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1. WO2020108791 - SYSTEM UND VERFAHREN ZUM EINSTELLEN EINES VORSPANNKRAFTWERTES BEI EINEM SYSTEM, AUFWEISEND EINE WELLE, EIN GEHÄUSETEIL UND ZWEI LAGER SOWIE EIN FIXIERUNGSELEMENT

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

System und Verfahren zum Einstellen eines Vorspannkraftwertes bei einem System, aufweisend eine Welle, ein Gehäuseteil und zwei Lager sowie ein Fixierungselement

Beschreibung:

Die Erfindung betrifft ein System und ein Verfahren zum Einstellen eines Vorspannkraftwertes bei einem System, aufweisend eine Welle, ein Gehäuseteil und zwei Lager sowie ein

Fixierungselement.

Aus der JP 2000 - 120 846 A ist hierzu als nächstliegender Stand der Technik eine

Lageranordnung bei einem Getriebe bekannt. Hierbei ist eine Wellenmutter zum Einstellen einer Vorspannung der Lageranordnung bekannt, aber der innerlich in der Anordnung vorliegende Vorspannkraftwert ist unbekannt.

Aus der DE 10 2015 220 013 A1 ist eine Lageranordnung bekannt, die Kegelrollenlager aufweist.

Aus der EP 3 369 965 A1 ist ein Übertragungsgetriebe bekannt.

Aus der US 2008 / 0 207 377 A1 ist ein intern oszillierendes Planetengetriebesystem bekannt.

Aus der DE 10 2005 039 133 A1 ist ein Planetenuntersetzungsmechanismus bekannt.

Aus der DE 10 2015 014 087 A1 ist ein Getriebe mit Anlaufscheibe und Schräglager bekannt.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Vorspannen eines Lagerungssystems einer Welle weiterzubilden.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe bei dem System nach den in Anspruch 6 und bei dem Verfahren nach den in Anspruch 1 , 2, 3 oder 4 angegebenen Merkmalen gelöst.

Wichtige Merkmale bei dem Verfahren nach Anspruch 1 sind, dass das Verfahren zum Einstellen eines Vorspannkraftwertes bei einem System vorgesehen ist,

wobei eine Welle, ein Gehäuseteil und zwei Lager sowie ein Fixierelement, insbesondere eine Wellenmutter, aufweist,

wobei ein erstes Lager im Gehäuseteil aufgenommen ist und ein zweites Lager im Gehäuseteil aufgenommen ist,

wobei die Welle drehbar gelagert ist mittels des ersten und zweiten Lagers,

wobei mittels des Fixierelements die Welle axial positionierbar ist relativ zum Innenring des zweiten Lagers,

insbesondere wobei die Drehachse der Welle die axiale Richtung ist,

insbesondere wobei in axialer Richtung das Fixierelement auf der vom ersten Lager abgewandten Seite des zweiten Lagers angeordnet ist,

wobei in einem ersten Verfahrensschritt bei losem Fixierelement eine axial gerichtete Kraft auf den Innenring des ersten Lagers eingebracht wird oder auf diejenige Komponente, welche den Innenring des ersten Lagers aufnimmt, insbesondere auf diejenige Stirnseite der Welle, welche auf der vom zweiten Lager abgewandten, insbesondere auf der von dem Fixierelement abgewandten, Seite des ersten Lagers angeordnet ist,

insbesondere wobei also das Fixierelement das zweite Lager nicht berührt und/oder keine wesentliche Kraft in das zweite Lager einleitet,

insbesondere wobei der Betrag der Kraft dem Vorspannkraftwert gleicht,

wobei im ersten Verfahrensschritt die durch die eingebrachte Kraft bewirkte, in axialer

Richtung bestimmte Relativposition, insbesondere Verschiebungswert, zwischen dem

Gehäuseteil und dem Innenring des ersten Lagers bestimmt wird oder zwischen dem

Gehäuseteil und der Stirnseite der Welle oder zwischen dem Innenring und Außenring des ersten Lagers bzw. zwischen den Komponenten, die den Innenring und Außenring des ersten Lagers aufnehmen, insbesondere zwischen dem Gehäuse und der Welle,

wobei in einem zweiten Verfahrensschritt die axiale Kraft nicht eingebracht wird, insbesondere also das Einbringen der axialen Kraft beendet wird,

wobei mittels des Fixierelements die bestimmte Relativposition eingestellt wird, insbesondere also das Fixierelement derart betätigt oder eingestellt wird, dass die bestimmte Relativposition eingestellt ist.

Insbesondere werden die Verfahrensschritte bei drehender Welle oder drehendem Gehäuse ausgeführt, insbesondere zur Ausrichtung der Wälzkörper.

Von Vorteil ist dabei, dass die Lagerluft auch unter Berücksichtigung der Elastizitäten der Welle und anderer Bauteile sicher einstellbar ist. Somit ist dann mit der eingestellten

Verschiebung, insbesondere Relativposition, der Vorspannkraftwert genau erreicht. Dabei sind Fertigungstoleranzen und andere Störgrößen eliminiert. Denn auch wenn jedes individuelle Getriebe den Vorspannkraftwert bei unterschiedlichen Verschiebungswerten erreicht, ist somit der individuelle Verschiebungswert erfindungsgemäß eingestellt. Das Fixierungselement ist als Wellenmutter oder durch Passscheiben mit Sicherungsring realisierbar.

Bei der Erfindung ist eine Welle gelagert mittels zweier in einem Gehäuseteil aufgenommenen Lager. Nach Ausführen der erfindungsgemäßen Herstellung ist die Lagerluft des Lagers nicht abhängig von Fertigungstoleranzen.

Wichtige Merkmale der Erfindung bei dem System, aufweisend eine Welle, ein Gehäuseteil und zwei Lager sowie eine Wellenmutter, sind, dass

ein erstes Lager im Gehäuseteil aufgenommen ist und ein zweites Lager im Gehäuseteil aufgenommen ist,

wobei die Welle drehbar gelagert ist mittels des ersten und zweiten Lagers,

wobei die Welle einen Wellenbund, insbesondere also eine Stufe, aufweist, an welchem der Innenring des ersten Lagers anliegt,

wobei der Außenring des ersten Lagers an einem nach radial innengerichteten Bund des Gehäuseteils anliegt,

wobei der Außenring des zweiten Lagers an dem nach radial innengerichteten Bund des Gehäuseteils anliegt,

wobei der Innenring des zweiten Lagers an der Wellenmutter anliegt, deren Innengewinde auf ein Außengewinde der Welle aufgeschraubt ist.

Von Vorteil ist dabei, dass der gewünscht Vorspannwert mittels der Wellenmutter einbringbar ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist das erste und das zweite Lager jeweils ein Wälzlager, insbesondere ein Kugellager oder ein Schrägrollenlager, insbesondere in O-Anordnung oder X-Anordnung. Von Vorteil ist dabei, dass die Vorspannung dieser Lager einstellbar ist.

Erfindungsgemäß wird dies mit der Wellenmutter erreicht. Insbesondere bei der X-Anordnung ist somit eine hohe Standzeit bei hohen, von den miteinander im Eingriff sich befindenden Verzahnungsteilen eines Getriebes erzeugten Kräften erreichbar, da auch bei Belastung und Belastungsschwankungen im Betrieb Lagerspiel stets verhindert wird. Bei der O-Anordnung ist ebenfalls eine hohe Standzeit erreichbar, auch wenn hohe Querkräfte als Belastung auftreten.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist der nach radial innengerichtete Bund des

Gehäuseteils axial zwischen dem ersten und dem zweiten Lager angeordnet,

wobei die Wellenmutter auf der vom Wellenbund axial abgewandten Seite des zweiten Lagers angeordnet ist,

wobei der Wellenbund auf der von der Wellenmutter axial abgewandten Seite des ersten Lagers angeordnet ist. Von Vorteil ist dabei, dass die Vorspannung durch den Bund des Gehäuseteils geleitet wird.

Bei der Erfindung ist eine Welle gelagert mittels zweier in einem Gehäuseteil aufgenommenen Lager. Nach Ausführen der erfindungsgemäßen Herstellung ist die Lagerluft des Lagers nicht abhängig von Fertigungstoleranzen.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung weist die Welle ein Planetenträger auf, welcher

Ausnehmungen zur Aufnahme eines Sonnenrads, von Planetenrädern und von Bolzen zur Lagerung der Planetenräder über zwischengeordnete Lager, insbesondere Nadellager, aufweist,

insbesondere wobei der nach radial innengerichtete Bund des Gehäuseteils eine

Innenverzahnung aufweist, welche im Eingriff mit der Verzahnung der Planetenräder ist. Von Vorteil ist dabei, dass der Kraftfluss durch den Bereich der Innenverzahnung geleitet wird und somit eine hohe Elastizität bewirkt wird, da der dünne Bereich des Bundes hohen Kräften ausgesetzt ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung liegt der Quotient a / d im Bereich zwischen 0,1 und 0,4, wobei a der axiale Abstand und d der Außendurchmesser des ersten Lagers und/oder des zweiten Lagers ist. Von Vorteil ist dabei, dass die Lageranordnung axial wenig ausgedehnt ist und somit die Welle bei geringfügigen Querkräften oder infolge entsprechender geometrischer Fertigungstoleranzen verkippen kann. Vorteil ist dabei auch, dass bei einer Lagerung mit einem geringen axialen Abstand und einer großen radialen Abmessung, bei der er während der Montage zum Verkippen des Lagers kommen kann, die Vorspannkraft präzise eingebracht werden kann.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung liegt der Quotient w / dj zwischen 0,01 bis 0,04, wobei w die Wandstärke des Innenrings des ersten Lagers ist und dj der Außendurchmesser dj des Innenrings des ersten Lagers und/oder zweiten Lagers ist,

und/oder dass die radiale Wandstärke der Wellenmutter, insbesondere geringfügig, größer ist als die radiale Wandstärke des Innenrings des ersten Lagers und/oder des zweiten Lagers. Von Vorteil ist dabei, dass die Lager mit sehr dünnen Innenringen ausstattbar sind und dass bei diesen Lagern die Vorspannung präzise einbringbar ist. Denn durch das präzise Einstellen der Vorspannung ist eine Überlastung vermeidbar.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist der bezogen auf die Drehachse des Planetenträgers in axialer Richtung überdeckte Bereich der Ausnehmung zur Aufnahme der Planetenräder von dem in axialer Richtung von dem ersten Lager, von dem Bund des Gehäuseteils und von dem

zweiten Lager überdeckten Bereich umfasst. Von Vorteil ist dabei, dass eine Abdeckung nach radial außen bewirkt ist und somit eine hohe Schutzart und hohe Sicherheit.

Wichtige Merkmale bei dem Verfahren zum Einstellen eines Vorspannkraftwertes bei einem vorgenannten System nach Anspruch 8 sind, dass

in einem ersten Verfahrensschritt die Abhängigkeit einer axial gerichteten Verschiebung der Welle von eine auf die Welle axial gerichteten Kraft bestimmt wird, insbesondere also

Kennlinie, und/oder die Abhängigkeit einer Relativposition zwischen Innenring und Außenring bei Anliegen einer axial gerichteten Kraft bestimmt wird,

wobei die Kraft an der von der Wellenmutter abgewandten Stirnseite der Welle eingebracht wird, insbesondere auf der von der Wellenmutter abgewandten Seite des ersten Lagers eingebracht wird, und die Wellenmutter nicht angezogen ist, insbesondere also das zweite Lager nicht berührt und/oder keine wesentliche Kraft in das zweite Lager einleitet,

wobei in einem zeitlich nach dem ersten Verfahrensschritt nachfolgenden zweiten

Verfahrensschritt

gemäß der im ersten Verfahrensschritt bestimmten Abhängigkeit ein Verschiebungswert, insbesondere ein Relativpositionswert, bestimmt wird, welcher von einer Kraft erzeugt wird, die dem Vorspannkraftwert gleicht, und aus dem Verschiebungswert unter Berücksichtigung der Steigung des Gewindes der Wellenmutter ein Drehwinkel bestimmt wird, um den die

Wellenmutter dann angezogen wird.

Unter dem Anziehen um einen Drehwinkel, der unter Berücksichtigung der Steigung bestimmt wird, wird auch ein Anziehen subsummiert, das die vorgegebene Relativposition erreicht.

Die Wellenmutter ist auch durch ein anderes axiales Fixierungselement ersetzbar.

Von Vorteil ist dabei, dass gemäß Kennlinie der zum Erreichen Vorspannkraftwertes zugehörige Verschiebungswert und somit Anzieh-Drehwinkel der Wellenmutter bestimmt wird und im nächsten Schritt einstellbar ist.

Wichtige Merkmale bei dem Verfahren zum Einstellen eines Vorspannkraftwertes bei einem vorgenannten System nach Anspruch 9 sind, dass

in einem ersten Verfahrensschritt die Abhängigkeit einer axial gerichteten Verschiebung der Welle von einer in die Welle eingeleiteten, axial gerichteten Kraft bestimmt wird, insbesondere also Kennlinie,

wobei die Kraft an der von der Wellenmutter abgewandten Stirnseite der Welle eingebracht wird, insbesondere auf der von der Wellenmutter abgewandten Seite des ersten Lagers eingebracht wird, und die Wellenmutter nicht angezogen ist, insbesondere also das zweite Lager nicht berührt und/oder keine wesentliche Kraft in das zweite Lager einleitet,

wobei in einem zeitlich nach dem ersten Verfahrensschritt nachfolgenden zweiten

Verfahrensschritt

gemäß der im ersten Verfahrensschritt bestimmten Abhängigkeit ein Verschiebungswert bestimmt wird, welcher von einer Kraft erzeugt wird, deren Betrag dem Vorspannkraftwert gleicht, und aus dem Verschiebungswert unter Berücksichtigung der Steigung des Gewindes der Wellenmutter ein Drehwinkel bestimmt wird,

wobei in einem zeitlich nach dem zweiten Verfahrensschritt nachfolgenden dritten

Verfahrensschritt die Wellenmutter um einen Winkelbetrag weitergedreht wird, insbesondere weiter angezogen wird, wobei der Winkelbetrag kleiner als der Drehwinkel ist,

wobei in einem zeitlich nach dem dritten Verfahrensschritt nachfolgenden vierten

Verfahrensschritt wiederum die Abhängigkeit der axial gerichteten Verschiebung der Welle von der in die Welle eingeleiteten, axial gerichteten Kraft bestimmt wird, insbesondere also Kennlinie,

wobei die Kraft an der von der Wellenmutter abgewandten Stirnseite der Welle eingebracht wird, insbesondere auf der von der Wellenmutter abgewandten Seite des ersten Lagers eingebracht wird,

wobei danach der dritte und vierte Verfahrensschritt so oft wiederholt werden, bis der

Vorspannkraftwert erreicht ist oder bis gemäß der zuletzt bestimmten Abhängigkeit der Vorspannkraftwert mittels einer Drehung der Wellenmutter um einen Restwinkel erreichbar ist,

wobei der Restwinkel unter Berücksichtigung der Steigung des Gewindes der Wellenmutter einem Rest-Verschiebungswert entspricht, dem gemäß der zuletzt bestimmten Abhängigkeit ein Kraftwert zugehört, welcher dem Vorspannkraftwert gleicht,

wobei die Wellenmutter um den Restwinkel weitergedreht, insbesondere angezogen, wird,

insbesondere wobei der Restwinkel kleiner als der Winkelbetrag ist.

Von Vorteil ist dabei, dass durch das gestufte Verdrehen der Wellenmutter und durch die wiederholte und somit immer wenige und immer sicher wenige Lagerluft enthaltende erneute Bestimmen der Kennlinie ein möglichst genauer Vorspannungskraftwert einstellbar ist.

Wichtig ist dabei auch, dass die Kraft beim Bestimmen der Kennlinie nicht einseitig durch Drücken aufbringbar ist. Ein Ziehen ist nicht notwendig.

Weitere Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen. Die Erfindung ist nicht auf die

Merkmalskombination der Ansprüche beschränkt. Für den Fachmann ergeben sich weitere sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten von Ansprüchen und/oder einzelnen

Anspruchsmerkmalen und/oder Merkmalen der Beschreibung und/oder der Figuren, insbesondere aus der Aufgabenstellung und/oder der sich durch Vergleich mit dem Stand der Technik stellenden Aufgabe.

Die Erfindung wird nun anhand von schematischen Abbildungen näher erläutert:

In der Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes Planetengetriebe dargestellt, wobei eine Kraft F von der abtreibenden Seite heraufgebracht wird, die Wellenmutter 10 nicht angezogen ist und Planetenräder und Sonnenrad nicht dargestellt sind.

In der Figur 2 ist die Verschiebung s, insbesondere Relativposition, zwischen einem

unbelasteten Planetengetriebe 20 und einem belasteten Planetengetriebe 21 dargestellt.

In der Figur 3 ist im Unterschied zur Figur 1 die Wellenmutter 10 angezogen, wobei keine Kraft F von außen auf den Planetenträger 3 aufgebracht wird, sondern der im Getriebe vorliegende Kraftfluss durch Vorspannung der Wellenmutter 10 erzeugt wird.

In der Figur 4 ist die durch eine von außen auf den Planetenträger 3 aufgebrachte Kraft F bewirkte Verschiebung d, insbesondere Relativposition, als Funktion dieser Kraft F dargestellt.

Wie in den Figuren dargestellt, weist das Planetengetriebe einen über zwei Lager (1 , 2) in einem Gehäuseteil 10, insbesondere Hohlrad, gelagerten Planetenträger 3 auf.

In den Planetenträger 3 sind Bolzen 6 eingepresst, auf denen Planetenräder drehbar lagerbar sind, welche im Eingriff mit einem mittig angeordneten Sonnenrad und der Innenverzahnung des Gehäuseteils 10, insbesondere des Hohlrads, sind.

Das erste der Lager 1 ist zwischen einem nach radial innen vorragenden Bund und einer am Planetenträger 3 ausgeformten, auf der vom Bund axial abgewandten Seite des Lagers 1 angeordnet.

Das zweite der Lager 2 ist zwischen dem Bund des Gehäuseteils 10 und einer auf ein

Außengewinde des Planetenträgers 3 mit ihrem Innengewinde aufgeschraubten Wellenmutter 9 angeordnet. Die Wellenmutter 9 ist auf der vom Bund axial abgewandten Seite des zweiten Lagers 2 angeordnet.

Durch Anziehen der Wellenmutter 9 ist eine Vorspannung in die Lagerung des

Planetenträgers 3 einbringbar.

Die Lager 1 und 2 sind Wälzlager, vorzugsweise Kugellager oder Schrägrollenlager.

Da die Lager 1 und 2 sehr nah beieinander angeordnet sind, insbesondere mit einem axialen Abstand a, und beide einen sehr großen Außendurchmesser d aufweisen, ist es Aufgabe der Erfindung, eventuell vorhandene Luft, also Spiel der Lagerung, in definierter Weise zu berücksichtigen und trotzdem eine definiert vorgegebene Vorspannung aufzubringen.

Das Verhältnis a / d liegt im Bereich zwischen 0,1 und 0,4.

Außerdem werden als Lager 1 und 2 solche Lager verwendet, welche einen dünnen Innenring aufweisen. Dabei weist die Wandstärke w zum Außendurchmesser dj des Innenrings des Lagers 1 oder 2 ein Verhältnis w / dj zwischen 0,01 bis 0,04 auf.

Die radiale Wandstärke der Wellenmutter 9 ist vorzugsweise geringfügig größer als die radiale Wandstärke des Innenrings des Lagers (1 , 2).

Das Sonnenrad wird von der eintreibenden Seite 5 hereingeführt und ist drehfest mit der Rotorwelle eines antreibenden Elektromotors oder mit einer anderen antreibenden Welle, wie beispielsweise die Welle einer Getriebevorstufe verbunden.

Zur Einstellung der Vorspannung wird in einem ersten Verfahrensschritt von der Abtriebsseite her, also von der von der Wellenmutter 9 abgewandten Seite her, eine Kraft F aufgebracht, und die dadurch bewirkte Verschiebung s, insbesondere Relativposition, gemessen. Dies erfolgt vorzugsweise durch einen Wegmesssensor, welcher auf der abtreibenden Seite 4 angeordnet ist und gegen den Planetenträger 3 gedrückt angeordnet ist.

Die mittig in axialer Richtung auf den Planetenträger 3 aufgebrachte Kraft F ist in Figur 1 dargestellt und der zugehörige Kraftfluss 8 ebenfalls. Dabei ist ersichtlich, dass die Kraft vom Planetenträger 3 über das erste der Lager 1 ins Gehäuseteil 10 fließt.

Während des ersten Verfahrensschrittes ist die Wellenmutter 9 nicht angezogen, drückt also nicht auf den Innenring des Lagers 2.

Die bei zunehmender Kraft F bewirkte Verschiebung s, insbesondere Relativposition, ist in Figur 4 dargestellt.

Somit wird also im ersten Verfahrensschritt die Kennline bestimmt.

Ziel des Verfahrens ist, eine definierte Vorspannung durch die Wellenmutter 9 in die

Lageranordnung des Planetenträgers 3 einzubringen.

Die vorgegebene Kraft, beispielsweise 2000 N, entspricht gemäß Kennlinie einer

Verschiebung s = s1.

Im zweiten Verfahrensschritt wird die Wellenmutter angezogen. Dabei wird aus der

gewünschten Verschiebung s1 unter Berücksichtigung der Steigung des Innengewindes der Wellenmutter 9 der Drehwinkel für die Wellenmutter 9 bestimmt. Dabei wird der Drehwinkel ab dem Berühren zwischen Wellenmutter 9 und Innenring des Lagers 2 angewendet.

In einem anderen erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel wird im zweiten Schritt nur ein kleiner Drehwinkel angewendet, beispielsweise 10°.

In einem anderen erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel wird statt des Anziehens um einen Drehwinkel derart angezogen, dass die gewünschte Verschiebung, insbesondere

Relativposition, erreicht wird. Vorzugsweise wird also die Relativposition erfasst und überwacht auf Erreichen der gewünschten Verschiebung, insbesondere Relativposition.

Danach wird in einem dritten Verfahrensschritt wiederum eine Kennlinie gemessen, wie auch schon im ersten Verfahrensschritt. Somit ist die Kennlinie dann unter Verringerung von

Lagerluft erfasst.

Danach wird in einem vierten Verfahrensschritt die Wellenmutter 9 wiederum um einen kleinen Drehwinkel weitergedreht und danach der dritte Verfahrensschritt wiederholt, also die

Kennlinie erfasst.

Dieses gestufte Verdrehen der Wellenmutter 9 wird so lange angewendet, bis beim Erfassen der Kennlinie entweder klar erkennbar ist, dass die Lagerluft vollständig beseitigt ist und die Kennlinie genügend genau erfasst ist, also nur noch geringe Messwertschwankungen auftreten, oder erkennbar ist, dass ein Weiterdrehen um den kleinen Winkelbetrag zu einer Überschreitung der gewünschten Vorspannkraft führen würde.

In einem letzten Verfahrensschritt wird dann die noch fehlende Verschiebung zum Erreichen der gewünschten Vorspannkraft bestimmt und daraus auch der zugehörige fehlende

Winkelbetrag für das Verdrehen der Wellenmutter bestimmt und angewendet.

Mittels der gestuften Verdrehung der Wellenmutter 9 ist somit sichergestellt, dass die gewünschte Vorspannung möglichst genau einstellbar ist, insbesondere, dass keine Lagerluft mehr vorhanden ist und somit die gewünschte Vorspannung möglichst genau einstellbar ist.

Im Ausführungsbeispiel muss die Wellenmutter etwa 50° gedreht werden, um eine

Verschiebung von 9 pm zu erreichen, was dann zu einer Vorspannkraft von 2000 N führt. Alternativ wird die Verschiebung mit einem Messgerät überwacht und bei Erreichen von 9 pm das Anziehen der Wellenmutter, also die Drehung der Wellenmutter, beendet.

Im linken Teil der Figur 2 ist die Anordnung unbelastet dargestellt, im rechten Teil der Figur 2 mit einer Kraft F beaufschlagt, so dass eine Verschiebung s, insbesondere Relativposition, erzeugt wird. Die am Planetenträger 3 eingebrachte Kraft F wird am Gehäuseteil 10 herausgeleitet. Die Verschiebung s, insbesondere Relativposition, wird von der abtreibenden Seite 4 des Planetenträgers 3 her gemessen, kann aber auch an der eintreibenden Seite 5 des Planetenträgers 3 mit einem Wegmesssensor erfasst werden, wenn dieser dort zugänglich ist, also kein antreibender Motor beziehungsweise keine antreibende

Getriebevorstufe verbunden wird und ein zur Drehung der Wellenmutter 9 angesetztes Werkzeug nicht stört. Das Werkzeug wird mit Bolzen in axial gerichtete Bohrungen der Wellenmutter 9 eingesteckt und somit zur Betätigung lösbar und in Umfangsrichtung formschlüssig mit der Wellenmutter 9 von der eintreibenden Seite 5 her verbunden.

Nach Beenden des von außen einfließenden Andrückens des Planetenträgers 3 und nach Anziehen der Wellenmutter 9 stellt sich dann der in Figur 3 schematisch angedeutete geschlossene Kraftfluss 30 ein, also die gewünschte Vorspannung. Dabei drückt die am Planetenträger 3 ausgeformte Stufe den Innenring des Lagers 1 zur Wellenmutter 9 hin und die Wellenmutter 9 drückt gegen den Innenring des Lagers 2. Daher wird der Außenring des

Lagers 1 auf den am Gehäuseteil 10 ausgeformten, nach radial innen herausstehenden und/oder hervorragenden, axial zwischen Lager 1 und Lager 2 angeordneten Bund gedrückt. Ebenso wird der Außenring des Lagers 2 gegen den Bund gedrückt, wobei die Andrückkraft entgegengesetzt zur Andrückkraft des Außenrings des Lagers 1 gegen den Bund ausgerichtet ist.

Der Kraftfluss fließt also von der Wellenmutter durch das Lager 2 ins Gehäuseteil 10, insbesondere in den Bund, und vom Gehäuseteil 10, insbesondere vom Bund, durch das Lager 1 zum Planetenträger 3, von wo er zurückfließt in die Wellenmutter 9.

Da der Planetenträger Ausnehmungen, insbesondere einen hohlen Bereich, zur Aufnahme der Planetenräder und der Sonne aufweist, muss der Kraftfluss 30 zur Wellenmutter 9 zurück durch einen dünnen Restwandbereich. Somit ist eine höhere Elastizität im Kraftflussweg vorhanden als bei Einsatz einer Vollwelle anstatt des Planetenträgers.

Als Messmittel zur Bestimmung des Verschiebungswerts, insbesondere der

Relativposition, ist eine Mikrometer-Uhr verwendbar. Um durch Elastizitäten der Welle verursachte Einflüsse zu verringern, ist das Messmittel vorzugsweise am Außenring des ersten Lagers 1 abgestützt, was in Figur 1 mit dem Bezugszeichen A1 gekennzeichnet ist.

Idealerweise wird als Messstelle M1 für das Messmittel der Innenring des ersten Lagers 1 verwendet.

Da die Zugänglichkeit des ersten Lagers 1 suboptimal sein kann, wird das Messmittel alternativ am Gehäuseteil 10 abgestützt, was mit dem Bezugszeichen A2 in Figur 1 gekennzeichnet ist. Die Messstelle M2 für das Messmittel ist anstatt der idealen Stelle am Innenring des ersten Lagers 1 alternativ auch auf derjenigen Stirnseite der Welle 3 anordenbar, auf welche die Kraft F eingebracht wird.

Vorzugsweise sind die Messstellen außerhalb des belasteten Bereiches angeordnet, um mögliche elastische Verformungen und damit eine Verfälschung der Messergebnisse zu minimieren.

Bei Massenherstellung von Getrieben ist somit in sehr einfacher Weise in einem ersten Verfahrensschritt eine dem Vorspannkraftwert entsprechende Axialkraft auf diese Stirnseite der Welle 3 einbringbar, wobei dann mit dem Messmittel der

Verschiebungswert zwischen Welle und Gehäuseteil oder vorzugsweise zwischen Innenring und Außenring des ersten Lagers 1 bestimmt wird und nach Beenden des Einbringens der Axialkraft der so bestimmte Verschiebungswert durch Einstellen der Wellenmutter 9, insbesondere unter Berücksichtigung des Steigungswinkels, eingestellt wird. Auf diese Weise ist die Lagerluft beseitigbar und der Vorspannkraftwert exakt einstellbar, obwohl er direkt überhaupt nicht bestimmbar ist.

Zwar wäre die Erfindung auch auf Systeme anwendbar, bei denen anstatt des Planetenträgers eine Vollwelle verwendet wird, aber dann sind Schwingungen im Betrieb, die zu

Kraftflussschwankungen führen schlechter kompensierbar.

Die Erfindung ist auch auf andere Lagerungssysteme übertragbar, insbesondere gerade dann, wenn hohen Anforderungen an die Genauigkeit der Vorspannung gestellt werden.

Daher ist die Erfindung besonders vorteilhaft bei Planetengetriebestufen oder

Planetengetrieben anwendbar. Insbesondere bei Planetengetrieben mit kurzen

Lagerabständen und großen Durchmessern im Verhältnis zu den Lagerabständen ist die Erfindung besonders vorteilhaft.

Bei solchen Planetengetriebestufen bringen die miteinander kämmenden Verzahnungsteile, wie Planetenräder, Sonne und Hohlrad Schwingungen ein, die auch durch den Planetenträger 3 fließen und auf den Kraftfluss 30 aufmoduliert werden. Durch die erhöhte Elastizität des Planetenträgers 3 wird also die Belastung der Lager 1 und 2 vermindert und somit eine höhere Standzeit erreichbar.

Bezugszeichenliste

1 Lager

2 Lager

3 Planetenträger

4 Abtriebsseite

5 eintreibende Seite

6 Bolzen

7 Raumbereich für Planetenrad

8 Kraftfluss

9 Wellenmutter

10 Gehäuseteil, insbesondere Hohlrad

A1 Abstützung des Messmittels für den Verschiebungswert

A2 Abstützung des Messmittels für den Verschiebungswert M1 Messstelle des Messmittels für den Verschiebungswert M2 Messstelle des Messmittels für den Verschiebungswert