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1. WO2020104278 - FAHRZEUG MIT EINER BODENHEIZVORRICHTUNG

Anmerkung: Text basiert auf automatischer optischer Zeichenerkennung (OCR). Verwenden Sie bitte aus rechtlichen Gründen die PDF-Version.

[ DE ]

Beschreibung

FAHRZEUG MIT EINER BODENHEIZVORRICHTUNG

Technisches Gebiet

[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fahrzeug mit einem Wagenkasten und einem Innenraum zum Transport von Fahrgästen. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb eines solchen Fahrzeugs.

Vorbekannter Stand der Technik

[0002] Allgemein sind Fahrzeuge zum Transport von Fahrgästen bekannt, beispielsweise ausgebildet als Fahrzeug des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere als Straßenbahn, U-Bahn, S-Bahn, Omnibus, etc. Dabei werden die Innenräume solcher Fahrzeuge aufwendig klimatisiert, sodass der Komfort für Fahrgäste optimiert wird.

[0003] Weiterhin umfassen genannte Fahrzeuge zahlreiche Einrichtungen, welche während des Betriebs Wärme produzieren. Diesbezüglich ist es notwendig, ein geregeltes Abführen dieser Wärme zu ermöglichen, um die Einrichtungen vor Überhitzung zu schützen.

[0004] Die deutsche Offenlegungsschrift DE 10 2010 056 208 Al offenbart ein Verfahren zum Beheizen eines Innenraumes eines Fahrzeugs, wobei das Kraftfahrzeug eine Brennstoffzelle, eine Klimamessvorrichtung, durch welche eine Messung eines Klimaparameters des Innenraums des Kraftfahrzeugs erfolgt, und eine Wärmeübertragungsvorrichtung zur Übertragung von Wärme aufweist. Dabei wird erreicht, dass durch eine Regelung der Wärmegenerierung der Brennstoffzelle in Abhängigkeit von dem Klimaparameter eine Beheizung des Innenraums erfolgen kann.

Nachteile des Stands der Technik

[0005] Die bisher bekannten technischen Lösungen und Ausführungsformen sind jedoch entweder sehr komplex aufgebaut, gestatten keine effiziente Energienutzung bzw. -abfuhr und/oder weisen ergonomische Unzulänglichkeiten auf.

Problemstellung

[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Fahrzeug bereitzustellen, das in effizienter Weise eingesetzte Energie nutzt und gleichzeitig die Nachteile des Stands der Technik zu verhindern oder zumindest zu mindern vermag.

Erfindungsgemäße Lösung

[0007] Die obige Aufgabe wird durch ein Fahrzeug nach Anspruch 1 und/oder durch ein Verfahren nach Anspruch 13 gelöst. Weitere Ausführungsformen der genannten Gegenstände ergeben sich aus den abhängigen Unteransprüchen und/oder zusätzlich diskutierten Ausführungsformen.

[0008] Gemäß einer Ausführungsform weist das Fahrzeug einen Wagenkasten mit einem Innenraum auf, das fahrbar auf einem Untergrund, zum Beispiel mittels einzelner Räder oder Drehgestelle, abgestützt ist. Weiterhin ist ein Innenraum mit einem Boden vorgesehen, worin Fahrgäste sitzend und/oder stehend aufgenommen werden können. Ein solches Fahrzeug kann ein Fahrzeug des öffentlichen Personenverkehrs, also zum Beispiel ein Bus, eine Straßenbahn, eine S-Bahn, eine U-Bahn, ein Nahverkehrszug oder ein Schnellzug sein.

[0009] Weiterhin umfasst das Fahrzeug mindestens eine Wärme-produzierende Komponente. Insbesondere weist das Fahrzeug einen Fahrmotor, insbesondere einen elektrischen Fahrmotor, einen elektrischen Energiespeicher, eine Ladeeinrichtung dafür, leistungselektronische Einrichtungen, insbesondere für den Fahrmotor, einen Bordnetzumrichter zum Bereitstellen einer bestimmten Bordnetzspannung, einen Bremswiderstand zum Abführen von überschüssiger elektrischer Energie und/oder einen Kompressor zum Bereitstellen eines unter Druck stehenden Arbeitsmediums auf. Solche Komponenten haben gemeinsam, einen gewissen Anteil von aufgenommener Primärenergie in abzuführende Wärmeenergie - im Folgenden als Abwärme bezeichnet -umzuwandeln. Gemäß einer Ausgestaltung wird die Komponente mittels einer Flüssigkeit gekühlt.

[0010] Zudem ist das Fahrzeug mit einer Wärmeabgabevorrichtung zum gezielten Abführen von Wärme an eine Fahrzeugumgebung versehen. Diese

Wärmeabgabevorrichtung ist über einen Abwärmekreislauf mit der Komponente verbunden, sodass Abwärme von der Komponente über den Abwärmekreis zur

Wärmeabgabevorrichtung transportiert und dort an die Umgebung abgegeben werden kann.

[0011] Zusätzlich ist im Bereich des Bodens des Fahrzeug eine Bodenheizvorrichtung zum Beheizen des Bodens vorgesehen. Sie kann unter anderem mit einem Heizkreis verbunden sein, welcher dazu ausgebildet ist, Wärme von einer Wärme-erzeugenden Komponente, insbesondere Abwärme von einer der oben genannten Komponenten, in die Bodenheizvorrichtung zu transportieren. Dadurch kann der Boden des Fahrzeugs, insbesondere die Oberfläche des Bodens, erwärmt werden.

[0012] Alternativ oder zusätzlich ist denkbar, dass die Bodenheizvorrichtung eine selbstständige Heizeinrichtung aufweist, welche unabhängig von der Komponente Wärme zum Heizen des Bodens zur Verfügung stellen kann.

[0013] Weiterhin weist das Fahrzeug eine Einstelleinrichtung zum Einstellen einer Heizleistung der Bodenheizvorrichtung auf. Insbesondere ist die Einstelleinrichtung dazu ausgebildet, den Wärmetransport von der Komponente zur Bodenheizvorrichtung und/oder zur Wärmeabgabevorrichtung einstellen zu können.

[0014] Grundsätzlich weißt das Fahrzeug eine Feuchtedetektionseinrichtung zum Bestimmen einer Feuchtigkeit des Bodens auf. Dabei kann die Feuchtedetektionseinrichtung mit Elementen im Fahrzeug ausgestattet und/oder verbunden sein, sodass durch die Feuchtedetektionseinrichtung ein Signal erzeugt werden kann, das den Grad der Feuchtigkeit des Bodens und/oder das Vorhandensein von Wasser auf dem Boden repräsentiert. Dabei kann das Signal binär ausgebildet sein, sodass eine erste Ausprägung des Signals einen feuchten und/oder nassen Boden und eine zweite Ausprägung einen trockenen und/oder minder feuchten Boden repräsentiert.

[0015] Gemäß einer spezifischen Ausprägung der Feuchtedetektionseinrichtung kann der Grad einer Feuchtigkeit des Bodens zumindest in diskreten Stufen quantifizierbar sein und durch das Signal entsprechend repräsentiert werden.

[0016] Zudem ist die Steuervorrichtung zum Ansteuern der Einstelleinrichtung und zum Empfang von Daten von der Feuchtedetektionseinrichtung mit selbigen Einrichtungen verbunden. Weiterhin ist die Steuervorrichtung so ausgestaltet, dass diese mindestens aus dem empfangenen Signal der Feuchtedetektionseinrichtung ein Trocknungskriterium ableiten kann. Das Trocknungskriterium repräsentiert dabei, ob der Grad an Feuchtigkeit des Bodens akzeptabel ist, oder ob Maßnahmen gegen die Feuchtigkeit zu ergreifen sind. Gemäß einer Ausführungsform kann das Trocknungskriterium zwei Zustände einnehmen (positives und negatives Trocknungskriterium), wobei beim Vorliegen eines negativen Trocknungskriteriums der Feuchtigkeitsgrad des Bodens akzeptabel ist, und keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen. Flingegen steht ein positives Trocknungskriterium dafür, dass der Boden zu nass ist, und folglich Gegenmaßnahmen, insbesondere Trocknungsmaßnahmen, ergriffen werden müssen.

[0017] Entsprechend sind die Steuervorrichtung und die Einstelleinrichtung so ausgebildet, dass die Bodenheizvorrichtung aktiviert wird, wenn das positive Trocknungskriterium vorliegt. Insbesondere sind Steuervorrichtung und die Einstelleinrichtung derart konfiguriert und verbunden, sodass beim Vorliegen eines definierten, insbesondere positiven, Trocknungskriteriums ein Wärmetransport von der Komponente zur Bodenheizvorrichtung ausgeführt wird.

[0018] Mit einem solchen Fahrzeug wird erstmalig eine erhebliche Steigerung von Komfort und Sicherheit von Fahrgästen erreicht, indem der Boden des Fahrzeugs nach Bedarf, insbesondere automatisch, durch Aktivierung der Bodenheizvorrichtung getrocknet werden kann. Wenn also festgestellt wird, dass die Feuchtigkeit des Bodens ein akzeptables Grenzmaß überschreitet - beispielsweise wenn ansonsten der Boden zu rutschig werden bzw. ein entsprechender Haftreibungskoeffizient unter einen gewissen Grenzwert fallen sollte - wird der Boden erwärmt, sodass unerwünschte Feuchtigkeit/Nässe des Bodens verdampft und in den Innenraum abgegeben wird. So wird effektiv verhindert, dass sich Nässe, Eis und/oder Schnee im Innenraum ansammelt. Dies führt zu einer erheblichen Reduktion einer Rutsch- und Sturzgefahr für Fahrgäste.

[0019] Gemäß einer besonderen Ausführungsform ist das Fahrzeug ein sogenanntes elektrisch betriebenes Multisystemfahrzeug, wobei dieses über eine externe Stromversorgung und eine unabhängige interne Stromversorgung verfügt. Die externe Stromversorgung kann dabei mithilfe eines Stromabnehmers über eine Oberleitung oder eine Stromschiene erfolgen. Die interne Stromversorgung kann dabei durch elektrische Energiespeicher, zum Beispiel eine Batterie oder geeignete Kondensatoren, und durch eine Ladeeinrichtung dafür realisiert werden. Ein solches Multifunktionsfahrzeug kann sowohl unabhängig auf einer Nicht-elektrifiziert Strecke und auf einer elektrifizierten Strecke betrieben werden.

[0020] Gemäß einer Ausgestaltungsform umfasst die Feuchtedetektionseinrichtung mindestens einen Feuchtesensor zum Detektieren von Feuchtigkeit des Bodens. Beispielsweise kann ein solcher Feuchtesensor mittels Widerstandsmessung Rückschlüsse auf den Feuchtegrad des Bodens ermöglichen. Dabei ist denkbar, mehrere Stellen des Fahrzeugbodens, insbesondere in einem Türbereich des Fahrzeugs, auf Vorhandensein von Feuchtigkeit zu überprüfen.

[0021] Zusätzliche oder alternativ dazu kann die Feuchtedetektionseinrichtung bzw. das Fahrzeug einen Regensensor zum Detektieren von Regen in der Fahrzeugumgebung aufweisen. Denn schon allein die Kenntnis, ob es in der unmittelbaren Fahrzeugumgebung regnet oder nicht, lässt, insbesondere bei Fahrzeugen mit hoher Anhalte- und Passagierwechselfrequenz, eine Bestimmung eines Trocknungskriteriums zu.

[0022] Möglicherweise könnte sinnvoll sein, in diesem Zusammenhang die Anzahl von einsteigenden Fahrgästen zu bestimmen oder abzuschätzen. Die Bestimmung des Trocknungskriteriums könnte dann wie folgt ablaufen: Sobald es an einer Haltestelle eines Fahrzeugs über ein gewisses Grenzmaß hinaus regnet, und eine gewisse Grenzanzahl von zu steigenden Fahrgästen überschritten wird, so würde das Trocknungskriterium derart bestimmt werden können, dass der Boden zu trocknen wäre (positives Trocknungskriterium liegt vor).

[0023] In Erweiterung des Grundprinzips wird vorgeschlagen, die Feuchtedetektionseinrichtung mit externen Datenquellen zum Wetterzustand der Fahrzeugumgebung zur verbinden zu können. Beispielsweise kann mittels Daten eines Regenradars, analog zum Regensensor, festgestellt bzw. abgeschätzt werden, ob es in unmittelbarer Fahrzeugumgebung regnet.

[0024] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Fahrzeug eine erste Luftfeuchtigkeitsmesseinrichtung zum Messen einer Luftfeuchtigkeit im Innenraum und/oder eine erste Temperaturmesseinrichtung zum Messen einer Innentemperatur aufweisen. Diese Messeinrichtungen können der Feuchtedetektionseinrichtung derart zugeordnet werden, sodass auf Basis dieser Daten auch ein Rückschluss über den Feuchtigkeitszustand des Bodens gezogen werden kann. Insbesondere könnten Messergebnisse über Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Innenraum in Kombination mit obig beschriebener Sensorik und/oder Daten präzise Aussagen über den

Feuchtigkeitszustand des Bodens zu lassen, sodass das Trocknungskriterium präzise bestimmt werden kann.

[0025] Messdaten über Temperatur und/oder Feuchtigkeit im Innenraum können besonders vorteilhaft verwendet werden, wenn das Fahrzeug über eine Klimatisierungsvorrichtung zum Manipulieren der Innentemperatur und/oder der Feuchtigkeit im Innenraum verfügt. Insbesondere kann die Steuervorrichtung derart mit der Klimatisierungsvorrichtung verbunden sein, sodass die Klimatisierungsvorrichtung Maßnahmen zur Trocknung der Luft im Innenraum ausführt, wenn die Luftfeuchtigkeit einen gewissen Grenzwert überschreitet. Dieser Grenzwert kann wiederum von der Temperatur im Innenraum abhängig sein.

[0026] Dies bewirkt, dass zum einen der Boden des Innenraums mittels der Bodenheizvorrichtung getrocknet werden kann, wenn ein positives Trocknungskriterium vorliegt, d. h., wenn der Boden zu nass ist. Die dann in den Innenraum verdunstende Feuchtigkeit wird wiederum mittels der Klimatisierungsvorrichtung in die Umgebung abgeführt. Auf diese Weise wird erreicht, dass der Boden gezielt getrocknet werden kann, jedoch ein Ansteigen der Luftfeuchtigkeit im Innenraum effektiv vermieden wird. Auf diese Weise wird der Komfort für Fahrgäste im Innenraum bei Erhöhung der Verkehrssicherheit sichergestellt.

[0027] Weiterhin ist denkbar, eine zweite Luftfeuchtigkeitsmesseinrichtung zum Messen einer Luftfeuchtigkeit der Fahrzeugumgebung und/oder eine zweite Temperaturmesseinrichtung zum Messen einer Umgebungstemperatur vorzusehen.

[0028] Alle oder ein Teil der genannten Messeinrichtungen sind mit der Steuervorrichtung des Fahrzeugs mindestens zum Datenaustausch bzw. zum Übertragen von Daten an die Steuervorrichtung verbunden.

[0029] Weiterhin umfasst das Fahrzeug ein Arbeitsmedium zum Transport der Wärme der Komponente in den Heizkreis und/oder in den Abwärmekreis. Das Arbeitsmedium kann dabei zumindest während eines Wärmeübergangs von der Komponente in das Arbeitsmedium eine Flüssigkeit sein.

[0030] Die Begriffe „Heizkreis" und „Abwärmekreis" müssen im Kontext dieser Erfindung nicht zwingend als für sich gesehene geschlossene Kreisläufe interpretiert werden, sondern können auch für funktionale Abschnitte eines Fluidkreislaufs stehen. Wird beispielsweise Wärme von der Komponente zur Bodenheizvorrichtung transportiert, so zirkuliert das Arbeitsmedium in einem, vorzugsweise geschlossenen, Kreislauf zwischen einem Komponentenwärmetauscher der Komponente und einem Wärmetauscher der Bodenheizvorrichtung. Alternativ formuliert, so zirkuliert das Arbeitsmedium in diesem Fall zwischen dem Heizkreis und der Komponente. Wird die Wärme der Komponente zur Wärmeabgabevorrichtung transportiert, so zirkuliert das Arbeitsmedium zwischen der Komponente und dem Abwärmekreis.

[0031] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Fluidkreislauf mit einem Phasenübergang des Arbeitsmediums vorgesehen, wobei der Heizkreis und/oder der Abwärmekreis zumindest Teil des Fluidkreislaufs ist/sind. Insbesondere ist/sind Heizkreis und/oder Abwärmekreis als Fluidkreis mit einem Phasenübergang des Arbeitsmediums ausgebildet. Entsprechend können mindestens eine Verflüssigungseinrichtung und eine Vergasereinrichtung im Heizkreis und/oder im Abwärmekreis und/oder an geeigneter Stelle in einem beteiligten Fluid(teil)kreislauf vorgesehen sein. Auf diese Weise kann der Wärmetransport optimiert werden, sodass beispielsweise die Komponente stärker gekühlt wird, eine höhere Heizleistung für die Bodenheizvorrichtung und/oder mehr Wärme über die Wärmeabgabevorrichtung abgegeben werden kann.

[0032] Nach einer Ausführungsform kann die Einstelleinrichtung mindestens einen Fluidmanipulator, insbesondere jedoch mindestens zwei Fluidmanipulatoren umfassen. Mit diesen kann beeinflusst werden, ob das Arbeitsmedium zwischen Heizkreis und Komponente und/oder zwischen Abwärmekreis und Komponente zirkuliert.

[0033] Gemäß einer spezifischen Ausführungsform, ist die Einstelleinrichtung derart mit Fluidmanipulatoren ausgestattet, sodass unterschiedliche Betriebszustände für Heizkreis und/oder Abwärmekreis dargestellt werden können.

[0034] Gemäß einem ersten Betriebszustand zirkuliert das Arbeitsmedium ausschließlich zwischen der Komponente und dem Heizkreis, sodass Abwärme der Komponente ausschließlich über den Heizkreis und die Bodenheizvorrichtung abgeführt wird.

[0035] Gemäß einem zweiten Betriebszustand wird der Heizkreis von der Wärmezufuhr abgekoppelt. Das Arbeitsmedium zirkuliert somit ausschließlich zwischen der Komponente und dem Abwärmekreis.

[0036] Befindet sich das System im ersten oder zweiten Betriebszustand sind Heizkreis und Abwärmekreis mindestens stofflich voneinander getrennt, sodass im ersten Betriebszustand der Abwärmekreis, und im zweiten Betriebszustand der Heizkreis deaktiviert ist.

[0037] Gemäß einer Ausführungsform kann die Einstelleinrichtung den Fluidmanipulator derart ansteuern, sodass gemäß einem dritten Betriebszustand der Heizkreis und der Abwärmekreis parallel betrieben werden. Das durch einen Komponentenwärmetauscher der Komponente strömende Arbeitsmedium wird folglich durch einen Fluidmanipulator je nach Bedarf in den Heizkreis und/oder in den Abwärmekreis gespeist, wobei das Arbeitsmedium nach der Bodenheizvorrichtung bzw. der Wärmeabgabevorrichtung wieder zusammengeführt wird. Der dritte Betriebszustand zeigt sich besonders dann als vorteilhaft, wenn die Komponente mehr Abwärme zur Verfügung stellt, als die Bodenheizvorrichtung oder die Wärmeabgabevorrichtung alleine abnehmen kann.

[0038] Weiterhin kann die Einstelleinrichtung gemäß einem weiteren zusätzlichen oder alternativen Ausführungsbeispiel derart ausgebildet sein, dass Bodenheizvorrichtung und Wärmeabgabevorrichtung seriell durch das Arbeitsmedium beaufschlagt werden. Bei diesem vierten Betriebszustand sind Fluidmanipulatoren derart vorgesehen, sodass Heizkreis und Abwärmekreis zumindest teilweise in Reihe geschaltet sind.

[0039] Gemäß einer optionalen Ausgestaltung einer oder mehrerer der oben beschriebenen Ausführungsformen für unterschiedliche Betriebszustände erfährt das Arbeitsmedium an geeigneter Stelle einen Phasenwechsel von flüssig zu gasförmig und zurück. Insbesondere ist denkbar, dass das Arbeitsmedium nach der Verflüssigungseinrichtung eine Temperatur von 40 °C bis 50 °C aufweist.

[0040] Indem das Arbeitsmedium beim Betrieb gemäß viertem Betriebszustand zusätzlich mit einem Phasenwechsel gehandhabt wird, kann die serielle Konfiguration von Heizkreis und Abwärmekreis zu einer weiteren Verbesserung der Gesamtwirkung führen. Insbesondere ist dabei eine Verflüssigungseinrichtung strömungstechnisch vor der Bodenheizvorrichtung vorzusehen, sodass die von der Kompression und Verflüssigung zusätzlich dem Arbeitsmedium hinzugefügte Energie über die Bodenheizvorrichtung in Form von Trocknungswärme in den Innenraum abgegeben werden kann. Strömungstechnisch der Bodenheizvorrichtung nachgeschaltet und der

Wärmeabgabevorrichtung vorgeschaltet wäre eine Vergasereinrichtung anzusiedeln. Auf diese Weise würde die Kondensation des Arbeitsmediums zumindest teilweise innerhalb der Wärmeabgabevorrichtung stattfinden, sodass diese im vierten Betriebszustand Wärmeenergie aus der Fahrzeugumgebung aufnehmen würde. In einem solchen vierten Betriebszustand fungiert die Wärmeabgabevorrichtung als Wärmeaufnahmevorrichtung. Nachdem das Arbeitsmedium diese Wärmeaufnahmevorrichtung passiert hat, wird es vorgewärmt zur Komponente zurückgeführt und dort durch den Komponentenwärmetauscher weiter aufgewärmt.

[0041] Weiterhin wird ein Verfahren zum Betrieb eines Fahrzeugs nach einem der vorangestellten Ausführungsformen offenbart, welches mindestens die folgenden Schritte vorsieht:

[0042] Mithilfe der Feuchtedetektionseinrichtung wird die Feuchtigkeit, insbesondere der Grad einer Feuchtigkeit, des Bodens im Fahrzeuginnenraum bestimmt. Dies kann auch bedeuten, dass der Grad einer Feuchtigkeit des Bodens anhand von indirekten Daten abgeschätzt wird, zum Beispiel indem überprüft wird, ob es in der Umgebung des Fahrzeugs regnet und eine gewisse Anzahl von Fahrgästen (z.B. mit nassen Schuhen) zugestiegen sind.

[0043] Zumindest teilweise abhängig von der detektierten Feuchtigkeit des Bodens, oder in Abhängigkeit von einem Signal der Feuchtedetektionseinrichtung, wird das Trocknungskriterium bzw. ein Zustand des Trocknungskriteriums bestimmt. Beim Vorliegen eines positiven Trocknungskriteriums wird die Einstelleinrichtung, insbesondere mindestens ein Fluidmanipulator der Einstelleinrichtung, durch die Steuervorrichtung derart angesteuert, sodass ein Wärmetransport von der Komponente zur Bodenheizvorrichtung stattfindet. Gegebenenfalls wird im Vorfeld überprüft, ob die Komponente sich in einem Betriebszustand befindet, in welchem überschüssige Wärme abzuführen ist.

[0044] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird offenbart, dass die Klimatisierungsvorrichtung, insbesondere während eines Betriebs der Bodenheizvorrichtung, derart angesteuert wird, sodass die Luftfeuchtigkeit in dem Innenraum des Fahrzeugs einen bestimmten Schwellwert nicht überschreitet. Insbesondere kann der Schwellwert auch von der Luftfeuchtigkeit und/oder der Temperatur der Umgebung, und/oder von der Temperatur im Innenraum abhängen.

[0045] Die voranstehenden beschriebenen Ausführungsformen können beliebig, jedoch insbesondere aus Sicht des Fachmanns in sinnhafter Weise miteinander kombiniert werden; beispielsweise ist denkbar, dass das Fahrzeug mehrere Wärme-abgebende Komponenten aufweist, welche im Zusammenhang mit einer oder mehreren der voranstehenden Ausführungsformen Abwärme in das entsprechende System bzw. in den Fluidkreislauf abgeben. Je nach Bedarf können diese Komponenten oder deren Wärmetauscher sinnvoll zusammengefasst, seriell und/oder parallel angeordnet werden.

Kurzbeschreibung der Figuren

[0046] Die beiliegende Zeichnung veranschaulicht eine Ausführungsform und dient zusammen mit der Beschreibung der Erläuterung der Prinzipien der Erfindung. Die Elemente der Zeichnung sind relativ zueinander und nicht notwendigerweise maßstabsgetreu.

[0047] Fig. 1 zeigt ein Fahrzeug gemäß einer exemplarischen Ausführungsform.

Ausführungsbeispiele

[0048] Mithilfe der Fig. 1 wird eine exemplarische Ausgestaltung eines Ausführungsbeispiels eines Fahrzeugs 1 wiedergegeben. Das Fahrzeug 1 ist hierbei als eine auf Schienen 5 geführte Straßenbahn mit einem Stromabnehmer 7 ausgebildet. Mittels des Stromabnehmers 7 wird eine Versorgung von elektrischen Komponenten, insbesondere eines Fahrmotor 13, eines elektrischen Energiespeichers 11, einer Ladeeinrichtung 15 und von leistungselektronische Einrichtungen 12 mit elektrischer Energie sichergestellt, wobei dafür möglicherweise notwendige Stromleitungen, weitere Steuer- und Schaltungselemente hier nicht dargestellt sind.

[0049] Ein Wagenkasten 3 des Fahrzeugs 1 bildet einen Innenraum 4 mit einem Boden 6, wobei der Innenraum 4 zum stehenden und/oder sitzenden Transport von Fahrgästen ausgebildet ist, und weiterhin eine nicht dargestellte Türvorrichtung zum Ein- und Aussteigen und/oder eine Fahrerkabine aufweisen kann.

[0050] Im Boden 6 oder in unmittelbarer Umgebung dazu ist eine Bodenheizvorrichtung 20 verbaut, die eine Trocknungswärme Q2 über die Oberfläche des Bodens 6 in den Innenraum 4 abgeben kann. Dazu kann die Bodenheizvorrichtung 20 zumindest in Teilen einen Heizkreis 21 aufweisen, der zum Wärmetransport mit einer

Wärmetauschvorrichtung 10 der elektrischen Komponente strömungstechnisch verbunden ist.

[0051] In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die spezielle Darstellung einer Wärmetauschvorrichtung 10 einer elektrischen Komponente nicht limitieren zu verstehen ist. Vielmehr repräsentiert die Wärmetauschvorrichtung 10 gegebenenfalls auch einen parallelen und/oder seriellen Zusammenschluss mehrerer einzelner Wärmetauscher beispielsweise des Fahrmotors 13, des elektrischen Energiespeichers 11, der Ladeeinrichtung 15, der leistungselektronische Einrichtungen 12 und/oder eines Bremswiderstands 14.

[0052] Diese elektrischen Komponenten und die Wärmetauschvorrichtung 10 können derart ausgebildet und angeordnet sein, sodass eine Abwärme Ql der elektrischen Komponente auf ein Arbeitsmedium der Wärmetauschvorrichtung 10 übertragbar ist.

[0053] Im gezeigten Ausführungsbeispiel kann die Wärmetauschvorrichtung 10 mittels geeigneter Leitungen und Fluidmanipulatoren 24 und 25 in Reihe mit dem Heizkreis 21 verbunden werden.

[0054] Zudem ist die Wärmetauschvorrichtung 10 mittels geeigneter Leitungen und Fluidmanipulatoren 24 und 25 seriell mit einer Wärmeabgabevorrichtung 22 verbindbar.

[0055] Die Fluidmanipulatoren 24 und 25 sind Teil einer Einstelleinrichtung zum Einstellen der Bodenheizvorrichtung 20 und können als Dreiwegeventile ausgebildet sein, die einen Volumenstrom des Arbeitsmediums je nach Bedarf auf unterschiedliche Leitungen verteilen können.

[0056] Im vorliegenden Beispiel sind eine Verflüssigungseinrichtung 26 und eine Vergasereinrichtung 27 wirksam im Fluidkreislauf vorgesehen, sodass - bei Auswahl eines geeigneten Arbeitsmediums - ein zweiphasiger Arbeitsbetrieb des Arbeitsmediums ermöglicht wird. Unabhängig davon ist dieses Ausführungsbeispiel nicht einschränkend zu verstehen. Insbesondere können die Vergasereinrichtung 27 und die Verflüssigungseinrichtung 26 weggelassen werden, wobei der entsprechende Fluidkreislauf in analoger Weise, jedoch ohne vorteilhafte Energieaufnahme und Übertragungscharakteristika eines zweiphasigen Betriebs arbeitet.

[0057] Weiterhin umfasst das Fahrzeug 1 eine Steuervorrichtung 30 die mindestens zum Datenempfang mit einer Feuchtedetektionseinrichtung 31 des Bodens 6, mit einer ersten Luftfeuchtigkeitsmesseinrichtung 32 und einer ersten Temperaturmesseinrichtung 33 des Innenraums 4, mit einer zweiten Luftfeuchtigkeitsmesseinrichtung 34 und einer zweiten Temperaturmesseinrichtung 35 für die Fahrzeugumgebung 2 und mit einem Regensensor 36 des Wagenkastens 3 verbunden ist. Weiterhin kann die Steuervorrichtung 30 mit Mitteln zum Empfang von externen Daten, insbesondere von Wetterdaten, zum Beispiel aus dem Internet, ausgestattet sein. Die Verbindung der Steuervorrichtung 30 mit genannter Sensorik ist nicht einschränkend zu verstehen, sondern solche Verbindungen sind je nach Ausführungsbeispiel bzw. Betriebszustand sinnvoll vorzusehen.

[0058] Die Steuervorrichtung 30 ist in geeigneter Weise über nicht dargestellte Verbindung zum Ansteuern mit Fluidmanipulatoren 24, 25, der Verflüssigungseinrichtung 26, mit einer nicht dargestellte Pumpe des Fluidkreislaufs, mit einem Temperatursensor der Wärmetauschvorrichtung 10 etc. verbunden.

[0059] Im Folgenden werden Aspekte unterschiedlicher Betriebszustände, Ausführungsformen und Verfahrensschritte anhand des konkreten Beispiels gemäß Fig. 1 beschrieben:

[0060] Nachdem das Arbeitsmedium in der Wärmetauschvorrichtung 10 mit einer Abwärme Ql der Wärme-abgebenden Komponenten beaufschlagt wurde, wird es - je nach Betriebszustand - in den entsprechenden Fluidkreislauf weitergeleitet. Dazu kann eine Pumpe vorgesehen sein.

[0061] Gemäß einer Ausführungsform mit einem ersten Betriebszustand ist der Fluidmanipulator 24 der Einstelleinrichtung so geschaltet, dass das gesamte Arbeitsmedium der Verflüssigungseinrichtung 26 zugeführt wird. Das danach flüssige und durch die Verflüssigung zusätzlich erwärmte Arbeitsmedium durchläuft dann den Heizkreis 21 und gibt in einem Wärmetauscher des Heizkreises 21 die Trocknungswärme Q2 an den Boden 6 ab und erwärmt diesen. Dies hat zur Folge, dass Flüssigkeit des Bodens 6 in den Innenraum 4 verdampft. Nach dem Heizkreis 21 durchläuft das flüssige Arbeitsmedium die Vergasereinrichtung 27 und wird über einen geeignet geschalteten Fluidmanipulator 25 (und über einen Rücklaufknoten 29) in die Wärmetauschvorrichtung 10 der Komponente zurückgefördert. Die Vergasereinrichtung 27 bewirkt eine Abkühlung des Arbeitsmediums, sodass in der Wärmetauschvorrichtung 10 ein erhöhtes Temperaturgefälle zwischen dem Arbeitsmedium und der Abwärme Ql abgebende Komponente vorherrscht.

[0062] In einem zweiten Betriebszustand wird das gesamte Arbeitsmedium durch entsprechende Stellung des Fluidmanipulator 24 in den Abwärmekreis 23 der

Wärmeabgabevorrichtung 22 des Fahrzeugs 1 und von daraus zurück in die

Wärmetauschvorrichtung 10 geleitet. Der Heizkreis 21 ist somit isoliert und abgekoppelt. So könnte die Abwärme Ql der Komponente in Form von durch die

Wärmeabgabevorrichtung 22 abgegebene Wärme Q3 in die Fahrzeugumgebung 2 abgeführt werden.

[0063] Bezüglich des zweiten Betriebszustands ist denkbar, jedoch in Fig. 1 nicht dargestellt, eine Verflüssigungseinrichtung und eine Vergasereinrichtung sinnvoll in den Fluidkreislauf und/oder in den Abwärmekreis einzubringen, sodass auch im reinen Kühlbetrieb mit der Wärmeabgabevorrichtung 22 ein zweiphasiger Betrieb ermöglicht wird.

[0064] Gemäß einem dritten Betriebszustand wird der Heizkreis 21 der Bodenheizvorrichtung 20 und der Abwärmekreis 23 der Wärmeabgabevorrichtung 22 parallel zur Wärmetauschvorrichtung 10 betrieben. Eine geeignete Einstellung des ersten Fluidmanipulators 24, und gegebenenfalls auch des zweiten Fluidmanipulators 25, führt dazu, dass ein Teil des Arbeitsmediums durch den Heizkreis 21, ein anderer Teil des Arbeitsmediums durch den Abwärmekreis 23 strömt. Nach der Bodenheizvorrichtung 20 und der Wärmeabgabevorrichtung 22 können beide Kreise im Rücklaufknoten 29 zusammengeführt werden, worauf das gesamte, zusammengeführte Arbeitsmedium wieder der Wärmetauschvorrichtung 10 zugeführt wird.

[0065] Der dritte Betriebszustand ermöglicht, dass je nach Menge der verfügbaren Abwärme Ql, je nach Heiz- und/oder Trocknungsbedarf des Innenraums 4 und/oder je nach Kapazität der Wärmeabgabevorrichtung 22 ein optimaler Betriebspunkt eingestellt werden kann. Möglicherweise könnte der dritte Betriebszustand entweder vollständig ohne zweiphasigem Betrieb oder mit zweiphasigem Betrieb in beiden parallel angeordneten Kreisen realisiert werden. Entsprechend wären Verflüssigungseinrichtung und Vergasereinrichtung sinnvoll einfach oder in Mehrzahl vorzusehen.

[0066] Eine Betriebsführung gemäß einem vierten Betriebszustand beinhaltet, die Fluidmanipulatoren 24 und 25 derart zu schalten, sodass der Heizkreis 21 und der Abwärmekreis 23 im Wesentlichen seriell geschaltet werden. Entsprechend würde das Arbeitsmedium durch den Fluidmanipulator 24 ausschließlich in den Heizkreis 21 geleitet werden. Darauf folgend würde aufgrund einer geeigneten Schaltung des Fluidmanipulators 25 das Arbeitsmediums ausschließlich und vollständig durch den Abwärmekreis 23 bzw. durch die Wärmeabgabevorrichtung 22 geführt werden. Danach erfolgt eine Rückführung des Arbeitsmediums in die Wärmetauschvorrichtung 10.

[0067] Je nach Betriebspunkt und Temperaturgefälle bzw. abhängig ob das Arbeitsmediums ein- oder zweiphasig genutzt wird, würde die Abwärmevorrichtung 22 Wärme Q3 in die Fahrzeugumgebung 2 abgeben oder alternativ dazu sogar Wärme Q4 aus der Fahrzeugumgebung 2 aufnehmen. Letzteres würde die Abwärmevorrichtung 22 faktisch in eine Wärmeaufnahmevorrichtung wandeln:

[0068] Nachdem nun das Arbeitsmediums durch die Verflüssigungseinrichtung 26 dem Heizkreis 21 zugeführt wird und diesen durchströmt, würde das nach der Vergasereinrichtung 27 zur Vorrichtung 22 strömende Arbeitsmediums Wärme Q4 aus der Fahrzeugumgebung 4 aufnehmen können. Dadurch erhöhte sich das Temperaturniveau des Arbeitsmediums insgesamt, wodurch die Heizleistung der Bodenheizvorrichtung 6 effektiv gesteigert werden könnte.

[0069] Die Beschreibung von unterschiedlichen Betriebszuständen ist nicht zwingend so zu verstehen, dass eine Ausführung alle Betriebszustände einnehmen können muss. Vielmehr dienen die Betriebszustände dazu unterschiedliche und unabhängige Ausführungsformen des Fahrzeugs exemplarisch darzulegen, wobei ein Ausführungsbeispiel möglicherweise nur einen einzigen Betriebszustand oder mehrere Betriebszustände realisieren kann.

[0070] Die Steuervorrichtung 30 steuert damit verbundene Komponenten, insbesondere die Fluidmanipulatoren 24 und 25, zur Realisierung der unterschiedlichen Betriebszustände je nach Trocknungsbedarf des Bodens 6 an. Der Trocknungsbedarf wird über eine Feuchtedetektionseinrichtung zum Bestimmen einer Feuchtigkeit des Bodens 6 und/oder über eine Bestimmung eines Trocknungskriteriums bestimmt. Dazu ist die Steuervorrichtung 30 mit Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren 32, 33, 34 und 35 und mit einem Feuchtesensor 31 des Bodens 6 verbunden. Weiterhin kann die

Steuervorrichtung mit dem Regensensor 36 verbunden sein. Auf Basis einzelner oder einer Mehrzahl der so empfangenen Daten ist die Steuervorrichtung 30 in der Lage, das Trocknungskriterium zu bestimmen. Bei Vorliegen eines positiven Trocknungskriteriums wird die Bodenheizvorrichtung 20 aktiviert, was eine Trocknung des Bodens 6 mittels Trocknungswärme Q2 bewirkt. Entsprechend könnte der Fluidmanipulator 24 so durch die Steuervorrichtung 30 angesteuert werden, sodass das erwärmte Arbeitsmediums aus der Wärmetauschvorrichtung 10 dem Heizkreis 21 zugeführt wird.

[0071] Wenngleich hierin eine spezifische Ausführungsform dargestellt und beschrieben worden sind, liegt es im Rahmen der vorliegenden Erfindung, die gezeigte Ausführungsform geeignet zu modifizieren, ohne vom Schutzbereich der vorliegenden Erfindung abzuweichen. Beispielsweise kann der Fluidkreislauf des Fahrzeugs 1 mit oder ohne einem optionalen Phasenübergang des Arbeitsmediums (flüssig - gasförmig) ausgestaltet werden. In einem solchen Fall wären die Verflüssigungseinrichtung 26 und die Vergasereinrichtung 27 aus dem Fluidkreislauf der Fig. 1 wegzudenken, bzw. es könnten schaltbare, parallel angeordnete Umgehungsverbindungen für die Verflüssigungseinrichtung 26 und die Vergasereinrichtung 27 vorgesehen sein, sodass der Fluidkreislauf ausschließlich mit einem flüssigen oder gasförmigen Arbeitsmedium betrieben wird. Weiterhin kann das gezeigte Fahrzeug 1 statt als Straßenbahn als Omnibus mit einer Stromversorgung durch eine Oberleitung (O-Bus) ausgebildet sein. Die nachfolgenden Ansprüche stellen einen ersten, nicht bindenden Versuch dar, die Erfindung allgemein zu definieren.

Bezugszeichenliste

1 Fahrzeug

2 Fahrzeugumgebung Ql Abwärme

3 Wagenkasten Q2 Trocknungswärme

4 Innenraum Q3 abgegebene Wärme

5 Schiene Q4 aufgenommene Wärme

6 Boden

7 Stromabnehmer

8 Klimatisierungsvorrichtung

10 Komponentenwärmetauscher

11 Elektrischer Energiespeicher

12 Leistungselektronische

Einrichtung

13 Fahrmotor

14 Bremswiderstand

15 Ladeeinrichtung

20 Bodenheizvorrichtung

21 Heizkreis

22 Wärmeabgabevorrichtung

23 Abwärmekreis

24 erster Fluidmanipulator

25 zweiter Fluidmanipulator

26 Verflüssigungseinrichtung

27 Vergasereinrichtung

28 Zulaufknoten

29 Rücklaufknoten

30 Steuerungsvorrichtung

31 Feuchtesensor

32 erster Luftfeuchtigkeitsmesseinrichtung (innen)

33 erster Temperaturmesseinrichtung (innen)

34 zweiter Luftfeuchtigkeitsmesseinrichtung (außen)

35 zweiter Temperaturmesseinrichtung (außen)

36 Regensensor