzw. Untereinheiten des Objekts auf verschiedenartige Weise mit einem auf das Objekt und somit auf die jeweiligen Untereinheiten aufgebrachten Lack interagieren, werden die farbmetrischen Eigenschaften des Lacks durch die jeweiligen Teilbereiche bzw. Untereinheiten unterschiedlich beeinflusst. Demnach zeigt der Lack in der Regel verschiedene farbmetrische Eigenschaften auf verschiedenen Teilbereichen bzw. Untereinheiten. Bspw. kann eine farbmetrische Eigenschaft des Lacks durch eine geometrische Ausprägung eines jeweiligen Teilbereichs, insbesondere durch dessen Oberflächenstruktur, beeinflusst werden.

Mittels des vorgestellten Analysesystems ist es möglich, die farbmetrischen Eigenschaften eines Lacks für jede Untereinheit eines Objekts anhand von

farbmetrischen Abweichungen zu einer Farbreferenz, bspw. ausgedrückt in Form der berechneten, verschiedenen Farbgüteindikatoren, zu ermitteln und dadurch intuitiv erfassbar auf einer Ausgabeeinheit auszugeben. Durch eine vergleichende Darstellung der farbmetrischen Eigenschaften eines Lacks für eine Vielzahl von Teilbereichen bzw. Untereinheiten eines Objekts auf einer Ausgabeeinheit kann ein bspw. durch eine geometrische Ausgestaltung einer Untereinheit bedingter Unterschied in den farbmetrischen Eigenschaften des Lacks zu einer Farbreferenz und/oder zu einer weiteren Untereinheit schnell und intuitiv erkannt werden. Sobald ein solcher Unterschied erkannt ist und ggf. über einem vorgegebenen Schwellenwert liegt, kann dieser Unterschied durch geeignete Gegenmaßnahmen, wie bspw. einer Überlackierung, korrigiert und ggf. bei weiteren Lackierungen vermieden werden.

In einer möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Analysesystems ist vorgesehen, dass jeweilige Sensoren der Vielzahl von Sensoren in mehrere Sensorgruppen unterteilt sind, und jeweilige Sensorgruppen jeweiligen Untereinheiten des mindestens einen Objekts zugeordnet sind.

Eine Einteilung jeweiliger Sensoren in Sensorgruppen hat den technischen Effekt, dass von entsprechenden Sensoren ermittelte Messwerte besonders einfach und eindeutig entsprechenden Untereinheiten des Objekts zugeordnet werden können.

Ferner können Messwerte, die von Sensoren einer Sensorgruppe ermittelt wurden, besonders effizient und eindeutig gefiltert, d.h. von Messwerten weiterer Sensoren unterschieden werden. Entsprechend kann durch eine Auswahl einer geeigneten Sensorgruppe, die bspw. ausschließlich Messwerte zeigt, die von einer jeweiligen Untereinheit stammen, ein Randeffekt, an dem benachbarte Untereinheiten mit der jeweiligen Untereinheit wechselwirken, minimiert werden.

In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Analysesystems ist vorgesehen, dass die Verwaltungseinheit dazu konfiguriert ist, jeweilige farbmetrischen Abweichungen einer Vielzahl von Untereinheiten für eine Vielzahl von Objekten in Abhängigkeit mindestens einer vorgegebenen Filtereinstellung sortiert auf der Ausgabeeinheit auszugeben.

Eine Filtereinstellung, die bspw. von einem Nutzer vorgegeben werden kann, hat die technische Wirkung, einen Datensatz so aufzubereiten bzw. zu sortieren, dass lediglich für eine bestimmte der Filtereinstellung zugeordnete Anfrage relevante Daten bzw. jeweilige Daten sortiert nach Relevanz dargestellt werden. Entsprechend können jeweilige besonders relevante Daten schnell und einfach identifiziert werden.

Beispielsweise ist es unter Verwendung des vorgestellten Analysesystems durch Aktivierung einer jeweiligen Filtereinstellung möglich, sämtliche farbmetrischen Abweichungen eines aufgetragenen Lacks zu einer Farbreferenz für einen vorderen linken Kotflügel verschiedener Fahrzeuge einer Produktionslinie selektiv ausgeben zu lassen bzw. hervorgehoben ausgeben zu lassen.

In einem weiteren Beispiel ist es unter Verwendung des vorgestellten Analysesystems durch Aktivierung einer jeweiligen Filtereinstellung möglich, sämtliche farbmetrischen Abweichungen eines aufgetragenen Lacks zu einer Farbreferenz für einen vorderen linken Kotflügel und einen vorderen rechten Kotflügel eines spezifischen Fahrzeugs bzw. eines spezifischen Fahrzeugtyps einer Produktionslinie selektiv ausgeben zu lassen bzw. hervorgehoben, d.h. markiert ausgeben zu lassen.

Es kann in Ausgestaltung des vorgestellten Analysesystems vorgesehen sein, dass verschiedene voreingestellte Filtereinstellungen als Reiter einer Darstellungslogik, insbesondere eines Display-Menüs bzw. einer Menüleiste, angezeigt sind und bspw. durch Berührung und/oder durch Anklicken mittels eines Cursors aktivierbar sind. Dies bedeutet, dass bei Aktivierung eines Reiters jeweilige ermittelte Messwerte bzw. daraus bestimmte farbmetrische Abweichungen zu einer Farbreferenz mit einer dem Reiter zugeordneten Filtereinstellung bearbeitet und entsprechend sortiert auf der Ausgabeeinheit ausgegeben werden.

In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Analysesystems ist vorgesehen, dass die Verwaltungseinheit dazu konfiguriert ist, auf der Ausgabeeinheit eine Warnmeldung auszugeben, für den Fall, dass eine jeweilige farbmetrische Abweichung einer jeweiligen Untereinheit eines jeweiligen Objekts über einem vorgegebenen Schwellenwert liegt.

Eine Warnmeldung hat die technische Wirkung, eine kritische farbmetrische Abweichung, d.h. den Fall, dass eine jeweilige farbmetrische Abweichung einer jeweiligen Untereinheit eines jeweiligen Objekts über einem vorgegebenen Schwellenwert liegt, für einen Nutzer oder ein weiteres System schnell erfassbar darzustellen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ermöglichen.

In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des Analysesystems ist vorgesehen, dass die Verwaltungseinheit dazu konfiguriert ist, mindestens eine farbmetrische Abweichung für mindestens eine Untereinheit eines Objekts zusammen mit einer entsprechenden Messvarianz jeweiliger der farbmetrischen Abweichung zugrundeliegenden Messwerte darzustellen.

Die Darstellung einer Messvarianz hat die technische Wirkung, dass ein jeweiliger Messwert schnell und einfach in Relation zu den weiteren Messwerten betrachtet und ausgewertet werden kann. Entsprechend kann bspw. ein Ausreißer bzw. ein Messfehler erkannt werden, wenn ein Messwert bspw. größer als ein Dreifaches einer durchschnittlichen Messvarianz ist.

In einem Beispiel kann die entsprechende Messvarianz als Prozessvariabilität in mindestens einem Boxplot dargestellt sein. Ein sogenannter "Boxplot" kann eine Prozessvariabilität einer Fertigungsanlage bzw. Produktionsstraße auf eine intuitiv erfassbare Weise darstellen. Dabei können bspw. jeweilige Fahrzeuge, die mit einem Lack einer Charge lackiert wurden, gemeinsam in einem Boxplot dargestellt werden, so dass jeweilige Einzelfahrzeuge besonders schnell mit weiteren Fahrzeugen, die ebenfalls mit einem Lack der gleichen Charge lackiert wurden, bspw. daraufhin abgeglichen werden, ob das jeweilige Fahrzeug innerhalb einer mittleren Varianz aller Fahrzeuge, die mit einem Lack der gleichen Charge lackiert wurden, liegt.

Eine Serie bzw. eine Serienproduktion von mit einem Lack einer Charge lackierten Oberflächen umfasst all die Oberflächen eines jeweiligen Oberflächenelements, die innerhalb eines fortlaufenden Lackierprozesses mit dem Lack einer Charge lackiert werden. Ein Oberflächenelement bezeichnet im Rahmen der vorliegenden Offenbarung keine einzelne lackierte Oberfläche, sondern eine Gruppe von gleichen bzw. gleichartigen mit dem Lack lackierten Oberflächen. Demnach sind bspw. unter einem ersten Oberflächenelement mit dem Lack lackierte Oberflächen von Teilen eines Produkts, insbesondere von Karosserieteilen einer Fahrzeugkarosserie und unter einem zweiten Oberflächenelement mit dem Lack lackierte Oberflächen von Anbauteilen für das Produkt, insbesondere von Karosserieanbauteilen eines bestimmten Typs, wie bspw. eines Stoßfängers, zu subsummieren. Im Folgenden werden Teile eines Produkts, insbesondere Karosserieteile einer Fahrzeugkarosserie bzw. ein deren Oberflächen repräsentierendes Oberflächenelement mit OEM und ein Anbauteile für das Produkt, insbesondere Karossierieanbauteile eines bestimmten Typs repräsentierendes Oberflächenelement mit ASP bezeichnet.

Eine Charge ist eine Lieferung des Lacks mit fest vorgegebener Chargentoleranz.

In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Analysesystems ist vorgesehen, dass die Verwaltungseinheit dazu konfiguriert ist, eine jeweilige farbmetrische Abweichung getrennt nach Farbkoordinaten bzw.

Farbdimensionen eines Farbraums auf der Ausgabeeinheit auszugeben.

Eine Darstellung von farbmetrischen Abweichungen getrennt nach Farbkoordinaten, wie bspw. im Lab-Raum einer Helligkeitskoordinate (L*), einer Grün-Rot Koordinate (a*) oder einer Blau-Gelb Koordinate (b*), bietet den Vorteil, die einzelnen Koordinatenausprägungen schnell für die farbmetrischen Abweichungen für mindestens einen Lack bzw. mit dem mindestens einen Lack lackierte Objekte bzw. Untereinheiten betrachten, auswerten und vergleichen zu können.

In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Analysesystems ist vorgesehen, dass die Verwaltungseinheit dazu konfiguriert ist, jeweilige farbmetrische Abweichungen des mindestens einen Lacks in Form mindestens eines voranstehend beschriebenen Farbgüteindikators einer Mehrzahl von Farbgüteindikatoren mittels eines vorgegebenen jeweiligen farbgüteindikatorspezifischen Zuordnungsschemas einer Kennzahl für den mindestens einen Farbgüteindikator zuzuordnen und die jeweiligen farbmetrischen Abweichungen unter Verwendung zumindest der Kennzahl für den mindestens einen Farbgüteindikator auf der Ausgabeeinheit auszugeben.

Wie voranstehend bereits erläutert, stellt die Kennzahl für einen jeweiligen Farbgüteindikator ein qualitatives Gütekriterium für den Lack auf Basis von mindestens einem Messwert bzw. mindestens einer farbmetrischen

Abweichung dar. Kennzahlen bzw. Werte von Kennzahlen für einen jeweiligen Farbgüteindikator von verschiedenen Lacken auf gleichen Teileinheiten eines Objekts und/oder Kennzahlen für einen jeweiligen Farbgüteindikator von gleichen Lacken auf verschiedenen Teileinheiten bzw. Untereinheiten des Objekts können untereinander verglichen werden. Entsprechend kann unter Verwendung einer jeweiligen Kennzahl schnell eine mehrere und/oder verschiedene Faktoren berücksichtigende Filterung bzw. eine entsprechende mehrfaktorielle Beurteilung eines Satzes von Messwerten erfolgen.

Insbesondere kann ein Satz von Messwerten bzw. Messdaten bspw. nach absteigender Größe einer jeweiligen Kennzahl sortiert werden oder es können nur solche Messwerte eines Satzes von Messwerten angezeigt werden, die einer Kennzahl gleich oder größer eines vorgegebenen Schwellenwertes zugeordnet sind.

In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Analysesystems ist vorgesehen, dass die Verwaltungseinheit dazu konfiguriert ist, anhand jeweiliger farbmetrischer Abweichungen jeweiliger mit einem Referenzlack lackierten Untereinheiten mindestens eines Objekts zu der Farbreferenz eine zu erwartende Güte eines auf Basis des Referenzlacks formulierten Lacks, der auf ein jeweiliges Objekt aufzubringen ist, zu berechnen und auf der Ausgabeeinheit auszugeben.

Während eine Farbereferenz ein vorgegenes Referenzobjekt (master panel) mit vorgegebenen farbmetrischen Eigenschaften ist, können sich farbmetrische Eigenschaften eines mit einem Referenzlack lackierten Objeks bspw. aufgrund von Unregelmäßgikeiten beim Aufträgen des Referenzlacks auf das Objekt, von den farbmetrischen Eigenschaften der Farbreferenz unterscheiden.

Durch die Berechnung einer zu erwartenden Güte eines Lacks, d.h. durch ein Ermitteln einer Prognose mittels bspw. einer Korrelationsanalyse jeweiliger farbmetrischer Eigenschaften eines zu beurteilenden Lacks mit jeweiligen farbmetrischen Eigenschaften eines bereits gemessenen Referenzlacks, kann der zu beurteilende Lack ggf. noch vor einer Lackierung jeweiliger Objekte bzw. jeweiliger Untereinheiten eines jeweiligen Objekts gezielt optimiert werden, um bspw. Schwächen des gemessenen Referenzlacks zu korrigieren.

Durch eine dynamische Einstellung einer Mischeinheit zum Mischen eines Lacks kann ein in einer Fertigungsanlage zu verwendender Lack unter Verwendung des vorgestellten Analysesystems bzw. des vorgestellten Verfahrens dynamisch an aktuelle Gegebenheiten, bspw. an aktuelle

Bauteilgeometrien oder aktuelle Umgebungsbedingungen angepasst werden, um bspw. eine minimale farbmetrische Abweichung zu einer Farbreferenz zu erhalten.

Ferner betrifft die vorgestellte Erfindung eine Lackermittlungseinheit zum Bereitstellen eines Lacks. Die Lackermittlungseinheit umfasst eine Verwaltungseinheit mit mindestens einem Prozessor und eine Ausgabeeinheit. Die Verwaltungseinheit ist dazu konfiguriert, farbmetrische Abweichungen eines Referenzlacks auf jeweiligen Untereinheiten mindestens eines Objekts zu einer Farbreferenz zu ermitteln, die ermittelten farbmetrischen Abweichungen mit farbmetrischen Abweichungen eines Kandidatenlacks zu dem Referenzlack, wobei die farbmetrischen Abweichungen des Kandidatenlacks zu dem Referenzlack als Abweichungsfaktor bestimmt werden, zu verrechnen, insbesondere mittels eines mathematischen Verfahrens, wie bspw. durch Addition oder Multiplikation, um farbmetrische Abweichungen des Kandidatenlacks zu der Farbreferenz vorherzusagen.

Die Verwaltungseinheit ist ferner dazu konfiguriert, eine Rezeptur des Kandidatenlacks virtuell so lange zu einem finalen Lack zu verändern, bis jeweilige vorhergesagte farbmetrische Abweichungen des Kandidatenlacks bzw. des dann finalen Lacks zu der Farbreferenz unterhalb eines vorgegebenen Schwellenwerts liegen. Ferner ist die Verwaltungseinheit in weiterer Ausgestaltung dazu konfiguriert, eine Lackrezeptur des finalen Lacks an eine Mischeinheit zur Herstellung des finalen Lacks zu übermitteln.

Ein Kandidatenlack kann bspw. ein vorgegebener Lack sein, mit dem ein Objekt zu lackieren ist.

Insbesondere umfasst die mindestens eine Kennzahl mindestens einen Wert einer Mehrzahl von Farbgüteindikatoren. Jeder der Mehrzahl der Farbgüteindikatoren wird mittels einer durch eine vorgegebene und für die Farbgütendikatoren identische Abbildungsvorschrift definierten Abbildung von für eine Anzahl Messgeometrien und eine Anzahl Lichtquellen jeweils mittels eines für den jeweiligen Farbgüteindikator spezifischen mathematischen Zusammenhangs zwischen den farbmetrischen Abweichungen von mindestens einem der Oberflächenelemente (zu der Farbreferenz) berechneten Funktionswerten auf einen Wert einer vorgegebenen Skala bestimmt. Dies bedeutet, dass durch die mindestens eine Kennzahl eine Vielzahl von Messwerten zu einem jeweiligen Wert einer jeweiligen Kennzahl bzw. eines jeweiligen Farbgüteindikators komprimiert wird.

Zum Verändern des Kandidatenlacks, also einer Zusammensetzung von Lackkomponenten, die den Kandidatenlack bilden, kann die Verwaltungseinheit jeweilige Lackkomponenten und/oder einen quantitativen Anteil jeweiliger Lackkomponenten, die den Kandidatenlack bilden, virtuell verändern, so dass sich zu erwartende farbmetrische Eigenschaften und, dadurch bedingt, die zu erwartende mindestens eine erfindungsgemäß vorgesehene Kennzahl des Kandidatenlacks entsprechend verändern.

In einer weiteren möglichen Ausgestaltung der vorgestellten Lackermittlungseinheit ist vorgesehen, dass die Verwaltungseinheit dazu konfiguriert ist, den Kandidatenlack zu optimieren, indem der Kandidatenlack unter Verwendung einer vorhergesagten Abweichung zwischen dem Kandidatenlack und dem Referenzlack korrigiert wird. Dies bedeutet, dass der Kandidatenlack unter Verwendung der ermittelten Abweichung bspw. in seiner Rezeptur oder in einer Auftragetechnik so verändert wird, dass die Abweichung nach Aufträgen durch das Lackiersystem minimal ist bzw. wird. Bspw. kann der Lack durch eine veränderte Rezeptur korrigiert werden, bei der jeweilige Komponenten durch alternative Komponenten oder eine alternative Gewichtung beim Herstellen des Lacks verwendet werden.

Ferner betrifft die vorgestellte Erfindung ein Verfahren zur Beurteilung und Vorhersage einer Güte mindestens eines Lacks auf mindestens einem Objekt mit einer Vielzahl von Untereinheiten, bei dem mittels einer Sensoranordnung des vorgestellten Analysesystems mindestens ein mit dem mindestens einen Lack lackiertes Objekt farbmetrisch vermessen wird und entsprechende Messdaten der Verwaltungseinheit bereitgestellt werden. Weiterhin wird mittels der Verwaltungseinheit jeweiligen farbmetrischen Abweichungen des mindestens einen Lacks zu einer Farbreferenz unter Verwendung eines vorgegebenen Zuordnungsschemas zumindest eine Kennzahl zugeordnet und die Messdaten werden unter Verwendung der mindestens einen Kennzahl und mindestens einer Filterfunktion komprimiert ausgegeben, wobei die mindestens eine Filterfunktion in Abhängigkeit einer Größe der mindestens einen Kennzahl gewählt wird, und wobei die mindestens eine Filterfunktion dazu konfiguriert ist, die Messdaten und/oder die farbmetrischen Abweichungen mittels mindestens einer mathematischen Operation quantitativ komprimiert darzustellen.

Weiterhin wird die Verwaltungseinheit dazu verwendet:

a) anhand der jeweiligen farbmetrischen Abweichungen des mindestens einen Lacks zu der Farbreferenz für eine Vielzahl von Untereinheiten des mindestens einen Objekts eine Lackiereinheit derart anzusteuern, dass diese einen Lack auf dem mindestens einen Objekt aufträgt, dessen farbmetrische Abweichungen zu der Farbreferenz für die Vielzahl von Untereinheiten des mindestens einen Objekts minimal sind, und die Lackiereinheit in Abhängigkeit der mindestens einen Kennzahl dynamisch einzustellen und/oder

b) anhand der jeweiligen farbmetrischen Abweichungen des mindestens einen Lacks zu der Farbreferenz eine Mischeinheit derart anzusteuern, dass diese einen Lack bereitstellt, dessen farbmetrische Abweichungen zu der Farbreferenz für die Vielzahl von Untereinheiten des mindestens einen Objekts minimal sind, und die Mischeinheit in Abhängigkeit der mindestens einen Kennzahl dynamisch einzustellen.

Das vorgestellte Analysesystem dient insbesondere zur Durchführung des vorgestellten Verfahrens.

Ferner betrifft die vorgestellte Erfindung ein Computerprogramm mit Programmcodemitteln zum Steuern des Analysesystems, das, bei Ausführung durch eine Prozessoreinheit, dafür ausgebildet ist, die Verfahrensschritte des vorgestellten Verfahrens durchzuführen.

Ferner betrifft die vorgestellte Erfindung ein computerlesbares Medium, auf dem das vorgestellte Computerprogramm gespeichert ist.

Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und den beiliegenden Zeichnungen.

Es versteht sich, dass die voranstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Die Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen in den Zeichnungen schematisch dargestellt und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ausführlich beschrieben.

Kurzbeschreibung der Zeichnung

Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer möglichen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Analysesystems.

Figur 2 zeigt eine mögliche Ausgestaltung einer mittels einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Analysesystems erzeugte erste Ausgabe auf einer Ausgabeeinheit.

Figur 3 zeigt eine mögliche Ausgestaltung einer mittels der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Analysesystems erzeugte zweite Ausgabe auf einer Ausgabeeinheit.

Figur 4 zeigt eine mögliche Ausgestaltung einer mittels der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Analysesystems erzeugte dritte Ausgabe auf einer Ausgabeeinheit.

Figur 5 zeigt eine mögliche Ausgestaltung einer mittels der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Analysesystems erzeugte vierte Ausgabe auf einer Ausgabeeinheit.

Figur 6 zeigt eine mögliche Ausgestaltung einer mittels der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Analysesystems erzeugte fünfte Ausgabe auf einer Ausgabeeinheit.

Figur 7 zeigt eine mögliche Ausgestaltung einer mittels der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Analysesystems erzeugte sechste Ausgabe auf einer Ausgabeeinheit.

Figur 8 zeigt eine mögliche Ausgestaltung einer mittels der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Analysesystems erzeugte siebte Ausgabe auf einer Ausgabeeinheit.

Figur 9 zeigt eine schematische Darstellung eines möglichen Ablaufs einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.

In Figur 1 ist ein Analysesystem 100 dargestellt. Das Analysesystem 100 umfasst eine Sensoranordnung 103, eine Verwaltungseinheit 105 und eine Ausgabeeinheit 107.

Die Sensoranordnung 103 dient zum Erfassen von farbmetrischen Eigenschaften mindestens eines Lacks. Dies bedeutet, dass die Sensoranordnung 103 für einen jeweiligen Lack Messwerte, insbesondere Farbmesswerte in einem Farbraum und/oder mindestens einen Glitzereffektwert und/oder mindestens einen Wert einer Grobheit misst und dem jeweiligen Lack zuordnet.

Die Sensoranordnung 103 kann eine Vielzahl von Sensoren umfassen, die jeweilig allein oder gruppenweise bspw. exklusiv jeweiligen Untereinheiten eines jeweiligen mit dem Lack lackierten Objekts zugeordnet sind und entsprechend nur Messwerte von der jeweiligen mit dem Lack lackierten Untereinheit ermitteln.

Die Sensoranordnung 103 kann zumindest teilweise beweglich ausgestaltet sein, um verschiedene Beleuchtungs- und/oder Messgeometrien umsetzen zu können, d.h. um verschiedene Beleuchtungswinkel- und/oder Messwinkel bzw. Betrachtungswinkel einstellen zu können.

Die Verwaltungseinheit 105 umfasst mindestens einen Prozessor und dient zum Verarbeiten von durch die Sensoranordnung 103 ermittelten Messwerten und zum Erzeugen einer Ausgabe, die auf der Ausgabeeinheit 107 auszugeben ist.

Insbesondere ist die Verwaltungseinheit 105 dazu konfiguriert, jeweilige farbmetrische Abweichungen eines Lacks zu einer entsprechenden vorgegebenen Farbreferenz für eine Vielzahl von Untereinheiten eines Objekts zu ermitteln und zumindest teilweise auf der Ausgabeeinheit 107 auszugeben.

Ferner kann die Verwaltungseinheit 105 mit einem weiteren System, wie bspw. einer Mischeinheit zum Mischen eines Lacks und/oder einer Lackiereinheit zum Aufbringen eines Lacks auf ein Objekt in kommunikativer Verbindung stehen, um das weitere System in Abhängigkeit von durch die Verwaltungseinheit 105 aktuell ermittelten farbmetrischen Abweichungen bzw. Gütekriterien zu steuern.

Das Analysesystem 100 dient insbesondere zum Ermitteln von farbmetrischen Eigenschaften eines Lacks auf einem Objekt, wie bspw. einem Fahrzeug bei einem Hersteller des Objekts, wie bspw. in einer Fertigungsanlage und zum Anpassen von Produktionsbedingungen des Lacks und/oder des Objekts in Echtzeit, d. h. bei fortlaufender Fertigung. Dazu werden von einem jeweiligen lackierten Objekt ermittelte Messwerte von dessen farbmetrischen Eigenschaften für eine Vielzahl von Untereinheiten, wie bspw. einen Kotflügel und/oder einen Spoiler mit einer Farbreferenz abgeglichen und insbesondere hinsichtlich eines Gütekriteriums, repräsentiert bspw. durch einen einer Mehrzahl von Farbgüteindikatoren, ausgewertet. Weiterhin kann anhand des Abgleichs bzw. anhand der Auswertung eine Prognose für einen zukünftig auf dem Objekt aufzutragenden Lack erstellt und der Lack ggf. präventiv, insbesondere virtuell, abgeändert werden, um eine minimale farbmetrische Abweichung des letztlich hergestellten und aufgetragenen Lacks zu der Farbreferenz auf möglichst vielen Untereinheiten sicherzustellen. Unter Verwendung einer Kennzahl für bspw. mindestens einen Farbgüteindikator kann eine Ausgabe erstellt werden, die von einem menschlichen Nutzer leicht erfassbar und interpretierbar wird. Mit anderen Worten, das vorgestellte Analysesystem komprimiert Messwerte und farbmetrische Abweichungen zu einer Farbreferenz mittels zumindest einer Kennzahl und erstellt eine für einen Nutzer verwertbare Ausgabe auf einer Ausgabeeinheit, bpw. einem Display des Analysesystems, die es dem Nutzer erst ermöglicht, die Messwerte bzw. die daraus ermittelten farbmetrischen Abweichungen komplett wahrzunehmen, zu analysieren und zu verarbeiten.

Das Display kann als grafische Benutzerschnittstelle (GUI) ausgeführt sein, so dass der Nutzer über bspw. eine Menüleiste mit vordefinierten Reitern direkt Einfluss auf das nehmen kann, was angezeigt werden soll.

Durch das vorgestellte Analysesystem 100 werden die den jeweiligen Messwerten zugrundliegenden Datenstrukturen derart verändert, dass diese zu einer gegenüber den Rohdaten komprimierten Ausgabe führen. Bspw. können Arrays verkleinert oder zusammengelegt werden. Insbesondere können bspw. mehrere Arrays, die mit Messwerten befüllt sind, in ein Array bzw. wenige Arrays übertragen werden, um eine besonders schnelle Berechnung bzw. Betrachtung zu ermöglichen und/oder Datenstrukturen zu vereinheitlichen.

Das vorgestellte Analysesystem 100 ermöglicht es einem Nutzer oder einem Drittsystem, jeweilige farbmetrisch besonders kritische Untereinheiten eines Objekts zu identifizieren und ggf. einer optimierten Lackierung zu unterziehen. Dazu kann bspw. ein für die kritischen Untereinheiten besonders geeigneter, d.h. in Bezug auf die Farbreferenz optimierter, Lack gewählt oder eine Lackiereinheit in besonderer Weise, bspw. durch ein besonders dickes Aufträgen von Lackschichten des Lacks, an die kritischen Untereinheiten angepasst werden. Eine solche Anpassung des Lacks und/oder der Lackiereinheit kann insbesondere in Echtzeit und vollautomatisch anhand von aktuellen Messwerten einer jeweiligen Fertigungsanlage erfolgen.

In Figur 2 sind auf einem Ausgabeschirm 200, der als Dashboard bzw. grafische Benutzerschnittstelle oder kurz GUI (Graphical User Interface) ausgebildet und Teil der Ausgabeeinheit 107 ist, verschiedene Lacksymbole 201 bis 206 dargestellt, die jeweiligen Untereinheiten eines Objekts, hier einer Fahrzeugkarosserie (Body) eines Fahrzeugs und/oder einem Stoßfänger (Bumper) des Fahrzeugs zugeordnet sind.

Ein erstes Lacksymbol 201 ist hier der Untereinheit "Fahrzeugkarosserie" bzw. "Body" zugeordnet. Das Lacksymbol 201 zeigt ferner einen Warnhinweis "Achtung" 207. Der Warnhinweis 207 wird dann von der Verwaltungseinheit 105 ausgegeben, wenn ein dem Lacksymbol 201 zugeordneter Lack bei einem Abgleich von durch die Sensoranordnung 103 ermittelten Messwerten des Lacks und einer Farbreferenz eine Abweichung ergeben hat, die größer ist als ein vorgegebener bzw. dynamisch ermittelter Schwellenwert. Dabei kann der Schwellenwert bspw. in Abhängigkeit einer Varianz von Messwerten des Lacks an der Untereinheit "Body" oder einer Varianz von Messwerten einer kompletten Serie bzw. einer Mehrzahl von Untereinheiten "Body" ermittelt werden.

Ebenso wie das Lacksymbol 201 zeigen auch Lacksymbole 202 und 206 einen Warnhinweis "Achtung" 207, da auch die jeweiligen den Lacksymbolen 202 und 206 zugeordneten Lacke bei einem Abgleich von durch die Sensoranordnung 103 ermittelten Messwerten des jeweiligen Lacks und einer Farbreferenz eine Abweichung ergeben haben, die größer ist als ein entsprechender Schwellenwert.

In Figur 3 sind auf einem Ausgabeschirm 300, der als Dashboard ausgebildet und Teil der Ausgabeeinheit 107 ist, verschiedene Lacknummern 301 und 302 mit entsprechenden Kennzahlen für verschiedene Farbindikatoren dargestellt, wobei der jeweilige den jeweiligen Lacknummern 301 und 302 zugeordnete Lack zu verschiedenen Zeiten 303 bis 307 auf einer Untereinheit "Body", d.h. einer Fahrzeugkarosserie, aufgebracht und zu verschiedenen Zeiten 308 bis 312 vermessen wurde. Eine erste Kennzahl 313 gibt dabei eine farbmetrische Abweichung eines jeweiligen auf der Untereinheit aufgebrachten Lacks zu einer Farbreferenz als Serien-Farbgüteindikator "CPI" an. Eine zweite Kennzahl 315 gibt dabei eine farbmetrische Abweichung eines jeweiligen Lacks zu einer Farbreferenz als Farbgüteindikator "TPI" an. Eine dritte Kennzahl 317 gibt dabei eine farbmetrische Abweichung eines jeweiligen Lacks zu einer Farbreferenz als Farbgüteindikator "LPI" an.

Dabei ist der Farbgüteindikator CPI (general color performance indicator) als mathematische Operation der erfindungsgemäß von der Verwaltungseinheit implementierten Filterfunktion funktional assoziiert mit einer Anzahl bzw. einem prozentualen Anteil jeweiliger Oberflächen einer Untereinheit eines Objekts, hier der Fahrzeugkarosserie des Fahrzeugs, aus der mit dem Lack einer Charge lackierten Oberflächen der Untereinheit aus einer Serie, d.h. eines Herstellungsprozesses eines Herstellers, deren jeweilige Farbdifferenzen zu der Farbreferenz jeweils größer als ein Toleranzwert Ss sind bzw. nicht innerhalb des durch den Toleranzwert Ss gegebenen Toleranzbereichs liegen.

Es ist denkbar, dass die Anzahl der so ausgezählten Oberflächen bzw. deren prozentualer Anteil an der Gesamtzahl der mit dem Lack der Charge lackierten Oberflächen aus der Serie gemäß einer vorgegebenen Abbildung einem Wert einer Skala zugeordnet wird, wobei der Skalenwert den Wert des Serien-Farbgüteindikators CPI angibt. Der Skalenwert liegt dabei in einem Intervall von 1 bis 8 bzw. Q1 bis Q8, wobei der Skalenwert 1 (bzw. Q1 ) eine schlechteste Bewertung und der Skalenwert 8 (bzw. Q8) eine beste Bewertung darstellt.

Der Farbgüteindikator LPI (line performance indicator) wird auf Basis einer Varianz bzw. als Varianz von bereinigten und normierten Farbdifferenzen von mindestens einer Untereinheit, d.h. bspw. von mindestens einem von bspw. einem Karosseriebauer lackierten Oberflächenelement OEM einer Fahrzeugkarosserie und/oder von mindestens einem von bspw. einem Fahrzeugzulieferer lackierten Oberflächenelement ASP eines Karosserieanbauteils, das insbesondere aus Plastik hergestellt ist, für jede Messgeometrie und jede Lichtquelle bestimmt. Dabei werden jeweilige sich für die Anzahl Messgeometrien und Anzahl Lichtquellen ergebenden Werte wiederum für jede Untereinheit gesondert miteinander verrechnet und das sich dabei ergebende jeweilige Resultat für jede Untereinheit gesondert mittels der im Voraus bereitzustellenden Abbildungsvorschrift einem Wert der für alle Farbgüteindikatoren identischen Skala zugeordnet. Der Farbgüteindikator LPI ergibt sich dabei wie folgt:

LP IOEM.ASP = rating[f(6<dX>wLPi(OEM,ASP,purged))] ( 1 4)

wobei 6<dX> die Varianz angibt, WLPI stellt den Normierungsfaktor dar, mit dem die jeweiligen Farbdifferenzen bzw. die jeweiligen farbmetrischen Konstanten zu normieren sind. Dabei werden die farbmetrischen Konstanten L*, a*, b*, C*, H* wie folgt jeweils gewichtet: L* mit 1 .0, a* mit 0.2, b* mit 0.2, C* mit 0.8, H* mit 0.2. Diese jeweiligen Wichtungskonstanten sind für die Messgeometrien bzw. die spektralen Geometrien vorgegeben.

OEM steht allgemein für Original Equipment Manufacturer", wird hier aber insbesondere zur Bezeichnung eines von dem OEM mit dem Lack lackierten Oberflächenelements eines Produkts, insbesondere eines von bspw. dem Karosseriebauer lackierten Oberflächenelements einer Fahrzeugkarosserie ("Body") verwendet, wobei hier, wie voranstehend erläutert, alle mit dem Lack lackierte Oberflächen von Produktteilen, insbesondere von Karosserieteilen einer Fahrzeugkarosserie, die vermessen werden, gemeint sind.

ASP steht generell für "Automotive Supplier Plastics", wird hier aber insbesondere zur Bezeichnung eines mit dem Lack lackierten

Produktanbauteils, insbesondere eines mit dem Lack lackierten

Karosserieanbauteils, das insbesondere aus Plastik und von bspw. einem Fahrzeugzulieferer hergestellt ist, verwendet, wobei hier ebenso alle mit dem Lack lackierten Oberflächen von Produktanbauteilen, insbesondere Karosserieanbauteilen eines bestimmten Typs bzw. einer bestimmten Herkunft bspw. eines bestimmten Fahrzeugzulieferers gemeint sind. Dabei kann es sich bspw. um einen Stoßfänger, einen Spoiler, etc. handeln.

QC steht hier für "Quality Control".

Der Farbgüteindikator LPI repräsentiert eine Prozessvarianz beim Lackieren einer Untereinheit eines Objekts einer Linie bzw. einer Serie, d.h. bspw. eines Karosserieanbauteils oder einer Fahrzeugkarosserie. Für die verschiedenen Untereinheiten werden unabhängig und separat voneinander unterschiedliche Farbgüteindikatoren LPI berechnet, d.h. es resultiert bspw. ein Farbgüteindikator LP I0EM für die Oberfläche der Untereinheit "Fahrzeugkarosserie" und ein jeweiliger Farbgüteindikator LP IASP für die Oberfläche der jeweiligen Untereinheit "Karosserieanbauteil".

Der Farbgüteindikator TPI (tinting performance indicator) ergibt sich wie folgt:

TPIQEM, ASP = rating[f(averaged <dX>Sc(OEM,ASP,Purged))] > (15)

wobei <dX> = dX*/Sx gilt und averaged <dX> sc(OEM,ASP,purged) dem Mittelwert der mit dem Normierungsfaktor SC (= Chargentoleranz) normierten und bereinigten Farbdifferenzen eines von bspw. einem Karosseriebauer lackierten Oberflächenelements OEM einer Fahrzeugkarosserie bzw. eines von bspw. einem Fahrzeugzulieferer lackierten Oberflächenelements ASP eines Karosserieanbauteils (aus Plastik) entspricht. Der Normierungsfaktor SC entspricht dabei einer jeweiligen Chargentoleranz der jeweils untersuchten Charge des Lacks. Es ergibt sich somit pro Charge ein Farbgüteindikator TPI für das mit dem Lack der jeweiligen Charge lackierte Oberflächenelement OEM und ein Farbgüteindikator TPI für das mit dem Lack der jeweiligen Charge lackierte Oberflächenelement ASP. Dabei werden für das mit dem Lack der Charge lackierte Oberflächenelement OEM in der Regel mehrere gleichartige durch das Oberflächenelement repräsentierte Oberflächen vermessen.

Vorliegend wird die zweite Qualitätskennzahl 315 des Farbgüteindikators TPI der Lacknummer 301 , gemessen zum Zeitpunkt 308 durch die Verwaltungseinheit 107 gelb eingefärbt bzw. in der Figur durch eine helle Schraffur gekennzeichnet dargestellt, da die Kennzahl 315 der Lacknummer 301 , gemessen zum Zeitpunkt 308 einen Wert "Q4" angenommen hat, der unterhalb eines vorgegebenen Schwellenwerts von bspw. "Q5" liegt. Entsprechend kann ein Nutzer den niedrigen Wert der Kennzahl 315 der Lacknummer 301 , gemessen zum Zeitpunkt 308 intuitiv und schnell erfassen und ggf. Gegenmaßnahmen, wie bspw. eine erneute Lackierung, einleiten. Analog verhält es sich mit den Kennzahlen 317 der Lacknummer 301 gemessen zu den Zeitpunkten 309 und 31 0 sowie der Kennzahl 317 der Lacknummer 302, gemessen zum Zeitpunkt 312, die ebenfalls farblich hervorgehoben bzw. in der Figur durch eine helle Schraffur gekennzeichnet, d.h. mit einem Warnhinweis versehen, dargestellt sind. Alle weiteren Kennzahlen werden grün eingefärbt bzw. in der Figur durch eine helle Schraffur gekennzeichnet dargestellt, da diese größer oder gleich zu dem vorgegebenen Schwellenwert sind und entsprechend ein vorgegebenes Mindestqualitätsniveau erfüllen.

In den Figuren 4 bis 7 sind jeweilige Farbgüteindikatoren CPI, TPI, LPI und API eines jeweiligen betrachteten Lacks mit ihren jeweiligen zugehörigen Kennzahlen "Q" dargestellt. Die Kennzahlen "Q" der jeweiligen Farbgüteindikatoren ermöglichen einen Rückschluss auf eine Qualität des jeweilig betrachteten Lacks hinsichtlich des entsprechenden Farbgüteindikators bzw. des durch diesen repräsentierten Gütekriteriums. Um eine Ursache für einen besonders niedrigen Wert einer Kennzahl "Q" eines jeweiligen Farbgüteindikators zu ermitteln, können Messdaten bzw. farbmetrische Abweichungen des jeweiligen betrachteten Lacks mittels verschiedener Filterfunktionen komprimiert dargestellt werden.

In den Figuren 4 bis 7 sind jeweilige Anzeigen dargestellt, die über eine hier nicht dargestellte Menüleiste jeweilig auswählbar sind. Für jede auswählbare Anzeige steht ein Reiter der Menüleiste zur Verfügung, der durch Anklicken automatisch die jeweilige ihm zugeordnete Anzeige zur Darstellung aufruft.

In Figur 4 sind bei Auswahl eines Reiters "Mittelwert" (engl. "Average") als mathematische Operation der Filterfunktion auf einem Ausgabeschirm 400, der als Dashboard ausgestaltet und Teil der Ausgabeeinheit 107 ist, drei Graphen 401 , 403 und 405 dargestellt, die jeweils einen Verlauf von Messungen eines Lacks gefiltert nach verschiedenen Untereinheiten eines Objekts, vorliegend einem Stoßfänger (punkt-gestrichelte Linie) und einer Karosserie (durchgezogene Linie) eines Fahrzeugs, darstellen. Die Messungen wurden unter verschiedenen Messwinkeln bzw. Messgeometrien von 15°, 25°, 45°, 75° und 1 10° durchgeführt und die sich ergebenden Farbabweichungen zu der Farbreferenz im Lab-Raum separiert für die einzelnen jeweiligen normierten Farbkoordinaten bzw. Farbkoordinatendifferenezen <dL>, <da> und <db> dargestellt. Dabei sind die jeweiligen Farbkoordinatendifferenzen <dL>, <da> und <db> auf der Ordinate über die jeweiligen Messwinkel auf der Abszisse aufgetragen. In Tabellen 407 und 409 sind die in den Graphen dargestellten Durchschnittswerte (als CARB, Color Adjustment compared to the Reference

Batch, bezeichnet) aus den Messwerten eines Batch bzw. einer Charge für einen Zeitraum, hier von 16.03.2017 - 28.04.2017, tabellarisch aufgeführt. Die im Strichpunktformat dargestellte Linie basiert auf einem durch die in Tabelle 409 dargestellten Werte gekennzeichenten Lack. Die durchgezogen dargestellte Linie basiert auf einem durch die in Tabelle 407 dargeteilten Werte gekennzeichneten Lack. Durch den jeweiligen Graphen 401 , 403 und 405 zugeordnete Elemente "+" und kann eine den jeweiligen Graphen 401 , 403 und 405 zugrundeliegende Skalierung geändert werden.

Durch die für nach jeweiligem Messwinkel getrennte Darstellung von Messwerten bzw. farbmetrischen Eigenschaften zweier unterschiedlicher Untereinheiten gemeinsam in einem Graph können spezifische Problemstellen einer jeweiligen Untereinheit, die zu einer starken Veränderung der farbmetrischen Eigenschaften eines Lacks führen und/oder spezifische Problemstellen von Grenzbereichen, in denen die jeweiligen Untereinheiten aneinander grenzen, schnell und intuitiv erkannt werden.

Rechts oben in Figur 4 ist eine Auswahl an Farbgüteindikatoren angezeigt. Während CPI mit Q8, TPI mit Q6 und API mit Q7 unkritisch sind, wie durch dunkle Schraffur, in der Praxis durch Grüneinfärbung kenntlich gemacht, sind LPI mit Q4 und CHI mit Q5 kritisch, wie durch helle Schraffur, in der Praxis durch Gelb- oder Orangeeinfärbung kenntlich gemacht.

Im Gegensatz zu Figur 4, in welcher die dargestellten Graphen 401 , 403 und 405 jeweils auf Durchschnittswerten von in dem genannten Zeitraum ermittelten Messwerten beruhen, sind in Figur 5 bei Auswahl eines Reiters "Farbdifferenz" (eng. "Color Difference") auf einem Ausgabeschirm 500, der als Dashboard ausgestaltet und Teil der Ausgabeeinheit 107 ist, eine Vielzahl einzelner Messwerte bzw. daraus ermittelter farbmetrischer Abweichungen gefiltert, mittels einer mathematischen Operation, nach den Messgeometrien 15°, 25°, 45°, 75° und 1 10°, welche an verschiedenen Messtagen bzw. Messzeitpunkten 501 bis 503 im oben genannten Zeitraum aufgenommen wurden, dargestellt.

Die jeweiligen dem Messtag 501 zugeordneten Graphen 505, 51 1 und 517 stellen Messwerte bzw. daraus berechnete Abweichungen <dL>, <da>, >db> dar, die jeweils nach einem Stoßfänger (Bumper) und einer Karosserie (Body) als Untereinheiten für eine Vielzahl von Fahrzeugen gefiltert sind. Dabei gibt Graph 505 Farbunterschiede zu einer Farbreferenz in der Dimension <dL>, Graph 51 1 Farbunterschiede zu der Farbreferenz in der Dimension <da> und Graph 517 Farbunterschiede zu der Farbreferenz in der Dimension <db> an. Die jeweils durch die geschlosssenen Kreise gekennzeichneten Abweichungen <dL>, <da>, >db> sind der Fahrzeugkarosserie, die jeweils durch die offenen Kreise gekennzeichneten Abweichungen <dL>, <da>, >db> sind dem Stoßfänger zugeordnet. In den jeweiligen Graphen sind jeweils, von links nach rechts betrachtet, jeweilige Abweichungen <dL>, <da> bzw. <db> für die Messwinkel 15°, 25°, 45°, 75° und 1 10° aufgetragen.

Die jeweiligen dem Messtag 502 zugeordneten Graphen 507, 513 und 519 stellen Messwerte bzw. farbmetrische Abweichungen dar, die jeweils nach einem Stoßfänger (Bumper) und einer Karosserie (Body) als Untereinheiten für eine Vielzahl von Fahrzeugen gefiltert sind. Dabei gibt Graph 507

Farbunterschiede zu einer Farbreferenz in der Dimension <dL>, Graph 513 Farbunterschiede zu der Farbreferenz in der Dimension <da> und Graph 519 Farbunterschiede zu der Farbreferenz in der Dimension <db> an.

Die jeweiligen dem Messtag 503 zugeordneten Graphen 509, 515 und 521 stellen Messwerte bzw. farbmetrische Abweichungen dar, die jeweils nach einem Stoßfänger (Bumper) und einer Karosserie (Body) als Untereinheiten für eine Vielzahl von Fahrzeugen gefiltert sind. Dabei gibt Graph 509

Farbunterschiede zu der Farbreferenz in der Dimension <dL>, Graph 515 Farbunterschiede zu der Farbreferenz in der Dimension <da> und Graph 521 Farbunterschiede zu der Farbreferenz in der Dimension <db> an.

Durch einen Vergleich der Graphen der verschiedenen Messtage 501 bis 503 kann eine Veränderung einer Qualität einer Lackierung an den verschiedenen Messtagen schnell und intuitiv erfasst werden.

Graph 523 stellt einen Verlauf einer maximalen durchschnittlichen Abweichung <dE> zwischen den verschiedenen Messtagen dar, wobei:

<dE> = (<dL>2 + <da>2 + <db>2)1/2 gilt.

Rechts oben in Figur 5 ist eine Auswahl an Farbgüteindikatoren angezeigt. Während CPI mit Q8, TPI mit Q6 und API mit Q7 unkritisch sind, wie durch dunkle Schraffur, in der Praxis durch Grüneinfärbung kenntlich gemacht, sind LPI mit Q4 und CHI mit Q5 kritisch, wie durch helle Schraffur, in der Praxis durch Gelb- oder Orangeeinfärbung kenntlich gemacht.

In Figur 6 sind bei Auswahl eines Reiters "Farbraum" (eng. "Color Space") auf einem Ausgabeschirm 600, der als Dashboard ausgestaltet und Teil der Ausgabeeinheit 107 ist, Graphen 601 bis 605 dargestellt, die jeweilig auf der jeweils rechten Seite in einem Koordinatensystem, das sich jeweils auf der Abszisse über eine farbmetrische Abweichung "da" und auf der Ordinate über eine farbmetrische Abweichung "db" aufspannt, eine Farbabweichung und auf der jeweils linken Seite eine Helligkeitsabweichung dL im Lab-Raum anzeigen. Alle Messungen, auf denen die Graphen 601 bis 605 beruhen, wurden bei einer Lichtart D65 durchgeführt. Der Graph 601 stellt farbmetrische Abweichungen eines Lacks zu einer Farbreferenz dar, die unter einem Messwinkel von 15° ermittelt wurden. Der Graph 602 stellt farbmetrische Abweichungen eines Lacks zu einer Farbreferenz dar, die unter einem Messwinkel von 25° ermittelt wurden. Der Graph 603 stellt farbmetrische Abweichungen eines Lacks zu einer Farbreferenz dar, die unter einem Messwinkel von 45° ermittelt wurden. Der Graph 604 stellt farbmetrische Abweichungen eines Lacks zu einer

Farbreferenz dar, die unter einem Messwinkel von 75° ermittelt wurden. Der Graph 605 stellt farbmetrische Abweichungen eines Lacks zu einer

Farbreferenz dar, die unter einem Messwinkel von 1 10° ermittelt wurden.

Die Graphen 601 bis 605 stellen farbmetrische Unterschiede bzw. Abweichungen von Messdaten eines Lacks zu einer Farbreferenz dar, die bzgl. eines Stoßfängers und einer Karosserie bestimmt wurden, d. h. diese farbmetrischen Abweichungen wurden zur Darstellung aus der Vielzahl der bestimmten farbmetrischen Abweichungen eines Fahrzeugs herausgefiltert. Dabei stellen die hellen Kreise/Flächen die jeweilig bestimmten farbmetrischen Abweichungen für den Stoßfänger und die dunklen Kreise/Flächen die jeweilig bestimmten farbmetrischen Abweichungen für die Karosserie dar. Entsprechend kann unter Verwendung des Ausgabeschirms 600 eine Veränderung eines farbmetrischen Unterschieds zwischen einem jeweiligen Lack auf einer jeweiligen Untereinheit, d. h. hier Stoßfänger oder Karosserie, und einer Farbreferenz für verschiedene Messwinkel bei einer bestimmten Lichtart schnell und intuitiv erfasst werden. Ferner sind auch hier wieder rechts oben verschiedene Farbgüteindikatoren, nämlich CPI, TPI, LPI, API und CHI mit ihren jeweiligen für den aktuell aufgetragenen Lack bestimmten Werten angezeigt. Während die Werte von CPI, TPI und API jeweilig oberhalb eines vorgegebenen Schwellwerts liegen, was durch die dunkle Schraffur, oder in der Praxis durch eine Grüneinfärbung kenntlich gemacht ist, liegen die Werte von LPI mit Q4 und CHI mit Q5 jeweilig unterhalb des vorgegebenen Schwellwerts, was durch eine helle Schraffur, oder in der Praxis durch eine Gelb- oder Orangeeinfärbung kenntlich gemacht ist.

Durch die Schraffur bzw. durch die Einfärbung der Farbgüteindikatoren wird für einen Betrachter schnell erkennbar, welche Farbgüteindikatoren für den aktuellen Lack kritisch sind. Da jeder der Farbgüteindikatoren stellvertretend für ein bestimmtes Gütekriterium steht, ist somit auch schnell erkennbar, in welcher Hinsicht der aktuelle Lack kritisch sein könnte und was damit verbunden ggf. an der Lackzusammensetzung und/oder an den Lackierbedingungen zu ändern ist. Mit der Einfärbung der jeweiligen Werte der verschiedenen Farbgüteindikatoren kann man einem Betrachter einen schnellen Überblick verschaffen. So steht bspw. eine Grüneinfärbung für "unkritsch", eine Orange- oder Gelbeinfärbung

für "kritisch" und eine Roteinfärbung für "sehr kritisch". Die Einfärbung hängt davon ab, wie stark der jeweilige Wert des jeweiligen Farbgüteindikators von dem vorgegebenen Schwellenwert nach unten abweicht, liegt er oberhalb wird der Wert grün eingefärbt, liegt er nur wenig unterhalb, wird er gelb bzw. orange eingefärbt, liegt er weit unterhalb, wird er rot eingefärbt.

In Figur 7 sind durch Auswahl eines Reiters "Linien-Leistung" (eng. "line performance") auf einem Ausgabeschirm 700, der als Dashboard ausgestaltet und Teil der Ausgabeeinheit 107 ist, Graphen 701 , 702, 705, 706, 709 und 710 dargestellt.

Bei den Graphen 701 und 702 sind jeweils auf der Ordinate eine farbmetrische Abweichung "<dL>" und auf der Abszisse verschiedene Objektmodelle bzw. Karosserietypen bezeichnet durch Typenkennungen "C519", "F06" und "F1 1 " abgebildet.

Bei den Graphen 705 und 706 sind jeweils auf der Ordinate eine farbmetrische Abweichung "<da>" und auf der Abszisse verschiedene Objektmodelle bzw. Karosserietypen bezeichnet durch Typenkennungen "C519", "F06" und "F1 1 " abgebildet.

Bei den Graphen 709 bis 710 sind jeweils auf der Ordinate eine farbmetrische Abweichung "<db>" und auf der Abszisse verschiedene Objektmodelle bzw. Karosserietypen bezeichnet durch Typenkennungen "C519", "F06" und "F1 1 " abgebildet.

Die Graphen 701 , 705 und 709 stellen jeweils farbmetrische Abweichungen eines Lacks zu einer Farbreferenz, als mathematische Operation der Filterfunktion, dar, die unter einem Messwinkel von 15° ermittelt wurden.

Die Graphen 702, 706 und 710 stellen jeweils farbmetrische Abweichungen eines Lacks zu einer Farbreferenz, als mathematische Operation der Filterfunktion, dar, die unter einem Messwinkel von 25° ermittelt wurden.

Weiterhin stellen die Graphen 701 , 702, 705, 706, 709 und 710 jeweils durch die Sensoranordnung 103 ermittelte farbmetrische Abweichungen eines Lacks zu einer Farbreferenz in Form von sogenannten "Boxplots" als mathematische Operation der Filterfunktion für jede Untereinheit von hier drei Untereinheiten 713, 714 und 715 dar.

Die Boxplots geben jeweilige zu einer Untereinheit 713 bis 715 ermittelte farbmetrische Abweichungen zusammen mit einer Varianz an, die die Prozessvariabilität eines entsprechenden Lackiervorgangs darstellt. Entsprechend können durch die Boxplots in den Graphen 701 , 702, 705, 706, 709 und 710 schnell und intuitiv Probleme beim Lackiervorgang erkannt und ggf. korrigiert werden. Vorliegend sind die Unterheiten: "Tür vorne links" 713, "Kotflügel hinten links" 714 und "Kotflügel vorne links" 715 dargestellt.

Rechts oben in Figur 7 ist wiederum eine Auswahl an Farbgüteindikatoren angezeigt. Während TPI mit Q6 und API mit Q8 unkritisch sind, wie durch dunkle Schraffur, in der Praxis durch Grüneinfärbung kenntlich gemacht, sind CPI mit Q4 kritisch, wie durch helle Schraffur, in der Praxis durch Gelb- oder Orangeeinfärbung kenntlich gemacht, und LPI mit Q1 sehr kritisch, wie durch helle Kreuzschraffur, in der Praxis durch Roteinfärbung kenntlich gemacht.

In Figur 8 ist auf einem Ausgabeschirm 800, der als Dashboard ausgestaltet und Teil der Ausgabeeinheit 107 ist, eine Vorhersagekennzahl 801 dargestellt. Die Vorhersagekennzahl 801 gibt eine Güte an, mit der ein jeweiliger Lack, der durch eine Lacknummer 803 dargestellt ist, mit einem Referenzlack, der durch eine Referenznummer 805 dargestellt ist, übereinstimmen wird, wenn dieser auf einem Objekt aufgetragen wird.

Die Vorhersagekennzahl 801 wird durch die Verwaltungseinheit 105 ermittelt, indem mittels der Sensoranordnung 103 ermittelte Messdaten auf farbmetrische Abweichungen zu der Farbreferenz untersucht werden. Dazu berücksichtigt die Verwaltungseinheit 105 eine Güte von farbmetrischen Abweichungen zwischen bereits aufgetragenen Lacken an jeweiligen Objekten bzw. Untereinheiten zu der Farbreferenz.

Bei einer neuen Lackcharge, deren Vorhersage berechnet wird, wird angenommen, dass ihr Verhalten bzgl. jeweiliger Prozessschwankungen identisch wird und durch eine neue Farbtoneinstellung nur eine Prozesslage, d.h. ein Mittelwert entsprechender Ergebnisse ohne Ausreißer, verändert wird. Die in den Figuren 2 bis 9 dargestellten Ausgabeschirme zeigen jeweils Messwerte bzw. aus diesen bestimmte farbmetrische Abweichungen zu einer Farbreferenz, die unter Verwendung einer jeweiligen Filtereinstellung bzw. durch Auswahl eines jeweiligen Reiters einer Menüleiste sortiert und entsprechend dargestellt wurden.

In Figur 9 ist ein Ablaufdiagramm 900 einer möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Verfahrens dargestellt.

In einem ersten Schritt 901 werden Messwerte eines Master-Panels X*R und eines mit einem Referenzlack lackierten Referenzchargenobjekts bzw. von jeweiligen Untereinheiten i des Referenzchargenobjekts C*Npq, reference batchj als farbmetrische Koordianten (L*,a*,b*) y,6, master panei und als farbmetrische Koordinaten (L,*a*,b*)+ ,6,i,n„e, reference batch ermittelt.

Dabei steht "f" für eine verwendete Messgeometrie, "6" für eine verwendete Lichtquelle bzw. Lichtart und "i" für ein vermessenes Bauteil bzw. eine vermessene Untereinheit.

In einem zweiten Schritt 903 wird eine Abweichung der Messwerte des Referenzchargenobjekts X*iine, reference batchj zu dem Master-Panel bzw. zu der Farbreferenz X*R ermittelt. Entsprechend gilt:

dX line, reference batchj = (dL ,da ,db )f ,b,ί, line, reference batch

In einem dritten Schritt 905 wird ein Abweichungsfaktor TM eines aktuell verwendeten Lacks auf Basis eines aktuellen Lackierstatus des Lacks (bzgl. Farbe und/oder Textur) im Verhältnis zu einem mit dem Lack der Referenzcharge, d.h. dem Referenzlack, lackierten Panel ermittelt. Dazu werden farbmetrische Abweichungen zwischen dem aktuell verwendeten Lack und dem Referenzlack berechnet.

In einem vierten Schritt 907 wird eine Abweichung eines zukünftig zu verwendenden Lacks, d.h. eines Kandidatenlacks, unter Verwendung der in dem zweiten Schritt 903 ermittelten Abweichungen und des in dem dritten Schritt 905 bestimmten Abweichungsfaktors vorhergesagt. Dabei gilt:

(vorhergesagtes dX ) = F_dX|jne, reference batchj = (dL ,da ,db ) y ,b,ί,Iίhb, reference batch +

(ein in Schritt 905 ermittelter Abweichungsfaktor TM).

In einem fünften Schritt 909 wird eine Toleranz Ss ermittelt, indem diese bspw. als Schwellenwert vorgegeben wird.

In einem sechsten Schritt 91 1 wird schließlich der Farbindikator CPI des Kandidatenlacks mittels der folgenden Funktion ermittelt bzw. vorhergesagt:

CP I_Forecast=f(<'F_dXj>3S)oEM, ASP-

Dabei steht "OEM" für eine erste Untereinheit, bspw. die Karosserie, und "ASP" für eine zweite Untereinheit, bspw. ein Anbauteil, und "F" abgekürzt für Forecast.

Insbesondere wird eine Abweichung zwischen einer aktuellen Lackcharge in Tönung bzw. einer aktuell zur Lackierung in einer Produktionsstraße

verwendenten Lackcharge und einer Referenzcharge als Farbdifferenz ermittelt. Mittels der ermittelten Abweichung werden jeweilige ermittelte Messwerte eines in einer Produktionsstraße zu verwendenden Lacks korrigiert. Zumindest ein Farbgüteindikator, wie bspw. CPI wird anhand der korrigierten Messwerte neu berechnet und als Kennzahl bzw. "Vorhersagefarbgüteindikator" auf einer Anzeigeeinheit ausgegeben.

Anhand des Werts des Vorhersagefarbgüteindikators kann überprüft werden, ob eine Veränderung einer Zusammensetzung des zu verwendenden Lacks die ermittelte Abweichung kompensiert und bspw. jeweilige Farbgüteindikatoren des zu verwendenden Lacks oberhalb jeweiliger vorgegebener Schwellenwerte liegen. Sobald die Farbgüteindikatoren des zu verwendenden Lacks oberhalb der jeweiligen vorgegebenen Schwellenwerte liegen, kann die entsprechende Zusammensetzung des zu verwendenden Lacks bzw. des Kandidatenlacks an eine Mischeinheit zur Herstellung eines finalen Lacks übermittelt werden.

Bspw. kann eine farbmetrische Abweichung eines aktuell verwendeten Lacks durch einen falsch eingestellten Spritzroboter verursacht werden, der bspw. zu viel Lack aufträgt, so dass der aufgetragene Lack dunkler erscheint als ein Referenzlack. Um diese durch den Spritzroboter verursachte Abweichung zu korrigieren, kann ein jeweiliger bereitzustellender Lack, d.h. ein Kandidatenlack, der zunächst nur virtuell vorliegt, dahingehend geändert werden, dass diesem bspw. ein zusätzliches Anteil heller Pigmente virtuell beigemischt wird. Dabei können bspw. vorgegebene Korrekturmaßnahmen für jeweilige Abweichungen in einem Speicher hinterlegt sein, so dass die Korrektur des Kandidatenlacks automatisch erfolgen kann.

Durch Verwendung des Vorhersagefarbgüteindikators kann eine jeweilige Korrektur mit einer Vorgabe, wie bspw. einem Farbgüteindikator, der für den Referenzlack ermittelt wurde, qualitativ beurteilt werden. Entsprechend kann der Kandidatenlack so lange virtuell verändert werden, bis dessen Vorhersagefarbgüteindikator in einem Toleranzbereich des Farbgüteindikators

des Referenzlacks liegt, d.h. der Kandidatenlack eine vorgegebene Qualität bzgl. einer Übereinstimmung mit dem Referenzlack zeigt.

Bezugszeichenliste

100 Analysesystem 103 Sensoranordnung 105 Verwaltungseinheit 107 Ausgabeeinheit

200 Ausgabeschirm

201 Lacksymbol

202 Lacksymbol

203 Lacksymbol

204 Lacksymbol

205 Lacksymbol

206 Lacksymbol

207 Warnhinweis

300 Ausgabeschirm

301 Lacknummer

302 Lacknummer

303 Zeitpunkt

304 Zeitpunkt

305 Zeitpunkt

306 Zeitpunkt

307 Zeitpunkt

308 Zeitpunkt

309 Zeitpunkt

310 Zeitpunkt

31 1 Zeitpunkt

312 Zeitpunkt

313 erste Kennzahl 315 zweite Kennzahl 317 dritte Kennzahl

400 Ausgabeschirm

401 Graph

Graph

Graph

Tabelle Tabelle Ausgabeschirm Messdatum Messdatum Messdatum Graph

Graph

Graph

Graph

Graph

Graph

Graph

Graph

Graph

Ausgabeschirm Graph

Graph

Graph

Graph

Graph

Ausgabeschirm Graph Graph Graph Graph Graph Graph Untereinheit Untereinheit Untereinheit

Ausgabeschirm

Vorhersagekennzahl

Lacknummer

Referenznummer

Ablaufdiagramm

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