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1. WO2020108784 - WÄSSRIGE 1,2-BENZISOTHIAZOLIN-3-ON-KONZENTRATE

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Wässrige l,2-Benzisothiazolin-3-on-Konzentrate

Die Erfindung betrifft eine wässrige Biozidzusammensetzung, enthaltend die Komponenten: (a) 9 Gew.-% bis 20 Gew.-% l,2-Benzisothiazolin-3-on, (b) ein gelöstes Alkalisierungsmittel, enthaltend 0,95 bis 1 ,05 Mol Natrium- und Kaliumhydroxid, bezogen auf je ein Mol des als Komponente (a) enthaltenen l,2-Benzisothiazolin-3-ons, und (c) mehr als 60 Gew.-% Wasser. Die Biozidzusammensetzung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung: (i) einen pH-Wert im Bereich von pH 9,5 bis pH 11,9 aufweist, und (ii) der molare Anteil an Natriumionen, bezogen auf die in der Zusammensetzung enthaltenen Natrium- und Kaliumionen, im Bereich von 15 bis 45 Mol% hegt. Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung dieser Biozidzusammensetzungen zur Konservierung von wasserbasierten Produkten aller Art, wie Reinigungs- und Haushaltsprodukten, Kunststoffdispersionen, Farben, Putzen, Klebstoffen, Dichtungsmassen, Papierbeschichtungsmassen, Textilweichmacher- und Schlichtungsmitteln, Waschrohstoffen, Tensiden, Poliermitteln, Spinnbädem, Kühlschmierstoffen, Lederbehandlungsmitteln und Silikon- und Bitumenemulsionen.

Das l,2-Benzisothiazolin-3-on (BIT) bzw. dessen Natrium-, Kalium- und Lithiumsalze ist ein seit langem in der Praxis verwendeter Wirkstoff zur Herstellung mikrobizid wirksamer Formulierungen. Der Wirkstoff zeichnet sich aus über eine gute chemische und thermische Stabilität, und verfügt grundsätzlich über eine breite antimikrobielle Wirkung gegenüber Bakterien, Pilzen und Hefen.

Um diesen Wirkstoff in leicht handhabbarer und gut dosierbarer Form zur Verfügung zu stellen, werden aus dem bei der Synthese anfallenden rohen BIT zumeist wässrige Dispersionen oder wässrige Lösungen herstellt.

Zur Herstellung vermeintlich stabiler wässriger BIT-Lösungen, werden gemäß der Lehre der DE 28 40 273 Al, dem BIT in Form seines in Wasser gelösten Alkalisalzes gewisse Hydroxylgruppen enthaltende organische Lösungsmittel, wie Propylenglykol, zugesetzt.

Weiterhin offenbart die U.S. Patentschrift U.S. 4,871,754 wässrige Formulierungen des Lithiumsalzes des l,2-Benzisothiazolin-3-ons. Diese Zubereitungen sind bei höheren BIT-Konzentrationen jedoch nicht hinreichend kältestabil und erfordern den Zusatz eines wasser-mischbaren organischen Lösemittels, wie 1,2 Propylenglykol.

Die vorstehend genannten Formulierungen, die Lösemittel, wie Glykole enthalten, sind jedoch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht kosteneffektiv und zudem wenig umweltfreundlich bzw. nicht biologisch abbaubar. Daher ist es vorteilhaft, auf möglichst hoch konzentrierte wässrige Lösungen von l,2-Benzisothiazolin-3-on die frei von Lösungsmitteln auf Glykolbasis sind, zurückgreifen zu können.

Die PCT-Offenlegungsschrift WO 2012/158425 Al offenbart hoch konzentrierte wässrige Lösungen von l,2-Benzisothiazolin-3-on, die etwa 0,1 bis etwa 30 Gew.-% 1,2-Benzisothiazolin-3-on, etwa 5 bis 15 Gew.-% Alkalimetallsalz, etwa 50 bis etwa 85 Gew.-% Wasser und etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-%. Chelatbildner enthalten. Beim Nachstellen von Zusammensetzungen gemäß dieser Druckschrift hat sich jedoch herausgestellt, dass diese nicht hinreichend lagerstabil sind.

Weiterhin sind wässrige Lösungen von l,2-Benzisothiazolin-3-on mit einem Gehalt an 1,2-Benzisothiazolin-3-on von 9,08 bzw. 9,38 Gew.-% kommerziell erhältlich. Beispielsweise wird unter dem Markennamen Mergal® K10N von der Troy Corporation eine wässrige 1,2-Benzisothiazolin-3-onlösung vertrieben, die einen pH-Wert von 12,85 aufweist und 9,38 Gew.-% l,2-Benzisothiazolin-3-on in Form seines Kaliumsalzes enthält. Ferner wird unter dem Markennamen Proxel® AQ von der Lonza Group AG eine wässrige 1 ,2-Benzisothiazolin-3-onlösung vertrieben, die einen pH-Wert von 11,7 aufweist und 9,08 Gew.-% l,2-Benzisothiazolin-3-on in Form seines Kaliumsalzes enthält.

Ausgehend von dem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Zusammensetzungen stabilere, wässrige 1,2-Benzisothiazolin-3-onzusammensetzungen mit einem möglichst hohen Gehalt an 1,2-

Benzisothiazolin-3-on, vorzugsweise von bis zu 15 Gew.-%, zur Verfügung zu stellen. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, möglichst konzentrierte stabile wässrige l,2-Benzisothiazolin-3-onzusammensetzungen bereitzustellen, die frei von VOC enthaltenden Lösungsmitteln und frei von Lösungsmitteln auf Glykolbasis sind.

Gelöst wird diese Aufgabe durch eine wässrige Biozidzusammensetzung, enthaltend die Komponenten:

(a) 9 Gew.-% bis 20 Gew.-% l,2-Benzisothiazolin-3-on,

(b) ein gelöstes Alkalisierungsmittel, enthaltend 0,95 bis 1,05 Mol Natrium- und Kaliumhydroxid, bezogen auf je ein Mol des als Komponente (a) enthaltenen 1,2- Benzisothiazolin-3-ons, und

(c) mehr als 60 Gew.-% Wasser,

dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung:

(i) einen pH-Wert im Bereich von pH 9,5 bis pH 11 ,9 aufweist, und

(ii) der molare Anteil an Natriumionen, bezogen auf die in der Zusammensetzung enthaltenen Natrium- und Kaliumionen, im Bereich von 15 bis 45 Mol% liegt.

Überraschenderweise wurden im Rahmen der vorliegenden Erfindung nun neue, den aus dem Stand der Technik bekannten Zusammensetzungen stabilere, wässrige Biozidzusammensetzungen auf Basis von l,2-Benzisothiazolin-3-on, im Folgenden auch als BIT bezeichnet, gefunden, die die Nachteile des Standes der Technik vorteilhafterweise überwinden. Insbesondere werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung wässrige 1,2-Benzisothiazolin-3-onzusammensetzungen mit einem Gehalt an l,2-Benzisothiazolin-3-on im Bereich von 9 Gew.-% bis 20 Gew.-%, bevorzugt im Bereich von 9 bis 15 Gew.-%, besonders bevorzugt im Bereich von 9 bis 10,5 Gew.-% zur Verfügung gestellt, die sich aufgrund des höheren l,2-Benzisothiazolin-3-ongehalts durch eine einfachere Dosierbarkeit, als die aktuell erhältlichen l,2-Benzisothiazolin-3-onzusammensetzungen, auszeichnen. Die Biozidzusammensetzungen zeichnen sich ferner durch eine vorteilhafte Viskosität sowie eine verbesserte Lager- und Farbstabilität aus.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden Biozidzusammensetzungen zur Verfügung gestellt, die gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Zusammensetzungen verbesserte Lagerstabilitäten aufweisen. Lagerstabil bedeutet dabei, dass die

erfindungsgemäßen Zusammensetzungen bei längerem Lagern nahezu keine Feststoffe abscheiden.

Im Rahmen der Erfindung wurde dabei gefunden, dass sich erfindungsgemäße Biozidzusammensetzungen mit einem Gehalt an l,2-Benzisothiazolin-3-on von 9 bis 20 Gew.-% erhalten lassen, die trotz des hohen Gehalts an l,2-Benzisothiazolin-3-on bei Raumtemperatur von bis zu etwa 19°C eine ausreichende Lagerstabilität aufweisen. Derartige Zusammensetzungen werden vorteilhafterweise saisonal eingesetzt oder in wärmeren Regionen verwendet, in denen die Lager- und Anwendungstemperaturen nicht unterhalb von 19°C liegen.

Ferner wurden im Rahmen der Erfindungen Biozidzusammensetzungen mit einem Gehalt an l,2-Benzisothiazolin-3-on von 9 bis 15 Gew.-% erhalten, die trotz des hohen Gehalts an l,2-Benzisothiazolin-3-on bei Raumtemperatur von bis zu etwa 10°C eine ausreichende Lagerstabilität aufweisen. Derartige Zusammensetzungen werden vorteilhafterweise saisonal eingesetzt oder in Regionen verwendet, in denen die Lager- und Anwendungstemperaturen nicht unterhalb von 10°C liegen.

Als besonders stabil haben sich im Rahmen der Erfindung Biozidzusammensetzungen mit einem Gehalt an l,2-Benzisothiazolin-3-on im Bereich von 9 bis 10,5 Gew.-% herausgestellt. Diese Zusammensetzungen zeichnen sich in vorteilhafter Weise dadurch aus, dass sie bei längerem Lagern nahezu keine Feststoffe abscheiden und auch bei anhaltenden Temperaturen von etwa 2 °C nicht auskristallisieren, oder sich verfestigen.

Als Komponente (a) enthält die erfindungsgemäße Biozidzusammensetzung 9 Gew.-% bis 20 Gew.-%, bevorzugt 9 bis 15 Gew.-%, besonders bevorzugt 9 bis 11,5 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt 9,5 bis 10,5 Gew.-% l,2-Benzisothiazolin-3-on, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Biozidzusammensetzung. Bei der Berechnung der Menge des 1 ,2-Benzisothiazolin-3-ons in der Biozidzusammensetzung wird die Menge des in der Zusammensetzung enthaltenen Alkalisierungsmittels, das zur Lösung des 1,2-Benzisothiazolin-3-ons verwendet wurde, nicht berücksichtigt. Als Komponente (a) wird daher nur das Biozid l,2-Benzisothiazolin-3-on berücksichtigt.

Als Komponente (b) enthält die erfindungsgemäße Biozidzusammensetzung ein in der Zusammensetzung gelöstes Alkalisierungsmittel, das 0,95 bis 1 ,05 Mol, bevorzugt 0,97 bis 1 ,03 Mol, besonders bevorzugt 0,98 bis 1 ,02 Mol Natrium- und Kaliumhydroxid, bezogen auf je ein Mol des als Komponente (a) enthaltenen l,2-Benzisothiazolin-3-ons, enthält. Die Komponente (b), das in der Zusammensetzung in gelöster Form enthaltene Gemisch aus Natrium- und Kaliumhydroxid, welche annähernd äquimolar zu der Komponente (a) in der Zusammensetzung enthalten ist, bewirkt, dass die Komponente (a), das 1,2-Benzisothiazolin-3-on, in der Zusammensetzung in Form seines gelösten Natrium- und Kaliumsalzes vorliegt. Durch die kombinierte Verwendung von Kalium- und Natriumhydroxid als Neutralisationsmittel innerhalb des beanspruchten Bereiches, an Stelle des in der U.S. Patentschrift U.S. 4,871,754 geforderten Lithiumhydroxids lassen sich gegenüber dem Stand der Technik deutlich preisgünstigere und ebenfalls stabile Biozidzusammensetzungen erhalten.

Als Komponente (c) enthält die erfmdungsgemäße Biozidzusammensetzung mehr als 60 Gew.-% Wasser, in dem die Komponenten (a) und (b) gelöst sind. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die erfindungsgemäße Biozidzusammensetzung dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Wassergehalt im Bereich von 70 Gew.-% bis 89 Gew.-%, bevorzugt einen Wassergehalt im Bereich von 81 Gew.-% bis 89 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Biozidzusammensetzung, aufweist. Als Wasser ist in der erfmdungsgemäßen Biozidzusammensetzung bevorzugt entionisiertes Wasser, beziehungsweise Weichwasser enthalten. Sollten die erfindungsgemäßen Biozidzusammensetzungen als Wasser auch nicht-entionisiertes Wasser enthalten, also auch Spuren von Ca- und Mg-Ionen, dann sollten in den Zusammensetzungen gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weiterhin dem Fachmann bekannte Komplexbildner enthalten sein.

Erfindungsgemäß ist die Biozidzusammensetzung dadurch gekennzeichnet, dass diese gemäß Merkmal (i) einen pH-Wert im Bereich von pH 9,5 bis pH 11,9, bevorzugt im Bereich von pH 10,0 bis pH 11,5 aufweist.

Erfmdungsgemäß ist die Biozidzusammensetzung ferner dadurch gekennzeichnet, dass gemäß Merkmal (ii) der molare Anteil an Natriumionen bezogen auf die in der

Zusammensetzung enthaltenen Natrium- und Kaliumionen im Bereich von 15 bis 45 Mol%, bevorzugt im Bereich von 20 bis 39 Mol% liegt.

Durch die kombinierte Verwendung von Kalium- und Natriumhydroxid als Neutralisationsmittel innerhalb des beanspruchten Bereiches sowie die molaren Anteile der Natrium- und Kaliumionen in der Zusammensetzung, (Merkmal (ii), lassen sich gegenüber dem Stand der Technik deutlich preisgünstigere und überraschend stabile Biozidzusammensetzungen erhalten.

Die erfmdungsgemäßen stabilen Biozidzusammensetzungen weisen eine Viskosität, gemessen nach Brookfield bei 20 °C mit Spindel 1 bei 30 U/min von kleiner 50 mPas, bevorzugt von kleiner 10 mPas auf.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung, enthält die erfindungsgemäße Biozidzusammensetzung ferner als Komponente (d) wenigstens ein 2-Mercaptopyridin-N-oxid bzw. dessen in der Zusammensetzung gelöstes Salz. Beispiele für Salze von 2-Mercaptopyridin-N-oxid sind Alkali-, Erdalkali- und Aminsalze und quartäre Ammoniumsalze, beispielsweise Na-, K-, Li-, Ca-, Mg-, Ammonium-, 2-Hydroxyethylammonium- und Triethylammonium-Salze und Gemische davon. Bevorzugt ist das Natriumsalz des 2-Mercaptopyridin-N-oxids. Komponente (d) ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform als Salz, beispielsweise als Natriumpyrithion, in der Zusammensetzung enthalten. In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Menge der Komponente (d) in der erfindungsgemäßen Zubereitung 1 bis 15 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 12 Gew.-%, bevorzugter 2,5 bis 10 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Biozidzusammensetzung.

Dem Fachmann ist bekannt^ dass die erfindungsgemäß vorgeschriebenen Komponenten (a), (b) und gegebenenfalls (d) miteinander reagieren können. Beispielsweise kann es zur Salzbildung des (a) 1 ,2-Benzisothiazolons und/oder (d) des 2-Mercaptopyridin-N-oxids mit (b) dem Alkalisierungsmittel kommen. Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend auch eine Zubereitung, die durch Mischen der Komponenten (a) bis (c) und gegebenenfalls (d) hergestellt ist.

Die erfindungsgemäßen Biozidzusammensetzungen enthalten, falls notwendig, neben den Komponenten (a), (b), (c) und gegebenenfalls (d) gegebenenfalls weitere Komponenten, wie Verdicker, Entschäumer und Dispergiermittel. Diese sind dem Fachmann bekannt und sind je nach Bedarf in entsprechender Menge in der Zusammensetzung enthalten.

Eine Zusammensetzung, enthaltend ausschließlich die Komponenten (a), (b), (c) und gegebenenfalls (d) in den angegebenen Gewichtsverhältnissen, ohne Vorliegen einer weiteren mikrobiziden Wirkkomponente, wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung als "erfindungsgemäße Biozidzusammensetzung" bezeichnet. Die "erfindungsgemäße Biozidzusammensetzung“ kann neben den Komponenten (a), (b), (c) und gegebenenfalls (d) in den angegebenen Gewichtsverhältnissen ein oder mehrere weitere Bestandteile aufweisen. Der oder die weiteren Bestandteile können dabei eine mikrobizide Wirkung aufweisen, oder sie können keine mikrobizide Wirkung aufweisen, also etwa ein Lösungsmittel, Dispergiermittel oder Suspensionsmittel sein.

In einer weiteren Ausführungsform besteht die "erfindungsgemäße Biozidzusammensetzung" aus den Komponenten (a), (b), (c) und gegebenenfalls (d) in den oben angegebenen Mengenverhältnissen (also der erfindungsgemäßen Biozidzusammensetzung). Dies bedeutet, dass die erfindungsgemäße Zusammensetzung ausschließlich die Komponenten (a), (b), (c) und gegebenenfalls (d) enthält.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung besteht die erfmdungsgemäße Biozidzusammensetzung "im Wesentlichen" aus den erfindungsgemäßen Komponenten (a), (b), (c) und gegebenenfalls (d) d.h., dass neben diesen wohl noch ein oder auch mehrere andere Biozide enthalten sein können, diese aber in einer solchen Menge vorliegen, in der kein Beitrag des jeweiligen von den Komponenten der erfindungsgemäßen mikrobiziden Wirkkomponenten verschiedenen Biozids zum Gesamteffekt der entstehenden Mischung vorliegt.

Gemäß einer bevorzugten Ausfuhrungsform der Erfindung ist die erfindungsgemäße Zusammensetzung im Wesentlichen frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), Glykolen, Derivaten von Glykolen, wie 1,2-Propandiol, Glyzerin und / oder Derivaten von Glycerin. "Im Wesentlichen frei" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Zusammensetzung 0 bis 5 Gew.-%, bevorzugt 0 bis 2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0 bis 0,5 Gew.-% flüchtige organische Verbindungen (VOC), Glykole, Derivate von Glykolen, Glyzerin und /, oder Derivate von Glycerin enthält. Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform Erfindung ist die erfindungsgemäße Zusammensetzung frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), Glykolen, Derivaten von Glykolen, Glyzerin und / oder Derivaten von Glycerin. Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform Erfindung ist die erfindungsgemäße Zusammensetzung dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung weniger als 1 Gew.-% 1,2-Propandiol enthält.

Die erfindungsgemäße Biozidzusammensetzung kann dadurch hergestellt werden, indem man das l,2-Benzisothiazolin-3-on, vorzugsweise in Form eines feuchten Filterkuchens unter Rühren bei einer Temperatur von etwa 20 bis 60 °C in Wasser suspendiert. Daraufhin wird Kaliumhydroxid und auch Natriumhydroxid in Form einer wässrigen Lösung zugegeben. Das erhaltene Gemisch wird bei einer Temperatur von etwa 20 bis 60 °C gerührt, bis sich der Feststoff aufgelöst hat. Die erhaltene Biozidzusammensetzung kann daran anschließend gegebenenfalls entweder warm oder nach dem Abkühlen auf Umgebungsbedingungen filtriert werden.

Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung der vorstehend definierten Biozidzusammensetzungen zur Konservierung von wasserhaltigen oder wasserverdünnbaren technischen oder Produkten vor Befall und/oder Zerstörung durch Mikroorganismen. Bevorzugt können mit den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen funktionelle Flüssigkeiten und wasserhaltige technische Produkte, die anfällig sind gegenüber mikrobiellem Befall, konserviert werden.

Die Verwendung der erfindungsgemäßen Biozidzusammensetzungen ist aufgrund des breiten Wirkspektrums des BIT besonders geeignet für die Konservierung von Reinigungs und Haushaltsprodukten, Kunststoffdispersionen, Farben, Putzen, Klebstoffen, Dichtungsmassen, Papierbeschichtungsmassen, Textil Weichmacher- und

Schlichtungsmitteln, Waschrohstoffen, Tensiden, Poliermitteln, Spinnbädem, Kühlschmierstoffen, Lederbehandlungsmitteln und Silikon- und Bitumenemulsionen. Besonders bevorzugt eignen sich die erfindungsgemäßen Biozidzusammensetzungen für die Konservierung von Kühlschmierstoffen, Reinigungs- und Haushaltsprodukten.

Die Anwendungskonzentrationen der erfindungsgemäß zu verwendenden Biozidzusammensetzung richten sich nach der Art und dem Vorkommen der zu bekämpfenden Mikroorganismen, der mikrobiellen Ausgangsbelastung sowie nach der Zusammensetzung des zu schützenden technischen Produkts bzw. Materials. Die optimale Einsatzmenge für eine bestimmte Anwendung kann vor dem Praxiseinsatz durch Testreihen im Labor ermittelt werden. Im Allgemeinen liegen die Anwendungskonzentrationen im Bereich von 0,01 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise von 0,05 bis 1,0 Gew.-% der erfindungsgemäßen Biozidzusammensetzung, bezogen auf das zu schützende technische Produkt, bzw. Material.

Die Erfindung betrifft daher gemäß einer Ausfuhrungsform auch ein wasserhaltiges technisches Produkt, ausgewählt aus Reinigungs- und Haushaltsprodukten, Kunststoffdispersionen, Farben, Putzen, Klebstoffen, Dichtungsmassen, Papierbeschichtungsmassen, Textilweichmacher- und Schlichtungsmitteln, Waschrohstoffen, Tensiden, Poliermitteln, Spinnbädem, Kühlschmierstoffen, Lederbehandlungsmitteln und Silikon- und Bitumenemulsionen, das die erfindungsgemäße Biozidzusammensetzung bevorzugt in einer Menge im Bereich von 0,01 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise von 0,05 bis 1,0 Gew.-%, bezogen auf das zu schützende technische Produkt, enthält.

Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Kontrollieren des Wachstums mindestens eines Mikroorganismus in einer wässrigen Flüssigkeit, umfassend den Schritt des Zugebens einer Biozidzusammensetzung, enthaltend die Komponenten:

(a) 9 Gew.-% bis 20 Gew.-% l,2-Benzisothiazolin-3-on,

(b) ein gelöstes Alkalisierungsmittel, enthaltend 0,95 bis 1,05 Mol Natrium- und

Kaliumhydroxid, bezogen auf je ein Mol des als Komponente (a) enthaltenen 1,2- Benzisothiazolin-3-ons, und

(c) mehr als 60 Gew.-% Wasser,

dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung:

(i) einen pH-Wert im Bereich von pH 9,5 bis pH 11 ,9 aufweist, und

(ii) der molare Anteil an Natriumionen bezogen auf die in der Zusammensetzung enthaltenen Natrium- und Kaliumionen im Bereich von 15 bis 45 Mol% liegt, zu einer wässrigen Flüssigkeit, so dass das Wachstum des wenigstens einen Mikroorganismus in der Flüssigkeit inhibiert, oder wenigstens gehemmt ist. Gemäß einer Ausfiihrungsform der Erfindung ist die wässrige Flüssigkeit ein Reinigungs- oder Haushaltsprodukt.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Biozidzusammensetzung die folgenden Komponenten, beziehungsweise besteht aus den folgenden Komponenten:

Formulierungsbeispiel 1 :

(a) 10 Gew.-% l,2-Benzisothiazolin-3-on,

(b) 2,68 Gew.-% Kaliumhydroxid,

(c) 0,75 Gew.-% ein Natriumhydroxid und

(d) 86,57 Gew.-% Wasser

Formulierungsbeispiel 2:

(a) 9,25 Gew.-% l,2-Benzisothiazolin-3-on,

(b) 2,48 Gew.-% Kaliumhydroxid,

(c) 0,70 Gew.-% ein Natriumhydroxid und

(d) 87,57 Gew.-% Wasser

Die folgenden Beispiele und Vergleichsbeispiele dienen zur weiteren Veranschaulichung der vorliegenden Erfindung.

Untersuchung der Lagerstabilität von Biozidzusammensetzungen:

Zur Untersuchung der Lagerstabilität von Biozidzusammensetzungen mit einem 1,2-Benzisothiazolin-3-ongehalt im Bereich von 9,5 bis 20 Gew.-%, wurden die in den nachfolgenden Tabellen charakterisierten Biozidzusammensetzungen hergestellt und über einen Zeitraum von 14 Tagen bei Raumtemperatur, 5°C, 2°C und 0°C (Tabelle 1) bzw. bei Raumtemperatur, 12°C, 10°C, 5°C, 2°C, 0°C, -2°C und -5°C (Tabelle 2) gelagert, wobei im Abstand von jeweils 7 Tagen 2 mal mit Kristallen der enthaltenen BIT-Salze angeimpft wurde.

Wie man den nachfolgend dargestellten Tabellen 1 und 2 entnehmen kann, lassen sich innerhalb des beanspruchten Bereichs, insbesondere durch die kombinierte Verwendung von Natron- und Kalilauge als Neutralisationsmittel, bei tieferen Temperaturen lagerstabile Zusammensetzungen des l,2-Benzisothiazolin-3-ons mit einem l,2-Benzisothiazolin-3-ongehalt von bis zu 20 Gew.-% erhalten.

Die Vergleichsbeispiele V6 und V7 wurden gemäß den Beispielen 8 und 9 der US2015/0126479A1 hergestellt. Dabei enthielt Vergleichsbeispiel V6(’) 2,4 Gew.-%

Tetranatrium-N,N-bis(carboxylatomethyl)-L-glutamat und Vergleichsbeispiel V7( ) 0,25 Gew.-% Tetranatrium-N,N-bis(carboxylatomethyl)-L-glutamat. Wie aus den in der Tabelle 1 dargestellten Ergebnissen hervorgeht, lassen sich entgegen der Lehre von US 2015/0126479A1 keine stabilen BIT-Konzentrate erhalten.

Tabelle 1:


BIT: l,2-Benzisothiazolin-3-on, Die Proben 1 ?is 4 enthielten jeweils ad. 100 Gew.-% Wasser. Als BIT Quelle wurde ein wasserfeuchter Filterkuchen verwendet (85%ig).

"0 = minimale Kristallbildung; = stark kristallisiert; "+" = klar gelöst, ohne Kristalle

Tabelle 2:


BIT: l,2-Benzisothiazolin-3-on, Die Proben 1 bis 4 enthielten jeweils ad. 100 Gew.-% Wasser. Als BG Quelle wurde ein wasserfeuchter

Filterkuchen verwendet (85%ig). "0 = minimale Kristallbildung; = stark kristallisiert; "+" = klar gelöst, ohne Kristalle