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1. WO2020120383 - VORRICHTUNG, WECHSELEINHEIT, KIT UND VERFAHREN ZUR GERUCHSREDUZIERUNG VON GEGERBTEM LEDER

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Vorrichtung, Wechseleinheit, Kit und Verfahren zur

Geruchsreduzierung von gegerbtem Leder

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Geruchsreduzierung von gegerbtem Leder.

Zur Herstellung von echtem Leder aus Tierhäuten sind in der Regel eine Vielzahl von unterschiedlichen Chemikalien

erforderlich. Nach der Gerbung weist Leder aufgrund des

Chemikalieneinsatzes und auch aufgrund des Eigengeruchs des Leders häufig einen relativ intensiven Geruch auf, der von vielen Konsumenten als unangenehm empfunden wird. Insbesondere bei einer Lederausstattung von Personenkraftwagen stellt eine Geruchsbelastung des Innenraums durch das verwendete Leder ein besonderes Problem dar. Die Konsumenten verlangen immer häufiger geruchsneutrales echtes Leder.

Das Problem der Geruchsbelastung von gegerbtem Leder wurde jedoch gerade durch die Einführung von immer

ressourcenschonenderen und insbesondere wassersparenderen Gerbungsverfahren und Gerbungssystemen in den letzten Jahren sogar eher verstärkt. Dies kann zum Beispiel darauf

zurückgeführt werden, dass die Häute beziehungsweise das Leder bei den neueren ressourcenschonenderen Verfahren weniger oft gewaschen werden, um den Wasserverbrauch bei der

Lederherstellung insgesamt zu reduzieren. Ein weiterer Aspekt ist die energiesparende Trocknung des Leders, da mittlerweile häufig eine Trocknung des gegerbten Leders bei niedrigeren Temperaturen als früher vorgenommen wird, sodass sich

Geruchsquellen weniger stark aufgrund der Hitzebehandlung verflüchtigen. Aus diesen Gründen weist gegerbtes Leder mittlerweile häufig eine stärkere Geruchsbelastung als früher auf .

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zu Grunde, die

Geruchsbelastung bei gegerbtem Leder zu verringern, wobei dies in einer ressourcenschonenden und nachhaltigen Weise geschehen soll .

Die zuvor genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den

Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Insbesondere wird erfindungsgemäß zur Lösung der Aufgabe eine Vorrichtung zur Geruchsreduzierung von gegerbtem Leder vorgeschlagen, umfassend einen Behandlungsraum, der zur Trocknung von

gegerbtem Leder und/oder zur Behandlung von trockenem Leder eingerichtet ist, und wenigstens ein Geruchsreduzierungs reservoir, wobei das wenigstens eine Geruchsreduzierungs reservoir zumindest eine geruchsneutralisierende Substanz aufweist, wobei eine Gasaustauschverbindung zwischen dem

Behandlungsraum und dem Geruchsreduzierungsreservoir

eingerichtet ist. Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung ist es möglich, dass eine Geruchsreduzierung während der üblichen, bei der Lederherstellung erforderlichen Verfahrensschritte vorgenommen wird. Dies hat den Vorteil, dass eine Integration der Geruchsreduzierung in den üblichen Verfahrensablauf bei der Lederherstellung möglich ist, ohne dass zusätzliche Zeit für weitere Schritte eingeplant werden muss. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, dass die Geruchsreduzierung damit während einer Trockenphase ausführbar ist. Der Begriff „Trockenphase" kann sich dabei darauf beziehen, dass das Leder in dieser Phase nicht in

Wasser oder einer wässrigen Lösung (entspricht

„Flüssigphase"), wie beispielsweise einer Flotte, sondern in einem Raum, der überwiegend oder annähernd vollständig mit Gas, beispielsweise Luft, gefüllt ist, vorliegt. Die

Geruchsreduzierung kann somit ausschließlich aufgrund eines Gasaustausches erfolgen. Somit kann eine Geruchsreduzierung des Leders ohne Wasserzugabe und/oder Wasserverbrauch

stattfinden. Somit kann mittels der Vorrichtung eine besonders ressourcenschonende und nachhaltige Geruchsreduzierung

erfolgen. Gemäß einer Weiterbildung, die durch das

vorhergehende nicht ausgeschlossen sein muss, kann es

vorgesehen sein, dass die geruchsneutralisierende Substanz in wässriger Lösung vorliegt. Trockenphase kann sich in diesem Zusammenhang somit auf den Zustand des Leders beziehen.

Gemäß einer Weiterbildung ist durch das im vorherigen Absatz Beschriebene zudem nicht ausgeschlossen, dass der

Behandlungsraum eine Vernebelungsvorrichtung aufweist, die dazu eingerichtet ist, einen feinen Nebel aus kleinen

Flüssigkeitströpfchen innerhalb des Behandlungsraums und/oder der Gasaustauschleitung freizusetzen. Die

Vernebelungsvorrichtung kann beispielsweise dazu dienen, den Feuchtigkeitsgehalt des behandelten Leders während des

BehandlungsZeitraums nahezu konstant zu halten. Der

Feuchtigkeitsgehalt von Leder kann von 10-20% betragen, vorzugsweise etwa 16% betragen. Schließlich ist selbst

trockenes Leder nicht wasserfrei und tendiert bei

Unterschreiten eines kritischen Feuchtigkeitsgehalts Schäden davonzutragen. Darüber hinaus kann durch die wenigstens eine Vernebelungsvorrichtung eine ungewollte Staubbildung vermieden werden, die bei Unterschreiten eines kritischen

Feuchtigkeitsgehalts auftreten kann. Die

Vernebelungsvorrichtung des Behandlungsraums kann

beispielsweise dazu eingerichtet sein und/oder verwendet werden, Wasser freizusetzen, insbesondere zu versprühen.

Alternativ oder ergänzend kann die Vernebelungsvorrichtung dazu eingerichtet sein und/oder dazu verwendet werden,

Zusatzsubstanzen, insbesondere in wässriger Lösung, auf dem Leder zu verteilen, indem diese im Behandlungsraum als Nebel freigesetzt werden.

Eine geruchsneutralisierende Substanz im Sinne der Erfindung kann sich generell auf sorbierende Stoffe (Sorbentien) beziehen. Insbesondere können somit darunter Stoffe, wie Absorbenzien fallen, die eine Adsorption und/oder eine Absorption von Gerüchen ermöglichen. Somit können Gerüche durch die geruchsneutralisierende Substanz gebunden werden. Alternativ oder ergänzend dazu, können unter den Begriff geruchsneutralisierende Substanz auch Substanzen fallen, die Gerüche aktiv, beispielsweise durch Reaktionen und/oder

Komplexbildungen, abbauen.

Nachfolgend werden vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung beschrieben, die allein oder in Kombination mit den Merkmalen anderer Ausgestaltungen optional zusammen mit den Merkmalen nach Anspruch 1 kombiniert werden können.

Gemäß einer Ausgestaltung kann das wenigstens eine

Geruchsreduzierungsreservoir außerhalb des Behandlungsraums angeordnet sein. Dabei kann es insbesondere vorgesehen sein, dass zumindest eine Gasaustauschleitung zwischen dem

Behandlungsraum und dem wenigstens einen Geruchsreduzierungs reservoir ausgestaltet ist. Dies hat den Vorteil, dass die Behandlung des Leders im Behandlungsraum zeitgleich mit der Geruchsreduzierung erfolgen kann, ohne dass der beispielsweise konventionell ausgestaltete Behandlungsraum für die

Durchführung der Geruchsreduzierung umgestaltet werden muss. Dies ermöglicht eine noch einfachere Eingliederung der

Geruchsreduzierung in bestehende Abläufe zur Lederherstellung. Beispielsweise ist während der Trocknung von Leder häufig ein Gasaustausch vorgesehen, um das Leder schneller trocknen zu können, beispielsweise um an die Umgebung abgegebene

Feuchtigkeit abzutransportieren.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann der Behandlungsraum derart beweglich ausgestaltet sein, dass darin platziertes Leder während eines Betriebes mitbewegt wird. Durch die

Bewegung des Leders ist eine effektivere Geruchsreduzierung möglich, da auch schwerer zugängliche Geruchsquellen

behandelbar sind.

Alternativ oder ergänzend zu den vorgenannten Ausgestaltungen, kann der Behandlungsraum als ein Walkbehälter zum Walken von trockenem Leder ausgestaltet sein. Beispielsweise kann er als Walktrommel oder Walkfass ausgestaltet sein. Alternativ oder ergänzend kann der oder ein weiterer Behandlungsraum als

Trocknungsraum zum Trocknen von gegerbtem Leder ausgestaltet sein. Beispielsweise kann der Behandlungsraum als

Trocknungstunnel ausgestaltet sein.

Gemäß einer Weiterbildung kann es vorgesehen sein, dass eine Öffnung des Behandlungsraums verschließbar ist, insbesondere luftdicht verschließbar ist. Dies kann zum Beispiel über eine Verschlusseinheit erfolgen, die beispielsweise als Tür oder Luke ausgebildet ist. Somit kann besser verhindert werden, dass durch die Behandlung aufgewirbelte Partikel entweichen und durch eine umstehende Person eingeatmet werden.

Eine weitere Ausgestaltung kann vorsehen, dass das wenigstens eine Geruchsreduzierungsreservoir in einer vom Behandlungsraum abgetrennten Kammer angeordnet ist, die über wenigstens eine Gasaustauschleitung, beispielsweise die bereits zuvor genannte oder eine weitere Gasaustauschleitung, mit dem Behandlungsraum verbunden ist. Die Kammer kann dabei in Gebrauchsstellung verschlossen oder verschließbar sein. Also zum Beispiel zumindest nach außen hin und/oder zum Behandlungsraum hin abgeschlossen. Es kann somit vorgesehen sein, dass ein

geschlossenes oder schließbares System aus Behandlungsraum, Gasaustauschleitung und Kammer ausgebildet ist, in welchem ein Gasstrom, insbesondere ein zirkulierender Gasstrom, erzeugbar ist. In Betrieb, also bei Bewegung des Behandlungsraums, wird die Kammer jedoch nicht mitbewegt, sondern bleibt ortsfest.

Um die Partikelbelastung, die während der Behandlung im

Behandlungsraum entstehen kann, zu reduzieren, kann in einer Kammer, beispielsweise der bereits zuvor erwähnten oder einer zusätzlichen Kammer, ein Filter, insbesondere ein

Partikelfilter, angeordnet sein. Alternativ oder ergänzend kann ein Filter und/oder ein weiterer Filter in einer

Gasaustauschleitung, beispielsweise der bereits zuvor

genannten Gasaustauschleitung, angeordnet sein. Somit ist es möglich, Partikel aus dem Gasstrom herauszufiltern, um die Staubbelastung insbesondere innerhalb des Behandlungsraums reduzieren zu können. Ferner ist es mittels des Filters möglich, ausfallende Feststoffe, die beispielsweise durch eine Vernebelungsvorrichtung innerhalb des Behandlungsraums und/oder der Gasaustauschleitung, beispielsweise in wässriger Lösung, freigesetzt werden, aus dem Gasstrom zu entfernen. Dadurch kann insbesondere eine Ablagerung der Feststoffe auf dem Leder verhindert werden. Die Vernebelungsvorrichtung kann in Gasstromrichtung somit vor dem Filter angeordnet sein.

Beispielsweise können durch den wenigstens einen Filter geruchsreduzierende Substanzen, wie insbesondere

Cyclodextrine, herausgefiltert werden. Ein Absetzen dieser Substanzen auf dem Leder kann damit besser vermieden werden. Zudem kann die Staubentwicklung insgesamt reduziert werden, wenn wenigstens ein Filter innerhalb des Gasstroms angeordnet ist .

Um den Gasaustausch zwischen der geruchsneutralisierenden Substanz und dem behandelten Leder beschleunigen zu können, kann die Vorrichtung eine Gasaustauscheinrichtung aufweisen, mittels welcher ein aktiver Gasaustausch zwischen der

wenigstens einen geruchsneutralisierenden Substanz und dem Behandlungsraum ausführbar ist. Die Gasaustauscheinrichtung kann dabei beispielsweise als ein Ventilator und/oder als ein Kompressor ausgebildet sein.

Gemäß einer besonders einfachen Ausgestaltung kann es

vorgesehen sein, dass das wenigstens eine Geruchsre duzierungsreservoir innerhalb des Behandlungsraums angeordnet ist. Dabei kann die geruchsneutralisierende Substanz

beispielsweise lose und/oder fest an oder mit einer Wandung des Behandlungsraums verbunden sein. Damit ist es möglich, auf eine zusätzliche Kammer für das Geruchsreduzierungsreservoir zu verzichten.

Alternativ oder ergänzend kann die zumindest eine

geruchsneutralisierende Substanz in einer austauschbaren

Wechseleinheit angeordnet sein. Somit ist ein besonders einfacher Austausch der geruchsneutralisierenden Substanz durch Auswechseln der Wechseleinheit möglich, wenn eine maximale Einsatzdauer erreicht ist.

Um einen Wechsel der geruchsneutralisierenden Substanz zu vereinfachen, kann das wenigstens eine Geruchsreduzierungs reservoir eine Halterung und eine, beispielsweise die zuvor bereits genannte, in die Halterung einsetzbare und aus wechselbare Wechseleinheit mit der wenigstens einen geruchs neutralisierende Substanz aufweisen. Beispielsweise kann die Wechseleinheit als eine Kartusche und/oder als ein Pad

und/oder als ein Geruchsfilter ausgebildet sein.

Gemäß einer Ausgestaltung kann die zumindest eine

geruchsneutralisierende Substanz trocken sein. Alternativ oder ergänzend kann die zumindest eine geruchsneutralisierende Substanz recyclebar sein, beispielsweise sogar kompostierbar sein. Alternativ oder ergänzend kann die

geruchsneutralisierende Substanz reaktivierbar sein.

Beispielsweise kann eine Reaktivierung durch eine Erhitzung erfolgen. Alternativ oder ergänzend kann die zumindest eine geruchsneutralisierende Substanz ein flüssiges, insbesondere bei einer Prozesstemperatur flüssiges, Absorbensmaterial (z.

B. auch ein Gemisch und/oder eine Lösung von Feststoffen in Flüssigkeit) sein, das in einem trocknen, porösen

Trägermaterial eingelagert ist. Vorzugsweise kann das

Trägermaterial eine durchschnittliche Partikelgröße von 3-8 mm, insbesondere von 3-6 mm, aufweisen.

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung kann die zumindest eine geruchsneutralisierende Substanz wenigstens eine oder eine Kombination von zwei oder mehr

geruchsneutralisierenden Substanzen ausgewählt aus der Gruppe aus kohlenstoffhaltigen Absorbenzien, mineralischen Ab-sorbenzien, Kaffee, Kaffeesatz, Aktivkohle, Cyclodextrine, Zeolith, Zinkverbindungen, kaffeebasierter aktivierter Kohlen stoff ( coffee-based activated carbon) sein. Vorzugsweise wird die geruchsneutralisierende Substanz in Pelletform verwendet. Somit kann die Staubentwicklung reduziert werden. Besonders bevorzugt kann die zumindest eine geruchsneutralisierende Substanz eine durchschnittliche Partikelgröße von 3-8 mm, insbesondere von 3-6 mm, aufweisen.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann die zumindest eine geruchsneutralisierende Substanz feinkörnig und/oder

pulverförmig sein. Alternativ oder ergänzend kann die

geruchsneutralisierende Substanz mit einem Füllmaterial gemischt sein. Insbesondere kann dabei eine Partikelgröße des Füllmaterials größer oder kleiner als eine Partikelgröße des geruchsneutralisierende Substanz sein, so dass eine Gasdurch lässigkeit der geruchsneutralisierenden Substanz durch das Füllmaterial erhöht ist, wobei eine Staubreduzierung bzw

Vermeidung erwünscht ist. Beispielsweise kann das Füllmaterial Zellulose (insbesondere antidust-based-cellulose ) und/oder ein Polymer und/oder ein mineralisches Füllmaterial, wie Zeolith und/oder Vermiculit, sein. Das Füllmaterial kann frei von Zusatzstoffen, wie insbesondere frei von Flammschutzmitteln und/oder anderen Chemikalien sein. Die durchschnittliche

Partikelgröße des Füllmaterials kann von 3-8 mm, insbesondere von 3-6 mm, sein.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann die Vorrichtung ein Duftreservoir mit wenigstens einem Duftstoff aufweisen, wobei eine Gasaustauschverbindung zwischen dem Behandlungsraum und dem Duftreservoir eingerichtet ist. Somit ist es möglich, neben der Geruchsreduktion auch eine DuftStoffbehandlung mit durch den Verbraucher gewünschten Duftstoffen vorzunehmen. Um besser vermeiden zu können, dass gewünschte Düfte ebenfalls durch die geruchsneutralisierende Substanz aufgefangen werden, kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass das Duftreservoir innerhalb eines zwischen Behandlungsraum und

Geruchsreduzierungsreservoir eingerichteten oder einricht-baren, beispielsweise zirkulierenden, Gasstroms in Strömungs richtung nach dem Geruchsreduzierungsreservoir und/oder in einer Kammer, beispielsweise der bereits zuvor genannten, vom Behandlungsraum abgetrennten Kammer, angeordnet ist.

Die in Bezug auf die Vorrichtung beschriebenen Vorteile gelten auch für die nachfolgenden Gegenstände der Erfindung.

Die Erfindung betrifft weiter eine Wechseleinheit mit

zumindest einer geruchsneutralisierenden Substanz zum

Einsetzen in eine Halterung eines Geruchsreduzierungsreser voirs einer Vorrichtung zur Geruchsreduzierung von gegerbtem Leder. Beispielsweise kann es sich dabei um eine

geruchsneutralisierende Substanz handeln, wie sie hierin in Bezug auf die Vorrichtung bereits ausführlich beschrieben wurde. Beispielsweise kann es sich um eine Vorrichtung

handeln, wie sie hierin beschrieben und beansprucht ist.

Die Erfindung betrifft außerdem ein Kit zum Nachrüsten einer Walkvorrichtung zum Walken von trockenem Leder und/oder einer Trocknungsvorrichtung zum Trocknen von gegerbtem Leder, umfassend wenigstens eine Wechseleinheit, wie sie hierin beschrieben und beansprucht ist, und eine Halterung zum Halten und/oder Fixieren der Wechseleinheit. Optionale, vorteilhafte Ausgestaltungen können beispielsweise durch die Merkmale der Vorrichtung ausgestaltet werden.

Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Geruchs reduzierung von gegerbtem Leder, umfassend die Schritte:

- Bereitstellen von gegerbtem Leder in einem, vorzugsweise verschließbaren, Behandlungsraum,

- Einrichten eines vorzugsweise kontinuierlichen Gasaus

tausches zwischen dem Behandlungsraum und einem Geruchs reduzierungsreservoir, das zumindest eine geruchsneutra lisierende Substanz aufweist, insbesondere wie sie hierin beschrieben und beansprucht ist.

Wie bereits in Bezug auf die hierin beschriebene und

beanspruchte Vorrichtung erläutert, weist auch das Verfahren den Vorteil auf, dass es besonders einfach in vorbekannte Verfahren zur Lederherstellung, beispielsweise während eines Trocknungsschrittes und/oder während eines Walk-Schrittes , integriert werden kann, ohne den Ablauf der anderen

Verfahrensschritte zu ändern. Mitunter ist sogar eine

Verwendung bestehender, herkömmlicher Vorrichtungen zur

Lederherstellung möglich, um das Verfahren ausführen zu können .

Nachfolgend werden vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung beschrieben, die allein oder in Kombination mit den Merkmalen anderer Ausgestaltungen optional zusammen mit den Merkmalen des unabhängigen Verfahrensanspruchs kombiniert werden können.

Gemäß einer Ausgestaltung kann ein aktiver Gasaustausch zwischen dem Behandlungsraum und dem Geruchsreduzierungs reservoir erzeugt werden. Beispielsweise kann dabei eine

Gaszirkulation zwischen dem Behandlungsraum und dem

Geruchsreduzierungsreservoir eingerichtet werden. Dies

ermöglicht es, den Gasaustausch zwischen der geruchsneutra lisierenden Substanz und dem Leder zu verbessern und somit auch die Geruchsreduzierung zu beschleunigen.

Gemäß einer Weiterbildung kann trockenes Leder verwendet werden oder es kann vorgesehen sein, dass das Leder während der Geruchsneutralisation getrocknet wird.

Um eine besonders effiziente Geruchsreduktion zu erreichen, kann das Leder innerhalb des Behandlungsraums bewegt werden. Beispielsweise kann das Leder gewalkt werden. Es kann also vorgesehen sein, dass sämtliche Verfahrensschritte des

Verfahrens während einer üblichen Behandlung des Leders im Behandlungsraum vorgenommen werden.

Gemäß einer Weiterbildung kann das Geruchsreduzierungs reservoir in den Behandlungsraum eingebracht werden. Das Geruchsreduzierungsreservoir kann dabei beispielsweise lose im Behandlungsraum angeordnet und/oder fest an oder mit einer Wandung des Behandlungsraums verbunden werden.

Alternativ oder ergänzend kann es vorgesehen sein, dass das Geruchsreduzierungsreservoir oder ein weiteres Geruchsredu zierungsreservoir außerhalb des Behandlungsraums angeordnet wird .

Eine besonders nachhaltige Ausgestaltung kann vorsehen, dass die zumindest eine geruchsneutralisierende Substanz trocken und/oder recyclebar und/oder reaktivierbar ist und/oder ein flüssiges Absorbensmaterial ist, das in einem trocknen, porösen Trägermaterial eingelagert ist.

Alternativ oder ergänzend kann die zumindest eine

geruchsneutralisierende Substanz wenigstens eine oder eine Kombination von zwei oder mehr geruchsneutralisierende

Substanzen ausgewählt aus der Gruppe aus kohlenstoffhaltigen Absorbenzien, mineralischen Absorbenzien, Kaffee, Kaffeesatz, Aktivkohle, Cyclodextrine, Zeolith, Zinkverbindungen, kaffee basierter aktivierter Kohlenstoff ( coffee-based activated carbon) beinhalten.

Um dem Leder insbesondere nach Durchführung der

Geruchsreduzierung einen bestimmten Duft zu verleihen, kann das Leder mit wenigstens einem in einem Duftreservoir

angeordneten Duftstoff behandelt werden, indem ein

beispielsweise kontinuierlicher Gasaustausch zwischen dem Behandlungsraum und dem Duftreservoir eingerichtet wird.

Gemäß einer Ausgestaltung des Verfahrens kann die Vorrichtung, wie sie hierin beschrieben und beansprucht ist, zur

Durchführung des Verfahrens verwendet werden.

Gemäß einer Weiterbildung kann es vorgesehen sein, dass sämtliche Verfahrensschritte ohne radikalfreisetzende

Behandlung des Leders vorgenommen werden. Insbesondere wird keine photolytische Behandlung und/oder keine ozonolytische Behandlung und/oder keine elektrochemische Behandlung und/oder keine oxidative Behandlung und/oder keine thermolytische

Behandlung vorgenommen. Besonders bevorzugt kommt es zu keiner Bildung von Chrom-VI-Verbindungen . Die Bildung von Radikalen hätte den Nachteil, dass es zu einer Autoxidation an

ungesättigten Fettsäuren des Leders selbst und/oder an

gegebenenfalls eingesetzten Fettungsmitteln kommen kann.

Anders ausgedrückt kann es somit zu einem Ranzigwerden kommen, was eine negative Geruchsentwicklung zur Folge hat. Durch die radiakalfreie Behandlung des Leders kann dies verhindert werden .

Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann es vorgesehen sein, dass das Verfahren zur Geruchsreduzierung als Teil eines Herstellungsverfahrens von gegerbtem Leder angewendet wird, insbesondere derart, dass eine Geruchsreduzierung während des Walkens des Leders, vorzugsweise in einem Walkbehälter, durchgeführt wird. Dies hat den Vorteil, dass sich die

Gesamtdauer eines Herstellungsverfahrens trotz zusätzlicher Durchführung des hierin beschriebenen und/oder beanspruchten Verfahrens nicht oder nur unwesentlich verlängert. Zudem sind nur wenige zusätzliche Handgriffe erforderlich, um das

Verfahren zur Geruchsreduzierung in Ergänzung während des Herstellungsverfahrens durchzuführen. Insbesondere ist das Verfahren während des Walkens (auch als Millen bezeichnet) des Leders durchführbar.

Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Nachrüsten einer Walkvorrichtung zum Walken von trockenem Leder und/oder einer Trocknungsvorrichtung zum Trocknen von gegerbtem Leder mit einem Geruchsreduzierungsreservoir, das zumindest eine geruchsneutralisierende Substanz aufweist.

Die Erfindung betrifft zudem eine Verwendung von Kaffee und/oder wenigstens einem daraus gewonnenen Stoff, wie

beispielsweise Kaffeesatz, zur Geruchsreduzierung von

gegerbtem Leder. Beispielsweise kann die Verwendung dabei in einer Vorrichtung, wie sie hierin beschrieben und beansprucht ist, und/oder in einer Wechseleinheit, wie sie hierin

beschrieben und beansprucht ist, und/oder in einem Kit, wie es hierin beschrieben und beansprucht ist, und/oder in einem Verfahren, wie es hierin beschrieben und beansprucht ist, vorgenommen werden.

Die Erfindung wird nun anhand mehrerer Ausführungsbeispiele näher beschrieben, ist jedoch nicht auf diese Aus

führungsbeispiele beschränkt. Weitere Ausführungsbeispiele ergeben sich durch die Kombination der Merkmale einzelner oder mehrerer Ansprüche untereinander und/oder mit einzelnen oder mehreren Merkmalen der Ausführungsbeispiele.

Es zeigt

Fig. 1 eine Seitenansicht einer in vereinfachter

schematischer Weise dargestellten, ersten Aus führungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Geruchsreduzierung von gegerbtem Leder, wobei die Vorrichtung als Walkvorrichtung ausgestaltet ist,

Fig . 2 eine Längsansicht der Vorrichtung aus Fig. 1,

Fig . 3 eine Draufsicht auf die Vorrichtung aus den Fig. 1 und 2 ,

Fig . 4 eine perspektivische Ansicht einer in vereinfachter schematischer Weise dargestellten, weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Geruchsreduzierung von gegerbtem Leder, wobei eine Gaszirkulation mittels der breiten Pfeile angedeutet ist,

Fig . 5 eine weitere perspektivische Ansicht der Vorrichtung aus Fig. 4, wobei die im Behandlungsraum während dem Walken von Leder auftretenden Partikel angedeutet sind,

Fig . 6 eine weitere perspektivische Ansicht der Vorrichtung aus Fig. 4, wobei über eine Befeuchtungsanlage

Feuchtigkeit in den Gasstrom und/oder den

Behandlungsraum versprühbar ist,

Fig. 7 eine schematische Darstellung einer weiteren

möglichen Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Vorrichtung .

In den Figuren 1 bis 7 sind mehrere Ausgestaltungen einer Vorrichtung zur Geruchsreduzierung von gegerbtem Leder

dargestellt, die im Ganzen jeweils als 1 bezeichnet ist.

Die Vorrichtung 1 weist einen Behandlungsraum 2 auf, der zur Behandlung von Leder eingerichtet ist. Der Behandlungsraum 2 kann beispielsweise, wie in den Figuren 1-7 gezeigt ist, als Walkbehälter 7 ausgestaltet sein. Es sind jedoch auch andere Ausgestaltungen möglich, bei welchen der Behandlungsraum 2 beispielsweise zum Trocknen von gegerbtem Leder eingerichtet ist .

Die Vorrichtung 1 hat wenigstens ein Geruchsreduzierungs reservoir 3, welches außerhalb des zuvor genannten

Behandlungsraum 2 angeordnet ist. Das Geruchsreduzierungs reservoir 3 weist wenigstens eine geruchsneutralisierende Substanz 4 auf, die innerhalb des Geruchsreduzierungs

reservoirs 3 angeordnet ist.

Gemäß einer alternativen oder ergänzenden Ausgestaltung der Vorrichtung 1 kann die geruchsneutralisierende Substanz 3 innerhalb des Behandlungsraums 2 angeordnet sein. Entscheidend ist dabei, dass eine Gasaustauschverbindung 5 zwischen dem Behandlungsraum 2 und dem Geruchsreduzierungsreservoir 3, also zwischen der geruchsneutralisierende Substanz 4 und dem Leder, eingerichtet ist.

Die Gasaustauschverbindung 5 zwischen dem Behandlungsraum 2 und dem Geruchsreduzierungsreservoir 3 kann beispielsweise durch wenigstens eine Gasaustauschleitung 6 eingerichtet sein.

Der als Walktrommel ausgebildete Behandlungsraum 2 ist um eine Rotationsachse drehbar angeordnet. Durch die Rotation des Behandlungsraum 2 ist eine Behandlung des Leders möglich. Das Leder kann somit zusammen mit dem Behandlungsraum 2 in

Rotation versetzt werden, so dass es im Behandlungsraum 2 gewalkt wird. Während des Walkens kann zeitgleich die

Geruchsreduzierung erfolgen.

Der Behandlungsraum 2 weist eine verschließbare Öffnung auf, über welche das gegerbte Leder in den Behandlungsraum 2 einführbar ist. Die Öffnung kann beispielsweise mittels einer Tür oder Luke verschlossen werden.

Das Geruchsreduzierungsreservoir 3 ist in einer vom Behand lungsraum 2 räumlich abgetrennten Kammer 8 angeordnet oder ausgebildet .

Die Vorrichtung 1 weist mehrere Gasaustauschleitungen 6 auf. Dabei führt eine Gasaustauschleitung 6 vom Behandlungsraum 2 zur Kammer 8 und eine Gasaustauschleitung 6 von der Kammer 8 zurück in den Behandlungsraum 2. Somit ist ein geschlossenes System 9 aus dem Behandlungsraum 2, den Gasaustauschleitungen 6 und der Kammer 8 eingerichtet. Innerhalb des geschlossenen Systems 9 kann daher ein Gasstrom und/oder eine Gas Zirkulation 16 eingerichtet werden. Somit ist eine mehrfache Behandlung des Gasstroms 16 mit der geruchsneutralisierenden Substanz 4 möglich, da der Gasstrom 16 mehrfach durch das

Geruchsreduzierungsreservoir 3 geleitet wird.

Durch die Behandlung des Leders innerhalb des Behandlungsraum 2 kann es zu einer Partikelabscheidung vom Leder kommen. Um die Staubbelastungen eines Raumes, in welchem die Vorrichtung 1 angeordnet ist, möglichst gering halten zu können, kann die Vorrichtung 1 einen Partikelfilter 10 aufweisen. Durch den Partikelfilter 10 kann der oben genannte Gasstrom 16 gefiltert werden, so dass nach Beendigung der Behandlung des Leders ein Großteil der Partikel durch den Partikelfilter 10 aus der Luft innerhalb Behandlungsraum 2 entfernt ist.

Um den Gasaustausch zwischen dem Behandlungsraum 2 und dem Geruchsreduzierungsreservoir 3 zu beschleunigen, kann die Vorrichtung 1 eine Gasaustauscheinrichtung 11 aufweisen. Die Gasaustauscheinrichtung 11 kann beispielsweise als ein

Ventilator und/oder als ein Kompressor ausgebildet sein, wobei die Gasaustauscheinrichtung 11 in das System 9 eingegliedert sein kann. Dadurch ist ein aktiver Gasaustausch zwischen dem wenigstens einen Geruchsreduzierungsreservoir 3 und dem

Behandlungsraum 2 möglich.

Die geruchsneutralisierende Substanz 4 kann in einer

Wechseleinheit 12 angeordnet sein. Die Wechseleinheit 12 hat den Vorteil, dass ein Austausch einer ihre maximale

Verwendbarkeit überschrittenen geruchsneutralisierenden

Substanz einfacher durchführbar ist. Die geruchsneutrali sierende Substanz 4 kann somit einfach durch Austausch der kompletten Wechseleinheit 12 ausgetauscht werden.

Um die Wechseleinheit 12 im Geruchsreduzierungsreservoir 3 fixieren zu können, kann das Geruchsreduzierungsreservoir 3 eine Halterung 13 aufweisen, in welche die Wechseleinheit 12 einsetzbar ist. Zwischen der Halterung 13 und der

Wechseleinheit kann dabei eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung eingerichtet sein.

Die Wechseleinheit 12 kann beispielsweise als eine Kartusche und/oder als ein Pad und/oder als Geruchsfilter ausgebildet sein .

Die geruchsneutralisierende Substanz 4 ist vorzugsweise trocken ausgestaltet, so dass es beispielsweise pulverförmig ausgebildet sein kann. Besonders zweckmäßig kann es sein, wenn die geruchsneutralisierende Substanz 4 recyclebar, also wieder verwendbar, ist. Besonders vorteilhaft kann es dabei sein, wenn die geruchsneutralisierende Substanz 4, beispielsweise durch eine Hitzebehandlung reaktivierbar ist. Erreicht die geruchsneutralisierende Substanz seine maximale Einsatzzeit, ist es besonders vorteilhaft, wenn die geruchsneutralisierende Substanz 4 kompostierbar ist um Müll zu vermeiden.

Um die Durchlässigkeit der geruchsneutralisierende Substanz 4 für den Gasstrom 16 erhöhen zu können, kann die

geruchsneutralisierende Substanz 4 mit einem Füllmaterial gemischt sein. Insbesondere kann dabei eine Partikelgröße des Füllmaterials größer oder kleiner als eine Partikelgröße der geruchsneutralisierende Substanz sein, so dass eine

Gasdurchlässigkeit der geruchsneutralisierenden Substanz durch das Füllmaterial erhöht ist. Die Partikelgröße des

Füllmaterials kann dabei größer als die Partikelgrößen des geruchsneutralisierenden Materials sein. Das Füllmaterial kann beispielsweise Zellulose und/oder ein Polymer und/oder ein mineralisches Füllmaterial, wie Zeolith, sein. Beispielsweise kann das Füllmaterial Zellulose (insbesondere antidust-based-cellulose) und/oder ein Polymer und/oder ein mineralisches Füllmaterial, wie Zeolith und/oder Vermiculit, sein. Das

Füllmaterial kann frei von Zusatzstoffen, wie insbesondere frei von Flammschutzmitteln und/oder anderen Chemikalien sein. Die durchschnittliche Partikelgröße des Füllmaterials kann von 3-8 mm, insbesondere von 3-6 mm, sein.

Die geruchsneutralisierende Substanz 4 kann beispielsweise zumindest wenigstens eines oder eine Kombination von zwei oder mehr Substanzen 4 ausgewählt aus der Gruppe aus

kohlenstoffhaltigen Absorbenzien, mineralischen Absorbenzien, Kaffee, Kaffeesatz, Aktivkohle, Cyclodextrine, Zeolith,

Zinkverbindungen, kaffeebasierter aktivierter Kohlenstoff ( coffee-based activated carbon) sein.

Die Vorrichtung 1 kann weiter ein Duftreservoir 14 mit

wenigstens einem darin angeordneten Duftstoff 15 aufweisen. Das Reservoir 14 kann beispielsweise in einer Kammer 8, insbesondere in der zuvor bereits genannten Kammer 8 oder einer weiteren Kammer 8, angeordnet oder ausgebildet sein. Durch den Duftstoff 15 ist es möglich, das durch die

Geruchsneutralisation behandelte Leder mit einem gewünschten Duft zu behandeln.

Das Duftreservoir 15 kann innerhalb eines zwischen dem

Behandlungsraum 2 und dem Geruchsreduzierungsreservoir 13 eingerichteten Gasstrom 16 in Strömungsrichtung dem

Geruchsreduzierungsreservoir 13 nachgeschaltet angeordnet sein .

Wie in Figur 6 gezeigt ist, kann die Vorrichtung 1 wenigstens eine Befeuchtungsanlage 17 aufweisen. Die Befeuchtungsanlage 17 kann zum Beispiel als wenigstens eine

Vernebelungsvorrichtung 18 ausgebildet sein. Durch die

Vernebelungsvorrichtung 18 und/oder die Befeuchtungsanlage 17 ist es möglich, eine Flüssigkeit, insbesondere Wasser oder eine wässrige Lösung, in den Gasstrom 16 und/oder den

Behandlungsraum 2 beispielsweise durch Zerstäubung oder

Versprühen einzubringen. Somit kann eine zusätzliche

Behandlung des gegerbten Leders erfolgen. Innerhalb des

Behandlungsraums 2 kann ein Sensor zur Bestimmung der

Feuchtigkeit, insbesondere der Luftfeuchtigkeit, vorgesehen sein. Weiter bevorzugt, kann eine Steuereinheit vorgesehen sein, die dazu eingerichtet ist, die Feuchtigkeit über die Befeuchtungsanlage 17 in Abhängigkeit der gemessenen

Feuchtigkeit vorzugsweise automatisch durch Aktivierung und Deaktivierung der Befeuchtungsanlage 17 zu regeln.

In Fig. 7 ist der schematische Aufbau einer weiteren

Ausführungsvariante gezeigt, die im Grunde der zuvor

beschriebenen Ausführungsvariante entspricht. In Ergänzung dazu weist die in Fig. 7 gezeigte Vorrichtung 1 zwei Vernebelungsvorrichtungen 18 auf, die gleich oder

unterschiedlich ausgestaltet sein können.

Eine erste Vernebelungsvorrichtung 18 ist dabei dem

Behandlungsraum 2 zugeordnet, um Flüssigkeit insbesondere als Nebel und/oder in Sprayform in den Behandlungsraum 2

einzusprühen. Damit kann beispielsweise Wasser und/oder eine ZusatzSubstanz in den Behandlungsraum 2 und auf das darin behandelte Leder eingebracht werden. Die Zusatzsubstanz kann zum Beispiel eine zusätzliche geruchsneutralisierende Substanz 4 und/oder eine andere zur Behandlung des Leders dienende Substanz sein. Insbesondere kann es sich bei der

ZusatzSubstanz um geruchsneutralisierende Cyclodextrine handeln, die beispielsweise in wässriger Lösung vorliegen. Die Cyclodextrine können eine zusätzliche geruchsreduzierende Wirkung aufweisen. Gemäß einer alternativen

Ausführungsvariante kann das Geruchsreduzierungsreservoir 3 durch die Vernebelungsvorrichtung 18 ersetzt werden, wenn diese zur Freisetzung einer geruchsneutralisierenden Substanz 4 eingerichtet ist.

Die wenigstens eine Vernebelungsvorrichtung 18 kann einen Auslass, zum Beispiel eine Spraydüse, aufweisen, der in den Behandlungsraum 2 und/oder in die Gasaustauschleitung 6

Flüssigkeit freisetzen kann. Die Flüssigkeit kann dabei mit dem Gasstrom auch bis in den Behandlungsraum 2 transportiert werden, wenn keine direkte Freisetzung im Behandlungsraum 2 vorgesehen ist.

In Strömungsrichtung 16 des Gasstroms kann die der

Gasaustauschleitung 6 zugeordnete Vernebelungsvorrichtung 18 innerhalb der Gasaustauschleitung 6 vor dem Filter 10 und/oder vor dem Geruchsreduzierungsreservoir 3 und/oder vor dem

Duftreservoir 14 angeordnet sein. Dies hat den Vorteil, dass durch den Filter 10 Feststoffe, wie Cyclodextrine, die durch die Vernebelungsvorrichtung 18 in den Gasstrom 16 eingebracht werden, über den Filter 10 herausgefiltert werden, bevor der Gasstrom 16 in den Behandlungsraum 2 gelangt. Somit kann verhindert werden, dass Feststoffe mit dem Leder in Kontakt kommen .

/ Durchgeführte Versuche

Durchgeführte Versuche

I . Erster Pilotversuch

1.1 Material und Geräte

1.1.1

Probe A: 10 Häute (entspricht Crust Leder) gegerbt durch eine chromhaltige Nachgerbungsformulierung #1 (ohne Behandlung zur Geruchsreduzierung, wie hierin beschrieben und beansprucht) .

1.1.2

Probe B: 10 Häute (entspricht Crust Leder) gegerbt durch eine chromhaltige Nachgerbungsformulierung #1 (mit Behandlung zur Geruchsreduzierung, wie hierin beschrieben und beansprucht) .

1.1.3

Milling drum (Walktrommel/Walkfass) hergestellt durch die Firma Erretre

1.1.4

Als geruchsneutralisierende Substanz wurde Aktivkohle

eingesetzt. Die Aktivkohle wurde in Form eines Aktivkohle-Filters verwendet.

1.1.5

Filtergröße: 20 cm x 25 cm x 3 cm, vorzugsweise kann das Auch das Filtermaterial ein Volumen von zwei bis drei Litern aufweisen .

1.2 Versuchsablauf

1.2.1 Probe A

(Referenzbeispiel, entspricht dem Stand der Technik)

Die Häute der Probe A wurden in eine Walktrommel gegeben und in der Walktrommel bei 35°C und 35% HR für 4 Stunden gewalkt

1.2.2 Probe B

(entspricht einer Probe die mittels der Erfindung hergestellt wurde )

Die Häute der Probe B wurden entsprechende der Probe A in der Walktrommel für einen gleichen Zeitraum, bei gleichen

Bedingungen gewalkt. Zusätzlich wurde während der gesamten Behandlungsdauer in der Walktrommel ein Gastaustausch zwischen den gegerbten Häuten und einem Filter (1500 cc) , der 700 Gramm Aktivkohle beinhaltet, eingerichtet.

1.2.3 Geruchsprobennahme

Nach dem Walkprozess wurden die beidem Proben A und B getrennt voneinander behandelt, so dass keine Verfälschung des

Ergebnisses erfolgen konnte.

Von beiden Proben A und B wurde jeweils eine Geruchsprobe genommen und diese in einem Geruchstest nach VDA 270 C3 analysiert .

1.2.4 VDA 270 Scoring

Durch den VDA 270 Test wird nur die Geruchsintensität auf einer Skala von Grad 1 bis Grad 6 bestimmt, wobei:

Grad 1 : nicht wahrnehmbar

Grad 2: schwach wahrnehmbar, aber nicht störend

Grad 3: eindeutig wahrnehmbar, aber nicht störend

Grad 4: störend

Grad 5: sehr störend

Grad 6 : nicht akzeptierbar

1.3 Ergebnisse

Ein Set der entnommenen Geruchsproben wurde durch Kunden und ein weiteres Set intern bei TFL auf seinen Geruch hin

bewertet .

1.3.1 Ergebnis bei Kunden

Probe A Grad 4

Probe B Grad 3

1.3.2 Ergebnis bei TFL

Probe A Grad 4

Probe B Grad 3-4

II . Zweiter Pilotversuch

II.1 Material und Geräte

II .1.1

Probe C: 10 Häute (entspricht Crust Leder) gegerbt durch eine chromfreie Nachgerbungsformulierung #2 (ohne Behandlung zur Geruchsreduzierung, wie hierin beschrieben und beansprucht) .

II .1.2

Probe D: 10 Häute (entspricht Crust Leder) gegerbt durch eine chromfreie Nachgerbungsformulierung #2 (mit Behandlung zur Geruchsreduzierung, wie hierin beschrieben und beansprucht) .

II.1.3 Weitere Materialien

Die übrigen Materialien entsprechen denen, die bereits beim ersten Pilotversuch eingesetzt wurden.

II.2 Versuchsablauf

Der Versuchsablauf entspricht dem Versuchsablauf des ersten Pilotversuchs .

II.3 Ergebnisse

Ein Set der entnommenen Geruchsproben wurde durch Kunden und ein weiteres Set intern bei TFL auf seinen Geruch hin bewertet .

II.3.1 Ergebnis bei Kunden

Probe C Grad 3-4

Probe D Grad 3-4

II.3.2 Ergebnis bei TFL

Probe C Grad 4

Probe D Grad 3-4

III . Dritter Pilotversuch

III.1 Material und Geräte

III .1.1

Probe E: 10 Splits (Spaltleder, entspricht Crust Leder) gegerbt durch eine chromhaltige Nachgerbungsformulierung #3 (ohne Behandlung zur Geruchsreduzierung, wie hierin

beschrieben und beansprucht) .

III .1.2

Probe F: 10 Splits (Spaltleder, entspricht Crust Leder) gegerbt durch eine chromhaltige Nachgerbungsformulierung #3 (mit Behandlung zur Geruchsreduzierung, wie hierin beschrieben und beansprucht) .

III.1.3 Weitere Materialien

Die übrigen Materialien entsprechen denen, die bereits beim ersten Pilotversuch eingesetzt wurden.

III.2 Versuchsablauf

Der Versuchsablauf entspricht dem Versuchsablauf des ersten Pilotversuchs .

111.3_ Ergebnisse

Ein Set der entnommenen Geruchsproben wurde durch Kunden und ein weiteres Set intern bei TFL auf seinen Geruch hin

bewertet .

III.3.1 Ergebnis bei Kunden

Probe E Grad 2-3

Probe F Grad 2

III .3.2 Ergebnis bei TFL

Probe E Grad 3

Probe F Grad 2-3

/ Bezugszeichenliste Bezugszeichenliste

1 Vorrichtung

2 Behandlungsraum

3 Geruchsreduzierungsreservoir

4 Geruchsneutralisierende Substanz

5 Gasaustauschverbindung

6 Gasaustauschleitung

7 Walkbehälter

8 Kammer

9 System; geschlossenes System

10 Filter; Partikelfilter

11 Gasaustauscheinrichtung

12 Wechseleinheit

13 Halterung

14 Duftreservoir

15 Duftstoff

16 Gasstrom; Gaszirkulation

17 Befeuchtungsanlage

18 Vernebelungsvorrichtung

/ Ansprüche