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1. WO2020108790 - VERFAHREN ZUM DURCHFÜHREN EINER FLÄCHENDECKENDEN, DYNAMISCHEN VERDICHTUNGSKONTROLLE EINER BODENVERDICHTUNGSMASCHINE UNTER VERWENDUNG EINES MOBILTEILS, BODENVERDICHTUNGSMASCHINE SOWIE SYSTEM, UMFASSEND WENIGSTENS ZWEI BODENVERDICHTUNGSMASCHINEN

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

VERFAHREN ZUM DURCHFÜHREN EINER FLÄCH ENDECKENDEN, DYNAMISCHEN VERDICHTUNGSKONTROLLE EINER BODENVERDICHTUNGSMASCHINE UNTER VERWENDUNG EINES MOBILTEILS, BODENVERDICHTUNGSMASCHINE SOWIE SYSTEM, UMFASSEND WENIGSTENS ZWEI BODENVERDICHTUNGSMASCH INEN

[0001 ] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Durchführen einer flächendeckenden, dynamischen Verdichtungskontrolle einer Bodenverdichtungsmaschine unter Verwendung eines Mobilteils, eine Bodenverdichtung Maschine, insbesondere Walzenzug, Tandemwalze oder Müllverdichter, besonders zur Durchführung eines solchen Verfahrens, sowie ein System, umfassend wenigstens zwei Bodenverdichtungsmaschinen.

[0002] Bodenverdichtungsmaschinen sind beispielsweise als Straßen- und/oder Erdverdichtungswal zen, insbesondere Tandemwalzen oder Walzenzüge, oder Müllverdichter ausgebildet. Sie werden beispielsweise beim Straßen- und Wegebau, in der Flächenverdichtung und/oder im Deponiebetrieb zum Verdichten des Untergrundes und/oder Müllmaterials eingesetzt. Dafür weisen die Bodenver dichtungsmaschinen typischerweise Verdichtungsbandagen auf, die beispielsweise als Walzenbanda gen mit einem hohlzylindrischen Grundkörper ausgebildet sind. Die Verdichtungsbandagen können entweder glatte, runde Oberflächen aufweisen, oder ebenfalls polygonal oder mit über den Umfang des hohlzylindrischen Grundkörpers hinausragenden Vorsprüngen als Brecherbandagen ausgebildet sein. Es können eine oder mehrere Verdichtungsbandagen an einer Bodenverdichtungsmaschine vorgesehen sein. Es ist auch möglich, dass eine Verdichtungsbandage in Kombination mit Rädern oder anderen Fahrwerken eingesetzt wird. Die gattungsgemäßen Bodenverdichtungsmaschinen sind insbesondere selbstfahrend ausgebildet und umfassen einen Antriebsmotor, der typischerweise ein Dieselverbrennungsmotor ist. Dieser treibt unter anderem die Verdichtungsbandage an, so dass im Arbeitsbetrieb der Bodenverdichtungsmaschinen ein Fortbewegen der Bodenverdichtungsmaschine über einen zu verdichtenden Bodenuntergrund mit einer Fahrgeschwindigkeit erfolgt.

[0003] Um die Verdichtungsleistung der gattungsgemäßen Bodenverdichtungsmaschinen zu erhö hen, erfolgt häufig ein Erregen einer Vibration mit einer Vibrationsfrequenz in wenigstens einer Verdichtungsbandage mittels einer Erregereinrichtung. Die Erregereinrichtung wird auch als Vibrationser reger bezeichnet und umfasst beispielsweise einen oder mehrere Kreiserreger und kann insbesondere als Richtschwinger ausgebildet sein. Durch das Erregen einer Vibration an der Verdichtungsbanda ge kann die Verdichtungsleistung um ein Vielfaches gegenüber einer einfachen Überfahrt der Boden verdichtungsmaschine über den zu verdichtenden Boden erhöht werden. Eine gattungsgemäße Erre gereinrichtung ist beispielsweise aus der EP 2 1 72 279 A1 der Anmelderin bekannt.

[0004] Um einen effizienten Einsatz solcher Maschinen zu ermöglichen, ist es wünschenswert, dass der Bodenuntergrund einerseits ausreichend und andererseits nicht über eine gewünschte Boden verdichtung hinaus verdichtet wird. Solche Verdichtungsprozesse erfolgen somit üblicherweise an hand vorgegebener Verdichtungsvorgaben, welche definieren, wie der Untergrund zu verdichten ist. Typische Vorgaben sind hier beispielsweise die Anzahl der Überfahrten oder ein zu erreichender Zielwert der Verdichtung, wobei dieser anhand verschiedener im Stand der Technik bekannter Messwerte zumindest indirekt ermittelbar ist. Es ist bekannt, dass derartige Bodenverdichtungsma schine Systeme aufweisen, mit deren Hilfe der Arbeitsprozess der Bodenverdichtungsmaschine überwacht und dokumentiert werden kann. Solche Systeme können den Fahrer der Bodenverdich tungsmaschine dahingehend unterstützen, dass er die gesetzten Vorgaben einhält. Andererseits die nen solche Systeme dem Arbeitsnachweis und der Qualitätskontrolle eines Bauunternehmers gegen über seinem Auftraggeber. Solche Systeme werden auf Baustellen auch„flächendeckende dynami sche Verdichtungskontrolle" (FDVK) genannt. Ein in diese Richtung gehendes System wird von der Anmelderin unter der Bezeichnung„BCM 05" angeboten.

[0005] Solche Systeme sind aktuell verhältnismäßig kosten- und erklärungsintensiv, da sie unter an derem auf mit der Bodenverdichtungsmaschine verbundene Spezialhardware zurückgreifen. Ferner ist die Gewinnung und Zurverfügungstellung geeigneten Kartenmaterials aufwendig und zeitintensiv.

[0006] Hiervon ausgehend besteht die Aufgabe der Erfindung darin, eine Möglichkeit anzugeben, wie die Durchführung einer flächendeckenden, dynamischen Verdichtungskontrolle einer Bodenver dichtungsmaschine verbessert werden kann.

[0007] Die Lösung der Aufgabe gelingt mit einem Verfahren, einer Bodenverdichtungsmaschine sowie einem System, umfassend wenigstens zwei Bodenverdichtungsmaschinen, gemäß einem der

unabhängigen Ansprüche. Bevorzugte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angege ben.

[0008] Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung liegt somit in einem Verfahren zum Durchführen einer flächendeckenden, dynamischen Verdichtungskontrolle einer Bodenverdichtungsmaschine unter Verwendung eines Mobilteils. Das erfindungsgemäße Verfahren sieht dabei zunächst in einem Schritt a) das Anordnen des Mobilteils an oder in der Bodenverdichtungsmaschine vor. Das Mobilteil be zeichnet vorliegend eine Einrichtung, die schnell und einfach an oder in der Walze montiert und demontiert werden kann, und insbesondere auch leicht von einer Person mitgeführt werden kann. Bei dem Mobilteil handelt es sich somit insbesondere um ein Smartphone oder ein Tablet. Solche Mobilteile sind verhältnismäßig preisgünstig und werden auch im Alltag von einer Vielzahl Personen mitgeführt. Wesentlich für das Anordnen des Mobilteils an oder in der Bodenverdichtungsmaschine ist, dass es mit der Bewegung der Bodenverdichtungsmaschine mitgeführt wird. Dadurch ist die Posi tion des Mobilteils letztlich repräsentativ für die Position der Bodenverdichtung Maschine. Es ist da her bevorzugt, wenn das Mobilteil übergangsweise eine definierte und fixe Position an oder in der Bodenverdichtungsmaschine einnimmt, wie es beispielsweise mithilfe einer geeigneten Halterung, in die das Mobilteil leicht ein- und ausführbar ist, möglich ist.

[0009] Es ist nun vorgesehen, dass das Ermitteln der Position des Mobilteils mithilfe eines Gin das Mobilteil integrierten GNSS-Empfängers erfolgt. Mobilteile, wie insbesondere Smartphones oder Tab-lets, weisen in der Regel von Haus aus bereits einen integrierten GNSS-Empfänger auf. Für den Anwender des erfindungsgemäßen Verfahrens entstehen hierdurch somit keine Zusatzkosten. Die an solchen Mobilteilen verfügbaren GNSS-Empfänger sind zudem im Hinblick auf die erreichbare Ge nauigkeit häufig bereits ausreichend.

[0010] Das Mobilteil weist ferner einen Anzeigebildschirm, insbesondere in Form eines Touchscreens, auf. Dies ermöglicht nicht nur eine vereinfachte Bedienung, sondern eröffnet zugleich die Möglichkeit, den Arbeitsprozess des Anwenders im vorliegenden Fall zum Durchführen einer flä chendeckenden, dynamischen Verdichtungskontrolle zu erleichtern. Es ist erfindungsgemäß hierzu vorgesehen, dass ein Darstellen der Position des Mobilteils auf einer auf dem Mobilteil wenigstens teilweise hinterlegten geographischen Umgebungskarte mithilfe der Anzeigeeinrichtung erfolgt. Da bei kann im Idealfall auf das gezielte Aufspielen speziell für das Einsatzgebiet extern angefertigter Kartendaten verzichtet werden, da mithilfe des Mobilteils auf allgemein verfügbare Kartendaten, wie sie beispielsweise von einer Vielzahl von online-Dienstleistern angeboten werden, per Download zurückgegriffen werden kann. Das Mobilteil ist zur Herstellung einer mobilen Datenverbindung aus- gebildet und weist ferner vorzugsweise einen geeigneten Browser auf, um zum Erhalt entsprechender Kartendaten auf das Internet zugreifen zu können.

[001 1 ] Weiter ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass ein Aufzeichnen der Bewegung des Mobilte ils und ein Anzeigen des Bewegungsverlaufs auf der wenigstens teilweise auf dem Mobilteil hinterleg ten Karte erfolgt. Dadurch, dass das Mobilteil mit der Bodenverdichtungsmaschine mitgeführt wird, kann aus der Position und dem Bewegungsverlauf des Mobilteils auf der hinterlegten Karte somit auch auf die Position und den Bewegungsverlauf der Bodenverdichtungsmaschine auf der hinterleg ten Karte zurückgeschlossen werden. Es wird somit insbesondere aufgezeichnet und dargestellt, wie häufig die Bodenverdichtungsmaschine wo auf dem Kartenausschnitt bereits Verdichtungsarbeit ge leistet hat. Damit gelingt letztlich eine flächendeckende, dynamische Verdichtungskontrolle des Arbeitsprozesses der Bodenverdichtungsmaschine.

[0012] Insgesamt benötigt das erfindungsgemäße Verfahren somit keinerlei auf den vorliegenden Anwendungszweck alleinig entwickelte und verwendbare Hardware, sondern kann vielmehr auf preisgünstig und allgemein verfügbare Elemente, wie insbesondere das Mobilteil in Form eines Smartphones oder Tablets, mit integriertem GNSS-Empfänger (grundsätzlich insbesondere GPS) zu rückgreifen. Die für den Anwender erforderlichen Softwareelemente können zudem einfach hand habbar in Form einer App zur Verfügung gestellt werden. Eine solche App kann leicht über die mobi le Datenverbindung des Mobilteils heruntergeladen werden, sodass insgesamt auch die Anpassung des Mobilteils an das erfindungsgemäße Verfahren sehr einfach möglich ist.

[001 3] Grundsätzlich kann es vorgesehen sein, dass zur Verbesserung der Positionsbestimmung er gänzend auf wenigstens einen externen, an der Walze angeordneten GNSS-Empfänger, insbesondere einem GNSS-Empfänger mit NMEA-Protokoll, zurückgegriffen wird. Damit das Mobilteil auf die zu sätzlichen Positionsinformationen zurückgreifen kann, ist eine geeignete Datenübertragungsverbin dung zwischen dem Mobilteil und dem externen GNSS-Empfänger vorgesehen. Bevorzugt ist es da bei, wenn zwischen dem Mobilteil und dem externen GNSS-Empfänger eine kabellose Datenüber tragungsverbindung aufgebaut wird, insbesondere über Bluetooth oder WLAN. Dies erleichtert ins besondere die Integration des Mobilteils, da auf zusätzliche spezifische Kabelverbindungen verzichtet werden kann.

[0014] Auch hinsichtlich der Darstellung der Position des Mobilteils bzw. der Bodenverdichtungsma schine auf der auf dem Mobilteil wenigstens teilweise hinterlegten Karte sind bevorzugte Ausfüh rungsformen möglich. So ist es bevorzugt vorgesehen, dass das Herunterladen eines mit der ermittel- ten Position des Mobilteils assoziierten Kartenausschnitts insbesondere von einem Online-Kartendienst, erfolgt, bevorzugt über eine Mobilfunkverbindung. Ergänzend oder alternativ kann es auch vorgesehen sein, dass ein kontinuierliches oder sich periodisch wiederholendes Abgleichen eines heruntergeladenen Kartenausschnitts mit einer aktuellen Position des Mobilteils und ein konti nuierliches oder sich periodisch Wiederholen des Aktualisierens des mit der ermittelten Position des Mobilteils assoziierten Kartenausschnitts über einen Arbeitseinsatz der Walze hinweg erfolgt, wobei hierzu bevorzugt eine mobile Datenübertragungsverbindung vom Mobilteil zu einem Online-Kartendienst vorgesehen ist.

[001 5] Zu Dokumentationszwecken ist es bevorzugt, wenn ein Speichern der aufgezeichneten Be wegung des Mobilteils in einem Speicher auf dem Mobilteil und/oder über eine entfernt zum Mobil teil angeordnete Speichereinrichtung mithilfe einer kabellosen Datenübertragungsverbindung, insbe sondere mithilfe von Cloud Computing, erfolgt. Cloud Computing an sich ist bekannt und bezeichnet konkret die Bereitstellung einer IT-Infrastruktur über das Internet. Dazu kann die IT- Infrastruktur bei spielsweise funktionale Komponenten wie Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware umfassen.

[0016] Die Unterstützung des Bedieners zum Durchführen einer flächendeckenden, dynamischen Verdichtungskontrolle gelingt dann besonders gut, wenn ein kumuliertes Anzeigen von Bewegungs und/oder Verdichtungsdaten der Bodenverdichtungsmaschine und/oder ein positionsbezogenes Dar stellen der Anzahl erfolgter Überfahren und/oder ermittelter Verdichtungswerte oder mit dem Ver dichtungsprozess assoziierter Werte der Bodenverdichtungsmaschine auf der Karte erfolgt. Mit diesen angezeigten Informationen, die bevorzugt in Echtzeit auf der Anzeigeeinrichtung des Mobilteils aktu alisiert werden, verfügt der Bediener je nach Umfang der angezeigten positionsbezogenen Informati onen über ein umfassendes Bild der bisher geleisteten Arbeit und kann auf diese Weise leichter und schneller eine effiziente Fortsetzung des Verdichtungsprozesses planen. Beispielsweise kann er er kennen, in welchen Bereichen auf der Karte bereits ausreichende Verdichtungsarbeit geleistet wor den ist und/oder in welchen Bereichen noch Verdichtungsarbeit aufzubringen ist. Er kann dann bei spielsweise die Bodenverdichtungsmaschine gezielt in solche Bereiche bewegen und vermeidet da mit zugleich, dass eine Überverdichtung in bereits ausreichend verdichteten Arealen auftritt.

[001 7] Die Übertragung der vorstehend genannten Informationen auf das Mobilteil und/oder vom Mobilteil erfolgt dabei bevorzugt wenigstens teilweise mithilfe eines auf dem Mobilteil installierten Webbrowsers. Ein solches Programm ist üblicherweise ebenfalls bereits standardmäßig auf Mobiltei-

len vom Typ Smartphone oder Tablet vorhanden, sodass auch hier kein zusätzlicher Aufwand für den Bediener auftritt.

[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren kann zudem bevorzugt um weitere Aspekte erweitert wer den. Dazu kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass ergänzend zu den vorstehend diskutierten erfindungsgemäßen Verfahrensschritten ein Herstellen einer Daten Verbindung zu einem CAN-Bussystem der Bodenverdichtungsmaschine erfolgt, insbesondere über eine kabellose Datenübertra gungsverbindung, wie insbesondere Bluetooth oder WLAN, oder über eine USB-Schnittstelle. Diese kann ergänzend auch zur Stromversorgung des Mobilteils genutzt werden. Damit ist es auf einfache Weise möglich, dass auch auf Seiten der Bodenverdichtungsmaschine intern gewonnene Werte und Parameter in die flächendeckende, dynamische Verdichtungskontrolle mit einfließen. Hierfür hilfrei che und relevante Daten können beispielsweise an der Bodenverdichtungsmaschine ermittelte Ver dichtungsdaten bzw. mit dem Verdichtungsfortschritt korrelierende Daten sein. Solche Daten können beispielsweise mithilfe von an einer Bandage oder dem Maschinenrahmen angeordneten Beschleu nigungssensoren gewonnen werden. Ein hier mit dem Verdichtungsfortschritt assoziierter Verdich tungswert kann beispielsweise der sogenannte Evie-Wert sein. Ergänzend oder alternativ können auch Maschinenparameter an das Mobilteil übermittelt werden. Besonders relevante Maschinenparameter können hier beispielsweise die Walzbreite, Betriebsdaten zu einer Vibrationseinrichtung, insbesonde re einem Unwuchterreger, Beschleunigungs- und/oder Geschwindigkeitsdaten der Bodenverdich tungsmaschine etc. sein. Weiter ergänzend oder alternativ können hiervon auch bedienerspezifische Daten umfasst sein, insbesondere eine Personenidentifikation.

[0019] Bevorzugt werden die gewonnenen vorstehend genannten Daten über eine Mobilfunkver bindung des Mobilteils zu einer Zentralstation übertragen, insbesondere über eine Mobilfunkverbin dung. Unter einer Mobilfunkverbindung wird vorliegend grundsätzlich eine mobile Datenverbindung verstanden, insbesondere GSM, UMTS, GPRS, HSCSD oder LTE.

[0020] Besonders bevorzugt ist es, wenn zur Durchführung des Verfahrens bzw. einzelner der vor stehend beschriebenen Schritte auf Cloud Computing zurückgegriffen wird.

[0021 ] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Bodenverdichtungsmaschine für eine flächen deckende, dynamische Verdichtungskontrolle, insbesondere einen Walzenzug, eine Tandemwalze oder einen Müllverdichter, besonders zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wie vor stehend beschrieben. Dabei wird die vorstehende Offenbarung zum erfindungsgemäßen Verfahren vollumfänglich zur nachstehenden Offenbarung der erfindungsgemäßen Bodenverdichtungsmaschine

in Bezug genommen. Eine gattungsgemäße Bodenverdichtungsmaschine umfasst einen Maschinen rahmen, wenigstens eine Verdichtungsbandage und einen Antriebsmotor, insbesondere einen Die selmotor. Der grundsätzliche Aufbau solcher Bodenverdichtungsmaschinen ist an sich im Stand der Technik bekannt. Wesentlich ist nun, dass die Bodenverdichtungsmaschine erfindungsgemäß ein Mobilteil mit einem integrierten GNSS-Empfänger und einer Sende- und Empfangseinheit zur Her stellung einer mobilen Datenübertragungsverbindung (GSM, UMTS, GPRS, HSCSD, LTE) umfasst, wobei das Mobilteil derart ausgebildet ist, dass es unter Rückgriff auf eine auf dem Mobilteil wenigs tens teilweise zumindest temporär hinterlegte Karte die Position und den vorhergehenden Bewe gungsverlauf des Mobilteils auf der Karte ermittelt und auf einer Anzeigeeinrichtung anzeigt, insbe sondere unter ergänzender Anzeige wenigstens eines verdichtungsrelevanten Parameters (beispiels weise Anzahl der Überfahren). Durch die Anzeige des Bewegungsverlaufs auf der auf dem Mobilteil dargestellten Karte kann der Bediener somit nachvollziehen, wo er mit der Bodenverdichtungsma schine bereits wie häufig entlang gefahren ist. Die ergänzende Anzeige wenigstens eines verdich tungsrelevanten Parameters erlaubt dem Fahrer ferner, in Echtzeit Verdichtungsinformationen mit Position Informationen bei der weiteren Durchführung des Verdichtungsprozesses zu berücksichti gen. Ein verdichtungsrelevanter Parameter bezeichnet vorliegend dabei konkret einen solchen Para meter, der Auswirkung auf den Verdichtungsprozess hat. Dies kann beispielsweise die Anzahl der Überfahrten an der jeweiligen Position, die Entwicklung von zum Verdichtungsprozess korrelierender Parameter, wie beispielsweise der Evie-Wert, sein. Damit besteht für den Fahrer die Möglichkeit, mit hilfe des Mobilteils schnell einen Überblick über den aktuellen Fortschritt des Verdichtungsprozesses zu erlangen und anhand dessen den weiteren Verdichtungsprozess effizient fortzusetzen.

[0022] Bevorzugt handelt es sich bei dem Mobilteil um ein Smartphone oder ein Tablet. Ein solches Mobilteil umfasst weiter bevorzugt einen Anzeigebildschirm, einen Touchscreen, zusätzlich zum in tegrierten GNSS-Empfänger sowie eine Einrichtung zum Aufbau einer mobilen Datenverbindung, um beispielsweise eine Verbindung zum Internet hersteilen zu können.

[0023] Das Mobilteil wird bevorzugt in einem Fahrstand oder einer Fahrerkabine der Bodenverdich tungsmaschine angeordnet, damit der Fahrer den Anzeigebildschirm während des Anzeigeprozesse einsehen kann.

[0024] Um die Positionsbestimmung präziser zu ermöglichen, ist bevorzugt ein externer GNSS-Empfänger von der Bodenverdichtungsmaschine mit umfasst. Es ist dann ferner vorgesehen, dass eine Datenverbindung zwischen dem externen GNSS-Empfänger und dem Mobilteil vorhanden ist, über die Positionsdaten des externen GNSS-Empfängers an das Mobilteil übermittelt werden. Damit kann das Mobilteil auf die über den eigenen internen GNSS-Empfänger sowie auf die über den externen GNSS-Empfänger gewonnenen Positionsdaten zurückgreifen.

[0025] Bevorzugt weist die Bodenverdichtungsmaschine ein CAN-Bussystem auf. Es kann dann vor gesehen sein, zwischen dem Mobilteil und dem CAN-Bussystem über eine Schnittstelle, beispielswei se Bluetooth, Wifi oder USB, eine Datenübertragungsverbindung aufgebaut wird, insbesondere zur Übertragung von Verdichtungsparametern, die über Sensoren, insbesondere Beschleunigungs- oder Deformationssensoren am Maschinenrahmen oder einer Bandage der Bodenverdichtung Maschine, ermittelt worden sind, und/oder von Maschinenparametern, insbesondere von Maschinenspezifikati onen wie der Walzbreite, Parameter einer Vibrationseinrichtung etc.

[0026] Der vorstehend beschriebene Ansatz eignet sich insbesondere auch zur Integration in ein Gesamtsystem mit wenigstens zwei Bodenverdichtungsmaschinen der vorstehend beschrieben Art. Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung besteht somit in einem System, umfassend wenigstens zwei erfindungsgemäße Bodenverdichtungsmaschinen, die mittels Cloud Computing und/oder über die Mobilteile direkt miteinander Teile der vorstehend beschrieben Daten untereinander austau-schen.

[0027] Nachstehend wird die Erfindung anhand der in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen schematisch:

Figur 1 : eine Seitenansicht einer Bodenverdichtungsvorrichtung vom Typ Tandemwalze;

Figur 2: eine Seitenansicht einer Bodenverdichtungsvorrichtung vom Typ Walzenzug;

Figur 3: ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens; und

Figur 4: eine Übersicht über eine erfindungsgemäße Bodenverdichtungsmaschine sowie ein er findungsgemäßes System.

[0028] Gleiche beziehungsweise gleich wirkende Bauteile sind in den Figuren mit gleichen Bezugs zeichen bezeichnet. Sich wiederholende Bauteile sind nicht in jeder Figur gesondert bezeichnet.

[0029] Die Figuren 1 und 2 zeigen gattungs- und erfindungsgemäße Bodenverdichtungsmaschi nen 1 . Die Bodenverdichtungsmaschine 1 der Figur 1 ist als Tandemwalze, diejenige der Figur 2 als Walzenzug ausgebildet. Die Bodenverdichtungsmaschinen 1 umfassen einen Fahrerstand 2 und ei nen Maschinenrahmen 3, sowie einen Antriebsmotor 4, der typischerweise ein Dieselverbrennungs motor ist. Der Antriebsmotor 4 treibt unter anderem ein Fahrwerk an, das mindestens eine über eine Bandagenhalterung 6 am Maschinenrahmen 3 befestigte Verdichtungsbandage 5 umfasst. Im Fall der Tandemwalze aus Figur 1 weist diese sowohl vorne als auch hinten jeweils eine Verdichtungsbanda ge 5 auf. Der Walzenzug gemäß Figur 2 weist eine vordere Verdichtungsbandage 5 auf und umfasst an seiner hinteren Fahrwerksachse zwei Räder 7. Im Arbeitsbetrieb der Bodenverdichtungsmaschi ne 1 wird diese über den zu verdichtenden Boden 8 gefahren, beispielsweise in Vorwärtsrichtung a. Selbstverständlich kann allerdings auch entgegen der Vorwärtsrichtung a, also rückwärts, verdichtet werden. In wenigstens einer der Verdichtungsbandagen 5 der Bodenverdichtungsmaschinen 1 kann eine Erregereinrichtung angeordnet sein, die die jeweilige Verdichtungsbandage 5 in Schwingungen, insbesondere Vibrationen, versetzt. Auf diese Weise kann die Verdichtungsleistung erhöht werden. Um die jeweilige Vibrationsfrequenz der Verdichtungsbandage 5 und/oder einen verdichtungsrele vanten Parameter zu bestimmen, wie beispielsweise der Evie-Wert, zu messen, können die Boden verdichtungsmaschinen 1 Frequenz- und/oder Beschleunigungssensoren 33 aufweisen, insbesondere jeweils einen solchen Sensor 33 pro Verdichtungsbandage 5. Zusätzlich können die Bodenverdich tungsmaschinen 1 ein CAN-Bussystem mit einer Steuereinheit 1 5 aufweisen, die mit dem Frequenz-und/oder Beschleunigungssensor 33 und/oder weiteren Sensoren und/oder Eingabeeinrichtungen, über die prozess-, maschinen- und/oder personenrelevante Informationen gewonnen werden kön nen, verbunden ist.

[0030] Zur weiteren Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zunächst auf das Ablaufdi agramm gemäß Figur 3 Bezug genommen, welches den erfindungsgemäßen Ablauf des Verfahrens näher erläutert.

[0031 ] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst zunächst das Anordnen (9) eines Mobilteils an oder in der Bodenverdichtungsmaschine, das Ermitteln (10) der Position des Mobilteils mithilfe eines in das Mobilteil integrierten GNSS-Empfängers, das Darstellen (1 1 ) der Position des Mobilteils auf einer auf dem Mobilteil wenigstens teilweise hinterlegten Karte, insbesondere mittels einer Anzeigeeinrich tung in Form eines Anzeigebildschirms, insbesondere eines Touchscreens bzw. berührungssensitiven Anzeigebildschirms, sowie das Aufzeichnen (12) der Bewegung des Mobilteils und das Anzeigen des Bewegungsverlaufs auf der wenigstens teilweise hinterlegten Karte.

[0032] Im Schritt 13 kann es vorgesehen sein, dass beim Ermitteln (10) der Position des Mobilteils ergänzend auf einen externen GNSS-Empfänger zurückgegriffen wird. Der Schritt 1 1 kann ferner gemäß Schritt 14 durch Zugriff auf einen Kartenschnitt eines Online-Kartendienstes, bevorzugt über eine Mobilfunkverbindung, erweitert werden. Hier kann es ergänzend oder alternativ auch vorgese hen sein, dass der heruntergeladene Kartenausschnitt kontinuierlich oder intervallartig mit einer ak- tuellen Position des Mobilteils abgeglichen wird und entsprechende Aktualisierungen erfolgen. Er gänzend zum Schritt 12 kann es gemäß Schritt 1 7 vorgesehen sein, dass aufgezeichnete Bewegungen des Mobilteils und/oder dessen Bewegungsablauf positionsbezogen gespeichert und/oder entfernt zum Mobilteil zu einer Speichereinrichtung übertragen wird, insbesondere mithilfe einer kabellosen Datenübertragungsbindung, besonders bevorzugt mithilfe von Cloud Computing. Weiter ergänzend oder alternativ kann hier ein kontrolliertes Anzeigen von Bewegungs -und/oder Verdichtungsdaten und/oder ein positionsbezogenes Darstellen der Anzahl erfolgter Überfahrten und/oder ermittelter Verdichtungswerte oder mit dem Verdichtungsprozess assoziierter Werte, wie beispielsweise dem Eviß-Wert, vorgesehen sein. Hier kann es insbesondere auch möglich sein, dass der Bediener über das Mobilteil gewünschte Farbskalierungen und/oder Anzeigealternativen individualisiert angibt oder unter diesen auswählt.

[0033] Grundsätzlich kann das vorstehend beschriebene Mobilteil zur Durchführung des in Figur 3 gezeigten Verfahrens eine geeignete App herunterladen, die die vorstehend beschriebenen Grund funktionen und Anzeigemöglichkeiten aufweist.

[0034] Der Schritt 16 veranschaulicht, dass ergänzend zum vorstehend beschriebenen Verfahren zusätzlich ein Datenaustausch zwischen dem Mobilteil und einem CAN-Bussystem der Bodenver dichtungsmaschine zur Übertragung von an der Bodenverdichtungsmaschine ermittelten Verdich tungsdaten bzw. mit der Verdichtung beziehungsweise dem Verdichtungsprozess korrelierenden Daten, Maschinenparametern und/oder bedienerspezifischen Daten erfolgen kann.

[0035] Figur 4 verdeutlicht zunächst den weiteren Aufbau einer Bodenverdichtungsmaschine 1 zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei hier beispielhaft auf die Bodenverdich tungsmaschine 1 aus Figur 1 zurückgegriffen wird. Die Bodenverdichtungsmaschine 1 umfasst ein Mobilteil 1 7 mit einem Anzeigebildschirm 18 und einem integrierten GNSS-Empfänger 19 (ein GNSS-Satellit ist beispielhaft mit 20 bezeichnet, bevorzugt GPS). Das Mobilteil 1 7 ist über eine nicht näher dargestellte Halterung in der Fahrerkabine der Bodenverdichtungsmaschine demontierbar angeordnet. Das Mobilteil 1 7 kann ferner über eine mobile Datenverbindungsleitung 21 eine Ver bindung zum Internet bzw. zu einer Cloud 20 zum Datenaustausch aufbauen. Über eine Datenver bindung 22 können ferner von extern Daten auf das Mobilteil 1 7 aufgespielt werden, beispielsweise insbesondere auch Geometriedaten im dxf- oder shp-Format etc. Über eine Datenverbindung 23, beispielsweise USB, WiFi oder Bluetooth, kann eine Datenverbindung zu einem CAN-Bussystem 24 aufgebaut werden. An dieses CAN-Bussystem können beispielsweise Sensoren 25 angeschlossen sein, über die verdichtungsrelevante Informationen, wie beispielsweise Beschleunigungsinformatio- nen an einer Bodenverdichtungsbandage oder am Maschinenrahmen zur Überwachung des Verdich tungsprozesses in an sich im Stand der Technikbekannter Weise, gewonnen werden können. Gleich ermaßen können auch anderweitige Sensoren, beispielsweise zu Überwachung etwaiger vorhande ner Vibrationseinrichtungen etc. an das CAN-Bussystem angeschlossen sein. Auch maschinenrelevan te Parameter, wie beispielsweise weitergehende Betriebsdaten (Walzbreite, Motordaten etc.) können über die als 26 bezeichnete Sensoren erfasst und über das CAN-Bussystem an das Mobilteil 1 7 übermittelt werden. Es kann auch eine Einrichtung 27 zur Personenidentifikation vorgesehen sein, wobei eine solche Personidentifikation auch direkt über das Mobilteil 1 7 selbst möglich ist.

[0036] Weiter kann ein zusätzlicher externer GNSS-Empfänger 28 an der Bodenverdichtungsma schine 1 angeordnet sein. Hierzu kann eine Datenverbindung zwischen dem Mobilteil 1 7 und dem zusätzlichen GNSS-Empfänger 28 vorgesehen sein (in Figur 4 nicht dargestellt), sodass eine noch exaktere Positionsbestimmung der Bodenverdichtungsmaschine 1 möglich ist.

[0037] Die über die Cloud 30 von dem Mobilteil 1 7 empfangenen Daten zum Betriebsprozess kön nen extern an abgelegener Stelle 29, beispielsweise in einem Büro oder ähnlichem, über eine geeig nete Datenverbindung zur Cloud 30 abgerufen und bearbeitet werden.

[0038] Es kann ferner vorgesehen sein, dass mehrere Bodenverdichtungsmaschinen 1 bzw. mehrere Mobilteile 1 7 mehrerer Bodenverdichtungsmaschinen 1 entweder unmittelbar miteinander kommu nizieren oder über die Cloud 30, wie in Figur 4 durch die mobilen Datenverbindungen 21 ' veran schaulicht, untereinander Daten austauschen, insbesondere solche Daten, die für den Fortschritt des Verdichtungsprozesses relevant sind.

[0039] Wesentlich ist nun, dass einerseits die relevanten Kartendaten auf dem Mobilteil 1 7 problem los und schnell durch Rückgriff auf Online-Kartendienste, beispielsweise über die mobile Datenver bindung 22, 21 oder die Cloud 30, abgerufen und bereitgestellt werden können. Gleichzeitig ist eine flächendeckende, dynamische Verdichtungskontrolle unter Rückgriff auf diese Kartendaten und den im Mobilteil 1 7 integrierten GNSS-Empfänger 19 möglich. Über die Anzeigeeinrichtung 18 können gleichzeitig prozessrelevante Informationen, wie beispielsweise die Anzahl der Überfahrten etc. in Echtzeit und kontinuierlich angezeigt und damit dem Bediener der Bodenverdichtungsmaschine zeitnah zur Verfügung gestellt werden, sodass dieser den Arbeitsprozess effizient gestalten kann.